Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 33 übersetzt von Jungmeister unter Redaction von Sintenis
Dig. XXXIII7,
De instructo vel instrumento legato
Liber trigesimus tertius
VII.

De instructo vel instrumento legato

(Vom Vermächtniss der Einrichtung und des Beilasses1.)

1Interest autem inter legatum fundi instructi et fundi cum instrumento. Legato namque fundo instructo duo principalia videntur legata esse et unum accessorium: primum principale fundi ipsius, ejusque accessorium instrumentorum fundi, alterum principale instrumentorum patris familias, quae ille in praedio habuit, ut esset instructior, quaeque fundi accessiones non sunt; veluti suppellex, aurum, argentum, vinum, frumentum, bibliotheca, medicamenta, aliaque plura, ad usum comparata, non venalia aut custodiae causa ibidem reposita. Voet Commentar. ad Pand. §. 2. h. t.

1Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si­ve cum in­stru­men­to fun­dus le­ga­tus est si­ve in­struc­tus, duo le­ga­ta in­tel­le­gun­tur. 1Fun­do cum in­stru­men­to le­ga­to et alie­na­to in­stru­men­tum non vin­di­ca­bi­tur ex sen­ten­tia de­func­ti.

1Paul. lib. IV. ad Sabin. Mag nun ein Landgut mit dem Beilasse oder mit der Einrichtung vermacht worden sein, immer müssen darunter zwei Vermächtnisse verstanden werden. 1Ist das mit dem Beilasse vermachte Landgut nachher verkauft worden, so kann der Beilass allein auf den Grund der Willensbestimmung des Erblassers nicht gefordert werden.

2Pa­pi­nia­nus li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum. Cum pa­ter plu­ri­bus fi­liis he­redi­bus scrip­tis duo­bus prae­cep­tio­nem bo­no­rum aviae prae­ter par­tes he­redi­ta­rias de­dis­set, pro par­ti­bus co­he­redum vi­ri­les ha­bi­tu­ros le­ga­ta­rios pla­cuit. 1Do­tes prae­dio­rum, quae Grae­co vo­ca­bu­lo ἐνθῆκαι ap­pel­lan­tur, cum non in­struc­ta le­gan­tur, le­ga­ta­rio non prae­stan­tur.

2Papinian. lib. VII. Resp. Als ein Vater bei der Erbeinsetzung mehrerer Söhne22Hier wäre eigentlich hinzuzudenken: zu verschiedenen Antheilen. Die Glosse formirt nämlich den Casus so: man nehme vier Söhne zu vier verschiedenen Antheilen eingesetzt. Die beiden Legatarien erhalten hier vom Prälegat zuerst die ihren Erbtheilen entsprechenden Antheile, die übrigen Antheile aber, die, wenn das Prälegat nicht getroffen wäre, auf ihre Brüder fallen würden, zu gleichen Antheilen oder Kopftheilen. A. d. R. zweien davon ausser ihrem Erbtheile den Nachlass ihrer Grossmutter zum Voraus beschieden hatte, so ist angenommen worden, dass letztere an denjenigen Antheilen, welche den Miterben von diesem Vermächtniss zum Voraus gebührt hätten, gleiche Theile haben sollen. 1Diejenige Ausstattung eines Gutes, welche die Griechen ἐνθῆκαι33Von ἐντίθημι, das Eingesetzte, Einsatz. nennen, wird, wenn nicht das Gut mit der Einrichtung vermacht worden, dem Vermächtnissnehmer nicht gewährt.

3Idem li­bro oc­ta­vo re­spon­so­rum. Fun­dum in­struc­tum li­ber­tis pa­tro­nus tes­ta­men­to le­ga­vit: post­ea co­di­cil­lis pe­tit, ut mo­rien­tes par­tes suas fun­di su­per­sti­ti­bus re­sti­tue­rent, nec in­struc­ti men­tio­nem ha­buit. ta­lem in cau­sam fi­dei­com­mis­si de­duc­tum vi­de­ri pla­cuit, qua­lis fue­rat le­ga­tus, sed me­dii tem­po­ris aug­men­ta fe­tuum et par­tuum, item de­tri­men­ta fa­ta­lium fi­dei­com­mis­so con­ti­ne­ri. 1Mi­nor vi­gin­ti an­nis in­struc­ta prae­dia con­so­bri­nae suae da­ri vo­luit et quos­dam ser­vos prae­dio­rum vi­vus ma­nu­mi­sit. non id­cir­co ser­vi ma­nu­mis­si prae­sta­bun­tur, quod ad li­ber­ta­tem per­ve­ni­re non pos­sunt. idem iu­ris est, cum ex qua­vis alia cau­sa li­ber­tas non com­pe­tit.

3Idem lib. VIII. Resp. Ein Freilasser hatte seinen Freigelassenen im Testamente ein Landgut mit der Einrichtung vermacht. Nachher verordnete er in seinem Codicill, dass die mit Tode Abgehenden ihre Antheile an dem Landgute den Ueberlebenden herausgeben sollten, ohne der Einrichtung zu erwähnen. Man hat angenommen, dass das Landgut in derselben Weise als Fideicommiss beschieden worden, wie es vermacht worden war; aber die Zuwüchse der Zwischenzeit an Geburten und Jungen, sowie der durch Unglücksfälle veranlasste Abgang, wird mit in dem Fideicommiss begriffen. 1Ein Minderjähriger uuter zwanzig Jahren vermachte seiner Muhme Grundstücke mit der Einrichtung, und liess noch bei seinen Lebzeiten einige zu diesen Grundstücken gehörige Sclaven frei. In diesem Falle werden die freigelassenen Sclaven nicht mit gewährt, obgleich sie nicht zur Freiheit gelangen können44Die Freilassung galt zwar nach der Lex Aelia Sentia nicht, [s. §§. 4—7. Institut. l. 1. t. 6. Hier ist also noch vom alten Rechte die Rede,] aber der Vermächtnissinhaber bekam dennoch die Sclaven nicht, weil aus der Freilassung jedenfalls eine Willensänderung hervorging.. Eben dasselbe ist Rechtens, wenn ihnen aus irgend einer anderen Ursache die Freiheit nicht zusteht.

4Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Cum qui­dam duos fun­dos iunc­tos ha­be­ret et ex al­te­ro bo­ves, cum opus fe­cis­sent, in al­te­rum re­ver­te­ren­tur, utrum­que fun­dum cum in­stru­men­to le­ga­ve­rat. La­beo Tre­ba­tius bo­ves ei fun­do ces­su­ros pu­tant, ubi opus fe­cis­sent, non ubi ma­ne­re con­sue­vis­sent: Cas­cel­lius con­tra. La­beo­nis sen­ten­tiam pro­bo.

4Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Jemand, der zwei mit einander verbundene Landgüter hatte, bei welchen die Ochsen des einen, wenn sie ihre Arbeit verrichtet hatten, auf das andere zurückkehrten, hatte beide Landgüter mit dem Beilasse vermacht. Labeo und Trebatius sind der Meinung, dass die Ochsen zu demjenigen Landgute gehören, wo sie gearbeitet haben, nicht wo sie zu bleiben pflegten. Cascellius ist der entgegengesetzten Meinung, ich trete jedoch der Ansicht des Labeo bei.

5La­beo li­bro pri­mo πιϑανῶν a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Si cui fun­dum et in­stru­men­tum eius le­ga­re vis, ni­hil in­ter­est, quo­mo­do le­ges ‘fun­dum cum in­stru­men­to’ an ‘fun­dum et in­stru­men­tum’ an ‘fun­dum in­struc­tum’. Paulus. im­mo con­tra: nam in­ter ea le­ga­ta hoc in­ter­est, quod, si fun­do alie­na­to mor­tuus fue­rit qui ita le­ga­vit, ex hac scrip­tu­ra ‘fun­dum cum in­stru­men­to’ ni­hil erit le­ga­tum, ex ce­te­ris pot­erit in­stru­men­tum es­se le­ga­tum.

5Labeo lib. I. Pithanon. a Paul. Epitom. Willst du Jemandem ein Landgut und den Beilass desselben vermachen, so kommt nichts darauf an, wie du es vermachst: das Landgut mit dem Beilass, oder: das Landgut und den Beilass, oder: das Landgut mit der Einrichtung. Paulus bemerkt dabei: gerade das Gegentheil, denn zwischen diesen Vermächtnissen findet der Unterschied Statt, dass, wenn derjenige, welcher auf diese Weise vermacht hat, das Landgut vor seinem Tode verkauft, aus der Bezeichnung, das Landgut mit dem Beilass, gar kein Vermächtniss sich ergibt, nach den übrigen Bezeichnungen aber der Beilass das Vermächtniss würde sein können.

6Scae­vo­la li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Ne­po­ti le­ga­ve­rat quae cer­ta re­gio­ne prae­dia ha­bue­rat ut in­struc­ta sunt, cum vi­no gra­no ca­len­da­rio, et ad­ie­ce­rat haec ver­ba: ‘quid­quid erit cum mo­riar in il­la re­gio­ne, et quid­quid in qua­cum­que spe­cie erit in il­la re­gio­ne, vel quod meum erit’. vi­va tes­ta­tri­ce unus ex de­bi­to­ri­bus con­dem­na­tus vi­ven­te tes­ta­tri­ce sa­tis non fe­cit: quae­si­tum est, an quod ex sen­ten­tia iu­di­cis de­be­re­tur ad ne­po­tem per­ti­ne­ret. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non de­be­re­tur.

6Scaevola lib. XVI. Dig. Eine Frau hatte ihrem Enkel die Grundstücke vermacht, welche sie in einer gewissen Landschaft besass, mit der Einrichtung, dem Wein, Getreide und einem Zinsregister, und diese Worte hinzugefügt: was sich, wenn ich sterbe, in jener Landschaft, und zwar, was sich von jeder Art daselbst vorfinden oder mein Eigenthum sein wird. Noch bei Lebzeiten der Testatorin war einer ihrer Schuldner verurtheilt worden, hatte aber bei ihren Lebzeiten nicht bezahlt. Es wurde angefragt, ob dasjenige, was sie aus dem Rechtsspruche zu fordern behielt, auch dem Enkel gehöre? Er antwortete, dass kein Grund vorliege, warum es ihm nicht gebühren sollte.

7Idem li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do di­ges­to­rum. Ta­ber­nam cum cae­na­cu­lo Par­du­lae ma­nu­mis­so tes­ta­men­to le­ga­ve­rat cum mer­ci­bus et in­stru­men­tis et sup­pel­lec­ti­li quae ibi es­set, item hor­reum vi­na­rium cum vi­no et va­sis et in­stru­men­to et in­sti­to­ri­bus, quos se­cum ha­be­re con­sue­ve­rat. quae­si­tum est, cum vi­vo tes­ta­to­re in­su­la, in qua cae­na­cu­lum fuit quod ei le­ga­tum erat, ex­us­ta sit, et post bi­en­nium eo­dem lo­co con­sti­tu­ta no­va, et hor­reum, quod ei­dem le­ga­tum erat, a tes­ta­to­re ven­ie­rit, vi­ni au­tem ven­di­tio di­la­ta sit, ut ex eo com­mo­do venirent, an uni­ver­sa le­ga­ta Par­du­la con­se­qui pos­sit. re­spon­dit ea, in qui­bus vo­lun­tas mu­ta­ta es­set, non de­be­ri.

7Idem lib. XXII. Dig. Es hatte Jemand in seinem Testamente seiner Magd Pardula, nachdem er sie freigelassen, ein Haus mit einem Speisezimmer, mit den Waaren, den Utensilien und dem Hausrath, welcher sich darin befinden würde, vermacht, desgleichen die Weinniederlage mit dem Weine, den Gefässen, dem Beilasse und den Kellersclaven, welche er bei sich zu haben pflegte. Als das Gebäude, worin das ihn vermachte Speisezimmer sich befand, bei Lebzeiten des Testators abbrannte, nach zwei Jahren aber daselbst ein neues an derselben Stelle erbaut wurde, der Testator auch die ihr vermachte Niederlage verkauft, den Verkauf des Weines aber noch aufgeschoben hatte, um daraus Vortheile zu ziehen55Ut ex eo commoda venirent. Die Florentina hat commodo, die Haloandrina commode. Die Vulgata möchte wohl vorzuziehen sein., so wurde angefragt, ob Pardula alle Vermächtnisse erlangen könne. Er antwortete, dass sie auf diejenigen, in Betreff deren der Testator seinen Willen geändert habe, keine Ansprüche machen könne.

8Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. In in­stru­men­to fun­di ea es­se, quae fruc­tus quae­ren­di co­gen­di con­ser­van­di gra­tia pa­ra­ta sunt, Sa­b­inus li­bris ad Vi­tel­lium evi­den­ter enu­me­rat. quae­ren­di, vel­uti ho­mi­nes qui agrum co­lunt, et qui eos ex­er­cent prae­po­si­ti­ve sunt is, quo­rum in nu­me­ro sunt vi­li­ci et mo­ni­to­res: prae­ter­ea bo­ves Do­mi­ti, et pe­co­ra ster­co­ran­di cau­sa pa­ra­ta, va­sa­que uti­lia cul­tu­rae, quae sunt ara­tra li­go­nes sar­cu­li fal­ces pu­ta­to­riae bi­den­tes et si qua si­mi­lia di­ci pos­sunt. co­gen­di, quem­ad­mo­dum tor­cu­la­ria cor­bes fal­ces­que mes­so­riae fal­ces fe­na­riae qua­li vin­de­mia­to­rii ex­cep­to­rii­que, in qui­bus uvae com­por­tan­tur. con­ser­van­di, qua­si do­lia, li­cet de­fos­sa non sint, et cup­pae. 1Qui­bus­dam in re­gio­ni­bus ac­ce­dunt in­stru­men­to, si vil­la cul­tior est, vel­uti atrien­ses sco­pa­rii, si et­iam vir­dia­ria sint, to­pia­rii, si fun­dus sal­tus pas­tio­nes­que ha­bet, gre­ges pe­co­rum pas­to­res sal­tua­rii.

8Ulp. lib. XX. ad Sabin. Dass zum Beilass eines Landgutes dasjenige gehört, was zur Gewinnung, Bereitung und Aufbewahrung der Früchte angeschafft worden ist, zählt Sabinus in den Büchern zu Vitellius sehr deutlich her. Zur Gewinnung der Früchte [gehören] zum Beispiel die Sclaven, welche den Acker bauen, und diejenigen, welche sie anführen oder ihnen vorgesetzt sind, worunter die Meier und Aufseher [monitores]66monitores qui opera rustica urgebant, et operi instabant, cessatoresque increpabant. Brisson. gehören, ausserdem die zahmen Ochsen, und das des Düngers halber angeschaffte Vieh, die zur Cultur erforderlichen Geräthschaften, als Pflüge, Hacken, Haken, Baummesser, Gabeln und was als diesen ähnlich bezeichnet werden kann. Zur Bereitung der Früchte aber, z. B. die Keltern, Körbe, Getreide- und Heusicheln, desgleichen die Weinkörbe und Butten, worin die Trauben zusammengetragen werden. Und zur Aufbewahrung die Fässer, wenn sie auch nicht eingegraben sind, und die Tonnen. 1In einigen Gegenden rechnet man auch zum Beilasse, wenn das Landhaus bedeutender ist, die Hausaufseher und diejenigen, welche das Kehren besorgen; wenn daselbst Lustgärten sind, auch die Kunstgärtner, und wenn das Gut Triften und Weiden hat, auch die Viehheerden, die Hirten und die Trifthüter.

9Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. De gre­ge ovium ita di­stin­guen­dum est, ut, si id­eo com­pa­ra­tus sit, ut ex eo fruc­tus ca­pe­re­tur, non de­bea­tur: si ve­ro id­eo, quia non ali­ter ex sal­tu fruc­tus per­ci­pi pot­erit, con­tra erit, quia per gre­ges fruc­tus ex sal­tu per­ci­piun­tur.

9Paul. lib. IV. ad Sabin. In Ansehung einer Schafheerde ist so zu unterscheiden, dass, wenn sie deshalb angeschafft worden, um aus ihr Nutzungen zu ziehen, sie nicht gewährt zu werden braucht; ist solches aber um deshalb geschehen, weil auf keine andere Art aus der Trift Nutzungen gezogen werden können, so ist das Gegentheil anzunehmen, weil durch Heerden die Nutzungen von den Triften gewonnen werden.

10Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Si red­itus et­iam ex mel­le con­stat, al­vei apes­que con­ti­nen­tur.

10Ulp. lib. XX. ad Sabin. Kommen Einkünfte aus dem Honig vor, so werden darunter auch die Bienenkörbe und Bienen begriffen.

11Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex Cas­sio. Ea­dem ra­tio est in avi­bus, quae in in­su­lis ma­ri­ti­mis alun­tur.

11Javolen. lib. II. ex Cassio. Eben dieser Grund findet bei Vögeln Statt, welche auf Meerinseln unterhalten werden.

12Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Quae­si­tum est, an fru­men­tum, quod ci­ba­riis cul­to­rum pa­ra­tum fo­ret, in­stru­men­to ce­de­ret. et plu­ri­mis non pla­cet, quia con­su­me­re­tur: quip­pe in­stru­men­tum est ap­pa­ra­tus re­rum diu­tius man­su­ra­rum, si­ne qui­bus ex­er­ce­ri ne­qui­ret pos­ses­sio: ac­ce­dit eo, quod ci­ba­ria vic­tus ma­gis quam co­len­di cau­sa pa­ra­ren­tur. sed ego pu­to et fru­men­tum et vi­num ad ci­ba­ria pa­ra­tum in­stru­men­to con­ti­ne­ri: et ita Ser­vium re­spon­dis­se au­di­to­res eius re­fe­runt. item non­nul­lis vi­sum est fru­men­tum, quod se­ren­di cau­sa se­po­si­tum est, in­stru­men­to con­ti­ne­ri, pu­to quia et in­star cul­tu­rae es­set et ita con­su­mi­tur, ut sem­per re­po­ne­re­tur: sed cau­sa se­mi­nis ni­hil a ci­ba­riis dif­fert. 1Con­ser­van­di fruc­tus cau­sa, vel­uti gra­na­ria, quia in his fruc­tus cus­to­diun­tur, ur­ceos cap­sel­las, in qui­bus fruc­tus com­po­nun­tur: sed et ea, quae ex­por­tan­do­rum fruc­tuum cau­sa pa­ran­tur, in­stru­men­ti es­se con­stat, vel­uti iu­men­ta et ve­hi­cu­la et na­ves et cup­pae et cu­lei. 2Al­fe­nus au­tem, si quos­dam ex ho­mi­ni­bus aliis le­ga­ve­rit, ce­te­ros, qui in fun­do fue­runt, non con­ti­ne­ri in­stru­men­to ait, quia ni­hil ani­ma­lis in­stru­men­ti es­se opi­na­ba­tur: quod non est ve­rum: con­stat enim eos, qui agri gra­tia ibi sunt, in­stru­men­to con­ti­ne­ri. 3Quae­ri­tur, an ser­vus, qui qua­si co­lo­nus in agro erat, in­stru­men­to le­ga­to con­ti­nea­tur. et La­beo et Pe­ga­sus rec­te ne­ga­ve­runt, quia non pro in­stru­men­to in fun­do fue­rat, et­iam­si so­li­tus fue­rat et fa­mi­liae im­pe­ra­re. 4Sal­tua­rium au­tem La­beo qui­dem pu­tat eum de­mum con­ti­ne­ri, qui fruc­tuum ser­van­do­rum gra­tia pa­ra­tus sit, eum non, qui fi­nium cus­to­dien­do­rum cau­sa: sed Ne­ra­tius et­iam hunc, et hoc iu­re uti­mur, ut om­nes sal­tua­rii con­ti­nean­tur. 5Tre­ba­tius am­plius et­iam pis­to­rem et ton­so­rem, qui fa­mi­liae rus­ti­cae cau­sa pa­ra­ti sunt, pu­tat con­ti­ne­ri, item fa­b­rum, qui vil­lae re­fi­cien­dae cau­sa pa­ra­tus sit, et mu­lie­res quae pa­nem co­quant quae­que vil­lam ser­vent: item mo­li­to­res, si ad usum rus­ti­cum pa­ra­ti sunt: item fo­ca­riam et vi­li­cam, si mo­do ali­quo of­fi­cio vi­rum ad­iu­vet: item la­ni­fi­cas quae fa­mi­liam rus­ti­cam ves­tiunt, et quae pul­men­ta­ria rus­ti­cis co­quant. 6Sed an in­stru­men­ti in­stru­men­tum le­ga­to in­stru­men­to con­ti­ne­tur, quae­ri­tur: haec enim, quae rus­ti­co­rum cau­sa pa­ran­tur, la­ni­fi­cae et la­nae et ton­so­res et ful­lo­nes et fo­ca­riae non agri sunt in­stru­men­tum, sed in­stru­men­ti. pu­to igi­tur et­iam fo­ca­rium11Die Großausgabe liest fo­ca­riam statt fo­ca­rium. con­ti­ne­ri: sed et la­ni­fi­cas et ce­te­ros, qui su­pra enu­me­ra­ti sunt: et ita Ser­vium re­spon­dis­se au­di­to­res eius re­fe­runt. 7Uxo­res quo­que et in­fan­tes eo­rum, qui su­pra enu­me­ra­ti sunt, cre­den­dum est in ea­dem vil­la agen­tes vo­luis­se tes­ta­to­rem le­ga­to con­ti­ne­ri: ne­que enim du­ram se­pa­ra­tio­nem in­iun­xis­se cre­den­dus est. 8Si ali­qua par­te an­ni in fun­do pas­can­tur pe­co­ra, ali­qua par­te his pa­bu­lum con­du­ci­tur, vel ser­vi, si ali­qua par­te an­ni per eos ager co­li­tur, ali­qua par­te in mer­ce­dem mit­tun­tur, ni­hi­lo mi­nus in­stru­men­to con­ti­nen­tur. 9Cel­la­ra­rium quo­que, id est id­eo prae­po­si­tum, ut ra­tio­nes sal­vae sint, item os­tia­rium mu­lio­nem­que in­stru­men­ti es­se con­stat. 10Et mo­las et ma­chi­nas, fe­num sti­pu­las, asi­num ma­chi­na­rium, ma­chi­nam fru­men­ta­riam, vas ae­neum, in quo sa­pa co­que­re­tur et de­fru­tum fiat et aqua ad bi­ben­dum la­van­dam­que fa­mi­liam pa­ra­tur, in­stru­men­ti es­se, et cri­bra, et plaus­tra qui­bus ster­cus eve­ha­tur. 11Ea ve­ro, quae so­lo con­ti­nen­tur, in­stru­men­ti fun­di non es­se Cas­sius scri­bit, vel­uti ha­run­di­ne­ta et sa­lic­ta, an­te­quam cae­sa sint, quia fun­dus fun­di in­stru­men­tum es­se non pot­est: sed si cae­sa sint, pu­to con­ti­ne­ri, quia quae­ren­do fruc­tui de­ser­viunt. idem et in pa­lis erit di­cen­dum. 12Si in agro ve­na­tio­nes sint, pu­to ve­na­to­res quo­que et ves­ti­ga­to­res et ca­nes et ce­te­ra quae ad ve­na­tio­nem sunt ne­ces­sa­ria in­stru­men­to con­ti­ne­ri, ma­xi­me si ager et ex hoc red­itum ha­buit. 13Et si ab au­cu­pio red­itus fuit, au­cu­pes et pla­gae et hu­ius rei in­stru­men­tum agri in­stru­men­to con­ti­ne­bi­tur: nec mi­rum, cum et aves in­stru­men­to ex­em­plo apium con­ti­ne­ri Sa­b­inus et Cas­sius pu­ta­ve­runt. 14Si quis eo­dem in­stru­men­to in plu­ri­mis agris uta­tur, cu­ius agri sit in­stru­men­tum, quae­ri­tur. et ego ar­bi­tror, si qui­dem ap­pa­ret vo­lun­tas pa­tris fa­mi­liae, cui po­tius agro de­sti­na­ve­rat, eius es­se in­stru­men­tum: ce­te­ri enim agri ab hoc agro vel­uti mu­tuan­tur: si non ap­pa­reat, nul­lius in­stru­men­to ce­det: ne­que enim pro par­te di­vi­de­mus in­stru­men­tum. 15Su­pel­lex ce­te­ra­que, si qua in agro fue­runt, quo in­struc­tior es­set pa­ter fa­mi­lias, in­stru­men­to fun­di non con­ti­nen­tur. 16Si do­mus sit in­stru­men­tum le­ga­tum, vi­den­dum quid con­ti­nea­tur. et Pe­ga­sus ait in­stru­men­tum do­mus id es­se, quod tem­pes­ta­tis ar­cen­dae aut in­cen­dii cau­sa pa­ra­tur, non quod vo­lup­ta­tis gra­tia: ita­que ne­que spe­cu­la­ria ne­que ve­la quae fri­go­ris cau­sa vel um­brae in do­mo sunt de­be­ri. quae sen­ten­tia Cas­sii fuit, qui di­ce­bat in­ter in­stru­men­tum et or­na­men­tum mul­tum in­ter­es­se: in­stru­men­ti enim ea es­se, quae ad tu­te­lam do­mus per­ti­nent, or­na­men­ti, quae ad vo­lun­ta­tem, sic­uti ta­bu­las pic­tas. 17Ve­la au­tem Ci­li­cia in­stru­men­ti es­se Cas­sius, quae id­eo pa­ran­tur, ne ae­di­fi­cia ven­to vel plu­via la­bo­rent. 18Ace­tum quo­que, quod ex­stin­guen­di in­cen­dii cau­sa pa­ra­tur, item cen­to­nes si­fo­nes, per­ti­cae quo­que et sca­lae, et for­mio­nes et spon­gias et amas et sco­pas con­ti­ne­ri ple­ri­que et Pe­ga­sus aiunt. 19Te­gu­lam au­tem et tig­num eius rei cau­sa pa­ra­tum in­stru­men­to con­ti­ne­ri, si ad hu­ius­mo­di cau­sam ha­beat tig­na pa­ra­ta ad alios usus non de­ser­vien­tia. pro­in­de et ful­ci­men­ta si qua ha­be­bat huic rei ne­ces­sa­ria, et­iam ea in­stru­men­to do­mus con­ti­ne­bun­tur. 20De ve­lis, quae in hy­pae­thris ex­ten­dun­tur, item de his, quae sunt cir­ca co­lum­nas, Cel­sus scri­bit ma­gis sup­pel­lec­ti­li ad­nu­me­ran­da et ita Sa­binum et Cas­sium pu­ta­re. 21Ca­na­les au­tem et har­pa­go­nes et amas in­stru­men­to con­ti­ne­ri con­stat. 22Item per­ti­cae, qui­bus ara­neae de­ter­gan­tur, item spon­giae, qui­bus co­lum­nae pa­vi­men­ta po­dia ex­ter­gan­tur, sca­lae, quae ad la­cu­na­ria ad­mo­vean­tur, in­stru­men­ti sunt, quia mun­dio­rem do­mum red­dunt. 23Pa­pi­nia­nus quo­que li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum ait: sigil­la et sta­tuae ad­fi­xae in­stru­men­to do­mus non con­ti­nen­tur, sed do­mus por­tio sunt: quae ve­ro non sunt ad­fi­xa, in­stru­men­to non con­ti­nen­tur, in­quit: sup­pel­lec­ti­li enim ad­nu­me­ran­tur, ex­cep­to horo­lo­gio ae­reo, quod non est ad­fi­xum: nam et hoc in­stru­men­to do­mus pu­tat con­ti­ne­ri, sic­ut pro­thy­rum do­mus, si ve­la­men est, in­quit, in­stru­men­to do­mus con­ti­ne­tur. 24Fis­tu­lae au­tem et ca­na­les et cra­te­res et si qua sunt alia ad aquas sa­lien­tes ne­ces­sa­ria, item se­rae et cla­ves ma­gis do­mus por­tio quam do­mus in­stru­men­tum sunt. 25Spe­cu­la­ria quo­que ad­fi­xa ma­gis pu­to do­mus es­se par­tem: nam et in emp­tio­ne do­mus et spe­cu­la­ria et peg­ma­ta ce­de­re, si­ve in ae­di­fi­cio sunt po­si­ta si­ve ad tem­pus de­trac­ta. sed si non sint, re­po­si­ta ad hoc ta­men sint, ut sup­plean­tur, si qua de­sint: in­stru­men­to po­tius con­ti­ne­bun­tur. 26Can­cel­los quo­que in­stru­men­to con­ti­ne­ri pu­to. 27Sed si fun­dus non sit cum in­stru­men­to le­ga­tus, sed ita ut in­struc­tus sit, quae­si­tum est, an plus con­ti­nea­tur, quam si cum in­stru­men­to le­ga­tus es­set. et Sa­b­inus li­bris ad Vi­tel­lium scri­bit fa­ten­dum es­se plus es­se, cum in­struc­tus fun­dus le­ge­tur, quam si cum in­stru­men­to: quam sen­ten­tiam cot­ti­die in­cres­ce­re et in­va­les­ce­re vi­de­mus. quan­to igi­tur hoc le­ga­tum ube­rius est, vi­den­dum est. et Sa­b­inus de­fi­nit et Cas­sius apud Vi­tel­lium no­tat: om­nia quae eo col­lo­ca­ta sunt, ut in­struc­tior es­set pa­ter fa­mi­lias, in­struc­to, in­quit, con­ti­ne­bun­tur, id est quae ibi ha­buit, ut in­struc­tior es­set. hoc er­go le­ga­to non agri in­stru­men­tum, sed pro­prium suum in­stru­men­tum re­li­quis­se vi­de­tur. 28Pro­in­de si fun­dus sit in­struc­tus le­ga­tus, et sup­pel­lex con­ti­ne­bi­tur, quae il­lic fuit usus ip­sius gra­tia, et ves­tis non so­lum stra­gu­la, sed et qua ibi uti so­le­bat: men­sae quo­que ebo­reae vel si quae aliae, item vi­trea et au­rum et ar­gen­tum: vi­na quo­que, si qua ibi fue­rint usus ip­sius cau­sa, con­ti­nen­tur, et si quid aliud uten­si­lium. 29Sed si qua eo con­ges­se­rat non usus ip­sius cau­sa, sed cus­to­diae gra­tia, non con­ti­ne­bun­tur: vi­na et­iam, quae in apo­the­cis sunt, non ce­dent: et hoc iu­re uti­mur, ut quae ibi pa­ter fa­mi­lias qua­si in hor­reo ha­buit, haec non con­ti­nean­tur. 30Cel­sus quo­que li­bro no­no de­ci­mo di­ges­to­rum scri­bit fruc­tus ibi re­po­si­tos, ut venirent vel in alium usum quam fun­di con­ver­te­ren­tur, in­struc­to fun­do non con­ti­ne­ri. 31Idem Cel­sus eo­dem li­bro ait et­iam sup­pel­lec­ti­ca­rios et ce­te­ros hoc ge­nus ser­vos con­ti­ne­ri, id est mi­nis­te­ria, qui­bus in­struc­tus erat in eo fun­do (ex­tra ea quae li­ber­ta­tem ac­ce­pe­runt), et qui ru­re mo­ra­ri so­le­bant. 32Si in­struc­tum fun­dum le­gas­set, ea pae­da­go­gia, quae ibi ha­be­bat, ut, cum ibi venis­set, prae­sto es­sent in tri­cli­nio, le­ga­to con­ti­nen­tur. 33Con­tu­ber­na­les quo­que ser­vo­rum, id est uxo­res, et na­tos, in­struc­to fun­do con­ti­ne­ri ve­rum est. 34In­struc­to au­tem fun­do et bi­blio­the­cam et li­bros, qui il­lic erant, ut quo­tiens venis­set ute­re­tur, con­ti­ne­ri con­stat. sed si qua­si apo­the­ca li­bro­rum ute­ba­tur, con­tra erit di­cen­dum. 35Ne­ra­tius quo­que li­bro quar­to epis­tu­la­rum Ru­fi­no re­spon­dit in­struc­to fun­do et sup­pel­lec­ti­lem et vi­na et man­ci­pia non so­lum ad cul­tum cus­to­diam­ve vil­lae, sed et­iam quae ut ip­si pa­tri fa­mi­lias in mi­nis­te­rio ibi es­sent, le­ga­to ce­de­re. 36Ima­gi­nes quo­que hae so­lae le­ga­tae vi­den­tur, quae in ali­quo or­na­tu vil­lae fue­runt. 37Pa­pi­nia­nus quo­que prae­diis in­struc­tis le­ga­tis man­ci­pia non con­ti­ne­ri, quae tem­po­ris cau­sa il­lic fue­runt ac non eo ani­mo trans­tu­lit pa­ter fa­mi­lias, ut aut fun­di aut suum in­stru­men­tum fa­ce­ret. 38Idem re­spon­dit prae­diis in­struc­tis le­ga­tis ac­to­rem ex his in pro­vin­ciam mis­sum, ut or­di­na­tis neg­otiis ad pris­ti­num ac­tum red­iret, le­ga­to prae­dio­rum ce­de­re, quam­vis non­dum red­ie­rit. 39Idem re­spon­dit in­struc­tis hor­tis le­ga­tis et­iam vi­na, quae ibi fue­runt, quo do­mi­nus es­set in­struc­tior, con­ti­ne­ri: aliud es­se, si hor­rea ibi ha­buit, un­de in­strue­ba­tur vel in ur­be vel in aliis prae­diis. 40Idem re­spon­dit do­mo per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta cum su­pel­lec­ti­li Clau­dio Hie­ro­ny­mia­no cla­ris­si­mo vi­ro ab Um­brio Pri­mo et men­sas et ce­te­ram sup­pel­lec­ti­lem, quam in hor­tis pa­ter fa­mi­lias in pro­con­su­la­tum pro­fec­tu­rus con­tu­le­rat, ut tu­tio­re lo­co es­sent, con­ti­ne­ri. 41Idem re­spon­dit the­ria­cam quo­que et ce­te­ra me­di­ca­men­ta, quae se­ces­sus cau­sa do­mi­nus ibi ha­buit, et ves­tem prop­ter se­ces­sum ibi de­po­si­tam in­struc­to fun­do le­ga­to in­es­se. 42Idem re­spon­dit do­mo ita, ut in­struc­ta est, cum om­ni iu­re suo le­ga­ta ur­ba­nam fa­mi­liam, item ar­ti­fi­ces, quo­rum ope­rae ce­te­ris quo­que prae­diis ex­hi­be­ban­tur, le­ga­to non con­ti­ne­ri: os­tia­rii au­tem, in­quit, vel to­pia­rii diae­ta­rii aqua­rii do­mui tan­tum de­ser­vien­tes con­ti­ne­bun­tur. sed quod de ar­ti­fi­ci­bus ait, fal­sum est, si eius do­mus cau­sa pa­ra­ti sunt, li­cet aliis quo­que prae­diis com­mo­da­ban­tur. 43Idem re­spon­dit do­mo in­struc­ta le­ga­ta men­sas ebo­reas et li­bros non con­ti­ne­ri: sed et hoc fal­sum est: nam om­ne, quid­quid in do­mo fuit, quo in­struc­tior ibi es­set pa­ter fa­mi­lias, con­ti­ne­bi­tur, sup­pel­lec­ti­lem au­tem pa­tris fa­mi­liae in­stru­men­tum es­se ne­mo du­bi­tat. de­ni­que Ne­ra­tius li­bro quar­to epis­tu­la­rum Mar­cel­lo fra­tri suo re­spon­dit et ves­tem do­mus in­struc­tae le­ga­to con­ti­ne­ri: ma­xi­me, in­quit, in pro­pos­i­ta spe­cie: pro­po­ne­ba­tur enim, qui le­ga­ve­rat, ar­gen­tum et ra­tio­nes ex­ce­pis­se: nam qui haec, in­quit, ex­ce­pit, non pot­est non vi­de­ri de ce­te­ris re­bus, quae in ea es­sent, sen­sis­se. sed et ip­se Pa­pi­nia­nus eo­dem li­bro re­spon­so­rum ait pa­trem mer­ca­to­rem ac fae­ne­ra­to­rem, qui duos fi­lios to­ti­dem­que fi­lias he­redes in­sti­tue­rat, ita le­gas­se: ‘fi­liis ma­ri­bus do­mum meam in­struc­tam do le­go da­ri­que iu­beo’, mer­ces et pi­g­no­ra an con­ti­nean­tur, quae­ri pos­se: sed fa­ci­lem iu­di­ci vo­lun­ta­tis con­iec­tu­ram fo­re ce­te­ris pa­tris fa­cul­ta­ti­bus exa­mi­na­tis. 44Cel­sus scri­bit ser­vis qui in fun­do mo­ra­ren­tur le­ga­tis, vi­ca­rios eo­rum non con­ti­ne­ri, ni­si ap­pa­reat et de vi­ca­riis eum sen­sis­se. 45Pa­pi­nia­nus quo­que li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum uxo­ri, cui vir om­nia, quae in do­mo erant, ab he­rede fi­lia prae­sta­ri vo­luit, cau­tio­nes de­bi­to­rum emp­tio­nes­que ser­vo­rum non vi­de­ri le­ga­tas re­spon­dit, ni­si, in­quit, ex alia par­te et de ser­vis eum co­gi­tas­se ap­pa­rue­rit, sci­li­cet ut eo­rum ser­vo­rum ei le­gas­se vi­dea­tur emp­tio­nes, quos et ip­sos vo­luit ad eam per­ti­ne­re. 46Si quis fun­dum ita ut in­struc­tus est le­ga­ve­rit et ad­ie­ce­rit cum su­pel­lec­ti­li vel man­ci­piis vel una ali­qua re, quae no­mi­na­tim ex­pres­sa non erat, utrum mi­nuit le­ga­tum ad­icien­do spe­ciem an ve­ro non, quae­ri­tur. et Pa­pi­nia­nus re­spon­dit non vi­de­ri mi­nu­tum, sed po­tius ex ab­un­dan­ti ad­iec­tum. 47Idem Pa­pi­nia­nus li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum ait: in­struc­tis hor­tis fi­lio le­ga­tis ma­ter ar­gen­tum mu­lie­bre fi­liae le­ga­ve­rat: re­spon­dit et­iam id ar­gen­tum mu­lie­bre, quod in hor­tis ha­buit, ut ibi es­set in­struc­tior, ad fi­liam per­ti­ne­re.

12Ulp. lib. XX. ad Sabin. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob das Getreide, was zur Speisung der Landbauer angeschafft worden ist, zum Beilass gehöre. Die Meisten nehmen dies nicht an, weil es verzehrt werde, während der Beilass ein Inbegriff länger dauernder Sachen ist, ohne welche der Gutsbesitz nicht würde ausgeübt werden können. Hierzu kommt, dass Speisen mehr der Ernährung als der Cultur halber bereitet würden. Ich glaube jedoch, dass sowohl Getreide als Wein, zur Speisung bestimmt, unter dem Beilasse mit begriffen werden, und ebenso soll auch, nach der Angabe seiner Zuhörer, Servius geantwortet haben. Einige halten dafür, dass auch das zur Aussaat zurückgelegte Getreide mit unter dem Beilasse begriffen werde; ich glaube dies auch, weil es zum Zwecke der Cultur geschieht und es nur so verbraucht wird, dass man es immer wieder zurücklegt. Aussaat und Speisung stehen daher in demselben Verhältniss. 1Zur Erhaltung der Früchte sind bestimmt, z. B. Kornböden, weil die Früchte daselbst aufbewahrt werden, Krüge, Kasten, wo die Früchte hineingethan werden. Aber auch Alles, was der Ausfuhr der Früchte wegen angeschafft worden ist, gehört zum Beilass, wie Zugvieh, Wagen, Schiffsgefässe, Fässer und Schläuche. 2Alfenus behauptet zwar, dass, wenn Jemand einige Sclaven Anderen vermacht habe, die übrigen auf dem Landgute befindlichen nicht unter dem Beilasse begriffen würden, weil er meinte, dass nichts Lebendiges zum Beilasse gehöre. Dies ist jedoch nicht richtig, denn es ist bekannt, dass diejenigen, welche des Ackerbaues halber sich daselbst befinden, mit unter dem Beilasse begriffen werden. 3Es fragt sich, ob ein Sclav, der gleichsam den Pächter auf dem Gute macht, unter dem vermachten Beilasse mit begriffen wird? Labeo und Pegasus verneinen es mit Recht, weil er sich nicht als Beilass auf dem Gute befand, wenn er auch dem Gesinde vorzustehen pflegte. 4Von den Flurhütern ist nach Labeo’s Meinung nur derjenige darunter begriffen, welcher der Bewachung der Früchte halber angeschafft worden ist, nicht derjenige, welcher die Grenzen zu bewachen hat. Neratius rechnet aber auch diesen hinzu und nach unserem gegenwärtigen Rechte werden alle Flurhüter darunter begriffen. 5Trebatius rechnet noch den Bäcker und den Bader dazu, welche für das Landgesinde angeschafft worden sind. Desgleichen den Handwerker, welcher zur Ausbesserung des Landhauses bestimmt ist, und die Weiber, welche das Brod backen und das Landhaus bedienen. Desgleichen die Müller, wenn sie zum ländlichen Gebrauch angeschafft worden sind, ebenso die Köchin und die Meierin, wenn sie nur durch irgend einen Dienst dem Mann beisteht. Ferner die Weberinnen, welche für das Landgesinde die Kleidung fertigen und diejenigen, welche für dasselbe die Zukost bereiten. 6Es fragt sich jedoch, ob unter dem vermachten Beilass auch der Beilass des Beilasses begriffen ist? Denn dasjenige, was für die Landbauern angeschafft wird, die Wollweberinnen, die Bader, die Walker, die Köchinnen, sind nicht Beilass des Gutes, sondern des Beilasses selbst. Ich glaube jedoch, dass auch die Köchin darunter begriffen ist und die übrigen oben aufgezählten, und so soll, nach dem Berichte seiner Zuhörer, auch Servius geantwortet haben. 7Es ist deshalb auch anzunehmen, dass nach dem Willen des Testators auch die auf demselben Landhause beschäftigten Weiber und Kinder der oben aufgezählten [Sclaven] mit in diesem Vermächtnisse begriffen sind; wenigstens kann man nicht annehmen, dass der Testator eine so strenge Trennung gewollt habe. 8Vieh, was in einem Theile des Jahres auf die Weide getrieben wird, dem aber in dem anderen Futter gemiethet wird, oder Sclaven, welche in einem Theile des Jahres den Acker bebauen, in dem anderen aber für Lohn vermiethet werden, gehören nichts desto weniger mit zum Beilass. 9Bekanntlich gehört auch der Kellner, welcher zur Rechnungsführung bestellt ist, zum Beilass, desgleichen der Thürhüter, und der Maulthiertreiber. 10Desgleichen die Mühlen, Mühlenwerke, Heu, Stroh, der Mühlesel, die Getreidemaschine, das eherne Gefass, worin die Mast gekocht und [wohinein] das Verdickte gethan wird, und das Wasser, was zum Getränk und zur Wäsche für das Gesinde angeschafft wird, gehört zum Beilass, desgleichen Siebe und Wagen, womit der Dünger ausgefahren wird. 11Cassius schreibt jedoch, dass dasjenige, was noch mit dem Boden verbunden sei, nicht zum Beilass gehöre, wie Rohr und Weiden, bevor sie geschnitten sind, weil ein Landgut77Fundus ist wohl eigentlich hier als Grund und Boden zu nehmen? A. d. R. nicht Zubehör eines anderen Landgutes sein könne. Sind sie aber abgeschnitten, so gehören sie, glaube ich, allerdings dazu, weil sie zur Einsammlung der Frucht dienen. Eben dies gilt auch von den Pfählen. 12Gehören Jagden zu einem Landgute, so sind auch die Jäger, die Spursucher, die Hunde und alles übrige, was zur Jagd nothwendig ist, unter dem Zubehör begriffen, besonders wenn das Landgut auch daraus Einkünfte bezog. 13Wurden auch aus dem Vogelfange Einkünfte bezogen, so gehören auch die Vogelsteller, die Netze und die dazu nöthigen Geräthschaften zu dem Beilasse des Gutes. Und dies kann nicht befremden, da nach der Meinung des Sabinus und Cassius auch Geflügel nach dem Beispiele der Bienen zum Zubehör gerechnet werden. 14Wenn Jemand denselben Beilass zu mehreren Gütern benutzt, so fragt sich, zu welchem Gute der Beilass gehört. Ich glaube, dass, wenn aus dem Willen des Hausvaters erhellt, welchem Gute er das Zubehör vorzugsweise bestimmt hatte, es zu diesem gehöre, indem die übrigen Güter es von diesem Gute gleichsam nur darleihen. Erhellt dieses nicht, so gehört es zu keinem, denn man kann das Zubehör nicht antheilig vertheilen. 15Hausrath und alles übrige, was sich etwa auf dem Gute befand, damit der Hausvater bequemer eingerichtet war, wird unter dem Beilass nicht mit begriffen. 16Ist der Beilass eines Hauses vermacht, so fragt sich, was darunter begriffen wird? Pegasus nimmt an, Beilass eines Hauses sei dasjenige, was zum Schutz gegen die Witterung oder gegen Feuersgefahr, nicht was der Annehmlichkeit wegen angeschafft worden ist. Daher dürfen weder Spiegel, noch Tücher, welche gegen die Kälte oder des Schattens wegen im Hause sich befinden, verabfolgt werden. Dies war auch die Meinung des Cassius, welcher sagte, dass zwischen Beilass und Schmuck ein grosser Unterschied sei. Denn Beilass sei das, was zum Schutz des Hauses diene, Schmuck aber, was zur Annehmlichkeit, wie Gemälde. 17Die Cilicischen Tücher rechnet Cassius jedoch zum Beilass, weil sie deshalb angeschafft werden, damit die Gebäude nicht vom Winde oder Regen leiden. 18Auch Essig, welcher zum Auslöschen des Feuers angeschafft wird, desgleichen Decken, Röhren, Seile, Stangen und Leitern, Matten, Schwämme, Eimer und Besen werden darunter begriffen, wie die Meisten und auch Pegasus annehmen. 19Dachziegel aber und das zu diesem Zwecke angeschaffte Material88S. l. 62. de Verb. signif. 50. 16. werden unter dem Beilass begriffen, wenn der Besitzer besonders zu diesem Zwecke zubereitete zu keinem anderen Gebrauche dienende Materialien hat. Auch Stützen, wenn sie im Hause nothwendig gebraucht werden, werden zum Beilass eines Hauses gerechnet. 20Von den Tüchern aber, welche im Freien ausgespannt werden, desgleichen von denjenigen, welche um die Säulen geschlungen werden, schreibt Celsus, dass sie mehr zum Hausrathe zu rechnen seien, und eben dies nehmen auch Sabinus und Cassius an. 21Röhren aber, Hacken und Eimer werden bekanntlich unter dem Beilass begriffen. 22Desgleichen die Kehrbesen, womit die Spinnengewebe abgefegt werden, ferner Schwämme, womit die Säulen, der Estrich und die Tritte gereinigt werden. Leitern, welche an das Getäfel der Zimmerdecke angelegt werden, gehören zum Beilass, weil sie zur Reinigung des Hauses bestimmt sind. 23Papinianus sagt auch im siebenten Buche seiner Rechtsgutachten: Reliefs und festgemachte Statuen gehören nicht zum Beilass eines Hauses, sondern sind ein Theil des Hauses selbst. Aber auch die nicht festgemachten spricht er, werden nicht unter dem Zubehör begriffen, sondern zum Hausrath gezählt, mit Ausschluss der ehernen Sonnenuhr, welche nicht festgemacht ist. Denn auch diese gehört nach seiner Meinung zum Beilass des Hauses, sowie auch das Vorgehänge, wenn es ein Tuch ist, seiner Ansicht nach unter dem Beilass des Hauses begriffen wird. 24Wasserröhren und Röhrlagen, desgleichen Becken und was sonst zu springenden Wassern nothwendig ist, sowie Riegel und Schlösser sind mehr ein Theil als Beilass des Hauses. 25Auch die festgemachten Spiegelscheiben sind, glaube ich, mehr ein Theil des Hauses. Denn auch beim Kaufe eines Hauses gehören Spiegel und Wandschränke dazu, sie mögen nun im Hause aufgestellt oder eine Zeitlang fortgeschafft worden sein. Sind sie aber nicht wieder aufgestellt worden, jedoch dazu vorhanden, um, wo welche fehlen, ergänzt zu werden, so gehören sie allerdings zum Beilass des Hauses. 26Auch die Gitter müssen, glaube ich, mit unter dem Beilasse begriffen werden. 27Wenn aber ein Landgut nicht mit dem Beilass vermacht worden ist, sondern mit der Einrichtung, so ist die Frage aufgeworfen worden, ob darunter mehr begriffen ist, als wenn es mit dem Beilass vermacht worden wäre. Und Sabinus schreibt in den Büchern zu Vitellius, man müsse zugeben, dass es allerdings mehr sei, wenn ein Landgut mit der Einrichtung, als wenn es nur mit dem Beilass vermacht werde: welche Meinung denn wir täglich mehr zunehmen und sich befestigen sehen. Es kommt nun darauf an, in wieweit dies Vermächtniss reichhaltiger ist. Sabinus bestimmt und Cassius beim Vitellius bemerkt, Alles, was dazu zusammengebracht worden ist, damit der Hausvater besser eingerichtet sei, wird, spricht er, unter der Einrichtung begriffen, das ist Alles, was er daselbst besass, um besser eingerichtet zu sein. Daher ist anzunehmen, dass er bei diesem Vermächtnisse nicht den Beilass des Gutes, sondern seinen eigenen Beilass hinterlassen habe. 28Ferner wenn ein Landgut mit der Einrichtung vermacht worden ist, so wird darunter auch der Hausrath begriffen, welcher sich zum Gebrauch des Besitzers daselbst befand, und nicht allein die gewebten Matratzen, sondern alles, dessen er sich daselbst zu bedienen pflegte, auch die elfenbeinernen Tische, oder welche sonst vorhanden sind, desgleichen Gläser, Gold und Silberzeug, auch die Weine, wenn sie sich daselbst zum eigenen Gebrauche befanden, werden darunter begriffen, und was sonst von Geräthschaften vorhanden ist. 29War aber etwas daselbst nicht zu seinem Gebrauche, sondern der Aufbewahrung wegen aufgehäuft, so wird es nicht mit darunter begriffen, auch gehören die Weine nicht mit dazu, welche in den Vorrathskammern liegen. Auch das ist gegenwärtig Rechtens, dass dasjenige, was der Hausvater daselbst gleichsam wie in einer Niederlage hatte, nicht mit darunter begriffen wird. 30Ferner schreibt Celsus im neunzehnten Buche der Digesten, dass Früchte, welche daselbst aufgeschüttet wären, um verkauft oder zu einem andern Zwecke als für das Landgut verbraucht zu werden, zu einem Gute mit der Einrichtung nicht gerechnet würden. 31Ebenderselbe Celsus sagt in demselben Buche, dass auch die Hüter des Hausrathes und die übrigen Sclaven dieser Gattung mit darunter begriffen würden, d. i. die Diener, womit der Hausvater auf diesem Gute eingerichtet war, mit Ausschluss derer, welche die Freiheit erhielten oder auf dem Felde sich aufzuhalten pflegten. 32Hätte Jemand ein Landgut mit der Einrichtung vermacht, so werden unter diesem Vermächtnisse auch die Pagen begriffen, welche er daselbst hielt, um bei seiner Anwesenheit im Tafelzimmer bei der Hand zu sein. 33Auch ist es richtig, dass unter einem Landgute mit der Einrichtung die Familie der Sclaven, d. i. ihre Frauen und Kinder, ebenfalls begriffen werden. 34Auch ist es bekannt, dass zu einem Landgute mit der Einrichtung auch die Bibliothek und die Bücher gehören, welche sich daselbst befanden, damit der Eigenthümer sich derselben bei seiner jedesmaligen Anwesenheit bedienen konnte. Wurde sie aber gleichsam als Bücherniederlage benutzt, so wird das Gegentheil anzunehmen sein. 35Neratius antwortete auch im vierten Buche seiner Briefe dem Rufinus: Sei ein Landgut mit der Einrichtung vermacht worden, so gehörten zu diesem Vermächtnisse nicht allein der Hausrath, die Weine und die zum Anbau und Bewachung des Landhauses daselbst vorhandenen Sclaven, sondern auch diejenigen, deren Bestimmung es war, daselbst den Dienst bei dem Hausvater selbst zu versehen. 36Von Bildern sind allein diejenigen als vermacht anzusehen, welche dem Landhause zu einer Art Zierde dienten. 37Auch Papinianus ist der Meinung, dass unter Vermächtnissen von Landgütern mit der Einrichtung die Sclaven nicht begriffen würden, welche sich nur eine Zeitlang daselbst befanden und welche der Hausvater nicht in der Absicht dahin versetzt hatte, um entweder den Beilass des Gutes oder seine eigene Einrichtung zu bilden. 38Ebenderselbe ertheilte zur Antwort, dass bei Vermächtnissen von Grundstücken mit der Einrichtung auch der Verwalter zu dem Vermächtnisse der Güter gehöre, welcher in die Provinz gesandt worden, um nach vollbrachtem Geschäft in sein voriges Dienstverhältniss wieder einzutreten, wäre er auch noch nicht zurückgekehrt. 39Ebenderselbe antwortete, wenn Gärten mit der Einrichtung vermacht worden, dass darunter auch die Weine begriffen würden, welche der Herr daselbst besass, um besser eingerichtet zu sein. Anders sei es jedoch, wenn er Niederlagen daselbst gehabt habe, aus denen er in der Stadt oder auf den übrigen Gütern mit Wein versehen wurde. 40Ebenderselbe antwortete, als Umbrius Primus dem berühmten Claudius Hieronianus sein Haus mit dem Hausrathe fideicommissarisch hinterlassen hatte, dass dazu auch die Tische und der übrige Hausrath gehörten, welchen der Hausvater, als er zum Proconsulate abreiste, der grössern Sicherheit halber hatte in die Gärten bringen lassen. 41Desgleichen antwortete er, dass zu dem Vermächtnisse des Landgutes mit der Einrichtung auch Gegengifte und andere Arzneien gehörten, welche der Hausherr der Entfernung halber daselbst besass, und die der Entfernung wegen daselbst aufbewahrte Kleidung. 42Ebenso ertheilte er zur Antwort, als ein Haus sowie es steht und liegt mit allen Zuständigkeiten vermacht worden war, dass in diesem Vermächtnisse das städtische Gesinde, desgleichen Handwerker, deren Dienste auch für andere Landgüter verwendet würden, nicht begriffen seien, wohl aber Thürsteher, Gärtner, Zimmerwärter und Wasserträger, nur zum Dienste dieses Hauses bestimmt. Was er jedoch von den Handwerkern sagt, ist unrichtig, wenn sie für dieses Haus angeschafft worden sind, wurden sie gleich auch andern Gütern dargeliehen. 43Desgleichen ertheilte er zur Antwort, wenn ein Haus mit der Einrichtung vermacht worden, dass darunter elfenbeinerne Tische und Bücher nicht begriffen würden. Aber auch dies ist unrichtig; denn alles, was im Hause irgend sich befand, damit der Hausvater gut eingerichtet sein möchte, wird darunter begriffen. Dass aber der Hausrath des Hatusvaters zum Beilass gehört, bezweifelt Niemand. Wenigstens ertheilte Neratius im vierten Buche seiner Briefe seinem Bruder Marcellus zur Antwort, dass in dem Vermächtnisse eines Hauses mit der Einrichtung auch die Kleidung begriffen sei; besonders, meint er, in dem vorgetragenen Falle. Es wurde nämlich vorgetragen, dass derjenige, welcher das Vermächtniss ausgesetzt, Silber und ausstehende Forderungen ausgenommen habe. Denn wer dies, antwortete er, ausdrücklich ausgenommen, von dem kann man nicht annehmen, dass er nicht alle übrigen darin befindlichen Gegenstände gemeint habe. Und Papinianus sagt auch selbst in demselben Buche seiner Gutachten, als ein Vater, der Kaufmann und Geldwechsler war, und zwei Söhne und eben soviel Töchter zu Erben eingesetzt, ein Vermächtniss aber folgendergestalt beschieden hatte: meinen Söhnen vermache ich mein Haus mit der Einrichtung, dass sich die Frage aufwerfen lasse, ob auch die Waaren und Pfänder mit darunter begriffen seien? Der Richter werde jedoch, wenn er die übrigen Vermögensumstände des Vaters geprüft, leicht die Auslegung des Willens errathen. 44Celsus schreibt, dass unter einem Vermächtnisse der auf einem Gute befindlichen Sclaven, deren Untersclaven nicht begriffen würden, in sofern nicht erhelle, dass [der Testator] auch diese mit im Sinne gehabt hat. 45Auch antwortete Papinianus im siebenten Buche seiner Rechtsgutachten einer Ehegattin, deren Ehemann seine zur Erbin eingesetzte Tochter verpflichtet hatte, ihr alles, was im Hause sich befand, zu verabfolgen, dass die Sicherheitsbestellungen der Schuldner und die Kaufbriefe der Sclaven nicht als vermacht angesehen werden könnten, in sofern nicht aus einer andern Stelle erhelle, dass der Testator auch der Sclaven gedacht habe, nämlich dass anzunehmen sei, er habe ihr die Kaufbriefe auch derjenigen Sclaven vermacht, welche selbst nach seiner Willensmeinung ihr gehören sollten. 46Wenn Jemand ein Landhaus mit der Einrichtung vermacht und nun hinzugefügt hätte: mit dem Hausrathe, den Sclaven oder irgend einer andern Sache, welche stillschweigend99In dem instructo. schon ausgedrückt war, so fragt sich, ob er durch Hinzufügung der einzelnen Gegenstände das Vermächtniss vermindert oder nicht? Und Papinianus ertheilte zur Antwort, dass es nicht als zur Verminderung, sondern als zum Ueberfluss hinzugefügt anzusehen sei. 47Ebenso erzählt Papinianus im siebenten Buche seiner Rechtsgutachten: eine Mutter hatte, nachdem sie ihre Gärten mit der Eiurichtung ihrem Sohne beschieden, ihrer Tochter das weibliche Silberzeug vermacht. Er antwortete: auch dasjenige weibliche Silberzeug, welches sie in den Gärten gehabt, um besser eingerichtet zu sein, gehöre der Tochter.

13Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ta­ber­nae cau­po­niae in­stru­men­to le­ga­to et­iam in­sti­to­res con­ti­ne­ri Ne­ra­tius ex­is­ti­mat: sed vi­den­dum, ne in­ter in­stru­men­tum ta­ber­nae cau­po­niae et in­stru­men­tum cau­po­nae sit dis­cri­men, ut ta­ber­nae non ni­si lo­ci in­stru­men­ta sint, ut do­lia va­sa an­co­nes ca­li­ces trul­lae, quae cir­ca ce­nam so­lent tra­ici, item ur­nae ae­reae et con­gia­ria sex­ta­ria et si­mi­lia: cau­po­nae au­tem, cum neg­otia­tio­nis no­men sit, et­iam in­sti­to­res. 1In­stru­men­to bal­nea­rio le­ga­to et­iam bal­nea­to­rem con­ti­ne­ri Ne­ra­tius re­spon­dit:

13Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist der Beilass eines Schenkladens vermacht worden, so gehören, wie Neratius meint, auch die Factoren1010Vergl. l. 18. D. de instit. act. 14. 3. dazu. Es möchte jedoch zwischen Beilass eines Schenkladens und Beilass einer Schenkwirthschaft ein Unterschied sein; dass nämlich [Beilass] eines Schenkladens nur das Zubehör des Ortes umfasst, wie Stückfässer, Gefässe, Flaschenlager, Becher, Schöpfkelche, welche um den Tisch pflegen herumgeschickt zu werden, desgleichen eherne Urnen, Quart- und Nöselmaasse und dergleichen; Beilass einer Schenk wirthschaft aber, da es der Name des Geschäfts ist, auch die Factoren. 1Ist Badezubehör vermacht, so gehört, wie Neratius antwortete, auch der Bader dazu,

14Idem li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. con­ti­ne­tur au­tem et for­ni­ca­tor.

14Idem lib. II. ad Vitell. desgleichen auch der Ofenheitzer.

15Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si ita tes­ta­men­to scrip­tum sit: ‘quae ta­ber­na­rum ex­er­cen­da­rum in­struen­da­rum pis­tri­ni cau­po­nae cau­sa fac­ta pa­ra­ta­que sunt, do le­go’, his ver­bis Ser­vius re­spon­dit et ca­bal­los, qui in pis­tri­nis es­sent, et pis­to­res, et in cau­po­nio in­sti­to­res et fo­ca­riam, mer­ces­que, quae in his ta­ber­nis es­sent, le­ga­tas vi­de­ri. 1Do­mo in­struc­ta re­spon­sum et11Die Großausgabe liest est statt et. sup­pel­lec­ti­lem le­ga­tam, non et­iam vi­na, quia do­mus vi­nis in­struc­ta in­tel­le­gi non pot­est. 2Mu­lier vil­lae cus­tos per­pe­tua fun­do qui cum in­stru­men­to le­ga­tus es­set aut in­struc­to con­ti­ne­bi­tur, sic­uti sal­tua­rius: par enim ra­tio est: nam de­si­de­rant tam vil­lae quam agri cus­to­diam, il­lic, ne quid vi­ci­ni aut agri aut fruc­tuum oc­cu­pent, hic, ne quid ce­te­ra­rum re­rum quae in vil­la con­ti­nen­tur: vil­la au­tem si­ne ul­la du­bi­ta­tio­ne pars fun­di ha­be­tur.

15Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn in einem Testamente folgendergestalt verordnet worden ist: ich vermache ihm dasjenige, was zum Gebrauche und Einrichtung der Läden, desgleichen für die Bäckerei und die Gastwirthschaft gemacht und angeschafft worden ist; so sind mit diesen Worten, wie Servius geantwortet hat, die Pferde in der Bäckerei, die Bäcker, die Factoren in dem Gasthause, die Köchin und die in den Läden befindlichen Waaren als vermacht anzusehen. 1Als ein Haus mit der Einrichtung vermacht war, wurde zur Antwort ertheilt, nur der Hausrath ist vermacht worden, nicht auch die Weine; denn es kann ein mit Weinen eingerichtetes Haus nicht gedacht werden. 2Die Frau, welche beständige Hüterin des Landhauses ist, wird so, wie der Flurhüter, zu dem Landgute gerechnet, was mit dem Beilass oder mit der Einrichtung vermacht worden ist. Denn der Grund ist gleich. Sowohl Landhäuser als Ländereien erfordern nämlich Bewachung: diese, damit die Nachbarn von der Länderei oder den Früchten nicht etwas an sich nehmen; jene, damit solches nicht mit den übrigen in dem Landhause befindlichen Sachen geschieht. Das Landhaus aber wird ohne Zweifel als ein Theil des Landgutes angesehen.

16Al­fe­nus li­bro se­cun­do di­ges­to­rum a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Vil­lae in­stru­men­to le­ga­to su­pel­lec­ti­lem non con­ti­ne­ri ve­rius est. 1Vi­nea et in­stru­men­to eius le­ga­to in­stru­men­tum vi­neae ni­hil es­se Ser­vius re­spon­dit: qui eum con­su­le­bat, Cor­ne­lium re­spon­dis­se aie­bat pa­los per­ti­cas ras­tros li­go­nes in­stru­men­ti vi­neae es­se: quod ve­rius est. 2Qui­dam uxo­ri fun­dum, uti in­struc­tus es­set, in quo ip­se ha­bi­ta­bat, le­ga­vit. con­sul­tus de mu­lie­ri­bus la­ni­fi­cis an in­stru­men­to con­ti­ne­ren­tur, re­spon­dit non qui­dem es­se in­stru­men­ti fun­di, sed quon­iam ip­se pa­ter fa­mi­lias, qui le­gas­set, in eo fun­do ha­bi­tas­set, du­bi­ta­ri non opor­te­re, quin et an­cil­lae et ce­te­rae res, qui­bus pa­ter fa­mi­lias in eo fun­do es­set in­struc­tus, om­nes le­ga­tae vi­de­ren­tur.

16Alfen. lib. II. Dig. a Paulo Epitom. Ist der Beilass eines Landhauses vermacht worden, so wird nach einer richtigeren Meinung der Hausrath darunter nicht begriffen. 1Als ein Weinberg und der Beilass desselben vermacht worden war, antwortete Servius, dass ein Weinberg gar keinen Beilass habe. Derjenige aber, der ihn um Rath fragte, berichtet: Cornelius habe geantwortet: zum Beilass eines Weinbergs gehörten die Pfähle, Stangen, Karste und Hacken und dies ist unstreitig richtiger. 2Jemand vermachte seiner Gattin das Landgut, was er selbst bewohnte, mit der Einrichtung. Von den Wollenweberinnen befragt, ob sie unter dem Beilass begriffen würden, antwortete er: sie gehörten zwar nicht zu dem Beilasse des Landgutes; da jedoch der Hausvater, welcher das Vermächtniss ausgesetzt, auf dem Landgute gewohnt habe, so dürfe nicht bezweifelt werden, dass auch die Mägde und die übrigen Sachen, womit der Hausvater auf diesem Landgute eingerichtet, gewesen, sämmtlich zu dem Vermächtnisse gehörten.

17Mar­cia­nus li­bro sep­ti­mo in­sti­tu­tio­num. Item pic­to­ris in­stru­men­to le­ga­to ce­rae co­lo­res si­mi­lia­que ho­rum le­ga­to ce­dunt, item pe­ni­cu­li et cau­te­ria et con­chae. 1In­stru­men­to pis­ca­to­rio con­ti­ne­ri Aris­to ait nau­cel­las, quae pis­cium ca­pien­do­rum cau­sa com­pa­ra­tae sunt: sed et pis­ca­to­res con­ti­ne­ri ve­rius est. 2In­stru­men­to bal­nea­to­rio le­ga­to dic­tum est bal­nea­to­rem sic in­stru­men­to con­ti­ne­ri bal­nea­rio, quo­mo­do in­stru­men­to fun­di sal­tua­rium et to­pia­rios, et in­stru­men­to cau­po­nio in­sti­to­rem, cum bal­neae si­ne bal­nea­to­ri­bus usum suum prae­be­re non pos­sint.

17Marc. lib. VII. Instit. Ist Jemandem der Beilass eines Malers vermacht worden, so gehören zu dem Vermächtnisse die Wachse, Farben und ähnliche Gegenstände, desgleichen Schwämme, die Eisen zum Einbrennen und die Muscheln. 1Unter Fischereibeilass werden, sagt Aristo, die Kähne begriffen, welche des Fischfangs wegen angeschafft worden sind. Richtiger aber ist, dass auch die Fischer darunter begriffen werden. 2Ist Badebeilass vermacht worden, so wird, wie bereits gesagt worden, der Bader ebenso unter dem Badebeilass begriffen, wie unter dem Beilass eines Landgutes der Flurhüter und die Gärtner, und unter dem Beilass eines Gasthauses der Factor begriffen werden, weil die Bäder ohne den Bader den bestimmten Gebrauch nicht gewähren können.

18Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Cum de la­nio­nis in­stru­men­to quae­ri­tur, se­mo­ta car­ne men­sas pon­de­ra fer­ra­men­ta­que la­nian­dae car­nis cau­sa prae­pa­ra­ta, item tru­ti­nas cul­tros do­la­bras in­stru­men­to re­lin­qui­mus. 1In­stru­men­to le­ga­to ali­quan­do et­iam per­so­nas le­gan­tium ne­ces­se est in­spi­ci. ut ec­ce pis­to­rio in­stru­men­to le­ga­to ita ip­si pis­to­res in­es­se vi­de­ri pos­sunt, si pa­ter fa­mi­lias pis­tri­num ex­er­cuit: nam plu­ri­mum in­ter­est, in­stru­men­tum pis­to­ri­bus an pis­tri­no pa­ra­tum sit. 2Asi­nam mo­len­da­riam et mo­lam ne­gat Ne­ra­tius in­stru­men­to fun­di con­ti­ne­ri. 3Item cac­ca­bos et pa­ti­nas in in­stru­men­to fun­di es­se di­ci­mus, quia si­ne his pul­men­ta­rium co­qui non pot­est. nec mul­tum re­fert in­ter cac­ca­bos et ae­num, quod su­pra fo­cum pen­det: hic aqua ad po­tan­dum ca­le­fit, in il­lis pul­men­ta­rium co­qui­tur. quod si ae­num in­stru­men­to con­ti­ne­tur, ur­cei quo­que, qui­bus aqua in ae­num in­fun­di­tur, in idem ge­nus red­igun­tur, ac de­in­ceps in in­fi­ni­tum pri­mis qui­bus­que pro­xi­ma co­pu­la­ta pro­ce­dunt. op­ti­mum er­go es­se Pe­dius ait non pro­priam ver­bo­rum sig­ni­fi­ca­tio­nem scru­ta­ri, sed in pri­mis quid tes­ta­tor de­mons­tra­re vo­lue­rit, de­in­de in qua prae­sump­tio­ne sunt qui in qua­que re­gio­ne com­mo­ran­tur. 4Cum de vi­li­co quae­re­re­tur et an in­stru­men­to in­es­set et du­bi­ta­re­tur, Scae­vo­la con­sul­tus re­spon­dit, si non pen­sio­nis cer­ta quan­ti­ta­te, sed fi­de do­mi­ni­ca co­le­re­tur, de­be­ri. 5Idem con­sul­tus de me­ta mo­len­da­ria re­spon­dit, si rus­ti­cis eius fun­di ope­ra­riis mo­le­re­tur, eam quo­que de­be­ri. est au­tem me­ta in­fe­rior pars mo­lae, ca­til­lus su­pe­rior. 6De bu­bul­co quo­que ita re­spon­dit, si­ve de eo, qui bu­bus ibi ara­ret, si­ve de eo, qui bo­ves eius fun­di ara­to­res pas­ce­ret, quae­re­re­tur, de­be­ri. 7De pu­ta­to­ri­bus quo­que ita re­spon­dit, si eius fun­di cau­sa ha­be­ren­tur, in­es­se: 8Pas­to­res quo­que et fos­so­res ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­re. 9Item cum fun­dus ita le­ga­tus es­set: ‘Mae­vio fun­dum Se­ia­num, ita ut op­ti­mus ma­xi­mus­que est, cum om­ni in­stru­men­to rus­ti­co et ur­ba­no et man­ci­piis quae ibi sunt’ et quae­re­re­tur, an se­mi­na de­be­ren­tur, re­spon­dit ve­rius es­se de­be­ri, ni­si aliud tes­ta­to­rem sen­sis­se he­res pro­ba­ret. idem re­spon­dit de fru­men­to re­po­si­to ad man­ci­pio­rum ex­hi­bitio­nem. 10In in­stru­men­to me­di­ci es­se col­ly­ria et em­plas­tra et ce­te­ra eius ge­ne­ris Cas­sius scri­bit. 11Cui fun­dum in­struc­tum le­ga­ve­rat, no­mi­na­tim man­ci­pia le­ga­vit: quae­si­tum est, an re­li­qua man­ci­pia, quae non no­mi­nas­set, in­stru­men­to ce­de­rent. Cas­sius ait re­spon­sum es­se, tam­et­si man­ci­pia in­struc­ti fun­di sint, ta­men vi­de­ri eos so­los le­ga­tos es­se, qui no­mi­na­ti es­sent, quod ap­pa­re­ret non in­tel­le­xis­se pa­trem fa­mi­lias in­stru­men­to quo­que ser­vos ad­nu­me­ra­tos es­se. 12Sa­b­inus. cui fun­dus quae­que ibi sint le­ga­ta sunt, ei fun­dus et om­nia, quae in eo so­li­ta sunt es­se quae­que ibi ma­io­re par­te an­ni mo­ra­ri et hi, qui in eum ma­nen­di cau­sa re­ci­pe­re se con­sue­ve­runt, le­ga­ti vi­den­tur: at si qua con­sul­to in fun­do con­ges­ta con­trac­ta­ve sunt, quo le­ga­tum cumu­la­re­tur, ea non vi­den­tur le­ga­ta es­se. 13Qui­dam cum ita le­gas­set: ‘vil­lam meam ita ut ip­se pos­se­di cum sup­pel­lec­ti­le men­sis man­ci­piis, quae ibi de­pu­ta­bun­tur, ur­ba­nis et rus­ti­cis, vi­nis, quae in diem mor­tis meae ibi erunt, et de­cem au­reis’, et quae­re­re­tur, cum in diem mor­tis ibi li­bros et vi­trea­mi­na et ves­ti­cu­lam ha­bue­rit, an ea­dem om­nia le­ga­to ce­de­rent, quon­iam quae­dam enu­me­ras­set: Scae­vo­la re­spon­dit spe­cia­li­ter ex­pres­sa, quae le­ga­to ce­de­rent. 14Do­mum in­struc­tam le­ga­vit cum om­ni­bus ad­fi­xis: quae­ri­tur de in­stru­men­tis de­bi­to­rum, an ea le­ga­ta­rius ha­be­re pot­est. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non pos­se.

18Paul. lib. II. ad Vitell. Wenn über den Beilass eines Fleischers Frage entsteht, so versteht man mit Ausschluss des Fleisches, die Tische, die Gewichte und die für das geschlachtete Fleisch bestimmten Eisen, desgleichen die Waagen, die Schlachtmesser und die Aexte unter dem Beilass als vermacht. 1Ist Beilass vermacht worden, so muss bisweilen auch auf die Person der Vermächtnissgeber gesehen werden, so dass z. B. bei vermachtem Mühlenbeilass die mahlenden Sclaven selbst als mit darunter begriffen angesehen werden können, wenn der Hausvater selbst das Müllergewerbe betrieb. Denn es ist ein grosser Unterschied, ob der Beilass für die mahlenden Sclaven oder für die Mühle angeschafft worden ist1111Wenn die Glosse hier bei pistoribus sagt: id est dominus per se exercentibus, so versteht sie, glaube ich, diese Stelle falsch, indem Paulus es gerade umgekehrt meint. Treibt der Herr das Müllergewerbe nicht selbst, so sind die mahlenden Sclaven diejenigen, welche es treiben; sie können daher nicht das Instrument sein oder der Beilass, womit das Gewerbe getrieben wird; treibt aber der Herr das Gewerbe selbst, so sind die Sclaven mit die Instrumente dazu und gehören alsdann allerdings unter den Beilass.. 2Neratius bestreitet, dass ein Mülleresel und eine Mühle unter dem Beilass eines Landgutes begriffen werden. 3Desgleichen behaupten wir, dass Kochtöpfe und Schüsseln zum Beilass eines Landgutes gehören, weil ohne diese das Zugemüse nicht gekocht werden kann. Auch ist kein grosser Unterschied zwischen einem Kochtopfe und dem Geschirr, was über dem Heerde hängt: dieses erwärmt das Wasser zum Trinken, in jenem wird das Zugemüse gekocht1212S. Ram. del Manzano ad Leg. Jul. et Pap. lib. I. cap. 25. T. M. V. 112. A. d. R.. Gehört dieses eherne Geschirr zum Beilass, so werden unter eben diese Classe auch die Krüge, womit das Wasser in diese Geschirre gegossen wird, gerechnet; und so folgt in unendlicher Reihe auf das Vorausgegangene immer das Nächste, was mit ihm in Verbindung steht. Das Beste ist daher, sagt Pedius, nicht die eigentliche Bedeutung der Worte zu erforschen, sondern zuerst, was der Testator damit hat anzeigen wollen, sodann aber, was man darunter zu verstehen pflegt, je nachdem man in dieser oder in jener Landschaft lebt1313So verstehe ihc die Worte in qua praesumtione sint, qui in quaqua regione commorantur; s. Brencmann de legg. inscript. in Wieling. Jurprd. restituta, p. 164. A. d. R.. 4Als über einen Gutsverwalter1414Cujac. lib. 10. Observat. cap. 37. Villicus est is, qui praepositus est rationibus rusticis, fructibus percipiendis, universoque operi rustico. angefragt wurde, ob er zum Beilass gehöre, und man daran zweifelte, ertheilte der darüber befragte Scävola zur Antwort, dass er mit verabfolgt werden müsse, wenn das Landgut nicht gegen ein bestimmtes Pachtgeld, sondern nur gegen Rechnungslegung auf Treu und Glauben bearbeitet würde. 5Eben derselbe über einen Mühlstein oder Läufer (meta) befragt, antwortete, dass er [als zum Beilass gehörig] mit verabfolgt werden müsse, wenn von den ländlichen Dienstleuten dieses Landgutes darauf gemahlen würde. Es ist aber Meta der untere Theil einer Mühle, und Catillus der obere. 6Auch über einen Ochsenhirten ertheilte er folgende Antwort: es möge nun über den angefragt werden, welcher daselbst mit den Ochsen pflüge, oder über den, welcher die Pflugochsen weide; immer müsse er mit dazu gerechnet werden. 7Auch über die Beschneider [der Bäume und Weinstöcke] ertheilte er zur Antwort, dass sie mit dazu gehörten, wenn sie dieses Landgutes halber gehalten würden. 8Auch die Hirten und Gräbenzieher gehörten dem Vermächtnissinhaber. 9Desgleichen, als ein Landgut folgendergestalt vermacht worden war: dem Mävius vermache ich das Sejanische Landgut im besten und vollkommensten Zustande1515Durch die Clausel: ita ut optimus maximusque est, legte der Erblasser dem Erben besonders die Pflicht auf, die Servituten von der Sache abzubringen. S. Westphal von Vermächtnissen u. s. w. Th. I. S. 589. mit allem ländlichen und städtischen Beilass und den daselbst befindlichen Sclaven, und er befragt wurde, ob auch das Saatgetreide zu verabfolgen sei? antwortete er, dass es allerdings mit gebühre, in sofern der Erbe nicht nachzuweisen vermöge, dass der Testator es anders gemeint habe. Eine gleiche Antwort ertheilte er über das zur Unterhaltung der Sclaven aufgeschüttete Getreide. 10Cassius schreibt, dass zum Beilass eines Arztes auch die Balsamkügelchen, die Pflaster und die übrigen Gegenstände dieser Art gehörten. 11Ein Testator vermachte demjenigen, welchem er ein völlig eingerichtetes Landgut beschieden hatte, noch namentlich Sclaven. Es wurde angefragt, ob auch die übrigen Sclaven, welche er nicht namentlich genannt habe, zum Beilass gehörten. Cassius berichtet, die Antwort sei dahin gegangen, dass, wenn gleich die Sclaven [eigentlich] zur Einrichtung eines Landgutes gehören, doch nur diejenigen als vermacht angesehen werden könnten, welche namentlich genannt worden, indem klar erhelle, dem Hausvater sei unbekannt gewesen, dass auch Sclaven zum Beilass gerechnet würden. 12Sabinus sagt: wenn Jemandem ein Landgut mit Allem, was sich darauf befindet, vermacht worden ist, so ist das Landgut, Alles, was sich auf demselben gewöhnlich befindet, was den grössten Theil des Jahres daselbst verbleibt, und alle [Sclaven], welche ihren dauernden Wohnsitz daselbst zu nehmen pflegten, als vermacht anzusehen. Sei aber etwas vorsätzlich auf dem Gute aufgehäuft oder zusammengebracht worden, um das Vermächtniss zu vermehren, so könne dies nicht als vermacht angesehen werden. 13Als Jemand ein Vermächtniss folgendergestalt beschieden hatte: ich vermache ihm mein Landhaus, sowie ich es selbst besessen habe, mit dem Hausrathe, den Tischen, den Stadt- und Landsclaven, welche dahin abgeordnet wurden, mit den Weinen, welche am Tage meines Todes sich daselbst befinden werden, und zehn Goldstücke, und nun angefragt wurde, weil er an seinem Todestage daselbst Bücher, gläserne Gefässe und einen Anzug1616Vesticula: nescio, sagt Bynkershoek Obs. lib. III. c. 3. an alibi vesticulae vox occurat; — vesticula forte erit vestiarium vel σύγκτησις vestium. gehabt hatte, ob dies alles zu dem Vermächtnisse gehöre, weil er einiges aufgezählt habe, antwortete Scävola, dass besonders ausgedrückt sei, was zu dem Vermächtnisse gehöre. 14Jemand vermachte ein eingerichtetes Haus mit allen darin festgemachten Sachen; es wurde über die Schuldinstrumente angefragt, ob der Vermächtnissinhaber auch diese erhalten könne? Er antwortete: nach dem vorgetragenen Falle könne dies nicht geschehen1717Unstreitig veranlasste hier die Gleichheit des Ausdrucks instrumentum zu der Anfrage. Vgl. D. de Leg. III. 92. §. 1. wo derselbe Fall entschieden ist..

19Pau­lus li­bro ter­tio de­ci­mo re­spon­so­rum. Si man­ci­pia quae, post tes­ta­men­tum fac­tum in fun­dum Se­iae re­lic­tum a tes­ta­to­re in­duc­ta, fun­di co­len­di gra­tia in eo­dem fun­do fue­rint, ea quo­que in­stru­men­to fun­di con­ti­ne­ri re­spon­di: quam­vis enim ea man­ci­pia tes­ta­tor de­mons­tras­set, quae tunc ibi es­sent cum le­ga­ret, ta­men non mi­nuen­di le­ga­ti, sed au­gen­di cau­sa man­ci­pio­rum quo­que fe­cit men­tio­nem. ce­te­rum in­stru­men­to fun­di man­ci­pia quo­que co­len­di agri cau­sa in­duc­ta con­ti­ne­ri non amb­igi­tur. 1Pau­lus re­spon­dit vil­lae in­stru­men­to ne­que fruc­tus re­po­si­tos ne­que equi­tium con­ti­ne­ri, sup­pel­lec­ti­le au­tem le­ga­to ce­de­re: ser­vum ve­ro ar­te fa­b­ri­ca peritum, qui an­nuam mer­ce­dem prae­sta­bat, in­stru­men­to vil­lae non con­ti­ne­ri.

19Paul. lib. XIII. Resp. Wenn die Sclaven, welche der Testator nach Errichtung seines Testamentes auf das der Seja hinterlassene Landgut, um es zu bebauen, versetzt hatte, sich auf diesem Landgute noch befanden, so müssen sie, wie ich zur Antwort ertheilt habe, auch unter dem Beilass des Gutes begriffen werden. Denn obgleich der Testator von den Sclaven geredet habe, welche zu der Zeit, als er das Vermächtniss aussetzte, sich daselbst befänden, so habe er doch der Sclaven nicht erwähnt, um das Vermächtniss zu vermindern, sondern um es zu vermehren; übrigens sei es unbestritten, dass zum Beilass eines Grundstückes auch die zur Bebauung des Ackers eingestellten Sclaven gehörten. 1Paulus antwortete, dass unter dem Beilass eines Landhauses weder die aufgeschütteten Früchte noch die Stuterei begriffen würden, dass aber der Hausrath zu dem Vermächtnisse gehöre. Dagegen werde der des Schmiedehandwerkes kundige Sclav, welcher einen jährlichen Pacht entrichtet habe, unter dem Beilass des Landhauses nicht mit begriffen.

20Scae­vo­la li­bro ter­tio re­spon­so­rum. Se­iae ex par­te he­redi in­sti­tu­tae, si he­res erit, fun­dos per prae­cep­tio­nem de­de­rat in­struc­tos cum suis vi­li­cis et re­li­quis co­lo­no­rum et co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘post­ea mi­hi venit in men­tem: Se­iae fun­dos quos re­li­qui, ita ut sunt in­struc­ti rus­ti­co in­stru­men­to sup­pel­lec­ti­le pe­co­re et vi­li­cis cum re­li­quis co­lo­no­rum et apo­the­ca ha­be­re vo­lo’. quae­si­tum est, an et­iam ea, quae pa­tris fa­mi­lias usus cot­ti­dia­ni cau­sa in fun­dis fue­runt, le­ga­to con­ti­ne­ren­tur. re­spon­dit tes­ta­men­to qui­dem ut pro­po­ne­re­tur Se­iae, in­su­per fun­dum, le­ga­tum, ve­rum non am­plius de­be­ri, quam in co­di­cil­lis (quos sa­ne post ob­li­vio­nem tes­ta­men­ta­riae scrip­tu­rae fe­cis­set) in­struc­ti ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­ri vel­le se ma­ni­fes­te os­ten­dis­set. 1Li­ber­to suo qui­dam prae­dia le­ga­vit his ver­bis: ‘Se­io li­ber­to meo fun­dos il­lum et il­lum do le­go ita ut in­struc­ti sunt cum do­ti­bus et re­li­quis co­lo­no­rum et sal­tua­riis cum con­tu­ber­na­li­bus suis et fi­liis et fi­lia­bus’. quae­si­tum est, an Sti­chus ser­vus, qui prae­dium unum ex his co­luit et re­li­qua­tus est am­plam sum­mam, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si Se­io de­bea­tur. re­spon­dit, si non fi­de do­mi­ni­ca, sed mer­ce­de, ut ex­tra­nei co­lo­ni so­lent, fun­dum co­luis­set, non de­be­ri. 2‘Gaio Se­io alum­no meo fun­dos meos il­lum et il­lum, ita ut in­struc­ti sunt, et do­mum su­pe­rio­rem da­ri vo­lo’: quae­si­tum est, an et­iam do­mum in­struc­tam da­ri vo­lue­rit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ita vi­de­ri de­dis­se, ni­si is, a quo pe­te­re­tur, aliud tes­ta­to­rem sen­sis­se ma­ni­fes­te do­ce­ret: at si ha­bi­ta­tio­nis, id est ae­di­fi­cii in­stru­men­tum le­gas­set, non ce­de­re ser­vos ope­rae alii­ve rei pa­ra­tos. 3Prae­dia ut in­struc­ta sunt cum do­ti­bus et re­li­quis co­lo­no­rum et vi­li­co­rum et man­ci­piis et pe­co­re om­ni le­ga­vit et pe­cu­liis et cum ac­to­re: quae­si­tum est, an re­li­qua co­lo­no­rum, qui fi­ni­ta con­duc­tio­ne in­ter­po­si­ta cau­tio­ne de co­lo­nia dis­ces­se­rant, ex ver­bis su­pra scrip­tis le­ga­to ce­dant. re­spon­dit non vi­de­ri de his re­li­quis es­se co­gi­ta­tum. 4Idem quae­siit in ac­to­re le­ga­to, an uxor et fi­lia le­ga­to ce­dant, cum ac­tor non in prae­diis, sed in ci­vi­ta­te mo­ra­tus sit. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur ce­dant. 5Idem quae­siit, cum tes­ta­tor fac­to tes­ta­men­to in pro­vin­ciam sit pro­fec­tus, an ea man­ci­pia, quae post pro­fec­tio­nem eius aut mor­tem si­ne cu­ius­quam auc­to­ri­ta­te spon­te sua ad pa­ren­tes et no­tos si­bi ho­mi­nes in fun­dos le­ga­tos trans­ie­re, le­ga­to ce­dant. re­spon­dit non le­ga­tos eos, qui for­te vel­uti com­mean­tes trans­is­sent. 6‘Pam­phi­lae li­ber­tae meae da­ri vo­lo fun­dum Ti­tia­num cum in­stru­men­to et his quae in eo­dem erunt cum mo­riar’. quae­si­tum est, si Sti­chus ser­vus, ex eo fun­do an­te an­num mor­tis tes­ta­to­ris ab­duc­tus et in dis­ci­pli­nam tra­di­tus, post­ea in eum fun­dum non re­ver­sus sit, an de­bea­tur. re­spon­dit, si stu­den­di cau­sa mi­sis­set, non quo a fun­do eum alior­sum trans­fe­rat, de­be­ri. 7‘Ty­ran­nae so­ro­ri meae fun­dum meum Grae­cia­num cum sta­bu­lo et in­stru­men­to rus­ti­co om­ni re­lin­quo’. quae­ri­tur, an fun­di ap­pel­la­tio­ne et­iam pas­cua, quae ad eum si­mul cum fun­do per­ve­ne­rint et quae sem­per in usi­bus hu­ius pos­ses­sio­nis ha­bue­rat, le­ga­to ce­de­rent. re­spon­dit, si pra­ta fun­do Grae­cia­no ita con­iun­xis­set, uti sub una fun­di ap­pel­la­tio­ne ha­be­ren­tur, ea quo­que de­be­ri. 8In­struc­tis do­mi­bus le­ga­tis cra­bat­tus ar­gen­to in­au­ra­to tec­tus mor­tis Ti­tiae tem­po­re in do­mi­bus non est re­per­tus, sed in hor­reis tan­tis­per con­di­tus: quae­ro, an is quo­que prae­stan­dus sit. re­spon­dit, si in do­mo es­se so­le­ret et quo tu­tio­re lo­co ha­be­re­tur, in­ter­im in hor­reo al­la­tus es­set, ni­hi­lo mi­nus prae­stan­dum. 9Quod ad­ie­cit tes­ta­tor ‘uti pos­se­di’ an hoc sig­ni­fi­cet ‘sic­ut in­struc­ta in diem mor­tis ha­buit’, id est cum man­ci­piis pe­co­ri­bus in­stru­men­to rus­ti­co? re­spon­dit: non de iu­re quae­ri­tur.

20Scaev. lib. III. Resp. Der zur Hälfte zur Erbin eingesetzten Seja hatte Jemand, wenn sie die Erbschaft antreten würde, Landgüter mit völliger Einrichtung, mit den dazu gehörigen Verwaltern und den Pachtgeldern1818Reliqua colonorum sunt pensiones a colonis debitae. Briss. der Pächter zum Voraus beschieden; verordnete jedoch in seinem Codicill Folgendes: Auch fällt mir noch nachträglich ein, Seja soll die Landgüter, welche ich ihr hinterlassen habe, sowie sie mit ländlichem Beilass, Hausrath, Vieh und Verwaltern versehen sind, mit den Pachtgeldern der Pächter und mit dem Vorrathshause erhalten. Es wurde angefragt, ob auch das, was sich zum täglichen Gebrauche des Hausvaters auf den Gütern befand, in dem Vermächtuisse begriffen sei? Er antwortete: nach dem vorgetragenen Testamente sei zwar der Seja das Landgut obendrein vermacht worden, doch dürfe ihr dazu nicht mehr verabfolgt werden, als was der Testator, wie er ganz klar in seinem Codicill, welches er unstreitig errichtet habe, nachdem er die Bestimmung im Testamente vergessen gehabt, gezeigt habe, unter der Benennung Einrichtung begriffen haben wolle. 1Seinem Freigelassenen hatte Jemand Grundstücke mit diesen Worten vermacht: meinem Freigelassenen Sejus vermache ich dieses und jenes Landgut, sowie sie eingerichtet sind, mit dem Zubehör, den von den Pächtern zu zahlenden Pachtgeldern, den Trifthütern und mit den dabei befindlichen Sclavenpaaren und deren Kindern beiderlei Geschlechts. Es wurde angefragt, ob der Sclav Stichus, welcher eines dieser Landgüter bewirthschaftete, und eine bedeutende Summe rückständig war, auf den Grund des Fideicommisses auch dem Sejus gebühre? Er antwortete: habe er das Landgut nicht gegen Rechnung auf Treu und Glauben des Herrn, sondern gegen Pachtgeld, wie fremde Pächter, bewirthschaftet, so gebühre er demselben nicht. 2Mein Pflegling Cajus Sejus soll dieses und jenes meiner Landgüter, sowie sie eingerichtet sind, und mein oberes Haus erhalten. Es wurde angefragt, ob es der Wille des Testators gewesen, dass ihm auch das Haus mit der Einrichtung gegeben werden solle? Er ertheilte zur Antwort: in dem vorgetragenen Falle sei allerdings anzunehmen, dass er es ihm so vermacht habe, in sofern nicht derjenige, von dem es verlangt würde, klar nachzuweisen vermöge, dass der Testator es anders im Sinne gehabt habe. Sollte er jedoch [blos] den zur Wohnung also zum Gebäude selbst gehörigen Beilass vermacht haben, so gehörten dazu nicht die zu persönlichen Diensten oder zu anderen Geschäften angeschafften Sclaven. 3Es hatte Jemand Landgüter mit der Einrichtung, mit dem Zubehör, den Pachtgeldern der Pächter und Meier, mit den Sclaven, mit sämmtlichem Vieh, mit den Sondergütern und mit dem Verwalter vermacht. Es wurde angefragt, ob die Pachtreste der Pächter, welche nach beendigtem Pacht von der Pachtung nach Bestellung einer Sicherheit abgegangen waren, nach den oben erwähnten Worten auch zu dem Vermächtnisse gehörten? Er antwortet: es sei nicht anzunehmen, dass auch an diese Pachtgelder gedacht worden sei. 4Eben derselbe fragte bei dem Vermächtnisse eines Verwalters an, ob auch dessen Gattin und Tochter zu dem Vermächtnisse gehörten, da der Verwalter nicht auf den Gütern, sondern in der Stadt sich aufgehalten habe. Er antwortete: es sei kein Grund vorhanden, warum sie dazu gehören sollten. 5Eben derselbe fragte an, als der Testator nach Errichtung eines Testamentes in die Provinz gereist war, ob die Sclaven, welche nach seiner Abreise oder nach seinem Tode ohne irgend Jemandes Erlaubniss aus eigener Willkür sich zu ihren Verwandten und Bekannten auf die vermachten Landgüter begeben hätten, zu dem Vermächtnisse gehörten. Er antwortete: diejenigen seien nicht mit vermacht worden, welche gleichsam wie auf einer Reise vorübergehenden Aufenthalt daselbst genommen hätten. 6Meine Freigelassene Pamphila soll mein Titianisches Landgut mit dem Beilass und Allem erhalten, was sich, wenn ich sterbe, daselbst befinden wird. Es wurde angefragt, ob der Sclav Stichus, welcher vor dem Todesjahre des Testators von dem Landgute fortgebracht und in die Lehre gethan worden, nachher aber auf das Landgut nicht zurückgekehrt ist, derselben auch gebühre? Er antwortete, dass er ihr allerdings verabfolgt werden müsse, wenn der Testator ihn des Unterrichts wegen fortgeschickt habe und nicht, um ihn von diesem Landgute wo anders hin zu bringen. 7Meiner Schwester Tyranna vermache ich mein Gräzianisches Landgut mit der Heerde und allem ländlichen Beilass. Es wird angefragt, ob vermöge der Benennung Landgut auch die Weideplätze, welche er zugleich mit dem Landgute erlangt und bei dieser Besitzung stets im Gebrauch gehabt, zu dem Vermächtnisse gehörten? Er antwortete: wenn er diese Wiesen mit dem Gräcianischen Landgute dergestalt verbunden habe, dass sie unter einem Gutsnamen mit begriffen würden, so müssten sie ihr allerdings verabfolgt werden. 8Bei einem Vermächtnisse von Häusern mit der Einrichtung wurde das mit vergoldetem Silber beschlagene Ruhebett zur Zeit des Todes der Titia in den Häusern nicht aufgefunden, sondern kurz darauf in den Niederlagen verborgen. Ich frage an, ob auch dieses gewährt werden muss? Er antwortete: wenn es sich im Hause zu befinden pflegte und nur, um es an einem sicherern Ort zu haben, in die Niederlage gebracht worden sei, so müsse es dessenungeachtet verabfolgt werden. 9Der Zusatz des Testators: wie ich es besessen habe, bezeichnet er die Einrichtung wie er sie gerade besass, d. h. mit Sclaven, Vieh und dem ländlichen Beilass? Er antwortete, dass eine Rechtsfrage hier nicht vorliege1919Sondern blos eine quaestio facti. A. d. R..

21Pom­po­nius li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Cum fun­dus si­ne in­stru­men­to le­ga­tus sit, do­lia mo­lae oli­va­riae et prae­lum et quae­cum­que in­fi­xa in­ae­di­fi­ca­ta­que sunt fun­do le­ga­to con­ti­nen­tur, nul­la au­tem ex his re­bus quae mo­ve­ri pos­sunt pau­cis ex­cep­tis fun­di ap­pel­la­tio­ne con­ti­nen­tur. de mo­lis tum quae­ri so­let, cum ita ad­fi­xae ita­ve in­ae­di­fi­ca­tae sint, ut par­tes ae­di­fi­cio­rum es­se vi­dean­tur.

21Pompon. lib. I. Fideicomm. Wenn ein Landgut ohne Beilass vermacht worden ist, so werden Stückfässer, Oelmühlen, die Presse und alles, was festgemacht und eingebaut ist, mit zu dem Landgute gerechnet, keine dieser Gegenstände aber, welche fortbewegt werden können, werden mit wenigen Ausnahmen unter der Benennung Landgut begriffen. In Ansehung der Mühlen pflegt diese Frage dann aufgeworfen zu werden, wenn sie so befestigt oder so eingebaut sind, dass sie Theile des Gebäudes zu sein scheinen.

22Pau­lus li­bro ter­tio sen­ten­tia­rum. Fun­do le­ga­to ‘ut op­ti­mus ma­xi­mus­que est’ re­tia apra­ria et ce­te­ra ve­na­tio­nis in­stru­men­ta con­ti­ne­bun­tur: quod et­iam ad in­stru­men­ta per­ti­net, si quaes­tus fun­di ex ma­xi­ma par­te in ve­na­tio­ni­bus con­sis­tat. 1Fun­do le­ga­to cum man­ci­piis et pe­co­ri­bus et om­ni in­stru­men­to rus­ti­co et ur­ba­no pe­cu­lium ac­to­ris an­te tes­ta­to­rem de­func­ti, si ex eo­dem fun­do fue­rit, ma­gis pla­cet ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­re.

22Paul. lib. III. Sentent. Ist ein Landgut in seinem besten und vollkommensten Zustande vermacht worden, so werden auch die Saunetze und das übrige Jagdgeräth dazu gerechnet, was auch zum Beilass gehört, wenn der Ertrag des Landguts zum grössten Theile in Jagden besteht. 1Ist ein Landgut mit den Sclaven, wie dem Vieh und allem ländlichen und städtischen Beilass vermacht worden, so ist mehr anzunehmen, dass das Sondergut des vor dem Testator verstorbenen Verwalters, wenn er aus diesem Landgute war, auch dem Vermächtnissinhaber gehört.

23Ne­ra­tius li­bro se­cun­do re­spon­so­rum. Cum quae­ra­tur, quod sit ta­ber­nae in­stru­men­tum, in­ter­es­se, quod ge­nus neg­otia­tio­nis in ea ex­er­ce­ri so­li­tum sit.

23Nerat. lib. II. Resp. Wenn die Frage entsteht, was Beilass eines Ladens sei, so kommt es darauf an, welche Art von Geschäften darin getrieben zu werden pflegt.

24Pau­lus li­bro ter­tio ad Ne­ra­tium. Fun­dus, qui lo­ca­tus erat, le­ga­tus est cum in­stru­men­to: in­stru­men­tum, quod co­lo­nus in eo ha­buit, le­ga­to ce­dit. Pau­lus: an quod co­lo­ni fuit an tan­tum id quod tes­ta­to­ris fuit? et hoc ma­gis di­cen­dum est, ni­si nul­lum do­mi­ni fuit.

24Paul. lib. III. ad Nerat. Ein verpachtetes Landgut war mit dem Beilass vermacht worden. Der Beilass, welchen der Pächter auf dem Gute inne gehabt, gehört zum Vermächtniss. Paulus: der, welcher dem Pächter gehört, oder nur der, welcher Eigenthum des Testators war? Nur für diesen ist zu entscheiden, ausgenommen, wenn der Herr gar keinen Beilass besass.

25Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Fun­di in­stru­men­to le­ga­to id pe­cus ce­de­re pu­ta­bat Tu­be­ro, quod is fun­dus sus­ti­ne­re po­tuis­set: La­beo con­tra. quid enim fiet, in­quit, si, cum mil­le oves fun­dus sus­ti­ne­re po­tuis­set, duo mi­lia ovium in eo fun­do fue­rint? quas oves po­tis­si­mum le­ga­to ces­su­ras ex­is­ti­ma­bi­mus? nec quae­ren­dum es­se, quid de­buis­set pa­ra­ri pe­co­ris in­stru­men­ti fun­di cau­sa, sed quid pa­ra­tum es­set: non enim ex nu­me­ro aut mul­ti­tu­di­ne le­ga­ta aes­ti­man­dum es­se. La­beo­nis sen­ten­tiam pro­bo. 1Qui­dam cum in fun­do figli­nas ha­be­ret, fi­gu­lo­rum ope­ra ma­io­re par­te an­ni ad opus rus­ti­cum ute­ba­tur, de­in­de eius fun­di in­stru­men­tum le­ga­ve­rat. La­beo Tre­ba­tius non vi­de­ri fi­gu­los in in­stru­men­to fun­di es­se. 2Item cum in­stru­men­tum om­ne le­ga­tum es­set ex­cep­to pe­co­re, pas­to­res ovi­lio­nes, ovi­lia quo­que le­ga­to con­ti­ne­ri Ofi­lius non rec­te pu­tat.

25Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Wenn der Beilass eines Landgutes vermacht worden ist, so gehört nach der Meinung des Tubero dasjenige Vieh dazu, was dies Landgut hätte ernähren können. Labeo nimmt das Gegentheil an, denn was, spricht er, soll geschehen, wenn das Landgut nur tausend Schafe hätte unterhalten können, sich aber zweitausend auf demselben befinden? Welche Schafe sollen wir als vorzüglich zu dem Vermächtnisse gehörig annehmen? Auch dürfe nicht gefragt werden, was an Vieh, des Beilasses dieses Landguts wegen, hätte angeschafft werden müssen, sondern was angeschafft worden sei. Denn nicht nach der Anzahl oder Menge müsse ein Vermächtniss2020Die Lesart Legatum scheint mir richtiger. beurtheilt werden. Ich trete der Meinung des Labeo bei. 1Jemand, welcher auf seinem Landgute Töpferwerkstätten hatte, benutzte die Töpfer den grössten Theil des Jahres hindurch zu ländlichen Arbeiten, darauf vermachte er den Beilass dieses Landgutes. Labeo und Trebatius sind der Meinung, dass die Töpfer nicht als zum Beilass des Gutes gehörig angesehen werden könnten. 2Desgleichen, als aller Beilass vermacht worden war, mit Ausschluss des Viehes, so ist die Meinung des Ofilius unstreitig unrichtig, dass die Schäfer, die Schafhirten und Horden in dem Vermächtnisse mit begriffen seien.

26Idem li­bro quin­to ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Do­lia fic­ti­lia, item plum­bea, qui­bus ter­ra ad­ges­ta est, et in his vi­ri­dia­ria po­si­ta ae­dium es­se La­beo Tre­ba­tius pu­tant. ita id ve­rum pu­to, si ita il­li­ga­ta sint ae­di­bus, ut ibi per­pe­tuo po­si­ta sint. 1Mo­las ma­nua­rias qui­dem sup­pel­lec­ti­lis, iu­men­ta­rias au­tem in­stru­men­ti es­se Ofi­lius ait. La­beo Cas­cel­lius Tre­ba­tius ne­utras sup­pel­lec­ti­lis, sed po­tius in­stru­men­ti pu­tant es­se, quod ve­rum pu­to.

26Idem lib. V. ex Poster. Labeon. Labeo und Trebatius sind der Meinung, dass thönerne und bleierne Gefässe, mit Erde angefüllt und darin Gartengewächse gepflanzt, zu den Gebäuden gehören; ich halte dies dann für richtig, wenn sie so mit den Gebäuden verbunden sind, dass sie daselbst für beständig aufgestellt worden sind. 1Ofilius behauptet, dass die Handmühlen zum Hausrath, die Rossmühlen aber zum Beilass gehören. Labeo, Cascellius und Trebatius rechnen keine von beiden zum Hausrathe, sondern vielmehr zum Beilass, was auch ich für richtig halte.

27Scae­vo­la li­bro sex­to di­ges­to­rum. Prae­dia ma­ri­ti­ma cum ser­vis qui ibi erunt et om­ni in­stru­men­to et fruc­ti­bus qui ibi erunt et re­li­quis co­lo­no­rum nu­tri­to­ri suo le­ga­vit. quae­si­tum est, an ser­vi pis­ca­to­res, qui so­le­bant in mi­nis­te­rio tes­ta­to­ris es­se et ubi­cum­que eum se­qui et ur­bi­cis ra­tio­ni­bus ex­pun­ge­ban­tur nec mor­tis tes­ta­to­ris tem­po­re in prae­diis le­ga­tis de­pre­hen­si fue­rant, le­ga­ti es­se vi­dean­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non es­se le­ga­tos. 1Ad­fi­ni suo ita le­ga­vit: ‘fun­dum Cor­ne­lia­num Ti­tio ita ut est in­struc­tus cum om­ni­bus re­bus et man­ci­piis et re­li­quis co­lo­no­rum da­ri vo­lo’. haec tes­ta­trix Ro­mae li­tis cau­sa ex Afri­ca veniens man­ci­pia quae­dam ex fun­do su­pra scrip­to, quo ci­tius per hie­mem ope­ram ele­ge­ret, se­cum ab­du­xit: quae­si­tum est, an ea man­ci­pia fi­dei­com­mis­so ce­dant, cum quae­dam ex his rus­ti­cis of­fi­ciis ad tem­pus per­egri­na­tio­nis ab­duc­ta sunt re­lic­tis con­ser­va­bus et fi­liis suis et quae­dam ma­tri­bus et pa­tri­bus. re­spon­dit man­ci­pia, de qui­bus quae­re­re­tur, se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ex cau­sa fi­dei­com­mis­si de­be­ri. 2Idem quae­siit, an fruc­tus eius­dem fun­di, qui ibi in diem mor­tis co­ac­ti man­se­rint, fi­dei­com­mis­so ce­dant, cum ple­nis­si­ma tes­ta­to­ris er­ga ad­fi­nem vo­lun­tas ab eo quo­que ma­ni­fes­te­tur, quo re­li­qua co­lo­no­rum eius­dem pos­ses­sio­nis ad eum per­ti­ne­re vo­lue­rit. re­spon­dit in hu­ius­mo­di scrip­tu­ra pos­se re­spon­de­ri hoc so­lum quae­ren­dum, an ma­ni­fes­te ap­pa­reat de­func­ta id, de quo quae­re­re­tur, da­ri no­luis­se. 3Li­ber­to, quem he­redem in par­te re­scrip­sit, fun­dum per prae­cep­tio­nem de­dit in haec ver­ba: ‘Pam­phi­le li­ber­te, prae­ci­pi­to ti­bi­que ha­be­to fun­dum meum Ti­tia­num et agel­lum Sem­pro­nia­num cum in­stru­men­to et his, quae in eo­dem erunt cum mo­riar, fa­mi­lia­que, quae in eo fun­do mo­ra­tur, ex­cep­tis quos ma­nu­mi­se­ro’. quae­si­tum est, cum tes­ta­tor in eo fun­do ali­quan­tum vi­ni in do­liis ha­bue­rit, quod vi­vus to­tum ven­di­de­rat et par­tem ter­tiam pre­tii pro eo ac­ce­pe­rat, an vi­num in do­liis re­ma­nens ad li­ber­tum ex cau­sa prae­cep­tio­nis per­ti­neat. re­spon­dit ver­bis quae pro­po­ne­ren­tur con­ti­ne­ri, ni­si ma­ni­fes­te con­tra­riam vo­lun­ta­tem co­he­redes ap­pro­bant. in eo fun­do in­stru­men­ta ca­len­da­rii et num­mos re­li­quit. re­spon­sum est de num­mis quo­que, ut su­pra re­spon­sum. 4Ita le­ga­tum est: ‘Sep­ti­ciae so­ro­ri meae fun­di pa­ter­ni mei Se­ia­ni par­tem da­ri vo­lo sic ut est, et al­te­ram par­tem ita, ut in diem mor­tis fue­rit’: quae­si­tum est, an ex ver­bis su­pra scrip­tis ag­ge­res et prae­la iam po­si­ta pa­ra­ta­que, ut im­mit­tan­tur ae­di­fi­cio, item in­stru­men­tum ur­ba­num et rus­ti­cum cum man­ci­piis, quae fun­di cau­sa erant, ad le­ga­ta­rios per­ti­neant. re­spon­dit: pot­est haec ver­ba ‘sic ut est’ ad in­struc­tum re­fer­ri. 5Fun­dos le­ga­vit in haec ver­ba: ‘Sem­pro­nio fra­tri meo hoc am­plius fun­dos meos ita, ut in­struc­ti sunt, Cas­sia­num No­nia­num cum suis sa­lic­tis et sil­vis’. quae­si­tum est, cum sil­vae et sa­lic­ta non in fun­dis su­pra scrip­tis, sed in ad­iec­tis agel­lis et quos si­mul tes­ta­tor com­pa­ra­vit nec si­ne his fun­di co­li pos­sint, an le­ga­to ce­de­rent. re­spon­dit id tan­tum ce­de­re le­ga­to, quod ver­bis com­pre­hen­dis­set.

27Scaevola lib. VI. Dig. Jemand hatte seinem Erzieher seine am Meer belegenen Landgüter mit allen Sclaven, welche sich daselbst befinden würden, mit allem Beilass, mit allen alsdann vorhandenen Früchten und den Pachtgeldern der Pächter vermacht. Es wurde angefragt, ob die Fischersclaven, welche im Dienste des Testators zu sein und ihn überall zu begleiten pflegten, auch in den städtischen Rechnungen anfgeführt wurden, und auch zur Zeit des Ablebens des Testators auf den vermachten Landgütern nicht befindlich waren, als vermacht angesehen werden könnten? Er antwortete: nach dem, was vorgetragen worden, seien sie nicht mit vermacht worden. 1Eine Frau hatte ihrem Schwager ein Vermächtniss folgender Gestalt beschieden: Titius soll das Cornelianische Landgut, wie es eingerichtet ist, mit allem Zubehör, Sclaven und Pachtgeldern der Pächter erhalten. Diese Testatorin führte, indem sie eines Processes wegen aus Afrika nach Rom kam, um desto geschwinder den Winter hindurch zur Stelle zu kommen2121Nach der Haloandrischen Lesart oram legeret, wofür einigermaassen die Parallelstelle l. 2. §. 46. D. de Orig. jur. 1. 2. — qui cum Africae oram teneret — spricht; also wahrscheinlich zum rudern, indem die grosse Hitze im Sommer das Reisen von Africa nach Rom sehr erschwerte. Die Gebauer-Spangenb. Ausgabe hat operam elegeret, und führt die verschiedenen Lesarten und Conjecturen dieser Stelle folgender Gestalt auf: Taur. in Annot. operam elegeret sic in P. forte oram legeret non ineleganti modo loquendi. Ita autem jam habet Steph. ad Blaublomm., aus dem oben erwähnten Grundstück einige Sclaven mit sich. Es wurde angefragt, ob diese Sclaven zum Fideicommiss gehören, da einige derselben auf die Zeit der Reise mit Hinterlassung ihrer Mitsclavinnen und Kinder, und einige mit Hinterlassung ihrer Väter und Mütter von den ländlichen Arbeiten fortgeführt worden waren. Er antwortete: die Sclaven, über welche angefragt werde, müssten nach dem Vortrage auf den Grund des Fideicommisses verabfolgt werden. 2Eben derselbe fragte an, ob die Früchte dieses Landgutes, welche zur Zeit ihres Todes daselbst aufgesammelt geblieben waren, zu dem Fideicommiss gehörten, indem der so günstige Wille der Testatorin gegen ihren Schwager auch aus der Bestimmung erhelle, dass die Pachtgelder der Pächter dieser Besitzung ihm ebenfalls gehören sollten. Er antwortete: in Bezug auf diese Worte könne nur geantwortet werden, dass sich allein frage, ob klar erhelle, dass die Verstorbene das, worüber angefragt werde, nicht habe geben wollen. 3Seinem Freigelassenen, welcher er zur Hälfte zum Erben eingesetzt hatte, beschied Jemand sein Landgut zum Voraus2222Per praeceptionem dare, id est praeter hereditatis partem dare. Briss. mit diesen Worten: Du, mein Freigelassener, sollst zum Voraus erhalten mein Titianisches Landgut und das Stückchen Sempronischen Acker mit dem Beilass und allem, was sich, wenn ich sterbe, daselbst befinden wird, und mit den Sclaven, welche auf diesem Grundstücke wohnen, mit Ausschluss derer, welche ich freilassen werde. Da der Testator auf diesem Landgute eine Quantität Wein in Fässern gehabt, diese aber bei seinem Ableben ganz verkauft und den dritten Theil des Kaufgeldes dafür erhalten hatte, so wurde angefragt, ob der in den Fässern zurückgebliebene Wein auf den Grund des Prälegats auch dem Freigelassenen gehöre? Er antwortete: nach den vorgetragenen Worten ist er mit in dem Vermächtnisse begriffen, ausser wenn die Miterben einen entgegengesetzten Willen des Testators klar nachweisen. Auch hinterliess derselbe auf diesem Landgute die Verzeichnisse der zinsbaren Capitalien und baares Geld. Ueber Letzteres wurde dieselbe Antwort, wie oben, ertheilt. 4Ein Vermächtniss ward folgender Gestalt hinterlassen: meine Schwester Septicia soll die eine Hälfte meines väterlichen Sejanischen Landgutes, sowie sie steht und liegt, die andere Hälfte aber so erhalten, wie sie zur Zeit meines Todes sein wird. Es wurde angefragt, ob nach den eben erwähnten Worten auch die Pfähle, und die zur Festmachung in den Gebäuden schon aufgestellten und angeschafften Pressen, ingleichen der städtische und ländliche Beilass und die Sclaven, welche des Landgutes halber da waren, den Vermächtnissinhabern zukämen? Er antwortete: es können die Worte: wie es steht und liegt, [nur] auf die Einrichtung bezogen werden. 5Jemand vermachte seine Landgüter mit folgenden Worten: mein Bruder Sempronius soll noch überdies meine Landgüter mit der Einrichtung haben, das Cassianische und Nonianische mit ihren Weidengehegen und Waldungen. Es wurde angefragt, da die Weidengehege und Waldungen nicht auf den oben benannten Landgütern, sondern auf hinzugefügten Ackerstücken sich befanden, welche der Testator zugleich erworben hatte, und die Landgüter ohne diese nicht bewirthschaftet werden könnten, ob sie zu dem Vermächtnisse gehörten? Er antwortete: nur das gehöre zu dem Vermächtnisse, was er in den obigen Worten begriffen habe.

28Scae­vo­la li­bro vi­ce­si­mo ter­tio di­ges­to­rum. Lu­cius Ti­tius fun­dum, uti erat in­struc­tus, le­ga­ve­rat. quae­si­tum est, fun­dus in­struc­tus quem­ad­mo­dum da­ri de­beat, utrum sic ut in­struc­tus fuit mor­tis pa­tris fa­mi­liae tem­po­re, ut quae me­dio tem­po­re ad­gna­ta aut in fun­dum il­la­ta sunt he­redis sint? an ve­ro in­struc­tus fun­dus eo tem­po­re in­spi­ci de­beat, quo fac­tum est tes­ta­men­tum? an ve­ro eo tem­po­re, quo fun­dus pe­ti coe­pe­rit, ut quid­quid eo tem­po­re in­stru­men­ti de­pre­hen­da­tur, le­ga­ta­rio pro­fi­ciat? re­spon­dit ea qui­bus in­struc­tus sit fun­dus se­cun­dum ver­ba le­ga­ti quae sint in ea­dem cau­sa, cum dies le­ga­ti ce­dat, in­stru­men­to con­ti­ne­ri.

28Idem lib. XXIII. Dig. Lucius Titius hatte ein Landgut mit der Einrichtung vermacht. Es wurde angefragt, wie ein Landgut mit der Einrichtung gewährt werden müsse; ob so, wie es zur Zeit des Ablebens des Hausvaters eingerichtet war, dass mithin das in der Zwischenzeit dazu geborene oder auf das Landgut gebrachte dem Erben verbleibt; oder so, ob ein eingerichtetes Landgut nach der Zeit beurtheilt werden müsse, wo das Testament errichtet worden ist, oder nach der Zeit, wo das Landgut gefordert werden kann, so dass, was zu dieser Zeit unter dem Beilass begriffen würde, dem Vermächtnissinhaber zu statten käme? Er ertheilte zur Antwort, dass nach den Worten des Vermächtnisses, welche in diesem Falle vorlägen, dasjenige, womit das Landgut eingerichtet sei, als das Vermächtniss gefällig worden, zum Beilasse gehöre.

29La­beo li­bro pri­mo πιϑανῶν. Si na­vem cum in­stru­men­to emis­ti, prae­sta­ri ti­bi de­bet sca­pha na­vis. Paulus: im­mo con­tra. et­enim sca­pha na­vis non est in­stru­men­tum na­vis: et­enim me­dio­cri­ta­te, non ge­ne­re ab ea dif­fert, in­stru­men­tum au­tem cu­ius­que rei ne­ces­se est al­te­rius ge­ne­ris es­se at­que ea quae­quae sit: quod Pom­po­nio li­bro sep­ti­mo epis­tu­la­rum pla­cuit.

29Labeo lib. I. Pithanon. Hast du ein Schiff mit dem Beilass gekauft, so muss dir auch das Boot gewährt werden. Paulus: gerade das Gegentheil; denn das Boot gehört nicht zum Beilass des Schiffes; es ist nur in der geringeren Grösse, nicht in der Art von demselben verschieden. Der Beilass einer Sache muss aber nothwendig von anderer Art sein, als die Hauptsache ist, worin sie auch bestehe. Und eben dies hat auch Pomponius im siebenten Buche seiner Briefe angenommen.