Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 36 übersetzt von Sintenis
Dig. XXXVI2,
Quando dies legatorum vel fideicommissorum cedat
Liber trigesimus sextus
II.

Quando dies legatorum vel fideicommissorum cedat

(Wenn eher der Verfalltag der Vermächtnisse oder Fideicommisse eintritt.)

1Pau­lus li­bro se­cun­do ad Sa­binum. Mor­tuo pa­tre, li­cet vi­vo pu­pil­lo, dies le­ga­to­rum a sub­sti­tu­to da­to­rum ce­dit.

1Paul. lib. II. ad Sabin. Wenn der Vater gestorben ist, so tritt der Verfalltag für die Vermächtnisse, deren Entrichtung er dem Substituirten seines unmündigen Sohnes aufgegeben hat, sogleich ein, wenn letzterer auch noch am Leben ist11Nämlich in sofern, dass der Vermächtnissinhaber ein jus quaesitum erhalten und es folglich auf ihre Erben übertragen, was natürlich erst dann realisirt wird, wenn der Substituirte wirklich zur Perception kommt..

2Ul­pia­nus li­bro quin­to de­ci­mo ad Sa­binum. Si pu­re sit usus fruc­tus le­ga­tus vel usus vel ha­bi­ta­tio, ne­que eo­rum dies an­te ad­itam he­redi­ta­tem ce­dit ne­que pe­ti­tio ad he­redem trans­it. idem et si ex die sit usus fruc­tus re­lic­tus:

2Ulp. lib. XV. ad Sabin. Wenn der Niessbrauch unbedingt vermacht worden ist, oder der Gebrauch, oder das Wohnen, so tritt der Verfalltag für deren Eintritt ebenso wenig vor dem Erbschaftsantritt ein, als das Klagerecht darauf auf den Erben übergeht; ingleichen wenn der Niessbrauch von einem bestimmten Tage an vermacht worden ist,

3Idem li­bro quin­to dis­pu­ta­tio­num. nam cum ad he­redem non trans­fe­ra­tur, frus­tra est, si an­te quis diem eius ce­de­re di­xe­rit.

3Idem lib. V. Disp. denn wenn er auf den Erben [selbst] nicht übertragen wird, so kommt gar nichts darauf an, dass sein Verfalltag früher eintrete.

4Idem li­bro no­no de­ci­mo ad Sa­binum. Si ‘cum he­res mo­rie­tur’ le­ge­tur, con­di­cio­na­le le­ga­tum est: de­ni­que vi­vo he­rede de­func­tus le­ga­ta­rius ad he­redem non trans­fert. si ve­ro ‘cum ip­se le­ga­ta­rius mo­rie­tur’ le­ge­tur ei, cer­tum est le­ga­tum ad he­redem trans­mit­ti.

4Idem lib. XIX. ad Sabin. Wenn ein Vermächtniss auf den Todesfall des Erben ausgesetzt wird, so ist dasselbe ein bedingtes, auch überträgt ein verstorbener Vermächtnissinhaber bei Lebzeiten des Erben dasselbe nicht auf seinen Erben. Wird hingegen dem Vermächtnissinhaber auf den Fall seines eigenen Todes etwas vermacht, so unterliegt die Uebertragung des Vermächtnisses auf den Erben keinem Zweifel.

5Idem li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Si post diem le­ga­ti ce­den­tem le­ga­ta­rius de­ces­se­rit, ad he­redem suum trans­fert le­ga­tum. 1Ita­que si pu­rum le­ga­tum sit, ex die mor­tis dies eius ce­dit: si ve­ro post diem sint le­ga­ta re­lic­ta, si­mi­li mo­do at­que in pu­ris dies ce­dit, ni­si for­te id fuit le­ga­tum, quod ad he­redem non trans­it: nam hu­ius dies non an­te ce­dit, ut pu­ta si usus fruc­tus sit post an­num re­lic­tus: hanc enim sen­ten­tiam pro­ba­mus. 2Sed si sub con­di­cio­ne sit le­ga­tum re­lic­tum, non prius dies le­ga­ti ce­dit quam con­di­cio fue­rit im­ple­ta, ne qui­dem si ea sit con­di­cio, quae in po­tes­ta­te sit le­ga­ta­rii. 3Sed si ea con­di­cio fuit, quam prae­tor re­mit­tit, sta­tim dies ce­dit: 4Idem­que et in im­pos­si­bi­li con­di­cio­ne, quia pro pu­ro hoc le­ga­tum ha­be­tur. 5Item si qua con­di­cio sit, quae per le­ga­ta­rium non stat quo mi­nus im­plea­tur, sed aut per he­redem aut per eius per­so­nam, in cu­ius per­so­na |tom. 2, folio 128’| ius­sus est pa­re­re con­di­cio­ni, dies le­ga­ti ce­dit, quon­iam pro im­ple­ta ha­be­tur: ut pu­ta si ius­sus sim he­redi de­cem da­re et il­le ac­ci­pe­re no­lit. sed et si ita mi­hi le­ga­tum sit, si Se­iam uxo­rem du­xe­ro, nec ea ve­lit nu­be­re, di­cen­dum erit diem le­ga­ti ce­de­re, quod per me non stat, quo mi­nus pa­ream con­di­cio­ni, sed per alium stat, quo mi­nus im­plea­tur con­di­cio. 6Is­dem au­tem die­bus, id est is­dem pen­sio­ni­bus he­redi prae­sta­bi­tur le­ga­tum, qui­bus le­ga­ta­rio ip­si prae­sta­ba­tur. 7Si, cum dies le­ga­ti ce­de­re in­ci­pe­ret, alie­ni quis iu­ris est, de­be­ri his le­ga­tum, quo­rum iu­ri fuit sub­iec­tus. et id­eo si pu­rum le­ga­tum fue­rit et post diem le­ga­ti ce­den­tem li­ber fac­tus est, apud do­mi­num le­ga­tum re­lin­quet: sed si usus fruc­tus fue­rit le­ga­tus, li­cet post mor­tem tes­ta­to­ris, an­te ad­itam ta­men he­redi­ta­tem sui iu­ris ef­fi­cia­tur, si­bi le­ga­tum ad­quirit.

5Idem lib. XX. ad Sabin. Wenn ein Vermächtnissinhaber nach dem Verfalltage des Vermächtnisses gestorben ist, so überträgt er das Vermächtniss auf seinen Erben. 1Ist dasselbe daher unbedingt, so tritt der Verfalltag mit dem Todestage des Testators ein; sind hingegen die Vermächtnisse nach einem bestimmten Tage erst gefällig hinterlassen worden, so tritt ihr Verfalltag ebenso wie bei unbedingten ein, es müsste denn ein Vermächtniss sein, das nicht auf den Erben übergeht, dessen Verfalltag tritt nicht eher ein, z. B. wenn der Niessbrauch nach einem Jahre hinterlassen worden ist; diese Meinung ist auch die unsrige. 2Wenn aber ein Vermächtniss unter einer Bedingung ausgesetzt worden ist, so tritt der Tag für das Vermächtniss nicht eher ein, als die Bedingung erfüllt ist, selbst dann nicht, wenn es eine in die Gewalt des Vermächtnissinhabers gegebene Bedingung ist. 3Ist die Bedingung von der Art, dass sie der Prätor erlässt, so tritt der Verfalltag sogleich ein. 4Dasselbe gilt von unmöglichen Bedingungen, weil hier das Vermächtniss für unbedingt gehalten wird. 5Ingleichen tritt der Verfalltag ein, wenn es eine Bedingung ist, deren Erfüllung nicht beim Vermächtnissinhaber steht, sondern entweder beim Erben, oder bei einer andern Person, in Betreff deren jenem geheissen ist, der Bedingung sich zu fügen, weil dieselbe für erfüllt erachtet wird; z. B. es ist mir anbefohlen, dem Erben zehn[tausend Sestertien] zu zahlen, und er will sie nicht nehmen. Auch wenn mir ein Vermächtniss ausgesetzt worden ist, dafern ich die Seja zur Frau genommen haben werde, und dieselbe mich nicht heirathen will, tritt der Verfalltag des Vermächtnisses ein, weil die Erfüllung der Bedingung nicht in meiner Gewalt steht, sondern die Nichterfüllung von einem Andern abhängt. 6Ganz zu denselben Zeitpuncten, d. h. in denselben Zahlungen, wie dem Vermächtnissinhaber selbst ein Vermächtniss gezahlt wird, wird es auch an den Erben [desselben] entrichtet. 7Wenn Jemand zu der Zeit, von wo ein Vermächtniss gefällig zu werden anfängt, fremden Rechtens ist, so muss das Vermächtniss an diejenigen entrichtet werden, deren Recht er unterworfen ist; ist daher das Vermächtniss ein unbedingtes gewesen, und [der Betheiligte] nach dem Eintritt des Verfalltages freigeworden, so wird er dasselbe bei seinem Herrn zurücklassen; ist hingegen der Niessbrauch vermacht worden, so erwirbt er, wenn er gleich erst nach des Testators Tode, jedoch vor dem Erbschaftsantritt freigelassen worden, das Vermächtniss für sich.

6Pau­lus li­bro ter­tio ad Sa­binum. Quod pu­re da­tum est si sub con­di­cio­ne ad­ima­tur, qua­si sub con­di­cio­ne le­ga­tum ha­be­tur. 1At si ex­trin­se­cus sus­pen­da­tur le­ga­tum, non ex ip­so tes­ta­men­to: li­cet an­te de­ce­dat le­ga­ta­rius, ad he­redem trans­mis­sis­se le­ga­tum di­ci­mus: vel­uti si rem do­ta­lem ma­ri­tus le­ga­ve­rit ex­te­ro et uxo­ri ali­quam pro do­ta­li re pe­cu­niam, de­in­de de­li­be­ran­te uxo­re de elec­tio­ne do­tis de­ces­se­rit le­ga­ta­rius at­que le­ga­tum ele­ge­rit mu­lier, ad he­redem trans­ire le­ga­tum dic­tum est. id­que et Iu­lia­nus re­spon­dit: ma­gis enim mo­ra quam con­di­cio le­ga­to in­iec­ta vi­de­tur. 2Eo­rum le­ga­to­rum, quae in co­di­cil­lis re­lic­ta sunt, per­in­de dies ce­dit at­que tes­ta­men­to re­lic­to­rum.

6Paul. lib. III. ad Sabin. Wenn ein unbedingt ertheiltes Vermächtniss unter einer Bedingung genommen wird, so wird es einem bedingt ertheilten gleich geachtet. 1Wenn aber das Vermächtniss durch eine von aussenher kommende Ursache einem Aufschub unterworfen wird, und nicht aus dem Testamente, so geht dasselbe auf den Erben [des Vermächtnissinhabers] über, wenn der Vermächtnissinhaber selbst auch früher stirbt, z. B. wenn der Ehemann einem Fremden ein Mitgiftsstück vermacht hat, und der Ehefrau für dasselbe eine Summe Geldes; wenn hier der Vermächtnissinhaber, während dass sich die Frau über die Wahl der Mitgift bedenkt, mit Tode abgegangen ist, und die Frau nachher das Vermächtniss gewählt hat, so ist ausgesprochen worden, dass das Vermächtniss auf den Erben übergehe, und dafür hat sich Julianus auch erklärt; denn hier erscheint dem Vermächtniss vielmehr eine Verzögerung widerfahren, als eine Bedingung gestellt zu sein. 2Der Verfalltag für in einem Codicill ausgesetzte Vermächtnisse tritt ebenso ein, wie für die in einem Testamente ausgesetzten.

7Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. He­redis ad­itio mo­ram le­ga­ti qui­dem pe­ti­tio­ni fa­cit, ces­sio­ni diei non fa­cit. 1Pro­in­de si­ve pu­re in­sti­tu­tus tar­dius ad­eat si­ve sub con­di­cio­ne per con­di­cio­nem im­pe­dia­tur, le­ga­ta­rius se­cu­rus est. 2Sed et si non­dum na­tus sit he­res in­sti­tu­tus aut apud hos­tes sit, si­mi­li­ter le­ga­ta­rio non no­ce­bit, eo quod dies le­ga­ti ces­sit. 3In­de di­ci­mus et si a sub­sti­tu­to le­ga­tum sit re­lic­tum, quam­diu in­sti­tu­tus de­li­be­rat de­func­to le­ga­ta­rio non no­ce­bit, si post­ea he­res in­sti­tu­tus re­pu­dia­vit: nam ad he­redem suum trans­tu­lit pe­ti­tio­nem. 4Tan­tun­dem et si ab im­pu­be­ris sub­sti­tu­to le­ge­tur: nam ad he­redem suum le­ga­tum trans­fert. 5Trac­ta­ri ta­men pot­est, si im­pu­be­ri sub­sti­tu­tus dam­na­tus sit, si in­tra pu­ber­ta­tem fi­lius de­ces­se­rit, Se­io cen­tum da­re, an vi­vo pu­pil­lo de­func­tus Se­ius ad he­redem trans­fe­rat, qua­si ea con­di­cio sit ex­pres­sa, quae in­erat. et ma­gis est ad he­redem le­ga­ta­rii trans­ire. 6In­ter­dum ad­itio he­redis le­ga­tis mo­ram fa­cit, ut pu­ta si for­te ser­vo ma­nu­mis­so vel ei cui ser­vus le­ga­tus est et id­eo ser­vo ali­quid le­ga­tum sit: nam ser­vo le­ga­ti re­lic­ti an­te ad­itam he­redi­ta­tem dies non ce­dit.

7Ulp. lib. XX. ad Sabin. Der Antritt des Erben stellt zwar der Forderung des Vermächtnisses eine Verzögerung entgegen, nicht aber dem Verfalltage desselben. 1Es mag daher ein unbedingt eingesetzter Erbe später antreten, oder ein bedingt eingesetzter durch die Bedingung gehindert werden, der Vermächtnissinhaber ist sicher. 2Ebensowenig wird es dem Vermächtnissinhaber schaden, wenn der eingesetzte Erbe noch nicht geboren, oder in feindlicher Gewalt ist; weil der Verfalltag des Vermächtnisses eingetreten ist. 3Daher sagen wir auch, dass, wenn einem Substituirten die Entrichtung eines Vermächtnisses auferlegt worden sei, dem Vermächtnissinhaber, so lange sich der eingesetzte Erbe bedenkt, kein Schaden entstehen wird, wenn der Letztere nachher die Erbschaft ausgeschlagen hat; denn er hat sein Forderungsrecht auf seinen Erben übertragen. 4Ganz ebenso ist es, wenn dem Substituirten eines Unmündigen die Entrichtung eines Vermächtnisses auferlegt wird; denn er überträgt das Vermächtniss auf seinen Erben. 5Doch kann Zweifel in dem Fall entstehen, ob, wenn dem Substituirten eines Unmündigen auferlegt worden ist, dafern der Sohn [des Testators] während der Unmündigkeit versterben sollte, dem Sejus hundert[tausend Sestertien] zu geben, der noch bei Lebzeiten des Unmündigen mit Tode abgegangene Sejus dies auf seinen Erben übertrage, als sei das in jener Verfügung Enthaltene eine wirkliche Bedingung? Doch spricht mehr für den Uebergang auf den Erben. 6Zuweilen unterwirft der Erbschaftsantritt die Vermächtnisse einer Verzögerung, z. B. wenn einem freigelassenen Sclaven, oder demjenigen, dem ein Sclav vermacht worden, und22Das ideo hinter et ist wohl nach der Note zu unserm Text zu streichen? dem Sclaven etwas vermacht worden ist; denn für den Sclaven tritt vor dem Erbschaftsantritt der Verfalltag des ausgesetzten Vermächtnisses nicht ein;

8Idem li­bro vi­ce­si­mo quar­to ad Sa­binum. Nam cum li­ber­tas non prius com­pe­tat quam ad­ita he­redi­ta­te, ae­quis­si­mum vi­sum est nec le­ga­ti diem an­te ce­de­re: alio­quin in­uti­le fie­ret le­ga­tum, si dies eius ces­sis­set an­te­quam li­ber­tas com­pe­te­ret. quod eve­nit, si ser­vo pu­re le­ge­tur et li­ber es­se sub con­di­cio­ne iu­bea­tur et pen­dens con­di­cio in­ve­nia­tur et post ad­itam he­redi­ta­tem.

8Idem lib. XXIV. ad Sabin. denn wenn die Freiheit nicht vor dem Erbschaftsantritt zuständig wird, so ist es höchst billig befunden worden, dass der Verfalltag des Fideicommisses auch nicht eher eintrete, weil sonst das Vermächtniss ungültig werden würde, wenn sein Verfalltag früher eingetreten, als die Freiheit zuständig geworden wäre, dies tritt auch dann ein, wenn dem Sclaven unbedingt vermacht worden, und er unter einer Bedingung frei zu sein geheissen wird, und diese nach Autritt der Erbschaft noch obschwebend ist.

9Idem li­bro vi­cen­si­mo pri­mo ad Sa­binum. Si ha­bi­ta­tio fi­lio fa­mi­lias vel ser­vo le­ga­ta sit, pu­to non ad­quiri do­mi­no vel pa­tri le­ga­tum, si an­te ad­itam he­redi­ta­tem fi­lius vel ser­vus de­ces­se­rit: nam cum per­so­nae co­hae­reat, rec­te di­ci­tur an­te ad­itam he­redi­ta­tem diem non ce­de­re.

9Idem lib. XXI. ad Sabin. Wenn einem Haussohne oder Sclaven das Wohnen vermacht worden ist, so wird nach meiner Ansicht das Vermächtniss für den Vater und Herrn nicht erworben, wenn der Sohn oder der Sclav vor dem Erbschaftsantritt gestorben ist; denn da dasselbe an die Person gebunden ist, so ist es richtig, dass der Verfalltag vor dem Antritt der Erbschaft nicht eintrete.

10|tom. 2, folio 129| Idem li­bro vi­ce­si­mo ter­tio ad Sa­binum. Cum in an­nos sin­gu­los le­ga­tur, non unum le­ga­tum es­se, sed plu­ra con­stat.

10Idem lib. XXIII. ad Sabin. Wenn ein alljährlich zu entrichtendes Vermächtniss ausgesetzt wird, so ist dies nicht ein einziges Vermächtniss, sondern gilt für mehrere.

11Iu­lia­nus li­bro tri­ge­si­mo sep­ti­mo di­ges­to­rum. (nec re­fert, sin­gu­li au­rei in an­nos sin­gu­los le­gen­tur an in an­num pri­mum mil­le au­rei, in se­cun­dum ho­mo, in ter­tium fru­men­tum)

11Julian lib. XXXVII. Dig. Es ist auch einerlei, ob auf jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Goldstücken, oder auf das erste Jahr tausend Goldstücke, auf das zweite ein Sclav, und auf das dritte Getreide vermacht worden ist,

12Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ter­tio ad Sa­binum. nec se­mel diem eius ce­de­re, sed per sin­gu­los an­nos. 1Sed utrum in­itio cu­ius­que an­ni an ve­ro fi­ni­to an­no ce­dat, quaes­tio­nis fuit. et La­beo Sa­b­inus et Cel­sus et Cas­sius et Iu­lia­nus in om­ni­bus, quae in an­nos sin­gu­los re­lin­quun­tur, hoc pro­ba­ve­runt, ut in­itio cu­ius­que an­ni hu­ius le­ga­ti dies ce­de­ret. 2In­de Iu­lia­nus ait, hoc le­ga­tum si ser­vo re­lin­qua­tur, de­in­de post pri­mum vel al­te­rum an­num sit li­ber, si­bi eum ad­quire­re. 3Item Cel­sus scri­bit, quod et Iu­lia­nus pro­bat, hu­ius le­ga­ti diem ex die mor­tis ce­de­re, non ex quo ad­ita est he­redi­tas, et si for­te post mul­tos an­nos ad­ea­tur he­redi­tas, om­nium an­no­rum le­ga­ta­rio de­be­ri. 4Sed et si quot­an­nis sit le­ga­tum, mi­hi vi­de­tur et­iam in hoc in­itium cu­ius­que an­ni spec­tan­dum, ni­si for­te evi­dens sit vo­lun­tas tes­ta­to­ris in an­nuas pen­sio­nes id­eo di­vi­den­tis, quon­iam non le­ga­ta­rio con­sul­tum, sed he­redi pro­spec­tum vo­luit, ne ur­gue­re­tur ad so­lu­tio­nem. 5Si in ha­bi­ta­tio­nem ali­quid vel in dis­ci­pli­nam le­ge­tur sic ‘an­nua’ vel ‘quot­an­nis’, qui­bus die­bus pen­sio de­be­tur ha­bi­ta­tio­nis vel mer­ces dis­ci­pli­na­rum, is­dem in­tel­le­gi­tur le­ga­tum re­lic­tum, con­iec­tu­ra vo­lun­ta­tis fac­ta. 6No­vis­si­me Pom­po­nius scri­bit ni­hil in­ter­es­se, utrum ‘in an­nos sin­gu­los’ vel ‘quot­an­nis’ an ‘in sin­gu­los men­ses’ vel ‘quot men­si­bus’ an ‘in sin­gu­los dies’ vel ‘quot die­bus’ le­ge­tur. ip­se quo­que huic sen­ten­tiae ac­ce­do: pro­in­de et si ‘an­nui’ le­gen­tur tot au­rei, idem erit di­cen­dum. 7Si cui ho­mo ge­ne­ra­li­ter sit le­ga­tus et an­te­quam vin­di­cet de­ces­se­rit, ad he­redem suum le­ga­tum trans­fert. 8Si Ti­tio sit sic le­ga­tum ‘quem Se­ius ele­ge­rit’ et Se­ius post elec­tio­nem de­ces­se­rit, lo­cus est vin­di­ca­tio­ni se­mel ad­quisi­tae.

12Ulp. lib. XXIII. ad Sabin. und es tritt der Verfalltag dafür nicht einmal, sondern mit den einzelnen Jahren ein. 1Es ist aber darüber Frage erhoben worden, ob dieser mit dem Anfang eines jeden Jahres, oder mit dessen Ablauf eintrete? Labeo, Sabinus, Celsus, Cassius und Julianus haben sich in Ansehung aller Leistungen, deren Entrichtung auf einzelne Jahre letztwillig ausgesetzt worden, dahin ausgesprochen, dass der Verfalltag für ein solches Vermächtniss mit dem Anfange eines jeden Jahres eintrete. 2Daher, sagt Julianus, dass, wenn dieses Vermächtniss einem Sclaven ausgesetzt, und derselbe nach dem ersten oder zweiten Jahre [z. B.] frei geworden ist, er dasselbe für sich erwerbe. 3Ingleichen schreibt Celsus, womit Julianus auch übereinstimmt, dass der Verfalltag für ein solches Vermächtniss mit dem Todestage [des Testators] eintrete, und nicht erst mit dem, wo die Erbschaft angetreten worden ist; und wenn daher dieselbe erst nach vielen Jahren angetreten werde, so müssen sie dem Vermächtnissinhaber von allen Jahren entrichtet werden. 4Auch wenn aber ein Vermächtniss alljährlich ausgesetzt ist, scheint mir der Anfang eines jeden Jahres berücksichtigt werden zu müssen, ausser wenn der Wille des Testators in sofern klar am Tage liegt, dass er [das Vermächtniss] in jährliche Zahlungen nicht darum vertheilt habe, um dem Vermächtnissinhaber damit einen Vortheil zu stiften, sondern er dem Erben damit habe einen Vortheil stiften wollen, damit er nicht zur Zahlung gedrängt werde33In diesem Fall also ist nur ein einziges Vermächtniss vorhanden, das in Terminen gezahlt wird, s. Westphal S. 646.. 5Wenn etwas zum Wohnen oder zum Unterricht mit dem Zusatz vermacht wird: jährlich, oder alle Jahre, so wird das Vermächtniss, nach vermutheter Auslegung des Willens des Testators, zu denselben Zeitpuncten als hinterlassen betrachtet, zu welchen für das Wohnen oder den Unterricht die Zahlungen [jedesmal] gefällig werden. 6Zuletzt schreibt auch Pomponius, es sei ganz einerlei, ob etwas alljährlich, oder auf einzelne Jahre, oder monatlich, oder auf einzelne Monate, oder täglich oder auf einzelne Tage vermacht werde; ich trete dieser Meinung auch bei; und wenn daher jährlich so und soviel Goldstücke vermacht werden, so wird auch dasselbe gelten. 7Ist Jemandem im Allgemeinen ein Sclav vermacht worden, und derselbe, bevor er ihn in Anspruch genommen, mit Tode abgegangen, so überträgt er das Vermächtniss auf seinen Erben. 8Wenn dem Titius in der Art ein Sclav vermacht worden ist: den Sejus gewählt haben würde, und Sejus nach getroffener Wahl gestorben ist, so findet der einmal erworbene Anspruch Statt.

13Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Hu­ius­mo­di le­ga­tum: ‘si­ve il­lud fac­tum fue­rit si­ve non fue­rit, il­li do le­go’, ad he­redem non trans­it, ni­si al­ter ca­sus vi­vo le­ga­ta­rio ex­sti­te­rit, quon­iam cau­sa, ex qua de­bea­tur, prae­ce­de­re sem­per de­bet. nec, quia cer­tum est al­ter­utrum fu­tu­rum, om­ni­mo­do de­be­bi­tur: nam ta­le le­ga­tum: ‘cum mo­rie­tur, he­res da­to’ cer­tum est de­bi­tum iri et ta­men ad he­redem le­ga­ta­rii non trans­it, si vi­vo he­rede de­ce­dat.

13Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ein Vermächtniss folgender Art: ich gebe und vermache dem und dem, wenn das und das geschehen sein wird oder nicht, geht nicht auf den Erben über, wenn nicht einer von beiden Fällen bei Lebzeiten des Vermächtnissinhabers eingetreten ist, weil der Grund, aus dem die Verpflichtung entspringt, immer vorangehen muss, und durch die Gewissheit, dass das Eine oder das Andere geschehen werde, die Verpflichtung nicht zur unbedingten wird. Denn ein Vermächtniss wie folgendes: wenn mein Erbe stirbt, soll er ihm geben, hat zwar die Gewissheit für sich, dass die Verpflichtung dereinst dazu eintreten werde, geht aber doch nicht auf des Vermächtnissinhabers Erben über, wenn ersterer bei Lebzeiten des Erben stirbt.

14Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo quar­to ad Sa­binum. Si usus fruc­tus aut de­cem, utrum le­ga­ta­rius vo­lue­rit, sint le­ga­ta, utrum­que spec­tan­dum et mor­tem tes­ta­to­ris et ad­itio­nem he­redi­ta­tis, mor­tem prop­ter de­cem, ad­itio­nem prop­ter usum fruc­tum: quam­vis enim elec­tio sit le­ga­ta­rii, ta­men non­dum elec­tio­ni lo­cus es­se pot­est, cum pro­po­na­tur aut non­dum tes­ta­to­rem de­ces­sis­se aut eo mor­tuo he­redi­tas non­dum ad­ita. 1In­de quae­rit Iu­lia­nus, si post mor­tem tes­ta­to­ris le­ga­ta­rius de­ce­dat, an ad he­redem trans­fe­rat de­cem le­ga­tum, et li­bro tri­gen­si­mo sep­ti­mo di­ges­to­rum scri­bit pos­se di­ci de­cem trans­tu­lis­se, quia mor­tuo le­ga­ta­rio dies le­ga­ti ce­dit. ar­gu­men­tum Iu­lia­nus pro sen­ten­tia sua ad­fert ta­le: ‘Se­iae de­cem aut, si pe­pe­re­rit, fun­dum he­res meus da­to’: nam si, an­te­quam pa­riat, in­quit, de­ces­se­rit, ad he­redem suum de­cem trans­mit­tet. 2Si ita quis le­ga­ve­rit fi­lio fa­mi­lias, ut ip­si sol­va­tur, pot­est pro­ce­de­re le­ga­tum nec im­pu­ta­ri he­redi, cur non pa­tri, sed po­tius fi­lio sol­vat: fin­ge enim hoc no­mi­na­tim ex­pres­sum ‘ita ut fi­lio |tom. 2, folio 129’| sol­vat’: cer­te si pa­ter pe­tat, ex­cep­tio­ne erit re­pel­len­dus. 3Si dies le­ga­ti ces­se­rit, de­in­de le­ga­ta­rius in ius alie­num per­ve­nit, ip­si po­tius de­be­tur le­ga­tum, in cu­ius ip­se ius per­ve­nit: trans­eunt enim cum eo, quae ei de­be­ban­tur. sed si sub con­di­cio­ne fue­rit le­ga­tum, non trans­it, sed ex­spec­ta­bit con­di­cio­nem ei­que ad­quire­tur, cu­ius iu­ris erit con­di­cio­nis ex­is­ten­tis tem­po­re: quod si sui iu­ris fue­rit eo tem­po­re, si­bi po­tius ad­quiret.

14Ulp. lib. XXIV. ad Sabin. Wenn der Niessbrauch oder zehn[tausend Sestertien], je nach des Testators Wahl, vermacht worden sind, so muss Beides, der Tod des Testators und der Erbschaftsantritt abgewartet werden; der Tod, wegen der zehn[tausend Sestertien], der Erbschaftsantritt wegen des Niessbrauches. Denn wenn auch dem Vermächtnissinhaber die Wahl zusteht, so kann [für den Augenblick] doch dieselbe noch nicht Statt finden, so lange die Sache so beschaffen ist, dass entweder der Testator noch nicht gestorben, oder er zwar gestorben, die Erbschaft aber noch nicht angetreten worden ist. 1Daher erhebt Julianus die Frage, ob, wenn der Vermächtnissinhaber nach des Testators Tode gestorben sei, das Vermächtniss der zehn[tausend Sestertien] auf den Erben übergehe? und schreibt im siebenunddreissigsten Buche seiner Digesten, man könne dies bejahen, weil der Verfalltag nach dem Ableben des Vermächtnissinhabers eingetreten ist; als Beweisgrund führt Julianus für seine Meinung folgendes Beispiel an: der Seja soll mein Erbe zehn[tausend Sestertien] oder, wenn sie geboren haben wird, ein Landgut geben; denn, sagt er, ist sie gestorben, ehe sie geboren hat, so wird sie die Zehn[tausend] auf ihren Erben übertragen. 2Wenn Jemand einem Haussohn ein Vermächtniss in der Art aussetzt, dass ihm selbst Zahlung geleistet werden soll, so kann das Vermächtniss von Statten gehen, und dem Erben nicht zur Last gelegt werden, warum er es an den Sohn und nicht an den Vater gezahlt habe; denn man nehme an, dass es namentlich ausgedrückt sei, es solle an den Sohn Zahlung geleistet werden, wenn hier der Vater dieselbe verlangen wollte, so würde er mittelst einer Einrede abgewiesen werden. 3Wenn der Verfalltag eines Vermächtnisses eingetreten und der Vermächtnissinhaber nachher unter eines Andern Recht gekommen ist, so muss das Fideicommiss vielmehr an Den entrichtet werden, in dessen Recht er selbst getreten ist, denn es geht dahin mit ihm Alles über, worauf er ein Recht hatte; war hingegen das Vermächtniss an eine Bedingung gebunden, so geht es nicht über, sondern hier wird die Bedingung abgewartet und dasselbe für Den erworben, dessen Rechtens er zur Zeit des Eintritts der Bedingung sein wird; ist er zu dieser Zeit eigenen Rechtens gewesen, so wird er dasselbe für sich selbst erwerben.

15Idem li­bro quin­to dis­pu­ta­tio­num. Si ita es­set li­be­ris fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum, si mor­te pa­tris sui iu­ris es­sent ef­fec­ti, nec mor­ta­li­ta­te pa­tris, sed em­an­ci­pa­tio­ne pa­tres fa­mi­lia­rum con­sti­tu­ti sint, de­be­ri eis fi­dei­com­mis­sum ne­mo du­bi­ta­ve­rit diem­que eius em­an­ci­pa­tio­ne ces­sis­se, qui mor­te pa­tris ce­de­ret.

15Idem lib. V. Disp. Wenn Kindern ein Fideicommiss dergestalt hinterlassen worden ist, wenn sie zur Zeit des Todes des Vaters eigenen Rechtens geworden sein würden, und sie nicht durch Ableben des Vaters, sondern durch Entlassung aus der Gewalt eigenen Rechtens geworden sind, so wird Niemand zweifeln, dass ihnen das Fideicommiss entrichtet werden müsse, und der Verfalltag dafür durch die Entlassung aus der Gewalt eingetreten sei, der mit des Vaters Tode ebenfalls eintreten würde.

16Iu­lia­nus li­bro tri­gen­si­mo quin­to di­ges­to­rum. Cum ita le­ga­tum est: ‘Sti­chum vel quod ex Pam­phi­la na­tum erit he­res meus da­to’, non an­te le­ga­ti eius ce­det, quam ali­quid ex Pam­phi­la na­tum fue­rit aut cer­tum fue­rit nas­ci non pos­se. 1Cum ser­vo le­ga­to, an­te­quam he­redi­tas eius qui le­ga­ve­rat ad­ire­tur, usus fruc­tus ab alio le­ga­tus fue­rit et prior he­redi­tas eius, qui usum fruc­tum le­ga­ve­rit, ad­ita fue­rit: nul­la ra­tio est, cur diem le­ga­ti ce­de­re ex­is­ti­me­mus, an­te­quam ea quo­que he­redi­tas, ex qua ser­vus le­ga­tus erat, ad­ea­tur, cum ne­que in prae­sen­tia ul­lum emo­lu­men­tum he­redi­ta­ti ad­quira­tur et, si in­ter­im ser­vus mor­tuus fue­rit, le­ga­tum ex­tin­gua­tur. qua­re ad­ita he­redi­ta­te ex­is­ti­man­dum est usum fruc­tum ad eum, cu­ius ser­vus le­ga­tus es­set, per­ti­ne­re. 2Quod si ser­vus, cui usus fruc­tus le­ga­tus fue­rit, ip­se le­ga­tus non fue­rit, di­cen­dum est usum fruc­tum ad he­redi­ta­tem per­ti­ne­re, eo quod dies eius an­te ad­itam he­redi­ta­tem non ces­se­rit.

16Julian. lib. XXXV. Dig. Wenn ein Vermächtniss so lautet: den Stichus, oder das geboren werdende Kind der Pamphila soll mein Erbe geben, so tritt der Verfalltag für dieses Vermächtniss nicht eher ein, als bis die Pamphila geboren hat, oder es zur Gewissheit wird, dass dies nicht geschehen könne. 1Wenn einem vermachten Sclaven, bevor dessen Nachlass, der ihn vermacht hat, angetreten worden, von einem Andern der Niessbrauch vermacht, und der Nachlass des letztern früher angetreten worden ist, so ist kein Grund vorhanden, der zu dem Schluss berechtigte, dass der Verfalltag des Vermächtnisses eingetreten sei, bevor nicht auch derjenige Nachlass angetreten worden, aus dem der Sclav selbst vermacht worden ist, indem für den Augenblick der Erbschaft auch kein Vortheil [durch das Vermächtniss] erworben werden und das Vermächtniss erlöschen kann, wenn der Sclav mittlerweile stirbt; man kann daher, erst wenn die Erbschaft angetreten worden, annehmen, dass der Niessbrauch dem zufalle, dem44Cui ist dem Florentinischen cujus vorzuziehen, s. Brencmanns Bemerk. in der Göttinger C. J.-Ausgabe. der Sclav vermacht worden ist. 2Ist aber der Sclav, dem der Niessbrauch vermacht worden, selbst nicht vermacht worden, so gehört der Niessbrauch zur Erbschaft; weil der Verfalltag desselben vor dem Erbschaftsantritt nicht eingetreten ist.

17Idem li­bro tri­gen­si­mo sex­to di­ges­to­rum. Cum le­ga­to ser­vo ali­quid le­ga­tur, dies eius le­ga­ti quod ser­vo da­tur non mor­tis tem­po­re, sed ad­itae he­redi­ta­tis ce­dit: et id­eo im­pe­d­imen­to non est re­gu­la iu­ris, quo mi­nus ma­nu­mis­so le­ga­tum de­bea­tur, quia et­si con­fes­tim pa­ter fa­mi­lias mo­re­re­tur, non in eius­dem per­so­nam et emo­lu­men­tum le­ga­ti et ob­li­ga­tio iu­ris con­cur­re­ret. per­in­de igi­tur est hoc, de quo quae­ri­tur, ac si fi­lio he­rede in­sti­tu­to pa­tri le­ga­tum es­set: quod con­sis­te­re in­tel­le­gi­tur eo, quod, quam­vis sta­tim pa­ter fa­mi­lias mo­ria­tur, pot­est em­an­ci­pa­tus ad­ire he­redi­ta­tem, ut pa­tri le­ga­tum de­beat.

17Idem lib. XXXVI. Dig. Wenn einem vermachten Sclaven selbst etwas vermacht wird, so tritt der Verfalltag des letztern nicht mit dem Todestage, sondern mit dem des Erbschaftsantritts ein; daher steht auch die [Catonianische] Rechtsregel nicht im Wege, so dass ihm, wenn er [unterdessen] freigelassen worden, das Vermächtniss nicht verschuldet würde, weil, wenn der Hausvater auch gleich mit Tode abgegangen wäre, der Vortheil aus dem Vermächtniss und die Verbindlichkeit des Rechtes nicht in einer Person55Der des erben. zusammengetroffen sein würde66Eben weil hierzu erst der Erbschaftsantritt erforderlich ist.. Der hier in Rede stehende Fall ist also gerade ebenso, wie wenn ein Sohn von einem Dritten zum Erben eingesetzt, und dessen Vater ein Vermächtniss ansgesetzt worden wäre, indem dieses letztere darum als von Bestand erachtet wird, weil, wenn auch der Testator gleich stirbt, [der Sohn] dennoch als aus der Gewalt Entlassener die Erbschaft antreten kann, so dass dann dem Vater das Vermächtniss verschuldet wird77Was ohne dies darum der Fall nicht sein würde, weil anzunehmen wäre, dass es sich der Vater selbst zahlen solle, mithin es ungültig sein würde..

18Idem li­bro tri­gen­si­mo sep­ti­mo di­ges­to­rum. Is cui ita le­ga­tum est ‘quan­do­que li­be­ros ha­bue­rit’ si prae­gna­te uxo­re re­lic­ta de­ces­se­rit, in­tel­le­gi­tur ex­ple­ta con­di­cio­ne de­ces­sis­se et le­ga­tum va­le­re, si ta­men pos­tu­mus na­tus fue­rit.

18Idem lib. XXXVII. Dig. Derjenige, dem ein Vermächtniss unter der Bedingung vermacht worden ist: wann er Kinder haben würde, wird, wenn er mit Hinterlassung einer schwangern Frau gestorben, so angesehen, als sei er nach Erfüllung der Bedingung gestorben, und das Vermächtniss gilt, sobald ein Nachgeborener wirklich geboren worden ist.

19Idem li­bro sep­tua­gen­si­mo di­ges­to­rum. Cum si­ne prae­fi­ni­tio­ne tem­po­ris le­ga­tum ita da­tum fue­rit: ‘uxo­ri meae pe­num he­res da­to: si non de­de­rit, cen­tum da­to’, unum le­ga­tum in­tel­le­gi­tur cen­tum et sta­tim pe­ti pot­est, pe­no­ris au­tem cau­sa eo tan­tum per­ti­net, ut an­te li­tem con­tes­ta­tam tra­di­ta pe­no he­res li­be­re­tur. 1Quod si ita scrip­tum sit ‘si pe­num in­tra ka­len­das non de­de­rit, cen­tum da­to’, non ef­fi­ci­tur, ut duo le­ga­ta sint, sed ut cen­tum le­ga­ta sub con­di­cio­ne vi­dean­tur: id­cir­co si uxor an­te ka­len­das de­ces­se­rit, he­redi suo ne­que pe­num re­lin­quet, quia le­ga­ta non est, ne­que cen­tum, quia dies le­ga­ti ces­se­rit ne­ces­se est le­ga­ta­ria vi­va. 2Sta­tim dies mi­hi ce­dit, |tom. 2, folio 130| cum ab eo mi­hi fi­dei­com­mis­sum da­tum est, cui sub con­di­cio­ne le­ga­tum est, quem­ad­mo­dum si he­rede in­sti­tu­to sub con­di­cio­ne pu­re mi­hi le­ge­tur. 3Si de­bi­to­ri quod sub con­di­cio­ne de­bet le­ga­tum est, prae­sens le­ga­tum est agi­que ex tes­ta­men­to sta­tim pot­est, ut li­be­ra­tio prae­ste­tur, et, si post mor­tem tes­ta­to­ris de­ces­se­rit, ad he­redem trans­mit­tit ac­tio­nem. 4Haec di­cen­da erunt et si non ip­si de­bi­to­ri, sed alii cui­li­bet si­mi­li­ter le­ga­tum es­se pro­po­na­tur.

19Idem lib. LXX. Dig. Wenn ein Vermächtniss ohne Vorherbestimmung der Zeit dergestalt ausgesetzt worden ist: meiner Gattin soll mein Erbe den Vorrath an Speisen und Getränken geben, wo nicht, so soll er ihr hundert[tausend Sestertien] geben, so wird ein einziges Vermächtniss zum Betrage der letztern Summe angenommen, und kann sofort klagend gefordert werden; denn was den Vorrath an Speise und Getränke selbst betrifft, so befreiet nur dessen vor der Einleitung des Verfahrens geschehene Uebergabe den Erben. 1Hiess es aber so: wenn er den Vorrath an Speisen und Getränke bis zum ersten nächsten Monats nicht gegeben haben wird, so soll er hundert[tausend Sestertien] zahlen, so werden daraus nicht zwei Vermächtnisse, sondern die letztgedachte Summe erscheint unter einer Bedingung vermacht; wenn daher die Ehefrau vor dem ersten nächsten Monats gestorben ist, so wird sie ihrem Erben weder den Vorrath an Speisen und Getränken hinterlassen, weil dieser nicht vermacht worden ist, noch die hundert[tausend Sestertien], weil der Verfalltag des Vermächtnisses noch nicht88Ich kann, trotz Sammets (Opusc. p. 174.) Protestationen, nicht umhin, hier das non des Haloand. und der Vulgata, was bedeutende kritische Autoritäten für sich hat (s. Duarens Marg. Note bei Russardus), mit Jauch, l. l. p. 267., für unerlässlich zu halten; Sammets Erklärung ist einerseits so unverständlich, und andererseits so geschraubt, dass es am Ende nicht so gefährlich wäre, sich hier mit einem willkürlichen non zu helfen, wenn dies nicht sonst gerechtfertigt wäre, als mit Sammet zu interpretiren. Westphal S. 310. will quin durch quasi erklären; dies liefe dem Sinne nach auf eine Negation hinaus, ist aber unzulässig. Jensius Strictur. p. 394. ist übrigens ganz der Meinung des Jauch, und nicht der entgegengesetzten, wie Westphal glauben machen will; man schlage nur das Buch nach und lese! eingetreten ist. 2Wenn mir von Jemandem ein Fideicommiss entrichtet werden soll, dem ein Vermächtniss unter einer Bedingung ausgesetzt worden ist, so ist mir unbedingt vermacht, gleich wie wenn der Erbe unter einer Bedingung eingesetzt worden wäre. 3Wenn dem Schuldner dasjenige, was er unter einer Bedingung verschuldet, erlassen worden ist, so ist das Vermächtniss sofort gefällig, und es kann sofort auf Gewährung des Erlasses Klage aus dem Testamente erhoben werden; und wenn er nach des Testators Tode gestorben ist, so überträgt er die Klage auf seinen Erben. 4Dies gilt auch, wenn irgend einem Andern dieses Vermächtniss ausgesetzt worden ist, und nicht blos dem Schuldner selbst.

20Mar­cia­nus li­bro sex­to in­sti­tu­tio­num. Si cum prae­fi­ni­tio­ne an­no­rum le­ga­tum fue­rit, vel­uti ‘Ti­tio de­na us­que ad an­nos de­cem’, Iu­lia­nus li­bro tri­gen­si­mo di­ges­to­rum scri­bit in­ter­es­se: et si qui­dem ali­men­to­rum no­mi­ne le­ga­tum fue­rit, plu­ra es­se le­ga­ta et fu­tu­ro­rum an­no­rum le­ga­tum le­ga­ta­rium mor­tuum ad he­redem non trans­mit­te­re: si ve­ro non pro ali­men­tis le­ga­vit, sed in plu­res pen­sio­nes di­vi­sit ex­one­ran­di he­redis gra­tia, hoc ca­su ait om­nium an­no­rum unum es­se le­ga­tum et in­tra dec­en­nium de­ce­den­tem le­ga­ta­rium et­iam fu­tu­ro­rum an­no­rum le­ga­tum ad he­redem suum trans­mit­te­re: quae sen­ten­tia ve­ra est.

20Marcian. lib. VI. Inst. Wenn ein Vermächtniss mit Bestimmung der Jahre ausgesetzt worden ist, z. B. dem Titius jährlich zehn[tausend Sestertien] auf zehn Jahr, so, schreibt Julianus im dreissigsten Buche der Digesten, sei ein Unterschied zu machen; sei nämlich dasselbe zu Alimenten ausgesetzt, so seien mehrere Vermächtnisse vorhanden, und es übertrage in diesem Fall der [binnen jener Zeit] verstorbene Vermächtnissinhaber das Vermächtniss für die noch kommenden Jahre auf seinen Erben nicht; habe er es aber nicht zu Alimenten ausgesetzt, sondern dasselbe nur zur Erleichterung für den Erben in mehrere Theilzahlungen eingetheilt, dann, sagt er, sei das Vermächtniss auf alle Jahre nur eines, und wenn der Vermächtnissinhaber binnen der zehn Jahre sterbe, so übertrage er auch das Vermächtniss der künftigen Jahre auf seinen Erben99S. o. l. 12. §. 4. Anm. 91.; diese Ansicht ist richtig.

21Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Si dies ad­po­si­ta le­ga­to non est, prae­sens de­be­tur aut con­fes­tim ad eum per­ti­net cui da­tum est: ad­iec­ta quam­vis lon­ga sit, si cer­ta est, vel­uti ka­len­dis Ia­nua­riis cen­te­si­mis, dies qui­dem le­ga­ti sta­tim ce­dit, sed an­te diem pe­ti non pot­est: at si in­cer­ta, qua­si ‘cum pu­bes erit’ ‘cum in fa­mi­liam nup­se­rit’ ‘cum ma­gis­tra­tum in­ie­rit’ cum ali­quid de­mum, quod scri­ben­ti com­pre­hen­de­re sit com­mo­dum, fe­ce­rit: ni­si tem­pus con­di­cio­ve opti­git, ne­que res per­ti­ne­re ne­que dies le­ga­ti ce­de­re pot­est. 1Si sub con­di­cio­ne, qua te he­redem in­sti­tui, sub ea con­di­cio­ne Ti­tio le­ga­tum sit, Pom­po­nius pu­tat per­in­de hu­ius le­ga­ti diem ce­de­re at­que si pu­re re­lic­tum es­set, quon­iam cer­tum es­set he­rede ex­is­ten­te de­bi­tum iri: ne­que enim per con­di­cio­nem he­redum fie­ri in­cer­ta le­ga­ta nec mul­tum in­ter­es­se ta­le le­ga­tum ab hoc ‘si he­res erit, da­to’.

21Paul. lib. II. ad Vitell. Wenn einem Vermächtniss gar kein Tag beigefügt ist, so tritt die Verpflichtung dazu sogleich ein, oder es gebührt dem Betheiligten sogleich; ist aber ein Tag hinzugefügt, so tritt, wenn er auch noch so weit hinaus liegt, sobald er nur bestimmt ist, z. B. der erste Januar nach hundert Jahren, der Verfalltag für das Vermächtniss zwar sogleich ein, es kann aber vor dem bestimmten Tage nicht gefordert werden. Ist der Tag aber ein unbestimmter, z. B. wenn [der Vermächtnissinhaber] mündig wird, wenn er in der Familie geheirathet haben wird, wenn er ein Staatsamt angetreten haben wird, oder wenn er endlich irgend etwas gethan hat, durch dessen Anordnung [irgend Jemandem] ein Vortheil entsteht, so kann, wenn die Zeit oder die Bedingung nicht eintritt, weder der Gegenstand an ihn fallen, noch der Verfalltag für das Vermächtniss eintreten. 1Wenn unter derselben Bedingung, wo ich dich zum Erben eingesetzt habe, dem Titius ein Vermächtniss ausgesetzt worden ist, so glaubt Pomponius, trete in Folge dessen für das Vermächtniss der Verfalltag ebenso ein, wie wenn es unbedingt hinterlassen worden wäre, weil es gewiss sei, dass, sowie der Erbe als solcher auftrete, auch die Verpflichtung dazu begründet werde; denn durch Bedingungen, welche den Erben gestellt worden, werden die Vermächtnisse nicht ungewiss, und es sei einerlei, wie wenn ein Vermächtniss demselben unter der Bedingung zu entrichten auferlegt worden: er soll geben, wenn er Erbe sein wird.

22Pom­po­nius li­bro quin­to ad Quin­tum Mu­cium. Si Ti­tio, ‘cum is an­no­rum quat­tuor­de­cim es­set fac­tus’, le­ga­tum fue­rit et is an­te quar­tum de­ci­mum an­num de­ces­se­rit, ve­rum est ad he­redem eius le­ga­tum non trans­ire, quon­iam non so­lum diem, sed et con­di­cio­nem hoc le­ga­tum in se con­ti­net ‘si ef­fec­tus es­set an­no­rum quat­tuor­de­cim’, qui au­tem in re­rum na­tu­ra non es­set, an­no­rum quat­tuor­de­cim es­se non in­tel­le­ge­re­tur. nec in­ter­est, utrum scri­ba­tur ‘si an­no­rum quat­tuor­de­cim fac­tus erit’ an ita cum prio­re scrip­tu­ra per con­di­cio­nem tem­pus de­mons­tra­tur, se­quen­ti per tem­pus con­di­cio, utru­bi­que ta­men ea­dem con­di­cio est. 1Quae­dam au­tem con­di­cio­nes et­iam su­per­va­cuae sunt, vel­uti si ita scri­bat: ‘Ti­tius he­res es­to. si Ti­tius he­redi­ta­tem meam ad­ie­rit, Mae­vio de­cem da­to’: nam pro non scrip­to ea con­di­cio erit, ut om­ni­mo­do ad he­redem Mae­vii le­ga­tum trans­eat, et­iam­si Mae­vius an­te ad­itam he­redi­ta­tem de­ces­se­rit. et idem, si ita fue­rit scrip­tum: ‘si Ti­tius he­redi­ta­tem meam ad­ie­rit, in­tra dies cen­tum Mae­vio de­cem da­to’: nam hoc le­ga­tum in diem erit, non sub con­di­cio­ne, quia de­fi­ni­tio La­beo­nis pro­ban­da est di­cen­tis id de­mum le­ga­tum ad he­redem le­ga­ta­rii trans­ire, quod cer­tum sit de­bi­tum iri, si ad­ea­tur he­redi­tas. 2Si ta­men duos he­redes in­sti­tuam et, si al­ter ex his ad­eat he­redi­ta­tem, ali­cui le­gem ab om­ni­bus he­redi­bus: non erit pro su­per­va­cuo ea con­di­cio, sed in por­tio­nem qui­dem co­he­redis va­le­bit, in ip­sius au­tem, cu­ius per­so­na in con­di­cio­ne com­pre­hen­sa est, su­per­va­cua erit, per­in­de at­que |tom. 2, folio 130’| si so­lo eo he­rede in­sti­tu­to eo mo­do le­ga­tum es­set.

22Pompon. lib. V. ad Quint. Muc. Wenn dem Titius ein Vermächtniss ausgesetzt worden ist, wann er vierzehn Jahre alt geworden sein würde, und derselbe vor dem vierzehnten Jahre gestorben ist, so geht das Vermächtniss auf seinen Erben nicht über, weil dieses Vermächtniss nicht blos einen bestimmten Tag, sondern auch eine Bedingung in sich begreift, nämlich wenn er vierzehn Jahre alt geworden sein würde; wer aber nicht mehr in der Welt ist, von dem kann nicht angenommen werden, dass er1010Das zweite non der Florentine ist hier zu streichen, s. d. Göttinger C. J.-Ausgabe. vierzehn Jahre alt sei. Es macht auch keinen Unterschied, ob gesagt worden ist: wenn1111Si; im vorigen Satz (zu Eingang) ist cum gebraucht. er vierzehn Jahre alt geworden ist, oder so [wie vorher gesagt ist]; indem im erstern Fall die Zeit durch eine Bedingung bezeichnet wird, im folgenden eine Bedingung durch die Zeit; in beiden Fällen ist es jedoch dieselbe Bedingung. 1Einige Bedingungen sind überflüssig, z. B. wenn Jemand sagt: Titius soll mein Erbe sein; wenn Titius meine Verlassenschaft angetreten hat, so soll er dem Mävius zehn[tausend Sestertien] geben; denn diese Bedingung wird für gar nicht beigefügt erachtet, so dass das Vermächtniss jeden Falls auf des Mävius Erben übergeht, wenn derselbe auch vor dem Erbschaftsantritt gestorben ist. Ingleichen wenn so gesagt ist: wenn Titius meine Verlassenschaft angetreten hat, soll er binnen hundert Tagen dem Mävius zehn[tausend Sestertien] geben; denn dieses Vermächtniss ist zu einem bestimmten Tage [zahlbar], und nicht unter einer Bedingung, weil hier des Labeo Begriffsbestimmung sich als richtig bewährt, welcher sagt, dass nur dasjenige Vermächtniss auf des Vermächtnissinhabers Erben übergehe, von welchem, wenn die Erbschaft angetreten wird, die Gewissheit vorhanden ist, dass eine Verpflichtung dazu eintreten werde. 2Wenn ich jedoch zwei Erben einsetze, und auf den Fall, dass der Eine von ihnen die Erbschaft antritt, Jemandem ein von beiden Erben zu entrichtendes Vermächtniss ertheile, so wird die Bedingung nicht überflüssig sein, sondern sie wird rücksichtlich des Antheils des Miterben gelten, rücksichtlich dessen aber, der bei der Bedingung gemeint ist, überflüssig sein, gleichwie wenn der Miterbe allein eingesetzt und auf diese Weise das Vermächtniss ausgesetzt worden wäre.

23Ul­pia­nus li­bro quar­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Cum in an­nos sin­gu­los le­ga­tum re­lin­qui­tur, si­ne du­bio per an­nos sin­gu­los in­spec­ta con­di­cio­ne le­ga­ta­rii aut ca­pe­re. et si plu­rium ser­vus sit, sin­gu­lo­rum do­mi­no­rum erunt per­so­nae spec­tan­dae.

23Ulp. lib. IV. ad leg. Jul. et Pap. Wenn ein Vermächtniss auf einzelne Jahre hinterlassen wird, so kann es [der Vermächtnissinhaber] ohne Zweifel alle Jahre mit Berücksichtigung seines Verhältnisses [in Bezug auf Erwerbsfähigkeit] erwerben; ist derselbe ein Mehreren gehöriger Sclav, so müssen die Personen der einzelnen Herren dabei berücksichtigt werden.

24Pau­lus li­bro sex­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si pe­num he­res da­re dam­na­tus sit vel fun­dum et, si non de­dis­set, de­cem, ego ac­ce­pi et pe­num le­ga­tam et trans­la­tam es­se in de­cem, si no­lue­rit pe­num he­res da­re, et tunc pe­cu­niam de­be­ri, cum in­ter­pel­la­tus fun­dum non de­dis­set, et, si in­ter­ea de­ces­se­rit le­ga­ta­rius, tunc he­redi eius non ni­si fun­dum de­be­ri. nam­que cum dic­tum est: ‘at Pu­bli­cius fun­dum da­to’, per­fec­tum est le­ga­tum et cum di­cit: ‘si non de­de­rit, cen­tum da­to’, sub con­di­cio­ne fun­di le­ga­tum ad­emp­tum vi­de­ri eo ca­su, quo cen­tum de­be­ri coe­pe­rint. quo­rum quia con­di­cio vi­vo le­ga­ta­rio non ex­sti­te­rit, for­te quia in­ter­pel­la­tus he­res non sit, eve­nit, ut ad­emp­tio ni­hil ege­rit fun­di­que le­ga­tum du­ra­ve­rit. 1Pla­ne si sic le­ga­tum sit: ‘si pe­num non de­de­rit, de­cem da­to’, di­ci­mus non es­se pe­num le­ga­tum.

24Paul. lib. VI. ad leg. Jul. et Pap. Ad Dig. 36,2,24 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 285, Note 3.Wenn einem Erben vermächtnissweise die Entrichtung des Vorraths an Speisen und Getränken, oder eines Landgutes, und wenn er dies nicht gegeben haben würde, die von zehn[tausend Sestertien] auferlegt worden ist, so habe ich dies so verstanden, dass sowohl der Mundvorrath vermacht, als auch in zehn[tausend Sestertien] für den Fall verwandelt sei, wenn der Erbe den erstern nicht habe geben wollen, und dass die Verpflichtung zur Zahlung des Geldes eintrete, wenn er gemahnt, das Landgut nicht gegeben hat, und wenn der Vermächtnissinhaber mittlerweile gestorben ist, so brauche seinem Erben blos, das Landgut gegeben zu werden; denn wenn es heisst: aber Publicius soll das Landgut geben, so ist das Vermächtniss fertig, und wenn er hinzusetzt: wenn er es nicht gibt, so soll er zehn[tausend Sestertien] zahlen, so erscheint das Vermächtniss an dem Landgute wieder unter einer Bedingung für den Fall genommen, wo die Verpflichtung zu den hundert[tausend Sestertien] anhebt; wenn nun die Bedingung für diese bei Lebzeiten des Vermächtuissinhabers nicht eingetreten ist (etwa weil der Erbe nicht gemahnt worden), so kann der Fall eintreten, dass die Zurücknahme nicht Statt hat, sondern das Vermächtniss am Landgute fortdauert. 1Wenn freilich so gesagt ist: wenn er den Vorrath an Speisen und Getränken nicht gegeben hat, so soll er zehn[tausend Sestertien] zahlen, so sagen wir, dass der Mundvorrath gar nicht vermacht sei.

25Pa­pi­nia­nus li­bro oc­ta­vo de­ci­mo quaes­tio­num. Cum il­lud aut il­lud le­ge­tur, enu­me­ra­tio plu­rium re­rum dis­iunc­ti­vo mo­do com­pre­hen­sa plu­ra le­ga­ta non fa­cit. nec aliud pro­ba­ri pot­erit, si pu­re fun­dum al­te­rum vel al­te­rum sub con­di­cio­ne le­ga­ve­rit: nam pen­den­te con­di­cio­ne non erit elec­tio nec, si mo­ria­tur, ad he­redem trans­is­se le­ga­tum vi­de­bi­tur. 1‘He­res meus Ti­tio da­to quod mi­hi Se­ius de­bet’. si Se­ius pu­pil­lus si­ne tu­to­ris auc­to­ri­ta­te num­mos ac­ce­pit nec lo­cu­ple­tior fac­tus est et cre­di­tor ad prae­sens de­bi­tum ver­ba ret­tu­lit, quia ni­hil Se­ius de­bet, nul­lius mo­men­ti le­ga­tum erit: quod si ver­bo de­bi­ti na­tu­ra­lem ob­li­ga­tio­nem et fu­tu­ram so­lu­tio­nem co­gi­ta­vit, in­ter­im ni­hil Ti­tius pe­tet, qua­si ta­ci­te con­di­cio in­ser­ta sit, non se­cus ac si ita di­xis­set: ‘Ti­tio da­to, quod pu­pil­lus sol­ve­rit’ vel si le­gas­set ‘quod ex Are­thu­sa na­tum erit’ vel ‘fruc­tus, qui in il­lo fun­do nas­cen­tur’. con­tra­rium non est, quod, si me­dio tem­po­re le­ga­ta­rius mo­ria­tur et post­ea par­tus eda­tur, fruc­tus per­ve­niant, pe­cu­niam pu­pil­lus ex­sol­vat, he­res le­ga­ta­rii pe­ti­tio­nem ha­bet: nam­que dies le­ga­ti, cui con­di­cio non ad­scri­bi­tur, quam­vis ex­trin­se­cus ex­spec­tan­da sit, ce­dit.

25Papin. lib. XVIII. Quaest. Wenn Dieses oder Jenes vermacht wird, so bewirkt die Aufzählung mehrerer Gegenstände, wenn sie auf geschiedene Art geschehen, nicht mehrere Vermächtnisse. Auch wird nichts Anderes behauptet werden können, wenn Jemand, das eine Landgut unbedingt, oder das andere bedingt vermacht hat; denn so lange die Bedingung noch obschwebt, wird keine Wahl Statt finden, und ebenso wenig wird, wenn er stirbt, das Vermächtniss auf seinen Erben als übergegangen betrachtet werden können. 1Mein Erbe soll dem Titius das auszahlen, was mir Sejus schuldig ist; wenn hier der unmündige Sejus das Darlehn ohne Ermächtigung seines Vormundes empfangen hat, und auch dadurch1212Das non, welches auch unser Text in ( ) stellt, und von Taurell. aus der Vulgata der Florentine einverleibt worden, ist falsch, und herauszuwerfen; s. Cujac. Obs. XVII. 4. und Jauch. l. l. p. 313. sq. bereichert worden ist, und der Gläubiger in den betreffenden Worten eine sofort gefällige Schuld ausgedrückt hat, so wird das Vermächtniss ungültig sein, weil jener ihm gar nichts schuldig ist; hat er sich aber unter dem Worte Schuld die natürliche Verbindlichkeit, und die zukünftige [mögliche] Zahlung gedacht, so kann Titius inzwischen nichts fordern, indem gewissermaassen eine stillschweigende Bedingung darin liegt; nicht anders als wenn er so gesagt hätte, du sollst dem Titius geben, was der Unmündige gezahlt hat; oder wenn er das Kind vermacht hat, was von der Arethusa geboren werden wird, oder: die auf jenem Landgute gewachsenen Früchte. Dem ist auch nicht entgegen, dass, wenn der Vermächtnissinhaber in der Zwischenzeit stirbt, und nachher das Kind geboren wird, die Früchte wachsen, und der Unmündige das Geld zahlt, der Erbe des Vermächtnissinhabers ein Forderungsrecht hat; denn der Verfalltag für das Vermächtniss, dem keine Bedingung beigefügt worden, tritt ein, wenn auch der Eintritt einer solchen als sich von selbst verstehend vorausgesetzt ist.

26Idem li­bro no­no re­spon­so­rum. ‘Fir­mio He­lio­do­ro fra­tri meo da­ri vo­lo quin­qua­gin­ta ex red­itu prae­dio­rum meo­rum fu­tu­ri an­ni post­ea’. non vi­de­ri con­di­cio­nem ad­di­tam, sed tem­pus sol­ven­dae pe­cu­niae pro­la­tum vi­de­ri re­spon­di: fruc­ti­bus fi­ni re­lic­tae pe­cu­niae non per­cep­tis uber­ta­tem es­se ne­ces­sa­riam an­ni se­cun­di. 1Cum ab he­redi­bus alum­no cen­tum da­ri vo­luis­set tes­ta­tor et eam pe­cu­niam ad alium trans­fer­ri, ut in an­num vi­cen­si­mum quin­tum trien­tes usu­ras eius sum­mae per­ci­pe­ret alum­nus ac post eam ae­ta­tem sor­tem ip­sam: in­tra vi­cen­si­mum quin­tum an­num eo de­func­to trans­mis­sum ad he­redem pue­ri fi­dei­com­mis­sum re­spon­di: nam cer­tam ae­ta­tem sor­ti sol­ven­dae prae­sti­tu­tam vi­de­ri, non pu­re fi­dei­com­mis­so re­lic­to con­di­cio­nem in­ser­tam. cum au­tem fi­dei­com­mis­sum ab eo pe­ti non pos­set, pe­nes quem vo­luit pe­cu­niam col­lo­ca­ri, prop­ter haec ver­ba ‘eam­que alum­no meo post ae­ta­tem su­pra scrip­tam cu­ra­bis red­de­re’ fi­dei­com­mis­sum ab he­redi­bus pe­ten­dum, qui pe­cu­niam da­ri sti­pu­la­ri de­bue­runt: sed fi­de­ius­so­res ab eo non pe­ten­dos, cu­ius fi­dem se­qui de­func­tus ma­luit. 2Pa­ter an­nua tot ex fruc­tu bo­no­rum, quem uxo­ri le­ga­vit, ac­ces­su­ra fi­lii pa­tri­mo­nio prae­ter |tom. 2, folio 131| ex­hi­bitio­nem, quam ae­que ma­tri man­da­vit, ad an­num ae­ta­tis eius vi­cen­si­mum quin­tum ab uxo­re prae­sta­ri vo­luit. non plu­ra, sed unum es­se fi­dei­com­mis­sum cer­tis pen­sio­ni­bus di­vi­sum ap­pa­ruit et id­eo fi­lio in­tra ae­ta­tem su­pra scrip­tam diem func­to re­si­dui tem­po­ris ad he­redem fi­dei­com­mis­sum eius trans­mit­ti, sed non in­itio cu­ius­que an­ni pe­ti pe­cu­niam opor­te­re, quod ex fruc­ti­bus uxo­ri da­tis pa­ter fi­lio prae­be­ri vo­luit. ce­te­rum si pe­cu­niam an­nuam pa­ter ali­men­tis fi­lii de­sti­nas­set, non du­bie per­so­na de­fi­cien­te cau­sa prae­stan­di vi­de­tur ex­tinc­ta.

26Idem lib. IX. Resp. Meinem Bruder Firmius Heliodorus sollen aus dem Ertrage meiner Grundstücke im künftigen Jahre funfzig[tausend Sestertien] gegeben werden; hiernach1313Cujac. Obs. lib. XVIII. 16., habe ich mich ausgesprochen, scheint keine Bedingung beigefügt, sondern blos die Zeit der Zahlung des Geldes hinausgeschoben zu sein; wenn jedoch nicht genug Früchte zur Erreichung der hinterlassenen Summe Geldes gewonnen worden sind, so muss die Fruchtbarkeit des zweiten Jahres in Anspruch genommen werden. 1Wenn der Testator gewollt hat, dass seinem Pflegesohn von seinen Erben hundert[tausend Sestertien] gezahlt werden, und diese Summe auf einen Andern [in der Art] übergehen solle, dass der Pflegesohn bis zum fünfundzwanzigsten Jahre die Zinsen davon zu Vier vom Hundert, und nach Erreichung dieses Alters das Capital selbst erhalten soll, derselbe aber vor dem fünfundzwanzigsten Jahre gestorben ist, so, habe ich mich ausgesprochen, sei das Fideicommiss auf des Knaben Erben übertragen; denn es sei blos eine bestimmte Zeit für die Zahlung des Capitals bestimmt, nicht dem unbedingt hinterlassenen Fideicommiss eine Bedingung beigefügt. Da aber das Fideicommiss von dem nicht gefordert werden könne, bei dem er [der Testator] gewollt, dass es [zinsbar] belegt werden sollen, wegen dieser Worte: und dass dasselbe meinem Pflegesohn nach dem vorgedachten erreichten Lebensjahre ausgezahlt werde, dafür wirst du sorgen1414Hierin liegt nur eine Anmahnung, Westphal S. 651., so muss das Fideicommiss von den Erben gefordert werden, deren Sache es war, sich die Rückzahlung des Geldes stipuliren zu lassen; Bürgen können jedoch von dem nicht gefordert werden, dessen Redlichkeit der Testator hat vertrauen wollen. 2Ein Vater wollte, dass seine Gattin von den Nutzungen derjenigen Vermögensstücke, die er derselben vermacht hat, jährlich so und soviel zu dem Erbantheile seines Sohnes, ausser dessen Unterhalt, den er der Mutter auch aufgetragen hatte, bis zu dessen fünfundzwanzigstem Lebensjahre zulegen solle; dieses Fideicommiss ward nicht als mehrere, sondern als eines in bestimmte Theilzahlungen vertheilt betrachtet, und [daher angenommen], dass, wenn der Sohn vor dem gedachten Lebensjahre mit Tode abgegangen sei, das Fideicommiss für die übrige Zeit auf seinen Erben übertragen werde; es kann jedoch das Geld nicht zu Anfang eines jeden Jahres gefordert werden, weil der Vater wollte, dass [der Zuschuss] an den Sohn von den der Gattin ausgesetzten Nutzungen geschehen solle; hätte übrigens der Vater alljährlich eine bestimmte Summe Geldes zu Alimenten für den Sohn bestimmt, so erscheint zweifelsohne, wenn die Person wegfällt, der Grund dieser Leistung erloschen.

27Scae­vo­la li­bro ter­tio re­spon­so­rum. Fi­lium fa­mi­lias ex par­te pu­re in­sti­tuit he­redem ei­que fi­dei­com­mis­sum de­dit et eo­dem tes­ta­men­to ita ca­vit: ‘quod ego Lu­cium Ti­tium he­redem in­sti­tui, ita eum ad­ire he­redi­ta­tem vo­lo, si is pa­tria po­tes­ta­te li­be­ra­tus fue­rit’: quae­si­tum est, an a co­he­redi­bus eius ad­ita he­redi­ta­te le­ga­ti fi­lio fa­mi­lias da­ti dies ces­se­rit. re­spon­dit, si pu­re sit da­tum, a co­he­rede fi­lii pro he­redi­ta­ria par­te fi­dei­com­mis­sum pe­ti pos­se. 1Mens­truos de­na­rios de­nos ma­nu­mis­sis le­ga­vit: quae­si­tum est, cum ab­sen­ti­bus he­redi­bus ex se­na­tus con­sul­to li­ber­ta­tem sunt con­se­cu­ti, ex quo tem­po­re eis ci­ba­ria de­bean­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ex eo tem­po­re his ci­ba­ria de­bean­tur, quo li­be­ri es­se coe­pe­rint.

27Scaevola lib. III. Resp. Es setzte Jemand einen Haussohn zur Hälfte zum Erben ein, und ertheilte ihm auch unbedingt1515Mit Cujac. Obs. lib. XXVI. 31. ein Fideicommiss, wobei er in seinem Testamente folgendes verordnete: wenn ich den Lucius Titius zum Erben eingesetzt habe, so will ich, dass er die Erbschaft unter der Bedingung antrete, wenn er von der väterlichen Gewalt befreiet worden ist. Hier ist die Frage entstanden, ob, wenn die Erbschaft von seinen Miterben angetreten worden ist, der Verfalltag des dem Haussohn ausgesetzten Vermächtnisses [damit] eingetreten sei? Antwort: wenn dasselbe unbedingt ertheilt worden ist, so kann er das Fideicommiss von seinem Miterben nach des selben Erbantheile fordern. 1Es vermachte Jemand den von ihm freigelassenen Sclaven monatlich zehn Denare; hier entstand die Frage, von welcher Zeit an ihnen die Speisegelder entrichtet werden müssen, wenn dieselben in Abwesenheit der Erben nach dem [Rubrianischen]1616Oder dem Dasumianischen, s. Bachs Hist. Jur. Rom. p. 377. §. XL. Senatsbeschluss die Freiheit erlangt haben? Antwort: den vorliegenden Umständen nach, müssen ihnen die Speisegelder von da an entrichtet werden, wo sie frei geworden sind.

28Idem li­bro quar­to re­spon­so­rum. Si fun­dus in­struc­tus re­lic­tus erit, quae­ri­tur, quem­ad­mo­dum da­ri de­beat, utrum sic­ut in­struc­tus fuit mor­tis tem­po­re an eo tem­po­re quo fac­ti sunt co­di­cil­li an quo pe­ti coe­pit. re­spon­dit ea qui­bus in­struc­tus sit fun­dus, cum dies le­ga­ti ce­dat, de­be­ri.

28Idem lib. IV. Resp. Wenn ein Landgut mit der gesammten Einrichtung hinterlassen worden ist, so fragt es sich, in welcher Art es übergeben werden müsse, ob mit der Einrichtung, die zur Zeit des Ablebens des Testators vorhanden war, oder zu der Zeit, wo das Codicill [, in dem das Fideicommiss ausgesetzt worden,] errichtet ward, oder zu der, wo Klage erhoben ward? Antwort: es muss diejenige Einrichtung verabreicht werden, womit das Landgut ausgestattet war, als der Verfalltag des Vermächtnisses eintrat.

29Va­lens li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. ‘Ro­go, quan­do­que he­res meus Ti­tio de­cem det’: uti­que de­cem he­res de­be­bit, sed quan­do, du­bi­ta­ri pot­est: utrum cum pri­mum po­tue­rit, et dies ce­dit et ab ip­so pe­ti­tur.

29Valens lib. I. Fideicomm. Ich bitte meinen Erben, dem Titius einstmals zehn[tausend Sestertien] auszuzahlen; schuldig ist der Erbe diese Summe nun zwar jedenfalls, allein wenn eher, darüber kann gezweifelt werden; etwa1717Utrum; Hal. liest utique. Sehr gut erklärt Duaren. in der Marginalnote bei Russardus: Flor. recta est, quod enim dubitanter et modeste a Valente scriptum est, loco responsi accipi debet; allein dann muss doch wohl ein ? hinzugesetzt werden? —, sobald er kann, wenn der Verfalltag eingetreten ist, und es von ihm verlangt wird?

30La­beo li­bro ter­tio pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Quod pu­pil­lae le­ga­tum est ‘quan­do­que nup­se­rit’, si ea mi­nor quam vi­ri­po­tens nup­se­rit, non an­te ei le­ga­tum de­be­bi­tur, quam vi­ri­po­tens es­se coe­pe­rit, quia non pot­est vi­de­ri nup­ta, quae vi­rum pa­ti non pot­est.

30Labeo lib. III. Posterior. a Javol epitom. Dasjenige, was einer Unmündigen vermacht worden ist, wenn sie heirathen werde, braucht ihr, wenn sie im frühern als dem mannbaren Alter geheirathet bat, nicht eher verabreicht zu werden, als bis sie mannbar geworden ist, weil eine Person, die noch nicht zeugungsfähig ist, nicht als verheirathet betrachtet werden kann.

31Scae­vo­la li­bro quar­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Uxo­ri ex par­te sex­tan­te he­redi in­sti­tu­tae sub­sti­tuit et he­redem fi­dei com­mi­sit, si uxor he­res non erit, do­tem ei et alia quae­dam da­ri: post mor­tem ma­ri­ti uxor an­te con­di­cio­nem et prius­quam ad­eat he­redi­ta­tem de­ces­sit. quae­si­tum est, an dies fi­dei­com­mis­si cum mo­ri­tur ces­sis­se vi­dea­tur id­eo­que he­redi­bus eius de­bea­tur. re­spon­di, si uxor prius de­ces­sit, quam he­redi­ta­tem ad­iret, vi­de­ri diem fi­dei­com­mis­si ces­sis­se.

31Ad Dig. 36,2,31Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 627, Note 6.Scaevola lib. XIV. Dig. Jemand substituirte seiner Gattin, die er zum sechsten Theil zur Erbin eingesetzt hatte, einen Andern, und überliess es der Treue der Erben, wenn erstere nicht Erbin werden sollte, ihr die Mitgift und einiges Andere herauszugeben; die Frau starb nach dem Tode ihres Ehemannes vor der Erfüllung der Bedingung, [d. h.] vor dem ihrerseits geschehenen Erbschaftsantritt. Nun entstand die Frage, ob der Verfalltag des Fideicommisses, wenn sie gestorben, als eingetreten zu betrachten sei, und dasselbe daher an ihre Erben falle? Ich habe geantwortet: wenn die Frau vor dem Erbschaftsantritt ihrerseits gestorben ist, so sei der Verfalltag als eingetreten zu betrachten.