Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 28 übersetzt von Hunger unter Redaction von Otto
Dig. XXVIII4,
De his quae in testamento delentur inducuntur vel inscribuntur
Liber vicesimus octavus
IV.

De his quae in testamento delentur inducuntur vel inscribuntur

(Von dem, was in einem Testamente verwischt, durchstrichen oder überschrieben wird1.)

1Basiliken Buch 35. Titel 7. (T. IV. p. 782.) enthält blos 1 Frag. Ulp. Cujac. (T. I. p. 1111 sq.)

1Ul­pia­nus li­bro quin­to de­ci­mo ad Sa­binum. Quae in tes­ta­men­to le­gi pos­sunt, ea in­con­sul­to de­le­ta et in­duc­ta ni­hi­lo mi­nus va­lent, con­sul­to non va­lent: id ve­ro quod non ius­su do­mi­ni scrip­tum in­duc­tum de­le­tum­ve est, pro ni­hi­lo est. ‘le­gi’ au­tem sic ac­ci­pien­dum non in­tel­le­gi, sed ocu­lis per­spi­ci quae sunt scrip­ta: ce­te­rum si ex­trin­se­cus in­tel­le­gun­tur, non vi­de­bun­tur le­gi pos­se. suf­fi­cit au­tem, si le­gi­bi­lia sint in­con­sul­to de­le­ta si­ve ab ip­so si­ve ab alio, sed no­len­ti­bus. ‘in­duc­ta’ ac­ci­pien­dum est et si per­duc­ta sint. 1Quod igi­tur in­cau­te fac­tum est, pro non fac­to est, si le­gi po­tuit: et id­eo, et­si no­vis­si­me, ut so­let, tes­ta­men­to fue­rit ad­scrip­tum: ‘li­tu­ras in­duc­tio­nes su­per­duc­tio­nes ip­se fe­ci’, non vi­de­bi­tur re­fer­ri ad ea quae in­con­sul­to con­ti­ge­runt. pro­in­de et si in­con­sul­to su­per­scrip­sit in­du­xis­se se, ma­ne­bunt et si ad­emit, non erunt ad­emp­ta. 2Sed si le­gi non pos­sunt quae in­con­sul­to de­la­ta sunt, di­cen­dum est non de­be­ri, sed hoc ita de­mum, si an­te con­sum­ma­tio­nem tes­ta­men­ti fac­tum est. 3Sed con­sul­to qui­dem de­le­ta ex­cep­tio­ne pe­ten­tes re­pel­lun­tur, in­con­sul­to ve­ro non re­pel­lun­tur, si­ve le­gi pos­sunt si­ve non pos­sunt, quon­iam, si to­tum tes­ta­men­tum non ex­stet, con­stat va­le­re om­nia quae in eo scrip­ta sunt. et si qui­dem il­lud con­ci­dit tes­ta­tor, de­ne­ga­bun­tur ac­tio­nes, si ve­ro alius in­vi­to tes­ta­to­re, non de­ne­ga­bun­tur. 4Et he­redi­ta­tis por­tio ad­emp­ta vel to­ta he­redi­tas, si for­te sit sub­sti­tu­tus, iu­re fac­ta vi­de­bi­tur, non qua­si ad­emp­ta, quon­iam he­redi­tas se­mel da­ta ad­imi fa­ci­le non pot­est, sed qua­si nec da­ta. 5Si quis co­di­cil­los in tes­ta­men­to con­fir­ma­vit et co­di­cil­lis ali­quid ad­scrip­sit, mox de­le­vit ita ut ap­pa­reat, an de­bea­tur? et Pom­po­nius scri­bit co­di­cil­los de­le­tos non va­le­re.

1Ulp. lib. XV. ad Sabin. Wenn die in einem Testamente [noch] lesbare Schrift absichtslos verwischt oder durchstrichen wurde, so ist das Testament um nichts desto weniger [noch] gültig; geschah dies absichtlich, so ist es ungültig. Geschah dies Schreiben, Durchstreichen, oder Verwischen ohne den Befehl des Eigenthümers (Erblassers), so ist es erfolglos. 1Für eine lesbare Schrift muss man aber nicht allenfalls die halten, worin dies Geschriebene etwa zu verstehen ist, sondern worin dies mit den [körperlichen] Augen kann besehen werden. Kommt übrigens das Verständniss des Geschriebenen anders woher [und ergibt sich nicht aus den Buchstaben selbst], so nimmt man an, die Schrift ist nicht lesbar. Es reicht aber hin, wenn das Leserliche absichtslos vom [Erblasser] selbst, oder von einem Andern, jedoch ohne dies zu wollen, verwischt wurde. Wenn es heisst volentibus inducta, so ist darunter auch das perducta zu verstehen. Ist dies (Durchstreichen) unvorsichtiger Weise geschehen, so gilt es für nicht geschehen, wenn die Schrift noch lesbar war. Wenn deshalb als jüngste [Verfügung]22Briss. de formul. p. 659. — wie zu geschehen pflegt — dem Testament beigesetzt wurde: Diese Verwischungen, Durchstreichungen und Ausstreichungen habe ich (der Erblasser) selbst gemacht, so wird man dies nicht auf das, was absichtslos geschah, beziehen dürfen. Wenn daher der Erblasser unbedachtsamer Weise darauf hinschrieb, er habe dies ausgestrichen, so wird doch das [Testament gültig] bleiben, und wenn er [unbedachtsamer Weise schrieb], er habe dies [Vermächtniss] wieder aufgehoben, so wird dies für kein Aufheben angenommen werden. 2Ist aber das, was verwischt wurde, unlesbar geworden, so muss man annehmen, dass es nun nicht [mehr] geschuldet werde. Aber dies ist nur in dem Falle so, wenn es vor der Vollendung des Testaments geschehen ist. 3Wurde das Geschriebene mit Absicht ausgelöscht, so werden die, welche [auf Erfüllung desselben] klagen, durch eine Einrede abgewiesen. Geschah dies ohne Absicht, so werden sie nicht abgewiesen, mag nun das Geschriebene lesbar, oder unlesbar sein, weil, wenn das ganze Testament nicht mehr vorhanden ist, bekanntlich Alles, was in demselben geschrieben war, gültig ist. Hat der Erblasser das Testament durchschnitten, so gibt es keine Klagen [auf Erfüllung des Geschriebenen], that dies ein Anderer gegen den Willen des Erblassers, so finden die Klagen Statt. 4Auch die Wegnahme eines Erbschaftstheiles oder der ganzen Erbschaft wird als rechtlich geschehen angenommen, wenn etwa ein Substitute da ist. Allein dies ist nicht sowohl eine Wegnahme (Aufheben), weil die einmal gegebene Erbschaft nicht so leicht wieder genommen, als gar nicht gegeben werden kann. 5Wenn Jemand Codicille in seinem Testamente bestätigte, und diesen Codicillen noch etwas beifügte, bald darauf aber diese verwischte, jedoch so, dass das Geschriebene noch kenntlich ist — ist man dies [zu leisten] schuldig? Pomponius schreibt, vernichtete Codicille seien ungültig.

2Idem li­bro quar­to dis­pu­ta­tio­num. Can­cel­la­ve­rat quis tes­ta­men­tum vel in­du­xe­rat et si prop­ter unum he­redem fa­ce­re di­xe­rat: id post­ea tes­ta­men­tum sig­na­tum est. quae­re­ba­tur de vi­ri­bus tes­ta­men­ti de­que por­tio­ne eius, prop­ter quem se can­cel­las­se di­xe­rat. di­ce­bam, si qui­dem unius ex he­redi­bus no­men in­du­xe­rit, si­ne du­bio ce­te­ram par­tem tes­ta­men­ti va­le­re et ip­si so­li de­ne­ga­ri ac­tio­nes: sed le­ga­ta ab eo no­mi­na­tim re­lic­ta de­be­bun­tur, si vo­lun­tas ea fuit tes­tan­tis, ut tan­tum he­redis in­sti­tu­tio in­pro­be­tur. sed si in­sti­tu­ti no­men in­du­xit et sub­sti­tu­ti re­li­quit, in­sti­tu­tus emo­lu­men­tum he­redi­ta­tis non ha­be­bit. sed si om­nia no­mi­na in­du­xe­rit, ut pro­po­ni­tur, ad­scrip­se­rit au­tem id­cir­co se id fe­cis­se, quia unum he­redem of­fen­sum ha­buit, mul­tum in­ter­es­se ar­bi­tror, utrum il­lum tan­tum frau­da­re vo­luit he­redi­ta­te an ve­ro cau­sa il­lius to­tum tes­ta­men­tum in­fir­ma­re, ut li­cet unus in­duc­tio­nis cau­sam prae­bue­rit, ve­rum om­ni­bus of­fue­rit. et si qui­dem so­li ei ad­emp­tam vo­luit por­tio­nem, ce­te­ris ni­hil no­ce­bit in­duc­tio, non ma­gis quam si vo­lens unum he­redem in­du­ce­re in­vi­tus et alium in­du­xe­rit. quod si pu­ta­vit to­tum tes­ta­men­tum de­len­dum ob unius ma­lum me­ri­tum, om­ni­bus de­ne­gan­tur ac­tio­nes: sed an le­ga­ta­riis de­ne­ga­ri ac­tio de­beat, quaes­tio est. in amb­iguo ta­men in­ter­pre­tan­dum erit et le­ga­ta de­be­ri et co­he­redum in­sti­tu­tio­nem non es­se in­fir­man­dam.

2Ad Dig. 28,4,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 564, Note 8; Bd. III, § 673, Note 1.Idem lib. IV. Disp. Jemand hatte sein Testament durchstrichen (cancellareinducere) und geäussert, dies habe er eines einzigen Erben halber gethan. Nachmals wurde dies Testament untersiegelt; nun entstand die Frage über die Kraft dieses Testaments und über den Theil dessen, welches wegen [der Erblasser] nach seiner Aeusserung es durchstrichen hatte? Ich erklärte mich dahin, wenn der Erblasser den Namen eines einzigen Erben durchstrich, so gelte ohne Zweifel der übrige Theil des Testaments und blos diesem [Erben] würden keine Klagen gegeben; aber die Vermächtnisse, die dieser namentlich zu leisten hatte, müssen entrichtet werden, wenn der Wille des Erblassers nur dahin ging, die Einsetzung [dieses Erben] dadurch zu missbilligen. Hatte er (der Erblasser) aber den Namen des Erben ausgestrichen, den des Substituten stehen gelassen, so wird dem Substituten33Ich folge hier dem Cujac. und Faber, welche statt des gewöhnlichen institutus lesen substitutus. aus dieser Erbschaft kein Vortheil erwachsen. Hatte aber der Erblasser alle Namen [der Erben] ausgestrichen, wie vorliegt, jedoch hinzugeschrieben, er habe dies deshalb gethan, weil er auf einen Erben einen Hass hatte, so kommt nach meiner Meinung viel darauf an, ober nur Jenen [den er hasste] um die Erbschaft bringen, oder Jenes wegen das ganze Testament aufheben wollte, so, dass alle der Nachtheil trifft, obgleich nur ein Einziger zu diesem Ausstreichen Veranlassung gab. Wollte der Erblasser diesem allein seinen Theil entziehen, so wird die Durchstreichung des Testaments den Uebrigen nichts schaden und zwar ebenso wenig, als wenn der Erblasser, der einen Erben ausstreichen wollte, wider seinen Willen auch einen Andern ausstrich. Glaubte er (der Erblasser) aber, das ganze Testament wegen der Schlechtigkeit eines einzigen Erben vernichten zu müssen, so werden allen [Erben] die Klagen versagt werden. Aber [noch] fragt sich’s, ob auch den Vermächtnissnehmern ihre Klage zu versagen sei? Lässt sich nun nichts Bestimmtes ermitteln, so soll man diese Ungewissheit zu Gunsten der Vermächtnissnehmer und der eingesetzten Miterben auslegen.

3Mar­cel­lus li­bro vi­ce­si­mo no­no di­ges­to­rum. Pro­xi­me in co­gni­tio­ne prin­ci­pis cum qui­dam he­redum no­mi­na in­du­xis­set et bo­na eius ut ca­du­ca a fis­co vin­di­ca­ren­tur, diu de le­ga­tis du­bi­ta­tum est et ma­xi­me de his le­ga­tis, quae ad­scrip­ta erant his, quo­rum in­sti­tu­tio fue­rat in­duc­ta. ple­ri­que et­iam le­ga­ta­rios ex­clu­den­dos ex­is­ti­ma­bant. quod sa­ne se­quen­dum aie­bam, si om­nem scrip­tu­ram tes­ta­men­ti can­cel­las­set: non­nul­los opi­na­ri id iu­re ip­so per­emi quod in­duc­tum sit, ce­te­ra om­nia va­li­tu­ra. quid er­go? non et il­lud in­ter­dum cre­di pot­est eum, qui he­redum no­mi­na in­du­xe­rat, sa­tis se con­se­cu­tu­rum pu­tas­se, ut in­tes­ta­ti ex­itum fa­ce­ret? sed in re du­bia be­ni­gnio­rem in­ter­pre­ta­tio­nem se­qui non mi­nus ius­tius est quam tu­tius. sen­ten­tia im­pe­ra­to­ris An­to­ni­ni Au­gus­ti Pu­den­te et Pol­lio­ne con­su­li­bus. ‘Cum Va­le­rius Ne­pos mu­ta­ta vo­lun­ta­te et in­ci­de­rit tes­ta­men­tum suum et he­redum no­mi­na in­du­xe­rit, he­redi­tas eius se­cun­dum di­vi pa­tris mei con­sti­tu­tio­nem ad eos qui scrip­ti fue­rint per­ti­ne­re non vi­de­tur’. et ad­vo­ca­tis fis­ci di­xit: ‘Vos ha­be­tis iu­di­ces ves­tros’. Vi­bius Ze­no di­xit: ‘Ro­go, do­mi­ne im­pe­ra­tor, au­dias me pa­tien­ter: de le­ga­tis quid sta­tues?’ An­to­ni­nus Cae­sar di­xit: ‘Vi­de­tur ti­bi vo­luis­se tes­ta­men­tum va­le­re, qui no­mi­na he­redum in­du­xit?’ Cor­ne­lius Pris­cia­nus ad­vo­ca­tus Leo­nis di­xit: ‘No­mi­na he­redum tan­tum in­du­xit’. Cal­pur­nius Lon­gi­nus ad­vo­ca­tus fis­ci di­xit: ‘Non pot­est ul­lum tes­ta­men­tum va­le­re, quod he­redem non ha­bet’. Pris­cia­nus di­xit: ‘Ma­nu­mi­sit quos­dam et le­ga­ta de­dit’. An­to­ni­nus Cae­sar re­mo­tis om­ni­bus cum de­li­be­ras­set et ad­mit­ti rur­sus eo­dem ius­sis­set, di­xit: ‘Cau­sa prae­sens ad­mit­te­re vi­de­tur hu­ma­nio­rem in­ter­pre­ta­tio­nem, ut ea dum­ta­xat ex­is­ti­me­mus ne­po­tem ir­ri­ta es­se vo­luis­se, quae in­du­xit’. no­men ser­vi, quem li­be­rum es­se ius­se­rat, in­du­xit. An­to­ni­nus re­scrip­sit li­be­rum eum ni­hi­lo mi­nus fo­re: quod vi­de­li­cet fa­vo­re con­sti­tuit li­ber­ta­tis.

3Marcell. lib. XXIX. Dig. In diesen Tagen wurde im kaiserlichen Rathe, da Jemand die Namen der Erben durchstrich, und sein Vermögen als dem Fiscus anfällig (bonacaduca) in Anspruch genommen wurde, viel über Vermächtnisse, und besonders über solche, hin und her gesprochen, welche den Erben, deren Ernennung ausgestrichen wurde, zugeschrieben waren. Die Meisten waren der Meinung, auch die Vermächtnissnehmer könnten nichts erhalten; eine Meinung, die, wie ich auch sagte, allerdings zu befolgen wäre. Freilich, sagte ich, wäre [diese Meinung aber nur dann] zu befolgen, wenn [der Erblasser] die ganze Schrift des Testamentes durchstrich; Einige aber glaubten das, was ausgestrichen wurde, wäre unmittelbar [nach dem Rechte] aufgehoben; das Uebrige alles werde gültig sein. Wie ist es nun? kann man nicht auch unter Umständen glauben, der, welcher die Namen der Erben ausstrich, würde nach seiner Meinung genug erreicht haben, dadurch, dass er den gesetzlichen Erben nun einen Weg zur Erbschaft eröffne. Aber bei einer Sache, die soviel für als gegen sich hat, die mildere Erklärung anzunehmen, ist ebenso gerecht, als sicher. [Nun folgt] der Ausspruch des Kaisers Antoninus Augustus, unter dem Consulate des Pudens und Pollio. Da Valerius Nepos seinen Willen änderte [und] sein Testament zerschnitt und die Namen der Erben ausstrich, so möchte wohl seine Erbschaft nach einer Verordnung meines göttlichen Vaters nicht an die kommen, welche zu Erben eingesetzt waren. Zu den Advocaten des Fiscus sagte er der Kaiser: Ihr habt eure Richter. Vivius Zeno sagte: Ich bitte, Herr [und] Kaiser, höre mich geduldig an. Was wirst du über die Vermächtnisse bestimmen? Der Kaiser Antoninus sagte: Scheint der dir das Testament gültig zu erhalten Willens gewesen zu sein, welcher die Namen der Erben ausstrich? Cornelius Priscianus, der Advocat des [Vermächtigsnehmers] Leo, sagte: [Der Erblasser] strich nur die Namen der Erben aus. Calpurnius Longinius, der Advocat des Fiscus, sagte: Ein Testament, das keinen Erben hat, kann nicht gültig sein. Priscianus sagte: [Der Erblasser] gab einigen [Sclaven] die Freiheit, und ertheilte Vermächtnisse. Der Kaiser Antoninus liess Alle abtreten, überlegte den Fall, liess sie dann wider vorkommen und sagte: Der vorliegende Fall fordert wohl eine gelindere Auslegung. Wir sind daher der Meinung, Nepos habe nur das, was er ausstrich, ungültig machen wollen, den Namen des Sclaven, dem er die Freiheit geben wollte, hatte er durchstrichen. Antoninus rescribirte: [dieser Sclav] soll nichts desto weniger frei sein. Dies verordnete er so aus Begünstigung der Freiheit.

4Pa­pi­nia­nus li­bro sex­to re­spon­so­rum. Plu­ri­bus ta­bu­lis eo­dem ex­em­plo scrip­tis unius tes­ta­men­ti vo­lun­ta­tem eo­dem tem­po­re do­mi­nus sol­lem­ni­ter com­ple­vit. si quas­dam ta­bu­las in pu­bli­co de­po­si­tas abs­tu­lit at­que de­le­vit, quae iu­re ges­ta sunt, prae­ser­tim cum ex ce­te­ris ta­bu­lis quas non abs­tu­lit res ges­ta de­cla­re­tur, non con­sti­tuen­tur ir­ri­ta. Paulus notat: sed si, ut in­tes­ta­tus mo­re­re­tur, in­ci­dit ta­bu­las et hoc ad­pro­ba­ve­rint hi qui ab in­tes­ta­to venire de­si­de­rant, scrip­tis avo­ca­bi­tur he­redi­tas.

4Papinian. lib. VI. Resp. Der Eigenthümer hatte zu derselben Zeit seine letztwillige Aeusserung in mehreren Testamentstafeln, die nach demselben Vorbilde (Original) geschrieben wurden, unter den gehörigen Formalitäten niedergelegt. Einige von diesen Exemplaren, die an einem öffentlichen Orte aufbewahrt waren, nahm er hinweg und zerstörte sie. Durch dies [Verfahren] wird das, was zu Recht geschehen war, nicht ungültig gemacht werden, zumal da aus den übrigen Exemplaren, die er nicht hinwegnahm, das Rechtsgeschäft sich deutlich ergäbe. Paulus bemerkt: Wenn aber der Erblasser, um ohne Testament zu sterben, die Testamentstafeln zerschnitt, und dieses die Personen, welche als gesetzliche Erben die Erbschaft nun begehren, bewiesen haben, so wird die Erbschaft den eingesetzten Erben entrissen werden.