Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Scaev.dig. XX
Digestorum lib.Scaevolae Digestorum libri

Digestorum libri

cum Notis Tryphonini

Ex libro XX

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 26,1De tutelis (Von den Bevormundungen.)Dig. 26,2De testamentaria tutela (Von der testamentarischen Vormundschaft.)Dig. 26,3 (12,5 %)De confirmando tutore vel curatore (Von der Bestätigung des Tutor oder Curator.)Dig. 26,4De legitimis tutoribus (Von den gesetzlichen Vormündern.)Dig. 26,5De tutoribus et curatoribus datis ab his qui ius dandi habent, et qui et in quibus causis specialiter dari possunt (Von den durch eine competente Obrigkeit bestellten Vormündern; ferner welche zu solchen Vormündern bestellt, und aus welchen Gründen diese eigentlich bestellt werden können.)Dig. 26,6Qui petant tutores vel curatores et ubi petantur (Von denen, welche um Vormünder oder Curatoren nachsuchen müssen, und wo dies geschehen soll.)Dig. 26,7De administratione et periculo tutorum et curatorum qui gesserint vel non et de agentibus vel conveniendis uno vel pluribus (Von der Verwaltung und Verantwortlichkeit der Tutoren und Curatoren, welche die Vormundschaft führten oder auch nicht, und von dem Verhältnisse derselben als Kläger oder Beklagte entweder einzeln oder in Mehrzahl.)Dig. 26,8De auctoritate et consensu tutorum et curatorum (Von der Ermächtigung und der Zustimmung der Vormünder und Curatoren.)Dig. 26,9Quando ex facto tutoris vel curatoris minores agere vel conveniri possunt (Wann aus der Handlung des Vormundes oder Curators Minderjährige klagen oder verklagt werden können.)Dig. 26,10De suspectis tutoribus et curatoribus (Von verdächtigen Vormündern und Curatoren.)
Dig. 37,1De bonorum possessionibus (Vom Nachlassbesitz.)Dig. 37,2Si tabulae testamenti extabunt (Wenn ein Testament vorhanden ist.)Dig. 37,3De bonorum possessione furioso infanti muto surdo caeco competente (Von dem den Wahnsinnigen, Kindern, Stummen, Tauben und Blinden zustehenden Nachlassbesitz.)Dig. 37,4De bonorum possessione contra tabulas (Von dem Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt.)Dig. 37,5De legatis praestandis contra tabulas bonorum possessione petita (Von der Entrichtung der Vermächtnisse, wenn der Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt gefordert worden ist.)Dig. 37,6De collatione bonorum (Von dem Einwerfen.)Dig. 37,7De dotis collatione (Vom Einwerfen der Mitgift.)Dig. 37,8De coniungendis cum emancipato liberis eius (Von der Verbindung des aus der Gewalt Entlassenen mit seinen Kindern.)Dig. 37,9De ventre in possessionem mittendo et curatore eius (Von der Setzung der Leibesfrucht in den Besitz und deren Curator.)Dig. 37,10De Carboniano edicto (Vom Carbonianischen Edicte.)Dig. 37,11De bonorum possessione secundum tabulas (Vom Nachlassbesitz zufolge des Testamentsinhalts.)Dig. 37,12Si a parente quis manumissus sit (Wenn Jemand von seinem Vater aus der Gewalt entlassen worden ist.)Dig. 37,13De bonorum possessione ex testamento militis (Vom Nachlassbesitz aus dem Testamente eines Soldaten.)Dig. 37,14De iure patronatus (Vom Rechte der Freilasserschaft.)Dig. 37,15De obsequiis parentibus et patronis praestandis (Von dem den Eltern und Freilassern zu leistenden ehrerbietigen Gehorsam.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 25,4,4Scae­vo­la li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Is a quo, si si­ne li­be­ris de­ces­sis­set, quid­quid ad eum ex bo­nis per­ve­nis­set, so­ro­ri fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum erat, de­ces­sit pos­tu­ma he­rede in­sti­tu­ta et sub­sti­tu­tis aliis: quae­si­tum est, cum uxor de­func­ti prae­gna­tem se di­cat, an so­ro­ri pro­cu­ra­to­ri­ve eius se­cun­dum for­mam edic­ti ven­trem in­spi­ce­re et par­tum cus­to­di­re per­mit­ten­dum sit. re­spon­di in eius­mo­di spe­cie, de qua quae­re­re­tur, pos­se vi­de­ri ad eius, cui fi­dei­com­mis­sum da­tum es­set, sol­li­ci­tu­di­nem per­spi­cien­dum id­que cau­sa co­gni­ta sta­tuen­dum.

Scaevola lib. XX. Dig. Jemand, der, wenn er ohne Kinder verstorben wäre, Alles, was an ihn aus dem Vermögen [des Erblassers] gekommen wäre, der Schwester desselben als Fideicommiss hinterlassen soll, ist verstorben, nachdem er seine noch ungeborene Tochter zur Erbin eingesetzt, und Andere substituirt hatte; man hat gefragt, ob, wenn die Ehefrau des Verstorbenen behaupten sollte, dass sie schwanger sei, der Schwester oder dem Geschäftsbesorger derselben zu erlauben sei, den Mutterleib besichtigen und die Leibesfrucht bewachen [zu lassen]? Ich habe das Gutachten ertheilt, dass in einem Falle der Art, wie der fragliche, es scheinen könne, als müsse die Besorgniss derjenigen, welchen das Fideicommiss gegeben worden, berücksichtigt und das nach Untersuchung der Sache festgesetzt werden.

Dig. 26,3,11Scae­vo­la li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Avia ne­po­ti­bus cu­ra­to­rem de­dit fi­dei­com­mis­so ei re­lic­to: quae­si­tum est, an ad­mi­nis­tra­re cu­ra­tor com­pel­li de­beat. re­spon­dit cu­ra­to­rem qui­dem non es­se, sed cum ali­quid ei tes­ta­men­to da­tum es­set, te­ne­ri eum ex fi­dei­com­mis­so, si non cu­ram sus­ci­pe­ret, ni­si id quod ei da­tum es­set nol­let pe­te­re aut red­de­re es­set pa­ra­tus. 1Item quae­si­tum est, an is­te cu­ra­tor sa­tis­da­re ne­po­ti­bus de­beat. re­spon­dit qua­si cu­ra­to­rem non de­be­re, sed cum fi­dei­com­mis­sum ab eo pe­ti pos­set, fi­dei­com­mis­si no­mi­ne sa­tis­da­re de­be­re.

Scaevola lib. XX. Digest. Eine Grossmutter gab ihren Enkeln einen Curator mit Hinterlassung eines Fideicommisses. Nun entstand die Frage: ob dieser zur Verwaltung angehalten werden dürfe? Die Antwort war: dieser sei zwar als kein Curator zu betrachten, da ihm aber etwas in dem Testamente hinterlassen wurde, so könne er, wenn er die Curatel nicht übernahm, aus dem Fideicommisse belangt werden; es müsste denn sein, dass er das ihm Zugedachte nicht begehrte oder es zurückzugeben bereit wäre. 1Ebenso war die Frage: ob dieser Curator den Enkeln Sicherheit leisten müsse? Die Antwort war: als Curator wäre er dies nicht schuldig, da aber das Fideicommiss von ihm gefordert werden könne, so müsse er, in Beziehung auf dieses, Sicherheit leisten.

Dig. 32,39Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. ‘Pam­phi­lo li­ber­to hoc am­plius, quam co­di­cil­lis re­li­qui, da­ri vo­lo cen­tum. scio om­nia, quae ti­bi, Pam­phi­le, re­lin­quo, ad fi­lios meos per­ven­tu­ra, cum af­fec­tio­nem tuam cir­ca eos be­ne per­spec­tam ha­beo’. quae­ro, an ver­bis su­pra scrip­tis Pam­phi­li fi­dei com­mis­sit, ut post mor­tem fi­liis de­func­ti cen­tum re­sti­tuat. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non vi­de­ri qui­dem, quan­tum ad ver­ba tes­ta­to­ris per­ti­net, fi­dei com­mis­sum Pam­phi­li, ut cen­tum re­sti­tue­ret: sed cum sen­ten­tiam de­func­ti a li­ber­to de­ci­pi sa­tis in­hu­ma­num est, cen­tum ei re­lic­tos fi­liis tes­ta­to­ris de­be­re re­sti­tui, quia in si­mi­li spe­cie et im­pe­ra­tor nos­ter di­vus Mar­cus hoc con­sti­tuit. 1Pro­pos­i­tum est non ha­ben­tem li­be­ros nec co­gna­tos in dis­cri­mi­ne vi­tae con­sti­tu­tum per in­fir­mi­ta­tem ar­ces­si­tis ami­cis Gaio Se­io con­tu­ber­na­li di­xis­se, quod vel­let ei re­lin­que­re prae­dia quae no­mi­nas­set, ea­que dic­ta in tes­ta­tio­nem Gaium Se­ium red­egis­se et­iam ip­so tes­ta­to­re in­ter­ro­ga­to, an ea di­xis­set, et re­spon­so eius ta­li μάλιστα in­ser­to: quae­si­tum est, an prae­dia, quae de­sti­na­ta es­sent, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ad Gaium Se­ium per­ti­ne­rent. re­spon­dit su­per hoc nec du­bi­tan­dum es­se, quin fi­dei­com­mis­sum va­let. 2Duas fi­lias ae­quis ex par­ti­bus he­redes fe­ce­rat: al­te­ri fun­dum prae­le­ga­ve­rat et ab ea pe­tie­rat, ut so­ro­ri suae vi­gin­ti da­ret: ab ea­dem fi­lia pe­tit, ut par­tem di­mi­diam fun­di ei­dem so­ro­ri re­sti­tue­ret: quae­si­tum est, an vi­gin­ti prae­sta­ri non de­be­rent. re­spon­di non es­se prae­stan­da.

Idem lib. XX. Dig. Ich will, dass dem Freigelassenen Pamphilus noch ausser dem, was ich in dem Codicill hinterlassen habe, Hundert gegeben werden sollen; ich weiss, dass Alles, was ich dir, Pamphilus, hinterlasse, an meine Söhne kommen wird, da ich deine Zuneigung zu ihnen recht gut erprobt habe; ich frage, ob der Verstorbene mit den oben geschriebenen Worten dem Pamphilus ein Fideicommiss aufgelegt hat, dass er nach seinem Tode den Söhnen des Verstorbenen Hundert ausantworten solle. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss scheine zwar, soviel die Worte des Testators anlangt, dem Pamphilus nicht das Fideicommiss aufgelegt zu sein, dass er die Hundert ausantworten sollte, aber da es sehr unredlich sein würde, wenn die gute Meinung des Verstorbenen von dem Freigelassenen getäuscht werden sollte, so müssten die ihm hinterlassenen Hundert den Söhnen des Testators ausgeantwortet werden, weil in einem ähnlichen Fall auch unser Kaiser Marcus dies verordnet hat11S. L. 67. §. ult. D. de leg. II.. 1Man hat den Fall vorgelegt, Jemand, der keine Kinder, auch keine Verwandten hatte, habe, da er sich durch eine Krankheit in Lebensgefahr befand, nachdem Freunde herbeigeholt waren, dem Cajus Sejus, seinem Schlafgenossen, gesagt, dass er ihm die Grundstücke, welche er genannt hätte, hinterlassen wollte, und Cajus Sejus habe diesen Ausspruch in ein Gezeugniss22Testatio, Erklärung vor Zeugen, wie öfters. gebracht, nachdem er auch den Testator selbst gefragt habe, ob er dies gesagt hätte, und nachdem er diese Antwort desselben: Ja wohl, hineingesetzt habe; man hat gefragt, ob die Grundstücke, welche [von dem Erblasser] bestimmt worden wären, aus dem Grunde eines Fideicommisses dem Cajus Sejus gehörten. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, darüber sei nicht einmal zu zweifeln, dass das Fideicommiss gelte. 2[Jemand] hatte seine zwei Töchter zu gleichen Theilen zu Erben eingesetzt, der einen hatte er ein Landgut voraus vermacht, und sie gebeten, dass sie ihrer Schwester Zwanzig geben sollte; dieselbe Tochter hat er gebeten, dass sie die Hälfte des Landguts derselben Schwester ausantworten sollte; man hat gefragt, ob die Zwanzig nicht geleistet zu werden brauchten? Ich habe das Gutachten ertheilt, dass es nicht nöthig sei.

Dig. 34,1,18Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Li­ber­tis, quos tes­ta­men­to ma­nu­mi­se­rat, ali­men­to­rum no­mi­ne mens­truos de­cem le­ga­ve­rat, de­in­de co­di­cil­lis ge­ne­ra­li­ter om­ni­bus li­ber­tis mens­truos sep­tem et an­nuos ves­tia­rii no­mi­ne de­nos le­ga­vit: quae­si­tum est, an et ex tes­ta­men­to et ex co­di­cil­lis li­ber­tis fi­dei­com­mis­sum he­redes prae­sta­re de­beant. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non ea, quae co­di­cil­lis da­ta pro­po­ne­ren­tur, prae­sta­ri de­be­rent: nam ab his, quae tes­ta­men­to ci­ba­rio­rum no­mi­ne le­ga­ta es­sent, re­ces­sum est prop­ter ea, quae co­di­cil­lis re­lic­ta sunt. 1Ma­nu­mis­sis tes­ta­men­to ci­ba­ria an­nua, si cum ma­tre mo­ra­bun­tur, per fi­dei­com­mis­sum de­dit: ma­ter fi­lio tri­en­nio su­per­vi­xit ne­que ci­ba­ria ne­que ves­tia­ria eis prae­sti­tit, cum in pe­ti­tio­ne fi­dei­com­mis­si li­ber­ti ces­sa­rent: sed et fi­lia post­ea­quam ma­tri he­res ex­sti­tit, quo­ad vi­xit an­nis quat­tuor­de­cim in­ter­pel­la­ta de is­dem sol­ven­dis non est. quae­si­tum est, an post mor­tem fi­liae a no­vis­si­mo he­rede pe­te­re pos­sint et tam prae­ter­iti tem­po­ris quam fu­tu­ri id, quod ci­ba­rio­rum no­mi­ne et ves­tia­rii re­lic­tum est. re­spon­dit, si con­di­cio ex­sti­tis­set, ni­hil pro­po­ni, cur non pos­sent. 2Ab he­redi­bus Sti­chum ma­nu­mit­ti vo­luit ei­que, si cum Se­io mo­ra­re­tur, ci­ba­ria et ves­tia­ria prae­sta­ri a Se­io: de­in­de haec ver­ba ad­ie­cit: ‘te au­tem, Sei, pe­to, ut, cum ad an­num vi­ce­si­mum quin­tum per­ve­ne­ris, mi­li­tiam ei com­pa­res, si ta­men te an­te non re­li­que­rit’. quae­si­tum est, Sti­cho sta­tim li­ber­ta­tem con­se­cu­to, prius au­tem de­func­to Se­io quam ad an­num vi­ce­si­mum quin­tum per­ve­ni­ret, an ab his, ad quos bo­na Se­ii per­ve­ne­runt, mi­li­tia Sti­cho com­pa­ra­ri de­bet? et si pla­cet de­be­ri, utrum sta­tim mi­li­tia com­pa­ran­da sit an eo tem­po­re, quo Se­ius an­num vi­ce­si­mum quin­tum ex­ple­tu­rus fuis­set, si su­per­vi­xis­set? re­spon­dit, cum pla­ceat com­pa­ran­dam, non an­te de­be­ri, quam id tem­pus ces­sis­set. 3Pos­tu­mis he­redi­bus in­sti­tu­tis et pa­tre et ma­tre, et sub­sti­tu­tio­ne fac­ta ac­to­res ma­nu­mi­sit et pe­cu­lia eis le­ga­vit et an­nua et cer­tis li­ber­tis suis le­ga­ta et aliis ex­te­ris plu­ra: de­in­de post tes­ta­men­tum fac­tum na­ta fi­lia co­di­cil­lis ita ca­vit: ‘si quid tes­ta­men­to, quod an­te hoc tem­pus fe­ci, le­ga­vi cui da­ri vo­lui, pe­to ab his, uti ter­tiam par­tem Pae­ti­nae11Die Großausgabe liest Pe­ti­nae statt Pae­ti­nae. fi­liae meae red­dant’: se­cun­dis au­tem ta­bu­lis fac­ta pu­pil­la­ri sub­sti­tu­tio­ne im­pu­be­ri­bus li­ber­tis, qui­bus a pa­ren­ti­bus li­ber­ta­tes de­dit, eo am­plius al­te­rum tan­tum, quan­tum in num­mo prae­ter ci­ba­ria et ves­tia­ria da­ri vo­luit. quae­si­tum est, cum su­per­vi­xis­set fi­lia tes­ta­men­to aper­to et co­di­cil­lis, post­ea au­tem de­ces­se­rit et fi­dei­com­mis­sum da­tum ei de re­sti­tuen­da par­te ter­tia ad he­redes suos trans­mi­se­rat, an et­iam ci­ba­rio­rum et ves­tia­rio­rum ter­tiae par­tes ei per fi­dei­com­mis­sum da­tae es­se vi­dean­tur. re­spon­dit non vi­de­ri. 4Idem quae­siit, an eo­rum, quae co­di­cil­lis per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta sunt, ter­tiae par­tes ad fi­liam per­ti­ne­re de­be­rent. re­spon­dit non de­be­ri. idem quae­siit, an al­te­rum tan­tum a sub­sti­tu­tio­ne le­ga­tum de­duc­ta ter­tia par­te quan­ti­ta­tis le­ga­to­rum tes­ta­men­to da­to­rum com­pu­ta­ri de­beat, ut duae par­tes quan­ti­ta­tis de­bean­tur, prae­ter co­di­cil­los, qui­bus ter­tiam par­tem co­di­cil­lis le­ga­to­rum ad fi­liam suam per­ti­ne­re vo­luit. re­spon­dit in­te­grum ex ta­bu­lis sub­sti­tu­tio­nis de­be­ri. 5Ci­ba­ria et ves­tia­ria per fi­dei­com­mis­sum de­de­rat et ita ad­ie­ce­rat: ‘quos li­ber­tos meos, ubi cor­pus meum po­si­tum fue­rit, ibi eos mo­ra­ri iu­beo, ut per ab­sen­tiam fi­lia­rum mea­rum ad sar­co­fa­gum meum me­mo­riam meam quot­an­nis ce­le­brent’. quae­si­tum est, uni ex li­ber­tis, qui a die mor­tis ne­que ad he­redes ac­ces­se­rit ne­que ad se­pul­chrum mo­ra­ri vo­lue­rit, an ali­men­ta prae­stan­da sint. re­spon­dit non prae­stan­da.

Idem lib. XX. Dig. Jemand vermachte seinen Freigelassenen, denen er im Testamente die Freiheit ertheilt hatte, für Alimente monatlich zehn[tausend Sestertien]; nachher setzte er in seinem Codicill allen Freigelassenen im Allgemeinen monatlich Sieben[tausend], und zum Kleidungsbedarf jährlich Zehn[tausend] aus. Hier entstand die Frage, ob die Erben den Freigelassenen das Fideicommiss aus dem Testamente und dem Codicill gewähren müssen? — Die Antwort hat gelautet: es liege kein Grund vor, weshalb dasjenige, was in dem Codicill als verliehen enthalten sei, nicht entrichtet werden müsse; denn von der in Betreff der Nahrungsmittel getroffenen Verfügung im Testamente ist ja [der Testator] durch die Anordnung in dem Codicill wieder abgegangen. 1Ad Dig. 34,1,18,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Es setzte Jemand fideicommissweise seinen Freigelassenen im Testamente jährliche Nahrungsmittel auf den Fall aus, dass sie bei seiner Mutter bleiben würden. Die Mutter überlebte ihren Sohn drei Jahre, ohne ihnen Nahrungsmittel und Kleidung zu verabreichen, und ohne dass die Freigelassenen das Fideicommiss in Anspruch nahmen; auch eine Tochter, welche nachmals Erbin der Mutter ward, wurde so lange sie lebte, vierzehn Jahre lang, nicht um Zahlung gemahnt. Es entstand darauf die Frage, ob die Freigelassenen nach dem Tode der Tochter von deren Erben dasjenige, was zum Nahrungs- und Kleidungsbedarf hinterlassen worden ist, sowohl für die Vergangenheit als für die Zukunft in Anspruch nehmen können? — Antwort: wenn die Bedingung erfüllt worden ist, so ist kein Grund vorhanden, warum sie es nicht können sollen. 2Ad Dig. 34,1,18,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Es wollte Jemand, dass Stichus von seinen Erben freigelassen werden, und demselben, wenn er beim Sejus verbliebe, letzterer Nahrung und Kleidung verabreichen solle; hierauf machte er noch folgenden Zusatz: dich aber Sejus bitte ich, ihm, wenn du fünfundzwanzig Jahr alt geworden bist, eine Dienststelle zu kaufen, vorausgesetzt jedoch, dass er dich nicht vorher verlassen hat. Hier entstand die Frage, ob, wenn Stichus gleich die Freiheit erhalten hatte, Sejus aber vor seinem fünfundzwanzigsten Jahre mit Tode abgegangen war, diejenigen, an welche des Sejus Nachlass gefallen, dem Stichus die Dienststelle kaufen müssen, und ob, wenn man diese Verpflichtung annehmen wollte, die Dienststelle gleich gekauft werden müsse, oder erst dann, wenn Sejus, dafern er am Leben geblieben, fünfundzwanzig Jahr alt geworden wäre? — Die Antwort hat gelautet: da die Verpflichtung zum Ankauf als feststehend zu betrachten ist, so tritt dieselbe doch nicht eher in Wirklichkeit, als bis die Zeit abgelaufen ist. 3Jemand hatte seine nachgeboren werdenden Kinder, sowie Vater und Mutter zu Erben eingesetzt, auch eine Substitution getroffen und seine Verwaltersclaven mit Vermachung ihres Sonderguts und jährlicher [Alimente] freigelassen, sowie bestimmten seiner Freigelassenen Vermächtnisse und andern dritten mehreres Andere ausgesetzt; nachdem ihm nach Errichtung seines Testaments eine Tochter geboren worden war, verordnete er in einem Codicill Folgendes: wenn und was ich Jemandem in meinem früher errichteten Testamente vermacht und ihm zu verabreichen verordnet habe, davon bitte ich Alle, den dritten Theil meiner Tochter Petina zurückzugeben; in einem zweiten Testamente errichtete er aber eine Substitution der Unmündigen, und verordnete, seinen unmündigen Freigelassenen, denen er die Freiheit zu ertheilen seinen Eltern aufgegeben hatte, ausser Nahrungs- und Kleidungsbedarf, noch das Doppelte in baarem Gelde zu verabreichen. Es fragte sich nun, ob, wenn die Tochter nach Eröffnung des Testamentes und des Codicilles noch fortgelebt habe, späterhin aber gestorben sei, und das ihr ertheilte Fideicommiss in Betreff der Herausgabe des dritten Theils auf ihre Erben übertragen habe, auch der dritte Theil von den Nahrungsmitteln und Kleidern in das Fideicommiss für sie inbegriffen zu erachten sei? Die Antwort lautete: nein. 4Es ward ferner in Frage gestellt, ob die Drittheile derjenigen Gegenstände, die fideicommissweise in dem Codicill hinterlassen worden sind, der Tochter auch zufallen müssten? Die Antwort fiel verneinend aus. Nicht minder ward in Erörterung gezogen, ob der von den Substituten vermächtnissweise zu entrichtende doppelte Betrag mit Abzug des Drittheils der Quantität der im Testament errichteten Vermächtnisse gerechnet werden müsse, dergestalt, dass also in Folge des Codicills sich die Verpflichtung auf zwei Drittheile der [anfänglichen] Quantität vermindert, indem [der Testator] in denselben den Rückfall des Drittheils von den Vermächtnissen an seine Tochter verordnet hat? Die Antwort lautete: die Substitution begründe eine Verpflichtung zum Ganzen33Quia voluntas defuncti haec videtur fuisse, ut cum incremento et altero tanto potius legatum consequerentur liberti, quam cum diminuitione tertiae partis, s. Claud. Chifletii de jure Fideicommissor. lib. III. c. 10. (Th. Ott. V. 833.). 5Es hatte Jemand seinen Freigelassenen Nahrungs- und Kleidungsbedarf fideicommissweise hinterlassen und Folgendes hinzugesetzt: diese meine Freigelassenen sollen sich da aufhalten, wo mein Körper beigesetzt ist, um während der Abwesenheit meiner Töchter bei meinem Sarkophag alljährlich eine Feier meines Gedächtnisses zu begehen. Es entstand die Frage, ob, da einer der Freigelassenen, der vom Todestage des Testators an weder zu den Erben gegangen war, noch bei dem Grabe verweilen wollte, demselben die Alimente gereicht werden müssten? Die Antwort lautete verneinend.

Dig. 34,4,30Scae­vo­la li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Alum­nae suae plu­ra le­ga­ve­rat: quae­dam ex his abs­tu­lit, quae­dam ut prae­sta­ren­tur, ab he­rede suo pe­tit, in qui­bus et vi­gin­ti da­ri vo­luit his ver­bis: ‘hoc am­plius do le­go da­ri­que vo­lo vi­gin­ti au­ri li­bras’ et ad­ie­cit: ‘fi­dei­que tuae, At­ti, com­mit­to, ut in pri­mis Sem­pro­niam so­ro­rem tuam pro tua pie­ta­te et re­ge­re et tue­ri ve­lis, et, si pu­ta­ve­ris eam ad bo­nam vi­tae con­sue­tu­di­nem re­ver­sam, ita vi­gin­ti au­ri li­bras ei red­de­re, cum mo­rie­ris. in­ter­im ta­men red­itus eius, id est usu­ras sem­is­ses ei prae­stes’. post­ea co­di­cil­lis ad Mae­vium le­ga­ta­rium eas­dem vi­gin­ti li­bras au­ri trans­tu­lit et fi­dei eius com­mi­sit in haec ver­ba: ‘vi­gin­ti li­bras au­ri, quas tes­ta­men­to Sem­pro­niae alum­nae meae re­li­qui, eas da­ri vo­lo Mae­vio cau­tio­ni­bus in­ter­po­si­tis, ut ex ea sum­ma ei­dem Sem­pro­niae, quam­diu ad­vi­xe­rit, prae­stet mens­truos de­na­rios quin­que et ves­tia­rii no­mi­ne de­na­rios cen­te­nos vi­ce­nos qui­nos, id­que fi­dei ves­trae com­mit­to: cer­ta sum au­tem te, Mae­vi, pro tua pie­ta­te pe­ti­tu­rum ab he­rede tuo, ut vo­lun­tas mea in per­so­na alum­nae meae du­ret’. quae­si­tum est, an Mae­vius le­ga­ta­rius co­gen­dus sit post mor­tem suam vi­gin­ti li­bras au­ri Sem­pro­niae re­sti­tue­re, sic­ut ro­ga­tus fue­rat At­tius he­res. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­gin­ti qui­dem au­ri li­bras non co­gen­dum prae­sta­re, sed alia, quae ab eo alum­nae re­lic­ta sunt, de­be­ri et a Mae­vio et ab he­rede eius, do­nec vi­vit alum­na. 1Ti­tia tes­ta­men­to Se­iam li­ber­tam ean­dem­que col­lac­ta­neam ex par­te duo­de­ci­ma he­redem in­sti­tue­rat, Pam­phi­lo li­ber­to suo prae­dia per fi­dei­com­mis­sum de­dit, in qui­bus et σύγκτησιν prae­dio­rum quae ap­pel­la­ba­tur cir­ca Co­lo­nen: ei­dem li­ber­to post­ea per epis­tu­lam alias et­iam res do­na­vit, in qui­bus de Se­ia et Pam­phi­lo ita est lo­cu­ta: ‘Τιτία τοῖς κληρονόμοις μου χαίρειν. βούλομαι βέβαια εἶναι τὰ ὑποτεταγμένα, ὅσα ἔφθασα εἰς τὸ ὄνομα τὸ Παμφίλου πεποιηκέναι. ἐάν Σεΐα ἡ σύντροφός μου κληρονόμος μὴ γένηται, ἐξ οὗ γέγραφα αὐτὴν μέρους, βούλομαι αὐτῇ δοθῆναι τὴν σύγκτησιν τὴν περὶ Κολώνην’. quae­si­tum est, cum Se­ia li­ber­ta omis­sa par­te he­redi­ta­tis ei tes­ta­men­to ad­scrip­ta ex co­di­cil­lis fi­dei­com­mis­sum, id est σύγκτησιν cir­ca Co­lo­nen, eli­gat, an, si Pam­phi­lus ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ea­dem prae­dia vin­di­cet, do­li ma­li ex­cep­tio­ne sum­mo­ve­ri de­beat. re­spon­dit trans­la­tum vi­de­ri fi­dei­com­mis­sum prae­dio­rum, id est σύγκτησιν quae est cir­ca Co­lo­nen, in Se­iam li­ber­tam. 2Ab he­redi­bus pe­tie­rat, ut, si in pro­vin­cia de­ces­sis­set, se­xa­gin­ta Lu­cio Ti­tio da­ren­tur, ut is cor­pus eius cu­ra­ret in pa­triam re­por­ta­ri, et ad­ie­ce­rat haec ver­ba: ‘cui con­ce­di vo­lo, si quid ex ea pe­cu­nia su­per­erit’. ea­dem die co­di­cil­los ad he­redes suos ita scrip­se­rat: ‘pe­to a vo­bis, ut, si­ve in pro­vin­cia si­ve in via ali­quid mi­hi hu­ma­ni­tus ac­ci­de­rit, cor­pus meum cu­re­tis et in Cam­pa­nia et in mo­nu­men­tum fi­lio­rum meo­rum re­por­ta­re’. quae­si­tum est, an id, quod su­per­fue­rit ex se­xa­gin­ta, a Lu­cio Ti­tio ta­ci­te ad­eme­rit. re­spon­dit ad­emp­tum vi­de­ri. 3Qui fi­lias ex dis­pa­ri­bus por­tio­ni­bus tes­ta­men­to he­redes in­sti­tue­rat, pae­ne om­nium bo­no­rum suo­rum eo­dem tes­ta­men­to di­vi­sio­nem fe­cit, de­in­de haec ver­ba ad­ie­cit: ‘τὰ δὲ λοιπὰ πάντα τῶν ὑπαρχόντων μου, ὁμοίωσ καὶ τὰ τῆς κληρονομίας βάρη ἔσται μόνων τῶν δύο μου θυγατέρων Πρίμης καὶ Σεκούνδης ἢ τῆς ἐξ αὐτῶν περιούσησ’. post­ea co­di­cil­lis lon­ge aliam di­vi­sio­nem fe­cit bo­no­rum in­ter eas­dem, in­ter quas et tes­ta­men­to di­vi­se­rat, quae­dam ta­men nul­li no­mi­na­tim de­dit. quae­si­tum est, an Pri­ma et Se­cun­da fi­liae ex ver­bis tes­ta­men­ti con­se­qui pos­sint, ut so­lae ha­beant ea, quae no­mi­na­tim nul­li re­lic­ta sunt in di­vi­sio­ne, quae no­vis­si­ma a pa­tre fac­ta est. re­spon­dit non a to­ta vo­lun­ta­te re­ces­sis­se vi­de­ri, sed his tan­tum re­bus quas re­for­mas­set. 4Cum post aper­tas ta­bu­las tes­ta­men­ti Pris­cil­lia­nus vi­xe­rit, de cu­ius le­ga­to por­tio­ne­que he­redi­ta­tis ma­ter epis­tu­la ita ca­ve­rat: ‘quon­iam co­gno­vi Pris­cil­lia­num fi­lium meum in ex­tre­mis es­se, ius­tis­si­mum et piis­si­mum du­xi por­tio­nem eius he­redi­ta­tis, quam ei tes­ta­men­to de­de­ram, le­ga­re Ma­ria­no fra­tri meo et Ia­nua­rio ma­ri­to meo ae­quis por­tio­ni­bus: et si quid ei am­plius le­ga­ve­ram, ut si quid ei hu­ma­ni­tus con­ti­ge­rit, do le­go da­ri­que eis vo­lo’: post­ea ex ea­dem in­fir­mi­ta­te Pris­cil­lia­nus de­ces­sit. quae­si­tum est, an le­ga­tum quo­que eius ad Ia­nua­rium et Ma­ria­num ex cau­sa fi­dei­com­mis­si per­ti­neat. re­spon­dit pos­se vi­de­ri, si de­ces­sis­set ex ea in­fir­mi­ta­te, om­ni­mo­do et le­ga­tum ad eos de qui­bus quae­re­re­tur trans­tu­lis­se.

Scaevola lib. XX. Dig. Es hatte eine Frau ihrer Pflegetochter Mehreres vermacht; sie entzog ihr darauf wieder Einiges; um die Leistung mehreres Andern aber ersuchte sie [fideicommissweise] ihren Erben. Unter anderm verordnete sie in folgenden Worten, ihr zwanzig [tausend Sestertien] zu geben: ausserdem gebe und vermache ich, verordne auch, ihr zu verabreichen zwanzig Pfund Gold, und setzte hinzu: und ich überlasse es, Attius, deiner Treue, dass du vor Allem deine Schwester Sempronia deiner Liebe gemäss erziehen und beschützen wollest, und wenn du glaubst, dass sie zu einem guten Lebenswandel zurückgekehrt ist, so gib ihr die zwanzig Pfund Gold auf deinen Todesfall heraus; bis dahin zahle ihr aber das Einkommen davon, d. h. die halbjährig gefällig werdenden Zinsen. In einem Codicill trug sie nachher dieselben zwanzig Pfund Gold auf den Mävius in der Eigenschaft eines Vermächtnissinhabers über, und errichtete dabei folgendes Fideicommiss: die zwanzig Pfund Gold, die ich in meinem Testamente meiner Pflegetochter Sempronia hinterlassen habe, will ich, sollen dem Mävius gegeben werden, und zwar gegen Bestellung von Sicherheit, von dieser Summe der gedachten Sempronia auf Zeit ihres Lebens monatlich fünf Denare zu geben und zu Kleidung [jährlich] hundert und fünfundzwanzig, und dies überlasse ich euerer Treue; von dir, Mävius, bin ich übrigens überzeugt, dass du [im Fall deines Ablebens] deiner Liebe gemäss deinen Erben bitten werdest, dass mein Wille in Betreff meiner Pflegetochter aufrecht erhalten werde. Hier entstand die Frage, ob der Vermächtnissinhaber Mävius gezwungen werden könne, der Sempronia nach seinem Tode zwanzig Pfund Gold herauszugeben, gleichwie der Erbe Attius darum gebeten worden war? Die Antwort lautete: den vorliegenden Umständen nach könne er zwar nicht genöthigt werden, allein alles Uebrige, was er seiner Pflegetochter hinterlassen habe, das müsse sowohl Mävius, so lange die Pflegetochter lebe, verabreichen, als [nach dessen Tode] sein Erbe. 1Titia hatte in ihrem Testamente ihre Freigelassene und Milchschwester, Namens Seja, zum Zwölftheil zur Erbin eingesetzt; ihrem Freigelassenen Pamphilus setzte dieselbe fideicommissweise mehrere Grundstücke aus, unter denen auch mehrere zusammengehörige Grundstücke, welche, „bei Colone“ genannt wurden; demselben Freigelassenen schenkte sie nachher in einem Briefe auch andere Sachen, worin sie, die Titia, der Seja und des Pamphilus in folgenden Worten gedachte: Ich entbiete meinen Erben meinen Gruss. Ich will, dass Alles, was ich in Betreff der Person des Pamphilus im Folgenden angeordnet habe, festgehalten werde, soweit ich es schon früher so bestimmt hatte; wenn meine Milchschwester Seja nicht zu dem Theile meine Erbin wird, wie ich sie eingesetzt habe, so verordne ich, ihr die zusammengehörigen Grundstücke bei Colone zu geben. Hier entstand die Frage, ob, wenn die Freigelassene Seja den ihr im Testamente ausgesetzten Antheil ausschlägt, und das im Codicill ihr beschiedene Fideicommiss, d. h. die zusammengehörigen Grundstücke bei Colone erwählt, Pamphilus aber auf den Grund des Fideicommisses dieselben Grundstücke in Anspruch nimmt, derselbe mit der Einrede der Arglist abgewehrt werden könne? Die Antwort lautete dahin: das Fideicommiss an den Grundstücken, d. h. deren zusammengehörigen Inbegriff bei Colone, erscheine als auf die Freigelassene Seja übertragen. 2Es hatte Jemand seine Erben gebeten, auf den Fall, dass er in der Provinz stürbe, dem Lucius Titius sechzig[tausend Sestertien] zu geben, damit dieser die Rückschaffung seiner Leiche in die Heimath besorge, und dabei Folgendes hinzugesetzt: was von diesem Gelde übrig bleibt, soll er für sich behalten; an demselben Tage hatte er folgendes Codicill an seine Erben gerichtet: ich bitte Euch darum, wenn mir in der Provinz oder auf meiner Reise etwas Menschliches widerfahren sollte, meinen Körper nach Campanien und in das Denkmal meiner Kinder zurückzuschaffen. Es entstand die Frage, ob er dasjenige, was von den sechzig[tausend Sestertien] übrig ist, dem Lucius Titius stillschweigend wieder genommen habe? Antwort: ja, es ist so anzunehmen. 3Es hatte Jemand seine Töchter in seinem Testamente zu ungleichen Antheilen als Erbinnen eingesetzt, und in demselben beinahe eine gänzliche Theilung seines gesammten Vermögens getroffen; hierauf setzte er folgende Worte hinzu: der Ueberrest meines gesammten Nachlasses, sowie die erbschaftlichen Beschwerungen sollen meine beiden Töchter allein erhalten, nämlich die erste und zweite, oder welche von ihnen am Leben sein wird. Nachher traf er aber in seinem Codicill eine ganz andere Vertheilung seines Vermögens unter denselben, zwischen denen er es in seinem Testamente getheilt hatte; Einiges setzte er aber namentlich gar keiner aus. Es entstand nun die Frage, ob die erste und zweite Tochter aus den Worten des Testaments darauf Anspruch machen könnten, dass ihnen dasjenige, was bei der von ihrem Vater zuletzt getroffenen Vertheilung keiner namentlich ausgesetzt worden, allein zu Theil werde? Antwort: es ist nicht anzunehmen, als sei er von seinem Willen ganz und gar abgewichen, sondern blos in Ansehung derjenigen Puncte, die er abgeändert habe. 4Ein gewisser Priscillianus lebte bei Eröffnung des Testaments seiner Mutter noch, die im Betreff eines ihm ausgesetzten Vermächtnisses und seiner Erbportion in einem Briefe [an ihre Erben] folgendes verordnet hatte: weil ich erfahren habe, dass mein Sohn Priscillianus in den letzten Zügen liegt, so halte ich es für gerecht und billig, die ihm in meinem Testamente ausgesetzte Erbportion meinem Bruder Marianus zu vermachen, sowie meinem Ehemann, dem Januarius, und zwar zu gleichen Theilen. Was ich ihm ausserdem noch vermacht habe, das will und verordne ich, soll, wenn ihm etwas Menschliches widerfährt, denselben gleichfalls gegeben werden; hierauf starb Priscillianus an derselben Krankheit. Nun entstand die Frage, ob auch das Vermächtniss auf den Grund des Fideicommisses an den Januarius und Marianns falle? Die Antwort lautete, wenn er an derselben Krankheit gestorben sei, so habe [der Testator] allerdings auch das Vermächtniss auf die in Frage stehenden Personen übertragen.

Dig. 35,1,109Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. A tes­ta­to­re ro­ga­tus, ut ac­cep­tis cen­tum num­mis re­sti­tue­ret he­redi­ta­tem Ti­tiae co­he­redi suae, ad­ita he­redi­ta­te de­ces­sit: si­mi­li­ter et Ti­tia, an­te­quam da­ret cen­tum: quae­si­tum est, an he­res Ti­tiae of­fe­ren­do cen­tum fi­dei­com­mis­so par­tem he­redi­ta­tis con­se­qui pos­sit. re­spon­dit he­redem con­di­cio­ni pa­re­re non pos­se. Claudius. mag­no in­ge­nio de iu­re aper­to re­spon­dit, cum pot­est du­bi­ta­ri, an in pro­pos­i­to con­di­cio es­set.

Idem lib. XX. Dig. Jemand, der vom Testator gebeten worden war, gegen den Empfang44S. zu diesem Gesetz Jos. Fern. de Retes Opuscul. lib. IV. ad h. l. (T. M. VI. 216.) von hundert Münzen die Erbschaft an seine Miterbin Titia herauszugeben, starb nach dem Erbschaftsantritt, und ebenso auch Titia, bevor sie die Summe gezahlt hatte. Es entstand die Frage, ob der Erbe der Titia, dadurch, dass er die Zahlung derselben anbiete, vermöge des Fideicommisses die Hälfte der Erbschaft erlangen könne? Antwort: der Erbe kann der Bedingung nicht Genüge leisten. Claudius55D. h. Claudius Tryphoninus, s. Tussani de la rue Amoen. Jur. Obs. cap. 4. (T. O. V. 1494.): er hat mit grosser Umsicht seine Antwort auf die klare Rechtsvorschrift beschränkt, da Zweifel entstehen kann, ob im vorliegenden Fall überhaupt eine Bedingung vorhanden sei.

Dig. 36,1,79Idem li­bro vi­cen­si­mo di­ges­to­rum. He­redi­bus in­sti­tu­tis fi­liis utrius­que se­xus sin­gu­los ro­ga­vit, ut qui si­ne li­be­ris de­ce­de­ret par­tem suam he­redi­ta­tis so­ro­ri fra­tri­ve re­sti­tue­ret aut, si fra­ter so­ror­ve non es­set, ma­tri suae et haec ver­ba ad­ie­cit: ‘vos­que, li­be­ri ca­ris­si­mi, hoc fi­dei­com­mis­so te­ne­ri in­vi­cem vo­lo, do­nec bi­nos li­be­ros edu­ca­ve­ri­tis’. quae­si­tum est, si quis ex li­be­ris duos fi­lios pro­crea­ve­rit, quam­vis su­per­sti­tes non re­li­que­rit, an he­redes eius fi­dei­com­mis­sum de­beant. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­de­ri fi­dei­com­mis­si one­re li­be­ra­tos. 1Ti­tius ne­po­tes ex fi­lia et fu­rio­sam fi­liam suam he­redes in­sti­tuit et fi­dei com­mi­sit fi­liae, ut, si si­ne li­be­ris de­ces­sis­set, pars ei da­ta per­ve­ni­ret ad co­he­redes: eam fu­rio­sam ip­se Ti­tius in ma­tri­mo­nio col­lo­ca­vit et eni­xa est fi­liam post mor­tem pa­tris. quae­si­tum est, de­func­ta fu­rio­sa su­per­sti­te ex eius­mo­di con­iunc­tio­ne par­ta fi­lia, an fi­dei­com­mis­sum ad co­he­redes per­ti­ne­ret. re­spon­dit, cum fi­liam re­li­quis­se pro­po­ne­re­tur, fi­dei­com­mis­sum non de­be­ri. Claudius: nam et­si ma­tri­mo­nium cum fu­rio­sa non fuit, sa­tis ta­men fac­tum est eius­mo­di con­di­cio­ni.

Idem lib. XX. Dig. Jemand, der seine Kinder beiderlei Geschlechts zu Erben eingesetzt hatte, bat jeden einzelnen von ihnen, dass derjenige, welcher ohne Kinder sterben würde, sein Erbtheil seiner Schwester und seinem Bruder herausgeben solle, oder wenn keiner von diesen mehr am Leben wäre, seiner Mutter, und setzte folgende Worte hinzu: ihr, lieben Kinder, sollt nach meinem Willen durch dieses Fideicommiss gegenseitig gebunden sein, bis ihr jeder zwei Kinder erzogen haben werdet. Hier entstand die Frage, ob, wenn einer der Kinder zwei Söhne erzeugt, dieselben ihn aber nicht überlebt haben, seine Erben das Fideicommiss zu entrichten bätten? Antwort: den vorliegenden Umständen nach erscheinen sie von der Last des Fideicommisses befreiet. 1Titius setzte seine Enkel von einer Tochter und seine wahnsinnige Tochter zu Erben ein, und überliess es der Treue der letztern, dafern sie ohne Kinder gestorben wäre, den ihr verliehenen Antheil an ihre Miterben gelangen zu lassen; Titius verheirathete die Wahnsinnige selbst, und sie genass einer Tochter nach des Vaters Tode. Hier fragte es sich, ob, wenn die Wahnsinnige gestorben sei, und eine aus solcher Ehe geborene Tochter sie überlebt habe, das Fideicommiss an die Miterben falle? Die Antwort lautete: da der Fall vorliegt, dass sie eine Tochter hinterlassen hat, so ist zu dem Fideicommiss keine Verpflichtung vorhanden. Claudius [setzt hinzu]: denn wenn auch mit einer Wahnsinnigen keine Ehe vollzogen werden konnte, so ist doch der Bedingung Genüge geleistet worden.

Dig. 46,7,20Scae­vo­la li­bro vi­cen­si­mo di­ges­to­rum. Cum apud Sem­pro­nium iu­di­cem da­tum reus de­fen­de­re­tur, sti­pu­la­tio­ne cau­tum est, ut, quod Sem­pro­nius iu­dex iu­di­cas­set, prae­sta­re­tur: a cu­ius sen­ten­tia pe­ti­tor ap­pel­la­vit et, cum apud com­pe­ten­tem ap­pel­la­tio­ni iu­di­cem res age­re­tur, de­fen­so­re con­dem­na­to quae­si­tum est, an sti­pu­la­tio com­mis­sa es­set. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non es­se iu­re com­mis­sam. Claudius: id­eo sti­pu­la­tio­ne ad­ici­tur: ‘qui­ve in eius lo­cum sub­sti­tu­tus erit’.

Scaevola lib. XX. Dig. Als bei dem [von der Obrigkeit] bestellten Richter Sempronius, der Beklagte, vertheidigt wurde, ist durch Stipulation Sicherheit bestellt worden, dass Das, was der Richter Sempronius durch das Urtheil entschieden hätte, geleistet werden sollte; gegen die Entscheidung desselben hat der Kläger appellirt, und, als die Sache bei dem rücksichtlich der Appellation competenten Richter verhandelt wurde, hat man gefragt, ob, wenn der Vertheidiger verurtheilt worden, die Stipulation verfallen wäre? [Scaevola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss sei sie dem Rechte nach nicht verfallen. Claudius66S. oben die Bem. zu l. 88. D. de solut. 46. 3. [bemerkt hierzu:] darum wird in der Stipulation hinzugefügt: Oder wer an die Stelle desselben gesetzt sein wird.