Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 31 übersetzt von Treitschke
Dig. XXXI
De legatis et fideicommissis
Liber trigesimus primus

De legatis et fideicommissis

(Von den Vermächtnissen und Fideicommissen; zweite Abtheilung.)

1Ul­pia­nus li­bro no­no ad Sa­binum. In ar­bi­trium al­te­rius con­fer­ri le­ga­tum vel­uti con­di­cio pot­est: quid enim in­ter­est, ‘si Ti­tius in Ca­pi­to­lium ascen­de­rit’ mi­hi le­ge­tur an ‘si vo­lue­rit?’ 1Sed cum ita le­ga­tum sit pu­pil­lo si­ve pu­pil­lae ‘ar­bi­trio tu­to­rum’, ne­que con­di­cio in­est le­ga­to ne­que mo­ra, cum pla­ceat in tes­ta­men­tis le­ga­tum in al­te­rius ar­bi­trium col­la­tum pro vi­ri bo­ni ar­bi­trio ac­ci­pi. quae enim mo­ra est in bo­ni vi­ri ar­bi­trio, quod in­iec­tum le­ga­to vel­ut cer­tam quan­ti­ta­tem ex­pri­mit, pro vi­ri­bus vi­de­li­cet pa­tri­mo­nii?

1Ulp. lib. X. ad Sabin. Ad Dig. 31,1 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 633, Note 17.Ein Vermächtniss kann auf das Ermessen eines Andern als auf eine Bedingung gestellt werden; denn was ist dazwischen für ein Unterschied, ob mir vermacht wird: falls Titius aufs Capitolium steigt, oder: falls er will? 1Wenn aber einem oder einer Unmündigen so vermacht wird: nach dem Ermessen der Vormünder, so enthält das Vermächtniss weder eine Bedingung, noch einen Grund zum Aufenthalt, da angenommen ist, dass die Stellung auf Ermessen eines Andern, bei Vermächtnissen, von unparteiischem Ermessen (boni viri arbitrium) verstanden werde11Vgl. Fr. 76. D. pro socio 17. 2. und Fr. 75. D. de leg. I. 30.; wie kann nun aber Aufenthalt entstehen durch unparteiisches Ermessen, dessen Erwähnung im Vermächtnisse gleichsam eine gewisse Grösse ausdrückt, nämlich nach Maassgabe der Kräfte des Vermögens?

2Pau­lus li­bro sep­tua­ge­si­mo quin­to ad edic­tum. Quo­tiens no­mi­na­tim plu­res res in le­ga­to ex­pri­mun­tur, plu­ra le­ga­ta sunt: si au­tem su­pel­lex aut ar­gen­tum aut pe­cu­lium aut in­stru­men­tum le­ga­tum sit, unum le­ga­tum est.

2Paul. lib. LXXV. ad Ed. So oft in einem Vermächtnisse mehrere Sachen einzeln benannt werden, sind es mehrere Vermächtnisse; ist aber der Hausrath, oder das Silberzeug, oder ein Sondergut, oder das Wirthschaftsgeräthe vermacht22Vgl. B. 33. Tit. 7. 8. 9. 10. und B. 34. Tit. 2; auch Fr. 6. h. t., so ist es nur Ein Vermächtniss.

3Idem li­bro quar­to ad Plau­tium. Si ita le­ge­tur: ‘he­res da­re dam­nas es­to, si in Ca­pi­to­lium non ascen­de­rit’, uti­le le­ga­tum est, quam­vis in po­tes­ta­te eius sit ascen­de­re vel non ascen­de­re.

3Ad Dig. 31,3Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 93, Note 5.Idem lib. IV. ad Plaut. Wenn so vermacht ist: mein Erbe soll verbunden sein, zu zahlen, wenn er nicht aufs Capitol steigt, so ist das Vermächtniss gültig, obgleich es in seiner Gewalt steht, hinaufzusteigen oder nicht hinaufzusteigen.

4Idem li­bro oc­ta­vo ad Plau­tium. Ne­mi­nem eius­dem rei le­ga­tae si­bi par­tem vel­le, par­tem nol­le ve­rius est.

4Idem lib. VIII. ad Plaut. Es kann Jemand nicht wohl einen Theil der ihm vermachten Sache wollen, einen andern nicht wollen33S. oben Fr. 38. D. de leg. et fid. I. 30..

5Idem li­bro sep­ti­mo quaes­tio­num. Sed duo­bus le­ga­tis re­lic­tis unum qui­dem re­pu­dia­re, al­te­rum ve­ro am­plec­ti pos­se re­spon­de­tur. 1Sed si unum ex le­ga­tis onus ha­bet, et hoc re­pel­la­tur, non idem di­cen­dum est: po­ne eum, cui de­cem et Sti­chus le­ga­tus est, ro­ga­tum ser­vum ma­nu­mit­te­re: si Fal­ci­dia lo­cum ha­bet, ex de­cem utrius­que le­ga­ti quar­ta de­du­ce­tur. igi­tur re­pu­dia­to ser­vo non evi­ta­bi­tur onus de­duc­tio­nis, sed le­ga­ta­rius ex pe­cu­nia duas quar­tas re­lin­quet.

5Idem lib. VII. Quaest. Sind aber Einem zwei Vermächtnisse ausgesetzt, so kann er das eine ausschlagen und das andere annehmen. 1Dafern hingegen eines der Vermächtnisse belastet ist, und dieses ausgeschlagen wird, so gilt nicht dasselbe; man setze den Fall, Jemandem seien Zehn und [der Sclav] Stichus vermacht, und ihm auferlegt, den Stichus [einem Fideicommissar] zu erstatten: so wird, wenn das Falcidische Gesetz zur Anwendung kommt, das Viertheil wegen beider Vermächtnisse von den Zehn abgezogen; so kann also durch Ausschlagung des Sclaven die Last des Abzugs nicht vermieden werden, sondern der Legatar muss von dem Gelde beide Viertheile inne lassen44Eigentlich soviel, als von beiden Vermächtnissen zusammen zu Erfüllung des Falcidischen Viertheils erforderlich ist. In dem Fall, wenn die Erbschaft durch die Vermächtnisse ganz erschöpft ist, beträgt dies freilich ein Viertheil jeden Vermächtnisses..

6Idem li­bro sin­gu­la­ri ad le­gem Fal­ci­diam. Gre­ge au­tem le­ga­to non pot­est quae­dam sper­ni, quae­dam vin­di­ca­ri, quia non plu­ra, sed unum le­ga­tum est. idem­que di­ce­mus pe­cu­lio le­ga­to aut ves­te aut ar­gen­to et si­mi­li­bus.

6Idem lib. sing. ad legem Falcidiam. Von einer vermachten Heerde aber können nicht einige Stücke ausgeschlagen, andere gefordert werden, weil es nicht mehrere Vermächtnisse sind, sondern ein Vermächtniss. Dasselbe ist von einem vermachten Sondergute, oder Kleidervorrathe, oder Silberzeuge und dergleichen zu sagen55S. oben Fr. 2. h. t..

7Idem li­bro oc­ta­vo ad Plau­tium. Si Ti­tio et ei qui ca­pe­re non pot­est de­cem le­ga­ta sint, quia duo­bus he­res da­re dam­na­tur et unus ca­pe­re non pot­est, quin­que so­la Ti­tio dan­tur.

7Idem lib. IX. ad Plaut. Wenn dem Titius und einem, der unfähig ist, das Vermächtniss zu erwerben, Zehn vermacht sind, so bekommt Titius nur Fünf, weil der Erbe gegen Zwei verpflichtet worden, und der Eine zur Erwerbung nicht fähig ist.

8Idem li­bro no­no ad Plau­tium. Si quis ser­vum he­redis vel alie­num le­ga­ve­rit et is fu­gis­set, cau­tio­nes in­ter­po­nen­dae sunt de re­du­cen­do eo: sed si qui­dem vi­vo tes­ta­to­re fu­ge­rit, ex­pen­sis le­ga­ta­rii re­du­ci­tur, si post mor­tem, sump­ti­bus he­redis. 1Si ita le­ge­tur: ‘Sem­pro­nio de­cem aut, si no­lue­rit, ho­mi­nem Sti­chum le­go’, hoc ca­su duo le­ga­ta sunt, sed uni con­ten­tus es­se de­bet. 2Si quis le­ga­ve­rit ex il­lo do­lio am­pho­ras de­cem, et­si non de­cem, sed pau­cio­res in­ve­ni­ri pos­sint, non ex­stin­gui­tur le­ga­tum, sed hoc tan­tum­mo­do ac­ci­pit, quod in­ve­ni­tur. 3Si in­ter duos du­bi­te­tur de eo­dem le­ga­to, cui po­tius da­ri opor­tet, ut pu­ta si Ti­tio re­lic­tum est et duo eius­dem no­mi­nis ami­ci tes­ta­to­ris ve­niant et le­ga­tum pe­tant et he­res sol­ve­re pa­ra­tus sit, de­in­de am­bo de­fen­de­re he­redem pa­ra­ti sint, eli­ge­re de­be­re he­redem, cui sol­vat, ut ab eo de­fen­da­tur. 4Cer­tam pe­cu­niam le­ga­tam si et le­ga­ta­rius et sub­sti­tu­ti le­ga­ta­rii pe­te­rent et he­res sol­ve­re pa­ra­tus sit, si am­bo de­fen­de­re he­redem pa­ra­ti sint, eli­ge­re de­bet he­res cui sol­vat, ut ab eo de­fen­da­tur: et, si ne­utrius ma­ni­fes­ta ca­lum­nia vi­dea­tur, ei po­tius sol­ven­dum, cui pri­mum le­ga­tum est. 5Si cui cer­tam par­tem he­redi­ta­tis le­ga­ve­ro, di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit, ut ne­que pre­tia ma­nu­mis­so­rum ne­que fu­ne­ris im­pen­sa de­du­ce­re­tur.

8Idem lib. IX. ad Plaut. Wenn Jemand den Sclaven des Erben oder seinen eigenen vermacht hat und dieser entwichen ist, so ist wegen seiner Wiedererlangung Sicherheit zu bestellen, und zwar treffen die Kosten derselben, wenn er bei Lebzeiten des Testators entwichen ist, den Legatar, wenn nach dessen Tode, den Erben66S. oben Fr. 39. pr. Fr. 47. §. 3. 4. u. Fr. 108. pr. D. de leg. I.. 1Wenn ein Vermächtniss so lautet: Ich vermache dem Sempronius Zehn, oder, wenn er sie nicht will, den Sclaven Stichus, so sind es zwei Vermächtnisse; er muss aber mit einem sich begnügen. 2Wenn Jemand zehn Eimer aus einem gewissen Fasse vermacht, so wird, wenn auch nicht zehn, sondern weniger sich [darin] vorfinden, das Vermächtniss darum nicht unkräftig, er bekommt aber nur das, was [in dem Fasse] vorhanden ist77S. oben Fr. 108. §. 10. D. de leg. I. Fr. 6. D. de auro, argento, mundo leg. 34. 2. und Fr. 32. §. 5. h. t.. 3Wenn man bei einem Vermächtnisse zweifelhaft ist, welcher von zwei Personen es gebühre, z. B. wenn es dem Titius ausgesetzt ist, und nun zwei Freunde des Testators von demselben Namen sich melden und das Vermächtniss verlangen, der Erbe aber zur Zahlung bereit ist, auch beide sich erbieten, den Erben zu vertreten, so muss der Erbe Einen auswählen, dem er zahle, so dass derselbe ihn vertrete. 4Wenn der Legatar und dessen Substitut zugleich auf eine gewisse vermachte Summe klagen88Welches der Fall sein kann, wenn es unter ihnen streitig ist, ob der Legatar für das Vermächtniss erwerbfähig sei.; und der Erbe zur Zahlung bereit ist, auch beide erbötig sind, den Erben zu vertreten, so muss der Erbe einen auswählen, welchem er zahle, so dass er ihn vertrete; und wenn Keinem offenbare muthwillige Streitsucht zur Last fällt, so ist die Zahlung eher dem zu leisten, dem das Vermächtniss als Erstem ausgesetzt ist. 5Wenn ich Jemandem einen gewissen Theil der Erbschaft vermacht habe, so sollen, wie Kaiser Hadrian rescribirt hat, weder die Werthe der [durchs Testament] freigelassenen Sclaven, noch die Begräbnisskosten abgezogen werden.

9Mo­des­ti­nus li­bro no­no re­gu­la­rum. Cum au­tem pars bo­no­rum ita le­ga­tur: ‘bo­no­rum meo­rum, quae sunt cum mo­riar’, dos et ma­nu­mis­so­rum pre­tia e me­dio de­du­cen­da sunt.

9Modestin. lib. IX. Regul. Wenn aber ein Theil des Vermögens so vermacht wird: meines Vermögens, sowie es bei meinem Tode bestehen wird, so ist das Heirathsgut und der Werth der [durchs Testament] freigelassenen Sclaven von der Masse abzuziehen.

10Ia­vo­le­nus li­bro pri­mo ex Plau­tio. Cum fun­dus no­mi­na­tim le­ga­tus sit, si quid ei post tes­ta­men­tum fac­tum ad­iec­tum est, id quo­que le­ga­to ce­dit, et­iam­si il­la ver­ba ad­iec­ta non sint ‘qui meus erit’, si mo­do tes­ta­tor eam par­tem non se­pa­ra­tim pos­se­dit, sed uni­ver­si­ta­ti prio­ris fun­di ad­iun­xit.

10Javolen. lib. I. ex Plaut. Wenn ein Grundstück namentlich vermacht ist, so kommt auch das zu dem Vermächtnisse hinzu, was nach der Testamentserrichtung zu dem Grundstücke geschlagen worden ist, wenn auch die Worte nicht beigefügt sind: soweit es mein sein wird99Vgl. Fr. 7. D. de auro, argento, mundo etc. 34. 2. und Fr. 6. D. de leg. I. 30.; dafern nur der Testator diesen [hinzugekommenen] Theil nicht besonders besessen, sondern mit dem Ganzen des vorherigen Grundstücks verbunden hat1010S. Fr. 8. und. 24. §. 2. D. de leg. I..

11Pom­po­nius li­bro sep­ti­mo ex Plau­tio. Sta­tu­li­be­rum ab he­rede ne tunc qui­dem, cum du­bia sit eius ex tes­ta­men­to li­ber­tas, le­ga­tum si­ne li­ber­ta­te ac­ci­pe­re pos­se La­beo ait, quia ser­vus eius es­set: sed si he­res ean­dem con­di­cio­nem le­ga­to in­se­rat, quae li­ber­ta­ti a tes­ta­to­re da­tae prae­po­si­ta fue­rit, va­let le­ga­tum: nam et si, cum mo­re­re­tur he­res, ser­vus li­ber es­se ius­sus es­set, rec­te si­ne li­ber­ta­te ei ab he­rede le­ga­ri pos­se con­sti­tit, quia su­per­va­cuum sit ei li­ber­ta­tem da­re, quam ex tes­ta­men­to he­redis cap­tu­rus non sit, sed ex tes­ta­to­ris ha­bet. 1‘Sti­chum aut Pam­phi­lum, utrum he­res meus vo­let, Ti­tio da­to, dum, utrum ve­lit da­re, eo die, quo tes­ta­men­tum meum re­ci­ta­tum erit, di­cat’. si non di­xe­rit he­res, Pam­phi­lum an Sti­chum da­re ma­lit, per­in­de ob­li­ga­tum eum es­se pu­to, ac si Sti­chum aut Pam­phi­lum da­re dam­na­tus es­set, utrum le­ga­ta­rius ele­ge­rit. si di­xe­rit se Sti­chum da­re vel­le, Sti­cho mor­tuo li­be­ra­ri eum: si an­te diem le­ga­ti ce­den­tem al­ter mor­tuus fue­rit, al­ter qui su­per­erit in ob­li­ga­tio­ne ma­ne­bit. cum au­tem se­mel di­xe­rit he­res, utrum da­re ve­lit, mu­ta­re sen­ten­tiam non pot­erit. et ita et Iu­lia­no pla­cuit.

11Pompon. lib. VII. ex Plaut. Labeo sagt, ein bedingt Freigelassener könne selbst dann, wenn der Eintritt der im Testamente ihm beschiedenen Freiheit ungewiss ist, ohne Freilassung kein Vermächtniss1111Aus dem Testamente des Erben. empfangen, weil er sein [des Erben] Sclav ist; wenn aber der Erbe dieselbe Bedingung dem Vermächtnisse beifügt, welche der vom Testator gegebenen Freiheit gesetzt ist, so gilt das Vermächtniss; denn auch wenn dem Sclaven die Freiheit, vom Tode des Erben an beschieden ist, kann ihm unstreitig ohne Freilassung gültig vom Erben vermacht werden; weil es überflüssig wäre, ihm die Freiheit zu geben, die er doch nicht aus dem Testamente des Erben erlangen würde, sondern aus dem des Testators1212Des Erblassers des nunmehrigen Testators. erlangt. 1Mein Erbe soll dem Titius den Stichus oder den Pamphilus geben, welchen er will, dafern er nur an dem Tage, wo mein Testamenter öffnet werden wird, sich erklärt, welchen er geben wolle. Wenn hier der Erbe nicht erklärt hat, ob er lieber den Pamphilus oder den Stichus geben wolle, so ist er meines Erachtens auf gleiche Weise verbindlich, als wenn er den Stichus oder den Pamphilus, welchen der Legatar erwählen würde, zu geben verpflichtet worden wäre. Hat er gesagt, er wolle den Stichus geben, und Stichus stirbt, so ist er befreit. Wenn vor Anfall des Vermächtnisses (ante diem cedentem) der eine der beiden stirbt, so bleibt der andere Ueberlebende, Gegenstand der Verbindlichkeit. Hat aber der Erbe einmal gesagt, wen er geben wolle, so kann er sich nicht wieder anders besinnen; wie auch Julianus dafür hält1313S. Fr. 84. §. 9. D. de leg. I..

12Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Si pe­cu­nia le­ga­ta in bo­nis le­gan­tis non sit, sol­ven­do ta­men he­redi­tas sit, he­res pe­cu­niam le­ga­tam da­re com­pel­li­tur si­ve de suo si­ve ex ven­di­tio­ne re­rum he­redi­ta­ria­rum si­ve un­de vo­lue­rit. 1Quod ita le­ga­tum est: ‘he­res cum mo­rie­tur Lu­cio Ti­tio da­to de­cem’, cum in­cer­ta die le­ga­tum est, ad he­redes le­ga­ta­rii non per­ti­net, si vi­vo he­rede de­ces­se­rit.

12Paul. lib. II. ad Vitellium. Wenn soviel [baares] Geld, als vermacht ist, in dem Vermögen des Vermachers sich nicht findet, die Erbschaft aber zahlungsfähig ist, so wird der Erbe angehalten, das Geld anzuschaffen, es sei aus eigenen Mitteln oder durch Verkauf von Erbschaftsgegenständen, oder woher er sonst will. 1Ein so ausgesetztes Vermächtniss: Mein Erbe soll bei seinem Tode dem Lucius Titius Zehn geben, kommt, da es auf eine ungewisse Frist gestellt ist, den Erben des Legatars nicht zu, wenn derselbe bei Lebzeiten der Erben stirbt1414S. Fr. 4. D. quando dies legat. vel. fideicomm. cedat. 36. 2..

13Pom­po­nius li­bro sep­ti­mo ex Plau­tio. Qui duos reos eius­dem pe­cu­niae ha­bet Ti­tium at­que Mae­vium, ita le­ga­vit: ‘quod mi­hi Ti­tius de­bet, Mae­vio he­res meus da­to. quod Mae­vius de­bet, Se­io da­to’. his ver­bis one­rat he­redem: nam cum ac­tio­nes suas he­res Mae­vio prae­sti­te­rit ad­ver­sus Ti­tium, vi­de­tur Mae­vius fac­to eius li­be­ra­tus es­se et id­cir­co Se­io he­res te­ne­bi­tur. 1Si is qui unum reum ha­be­bat quod is si­bi de­be­ret duo­bus in so­li­dum se­pa­ra­tim le­gas­set, one­ra­tur he­res duo­bus sa­tis­fa­ce­re uni ac­tio­ne ce­den­do, al­te­ri pe­cu­niam sol­ven­do.

13Pompon. lib. VII. ex Plaut. Einer der für die nämliche Geldpost zwei Schuldner hatte, den Titius und den Mävius, machte folgendes Vermächtniss: was mir Titius schuldig ist, soll mein Erbe dem Mävius geben; was Mävius schuldet, soll mein Erbe dem Sejus geben. Hierdurch belastet er den Erben; denn indem der Erbe seine Klagen dem Mävius abtritt1515S. Fr. 44. §. 6. D. de leg. I., ist Mävius als befreit anzusehen, und daher ist der Erbe dem Sejus verpflichtet. 1Wenn Jemand, der nur einen Schuldner hatte, das, was derselbe ihm schuldete, Zweien besonders, einem Jeden ganz, vermacht hat, so ist der Erbe verbindlich gemacht, Beide zu befriedigen, den Einen durch Abtretung der Klagen, den Andern durch Auszahlung des Geldes.

14Pau­lus li­bro quar­to ad Vi­tel­lium. Si idem ser­vus et le­ga­tus et li­ber es­se ius­sus sit, fa­vor li­ber­ta­tis prae­va­let: sin au­tem et in pos­te­rio­re scrip­tu­ra le­ga­tus est et evi­dens ad­emp­tio li­ber­ta­tis os­ten­di­tur, le­ga­tum prop­ter de­func­ti vo­lun­ta­tem prae­va­le­bit. 1Ser­vo alie­no he­rede in­sti­tu­to post mor­tem do­mi­ni eius cui ad­quisi­ta he­redi­tas et li­ber­ta­tem fi­dei­com­mis­sa­riam da­ri pos­se con­stat.

14Paul. lib. IV. ad Vitell. Wenn derselbe Sclav vermacht und auch frei erklärt ist, so überwiegt die rechtliche Begünstigung der Freiheit; ist er aber in einem spätern Aufsatz vermacht und zeigt sich offenbar, dass der Testator ihm die Freiheit wieder entziehen wollen, so überwiegt, wegen des Willens des Erblassers, das Vermächtniss. 1Wenn man einen fremden Sclaven zum Erben einsetzt, so kann man ohne Zweifel ihm auch, nach dem Tode seines Herrn, welchem die Erbschaft zufällt, die Freiheit als Fideicommiss bescheiden.

15Cel­sus li­bro sex­to di­ges­to­rum. Si quis duo­bus he­redi­bus in­sti­tu­tis ita le­ga­ve­rit: ‘Sti­chum aut de­cem he­redes dan­to’, non pot­est al­ter he­redum quin­que, al­ter par­tem Sti­chi da­re, sed ne­ces­se est utrum­que aut Sti­chum to­tum aut de­cem sol­ve­re.

15Celsus lib. IV. Dig. Wenn Jemand zwei Erben einsetzt und dieses Vermächtniss macht: Meine Erben sollen den Stichus geben oder Zehn, so kann nicht einer der Erben Fünf, der andere die Hälfte am Stichus geben, sondern beide müssen entweder den Stichus ganz, oder Zehn hergeben.

16Idem li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Si Ti­tio aut Se­io, utri he­res vel­let, le­ga­tum re­lic­tum est, he­res al­te­ri dan­do ab utro­que li­be­ra­tur: si ne­utri dat, uter­que per­in­de pe­te­re pot­est at­que si ip­si so­li le­ga­tum fo­ret: nam ut sti­pu­lan­do duo rei con­sti­tui pos­sunt, ita et tes­ta­men­to pot­est id fie­ri.

16Ad Dig. 31,16Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 156, Note 1; Bd. III, § 625, Note 11.Idem lib. XVI. Dig. Wenn ein Vermächtniss dem Titius oder dem Sejus, welchem der Erbe wolle, ausgesetzt ist, so wird der Erbe durch Entrichtung an den einen gegen beide befreit; entrichtet er es keinem, so kann jeder ebenso darauf klagen, als wenn es ihm allein vermacht wäre; denn sowie durch Stipulation zwei Mitgläubiger (duo rei) gemacht werden können, so kann dies auch durch ein Testament geschehen.

17Mar­cel­lus li­bro de­ci­mo di­ges­to­rum. Si quis Ti­tio de­cem le­ga­ve­rit et ro­ga­ve­rit, ut ea re­sti­tuat Mae­vio, Mae­vius­que fue­rit mor­tuus, Ti­tii com­mo­do ce­dit, non he­redis, ni­si dum­ta­xat ut mi­nis­trum Ti­tium ele­git. idem est et si po­nas usum fruc­tum le­ga­tum. 1Si he­res dam­na­tus es­set de­cem uni ex li­ber­tis da­re et non con­sti­tue­rit cui da­ret, he­res om­ni­bus ea­dem de­cem prae­sta­re co­gen­dus est.

17Marcell. lib. X. Dig. Wenn Jemand dem Titius Zehn vermacht und ihn ersucht, dieselben dem Mävins zu erstatten, Mävius aber gestorben ist, so geht dies dem Titius, nicht dem Erben zu Gute; es müsste denn der Testator den Titius nur zur Mittelsperson (ministrum) erkoren haben; ebenso, wenn man einen Niessbrauch als Gegenstand des Vermächtnisses annimmt. 1Wenn der Erbe verpflichtet wird, einem von den Freigelassenen [des Testators] Zehn zu geben, und [der Testator] nicht bestimmt, welchem? so muss der Erbe angehalten werden, allen diese Zehn zu entrichten.

18Cel­sus li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. He­redem meum ita ti­bi ob­li­ga­re pos­sum, ut si, quan­do­que ego mo­riar, tuus ser­vus Sti­chus non erit, da­re eum ti­bi dam­nas sit.

18Celsus lib. XVII. Dig. Ich kann meinen Erben gegen dich dahin verpflichten, dass er, falls bei meinem Tode Stichus nicht dein Sclav wäre, denselben dir verschaffen müsse.

19Idem li­bro oc­ta­vo de­ci­mo di­ges­to­rum. Si is, cui le­ga­tus sit Sti­chus aut Pam­phi­lus, cum Sti­chum si­bi le­ga­tum pu­ta­ret, vin­di­ca­ve­rit, am­plius mu­tan­dae vin­di­ca­tio­nis ius non ha­bet: tam­quam si dam­na­tus he­res al­ter­utrum da­re Sti­chum de­de­rit, cum igno­ret si­bi per­mis­sum vel Pam­phi­lum da­re, ni­hil re­pe­te­re pos­sit.

19Ad Dig. 31,19Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 329, Note 17; Bd. III, § 661, Note 7.Idem lib. XVIII. Dig. Wenn einer, welchem Stichus oder Pamphilus1616Nach seiner Wahl. vermacht ist, den Stichus gefordert hat, weil er glaubte, dass ihm dieser [schlechthin] vermacht sei, so ist er seine Klage wieder zu ändern nicht befugt; sowie auch der Erbe nichts zurückfordern kann, wenn er verpflichtet worden ist, einen von beiden zu geben, und den Stichus gegeben hat, da er nicht wusste, dass ihm auch gestattet sei, den Pamphilus zu geben.

20Idem li­bro no­no de­ci­mo di­ges­to­rum. Et Pro­cu­lo pla­ce­bat et a pa­tre sic ac­ce­pi, quod ser­vo com­mu­ni le­ga­tum sit, si al­ter do­mi­no­rum omit­te­ret, al­te­ri non ad­cres­ce­re: non enim con­iunc­tim, sed par­tes le­ga­tas: nam am­bo si vin­di­ca­rent, eam quem­que le­ga­ti par­tem ha­bi­tu­rum, quam in ser­vo ha­be­ret.

20Ad Dig. 31,20Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 169a, Note 5.Idem lib. XIX. Dig. Proculus hielt dafür, und auch mein Vater1717P. Juventinus Celsus der ältere, der ebenfalls Jurist und unter Trajan zweimal Consul war. hat mich gelehrt, dass, was einem gemeinschaftlichen Sclaven vermacht ist, falls einer der Herren desselben es ausschlage, dem andern nicht anwachse; denn es sei ihnen nicht in Gesammtheit, sondern zu Theilen vermacht; und wenn beide das Vermächtniss einforderten, so würde jeder denjenigen Theil an demselben haben, den er am Sclaven hätte.

21Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Cum qui­dam uxo­ri suae do­tem red­di­dis­set, qua­dra­gin­ta ei le­ga­re vo­luis­set et quam­quam sci­ret do­tem red­di­tam, hoc ta­men prae­tex­tu usus es­set, qua­si do­tis red­den­dae no­mi­ne eam sum­mam le­ga­ret, ex­is­ti­mo de­be­ri qua­dra­gin­ta: et­enim red­den­di ver­bum quam­quam sig­ni­fi­ca­tio­nem ha­bet re­tro dan­di, re­ci­pit ta­men et per se dan­di sig­ni­fi­ca­tio­nem.

21Idem lib. XX. Dig. Einer, der seiner Gattin ihr Heirathsgut zurückgegeben hatte, wollte ihr Vierzig vermachen, und brauchte dabei, obschon er wusste, dass das Heirathsgut zurückgegeben war, den Vorwand, als ob er diese Summe ihr zu Wiedererstattung ihres Heirathsgutes (dotis reddendae nomine) vermachte. Hier müssen meines Erachtens die Vierzig entrichtet werden; denn das Wort reddere nimmt, wenn es gleich zurückgeben bedeutet, doch auch den Sinn des Gebens an sich an.

22Idem li­bro vi­ce­si­mo pri­mo di­ges­to­rum. Lu­cius Ti­tius in tes­ta­men­to suo Pu­blio Mae­vio mi­li­tiam suam re­li­quit si­ve pe­cu­niam eius quae­cum­que red­igi ex ven­di­tio­ne eius po­tue­rit, cum suis com­mo­dis: sed cum su­per­vi­xit tes­ta­men­to Lu­cius Ti­tius, mi­li­tiam ven­di­dit et pre­tium ex­egit et de­dit ei, cui il­lam mi­li­tiam vel pre­tium eius tes­ta­men­to da­ri vo­lue­rit: post mor­tem Lu­cii Ti­tii ite­rum Pu­blius Mae­vius vel mi­li­tiam vel pre­tium eius ab he­redi­bus Lu­cii Ti­tii ex­ige­bat. Cel­sus: ex­is­ti­mo pre­tium mi­li­tiae prae­sta­ri non opor­te­re, ni­si le­ga­ta­rius os­ten­de­rit tes­ta­to­rem et post fac­tam so­lu­tio­nem ite­rum eum pre­tium mi­li­tiae ac­ci­pe­re vo­luis­se. quod si non to­tum pre­tium mi­li­tiae, sed par­tem vi­vus tes­ta­tor le­ga­ta­rio de­dit, re­li­qui su­per­es­se ex­ac­tio­nem, ni­si he­res et ab hoc de­ces­sis­se tes­ta­to­rem os­ten­de­rit. onus enim pro­ban­di mu­ta­tam es­se de­func­ti vo­lun­ta­tem ad eum per­ti­net, qui fi­dei­com­mis­sum re­cu­sat.

22Idem lib. XXI. Dig. Lucius Titius vermachte in seinem Testamente dem Publius Mävius seine Officiers-Stelle (militiam)1818Vgl. Nov. 53. cap. 5., oder das Geld, welches aus deren Verkauf gelöst werden könne, nebst dem Ertrag; da aber Lucius Titius nach Errichtung des Testaments am Leben blieb, so verkaufte er seine Stelle, zog das Kaufgeld ein, und gab dasselbe dem, welchem er diese Stelle oder deren Werth im Testamente zugedacht hatte; nun verlangte nach dem Tode des Lucius Titius Publius Mävius nochmals entweder die Stelle oder ihren Werth von den Erben des Lucius Titius. Celsus: ich halte dafür, dass der Werth der Stelle nicht zu entrichten sei, es müsste denn der Legatar beweisen, dass der Testator gewollt habe, er solle, auch nach empfangener Zahlung, den Werth der Stelle nochmals erhalten. Hat indess der Testator nicht das ganze Kaufgeld der Stelle, sondern nur einen Theil davon dem Legatar bei Lebzeiten gegeben, so steht diesem noch zu, den Ueberrest zu fordern, wenn nicht der Erbe beweist, dass der Testator auch hiervon wiederum abgegangen sei; denn die Beweislast in Betreff der veränderten Willensmeinung des Testators liegt dem ob, der das Vermächtniss verweigert.

23Mar­cel­lus li­bro ter­tio de­ci­mo di­ges­to­rum. ‘Lu­cio Ti­tio fun­dum Se­ia­num vel usum fruc­tum fun­di Se­ia­ni le­go’. pot­est le­ga­ta­rius vel fun­dum vin­di­ca­re vel fruc­tum, quod fa­ce­re non pot­est is cui tan­tum fun­dus le­ga­tus est.

23Marcell. lib. XIII. Dig. Dem Lucius Titius vermache ich das Sejische Landgut oder den Niessbrauch des Sejischen Landguts1919Fr. 34. §. 14. D. de leg. I.. Hier kann der Legatar entweder das Gut oder den Niessbrauch fordern; was derjenige nicht kann, dem blos das Landgut vermacht ist2020Fr. 38. D. de leg. I..

24Ul­pia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Cum qui­dam ita fi­dei­com­mis­sum re­li­quis­set: ‘ro­go re­sti­tuas li­ber­tis meis, qui­bus vo­les’, Mar­cel­lus pu­ta­vit pos­se he­redem et in­dig­num prae­fer­re. at si ita: ‘his quos dig­nos pu­ta­ve­ris’, pe­te­re pos­se ait eos qui non of­fen­de­rint. idem ait, si ne­mi­nem eli­gat, om­nes ad pe­ti­tio­nem fi­dei­com­mis­si ad­mit­ti vi­de­ri qua­si iam prae­sen­ti die da­tum, cum sic re­lin­qui­tur ‘qui­bus vo­les’ nec ul­li of­fe­rat. pla­ne si ce­te­ri de­func­ti sunt, su­per­sti­ti dan­dum vel he­redi eius, si prius quam pe­te­ret de­ces­sit. Scae­vo­la au­tem no­tat: si om­nes pe­te­re po­tue­runt, cum nul­li of­fer­tur, cur non et qui de­ces­se­runt, ad he­redem trans­mi­se­runt, uti­que si uno pe­ten­te iam eli­ge­re non pot­est, cui det? vi­de­tur enim Mar­cel­lus, cum fi­dei­com­mis­sum ita re­lin­qui­tur ‘ex li­ber­tis cui vo­lue­ris’, ar­bi­tra­ri, ni­si of­fe­rat cui he­res ve­lit et sta­tim of­fe­rat si­ne ali­quo sci­li­cet in­ter­val­lo, sta­tim com­pe­te­re om­ni­bus pe­ti­tio­nem: cum igi­tur om­ni­bus com­pe­tat, me­ri­to no­ta­tus est, cur su­per­sti­ti so­li pu­tet dan­dum, ni­si for­te an­te­quam ius­tum tem­pus prae­ter­eat, quo po­tuit eli­ge­re cui po­tius of­fe­rat, ce­te­ri de­ces­se­rint.

24Ulp. lib. II. Fideicommiss. Jemand hatte ein Fideicommiss so ausgesetzt: ich ersuche dich, meinen Freigelassenen, welchen du willst, es auszuantworten. Hier hielt Marcellus dafür, der Erbe könne auch einen Unwürdigen vorziehen. Aber wenn es so lautet: denen, die du für würdig halten wirst, so können, sagt er, nur die daraus klagen, die nichts verbrochen haben. Derselbe sagt, wenn der Erbe keinen erwähle, so seien alle als zur Klage aufs Fideicommiss befugt zu betrachten, indem es sofort zahlbar ausgesetzt ist, und bei dem Ausdruck: welchen du willst, er doch es Keinem anbietet. Freilich, wenn die übrigen verstorben wären, müsse es dem einen Ueberlebenden gegeben werden, oder seinem Erben, wenn er, ehe er es forderte, gestorben wäre. Scävola merkt aber an: Wenn alle das Vermächtniss fordern konnten, da es keinem angeboten wurde, warum haben es denn nicht auch die Verstorbenen auf ihre Erben verfällt? Zumal da der Erbe, wenn Einer klagt, nicht wählen kann, wem er es geben wolle? Denn Marcellus scheint, wenn ein Fideicommiss so ausgesetzt ist: welchem von meinen Freigelassenen du willst, dafür zu halten, dass, falls der Erbe es nicht dem, welchem er wolle, anbiete, und zwar sofort, ohne einigen Zeitaufschub anbiete, sofort allen die Klage zustehe, da sie also Allen zusteht, so wird er mit Recht getadelt, wenn er meint, es müsse dem einzigen Ueberlebenden allein gegeben werden; es müssten denn die Andern eher verstorben sein, als die gehörige Zeit, binnen welcher er die Wahl treffen konnte, verstrichen war.

25Mar­cel­lus li­bro quin­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Si ta­men qui­bus­dam ab­sen­ti­bus prae­sen­tes pe­tent, cum prae­sen­ti die re­lic­tum sit fi­dei­com­mis­sum, cau­sa co­gni­ta sta­tuen­dum est ex­plo­ran­dum­que, an et alii sint pe­ti­tu­ri.

25Marcell. lib. XV. Dig. Wenn aber einige davon abwesend sind und die Anwesenden die Klage anstellen, so ist, da das Fideicommiss sofort zahlbar ausgesetzt ist, die Sache zu untersuchen, und zu erforschen, ob auch noch andere klagen werden.

26Idem li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Is, cu­ius in ser­vo pro­prie­tas erat, fruc­tua­rio he­rede in­sti­tu­to ali­cui eum ser­vum le­ga­vit. non pot­est he­res do­li ma­li ex­cep­tio­ne uti, si le­ga­ta­rius vin­di­ca­re ser­vum vel­let non re­lic­to he­redi usu fruc­tu.

26Idem lib. XVI. Dig. Jemand, der an einem Sclaven das Eigenthum2121Ohne den Niessbrauch. hatte, setzte den Niessbraucher desselben zum Erben ein und vermachte Jemandem eben diesen Sclaven; hier kann der Erbe sich nicht der Einrede der Gefährde bedienen, wenn der Legatar den Sclaven dinglich einklagt und dem Erben den Niessbrauch nicht lassen will2222Anders bei Real-Servituten. Fr. 116. §. 4. D. de leg. I..

27Cel­sus li­bro tri­ge­si­mo quar­to di­ges­to­rum. Si il­lud aut il­lud le­ga­tum sit, unum le­ga­tum est. si sub con­tra­riis con­di­cio­ni­bus aliud at­que aliud le­ga­tum est, unum le­ga­tum es­se ar­bi­tra­mur. ne­que re­fert et he­redum et eo­rum qui­bus le­ga­tum est di­ver­sas per­so­nas es­se, vel­uti si ita le­ga­tum est: ‘si Ner­va con­sul fac­tus erit, Ti­tius he­res At­tio fun­dum, si non erit Ner­va con­sul fac­tus, Se­ius he­res Mae­vio cen­tum da­to’.

27Celsus lib. XXXIV. Dig. Wenn eine Sache oder eine andere vermacht ist, so ist dies Ein Vermächtniss; auch wenn unter entgegengesetzten Bedingungen etwas und etwas anderes vermacht ist, hält man dies für Ein Vermächtniss; und es kommt nichts darauf an, wenn die Erben2323Denen die beiden Vermächtnissen auferlegt sind. und die, welchen die Vermächtnisse ausgesetzt sind, verschiedene Personen sind, z. B. wenn so vermacht ist: Wenn Nerva Consul wird, so soll mein Erbe Titius dem Attius mein Landgut abtreten; wenn Nerva nicht Consul wird, so soll mein Erbe Sejus dem Mävius Hundert auszahlen.

28Mar­cel­lus li­bro vi­ce­si­mo no­no di­ges­to­rum. Cum pa­tro­nus ex de­bi­ta par­te in­sti­tu­tus fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum ab eo prae­sta­re non co­gi­tur: si omi­se­rit in­sti­tu­tio­nem, qui eam par­tem vin­di­cant utrum eo­dem mo­do re­ti­ne­re an ve­ro prae­sta­re de­beant fi­dei­com­mis­sum? et ma­gis est de­be­ri fi­dei­com­mis­sum, quon­iam quod il­lius per­so­nae prae­sta­re­tur, hoc ne­qua­quam ad alium per­ti­ne­re de­be­ret.

28Marcell. lib. XXIX. Dig. Da ein im Pflichttheil eingesetzter Freilasser ein ihm auferlegtes Fideicommiss zu erstatten nicht gezwungen ist, so fragt sichs, ob, wenn er das Erbe ausschlägt, diejenigen, welche jenes Theils sich anmaassen, gleichermaassen das Fideicommiss zurückbehalten können, oder es auszahlen müssen? Richtiger ist, dass das Fideicommiss entrichtet werden müsse; denn was Jenem persönlich zukommt, das ist keineswegs einem Anderen zuzusprechen.

29Cel­sus li­bro tri­ge­si­mo sex­to di­ges­to­rum. Pa­ter meus re­fe­re­bat, cum es­set in con­si­lio Du­ce­ni Ve­ri con­su­lis, itum in sen­ten­tiam suam, ut, cum Ota­ci­lius Ca­tu­lus fi­lia ex as­se he­rede in­sti­tu­ta li­ber­to du­cen­ta le­gas­set pe­tis­set­que ab eo, ut ea con­cu­bi­nae ip­sius da­ret, et li­ber­tus vi­vo tes­ta­to­re de­ces­sis­set et quod ei re­lic­tum erat apud fi­liam re­man­sis­set, co­ge­re­tur fi­lia id fi­dei­com­mis­sum con­cu­bi­nae red­de­re. 1Quod ali­cu­ius he­redis no­mi­na­tim fi­dei com­mit­ti­tur, pot­est vi­de­ri ita de­mum da­ri vo­luis­se, si il­le ex­sti­tis­set he­res. 2Si fi­lio he­redi pars eius, a quo no­mi­na­tim le­ga­tum est, ad­cres­cit, non prae­sta­bit le­ga­tum, quod iu­re an­ti­quo ca­pit.

29Clesus lib. XXXVI. Dig. Mein Vater erzählte, es habe, als er im Rath des Consuls Ducenus Verus gesessen, seine Meinung Beifall gefunden, als Otacilius Catulus seine Tochter zur alleinigen Universalerbin eingesetzt, seinem Freigelassenen aber Zweihundert vermacht und ihn ersucht hatte, sie seiner, des Otacilius, Beischläferin zu geben, darauf der Freigelassene bei Lebzeiten des Vaters gestorben und das ihm Ausgesetzte in den Händen der Tochter geblieben war: dass die Tochter angehalten wurde, dieses Fideicommiss der Beischläferin zu entrichten2424S. u. Fr. 32. §. 4. h. t.. 1Wenn ein Fideicommiss einem Erben namentlich aufgelegt ist, so kann dies so verstanden werden, dass der Erblasser es nur für den Fall ausgesetzt habe, wenn Jener Erbe würde. 2Wenn meinem Sohn, der Erbe ist, der Erbtheil eines [Miterben] anwächst, welchem namentlich ein Vermächtniss auferlegt ist, so hat er das Vermächtniss nicht zu entrichten; es ist vielmehr nach dem alten Rechte sein2525Dies alte Recht ist also für Söhne nicht aufgehoben. S. u. Fr. 61. §. 1. h. t..

30Idem li­bro tri­ge­si­mo sep­ti­mo di­ges­to­rum. Qui­dam in tes­ta­men­to ita scrip­sit: ‘rei pu­bli­cae Gra­vis­ca­no­rum le­go in tu­te­lam viae re­fi­cien­dae, quae est in co­lo­nia eo­rum us­que ad viam Aure­liam’: quae­si­tum est, an hoc le­ga­tum va­leat. Iu­ven­tius Cel­sus re­spon­dit: prope­mo­dum qui­dem in­per­fec­ta est haec scrip­tu­ra in tu­te­lam Aure­liae viae, quia sum­ma ad­scrip­ta non est: pot­est ta­men vi­de­ri tan­ta sum­ma le­ga­ta, quan­ta ei rei suf­fi­ce­ret: si mo­do non ap­pa­ret aliam fuis­se de­func­ti vo­lun­ta­tem aut ex mag­ni­tu­di­ne eius pe­cu­niae aut ex me­dio­cri­ta­te fa­cul­ta­tium, quam tes­ta­trix re­li­quit: tunc enim of­fi­cio iu­di­cis se­cun­dum aes­ti­ma­tio­nem pa­tri­mo­nii et le­ga­ti quan­ti­tas de­fi­ni­ri pot­est.

30Idem lib. XXXVII. Dig. Jemand setzte in sein Testament Folgendes: dem Gemeinwesen der Graviscaner vermache ich zur Pflege der Besserung der Strasse, welche in ihrer Stadt ist, bis zur Aurelischen Strasse, und es ward gefragt, ob dieses Vermächtniss gelte. Juventius Celsus antwortete: der Ausdruck: zur Pflege des Aurelischen Weges, ist zwar ziemlich unvollständig, weil keine Summe beigefügt ist: Man kann jedoch diejenige Summe, die zu solchem Zwecke genügt, als vermacht betrachten, dafern nur nicht erhellet, dass der Erblasser es anders gewollt habe, es sei aus der Grösse der Summe, oder aus dem unzureichenden Betrag des Vermögens, welches der Testator hinterlassen hat; dann nämlich kann nach vorgenommener Abschätzung des Vermögens auch die Grösse des Vermächtnisses von richterlichen Amts wegen bestimmt werden.

31Mo­des­ti­nus li­bro pri­mo re­gu­la­rum. Si quis quos non pot­erit ma­nu­mit­te­re le­ga­vit, ut ma­nu­mit­te­ren­tur, nec le­ga­tum nec li­ber­tas va­let.

31Modestinus lib. I. Regul. Wenn Jemand Sclaven, denen er die Freiheit zu geben nicht berechtigt war, vermacht, so dass sie [von dem Legatar] frei gelassen werden sollen, so gilt weder das Vermächtniss, noch die Freilassung.

32Idem li­bro no­no re­gu­la­rum. Om­nia, quae tes­ta­men­tis si­ne die vel con­di­cio­ne ad­scri­bun­tur, ex die ad­itae he­redi­ta­tis prae­sten­tur. 1Fun­dum an­te con­di­cio­nem con­ple­tam ab he­rede non tra­di­tum, sed a le­ga­ta­rio de­ten­tum he­res vin­di­ca­re cum fruc­ti­bus pot­erit. 2Cum ita le­ga­tur: ‘il­li hoc am­plius fun­dum il­lum cum om­ni­bus re­bus, quae in eo­dem fun­do erunt’, man­ci­pia quo­que con­ti­nen­tur. 3Cum ita le­ga­tur: ‘quid­quid in hor­reo meo erit’ et is cui le­ga­tum est ex re­bus non le­ga­tis igno­ran­te eo am­plian­di le­ga­ti sui gra­tia in hor­reum in­tu­le­rit, quod il­la­tum est non vi­de­tur es­se le­ga­tum. 4Quod a le­ga­ta­rio pe­ti­tum erat, ut alii re­sti­tue­ret, si le­ga­ta­rius de­ce­dat, he­res quo­que eius id quod le­ga­tum est prae­sta­re de­be­bit. 5Spe­cies no­mi­na­tim le­ga­tae si non rep­pe­rian­tur nec do­lo he­redis de­es­se pro­ben­tur, pe­ti ex eo­dem tes­ta­men­to non pos­sunt. 6In fi­dei­com­mis­so quod fa­mi­liae re­lin­qui­tur hi ad pe­ti­tio­nem eius ad­mit­ti pos­sunt, qui no­mi­na­ti sunt, aut post om­nes eos ex­stinc­tos qui ex no­mi­ne de­func­ti fue­rint eo tem­po­re, quo tes­ta­tor mo­re­re­tur, et qui ex his pri­mo gra­du pro­crea­ti sint, ni­si spe­cia­li­ter de­func­tus ad ul­te­rio­res vo­lun­ta­tem suam ex­ten­de­rit.

32Idem lib. IX. Regul. Alles was in Testamenten ohne Fristbestimmung oder Bedingung verordnet ist, muss zur Zeit des Erbschaftsantritts geleistet werden. 1Ein Grundstick, welches vor Eintritt der Bedingung nicht vom Erben übergeben, sondern vom Legatar in Besitz genommen worden ist, kann der Erbe nebst den Nutzungen mit der Eigenthumsklage zurückfordern. 2Wenn ein Vermächtniss so ausgedrückt ist: Jenem überdies jenes Landgut, mit allen Sachen, die in diesem Landgute sein werden, so sind auch die Sclaven2626Und zwar alle, die in das Gut gehören, und sich gewöhnlich da aufhalten, wenn sie auch zur Zeit des Todes zufällig nicht da wären. Fr. 84. §. 10. D. de leg. I. darunter begriffen. 3Lautet ein Vermächtniss so: Was in meinem Speicher sein wird, und es hat der, welchem es bestimmt ist, ohne Wissen [des Testators], um sein Vermächtniss zu vergrössern, nicht vermachte Dinge in den Speicher gebracht, so ist das Hineingebrachte nicht als vermacht anzusehen. 4Was einem Legatar auferlegt ist, [einem Dritten] zu erstatten, das muss, wenn der Legatar stirbt, auch der Erbe als Vermächtniss leisten2727Vgl. Fr. 29. pr. h. t.. 5Namentlich vermachte einzelne körperliche Sachen können, wenn sie sich nicht vorfinden und nicht erwiesen wird, dass sie durch böse Absicht des Erben fehlen, aus demselben Testamente nicht gefordert werden2828S. oben Fr. 8. §. 2. h. t.. 6Ad Dig. 31,32,6Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 637, Note 5.Bei einem Fideicommiss, das der Familie hinterlassen ist, können die zur Einklagung desselben zugelassen werden, die benannt sind, oder nachdem diese alle verstorben sind, diejenigen, welche zu der Zeit, wo der Testator stirbt, seinen Namen führen, und welche von diesem im ersten Grade abstammen; es müsste denn der Erblasser seine Verfügung bestimmt nicht auf die Entferntern haben erstrecken wollen.

33Idem li­bro no­no re­spon­so­rum. Re­spon­dit: le­ga­to­rum pe­ti­tio ad­ver­sus he­redes pro par­ti­bus he­redi­ta­riis com­pe­tit nec pro his qui sol­ven­do non sunt one­ra­ri co­he­redes opor­tet. 1Qui plu­res he­redes in­sti­tuit, tes­ta­men­to a qui­bus­dam no­mi­na­tim re­li­quit le­ga­ta, post­ea co­di­cil­los ad om­nes he­redes scrip­sit: quae­ro, quae le­ga­ta de­beant. Mo­des­ti­nus re­spon­dit: cum ma­ni­fes­te tes­ta­tor tes­ta­men­to ex­pres­se­rit, a qui­bus he­redi­bus le­ga­ta prae­sta­ri vel­let, li­cet co­di­cil­los ad om­nes scrip­se­rit, ap­pa­ret ta­men ea quae co­di­cil­lis de­dit ab his prae­stan­da es­se, quos mu­ne­re fun­gi de­be­re tes­ta­men­to suo os­ten­dit tes­ta­tor.

33Idem lib. IX. Resp. respondit. Die Klage auf die Vermächtnisse findet gegen die Erben nach Verhältniss der Erbtheile Statt, und statt derjenigen, die nicht zahlungsfähig sind, können ihre Miterben nicht in Anspruch genommen werden. 1Jemand hatte mehrere Erben in seinem Testamente eingesetzt, und einigen namentlich Vermächtnisse auferlegt; nachher errichtete er ein Codicill an alle Erben; ich frage nun: welche Vermächtnisse haben diese zu entrichten? Modestinus antwortete: da der Testator im Testamente klar ausgesprochen hat, welche Erben seinem Willen nach die Vermächtnisse entrichten sollten, so erhellet, obwohl er das Codicill an alle gerichtet hat, dennoch, dass das, was er im Codicill ausgesetzt hat, von denen geleistet werden müsse, die er in seinem Testamente zu solchen Leistungen verbindlich erklärt hat.

34Idem li­bro de­ci­mo re­spon­so­rum. Ti­tia cum tes­ta­men­to fac­to de­ce­de­ret he­redi­bus in­sti­tu­tis Mae­via et Sem­pro­nio fi­liis suis ex ae­quis par­ti­bus, pe­tit a Mae­via, ut Sti­chum ser­vum suum ma­nu­mit­te­ret, in haec ver­ba: ‘a te au­tem, Mae­via fi­lia ca­ris­si­ma, pe­to, ut Sti­chum ser­vum tuum ma­nu­mit­tas, cum in mi­nis­te­rio tuo tot ca­pi­ta ser­vo­rum ti­bi his co­di­cil­lis le­ga­ve­ro’, nec le­ga­vit. quae­ro, quid his ver­bis re­lic­tum vi­dea­tur, cum, ut su­pra cau­tum est, duo­bus he­redi­bus in­sti­tu­tis de­func­tam tes­ta­tri­cem et man­ci­pia he­redi­ta­ria dua­rum per­so­na­rum fuis­se, et co­di­cil­lis ni­hil re­lic­tum sit de prae­stan­dis man­ci­piis nec pos­sit uti­le fi­dei­com­mis­sum pu­ta­ri, quod da­tum non sit, cum le­gas­se se di­xe­rit nec ad­ie­ce­rit le­ga­ti spe­ciem nec ab he­rede uti prae­sta­ren­tur man­ci­pia pe­tie­rit. Mo­des­ti­nus re­spon­dit ex ver­bis con­sul­ta­tio­ni in­ser­tis Mae­viam ne­que le­ga­ti ne­que fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio­nem ha­be­re ne­que li­ber­ta­tem ser­vo suo da­re com­pel­li. 1Lu­cius Ti­tius in tes­ta­men­to suo ita ca­vit: ‘Ὀκταβιάνῃ Στρατονίκῃ τῇ γλυκυτάτῃ μου θυγαρτὶ χαίρειν. Βούλομαι αὐτὴν παρ’ ἑαυτῆς λαβεῖν χωρίον Γάζαν σὺν ταῖς ἐνθήκαις αὐτοῦ πάσαις. Ὀκταβιάνῳ Ἀλεξάνδρῳ τῷ γλυκυτάτῳ μου υἱῷ. Ἐξαίρετον βούλομαι αὐτὸν παρ’ ἑαυτοῦ λαβεῖν σύγκτησιν ἀγωνόφορον Κομιάνην σὺν αἷς ἔχει ἐνθήκαις πάσαισ’. quae­ro, an hu­ius­mo­di scrip­tu­ra in­te­grum prae­dium sin­gu­lis da­tum es­se vi­dea­tur an ve­ro par­tem he­redi­ta­riam dum­ta­xat con­ti­neat, cum in­uti­li­ter a se­met ip­so quem­que eo­rum quam ha­be­bat par­tem ac­ci­pe­re vo­luit. Mo­des­ti­nus re­spon­dit non sic in­ter­pre­tan­dam scrip­tu­ram de qua quae­ri­tur, ut fi­dei­com­mis­sum in­uti­le fiat. item quae­ro, si in­te­grum prae­dium re­lic­tum es­se vi­dea­tur, an pre­tium por­tio­nis fra­tri et co­he­redi sol­ven­dum sit, ut hoc ip­so, quod a se­met ip­so ac­ci­pe­re prae­ce­pit, pre­tio il­la­to in­te­grum ha­be­re eum vo­lue­rit. item re­spon­dit ad so­lu­tio­nem pre­tii fi­dei­com­mis­sa­rium mi­ni­me com­pel­len­dum. 2Lu­cia Ti­tia in­tes­ta­ta mo­riens a fi­liis suis per fi­dei­com­mis­sum alie­no ser­vo do­mum re­li­quit: post mor­tem fi­lii eius idem qui he­redes cum di­vi­se­runt he­redi­ta­tem ma­tris, di­vi­se­runt et­iam do­mum, in qua di­vi­sio­ne do­mi­nus ser­vi fi­dei­com­mis­sa­rii qua­si tes­tis ad­fuit: quae­ro, an fi­dei­com­mis­si per­se­cu­tio­nem ad­quisi­tam si­bi per ser­vum eo, quod in­ter­fuit di­vi­sio­ni, amis­is­se vi­dea­tur. Mo­des­ti­nus re­spon­dit fi­dei­com­mis­sum ip­so iu­re amis­sum non es­se, quod ne re­pu­dia­ri qui­dem pot­est: sed nec per do­li ex­cep­tio­nem sum­mo­ve­tur, ni­si evi­den­ter ap­pa­rue­rit omit­ten­di fi­dei­com­mis­si cau­sa hoc eum fe­cis­se. 3Gaius Se­ius cum do­mum suam ha­be­ret et in prae­to­rio uxo­ris suae trans­tu­lis­set, quas­dam res de do­mo sua in eo­dem prae­to­rio trans­tu­lit ibi­que post mul­tos dies de­ce­dens tes­ta­men­to uxo­rem suam he­redem et alios com­plu­res re­li­quit. quo tes­ta­men­to sig­ni­fi­ca­vit ver­ba, quae in­fra scrip­ta sunt: ‘in pri­mis sciant he­redes mei nul­lam pe­cu­niam es­se pe­nes uxo­rem meam, sed nec aliud quic­quam: id­eo­que hoc no­mi­ne eam in­quie­ta­ri no­lo’. quae­ro, an ea, quae vi­vo eo in prae­to­rio uxo­ris eius trans­la­ta sunt, com­mu­ni he­redi­ta­ti vin­di­ca­ri pos­sint et an se­cun­dum ver­ba tes­ta­men­ti prae­scri­bi co­he­redi­bus pos­sit a par­te uxo­ris de­func­ti. Mo­des­ti­nus re­spon­dit, si ea, quae in do­mum seu prae­to­rium uxo­ris de­func­tus trans­tu­lit, prae­ci­pua ad eam per­ti­ne­re vo­luit, ni­hil pro­po­ni, cur vo­lun­ta­te ip­sius stan­dum non sit. ne­ces­se igi­tur ha­bet mu­lier ta­lem vo­lun­ta­tem fuis­se tes­ta­to­ris os­ten­de­re. quod ni­si fe­ce­rit, in he­redi­ta­te ma­ri­ti et haec re­ma­ne­re opor­tet. 4Si ea con­di­cio­ne li­ber­to fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum est, ne a fi­liis eius re­ce­de­ret, et per tu­to­res fac­tum est, quo mi­nus con­di­cio­nem im­ple­ret, in­iquum est eum, cum sit incul­pa­tus, emo­lu­men­to fi­dei­com­mis­si ca­re­re. 5Qui in­vi­ta fi­lia de do­te ege­rat, de­ces­sit ea­dem il­la ex­he­redata, fi­lio he­rede in­sti­tu­to et ab eo fi­dei­com­mis­sum fi­liae do­tis no­mi­ne re­li­quit: quae­ro, quan­tum a fra­tre mu­lier con­se­qui de­beat. Mo­des­ti­nus re­spon­dit: quod in pri­mis est non es­se con­sump­tam de do­te ac­tio­nem mu­lie­ri, cum pa­tri suo non con­sen­se­rit, uti­que non igno­ras. sic enim res ex­pli­ca­tur, ut, si qui­dem ma­ior quan­ti­tas in do­te fuit, il­lius pe­ti­tio­ne sit tan­tum­mo­do mu­lier con­ten­ta: quod si in sum­ma do­tis no­mi­ne le­ga­ta am­plius sit quam in do­te prin­ci­pa­li, com­pen­sa­tio fiat us­que ad ean­dem sum­mam quae con­cur­rit et id tan­tum­mo­do, quod ex­ce­dit in se­quen­ti sum­ma, ex tes­ta­men­to con­se­qua­tur: non est enim ve­ri­si­mi­le pa­trem du­pli­ci prae­sta­tio­ne do­tis fi­lium eun­dem­que he­redem one­ra­re vo­luis­se, prae­ter­ea cum pu­ta­ve­rit se ef­fi­ca­ci­ter li­cet non con­sen­tien­te fi­lia in­sti­tuis­se ad­ver­sus ge­ne­rum de do­te ac­tio­nem. 6Lu­cius Ti­tius re­lic­tis duo­bus fi­liis suis he­redi­bus di­ver­si se­xus in­sti­tu­tis ad­di­dit ca­put ge­ne­ra­le, uti le­ga­ta et li­ber­ta­tes ab his he­redi­bus suis prae­sta­ren­tur: qua­dam ta­men par­te tes­ta­men­ti a fi­lio pe­tit, ut om­ne onus le­ga­to­rum in se sus­ti­ne­ret, in hunc mo­dum: ‘ea quae­cum­que in le­ga­tis re­li­qui vel da­ri prae­ce­pi, ab At­tia­no fi­lio meo et he­rede da­ri prae­sta­ri­que iu­be­bo’, de­in­de sub­ie­cit in prae­cep­tio­ne re­lin­quen­da fi­liae suae haec ver­ba: ‘Pau­li­nae fi­liae meae dul­cis­si­mae si quid me vi­vo de­di com­pa­ra­vi, si­bi ha­be­re iu­beo: cu­ius rei quaes­tio­nem fie­ri ve­to. et pe­to a te, fi­lia ca­ris­si­ma, ne ve­lis iras­ci, quod am­plio­rem sub­stan­tiam fra­tri tuo re­li­que­rim, quem scis mag­na one­ra sus­ten­ta­tu­rum et le­ga­ta quae su­pra fe­ci prae­sta­tu­rum’. quae­ro, an ex his ex­tre­mis ver­bis, qui­bus cum fi­lia sua in tes­ta­men­to pa­ter lo­cu­tus est, ef­fec­tum vi­dea­tur, ut he­redi­ta­riis ac­tio­ni­bus id est om­ni­bus fi­lium suum one­ra­ve­rit, an ve­ro iam so­lum prop­ter onus le­ga­to­rum lo­cu­tus es­se vi­dea­tur, pe­ti­tio­nes au­tem he­redi­ta­riae in utrum­que he­redem cre­di­to­ri­bus da­ri de­beant. Mo­des­ti­nus re­spon­dit, ut ac­tio­nes cre­di­to­rum fi­lius so­lus ex­ci­piat, ius­sis­se tes­ta­to­rem non pro­po­ni. 7Ti­tia cum nu­be­ret Gaio Se­io, de­dit in do­tem prae­dia et quas­dam alias res, post­ea de­ce­dens co­di­cil­lis ita ca­vit: ‘Γάιον Σέιον τὸν ἄνδρα μου παρακατατίθεμαί σοι, ὦ θύγατερ. ᾧ βούλομαι δοθῆναι εἰς βίου χρῆσιν καὶ ἐπικαρπίαν μετοχὴν κώμης Νακλήνων, ἣν ἔφθασα δεδωκυῖα εἰς προῖκα, σὺν σώμασι τοῖς ἐμφερομένοις τῇ προικί, καὶ κατὰ μηδὲν ἐνοχληθῆναι αὐτὸν περὶ τῆς προικόσ· ἔσται γὰρ μετὰ τὴν τελευτὴν αὐτοῦ σὰ καὶ τῶν τέκνων σου’: prae­ter­ea alia mul­ta huic ei­dem ma­ri­to le­ga­vit, ut quam­diu vi­ve­ret ha­be­ret. quae­ro, an prop­ter haec, quae co­di­cil­lis ei ex­tra do­tem re­lic­ta sunt, pos­sit post mor­tem Gaii Se­ii ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio fi­liae et he­redi Ti­tiae com­pe­te­re et ea­rum re­rum no­mi­ne, quas in do­tem Gaius Se­ius ac­ce­pit. Mo­des­ti­nus re­spon­dit: li­cet non ea ver­ba pro­po­nun­tur, ex qui­bus fi­lia tes­ta­tri­cis fi­dei­com­mis­sum a Gaio Se­io, post­quam prae­sti­te­rit quae tes­ta­men­to le­ga­ta sunt, pe­te­re pos­sit, ta­men ni­hil pro­hi­bet prop­ter vo­lun­ta­tem tes­ta­tri­cis post mor­tem Gaii Se­ii fi­dei­com­mis­sum pe­ti.

34Idem lib. X. Resp. Titia hinterliess bei ihrem Tode ein Testament, worin sie ihre Kinder Mävia und Sempronius zu gleichen Theilen zu Erben einsetzte. Hierauf ersuchte sie2929In einem Codicill. die Mävia mit folgenden Worten, ihren Sclaven Stichus freizulassen: dich aber, liebe Tochter Mävia, ersuche ich, deinen Sclaven Stichus freizulassen, da ich dir zu deiner Bedienung soviel Köpfe an Sclavenvolk durch dieses Codicill vermachen werde. Sie vermachte aber [diese Sclaven] nicht; ich frage nun, was durch diese Worte als verordnet gelten könne, da, wie oben bemerkt, die Testirerin mit Hinterlassung zweier Erben gestorben ist und die Erbschaftsclaven zwei Personen gehörten, auch im Codicill von Herausgabe einiger Sclaven3030Vom Sohn an die Tochter. nichts verfügt ist, mithin ein Fideicommiss nicht für gültig gehalten werden kann, welches gar nicht ertheilt ist, da die Testirerin sagt, dass sie vermacht habe, dabei aber nicht bestimmt, welche Individuen das Vermächtniss umfasse, und den Erben3131Den Sempronius. nicht ersucht, Sclaven auszuantworten? Modestinus antwortete: aus den in der Anfrage angeführten Worten habe die Mävia keine Klage auf ein Vermächtniss oder Fideicommiss, sei aber auch nicht verbunden, ihrem Sclaven die Freiheit zu geben. 1Lucius Titius verordnete in seinem Testamente Folgendes: Meiner geliebten Tochter Octaviana Stratonike Gruss. Ich will, dass sie von sich selbst das Landgut Gaza mit allem, was darin ist,3232S. Fr. 2. und 20. §. 1. D. de instructo r. instrum. leg. 33, 7. empfange. Meinem geliebten Sohne Octavianus Alexander Gruss. Ich will, dass er von sich selbst die3333Da das hierbei stehende griechische Beiwort verdorben ist, und weder die in vorstehenden Text aufgenommene, noch eine andere der bisher gemachten Conjecturen mir genügt, das Beiwort selbst aber gleichgültig ist, so habe ich es weggelassen. Pflege Komiane, mit allem was darin ist, vorausnehme. Ich frage, ob durch diese Verfügung Jedem von beiden das [ihm angewiesene] Gut ganz vermacht sei, oder ob sie nur auf einen Antheil nach Verhältniss des Erbtheils geht, da der Testator ungültiger Weise einem jeden von ihnen den Antheil, den es schon hatte, von sich selbst zu empfangen bestimmte3434S. Fr. 34. §. 11. 12. und Fr. 116. §. 1. D. de leg. I.? Modestinus antwortete, die Verordnung, welche Gegenstand der Frage ist, dürfe nicht so ausgelegt werden, dass das Fideicommiss ungültig werde. Ferner frage ich, falls einem Jeden das ganze Gut vermacht ist, hat der Bruder und Miterbe den Werth seines Antheils auszuzahlen, weil der Testator eben dadurch, dass er ihn anwies, von sich selbst zu empfangen, gezeigt habe, er wolle, dass er durch Einwerfung des Werths das Grundstück ganz erwerbe? Er hat ferner geantwortet, der Fideicommissar sei keinesweges zu Auszahlung des Werths anzuhalten. 2Lucia Titia, die ohne Testament starb, setzte, von ihren Kindern ab, einem fremden Sclaven ein Haus als Fideicommiss aus. Nach ihrem Tode theilten eben diese ihre Kinder, die Erben waren, bei Theilung der mütterlichen Erbschaft, auch dieses Haus; welcher Theilung der Herr des Sclaven, dem das Fideicommiss bestimmt war, als Zeuge beiwohnte; nun frage ich, hat derselbe die ihm durch seinen Sclaven erworbene Klage auf das Fideicommiss dadurch, dass er bei der Theilung zugegen war, verloren? Modestinus antwortete: das Fideicommiss ist nicht von selbst verloren gegangen, da es nicht einmal ausgeschlagen werden kann3535Dies scheint dem Fr. 7. D. de leg. I. geradezu zu widersprechen. Aber dort ist nur vom legatum delatum die Rede, hier von acquisita persecutio, und wird also hier vorausgesetzt, dass das Fideicommiss schon durch förmliches Anerkenntniss erworben sei (Fr. 13. D. de cond. inst. 28. 7.); wo es denn nicht mehr ausgeschlagen (repudiari), sondern nur durch förmlichen Verzicht aufgegeben werden (omitti) kann. Cujac. obs. lib. III. cap. 11.; auch die Einrede der Gefährde steht ihm nicht einmal entgegen, dafern nicht offenbar erhellet, dass er es in der Absicht gethan habe, auf das Fideicommiss zu verzichten. 3Cajus Sejus, der ein eigenes Haus hatte, zog auf das Lustschloss3636Praetorium. Fr. 198. D. de V. S. 50. 16. Sueton. Calig. cap. 37. seiner Frau, nahm einige Sachen aus seinem eigenen Hause mit auf dieses Lustschloss, starb daselbst viele Tage nachher und setzte in seinem Testamente seine Frau nebst mehreren Anderen zu Erben ein. In dieses Testament setzte er folgende Worte: Vorzüglich sollen meine Erben wissen, dass im Gewahrsam meiner Frau3737Penes. S. Fr. 63. de V. S. 50. 16. kein Geld und auch nichts anderes ist; daher will ich dass sie deshalb nicht beunruhigt werde. Ich frage nun, ob dasjenige, was bei seinen Lebzeiten auf das Lustschloss seiner Frau geschafft worden ist, zur gemeinsamen Erbschaft gezogen werden könne, und ob deshalb nach den Worten des Testaments von der Frau des Erblassers ihren Miterben eine Einrede entgegengesetzt werden (praescribi) könne? Modestinus antwortete: wenn der Erblasser gewollt hat, dass das, was er in das Haus oder Lustschloss der Frau gebracht hat, als Vorausnahme ihr zufallen solle, so liegt in den angegebenen Umständen kein Grund, weshalb sein Wille nicht sollte befolgt werden müssen. Der Frau liegt also ob, zu beweisen, dass dies der Wille des Verstorbenen gewesen sei; widrigenfalls bleiben diese Sachen Theil der ehemännlichen Erbschaft. 4Wenn einem Freigelassenen ein Fideicommiss unter der Bedingung ausgesetzt ist, dass er seine [des Testators] Kinder nicht verlassen sollte, und die Vormünder ihn an Erfüllung dieser Bedingung verhindert haben, so ist es unbillig, dass er, da er ohne Schuld ist, den Vortheil des Fideicommisses einbüsse. 5Jemand hatte wider Willen seiner Tochter wegen [Zurückgabe ihres] Heirathsguts geklagt. Darauf starb er, nachdem er sie enterbt, seinen Sohn zum Erben eingesetzt und von ihm ab der Tochter ein Fideicommiss als Heirathsgut hinterlassen hatte; nun frage ich, was die Schwester vom Bruder zu bekommen hat? Modestinus hat geantwortet, zuvörderst sei die Klage auf das Heirathsgut3838Auf das erste, weshalb der Vater geklagt hatte. ihr unverloren, da sie [dabei] ihrem Vater nicht beigetreten war, obwohl sie davon wusste. Die Sache wird nämlich so geordnet: Ist der Betrag des ersten Heirathsguts grösser gewesen, so muss die Frau sich mit dessen Einklagung3939Entweder von ihrem Ehemann, oder, wenn dieser es schon wieder erstattet hat, vom Bruder und Erben. allein begnügen; ist aber die zur Mitgift vermachte Summe grösser als die eigentliche Mitgift, so wird letztere ihr bis zur gleichen Summe angerechnet und sie bekommt aus dem Testamente von der zweiten Summe nur den Mehrbetrag; denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der Vater seinen Sohn und Erben mit doppelter Entrichtung des Heirathsguts habe beschweren wollen, zumal da er glaubte, obschon ohne Genehmigung der Tochter, doch wirksam die Klage auf das Heirathsgut gegen den Eidam angestellt zu haben. 6Lucius Titius hinterliess zwei Kinder verschiedenen Geschlechts, setzte sie zu Erben ein, und fügte die allgemeine Clausel hinzu, dass die Vermächtnisse und Freilassungen von diesen seinen Erben geleistet werden sollten; an einer anderen Stelle des Testaments aber ersuchte er den Sohn, die ganze Last der Vermächtnisse auf sich zu nehmen, folgender Gestalt: Alles was ich als Vermächtniss ausgesetzt oder zu geben verordnet habe, soll mein Sohn und Erbe Attianus geben und entrichten; dann fügte er bei Aussetzung einer Vorausnahme für die Tochter diese Worte bei: Paulina, meine geliebte Tochter, soll behalten, was ich ihr bei meinen Lebzeiten gegeben oder angeschafft habe; hierüber verbiete ich jede Untersuchung, und bitte dich, theure Tochter, mir nicht zu zürnen, dass ich deinem Bruder mehr Vermögen zuwende, da du weisst, dass er viele Lasten zu tragen und die Vermächtnisse, die ich oben gemacht habe, zu entrichten hat. Ich frage, ob aus diesen letzten Worten, die der Vater im Testamente an seine Tochter gerichtet hat, folgt, dass er den Sohn auch mit den Erbschaftsschulden (hereditariis actionibus), nämlich allein, habe belasten wollen, oder ob anzunehmen sei, dass er nur die Last der Vermächtnisse gemeint, die Klagen gegen das Erbe aber den Gläubigern wider beide Erben gestattet werden müssten? Modestinus antwortete: aus den angegebenen Umständen gehe nicht hervor, dass der Testator verordnet habe, es solle der Sohn allein auf die Klagen gegen das Erbe sich einzulassen schuldig sein. 7Titia brachte bei ihrer Verheirathung mit dem Cajus Sejus ihm gewisse Güter und einige andere Dinge als Heirathsgut zu. Bei ihrem Tode verordnete sie sodann in einem Codicill Folgendes: Meinen Gatten Cajus Sejus empfehle ich dir, meine Tochter; ihm bestimme ich zum lebenslänglichen Niessbrauch meinen Antheil4040Nach allem Streit der Ausleger scheint mir dies doch die richtigste Erklärung von μετοχὴν. an dem Dorfe der Naklener, welchen ich ihm früherhin mit den darin befindlichen Dingen als Heirathsgut zugebracht habe; und dass er wegen des Heirathsguts in keine Wege belästigt werde, denn nach seinem Tode ist Alles dein und deinen Kindern. Ausserdem vermachte sie diesem ihrem Ehemanne noch vieles Andere zu lebenslänglichem Besitze. Ich frage, ob nach dem Tode des Cajus Sejus wegen dessen, was ausser dem Heirathsgut durch das Codicill ihm ausgesetzt ist, und wegen der Dinge, die demselben als Heirathsgut zugebracht sind, der Tochter und Erbin der Titia eine Klage aus dem Fideicommisse zukomme? Modestinus antwortete: obgleich nicht solche Worte angegeben sind, wornach die Tochter der Testirerin nach Leistung dessen, was im Testamente vermacht ist, vom Cajus Sejus etwas als Fideicommiss verlangen könnte, so hindert doch nichts, dasselbe dem Willen der Testirerin zu Folge nach dem Tode des Cajus Sejus zu fordern.

35Idem li­bro sex­to de­ci­mo re­spon­so­rum. Re­spon­dit le­ga­tis uxo­ri quae usus eius cau­sa pa­ra­ta sunt, eos ser­vos ad eam non per­ti­ne­re, qui non pro­prii ip­sius, sed com­mu­nis usus cau­sa pa­ra­ti sunt.

35Idem lib. XVI. Responsorum respondit: Wenn einer Ehefrau [von ihrem Gatten] dasjenige vermacht wird, was zu ihrem Gebrauche angeschafft worden ist, so gebühren ihr diejenigen Sclaven nicht, welche nicht zu ihrem alleinigen, sondern zum gemeinschaftlichen Dienste angeschafft worden sind.

36Idem li­bro ter­tio pan­dec­ta­rum. Le­ga­tum est do­na­tio tes­ta­men­to re­lic­ta.

36Idem lib. III. Pandect. Ein Vermächtniss ist eine mittelst Testaments hinterlassene Schenkung.

37Ia­vo­le­nus li­bro pri­mo ex Cas­sio. Qui tes­ta­men­to in­uti­li­ter ma­nu­mis­sus est le­ga­ri eo­dem tes­ta­men­to pot­est, quia to­tiens ef­fi­ca­cior est li­ber­tas le­ga­to, quo­tiens uti­li­ter da­ta est.

37Javol. lib. I. ex Cassio. Ein Sclav, der in einem Testamente ungültiger Weise frei erklärt ist, kann in demselben Testamente vermacht werden, denn nur dann gilt die Freilassung vorzugsweise vor dem Vermächtniss, wenn sie rechtsbeständiger Weise gegeben ist.

38Idem li­bro se­cun­do ex Cas­sio. Quod ser­vus le­ga­tus an­te ad­itam he­redi­ta­tem ad­quisiit, he­redi­ta­ti ad­quirit.

38Idem lib. II. ex Cassio. Was ein vermachter Sclav vor Antritt der Erbschaft erwirbt, erwirbt er der Erbschaft.

39Idem li­bro ter­tio ex Cas­sio. Si areae le­ga­tae post tes­ta­men­tum fac­tum ae­di­fi­cium im­po­si­tum est, utrum­que de­be­bi­tur et so­lum et su­per­fi­cium.

39Idem lib. III. ex Cassio. Wenn auf ein vermachtes Grundstück nach der Errichtung des Testamentes ein Gebäude gesetzt worden ist, so ist beides, der Grund und Boden sowohl, als das Gebäude, zu gewähren4141So auch Fr. 44. §. 4. D. de leg. I., wo ausdrücklich hinzugesetzt wird: nisi testator mutavit voluntatem. Ebenso in Contractverhältnissen, wo weder eine einseitige Willensänderung zulässig ist, noch der Wille eines Dritten a der Verbindlichkeit etwas ändern kann. Fr. 98. §. 8. D. de solutt. et liberatt. 46. 3. Sollte daher nicht in dem anscheinend widersprechenden Fr. 79. §. 2. D. de leg. III. der Fall gemeint sein, wo der Testator den Boden bei der Abischt, das Vermächtniss zu entziehen, bebaut hat? so dass Celsus mit den Worten quamquam peti non poterat sagen wollte, obgleich der Fall ein solcher gewesen, wo auf das Grundstück nicht geklagt werden konnte (nämlich der obige), so u. s. w. — Der Meinung des Celsus, die Paulus im angef. Fr. 98. §. 8. bestreitet, kann jedenfalls auf diesen Ausspruch kein Einfluss zugeschrieben werden..

40Idem li­bro pri­mo epis­tu­la­rum. Si duo­bus ser­vis meis ea­dem res le­ga­ta est et al­te­rius ser­vi no­mi­ne ad me eam per­ti­ne­re no­lo, to­tum ad me per­ti­ne­bit, quia par­tem al­te­rius ser­vi per al­te­rum ser­vum ad­quiro, per­in­de ac si meo et al­te­rius ser­vo es­set le­ga­tum.

40Idem lib. I. Epistol. Wenn zweien meiner Sclaven dieselbe Sache vermacht ist, und ich sie wegen des einen der beiden nicht annehmen will, so gehört sie [doch] ganz mein, weil ich den Antheil des einen Sclaven durch den andern Sclaven erwerbe, ebenso, als wenn das Vermächtniss meinem und einem fremden Sclaven ausgesetzt gewesen wäre.

41Idem li­bro sep­ti­mo epis­tu­la­rum. ‘Mae­vio fun­di par­tem di­mi­diam, Se­io par­tem di­mi­diam le­go: eun­dem fun­dum Ti­tio le­go’. si Se­ius de­ces­se­rit, pars eius utri­que ad­cres­cit, quia cum se­pa­ra­tim et par­tes fun­di et to­tus le­ga­tus sit, ne­ces­se est, ut ea pars quae ces­sat pro por­tio­ne le­ga­ti cui­que eo­rum, qui­bus fun­dus se­pa­ra­tim le­ga­tus est, ad­cres­cat. 1A me he­rede uxo­ri meae ita le­ga­tum est: ‘quid­quid prop­ter Ti­tiam ad Se­ium do­tis no­mi­ne per­ve­nit, tan­tam pe­cu­niam Se­ius he­res meus Ti­tiae det’: quae­ro, an de­duc­tio­nes in­pen­sa­rum fie­ri pos­sint, quae fie­rent, si de do­te age­re­tur. re­spon­dit: non du­bi­to, quin uxo­ri suae quod ita le­ga­tum est: ‘a te he­res pe­to, quid­quid ad te per­ve­nis­set, ut tan­tum ei da­res’, to­ta dos si­ne ra­tio­ne de­duc­tio­nis im­pen­sa­rum mu­lie­ri de­bea­tur. non au­tem idem ius ser­va­ri de­bet ex tes­ta­men­to ex­tra­nei, quod ser­va­tur in tes­ta­men­to vi­ri, qui do­tem uxo­ri rele­ga­vit. haec enim ta­xa­tio­nis lo­co ha­ben­da est ‘quid­quid ad te per­ve­nit’: il­lic au­tem, ubi vir uxo­ri rele­gat, id vi­de­tur le­ga­re, quod in iu­di­cio do­tis mu­lier con­se­cu­tu­ra fue­rit.

41Idem lib. VII. Epistol Dem Mävius vermache ich die Hälfte, dem Sejus die andere Hälfte meines Grundstücks; dasselbe Grundstück vermache ich dem Titius. Wenn Sejus stirbt, so wächst sein Antheil den beiden Andern an, weil, da sowohl die Theile des Grundstücks, als das ganze, besonders vermacht sind, der wegfallende Antheil nothwendig einem Jeden von denen, welchen das Grundstück besonders vermacht ist, anwachsen muss. 1Von mir, als Erben, ab, ist meiner Frau folgendes Vermächtniss ausgesetzt worden: Soviel Sejus der Titia wegen als Heirathsgut bekommen hat, soviel an Gelde soll mein Erbe Sejus der Titia geben. Ich frage, ob hier die Abrechnung der aufgewendeten Kosten Statt finde, wie sie eintreten würde, wenn die Mitgiftsklage angestellt würde. Er hat geantwortet, da das Vermächtniss so lautet: Ich verlange von dir, mein Erbe, dass du ihr soviel gebest, als du bekommen hast, so zweifle ich nicht, dass der Frau die ganze Mitgift ohne Rücksicht auf abzurechnenden Aufwand gebühre. Es ist nämlich bei dem Testamente eines Fremden nicht dasselbe Rechtens, wie bei dem Testamente eines Ehemannes, der das Heirathsgut seiner Frau zurückvermacht; denn diese Worte: soviel als du bekommen hast, sind als eine Schätzung zu betrachten, dort aber, wo der Ehemann seiner Frau zurückvermacht, ist zu verstehen, dass er habe vermachen wollen, was die Frau durch die Mitgiftsklage würde erlangt haben.

42Idem li­bro un­de­ci­mo epis­tu­la­rum. Cum ei, qui par­tem ca­pie­bat, le­ga­tum es­set, ut alii re­sti­tue­ret, pla­cuit so­li­dum ca­pe­re pos­se.

42Idem lib. XI. Epistol. Da einem [Legatar], der nur einen Theil des Vermächtnisses bekam4242Nach der L. Julia et Papia Poppaea. S. Fr. 16. §. 15. ad SC. Trebell. 36. 1., etwas dazu vermacht war, um es einem Andern auszuantworten, so wurde entschieden, dass er das Ganze erhalten könne.

43Pom­po­nius li­bro ter­tio ad Quin­tum Mu­cium. Si ita re­lic­tum fue­rit: ‘quan­tum he­res meus ha­be­bit, tan­tum Ti­tha­so da­ri vo­lo’, pro eo est, qua­si ita sit scrip­tum: ‘quan­tum om­nes he­redes ha­be­bunt’. 1Quod si ita fue­rit: ‘quan­tum unus he­res ha­be­bit, tan­tum Ti­tha­so he­redes meos da­re vo­lo’, mi­nor pars erit ac­ci­pien­da, quae venit in le­ga­to. 2Pe­ga­sus so­li­tus fue­rat di­stin­gue­re, si in diem fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum sit, vel­uti post an­nos de­cem, in­ter­es­se, cu­ius cau­sa tem­pus di­la­tum sit, utrum­ne he­redis, quo ca­su he­redem fruc­tum re­ti­ne­re de­be­re, an le­ga­ta­rii, vel­uti si in tem­pus pu­ber­ta­tis ei qui im­pu­bes sit fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum sit, tunc enim fruc­tus prae­stan­dos et an­te­ce­den­tis tem­po­ris. et haec ita in­tel­le­gen­da sunt, si non no­mi­na­tim ad­iec­tum est, ut cum in­cre­men­to he­res fi­dei­com­mis­sum prae­stet. 3Si ita scrip­tum sit: ‘de­cem aut quin­de­cim he­res da­to’, pro eo est ac si de­cem so­la le­ga­ta sint: aut si ita sit: ‘post an­num aut post bi­en­nium, quam ego de­ces­se­ro, he­res da­to’, post bi­en­nium vi­de­tur le­ga­tum, quia he­redis es­set po­tes­tas in eli­gen­do.

43Pompon. lib. III. ad Quint. Muc. Wenn so vermacht ist: Soviel mein Erbe bekommen wird, soviel will ich, dass er dem Tithasus gebe, so ist dies ebenso gut, als ob geschrieben stände: soviel alle meine Erben bekommen werden. 1Lautete es aber so: Soviel als ein Erbe bekommen wird, soviel will ich, dass meine Erben dem Tithasus geben sollen, so ist der geringste Antheil als im Vermächtnisse gemeint zu verstehen. 2Pegasus pflegte zu unterscheiden: Wenn ein Fideicommiss unter einer Fristbestimmung ausgesetzt sei, z. B. nach zehn Jahren, so komme es darauf an, wem zum Besten die Zeit hinausgeschoben sei; ob zum Besten des Erben, wo dann der Erbe die4343Die mittlerweile gezogenen. Nutzungen behalten müsse, oder zum Besten des Legatars, wie wenn einem Unmündigen auf die Zeit, wenn er mündig werden würde, ein Fideicommiss ausgesetzt wäre; dann müssten auch die Nutzungen der vergangenen Zeit gewährt werden. Dies ist von den Fall zu verstehen, wenn nicht ausdrücklich beigefügt ist, dass der Erbe das Fideicommiss mit dem Zuwachs entrichten solle. 3Wenn so geschrieben steht: der Erbe soll Zehn oder Funfzehn geben, so gilt dies soviel als ob nur Zehn vermacht wären; oder wenn so steht: ein oder zwei Jahre nach meinem Tode soll der Erbe geben, so gilt das Vermächtniss als nach zwei Jahren zahlbar, weil dem Erben die Wahl zusteht.

44Idem li­bro quar­to ad Quin­tum Mu­cium. Si plu­ri­bus he­redi­bus in­sti­tu­tis ita scrip­tum sit: ‘he­res meus dam­nas es­to da­re au­reos quin­que’, non qui­li­bet he­res, sed om­nes vi­de­bun­tur dam­na­ti, ut una quin­que dent. 1Si ita le­ga­tum fue­rit: ‘Lu­cius Ti­tius he­res meus Ti­tha­so quin­que au­reos da­re dam­nas es­to’, de­in­de alio lo­co ita: ‘Pu­blius Mae­vius he­res meus Ti­tha­so quin­que au­reos dam­nas es­to da­re’, ni­si Ti­tius os­ten­de­rit ad­imen­di cau­sa a Pu­blio le­ga­tum es­se re­lic­tum, qui­nos au­reos ab utro­que ac­ci­piet.

44Idem lib. IV. ad Quint. Muc. Wenn mehrere Erben eingesetzt sind und so geschrieben steht: mein Erbe soll fünf Goldstücke geben, so ist nicht jedem Erben, sondern allen zusammen auferlegt, einmal Fünf zu geben. 1Wenn ein Vermächtniss so lautet: Mein Erbe Lucius Titius soll dem Tithasus fünf Goldstücke geben, und es dann an einem andern Orte heisst: mein Erbe Publius Mävius soll dem Tithasus fünf Goldstücke geben, so wird, wenn nicht Titius beweist, dass dem Publius das Vermächtniss in der Absicht, das erste Vermächtniss aufzuheben (adimendi causa), auferlegt worden, der Legatar von jedem fiinf Goldstücke zu bekommen haben.

45Idem li­bro oc­ta­vo ad Quin­tum Mu­cium. Si ita sit scrip­tum: ‘fi­lia­bus meis cen­tum au­reos do’, an et mas­cu­li­ni ge­ne­ris et fe­mi­ni­ni li­be­ris le­ga­tum vi­dea­tur? nam si ita scrip­tum es­set: ‘fi­liis meis hos­ce tu­to­res do’, re­spon­sum est et­iam fi­lia­bus tu­to­res da­tos es­se. quod non est ex con­tra­rio ac­ci­pien­dum, ut fi­lia­rum no­mi­ne et­iam mas­cu­li con­ti­nean­tur: ex­em­plo enim pes­si­mum est fe­mi­ni­no vo­ca­bu­lo et­iam mas­cu­los con­ti­ne­ri. 1Si sub con­di­cio­ne vel ex die cer­ta no­bis le­ga­tum sit, an­te con­di­cio­nem vel diem cer­tum re­pu­dia­re non pos­su­mus: nam nec per­ti­net ad nos, an­te­quam dies ve­niet vel con­di­cio ex­is­tat11Die Großausgabe liest ex­sis­tat statt ex­is­tat.. 2Si pa­ter fi­liae suae tes­ta­men­to au­reos tot he­redem da­re ius­se­rit, ubi ea nup­sis­set, si fi­lia nup­ta sit, cum tes­ta­men­tum fit, sed ab­sen­te pa­tre et igno­ran­te, ni­hi­lo mi­nus le­ga­tum de­be­tur: si enim hoc pa­ter non igno­ra­bat, vi­de­tur de aliis nup­tiis sen­sis­se.

45Idem lib. VIII. ad Quint. Muc. Wenn so geschrieben steht: Meinen Töchtern vermache ich hundert Goldstücke, ist das Vermächtniss sowohl den männlichen als den weiblichen Kindern bestimmt? Wenn nämlich steht: meinen Söhnen (filiis) bestelle ich diese Vormünder, so sind dadurch, nach ertheiltem Gutachten, auch den Töchtern diese Vormünder gegeben. Dies ist aber nicht umzukehren, so dass unter den Töchtern auch die männlichen Kinder verstanden würden, denn es würde zu sehr nachtheiligen Folgerungen führen (exemplo enim pessimum est), wenn unter einem weiblichen Worte auch Männer begriffen würden. 1Ad Dig. 31,45,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 643, Note 4.Wenn uns etwas unter einer Bedingung oder auf eine gewisse Frist vermacht ist, so können wir es vor Eintritt der Bedingung oder der Frist nicht ausschlagen, denn es gehört uns gar nicht eher als bis die Frist abgelaufen oder die Bedingung eingetreten ist. 2Wenn ein Vater dem Erben in seinem Tesamente auflegt, seiner Tochter eine Anzahl Goldstücke auszuzahlen, sobald sie heirathen würde, nun aber die Tochter zur Zeit der Testamentserrichtung, jedoch in Abwesenheit und ohne Wissen des Vaters, schon verheirathet war; so ist das Vermächtniss dennoch zu entrichten; denn war er davon unterrichtet, so muss man annehmen, dass er eine zweite Heirath gemeint habe.

46Pro­cu­lus li­bro quin­to epis­tu­la­rum. Si scrip­sis­set qui le­ga­bat: ‘quid­quid mi­hi Lu­cium Ti­tium da­re fa­ce­re opor­tet, Sem­pro­nio le­go’ nec ad­ie­cit ‘prae­sens in diem­ve’, non du­bi­ta­rem, quan­tum ad ver­bo­rum sig­ni­fi­ca­tio­nem at­ti­ne­ret, quin ea pe­cu­nia com­pre­hen­sa non es­set, cu­ius dies mo­rien­te eo, qui tes­ta­men­tum fe­cis­set, non­dum venis­set. ad­icien­do au­tem haec ver­ba ‘prae­sens in diem­ve’ aper­te mi­hi vi­de­tur os­ten­dis­se eam quo­que pe­cu­niam le­ga­re vo­luis­se.

46Procul. lib. V. Epistol. Wenn der Testirer geschrieben hat: Alles was Lucius Titius mir zu geben und zu leisten hat, vermache ich dem Sempronius, und nicht hinzugesetzt hat4444Nämlich zu den Worten mir zu geben und zu leisten hat.: sofort, oder in Fristen, so möchte ich, in Hinsicht der Wortbedeutung, nicht zweifeln, dass darunter eine Zahlung, deren Frist bei dem Tode des Testators noch nicht gekommen ist, nicht begriffen sei; hat derselbe aber diese Worte: sofort, oder in Fristen, beigefügt, so scheint er mir unverkennbar gezeigt zu haben, dass er auch eine solche Zahlung damit habe vermachen wollen.

47Idem li­bro sex­to epis­tu­la­rum. Sem­pro­nius Pro­cu­lus ne­po­ti suo sa­lu­tem. Bi­nae ta­bu­lae tes­ta­men­ti eo­dem tem­po­re ex­em­pla­rii cau­sa scrip­tae (ut vol­go fie­ri so­let) eius­dem pa­tris fa­mi­lias pro­fe­run­tur: in al­te­ris cen­tum, in al­te­ris quin­qua­gin­ta au­rei le­ga­ti sunt Ti­tio: quae­ris, utrum cen­tum11Die Großausgabe lässt cen­tum aus. et quin­qua­gin­ta au­reos an cen­tum dum­ta­xat ha­bi­tu­rus sit. Pro­cu­lus re­spon­dit: in hoc ca­su ma­gis he­redi par­cen­dum est id­eo­que utrum­que le­ga­tum nul­lo mo­do de­be­tur, sed tan­tum­mo­do quin­qua­gin­ta au­rei.

47Idem lib. VI. Epistol Sempronius Proculus seinem Enkel Gruss. Es werden zwei Urkunden (tabulae) eines Testaments desselben Hausvaters vorgezeigt, die, wie dies zu geschehen pflegt, in der Absicht, Duplicate zu haben (exemplarii causa) gleichzeitig aufgesetzt sind; dem Titius sind in dem einen hundert, in dem andern funfzig Goldstücke vermacht; nun fragst du, ob er [ausser den hundert] auch die funfzig, oder blos hundert zu bekommen habe. Proculus antwortete: in diesem Falle ist der Erbe mehr zu schonen, und daher sind keineswegs beide Vermächtnisse, sondern nur funfzig Goldstücke zu entrichten.

48Idem li­bro oc­ta­vo epis­tu­la­rum. Li­cin­nius Lu­cus­ta Pro­cu­lo suo sa­lu­tem. Cum fa­ciat con­di­cio­nem in rele­gan­da do­te, ut, si mal­let uxor man­ci­pia quae in do­tem de­de­rit quam pe­cu­niam nu­me­ra­tam, re­ci­pe­re, si ea man­ci­pia uxor ma­lit, num­quid et­iam ea man­ci­pia, quae post­ea ex his man­ci­piis na­ta sunt, uxo­ri de­bean­tur, quae­ro. Pro­cu­lus Lu­cus­tae suo sa­lu­tem. Si uxor mal­let man­ci­pia quam do­tem ac­ci­pe­re, ip­sa man­ci­pia, quae aes­ti­ma­ta in do­tem de­dit, non et­iam par­tus man­ci­pio­rum ei de­be­bun­tur. 1Bo­no­rum pos­ses­sio­ne demen­tis cu­ra­to­ri da­ta le­ga­ta a cu­ra­to­re, qui fu­rio­sum de­fen­dit, pe­ti pot­erunt: sed qui pe­tent, ca­ve­re de­be­bunt, si he­redi­tas evic­ta fue­rit, quod le­ga­to­rum no­mi­ne da­tum sit red­di­tu iri.

48Idem lib. VIII. Epistol. Licinius Locusta seinem Proculus Gruss. Da [der Testator] bei Zurückvermachung der Mitgift die Bedingung macht: wenn die Frau lieber die Sclaven, die sie ihm als Heirathsgut zugebracht, als das baare Geld zurücknehmen wolle, [solle sie jene bekommen,] so frage ich: Falls nun die Frau die Sclaven vorzieht, sind ihr auch die Sclavenkinder, die von jenen Sclaven nachher erzeugt worden sind, zu gewähren? Proculus seinem Locusta Gruss. Wenn die Frau lieber die Sclaven als die Mitgift [baar] haben will, so kommen ihr blos die Sclaven zu, die sie, zu einem gewissen Werth angeschlagen, als Heirathsgut eingebracht hat, nicht auch deren Kinder. 1Wenn dem Vormund eines Wahnsinnigen der [erbschaftliche] Vermögensbesitz4545Secundum tabulas. ertheilt wird, so können die Vermächtnisse von dem Vormunde, der den Wahnsinnigen vertritt, gefordert werden; aber diejenigen, welche sie verlangen, werden Sicherheit dafür leisten müssen, dass sie auf den Fall der Entwährung der Erbschaft4646Falls nämlich das Testament dergestalt, dass auch die Vermächtnisse mit aufgehoben werden, umgestossen würde. dasjenige, was ihnen der Vermächtnisse wegen gegeben wird, zurückerstatten werden.

49Pau­lus li­bro quin­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Mor­tuo bo­ve qui le­ga­tus est ne­que co­rium ne­que ca­ro de­be­tur. 1Si Ti­tio fru­men­ta­ria tes­se­ra le­ga­ta sit et is de­ces­se­rit, qui­dam pu­tant ex­stin­gui le­ga­tum: sed hoc non est ve­rum, nam cui tes­se­ra vel mi­li­tia le­ga­tur, aes­ti­ma­tio vi­de­tur le­ga­ta. 2La­beo re­fert agrum, cu­ius com­mer­cium non ha­bes, le­ga­ri ti­bi pos­se Tre­ba­tium re­spon­dis­se, quod me­ri­to Pris­cus Ful­ci­nius fal­sum es­se aie­bat. 3Sed Pro­cu­lus ait, si quis he­redem suum eum fun­dum, cu­ius com­mer­cium is he­res non ha­beat, da­re ius­se­rat ei, qui eius com­mer­cium ha­beat, pu­tat he­redem ob­li­ga­tum es­se, quod ve­rius est, vel in ip­sam rem, si haec in bo­nis tes­ta­to­ris fue­rit, vel si non est, in eius aes­ti­ma­tio­nem. 4Si tes­ta­tor da­ri quid ius­sis­set aut opus fie­ri aut mu­nus da­ri, pro por­tio­ne sua eos prae­sta­re, qui­bus pars he­redi­ta­tis ad­cres­ce­ret, ae­que at­que ce­te­ra le­ga­ta, pla­cet.

49Paul. lib. V. ad leg. Jul. et Pap. Wenn ein Ochs, der vermacht worden ist, stirbt, so braucht weder die Haut, noch das Fleisch desselben gegeben zu werden. 1Wenn dem Titius eine Getreideanweisung4747Tessera frumentaria. Anweisung zum Empfang von Getreide aus kaiserlichen Magazinen. vermacht, und derselbe4848Post diem cedentem; denn ausserdem könnte kein Zweifel darüber sein. gestorben ist, so halten Einige das Vermächtniss für erloschen; dies ist aber nicht richtig, denn Vermächtnisse von Getreideanweisungen4949Vgl. Fr. 52. D. de judic. et ubi qu. ag. 5. 1. Fr. 87. h. t. und Officierstellen5050S. o. Fr. 22. h. t. sind als Vermächtnisse des Werthes davon zu verstehen. 2Labeo erzählt, Trebatius habe begutachtet, dass einem ein Feldgrundstück, dessen Besitz ihm gesetzlich untersagt ist (cujus commercium non habet), vermacht werden könne; Priscus Fulcinius aber erklärte dies mit Recht für unrichtig5151Vgl. Fr. 39. §. 8. 9. 10. Nach Fr. 40. und Fr. 114. §. 5. D. de leg. I. muss aber doch der Werth entrichtet werden.. 3Proculus aber sagt, wenn Jemand seinem Erben auferlegt hat, ein Grundstück, dessen Erwerb dem Erben nicht gestattet war, Jemandem auszuantworten, dem derselbe erlaubt ist, so sei — was auch richtiger ist — der Erbe verbunden, entweder, wenn die Sache im Vermögen des Testators vorhanden ist, diese selbst, oder, wenn sie dies nicht ist, deren Werth zu gewähren. 4Ad Dig. 31,49,4Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 299, Note 7.Wenn der Testator etwas zu geben, oder etwas zu bauen, oder ein öffentliches Fest (munus) auszurichten verordnet hat, so müssen angenommenermaassen diejenigen, welchen etwa ein Theil der Erbschaft anwächst, solches wie die andern Vermächtnisse ihrem Antheile nach mit leisten.

50Mar­cel­lus li­bro vi­ce­si­mo oc­ta­vo di­ges­to­rum. Ut he­redi­bus sub­sti­tui pot­est, ita et­iam le­ga­ta­riis. vi­dea­mus, an idem fie­ri pos­sit et cum mor­tis cau­sa do­na­bi­tur, ut id pro­mit­tat il­le al­te­ri, si ip­se ca­pe­re non pot­erit: quod ma­gis est, quia in pos­te­rio­ris quo­que per­so­na do­na­tio con­fer­tur. 1Si Ti­tius mi­hi Sti­chum aut de­cem de­beat et le­ga­ve­ro ti­bi Sti­chum quem mi­hi de­bet, pla­cet ex­stin­gui le­ga­tum de­cem so­lu­tis: et si di­ver­sis alii de­cem, alii Sti­chus le­ga­tus fue­rit, ex even­tu so­lu­tio­nis le­ga­tum va­let. 2Cum ita le­ga­tum est: ‘quan­tam pe­cu­niam he­res meus a Ti­tio ex­ege­rit, tan­tam Mae­vio da­to’, si sub con­di­cio­ne le­ga­tum est, an­te­quam ex­ac­ta pe­cu­nia sit, le­ga­ta­rius age­re non pot­est: quod si sta­tim dies le­ga­ti ce­dit, ut Pu­bli­cius rec­te pu­tat, le­ga­ta­rius age­re pot­est, ut ac­tio­nes prae­sten­tur.

50Marcell. lib. XXVIII. Dig. Sowie Erben substituirt werden können, so auch Legatarien; es fragt sich nun, ob eben dieses auch bei Schenkungen auf den Todesfall geschehen könne, so dass Jener5252Der Schenker. die Sache einem Andern verspreche, auf den Fall, dass Dieser5353Der Donatar. sie nicht erwerben könnte. Dies ist zu bejahen, denn auch dem Zweiten geschieht hier für seine Person eine Schenkung. 1Ad Dig. 31,50,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 255, Note 5.Wenn Titius mir den Stichus oder Zehn zu geben schuldig war und ich dir den Stichus, den er mir schuldig sei, vermache, so erlischt angenommenermaassen das Vermächtniss, wenn die Zehn bezahlt worden; und ist Verschiedenen, dem Einen die Zehn, dem Andern Stichus vermacht, so wird das Vermächtniss nach Maassgabe der Art wirksam, wie die Zahlung erfolgt. 2Wenn ein Vermächtniss so gefasst ist: Alles Geld, was mein Erbe vom Titius eintreiben wird, soll er dem Mävius geben, so kann, Falls dem Vermächtniss eine Bedingung beigefügt ist, der Legatar nicht eher klagen, als bis das Geld eingetrieben ist; dafern aber das Vermächtniss sofort anfällt (statim dies legati cedit), so kann, wie Publicius mit Recht dafür hält, der Legatar darauf klagen, dass die Rechtsmittel ihm abgetreten werden.

51Ul­pia­nus li­bro oc­ta­vo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si ita quis tes­ta­men­to suo ca­vis­set: ‘il­li quan­tum plu­ri­mum per le­gem ac­ci­pe­re pot­est da­ri vo­lo’, uti­que tunc, cum quan­do ca­pe­re po­tue­rit, vi­de­tur ei re­lic­tum. sed et si di­xe­rit: ‘quam ma­xi­mam par­tem da­re pos­sum, dam­nas es­to he­res meus ei da­re’, idem erit di­cen­dum. 1Is cui in tem­pus li­be­ro­rum ter­tia pars re­lic­ta est, uti­que non pot­erit ad­op­tan­do ter­tiam par­tem con­se­qui.

51Ulp. lib. VIII. ad leg. Jul. et Pap. Wenn Jemand in seinem Testamente Folgendes verordnet hat: Jenem soll soviel gegeben werden, als er nach dem Gesetz5454Nach der Lex Julia et Papia Poppaea. empfangen kann; so ist dies so zu verstehen, dass es ihm für die Zeit ausgesetzt sei, wo er es werde empfangen können5555Nämlich wenn er in der Folge heirathet, Kinder bekommt. S. Hugo Rechtsgesch. Ausg. 10. S. 685 f.. Auch wenn er gesagt hat: Den grössten Theil, den ich ihm geben kann, soll mein Erbe ihm zu geben verbunden sein, gilt dasselbe. 1Wem für die Zeit, wo er Kinder haben werde, der dritte Theil vermacht ist, der kann durch Adoption keinesweges den dritten Theil erlangen.

52Te­ren­tius Cle­mens li­bro ter­tio ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Non opor­tet prius de con­di­cio­ne cu­ius­quam quae­ri, quam he­redi­tas le­ga­tum­ve ad eum per­ti­neat.

52Terent. Clem. lib. III. ad leg. Jul. et Pap. Die Verhältnisse eines Menschen5656Ob er coelebs, oder orbus, oder das Gegentheil sei, ob er ex tribus moribus adoptirt, ob er das jus trium liberorum habe u. s. w. dürfen nicht eher untersucht werden, als bis ihm die Erbschaft oder das Vermächtniss wirklich gehört.

53Idem li­bro quar­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Cum ab uno he­rede mu­lie­ri pro do­te com­pen­san­di ani­mo le­ga­tum es­set ea­que do­tem suam fer­re quam le­ga­tum ma­luit, utrum in om­nes he­redes, an in eum so­lum, a quo le­ga­tum est, ac­tio ei de do­te da­ri de­beat, quae­ri­tur. Iu­lia­nus in eum pri­mum, a quo le­ga­tum sit, ac­tio­nem dan­dam pu­tat: nam cum aut suo iu­re aut iu­di­cio ma­ri­ti con­ten­ta es­se de­beat, ae­quum es­se eum, a quo ei ma­ri­tus ali­quid pro do­te le­ga­ve­rat, us­que ad quan­ti­ta­tem le­ga­ti onus hu­ius ae­ris alie­ni sus­ti­ne­re re­li­qua par­te do­tis ab he­redi­bus ei prae­stan­da. 1Ea­dem erunt di­cen­da, si he­res in­sti­tu­ta pro do­te omi­se­rit he­redi­ta­tem, ut in sub­sti­tu­tum ac­tio de­tur: et hoc ve­rum est. 2Sed de le­ga­tis et le­gis Fal­ci­diae ra­tio­ne bel­le du­bi­ta­tur, utrum is, in quem so­lum do­tis ac­tio de­tur, le­ga­ta in­te­gra ex per­so­na sua de­beat, per­in­de ac si om­nes he­redes do­tem prae­sta­rent, an do­tem to­tam in ae­re alie­no com­pu­ta­re, quia in eum so­lum ac­tio eius de­tur: quod sa­ne ma­gis ra­tio­nem ha­be­re vi­de­tur.

53Idem lib. IV. ad leg. Jul. et Pap. Wenn der Ehefrau, von einem Erben ab, ein Vermächtniss für das Heirathsgut, in der Absicht, dass dieses dagegen aufgerechnet werde, ausgesetzt ist, und sie lieber ihre Aussteuer zurück, als das Vermächtniss nehmen will, so fragt sichs, ob ihr die Mitgiftsklage gegen alle Erben oder nur gegen den, welchem das Vermächtniss auferlegt ist, zu gestatten sei. Julianus sagt, zuerst sei der zu belangen, dem das Vermächtniss aufgelegt; denn da sie entweder mit ihrem Rechte oder mit der Anordnung des Ehemannes sich begnügen müsse, so sei es billig, dass der, von dem ab der Ehemann ihr etwas für die Mitgift vermacht hatte, bis zum Betrage des Vermächtnisses die Last dieser Schuld trage, worauf der [etwanige] Ueberrest der Aussteuer ihr von den Erben5757Von den übrigen oder den sämmtlichen? Wohl das erstere; weil der mit dem Vermächtniss Beschwerte schon soviel gegeben hat, als er nach dem Testamente hinzu geben sollte. entrichtet werden muss. 1Dasselbe muss gelten, wenn die Frau, statt der Rückgabe der Aussteuer zur Erbin eingesetzt, die Erbschaft ausschlägt; dass nämlich ihr die Klage gegen den Nacherben gestattet werde; dies ist Rechtens (verum est). 2Beim Vermächtnisse aber wird in Betreff der Berechnung nach dem Falcidischen Gesetz ein artiger Zweifel darüber erhoben, ob derjenige, wider welchen allein die Klage gestattet wird, für seine Person das Vermachte ganz zu entrichten habe, gleichwie wenn alle Erben die Aussteuer zurückzahlten5858So dass er sie also nur zu dem Antheil zu welchem er Erbe ist, als Passivum in Rechnung bringen könne., oder ob er das ganze Heirathsgut unter den Schulden in Rechnung bringen könne, weil gegen ihn die Klage deshalb gerichtet wird5959Die Masse sei 30000, das Erbtheil des mit der Mitgift belasteten Erben ein Dritttheil = 10000, das Einbringen 3000, die übrigen antheiligen Schulden 2000, die übrigen Vermächtnisse von diesem Erben zusammen 5000, so würden im erstern Falle nach Abzug der andern Schulden 8000 übrig bleiben. Da nun das Einbringen nur zu ⅓ mit 1000 in Anschlag kommen soll, so kann der Erbe den andern Legataren seines Viertheils wegen nichts abziehen, weil er so angesehen wird, als behalte er nach Bezahlung der 5000 Legate noch 2000, die mehr als das Viertheil von 7000 sind, in Händen. Im zweiten falle hingegen wird das ganze Einbringen sammt den andern Schulden von dem Erbtheil zuvörderst abgezogen, es bleiben also 5000; von diesen zieht der Erbe das Viertheil mit 1250 den Legataren ab.; welches letztere allerdings mehr Grund zu haben scheint.

54Idem li­bro ter­tio de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si cui fun­dus cen­tum dig­nus le­ga­tus fue­rit, si cen­tum he­redi vel cui­li­bet alii de­de­rit, uber­ri­mum vi­de­tur es­se le­ga­tum: nam alias in­ter­est le­ga­ta­rii fun­dum po­tius ha­be­re quam cen­tum: sae­pe enim con­fi­nes fun­dos et­iam su­pra ius­tam aes­ti­ma­tio­nem in­ter­est nos­tra ad­quire­re.

54Idem lib. XIII. ad leg. Jul. et Pap. Wenn Jemandem ein Grundstück, welches Hundert werth ist, [unter der Bedingung] vermacht ist, dass er dem Erben, oder einem Andern Hundert auszahle, so erscheint ein solches Vermächtniss als vollkommen wirksam; denn auf andere Weise kann dem Legatar daran gelegen sein, lieber das Grundstück als Hundert zu haben, da es oft nützlich ist, angrenzende Grundstücke auch über den wahren Werth an sich zu bringen.

55Gaius li­bro duo­de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si Ti­tio et mi­hi ea­dem res le­ga­ta fue­rit et is die ce­den­te le­ga­ti de­ces­se­rit me he­rede re­lic­to et vel ex mea pro­pria cau­sa vel ex he­redi­ta­ria le­ga­tum re­pu­dia­ve­ro, ma­gis pla­ce­re vi­deo par­tem de­fe­cis­se. 1Si eo he­rede in­sti­tu­to, qui vel ni­hil vel non to­tum ca­pe­re pot­est, ser­vo he­redi­ta­rio le­ga­tum fue­rit, trac­tan­ti­bus no­bis de ca­pa­ci­ta­te vi­den­dum est, utrum he­redis an de­func­ti per­so­na an ne­utrius spec­ta­ri de­beat. et post mul­tas va­rie­ta­tes pla­cet, ut, quia nul­lus est do­mi­nus, in cu­ius per­so­na de ca­pa­ci­ta­te quae­ri pos­sit, si­ne ul­lo im­pe­d­imen­to ad­quira­tur le­ga­tum he­redi­ta­ti at­que ob id om­ni­mo­do ad eum per­ti­neat, qui­cum­que post­ea he­res ex­sti­te­rit, se­cun­dum quod ac­ci­pe­re pot­est: re­li­qua au­tem pars ad eos, qui iu­re vo­can­tur, venit.

55Gaj. lib. X{asterisk}II{asterisk} ad leg. Jul. et Pap. Wenn dem Titius und mir dieselbe Sache vermacht ist und dieser nach Anfall (die cedente) des Vermächtnisses, mich als Erben hinterlassend, gestorben ist, ich aber entweder meines eigenen, oder des ererbten Rechts wegen das Vermächtniss ausschlage, so ist, wie ich finde, die am meisten angenommene Meinung, dass der [andere] Antheil [auch] wegfalle. 1Ad Dig. 31,55,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 531, Note 11.Wenn Jemand, der entweder nichts oder nicht das Ganze bekommen kann6060S. o. die Anmerk. zu Fr. 51., zum Erben eingesetzt ist und nun einem zu dieser Erbschaft gehörigen Sclaven ein Vermächtniss ausgesetzt wird, so ist bei der Frage über die Fähigkeit zum Empfang zu untersuchen, ob man hier auf die Person des Erben oder des Verstorbenen6161Nicht dessen, der den Erben eingesetzt, sondern dessen, der das Vermächtniss gemacht hat. oder auf keinen von Beiden zu sehen habe? un nach vieler Verschiedenheit der Meinungen ist nun angenommen, dass — da kein Herr da ist, in Beziehung auf dessen Person die Empfangsfähigkeit in Frage sein könnte — das Vermächtniss ganz ungehindert der Erbschaft zufalle6262S. Fr. 116. §. 3. D. de leg. I., und daher allerdings demjenigen gehöre, der nachmals Erbe wird, so weit derselbe es zu empfangen fähig ist; das Uebrige bekommen die, welche von den Rechten6363Vom Julischen und Papischen Gesetz. S. Hugo a. a. O. S. 689. dazu berufen sind.

56Idem li­bro quar­to de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Quod prin­ci­pi re­lic­tum est, qui an­te, quam dies le­ga­ti ce­dat, ab ho­mi­ni­bus erep­tus est, ex con­sti­tu­tio­ne di­vi An­to­ni­ni suc­ces­so­ri eius de­be­tur.

56Idem lib. XIV. ad leg. Jul. et Pap. Was dem Fürsten hinterlassen ist, muss, wenn derselbe vor Anfall des Vermächtnisses (antequam dies legati cedat) von der Welt entrückt wird, nach einer Verordnung des Kaisers Antoninus seinem Nachfolger geleistet werden.

57Iu­nius Mau­ri­cia­nus li­bro se­cun­do ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si Au­gus­tae le­ga­ve­ris et ea in­ter ho­mi­nes es­se de­sie­rit, de­fi­cit quod ei re­lic­tum est, sic­uti di­vus Ha­d­ria­nus in Plo­ti­nae et pro­xi­me im­pe­ra­tor An­to­ni­nus in Faus­ti­nae Au­gus­tae per­so­na con­sti­tuit, cum ea an­te in­ter ho­mi­nes es­se de­siit, quam tes­ta­tor de­ce­de­ret.

57Jun. Mauric. lib. II. ad leg. Jul. et Pap. Wenn Jemand der Kaiserin vermacht, und dieselbe aus dem Leben dahinscheidet, so fällt das ihr Vermachte weg, wie dies Kaiser Hadrianus bei Plotina und vor Kurzem der Kaiser Antoninus bei der Kaiserin Faustina verordnet hat, da dieselbe eher von der Welt schied, als der Testator starb.

58Gaius li­bro quar­to de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si cui res le­ga­ta fue­rit et om­ni­no ali­qua ex par­te vo­lue­rit suam es­se, to­tam ad­quirit.

58Gaj. lib. XIV. ad leg. Jul. et Pap. Wenn Jemandem eine Sache vermacht ist, und er einen Theil davon haben will, so erwirbt er sie ganz6464S. Fr. 38. pr. D. de leg. I. Fr. 4. 6. h. t..

59Te­ren­tius Cle­mens li­bro quin­to de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si mi­hi pu­re, ser­vo meo vel pu­re vel sub con­di­cio­ne ea­dem res le­ga­ta est ego­que le­ga­tum quod mi­hi da­tum est re­pu­diem, de­in­de con­di­cio­ne ex­sis­ten­te id, quod ser­vo meo le­ga­tum est, vel­lem ad me per­ti­ne­re, par­tem le­ga­ti de­fi­ce­re re­spon­sum est: ni­si si quis du­bi­tet, an ex­sis­ten­te con­di­cio­ne, si ser­vus vi­vat, om­ni­mo­do le­ga­tum meum fiat, quod se­mel ad me per­ti­ne­re vo­lue­rim: quod ae­quius es­se vi­de­tur. idem est et si duo­bus ser­vis meis ea­dem res le­ge­tur.

59Terent. Clem. ad leg. Jul. et Pap. Wenn eine und dieselbe Sache mir unbedingt, und meinem Sclaven entweder [auch] unbedingt oder unter einer Bedingung vermacht ist, und ich das mir ertheilte Vermächtniss ausschlage, nachher aber, bei Eintritt der Bedingung, das, was meinem Sclaven vermacht war, an mich ziehen will, so fällt, nach einem ertheilten Gutachten, ein Theil weg; doch könnte man wohl zweifeln, ob nicht bei Eintritt der Bedingung, wenn der Sclav dann noch am Leben ist, das Vermächtniss, das ich einmal gewollt habe, doch mein werde; was denn auch billiger scheint. Dasselbe gilt, wenn zweien meiner Sclaven dasselbe vermacht wird.

60Ul­pia­nus li­bro sex­to de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Iu­lia­nus ait, si a fi­lio he­rede le­ga­tum sit Se­io fi­dei­que eius com­mis­sum fue­rit sub con­di­cio­ne ut Ti­tio da­ret, et Ti­tius pen­den­te con­di­cio­ne de­ces­se­rit, fi­dei­com­mis­sum de­fi­ciens apud Se­ium ma­net, non ad fi­lium he­redem per­ti­net, quia in fi­dei­com­mis­sis po­tio­rem cau­sam ha­be­re eum, cu­ius fi­des elec­ta sit, se­na­tus vo­luit.

60Ulp. lib. XVI. ad leg. Jul. et Pap. Julianus sagt: Wenn von dem Sohne [des Testators], als Erben ab, dem Sejus etwas vermacht, und diesem unter einer Bedingung als Fideicommiss aufgelegt ist, dasselbe dem Titius auszuantworten, Titius aber vor Eintritt der Bedingung gestorben ist, so fällt das Fideicommiss weg und die Sache bleibt dem Sejus, nicht dem Sohne und Erben; denn nach dem Schlusse des Senats geht bei einem Fideicommisse derjenige vor, dem der Testator es auferlegt hat.

61Ul­pia­nus li­bro oc­ta­vo de­ci­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Si Ti­tio et Mae­vio he­redi­bus in­sti­tu­tis qui qua­drin­gen­ta re­lin­que­bat a Ti­tio du­cen­ta le­ga­ve­rit et, quis­quis he­res es­set, cen­tum, ne­que Mae­vius he­redi­ta­tem ad­ie­rit, tre­cen­ta Ti­tius de­be­bit. 1Iu­lia­nus qui­dem ait, si al­ter ex le­gi­ti­mis he­redi­bus re­pu­dias­set por­tio­nem, cum es­sent ab eo fi­dei­com­mis­sa re­lic­ta, co­he­redem eius non es­se co­gen­dum fi­dei­com­mis­sa prae­sta­re: por­tio­nem enim ad co­he­redem si­ne one­re per­ti­ne­re. sed post re­scrip­tum Se­ve­ri, quo fi­dei­com­mis­sa ab in­sti­tu­to re­lic­ta a sub­sti­tu­tis de­ben­tur, et hic qua­si sub­sti­tu­tus cum suo one­re con­se­que­tur ad­cres­cen­tem por­tio­nem.

61Ulp. lib. XVIII. ad leg. Jul. et Pap. Wenn Jemand, der Vierhundert hinterliess, den Titius und den Mävius zu Erben einsetzt, und dem Titius für Zweihundert, überdies aber demjenigen, der Erbe sein würde, für Hundert, Vermächtnisse aufgelegt hat, und nun Mävius die Erbschaft nicht antritt, so hat Titius Dreihundert zu entrichten. 1Julianus sagt zwar, wenn einer von zwei Intestaterben seinen Erbtheil ausschlage, da ihm Fideicommisse auferlegt worden, so könne sein Miterbe zur Entrichtung dieser Fideicommisse nicht gezwungen werden; es falle der Erbtheil dem Miterben ohne Beschwerung zu; aber seit dem Rescript des Severus6565Septimius Severus. Vgl. Fr. 1. §. 13. 14. D. ad L. Falcid. 35. 2., wornach die dem Erben auferlegten Fideicommisse von dem Nacherben entrichtet werden müssen, muss auch dieser, gleichsam als Nacherbe, den anwachsenden Erbtheil mit der Beschwerung erwerben.

62Li­cin­nius Ru­fi­nus li­bro quar­to re­gu­la­rum. Si alie­nus ser­vus he­res in­sti­tu­tus fue­rit, a do­mi­no eius fi­dei­com­mis­sum re­lin­qui pot­est. sed ita hoc fi­dei­com­mis­sum do­mi­nus prae­sta­re de­bet, si per ser­vum fac­tus sit he­res: quod si an­te, quam ius­su eius ad­ire­tur he­redi­tas, ser­vus ma­nu­mis­sus fue­rit et suo ar­bi­trio ad­ie­rit he­redi­ta­tem, do­mi­nus id de­bi­tu­rus non est, quia he­res fac­tus non est, nec ser­vus, quia ro­ga­tus non est. ita­que uti­lis ac­tio hoc ca­su com­pe­tit, ut is, ad quem emo­lu­men­tum he­redi­ta­tis per­ve­ne­rit, et fi­dei­com­mis­sum prae­sta­re com­pel­la­tur.

62Licin. Rufin. lib. IV. Reg. Wenn ein fremder Sclav zum Erben eingesetzt wird, so kann seinem Herrn ein Fideicommiss auferlegt werden; der Herr braucht solches aber nur dann zu entrichten, wenn er wirklich durch den Sclaven Erbe geworden ist. Wenn der Sclav, ehe er auf Befehl des Herrn die Erbschaft angetreten hat, freigelassen worden ist, und nun nach eigenem Belieben die Erbschaft antritt, so ist der Herr für das Fideicommiss nicht verbindlich, weil er nicht Erbe geworden ist; aber auch der Sclav nicht, weil Jener [nicht er] ersucht6666Mit dem Fideicommiss beschwert; den Worten nach an den Sclaven gerichtet, ging das Fideicommiss der Sache nicht ihn, sondern seinen Herrn an. ist; daher findet hier eine abgeleitete (utilis) Klage Statt, um den, der in Besitz der Vortheile der Erbschaft gekommen ist, auch zu Leistung des Fideicommisses anzuhalten.

63Cal­lis­tra­tus li­bro quar­to edic­ti mo­ni­to­rii. Si he­res rem, le­ga­tam igno­rans, in fu­nus con­sump­sit, ad ex­hi­ben­dum ac­tio­ne non te­ne­bi­tur, quia nec pos­si­det nec do­lo ma­lo fe­cit quo mi­nus pos­si­de­ret. sed per in fac­tum ac­tio­nem le­ga­ta­rio con­su­li­tur, ut in­dem­ni­tas ei ab he­rede prae­ste­tur.

63Ad Dig. 31,63Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 647, Note 11.Calistr. lib. IV. Ed. monit. Wenn der Erbe eine vermachte Sache unwissentlich zum Begräbniss verwendet hat, so kann er mit der Auslieferungsklage6767S. B. 10. Tit. 4. nicht belangt werden, weil er die Sache weder besitzt noch unredlicher Weise hat abhanden kommen lassen, dem Legatar wird aber durch eine Klage aus dem Geschehenen (in factum) geholfen, damit er vom Erben Schadloshaltung erlange.

64Pa­pi­nia­nus li­bro quin­to de­ci­mo quaes­tio­num. Cum pro­po­ne­ba­tur in scrip­tu­ra fi­dei­com­mis­si, quod plu­ri­bus sub con­di­cio­ne fue­rat re­lic­tum, per er­ro­rem omis­sam mu­tuam sub­sti­tu­tio­nem, quam tes­ta­tor in se­cun­dis ta­bu­lis, cum eos­dem sub­sti­tue­ret, ex­pres­sit: di­vi Mar­cus et Com­mo­dus im­pe­ra­to­res re­scrip­se­runt vo­lun­ta­tem ma­ni­fes­tam vi­de­ri mu­tuae fac­tae sub­sti­tu­tio­nis. et­enim in cau­sa fi­dei­com­mis­si ut­cum­que pre­ca­ria vo­lun­tas quae­re­re­tur, con­iec­tu­ra po­tuit ad­mit­ti.

64Papinian. lib. XV. Quaest. Auf Vortrag, dass bei Niederschreibung eines Fideicommisses, das Mehreren unter Bedingung ausgesetzt war, aus Irrthum die gegenseitige Substitution ausgelassen worden, welche der Testator in einem zweiten Testament, wo er eben dieselben zu Nacherben ernannt, ausgesprochen hatte, rescribirten die Kaiser Marcus und Commodus, es scheine der Wille, sie sich gegenseitig zu substituiren, offenbar; denn in Betreff eines Fideicommisses konnte eine Vermuthung über den Willen des Fideicommittenten, wie derselbe auch gefunden werden mochte, zugelassen werden.

65Idem li­bro sex­to de­ci­mo quaes­tio­num. Pe­cu­lium le­ga­tum au­ge­ri et mi­nui pot­est, si res pe­cu­lii post­ea es­se in­ci­piant aut de­si­nant. idem in fa­mi­lia erit, si­ve uni­ver­sam fa­mi­liam suam si­ve cer­tam (vel­uti ur­ba­nam aut rus­ti­cam) le­ga­ve­rit ac post­ea ser­vo­rum of­fi­cia vel mi­nis­te­ria mu­ta­ve­rit. ea­dem sunt lec­ti­ca­riis aut pe­dis­e­quis le­ga­tis. 1Qua­dri­gae le­ga­tum equo post­ea mor­tuo perire qui­dam ita cre­dunt, si equus il­le de­ces­sit qui de­mons­tra­bat qua­dri­gam: sed si me­dio tem­po­re de­mi­nu­ta sup­plea­tur, ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­bit. 2Ti­tio Sti­chus le­ga­tus post mor­tem Ti­tii li­ber­ta­tem ac­ce­pit: et le­ga­tum ad­ita he­redi­ta­te et li­ber­tas post mor­tem Ti­tii com­pe­tit. idem­que est et si mo­rien­te Ti­tio li­ber es­se ius­sus est. 3Si ta­men Ti­tio ex par­te he­rede in­sti­tu­to ser­vus le­ga­tus sit et post mor­tem eius li­ber es­se ius­sus sit, si­ve ad­ie­rit he­redi­ta­tem Ti­tius si­ve non ad­ie­rit post cu­ius mor­tem li­ber­tas ei da­ta est, de­func­to eo li­ber­tas com­pe­tit.

65Idem lib. XVI. Quaest. Ein vermachtes Sondergut kann sich vermehren und vermindern, wenn dazu gehörige Sachen nachher entstehen oder aufhören zu sein. Eben das gilt von dem Sclavengesinde, wenn Jemand sein Gesinde, entweder das sämmtliche, oder ein bestimmtes, z. B. das in der Stadt, oder das auf dem Lande, vermacht, und nachher die Geschäfte oder Dienste der Sclaven verändert hat; ebenso auch wenn die Sänftenträger oder die Nachtreter vermacht sind. 1Ad Dig. 31,65,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 137, Note 8.Einige glauben, das Vermächtniss eines Viergespanns erlösche durch den nachher erfolgten Tod eines Pferdes in dem Fall, wenn das gestorbene Pferd das leitende des Zugs (qui demonstrabat quadrigam) gewesen sei; wird aber der Abgang mittlerweile ersetzt, so gehört dies dem Legatar6868S. Fr. 21. 22. D. de leg. I.. 2Stichus ist dem Titius vermacht und nach dem Tode des Titius ihm die Freiheit beschieden worden. Hier ist sowohl das Vermächtniss, nach Antritt der Erbschaft, als die Freilassung, nach dem Tode des Titius, zu leisten. Dasselbe gilt, wenn ihm bei dem Tode des Titius die Freiheit bestimmt ist. 3Wenn aber ein Sclav dem Titius, der antheilig zum Erben eingesetzt ist, vermacht und zugleich nach dem Tode des Titius frei erklärt ist, so gebührt ihm — Titius, auf dessen Tod seine Freiheit ausgesetzt ist, mag nun die Erbschaft antreten oder nicht — die Freiheit, sobald derselbe stirbt.

66Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo quaes­tio­num. Mae­vius fun­dum mi­hi ac Ti­tio sub con­di­cio­ne le­ga­vit, he­res au­tem eius eun­dem sub ea­dem con­di­cio­ne mi­hi le­ga­vit. ve­ren­dum es­se Iu­lia­nus ait, ne ex­is­ten­te con­di­cio­ne pars ea­dem ex utro­que tes­ta­men­to mi­hi de­bea­tur. vo­lun­ta­tis ta­men quaes­tio erit: nam in­cre­di­bi­le vi­de­tur id egis­se he­redem, ut ea­dem por­tio bis ei­dem de­bea­tur, sed ve­ri­si­mi­le est de al­te­ra par­te eum co­gi­tas­se. sa­ne con­sti­tu­tio prin­ci­pis, qua pla­cuit ei­dem sae­pe le­ga­tum cor­pus non one­ra­re he­redem, ad unum tes­ta­men­tum per­ti­net. de­bi­tor au­tem non sem­per quod de­bet iu­re le­gat, sed ita, si plus sit in spe­cie le­ga­ti: si enim idem sub ea­dem con­di­cio­ne re­lin­qui­tur, quod emo­lu­men­tum le­ga­ti fu­tu­rum est? 1Duo­rum tes­ta­men­tis pars fun­di, quae Mae­vii est, Ti­tio le­ga­ta est: non in­ele­gan­ter pro­ba­tum est ab uno he­rede so­lu­ta par­te fun­di, quae Mae­vii fuit, ex alio tes­ta­men­to li­be­ra­tio­nem op­tin­ge­re, ne­que post­ea par­te alie­na­ta re­vo­ca­ri ac­tio­nem se­mel ex­tinc­tam. 2Sed si pars fun­di sim­pli­ci­ter, non quae Mae­vii fuit, le­ge­tur, so­lu­tio prior non per­emit al­te­ram ac­tio­nem, at­que et­iam hanc ean­dem par­tem ali­quo mo­do suam fac­tam pot­erit al­ter he­res sol­ve­re: ne­que plu­res in uno fun­do do­mi­nium iu­ris in­tel­lec­tu, non di­vi­sio­ne cor­po­ris op­ti­nent. 3Non idem re­spon­de­tur, cum duo­bus tes­ta­men­tis ge­ne­ra­tim ho­mo le­ga­tur: nam qui sol­ven­te al­te­ro le­ga­ta­rii fac­tus est quam­vis post­ea sit alie­na­tus, ab al­te­ro he­rede idem sol­vi non pot­erit: ea­dem­que ra­tio sti­pu­la­tio­nis est. ho­mi­nis enim le­ga­tum ora­tio­nis com­pen­dio sin­gu­los ho­mi­nes con­ti­net ut­que ab in­itio non con­sis­tit in his qui le­ga­ta­rii fue­runt, ita frus­tra sol­vi­tur cu­ius do­mi­nium post­ea le­ga­ta­rius ad­ep­tus est, tam­et­si do­mi­nus es­se de­si­nit. 4In fun­do le­ga­to si he­res se­pe­lie­rit, aes­ti­ma­tio re­fe­ren­da erit ad to­tum pre­tium fun­di, quo po­tuit an­te se­pul­tu­ram aes­ti­ma­ri: qua­re si fue­rit so­lu­tus, ac­tio­nem ad­huc ex tes­ta­men­to prop­ter lo­cum alie­na­tum du­ra­re ra­tio­nis est. 5Eum, qui ab uno ex he­redi­bus, qui so­lus one­ra­tus fue­rat, li­tis aes­ti­ma­tio­nem le­ga­tae rei abs­tu­lit, post­ea co­di­cil­lis aper­tis ab om­ni­bus he­redi­bus eius­dem rei re­lic­tae di­xi do­mi­nium non quae­re­re: eum enim, qui plu­ri­bus spe­cie­bus iu­ris ute­re­tur, non sae­pius ean­dem rem ei­dem le­ga­re, sed lo­qui sae­pius. 6Fun­do le­ga­to si usus fruc­tus alie­nus sit, ni­hi­lo mi­nus pe­ten­dus est ab he­rede: usus fruc­tus enim et­si in iu­re, non in par­te con­sis­tit, emo­lu­men­tum ta­men rei con­ti­net: enim­ve­ro fun­do re­lic­to ob re­li­quas prae­sta­tio­nes, quae le­ga­tum se­quun­tur, age­tur, ver­bi gra­tia si fun­dus pig­no­ri da­tus vel alie­na pos­ses­sio sit. non idem pla­cuit de ce­te­ris ser­vi­tu­ti­bus. sin au­tem res mea le­ge­tur mi­hi, le­ga­tum prop­ter is­tas cau­sas non va­le­bit. 7A mu­ni­ci­pi­bus he­redi­bus scrip­tis de­trac­to usu fruc­tu le­ga­ri pro­prie­tas pot­est, quia non uten­do pos­sunt usum fruc­tum amit­te­re.

66Idem lib. XVII. Quaest. Mävius hat mir und dem Titius unter Bedingung ein Grundstück vermacht, und dessen Erbe hat eben dasselbe unter derselben Bedingung mir [allein] vermacht. Julianus sagt, es sei wohl anzunehmen, dass bei Eintritt der Bedingung aus beiden Testamenten derselbe Theil zu gewähren sei. Es ist jedoch auf den Willen6969Des Erben, als zweiten Testators. zu sehen; denn es scheint unglaublich, dass der Erbe beabsichtigt habe, es solle derselbe Antheil derselben Person zweimal zukommen; vielmehr ist wahrscheinlich, dass er den andern Antheil gemeint habe. Die kaiserliche Verordnung, wodurch festgesetzt ist, dass durch wiederholtes Vermachen derselben bestimmten Sache der Erbe nicht [mehr als einmal] beschwert werden solle, handelt nur von [Wiederholungen in] Einem Testamente. Der Schuldner vermacht aber das, was er schuldig ist, nicht immer auf rechtsgültige Weise, sondern nur dann, wenn die Beschaffenheit des Vermächtnisses mehr gewährt; dann wird eben dasselbe unter der nämlichen Bedingung ausgesetzt, welchen Nutzen kann es haben? 1Ad Dig. 31,66,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 639, Note 4.In den Testamenten zweier Testatoren war ein Theil eines dem Mävius gehörigen Grundstücks dem Titius vermacht. Nicht ohne Scharfsinn nahm man hier an, dass, nachdem der eine Erbe den Antheil des Grundstücks, welchen Mävius besessen, gewährt habe, die Verbindlichkeit aus dem andern Testamente wegfalle, auch durch etwanige nachmalige Veräusserung dieses Antheils die einmal erloschene Klage nicht wieder hergestellt werde7070Vgl. Fr. 34. §. 2. D. de leg. I.. 2Wenn aber ein Antheil des Grundstücks schlechthin, nicht der dem Mävius gehörige, vermacht ist, so hebt die erste Ausantwortung die andere Klage nicht auf, und der andere Erbe kann auch eben diesen Antheil, wenn er auf irgend eine Art sein Eigenthum geworden ist, gewähren; denn Mehrere haben an einem Grundstücke nur rechtlicher Annahme nach, nicht mittelst Theilung der Sache, zusammen das Eigenthum. 3Anders wird der Fall beurtheilt, wenn in zwei Testamenten überhaupt ein Sclav vermacht ist; es kann nämlich einer, der durch Ausantwortung des einen Erben Eigenthum des Legatars geworden ist, wenn er gleich nachher wieder veräussert worden, von dem andern Erben ihm nicht aufgedrungen werden. Ebenso verhält sichs mit der Stipulation; denn das Vermächtniss eines Sclaven begreift mit kurzen Worten einen jeden Sclaven; sowie es aber gleich Anfangs nicht auf diejenigen geht, die dem Legatar selbst gehörten, so kann auch einer, dessen Eigenthum der Legatar nachher erworben hat, nicht mit rechtlicher Wirkung ihm gegeben werden, wenn gleich er wieder aufgehört hat, dessen Eigenthümer zu sein7171S. hierüber Cujac. Observ. lib. 14. c. 21.. 4Wenn der Erbe auf dem vermachten Grundstücke einen Todten begraben hat7272Vgl. Fr. 57. §. 3. D. de leg. I., so ist die Schätzung auf den ganzen Werth des Grundstücks, zu welchem es vor Anlegung des Begräbnisses anzuschlagen war, zu richten; wenn dasselbe daher auch abgetreten worden ist, so findet doch die Klage aus dem Testamente wegen der veräusserten7373D. h. dem Verkehr und dem Privateigenthum entzogenen. Stelle von Rechtswegen noch Statt. 5Ein Legatar, der von einem der Erben, welcher allein damit beschwert war, den Werth der vermachten Sache erhalten hat, kann, habe ich gesagt, nicht deshalb das Eigenthum dieser Sache erlangen, weil dieselbe in dem nachher eröffneten Codicille von allen Erben ab vermacht ist; denn wer verschiedene Rechtsverhältnisse [wegen Eines Vermächtnisses] anordnet, der vermacht nicht mehrmals dieselbe Sache, sondern erwähnt sie nur mehrmals. 6Ad Dig. 31,66,6Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 654, Note 23.Wenn an einem vermachten Grundstücke ein Dritter den Niessbrauch hat, so kann er gleichwohl von dem Erben gefordert werden; denn obwohl der Niessbrauch in einem [besondern] Rechte, nicht in einem Antheile besteht, so macht er doch den Vortheil der Sache aus. So kann ja auch, wenn ein Grundstück vermacht ist, wegen der übrigen Leistungen, die zum Vermächtnisse gehören, geklagt werden, zum Beispiel wenn das Grundstück verpfändet, oder in fremdem Besitz ist. Wegen der andern Grundgerechtigkeiten7474Ausser dem Niessbrauch. wird nicht dasselbe angenommen. Wird aber meine eigene Sache mir vermacht, so wird durch diese Ursachen7575Nämlich dadurch, dass ein Anderer den Niessbrauch, das Pfandrecht, den Besitz daran hat. Der Ausdruck wird zu dunkel, wenn man statt propter praeter liest, wie Haloander thut und Cujac. und Gothofred. billigen. Der Sinn würde dann gerade der entgegengesetzte sein; nämlich dass das Vermächtniss einer Sache des Legatars nur dann ungültig sei, wenn nicht Dritten Rechte an dieser Sache zustehen, sonst also von Loskaufung dieser Rechte zu verstehen sei; was freilich mit Fr. 86. pr. D. de leg. I. besser übereinstimmt. das Vermächtniss nicht gültig. 7Von einer zur Erbin eingesetzten Stadtgemeinde ab kann das Eigenthum einer Sache, mit Vorbehalt des Niessbrauchs für sie, vermacht werden, weil dieselbe durch Unterlassung der Benutzung den Niessbrauch verlieren kann7676Vgl. Fr. 56. D. de ususfr. et quemadm. 7. 1..

67Idem li­bro no­no de­ci­mo quaes­tio­num. Unum ex fa­mi­lia prop­ter fi­dei­com­mis­sum a se cum mo­re­re­tur re­lic­tum he­res eli­ge­re de­bet: ei quem ele­git frus­tra tes­ta­men­to suo le­gat quod, post­ea­quam elec­tus est, ex alio tes­ta­men­to pe­te­re pot­est. utrum er­go non con­sti­tit quod da­tur, qua­si cre­di­to­ri re­lic­tum, an, quam­diu pot­est mu­ta­ri vo­lun­tas, non rec­te cre­di­to­ri com­pa­ra­bi­tur? si­ve ta­men du­rat elec­tio, fuis­se vi­de­tur cre­di­tor, si­ve mu­te­tur, ex ne­utro tes­ta­men­to pe­ti­tio com­pe­tit. 1Si de Fal­ci­dia quae­ra­tur, per­in­de om­nia ser­va­bun­tur ac si no­mi­na­tim ei, qui post­ea elec­tus est, pri­mo tes­ta­men­to fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum fuis­set: non enim fa­cul­tas ne­ces­sa­riae elec­tio­nis pro­priae li­be­ra­li­ta­tis be­ne­fi­cium est: quid est enim, quod de suo vi­dea­tur re­li­quis­se, qui quod re­lin­quit om­ni­mo­do red­de­re de­buit? 2Ita­que si, cum for­te tres ex fa­mi­lia es­sent eius, qui fi­dei­com­mis­sum re­li­quit, eo­dem vel dis­pa­ri gra­du, sa­tis erit uni re­li­quis­se: nam post­quam pa­ri­tum est vo­lun­ta­ti, ce­te­ri con­di­cio­ne de­fi­ciunt. 3Sed si uno ex fa­mi­lia he­rede in­sti­tu­to il­le fun­dus ex­tra­neo re­lic­tus est, per­in­de fi­dei­com­mis­sum ex il­lo tes­ta­men­to pe­te­tur, ac si ne­mo de fa­mi­lia he­redi he­res ex­sti­tis­set. ve­rum is, qui he­res scrip­tus est, ra­tio­ne do­li ex­cep­tio­nis ce­te­ris fi­dei­com­mis­sum pe­ten­ti­bus fa­ce­re par­tem in­tel­le­gi­tur: nam quae ra­tio ce­te­ros ad­mit­tit, ea­dem ta­ci­tam in­du­cit pen­sa­tio­nem. 4Si duos de fa­mi­lia non ae­quis por­tio­ni­bus he­redes scribse­rit et par­tem for­te quar­tam ex­te­ro eius­dem fun­di le­ga­ve­rit, pro his qui­dem por­tio­ni­bus, quas iu­re he­redi­ta­rio re­ti­nent, fi­dei­com­mis­sum non pe­te­tur, non ma­gis quam si al­te­ri fun­dum prae­le­gas­set: pro al­te­ra ve­ro par­te, quae in ex­te­rum col­la­ta est, vi­ri­lem qui sunt de fa­mi­lia pe­tent ad­mis­sa prop­ter he­redes vi­ri­lium por­tio­num pen­sa­tio­ne. 5Sed et si fun­dum he­res uni ex fa­mi­lia re­li­que­rit eius­que fi­dei com­mis­se­rit, ut eum ex­te­ro re­sti­tuat, quae­si­tum est, an hoc fi­dei­com­mis­sum pe­ti pos­sit. di­xi ita de­mum pe­ti pos­se, si fun­di pre­tium ef­fi­ciat. sed si qui­dem il­le prior tes­ta­tor ita fi­dei­com­mis­sum re­li­quis­set: ‘ro­go fun­dum cui vo­les aut qui­bus vo­les ex fa­mi­lia re­lin­quas’, rem in ex­pe­di­to fo­re: quod si ta­lia ver­ba fuis­sent: ‘pe­to non fun­dus de fa­mi­lia ex­eat’, he­redis he­redem prop­ter se­quens fi­dei­com­mis­sum, quod in ex­te­rum col­la­tum est, one­ra­tum in­tel­le­gi, pe­ti­tu­ris de­in­ceps ce­te­ris ex pri­mo tes­ta­men­to fi­dei­com­mis­sum post mor­tem vi­de­li­cet eius qui pri­mo elec­tus est. 6Et id­eo si elec­to uno fi­dei­com­mis­sum in ex­te­rum non con­fe­ra­tur, non alias ei qui elec­tus est fi­dei­com­mis­sum prae­stan­dum erit, quam in­ter­po­si­tis cau­tio­ni­bus: ‘fun­dum, cum mo­rie­tur, si non in fa­mi­lia cum ef­fec­tu re­lin­que­re­tur, re­sti­tui’. 7‘Ro­go, fun­dum cum mo­rie­ris re­sti­tuas ex li­ber­tis cui vo­les’. quod ad ver­ba at­ti­net, ip­sius erit elec­tio nec pe­te­re quis­quam pot­erit, quam­diu prae­fer­ri alius pot­est: de­func­to eo prius quam eli­gat pe­tent om­nes. ita­que eve­niet, ut quod uni da­tum est vi­vis plu­ri­bus unus pe­te­re non pos­sit, sed om­nes pe­tant quod non om­ni­bus da­tum est, et ita de­mum pe­te­re pos­sit unus, si so­lus mo­rien­te eo su­per­fuit. 8Si rem tuam, quam ex­is­ti­ma­bam meam, te he­rede in­sti­tu­to Ti­tio le­gem, non est Ne­ra­tii Pris­ci sen­ten­tiae nec con­sti­tu­tio­ni lo­cus, qua ca­ve­tur non co­gen­dum prae­sta­re le­ga­tum he­redem: nam suc­cur­sum est he­redi­bus, ne co­ge­ren­tur red­ime­re, quod tes­ta­tor suum ex­is­ti­mans re­li­quit: sunt enim ma­gis in le­gan­dis suis re­bus quam in alie­nis com­pa­ran­dis et one­ran­dis he­redi­bus fa­ci­lio­res vo­lun­ta­tes: quod in hac spe­cie non eve­nit, cum do­mi­nium rei sit apud he­redem. 9Si omis­sa fi­dei­com­mis­si ver­ba sint et ce­te­ra quae le­gun­tur cum his, quae scri­bi de­bue­runt, con­gruant, rec­te da­tum et mi­nus scrip­tum ex­em­plo in­sti­tu­tio­nis le­ga­to­rum­que in­tel­le­ge­tur: quam sen­ten­tiam op­ti­mus quo­que im­pe­ra­tor nos­ter Se­ve­rus se­cu­tus est. 10Item Mar­cus im­pe­ra­tor re­scrip­sit ver­ba, qui­bus tes­ta­tor ita ca­ve­rat ‘non du­bi­ta­re se, quod­cum­que uxor eius ce­pis­set, li­be­ris suis red­di­tu­ram’, pro fi­dei­com­mis­so ac­ci­pien­da. quod re­scrip­tum sum­mam ha­bet uti­li­ta­tem, ne sci­li­cet ho­nor be­ne trans­ac­ti ma­tri­mo­nii, fi­des et­iam com­mu­nium li­be­ro­rum de­ci­piat pa­trem, qui me­lius de ma­tre prae­sump­se­rat: et id­eo prin­ceps pro­vi­den­tis­si­mus et iu­ris re­li­gio­sis­si­mus cum fi­dei­com­mis­si ver­ba ces­sa­re anim­ad­ver­te­ret, eum ser­mo­nem pro fi­dei­com­mis­so re­scrip­sit ac­ci­pien­dum.

67Idem lib. XIX. Quaest. Wenn einem von der Familie7777Ohne Bestimmung, welchem. (des Testators) auf den Todesfall des Erben ein Fideicommiss von diesem ab hinterlassen ist, so muss der Erbe einen auswählen; demjenigen nun, welchen er erwählt hat, kann er nicht gültig in seinem Testamente dasselbe vermachen, was derselbe, in Folge der Erwählung, aus dem andern Testamente einklagen kann. Ist nun also das, was er vermacht, zu Recht nicht beständig, als einem Gläubiger vermacht7878Vgl. Fr. 66. pr. in f. h. t.? oder kann der Sclav, so lange als der Erbe seinen Willen noch ändern kann, nicht passend mit einem Gläubiger verglichen werden? Es bleibe nun aber bei der Wahl, oder sie werde abgeändert, so ist er doch Gläubiger gewesen7979Zur Zeit der Errichtung des Vermächtnisses, welches also, nach der regula Catoniana, durch die Aenderung nicht gültig werden kann., und er kann im letztern Fall aus keinem von beiden Testamenten etwas fordern. 1Wenn das Falcidische Viertheil auszumitteln ist, so wird überall dasselbe beobachtet, als wenn dem nachher Erwählten im ersten Testamente das Fideicommiss namentlich bestimmt gewesen wäre8080Der erwählte Fideicommissar wird also als Gläubiger, nicht als Legatar dieses zweiten Testators behandelt.; denn die freie Bestimmung einer an sich nothwendigen Wahl ist nicht als Wohlthat aus eigener Freigebigkeit zu betrachten; und wie kann man sagen, dass der etwas von dem Seinigen vermacht habe, der, was er vermacht hat, schlechterdings herausgeben musste? 2Wenn nun zur Familie desjenigen, welcher das Fideicommiss hinterlassen hat, drei Personen, in gleichem oder ungleichem Grade verwandt, gehören, so reicht hin, wenn dasselbe einem von ihnen hinterlassen wird; denn nachdem der Wille [des Testators] erfüllt ist, fallen die Ansprüche der übrigen wegen nicht eingetretener Bedingung8181Nämlich der negativen, wenn nicht ein anderes Familienmitglied erwählt wird; die für jedes einzelne Familienglied stillschweigend in dem Fideicommisse liegt. weg. 3Wenn aber einer von der Familie zum Erben ernannt und jenes Grundstück8282Der Gegenstand des Fideicommisses. einem Fremden ausgesetzt ist, so kann auf das Fideicommiss aus dem ersten Testament ebenso gut geklagt werden, als wenn Niemand von der Familie Erbe des Erben geworden wäre; doch ist dies so zu verstehen, dass der zum Erben Eingesetzte, vermöge der Einrede der Gefährde, den Andern, die auf das Fideicommiss klagen, seinen Theil daran abziehen kann; denn aus demselben Grunde, weshalb die Ansprüche der anderen zuzulassen sind, rechtfertigt sich die stillschweigende Abrechnung8383Da Keiner aus der Familie erwählt worden ist, so gehört das Fideicommiss allen Familiengliedern, mithin auch dem eingesetzten Erben; deshalb soll dieser seinen Antheil innebehalten können. Cujac. Observ. lib. XV. c. 1.. 4Wenn er8484Der mit dem Fideicommiss des Grundstücks beschwerte Erbe. Zwei aus der Familie zu ungleichen Theilen zu Erben eingesetzt, und einen Theil, etwa den vierten, desselben Grundstücks einem Fremden vermacht hat, so findet, wegen der Antheile des Grundstücks, welche die beiden Erben vermöge ihres Erbrechts behalten, kein Anspruch aus dem Fideicommisse Statt; ebenso wenig, als wenn er dem Einen das Grundstück zum Voraus vermacht hätte; hingegen wegen des andern dem Fremden zugewendeten Theils können Alle, die zur Familie gehören, auf gleiche Antheile klagen, so dass, wegen der beiden Erben, zwei Antheile abgerechnet werden. 5Aber auch wenn der Erbe das Grundstück Einem von der Familie vermachte und ihm als Fideicommiss auflegte, dasselbe einem Fremden auszuantworten, hat man gefragt, ob dieses Fideicommiss gefordert werden könne. Ich habe gesagt, es könne nur insofern gefordert werden, als es von dem Werthe des Grundstücks verstanden würde. Wenn jener erste Testator das Fideicommiss so angeordnet hätte: ich ersuche dich, das Grundstück, wem oder welchen von der Familie du willst, zu hinterlassen, so würde Alles klar sein; hätten die Worte so gelautet: ich bitte, dass das Grundstück in der Familie bleibe, so ist der Erbe des Erben wegen des zweiten dem Fremden bestimmten Fideicommisses verpflichtet zu achten8585Nämlich zuer Bezahlung des Werthes., die übrigen aber können, nach dem Tode des zuerst Erwählten, aus dem ersten Testamente auf das Fideicommiss klagen. 6Wenn also, nachdem Einer erwählt worden, kein Fideicommiss einem Fremden ausgesetzt wird, so wird dem Erwählten das Fideicommiss nicht anders gewährt, als gegen geleistete Sicherheit, dass dasselbe nach seinem Tode, dafern er es nicht Jemandem aus der Familie wirksamer Weise hinterlassen würde, erstattet werde8686Nämlich der ganzen Familie.. 7Ich bitte dich, bei deinem Tode das Grundstück einem meiner8787Oder deiner? Freigelassenen, welchem du willst, zu hinterlassen. Nach diesen Worten hat er8888Der, welche, als Erben oder Legatar, das Grundstück hinterlassen ist. die freie Wahl, und es kann Niemand auf das Fideicommiss klagen, so lange ein Anderer vorgezogen werden kann; stirbt er aber, ehe er eine Wahl getroffen hat, so können es Alle fordern. So kommt es, dass etwas, das Einem bestimmt ist, doch, so lange Mehrere leben, von Einem nicht verlangt werden kann, sondern Alle auf eine Sache klagen können, die nicht Allen beschieden ist, nur dann aber ein Einziger darauf Anspruch machen kann, wenn er bei dessen8989Dem die Wahl freigestellt ist. Tode allein noch am Leben ist. 8Wenn ich dich zum Erben einsetze, und eine dir gehörige Sache, die ich für die meinige hielt, dem Titius vermache, so ist weder die Meinung des Neratius Priscus, noch die kaiserliche Verordnung9090Welche also nachher durch const. 10. D. de leg. 6. 37. nur näher bestimmt und beschränkt worden ist. anwendbar, welche bestimmt, dass der Erbe zur Entrichtung des Vermächtnisses9191Einer Sache, die der Testator für sein Eigenthum hielt, da sie einem Andern gehörte. nicht angehalten werden solle; denn man hat den Erben zu Hülfe kommen wollen, das sie nicht gezwungen würden, etwas anzukaufen, was der Testator in der Meinung, dass es das seinige sei, vermacht hat. Es sind nämlich die Testatoren gewöhnlich geneigter, ihre eigenen Sachen zu vermachen als fremde einkaufen zu lassen und [damit] ihre Erben zu beschweren9292Die allgemeine Gewohnheit gibt eine Grundlage der Auslegung ab. Fr. 34. D. de div. reg. juris. 50. 17.; was bei dem voliegenden Falle nicht eintritt, da das Eigenthum der Sache den Erben zusteht. 9Wenn die das Fideicommiss als solches bezeichnenden Worte ausgelassen sind, jedoch das, was ausserdem da steht, zu dem, was deshalb hätte hingesetzt werden sollen, passt, so ist dasselbe gültig verordnet, und das Fehlende wird nach dem Beispiel der Erbeinsetzungen und Vermächtnisse verstanden; welcher Ansicht auch unser vortrefflicher Kaiser Severus beigepflichtet hat. 10So hat auch der Kaiser Marcus rescribirt, dass Worte, die der Testator so gefasst hatte; er zweifle nicht, dass seine Frau Alles, was sie bekäme, seinen Kindern erstatten werde, für ein Fideicommiss zu achten seien. Dieses Rescript ist höchst heilsam; es sollte nämlich die ehrenvolle Anerkennung wohl geführter Ehe und das Vertrauen darauf, dass ihnen die Kinder gemeinsam, den Vater, der besser von der Mutter gedacht hatte, nicht täuschen; deshalb hat der umsichtige und gewissenhaft gerechte Fürst, da er den Mangel der das Fideicommiss ausdrückenden Worte bemerkte, rescribirt, dass diese Aeusserung als Fideicommiss zu verstehen sei.

68Pau­lus li­bro un­de­ci­mo quaes­tio­num. Se­quens quaes­tio est, an et­iam quae vi­vus per do­na­tio­nem in uxo­rem con­tu­lit in fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio­nem ve­niant. re­spon­di ea ex­tra cau­sam bo­no­rum de­func­ti com­pu­ta­ri de­be­re et prop­ter­ea fi­dei­com­mis­so non con­ti­ne­ri, quia ea ha­bi­tu­ra es­set et­iam alio he­rede ex­sis­ten­te. pla­ne no­mi­na­tim ma­ri­tus uxo­ris fi­dei com­mit­te­re pot­est, ut et ea re­sti­tuat.

68Paul. lib. XI. Quaest. Eine fernere Frage ist: ob auch dasjenige, was er bei Lebzeiten durch Schenkung der Gattin zugewendet hat, als zum Fideicommiss gehörig mit gefordert werden könne? Ich habe geantwortet, dies sei zu den Vermögen des Verstorbenen nicht zu rechnen, und also nicht im Fideicommiss begriffen, da sie solches auch, wenn ein anderer Erbe eingesetzt wäre, bekommen haben würde. Allerdings kann aber der Ehemann der Frau ausdrücklich aufgeben, dieses als Fideicommiss zu erstatten.

69Pa­pi­nia­nus li­bro no­no de­ci­mo quaes­tio­num. ‘Pe­to, Lu­ci Ti­ti, con­ten­tus sis cen­tum au­reis’. fi­dei­com­mis­sum va­le­re pla­cuit id­que re­scrip­tum est. quid er­go si, cum he­redem ex par­te in­sti­tuis­set, ita lo­cu­tus est: ‘pe­to pro par­te tua con­ten­tus sis, Lu­ci Ti­ti, cen­tum au­reis?’ pe­te­re pot­erunt co­he­redes par­tem he­redi­ta­tis, re­ti­nen­te si­ve prae­ci­pien­te quo con­ten­tum es­se vo­luit de­func­tus. si­ne du­bio fa­ci­lius est hoc pro­ba­re, quam pro­ba­ri po­tuit il­lud, cum ibi fi­dei­com­mis­sum pe­ta­tur ab his, cum qui­bus non est tes­ta­tor lo­cu­tus. idem di­ce­mus, si, cum ex as­se scrip­sis­set he­redem, eius gra­tia, qui le­gi­ti­mus he­res fu­tu­rus es­set, ita lo­qua­tur: ‘pe­to pro he­redi­ta­te, quam ti­bi re­li­qui, quae ad fra­trem meum iu­re le­gi­ti­mo red­iret, con­ten­tus sis cen­tum au­reis’. 1Prae­dium, quod no­mi­ne fa­mi­liae re­lin­qui­tur, si non vo­lun­ta­ria fac­ta sit alie­na­tio, sed bo­na he­redis ven­eant, tam­diu emp­tor re­ti­ne­re de­bet, quam­diu de­bi­tor ha­be­ret bo­nis non ven­di­tis, post mor­tem eius non ha­bi­tu­rus quod ex­ter he­res prae­sta­re co­ge­re­tur. 2Ma­ter fi­lio im­pu­be­re he­rede in­sti­tu­to tu­to­rem ei­dem ad­scrip­sit eius­que fi­dei com­mis­sit, ut, si fi­lius suus in­tra quat­tuor­de­cim an­nos de­ces­sis­set, re­sti­tue­ret he­redi­ta­tem Sem­pro­nio. non id­eo mi­nus fi­dei­com­mis­sum rec­te da­tum in­tel­le­gi de­bet, quia tu­to­rem da­re ma­ter non po­tuit. nam et si pa­ter non iu­re fac­to tes­ta­men­to tu­to­ris fi­dei com­mis­se­rit, ae­que prae­sta­bi­tur, quem­ad­mo­dum si iu­re tes­ta­men­tum fac­tum fuis­set: suf­fi­cit enim, ut ab im­pu­be­re da­tum fi­dei­com­mis­sum vi­dea­tur, ab eo da­ri, quem is qui da­bat tu­to­rem de­de­rat vel et­iam tu­to­rem fo­re ar­bi­tra­ba­tur. idem in cu­ra­to­re im­pu­be­ris vel mi­no­ris an­nis de­bet pro­ba­ri. nec in­ter­est, tu­tor rec­te da­tus vi­vo pa­tre mo­ria­tur vel ali­quo pri­vi­le­gio ex­cu­se­tur vel tu­tor es­se non pos­sit prop­ter ae­ta­tem, cui tu­tor fue­rat da­tus: qui­bus cer­te ca­si­bus fi­dei­com­mis­sum non in­ter­ci­dit, quod a pu­pil­lo da­tum vi­de­tur. hac de­ni­que ra­tio­ne pla­cuit a tu­to­re, qui ni­hil ac­ce­pit, fi­dei­com­mis­sum pu­pil­lo re­lin­qui non pos­se, quon­iam quod ab eo re­lin­qui­tur ex­te­ro, non ip­sius pro­prio, sed pu­pil­li iu­re de­bea­tur. 3Fra­tre he­rede in­sti­tu­to pe­tit, ne do­mus alie­na­re­tur, sed ut in fa­mi­lia re­lin­que­re­tur. si non pa­rue­rit he­res vo­lun­ta­ti, sed do­mum alie­na­ve­rit vel ex­te­ro he­rede in­sti­tu­to de­ces­se­rit, om­nes fi­dei­com­mis­sum pe­tent qui in fa­mi­lia fue­runt. quid er­go si non sint eius­dem gra­dus? ita res tem­pe­ra­ri de­bet, ut pro­xi­mus quis­que pri­mo lo­co vi­dea­tur in­vi­ta­tus. nec ta­men id­eo se­quen­tium cau­sa prop­ter su­pe­rio­res in pos­te­rum lae­di de­bet, sed ita pro­xi­mus quis­que ad­mit­ten­dus est, si pa­ra­tus sit ca­ve­re se fa­mi­liae do­mum re­sti­tu­tu­rum. quod si cau­tio non fue­rit ab eo, qui pri­mo lo­co ad­mis­sus est, de­si­de­ra­ta, nul­la qui­dem eo no­mi­ne nas­ce­tur con­dic­tio, sed si do­mus ad ex­te­rum quan­do­que per­ve­ne­rit, fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio fa­mi­liae com­pe­tit. cau­tio­nem au­tem ra­tio­ne do­li ma­li ex­cep­tio­nis pu­to ius­te de­si­de­ra­ri, quam­vis ne­mo alius ul­te­rior ex fa­mi­lia su­per­sit. 4Si qui­dam sint post­ea em­an­ci­pa­ti, trac­ta­ri pot­est, an hi quo­que rec­te fi­dei­com­mis­sum pe­tant. et pu­to rec­te pe­ti­tu­ros, quon­iam fa­mi­liae ap­pel­la­tio­ne per­so­nae quo­que hae de­mons­tra­tae in­tel­le­gun­tur.

69Papinian. lib. XIX. Quaest. Ich bite dich, Lucius Titius, mit hundert Goldstücken dich zu begnügen. Hier ist angenommen und dahin rescibirt worden, dass das Fideicommiss gelte9393Vgl. Fr. 11. §. 4. D. de leg. III.. Wie nun, wenn Einer einen Erben antheilig eingesetzt und sich so ausgedrückt hat: ich bitte dich, Lucius Titius, zu deinem Antheil mit hundert Goldstücken dich zu begnügen? Es werden die Miterben den übrigen Theil der Erbschaft verlangen können, indem Jener das, womit er nach dem Willen des Erblassers sich begnügen sollte, inne behält oder voraus nimmt. Ohne Zweifel kann man dies noch lichter annehmen, als das erste, wo das Fideicommiss von solchen gefordert wird, an welche der Testator seine Worte nich gerichtet hat. Dasselbe gilt, wenn der Testator Jemanden zum alleinigen Erben einsetzt und in Beziehung auf den, der sein gesetzlicher Erbe sein würde, sagt: ich bitte dich, statt der Erbschaft, die ich dir hinterlasse und die nach gesetzlichem Erbrecht auf meinen Bruder fallen würde, dich mit hundert Goldstücken zu begnügen9494Es ist also der ganze Ueberrest als Fideicommiss dem Bruder zugewiesen. Vgl. jedoch unten Fr. 77. §. 30. h. t.. 1Wenn ein Landgut der Familie zum Besten vermacht ist und nun, nicht freiwillig, sondern wegen Bankerotts des Erben, verkauft wird, so muss es dem Käufer so lange bleiben, als der Schuldner es, wenn er nicht in Concurs gerathen wäre, behalten hätte; nach dessen Tode kann er es nicht mehr behalten, da auch ein fremder Erbe es würde herausgeben müssen9595Vgl. Fr. 48. §. 1. D. de J. F. 49. 14.. 2Eine Mutter setzte ihren unmündigen Sohn zum Erben ein, ernannte ihm zugleich einen Vormund, und schrieb diesem fideicommissweise vor, die Erbschaft, falls der Sohn vor seinem vierzehnten Jahre versterben sollte, dem Sempronius auszuantworten. Hier ist das Fideicommiss deshalb, weil die Mutter keinen Vormund ernennen konnte, nicht weniger gültig. Denn auch wenn ein Vater in einem nicht rechtsbeständigen Testamente dem Vormunde ein Fideicommiss auferlegt hätte, würde dasselbe ebenso gut entrichtet werden müssen, als wenn das Testament auf rechtsgültige Weise errichtet gewesen wäre; weil es hinreicht, um ein Fideicommiss als dem Unmündigen aufgelegt anzusehen9696In unserer und andern Ausgaben fehlt nach videatur das Komma, wodurch der Sinn völlig entstellt wird, und es scheint, als ob bei sufficit der subjective Satz mit ut angefangen wäre., wenn es nur demjenigen auferlegt ist, den der Ertheiler des Fideicommisses zum Vormund bestellt oder von dem er doch geglaubt hatte, er werde Vormund sein. Dasselbe gilt von dem Curator eines Unmündigen oder Minderjährigen; so macht es auch keinen Unterschied, wenn der rechtsgültig ernannte Vormund bei Lebzeiten des Vaters stirbt oder vermöge irgend eines Vorrechts die Vormundschaft ablehnt, oder wegen des Alters dessen, dem er zum Vormund gegeben war, nicht Vormund werden kann; in allen diesen Fällen erlischt ja das Fideicommiss nicht9797Welches diesem zum Vormund bestimmten Manne namentlich auferlegt ist., da es als dem Unmündigen auferlegt betrachtet werden muss. Aus diesem Grunde ist auch angenommen, dass einem Vormunde, der nichts bekommt, zum Besten des Mündels kein Fideicommiss auferlegt werden kann, denn was von ihm ab einem Fremden vermacht wird, das ist er nicht für sich, sondern für seinen Miindel zu geben schuldig. 3Jemand setzte seinen Bruder zum Erben ein und bat, dass sein Haus nicht veräussert werden, sondern in der Familie bleiben möchte; wenn nun der Erbe diesen Willen nicht befolgt, sondern das Haus veräussert, oder nach Einsetzung eines fremden Erben stirbt, so können Alle, die zur Familie gehören, auf das Fideicommiss klagen. Wie aber, wenn sie nicht in gleichem Grade [der Verwandschaft] stehen? Das Sachverhältniss ist so zu bestimmen, dass immer der Nächste als zuerst berufen betrachtet werde; deshalb darf jedoch das Recht der Nachfolgenden um der Nähern willen für die Zukunft nicht beeinträchtigt werden, sondern das Haus ist dem jedesmal Nächsten nur dann zu überlassen, wenn er bereit ist für dessen [einstmalige] Erstattung an die Familie Sicherheit zu bestellen (cavere). Ist jedoch von dem zuerst Eingetretenen keine Sicherstellung verlangt worden, so findet zwar keine persönliche Klage (condictio) deshalb Statt9898Unter der Sicherstellung, cautio, ist also hier nichts alls eine Stipulation, Sponsion, Angelöbniss, zu verstehen. Vgl. Fr. 1. pr. u. §. 1. D. usufr. quemadm. cav. 7. 9. Fr. 25. §. 4. D. de probatt. 22. 3. Fr. 27. D. depositi 16. 3. Fr. 63. §. 4. D. pro socio 17. 2. Fr. 71. §. 1. D. de leg. I. Fr. 77. §. 9. in f. h. t.; sobald aber das Haus an einen Fremden gelangt, steht der Familie die [dingliche] Klage auf das Fideicommiss zu. Es kann aber meines Erachtens auf den Grund der Einrede der Gefährde auch dann Sicherstellung mit Recht verlangt werden, wenn Niemand weiter aus der Familie übrig wäre9999Da in diesem Fall die Sicherstellung (das Angelöbniss) ohne alle Folgen ist, so kann sich der das Fideicommiss Fordernde um so weniger weigern, si auf den Fall, dass gleichwohl noch jetzt unbekannte Familienmitglieder sich meldeten, zu leisten.. 4Wenn Einige späterhin der väterlichen Gewalt entlassen worden sind, so kann man fragen, ob auch diese mit Recht auf das Fideicommiss klagen können; und ich halte dafür, dass sie es können, weil unter dem Namen der Familie auch solche Personen als mitbezeichnet verstanden werden.

70Idem li­bro vi­ce­si­mo quaes­tio­num. Im­pe­ra­tor An­to­ni­nus re­scrip­sit le­ga­ta­rium, si ni­hil ex le­ga­to ac­ce­pit, ei cui de­bet fi­dei­com­mis­sum ac­tio­ni­bus suis pos­se ce­de­re nec id co­gen­dum sol­ve­re. quid er­go si non to­tum, sed par­tem le­ga­ti re­lic­ti re­sti­tue­re ro­ga­tus abs­ti­neat eo? utrum ac­tio­ni­bus suis in to­tum co­ge­tur ce­de­re, an ve­ro non ni­si ad eam quan­ti­ta­tem, quae fi­dei­com­mis­so con­ti­ne­tur? quod ra­tio sua­det. sed et si le­ga­tum per­ce­pe­rit, non am­plius ex cau­sa fi­dei­com­mis­si co­gen­dus erit sol­ve­re, quam re­ce­pit. 1Si cen­tum le­ga­tis du­plum re­sti­tue­re ro­ga­tus sit, ad sum­mam le­ga­ti vi­de­bi­tur con­sti­tuis­se: si au­tem post tem­pus fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum sit, usu­ra­rum dum­ta­xat ad­di­ta­men­tum ad­mit­te­tur. nec mu­tan­da sen­ten­tia erit, quod for­te le­ga­to per­cep­to mag­num emo­lu­men­tum ex ali­quo neg­otio con­se­cu­tus est aut poe­nam sti­pu­la­tio­nis im­mi­nen­tem eva­sit. haec ita, si quan­ti­tas cum quan­ti­ta­te con­fe­ra­tur. enim­ve­ro si pe­cu­nia ac­cep­ta ro­ga­tus sit rem pro­priam, quam­quam ma­io­ris pre­tii est, re­sti­tue­re, non est au­dien­dus le­ga­ta­rius, le­ga­to per­cep­to si ve­lit com­pu­ta­re: non enim ae­qui­tas hoc pro­ba­re pa­ti­tur, si quod le­ga­to­rum no­mi­ne per­ce­pe­rit le­ga­ta­rius of­fe­rat. 2Cum qui­dam fi­lio suo ex par­te he­rede in­sti­tu­to pa­truum eius co­he­redem ei de­dis­set et ab eo pe­tis­set, ut fi­lium suum pro vi­ri­li por­tio­ne fi­liis suis co­he­redem fa­ce­ret: si qui­dem mi­nus es­set in vi­ri­li por­tio­ne, quam fra­tris he­redi­tas ha­buit, ni­hil am­plius pe­ti pos­se, quod si plus, et­iam fruc­tuum, quos pa­truus per­ce­pit vel, cum per­ci­pe­re po­tue­rit, do­lo non ce­pit, ha­ben­dam es­se ra­tio­nem re­spon­sum est, non se­cus quam si cen­tum mi­li­bus le­ga­tis ro­ge­tur post tem­pus ma­io­rem quan­ti­ta­tem re­sti­tue­re. 3Cum au­tem ro­ga­tus, quid­quid ex he­redi­ta­te su­per­erit, post mor­tem suam re­sti­tue­re de pre­tio re­rum ven­di­ta­rum alias com­pa­rat, de­mi­nuis­se quae ven­di­dit non vi­de­tur,

70Idem lib. XX. Quaest. Der Kaiser Antoninus hat rescribirt, ein Legatar, der nichts aus dem Vermächtnisse empfangen habe, könne dem, welchem er ein Fideicommiss ausantworten soll, seine Klagen abtreten und zu dessen Entrichtung nicht angehalten werden. Wie nun, wenn er nicht das ganze ihm ausgesetzte Vermächtniss, sondern nur einen Theil davon auszuantworten ersucht worden ist, sich aber dessen nicht angemasst hat; kann er gezwungen werden, seine Klagen ganz abzutreten, oder nur bis zu dem Betrag, der im Fideicommiss begriffen ist? Letzteres ist der Sache angemessen. Aber auch wenn er das Vermächtniss empfangen hat, kann er des Fideicommisses wegen nicht mehr zu zahlen angehalten werden, als er empfangen hat. 1Wenn ihm Hundert vermacht sind und er dabei den doppelten Betrag zu erstatten ersucht worden ist, so gilt die Verfügung als für den Betrag des Vermächtnisses gemeint. Ist aber ein Fideicommiss nach einer Frist zahlbar ausgesetzt, so wird gestattet, den Zinsenbetrag, nicht aber mehr, dazuzuschlagen, und es wird deshalb nicht anders entschieden werden können, weil der Legatar etwa in Folge des empfangenen Vermächtnisses aus einem Geschäft einen grossen Vortheil gezogen hat, oder einer stipulirten Conventionalstrafe, die zu verwirken er in Gefahr stand, dadurch entgangen ist. Dieses gilt, wenn Quantität mit Quantität zu vergleichen ist; wenn hingegen der Legatar Geld empfängt und ersucht ist, eine eigene Sache, sei sie auch von höherem Werthe, auszuantworten, so ist er nach Empfang des Vermächtnisses nicht zu hören, wenn er aufrechnen wollte; denn die Billigkeit gestattet [hier] nicht, es gut zu heissen, wenn der Legatar [blos] soviel als er des Vermächtnisses wegen empfangen hat, anbietet. 2Jemand hatte seinen Sohn antheilig zum Erben eingesetzt und ihm dessen väterlichen Oheim zum Miterben gegeben, dabei aber diesen ersucht, seinen (des Testators) Sohn mit seinen (des Oheims) Söhnen zu gleichen Theilen zum Erben einzusetzen. Beträgt hier ein solcher gleicher Theil weniger als [dem Oheim] aus der Erbschaft seines Bruders (des ersten Testators) zugefallen ist, so kann [doch] nicht mehr gefordert werden; beträgt er mehr, so müssen, wie begutachtet worden ist, auch die Nutzungen, welche der Oheim gezogen, oder da er es vermochte, böslicher Weise nicht gezogen hat, in Rechnung gebracht werden; ebenso, als wenn bei einem Vermächtnisse von Hundert gebeten wird, nach einer gewissen Zeit eine grössere Summe zu erstatten100100S. oben §. 1.. 3Wenn aber das Ersuchen dahin geht, soviel als von der Erbschaft übrig sein würde, nach seinem Tode zu erstatten, und er nun Sachen verkauft und von dem Erlöse andere anschafft, so ist der Verkauf nicht als Verminderung anzusehen;

71Idem li­bro oc­ta­vo re­spon­so­rum. sed quod in­de com­pa­ra­tum est, vi­ce per­mu­ta­ti do­mi­nii re­sti­tue­re­tur.

71Idem lib. VIII. Resp. sondern was dafür gekauft ist, wird anstatt dessen, womit es im Eigenthum vertauscht worden, erstattet.

72Idem li­bro vi­ce­si­mo quaes­tio­num. Idem ser­van­dum erit et si pro­prios cre­di­to­res ex ea pe­cu­nia di­mi­se­rit: non enim ab­su­mi­tur, quod in cor­po­re pa­tri­mo­nii re­ti­ne­tur.

72Idem lib. XX. Quaest. Dasselbe ist zu beobachten, wenn er mit solchem Gelde seine eigenen Gläubiger befriedigt hat; denn was in dem Umfange des Vermögens bleibt101101Durch Schuldenbezahlen wird man nicht ärmer. ist nicht verzehrt.

73Idem li­bro vi­ce­si­mo ter­tio quaes­tio­num. Si quod ex Pam­phi­la nas­ce­tur le­ga­tum mi­hi fue­rit et ego Pam­phi­lam emam ea­que apud me sit eni­xa, ra­tio­ne sum­ma re­spon­sum est non ex cau­sa lu­cra­ti­va par­tum in­tel­le­gi meum fac­tum id­eo­que pe­ten­dum ex tes­ta­men­to, tam­quam is­tum emis­sem, ut sci­li­cet pre­tii con­tri­bu­tio­ne fac­ta con­se­quar tan­tum, quan­ti pue­rum de­duc­ta ma­tris aes­ti­ma­tio­ne con­sti­tis­se mi­hi iu­dex in cau­sa le­ga­ti da­tus aes­ti­ma­ve­rit.

73Idem lib. XXIII. Quaest. Wenn mir das Kind, welches [die Sclavin] Pamphila gebären würde, vermacht ist, und ich die Pamphila kaufe, worauf sie bei mir niederkommt, so ist, wie mit vollkommenem Recht begutachtet worden ist, das Kind nicht als unentgeltlich mir zugefallen zu betrachten; daher ist aus dem Testamente ebenso zu klagen, als ob ich dasselbe gekauft hätte, dahin nämlich, dass der Preis verhältnissmässig eingetheilt wird und ich soviel bekommen muss, als der wegen des Vermächtnisses gesetzte Richter, nach Abzug des Werths der Mutter [von der Kaufsumme], urtheilt, dass der Knabe mir zu stehen kommt102102Vgl. Fr. 82. §. 4. D. de leg. I..

74Idem li­bro vi­ce­si­mo sep­ti­mo quaes­tio­num. ‘Ti­tio cen­tum au­reos he­res prae­sens da­to’: de­in­de pro­tu­lit diem le­ga­to­rum. non est ve­rum, quod Al­fe­nus ret­tu­lit, cen­tum prae­sen­ti de­be­ri, quia diem pro­prium ha­bue­runt.

74Idem lib. XXVII. Quaest. Dem Titius soll mein Erbe hundert Goldstücke sofort auszahlen. Nachher hat der Testator die Frist der Vermächtnisse hinausgeschoben. Unrichtig ist, was Alfenus sagt, dass die Hundert sofort zahlbar seien, da sie eine eigene Zeitbestimmung gehabt haben103103Vgl. Fr. 30. §. 2. D. de leg. I..

75Idem li­bro sex­to re­spon­so­rum. Mi­les ad so­ro­rem epis­tu­lam, quam post mor­tem suam ape­ri­ri man­da­vit, ta­lem scrip­sit: ‘sci­re te vo­lo do­na­re me ti­bi au­reos oc­tin­gen­tos’. fi­dei­com­mis­sum de­be­ri so­ro­ri con­sti­tit nec aliud pro­ban­dum in cu­ius­li­bet su­pre­ma vo­lun­ta­te: pla­cet enim con­sis­te­re fi­dei­com­mis­sum et si de­func­tus cum eo lo­qua­tur, quem pre­ca­rio re­mu­ne­ra­tur. 1Pro par­te he­res in­sti­tu­tus, cui prae­cep­tio­nes erant re­lic­tae, post diem le­ga­to­rum ce­den­tem an­te ad­itam he­redi­ta­tem vi­ta de­ces­sit. par­tem he­redi­ta­tis ad co­he­redes sub­sti­tu­tos per­ti­ne­re pla­cuit, prae­cep­tio­num au­tem por­tio­nes, quae pro par­te co­he­redum con­sti­te­runt, ad he­redes eius trans­mit­ti.

75Idem lib. VI. Resp. Ein Soldat schrieb an seine Schwester folgenden Brief, den er sie nach seinem Tode eröffnen hiess: Du sollst wissen, dass ich dir achthundert Goldstücke schenke. Hier war unstreitig, dass das Fideicommiss der Schwester gebührte; und dasselbe gilt von eines Jeden104104Also nicht wegen der Vorrechte der letzten Willen der Soldaten. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Worte; hingegen würden diese bei einem andern Testirer in einem förmlichen Testament oder Codicill stehen müssen, nicht wie hier, in einem Briefe an den Legatar, von dem der Erbe nichts weiss. Gaj. Inst. II. 248. letztem Willen; denn es ist angenommen, dass ein Fideicommiss auch zu Recht bestehe, auch wenn der Erblasser den, welchen er fideicommissweise bedenkt, selbst anredet. 1Ad Dig. 31,75,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 627, Note 6.Ein antheilig eingesetzter Erbe, dem Einiges zum Voraus vermacht war, starb nach dem Anfall (post diem cedentem) der Vermächtnisse105105Nach dem Tode des Testators (Eröffnung des Testaments), und insofern sie bedngt waren, nach Eintritt der Bedingungen.; vor Antritt der Erbschaft. Hier wurde geurtheilt, dass der Erbantheil den Miterben, die ihm zu Nacherben ernannt waren, zufallen, die den Miterben obliegenden Antheile106106Vgl. Fr. 17. §. 2. Fr. 18. D. de leg. I. an den Vorausnahmen aber auf seine Erben übergehe.

76Idem li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum. Cum fi­lius di­vi­sis tri­bu­na­li­bus ac­tio­nem in­of­fi­cio­si tes­ta­men­ti ma­tris per­tu­lis­set at­que ita va­riae sen­ten­tiae iu­di­cum ex­sti­tis­sent, he­redem, qui fi­lium vi­ce­rat, pro par­ti­bus, quas aliis co­he­redi­bus abs­tu­lit fi­lius, non ha­bi­tu­rum prae­cep­tio­nes si­bi da­tas, non ma­gis quam ce­te­ros le­ga­ta­rios ac­tio­nes, con­sti­tit. sed li­ber­ta­tes ex tes­ta­men­to com­pe­te­re pla­cuit, cum pro par­te fi­lius de tes­ta­men­to ma­tris li­ti­gas­set. quod non erit tra­hen­dum ad ser­vi­tu­tes, quae pro par­te mi­nui non pos­sunt: pla­ne pe­te­tur in­te­gra ser­vi­tus ab eo qui fi­lium vi­cit, par­tis au­tem aes­ti­ma­tio prae­sta­bi­tur: aut si pa­ra­tus erit fi­lius pre­tio ac­cep­to ser­vi­tu­tem prae­be­re, do­li sum­mo­ve­bi­tur ex­cep­tio­ne le­ga­ta­rius, si non of­fe­rat par­tis aes­ti­ma­tio­nem, ex­em­plo sci­li­cet le­gis Fal­ci­diae. 1‘Lu­cio Sem­pro­nio le­go om­nem he­redi­ta­tem Pu­blii Mae­vii’. Sem­pro­nius ea de­mum one­ra sus­ci­piet, quae Mae­via­nae he­redi­ta­tis fue­runt et in diem mor­tis eius, qui he­res Mae­vii ex­sti­tit, per­se­ve­ra­ve­runt, sic­ut vi­ce mu­tua prae­sta­bun­tur ac­tio­nes, quae prae­sta­ri po­tue­runt. 2Do­mi­nus he­rede fruc­tua­rio scrip­to fun­dum sub con­di­cio­ne le­ga­vit. vo­lun­ta­tis ra­tio non pa­ti­tur, ut he­res ex cau­sa fruc­tus emo­lu­men­tum re­ti­neat: di­ver­sum in ce­te­ris prae­dio­rum ser­vi­tu­ti­bus, quas he­res ha­buit, re­spon­sum est: quon­iam fruc­tus por­tio­nis in­star op­ti­net. 3‘He­res meus Ti­tio da­to, quod ex tes­ta­men­to Sem­pro­nii de­be­tur mi­hi’. cum iu­re no­va­tio­nis, quam le­ga­ta­rius idem­que tes­ta­tor an­te fe­ce­rat, le­ga­tum ex tes­ta­men­to non de­bea­tur, pla­cuit fal­sam de­mons­tra­tio­nem le­ga­ta­rio non ob­es­se, nec in to­tum fal­sum vi­de­ri, quod ve­ri­ta­tis prim­or­dio ad­iu­va­re­tur. 4Ser­vus pu­re ma­nu­mis­sus, cui li­ber­tas prop­ter im­pe­d­imen­tum iu­ris post ad­itam he­redi­ta­tem non com­pe­tit, quod sta­tus eius ex­trin­se­cus sus­pen­di­tur (for­te prop­ter ad­ul­te­rii quaes­tio­nem), ex eo­dem tes­ta­men­to ne­que le­ga­ta ne­que fi­dei­com­mis­sa pu­re da­ta spe­ra­re pot­est, quia dies in­uti­li­ter ce­dit. 5Pa­ter cum fi­lia pro sem­is­se he­rede in­sti­tu­ta sic tes­ta­men­to lo­cu­tus fue­rat: ‘pe­to, cum mo­rie­ris, li­cet alios quo­que fi­lios sus­ce­pe­ris, Sem­pro­nio ne­po­ti meo plus tri­buas in ho­no­rem no­mi­nis mei’. ne­ces­si­tas qui­dem re­sti­tuen­di ne­po­ti­bus vi­ri­les par­tes prae­ce­de­re vi­de­ba­tur, sed mo­de­ran­dae por­tio­nis, quam ma­io­rem in unius ne­po­tis per­so­nam con­fer­ri vo­luit, ar­bi­trium fi­liae da­tum. 6Non iu­re tu­to­ri da­to ma­ter le­ga­vit: si con­sen­tiat, ut de­cre­to prae­to­ris con­fir­me­tur, et prae­tor non ido­neum ex­is­ti­met, ac­tio le­ga­ti non de­ne­ga­bi­tur. 7Qui Mu­cia­nam cau­tio­nem ali­cu­ius non fa­cien­di cau­sa in­ter­po­suit, si post­ea fe­ce­rit, fruc­tus quo­que le­ga­to­rum (quos prin­ci­pio pro­mit­ti ne­ces­se est) re­sti­tue­re de­bet. 8Va­riis ac­tio­ni­bus le­ga­to­rum si­mul le­ga­ta­rius uti non pot­est, quia le­ga­tum da­tum in par­tes di­vi­di non pot­est: non enim ea men­te da­tum est le­ga­ta­riis plu­ri­bus ac­tio­ni­bus uti, sed ut laxior eis agen­di fa­cul­tas sit, ex una, in­ter­im quae fue­rat elec­ta, le­ga­tum pe­te­re. 9Re­pe­ten­do­rum le­ga­to­rum fa­cul­tas ex eo tes­ta­men­to so­lu­to­rum dan­da est, quod ir­ri­tum es­se post de­func­ti me­mo­riam dam­na­tam ap­pa­ruit, mo­do si iam le­ga­tis so­lu­tis cri­men per­duel­lio­nis il­la­tum est.

76Idem lib. VII. Resp. Da ein Sohn vor abgesonderten Gerichten Klagen wegen Lieblosigkeit des Testaments seiner Mutter angebracht hatte und nun die Urtheile der Richter verschieden ausgefallen waren107107Vgl. Fr. 15. §. 2. Fr. 24. D. de inoff. testam. 5. 2. Plin. epist. 6., erschien als unstreitig, dass dem Sohne wegen der Antheile, die er von den andern Miterben erstritten hatte, die ihm ausgesetzten Vorausnahmen ebenso wenig gebührten, als den übrigen Legatarien Klagen zuständen; die Freilassungen aber wurden nach dem Testamente für statthaft erachtet, da der Sohn den Streit theilweise über das Testament der Mutter geführt hatte. Dies ist auf Grundgerechtigkeiten, da sie nicht theilweise verringert werden können, nicht anzuwenden; vielmehr wird gegen den, welcher gegen den Sohn obgesiegt hat, die ganze Grundgerechtigkeit eingeklagt werden können; aber der antheilige Werth erstattet werden müssen, oder wenn108108Im umgekehrten Falle, also wenn auf dem Grundstücke, was der Legatar erstritten hat, dem Grundstücke, welches dem Sohne bleibt, eine Grundgerechtigkeit zusteht. der Sohn bereit ist, gegen Empfang des [antheiligen] Werthes die Grundgerechtigkeit zu gewähren, so kann dem Legatar mit der Einrede der Gefährde begegnet werden, wenn er nicht den antheiligen Werth, so wie es nach dem Falcidischen Gesetz geschieht, anbietet. 1Dem Lucius Sempronius vermache ich die ganze Erbschaft des Publius Mävius. Hier hat Sempronius nur diejenigen Lasten zu übernehmen, die zur Mäviusischen Erbschaft gehört haben und bis zum Tode dessen, der Erbe des Mävius geworden ist, darauf haftend geblieben sind, sowie ihm gegenseitig auch [nur] die Klagen, die ihm [noch] gewährt werden können109109Die der Testator, Erbe des Mävius, nicht schon verbraucht oder verloren hat., gewährt werden müssen. 2Ad Dig. 31,76,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 200, Note 3.Der Eigenthümer [eines Grundstücks] setzte den Niessbraucher [desselben] zum Erben ein und vermachte das Grundstiick [einem Andern] unter einer Bedingung. Die Willensmeinung [des Testators] gestattet hier nicht, dass der Erbe aus den Nutzungen einen Vortheil zurückbehalte; ein anderes ist bei andern Grundgerechtigkeiten, die der Erbe gehabt hat, geurtheilt worden; weil der Niessbrauch als ein Antheil [an der Sache] gilt110110Vgl. oben Fr. 66. §. 6.. 3Mein Erbe soll, was mir aus dem Testamente des Sempronius gebührt, dem Titius geben. Da nun vermöge einer Neuerung, die der Legatar111111Des Sempronius., nun Testator, vorher gemacht hatte, ihm kein Vermächtniss aus dem Testamente112112Des Sempronius. mehr zukam, so wurde erachtet, dass die falsche Bezeichnung dem Legatar113113Dem Titius. nichts schade, und was von Anfang die Wahrheit für sich gehabt, nicht für gänzlich unrichtig gelten könne. 4Ein114114Im Testamente. unbedingt freigelassener Sclav, dem nach Antritte der Erbschaft die Freiheit wegen eines rechtlichen Hindernisses nicht zukommt, weil seine Zustandsveränderung durch äussere Umstände, vielleicht durch eine Untersuchung wegen Ehebruchs, verhindert wird, kann nach demselben Testamente weder Vermächtnisse noch Fideicommisse, die ihm unbedingt gegeben sind, wegnehmen, weil der Anfall derselben kraftlos ist (dies inutiliter cedit). 5Ein Vater hatte seine Tochter zur Hälfte zur Erbin eingesetzt und sie im Testamente so angeredet: Ich bitte dich, bei deinem Tode, wenn du gleich noch andere Kinder bekommen solltest, doch meinem Enkel Sempronius, meinem Andenken zu Ehren, mehr zuzutheilen. Hier erachtete man vor allen Dingen nothwendig, den [übrigen] Enkeln gleiche Theile zu erstatten; die Bestimmung des Theils, den er einem Enkel grösser zugedacht hat, sei dem Ermessen der Tochter anheimgegeben. 6Eine Mutter setzte Einem, den sie unbefugt zum Vormunde ernannte, ein Vermächtniss aus; wenn dieser einwilligt, sich durch Decret des Prätors bestätigen zu lassen, der Prätor aber ihn nicht zulässig findet, so wird ihm die Klage aufs Vermächtniss nicht zu verweigern sein. 7Wer die Mucische Caution geleistet hat, dass er etwas nicht thun werde115115Etwas, dessen Unterlassung zur Bedingung des ihm beschiedenen und gegen diese Caution ausgeantworteten Vermächtnisses gemacht ist., es aber nachher doch thut, so muss er auch die Nutzungen der vermachten Gegenstände herausgeben, welche [daher] von Anfang in die Stipulation aufgenommen werden müssen. 8Verschiedene Klagen kann ein Legatar der Vermächtnisse wegen zugleich nicht anstellen, weil ein ausgesetztes Vermächtniss nicht in Theile zerlegt werden kann116116Vgl. Fr. 38. D. de leg. I. Fr. 4. h. t.; denn nicht in dieser Absicht sind den Legataren mehrere Klagen zum Gebrauch gestattet, sondern damit ihnen ein weiterer Kreis von Rechtsmitteln offen stehe; um zuvörderst mit der, die einmal erwählt worden, das Vermächtniss einzufordern. 9Es ist nachgelassen, Vermächtnisse zurückzufordern, die zufolge eines Testaments bezahlt worden sind, welches wegen Verurtheilung des Erblassers nach dem Tode als ungültig erscheint117117S. Fr. 11. ad L. Jul. maj. 48. 4.; dafern nur die Anklage wegen des Hochverraths nach Bezahlung solcher Vermächtnisse erhoben worden ist.

77Idem li­bro oc­ta­vo re­spon­so­rum. Cum pa­ter fi­lios eo­rum­que ma­trem he­redes in­sti­tuis­set, ita scrip­sit: ‘pe­to a te, fi­lia, ut ac­cep­tis ex he­redi­ta­te mea in por­tio­nem tuam cen­tum au­reis et prae­dio Tus­cu­la­no par­tem he­redi­ta­tis re­sti­tuas ma­tri tuae’. re­spon­di prae­dium qui­dem he­redi­ta­rium iu­di­cio di­vi­sio­nis de com­mu­ni fi­liam ha­bi­tu­ram, pe­cu­niam au­tem de par­te sua re­ten­tu­ram. 1Eo­rum, qui­bus mor­tis cau­sa do­na­tum est, fi­dei com­mit­ti quo­quo tem­po­re pot­est: quod fi­dei­com­mis­sum he­redes sal­va Fal­ci­diae ra­tio­ne, quam in his quo­que do­na­tio­ni­bus ex­em­plo le­ga­to­rum lo­cum ha­be­re pla­cuit, prae­sta­bunt. si pars do­na­tio­nis fi­dei­com­mis­so te­n­ea­tur, fi­dei­com­mis­sum quo­que mu­ne­re Fal­ci­diae fun­ge­tur. si ta­men ali­men­ta prae­sta­ri vo­luit, col­la­tio­nis to­tum onus in re­si­duo do­na­tio­nis es­se re­spon­den­dum erit ex de­func­ti vo­lun­ta­te, qui de ma­io­re pe­cu­nia prae­sta­ri non du­bie vo­luit in­te­gra. 2Ma­ter fi­liis suis vul­go con­cep­tis do­tem suam mor­tis cau­sa do­nan­do sti­pu­la­ri per­mi­sit: cum aliis he­redi­bus in­sti­tu­tis pe­tis­set a fi­liis vi­ro do­tem re­sti­tui, to­tum vi­ro fi­dei­com­mis­sum do­tis de­be­ri, si Fal­ci­diae ra­tio non in­ter­ve­ne­rit: id­eo re­ten­tio­nem do­tis vi­rum ha­be­re pla­cuit: alio­quin Fal­ci­diae par­tem he­redi­bus a fi­liis ex sti­pu­la­tu cum vi­ro agen­ti­bus ex do­te es­se per in fac­tum ac­tio­nem red­den­dam. 3Sur­do et mu­to, qui le­ga­tum ac­ci­pit, ut cum mo­rie­tur re­sti­tuat, rec­te man­da­tur: nam et igno­ran­tes ad­strin­gun­tur fi­dei­com­mis­so, qui­bus igno­ran­ti­bus emo­lu­men­tum ex tes­ta­men­to quae­ri­tur. 4He­redi­ta­tem fi­lius cum mo­re­re­tur fi­liis suis vel cui ex his vo­luis­set re­sti­tue­re fue­rat ro­ga­tus: quo in­ter­ea in in­su­lam de­por­ta­to eli­gen­di fa­cul­ta­tem non es­se poe­na per­emp­tam pla­cuit nec fi­dei­com­mis­si con­di­cio­nem an­te mor­tem fi­lii he­redis ex­sis­te­re: vi­ri­les au­tem in­ter eos fie­ri, qui eo tem­po­re vi­xe­rint, cum de aliis eli­gen­di po­tes­tas non fue­rit. 5Qui do­ta­le prae­dium con­tra le­gem Iu­liam ven­di­dit, uxo­ri le­ga­tum de­dit et emp­to­ris fi­dei com­mis­sit, ut am­plius ei pre­tium re­sti­tuat. emp­to­rem fi­dei­com­mis­si non te­ne­ri con­sta­bat: si ta­men ac­cep­to le­ga­to mu­lier ven­di­tio­nem ir­ri­tam fa­ce­ret, eam ob­la­to pre­tio do­li pla­cuit ex­cep­tio­ne sum­mo­ve­ri. 6Mae­vio de­bi­to­ri suo reus sti­pu­lan­di man­da­vit, ut Ti­tio, cui mor­tis cau­sa do­na­bat, pe­cu­niam de­bi­tam sol­ve­ret. cum sciens do­mi­num vi­ta de­ces­sis­se Mae­vius pe­cu­niam de­dis­set, non es­se li­be­ra­tio­nem se­cu­tam con­sti­tit nec, si Mae­vius sol­ven­do non es­set, in Ti­tium ac­tio­nem so­li­di vel iu­re Fal­ci­diae dan­dam es­se, quia mor­tis cau­sa ce­pis­se non vi­de­re­tur. di­ver­sum pro­ban­dum fo­ret, si Mae­vius igno­rans do­mi­num vi­ta de­ces­sis­se pe­cu­niam er­ro­re lap­sus11Die Großausgabe liest la­bsus statt lap­sus. de­dis­set: tunc enim por­tio iu­re Fal­ci­diae re­vo­ca­re­tur. 7Cum pa­ter fi­dei­com­mis­sum prae­dio­rum ex tes­ta­men­to ma­tris fi­liae de­be­ret, ean­dem pro par­te ita he­redem in­sti­tuit, ut he­redi­ta­tem fi­dei­com­mis­so con­pen­sa­ret, ea­dem­que prae­dia fi­lio ex­he­redato da­ri vo­luit. quam­quam fi­lia pa­tris he­redi­ta­tem sus­ci­pe­re no­luis­set, fi­dei­com­mis­sum ta­men ab he­redi­bus es­se fi­lio prae­stan­dum, ad quos he­redi­ta­tis por­tio quam ac­ce­pit fi­lia red­ie­rat, pla­cuit: quod si alium fi­liae sub­sti­tuis­set, eum opor­te­re fi­lio fi­dei­com­mis­sum red­de­re. 8Evic­tis prae­diis, quae pa­ter, qui se do­mi­num es­se cre­di­de­rit, ver­bis fi­dei­com­mis­si fi­lio re­li­quit, nul­la cum fra­tri­bus et co­he­redi­bus ac­tio erit: si ta­men in­ter fi­lios di­vi­sio­nem fe­cit, ar­bi­ter con­iec­tu­ra vo­lun­ta­tis non pa­tie­tur eum par­tes co­he­redi­bus prae­le­ga­tas re­sti­tue­re, ni­si pa­ra­ti fue­rint et ip­si pa­tris iu­di­cium fra­tri con­ser­va­ri. 9Pa­ter cer­tam pe­cu­niam ex­he­redatae fi­liae ver­bis fi­dei­com­mis­si re­li­quit eam­que nup­tu­rae do­tis no­mi­ne da­ri vo­luit fi­lio do­tem sti­pu­lan­te. cum fi­lius mi­no­rem do­tem de­dis­set, su­per­fluum es­se fi­liae red­den­dum con­sta­bat. di­vor­tio quo­que se­cu­to fi­dei­com­mis­sum fi­liam rec­te pe­ti­tu­ram, ut ac­tio sti­pu­la­tio­nis si­bi prae­sta­re­tur, quon­iam ve­ri­si­mi­le non erat pa­trem in­ter­po­ni sti­pu­la­tio­nem vo­luis­se, quo fi­lia post pri­mas nup­tias in­do­ta­ta con­sti­tue­re­tur: ce­te­rum si post­ea nu­be­ret, ad se­cun­das nup­tias cau­tio­nem ex­ten­di non opor­te­re. 10A fi­lia pa­ter pe­tie­rat, ut cui vel­let ex li­be­ris suis prae­dia cum mo­re­re­tur re­sti­tue­ret: uni ex li­be­ris prae­dia fi­dei­com­mis­si vi­va do­na­vit. non es­se elec­tio­nem prop­ter in­cer­tum diem fi­dei­com­mis­si cer­tae do­na­tio­nis vi­de­ba­tur: nam in eum de­sti­na­tio di­ri­gi pot­est, qui fi­dei­com­mis­sum in­ter ce­te­ros ha­bi­tu­rus est re­mo­ta ma­tris elec­tio­ne. 11‘Fi­dei he­redum meo­rum com­mit­to, ne fun­dum Tus­cu­la­num alie­nent et ne de fa­mi­lia no­mi­nis mei ex­eat’. se­cun­dum vo­lun­ta­tem eos quo­que in­vi­ta­tos in­tel­le­gen­dum est, qui­bus he­redes ex­tra­nei fi­dei­com­mis­sam li­ber­ta­tem red­di­de­runt. 12‘Fi­dei tuae com­mit­to, uxor, ut re­sti­tuas fi­liae meae, cum mo­rie­ris, quid­quid ad te quo­que no­mi­ne de bo­nis meis per­ve­ne­rit’. et­iam ea, quae post­ea co­di­cil­lis uxo­ri de­dit, fi­dei­com­mis­so con­ti­ne­bun­tur, nam or­do scrip­tu­rae non im­pe­dit cau­sam iu­ris ac vo­lun­ta­tis: sed dos prae­le­ga­ta re­ti­ne­bi­tur, quon­iam red­di po­tius vi­de­tur quam da­ri. 13‘Vo­lo prae­dia da­ri li­ber­tis meis: quod si quis eo­rum si­ne li­be­ris vi­ta de­ces­se­rit, par­tes eo­rum ad re­li­quos per­ti­ne­re vo­lo’. col­li­ber­tum pa­tris eun­dem­que fi­lium ex vo­lun­ta­te sub­sti­tu­tio­nem ex­clu­de­re pla­cuit. 14Cu­ra­to­ris sui frus­tra fi­dei com­mi­sis­se vi­de­ba­tur, ut he­redi fra­tri neg­otio­rum ges­to­rum ra­tio­nem red­de­ret: quam­quam igi­tur tes­ta­men­to cau­tum es­set, ut, cum ad sta­tum suum fra­ter per­ve­nis­set, ei de­mum sol­ve­re­tur, ta­men sub cu­ra­to­re alio fra­trem agen­tem rec­te pla­cuit ac­tio­nem in­fer­re, cum il­lis ver­bis fra­tri po­tius con­sul­tum vi­de­re­tur quam so­lu­tio quae ius­te fie­ri po­tuit di­la­ta. 15Ab in­sti­tu­to ex­tra­neo prae­dia li­ber­tis cum mo­re­re­tur ver­bis fi­dei­com­mis­si re­li­que­rat et pe­tie­rat, ne ex no­mi­ne fa­mi­liae alie­na­ren­tur. sub­sti­tu­tum ea prae­dia de­be­re ex de­func­ti vo­lun­ta­te re­spon­di, sed utrum con­fes­tim an sub ea­dem con­di­cio­ne, vo­lun­ta­tis es­se quaes­tio­nem: sed con­iec­tu­ra ex vo­lun­ta­te tes­ta­to­ris ca­pien­da mors in­sti­tu­ti ex­spec­tan­da est. 16Men­sae neg­otium ex cau­sa fi­dei­com­mis­si cum in­dem­ni­ta­te he­redum per cau­tio­nem sus­cep­tum emp­tio­ni si­mi­le vi­de­tur et id­eo non erit quae­ren­dum, an plus in ae­re alie­no sit quam in quaes­tu. 17Pa­ter fi­liae man­ci­pia, quae nu­ben­ti de­dit, ver­bis fi­dei­com­mis­si prae­sta­ri vo­luit: par­tus sus­cep­tos, et­si ma­tres an­te tes­ta­men­tum mor­tuae fuis­sent, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si prae­stan­dos re­spon­di. nec aliud in uxo­re con­fir­ma­tis do­na­tio­ni­bus pri­dem ob­ser­va­tum est. 18He­redi­ta­tem post mor­tem suam ro­ga­ti re­sti­tue­re no­mi­num pe­ri­cu­lo, quae per di­vi­sio­nem op­ti­ge­runt in­ter co­he­redes in­ter­po­si­tis dele­ga­tio­ni­bus, non ad­strin­gun­tur, non ma­gis quam prae­dio­rum, cum per­mu­ta­tio re­rum dis­cer­nens com­mu­nio­nem in­ter­ve­nit. 19‘Fi­lia mea prae­ci­piat si­bi­que ha­beat vo­lo rem ma­tris suae’. fruc­tus, quos me­dio tem­po­re pa­ter per­ci­piet nec in se­pa­ra­to ha­buit, sed ab­sump­sit vel in suum pa­tri­mo­nium con­ver­tit, non vi­den­tur fi­liae re­lic­ti. 20‘Dul­cis­si­mis fra­tri­bus meis, avun­cu­lis au­tem tuis quae­cum­que mi­hi su­per­sunt in Pam­phy­lia Ly­cia vel ubi­cum­que de ma­ter­nis bo­nis con­ce­di vo­lo, ne quam cum his con­tro­ver­siam ha­beas’. om­nia cor­po­ra ma­ter­nae he­redi­ta­tis, quae in ea­dem cau­sa do­mi­nii man­se­runt, ad vo­lun­ta­tem fi­dei­com­mis­si per­ti­nent: ex is­dem igi­tur fa­cul­ta­ti­bus per­cep­ta pe­cu­nia et in cor­pus pro­prii pa­tri­mo­nii ver­sa, item iu­re di­vi­sio­nis res pro­priae fac­tae non prae­sta­bun­tur, cum dis­cor­diis pro­pin­quo­rum se­dan­dis pro­spe­xe­rit, quas ma­te­ria com­mu­nio­nis so­let ex­ci­ta­re. 21Pa­ter plu­ri­bus fi­liis he­redi­bus in­sti­tu­tis mo­riens cla­ves et anu­lum cus­to­diae cau­sa ma­io­ri na­tu fi­liae tra­di­dit et li­ber­tum ei­dem fi­liae, qui prae­sens erat, res quas sub cu­ra sua ha­buit ad­sig­na­re ius­sit. com­mu­ne fi­lio­rum neg­otium ges­tum in­tel­le­ge­ba­tur nec ob eam rem apud ar­bi­trum di­vi­sio­nis prae­ci­puam cau­sam fi­liae fo­re. 22Cum in­per­fec­ta scrip­tu­ra in­ve­ni­tur, ita de­mum ver­bum le­ga­ti vel fi­dei­com­mis­si, quod prae­ce­dit vel se­qui­tur, ad com­mu­nio­nem ad­su­mi­tur, si dic­to scrip­tum con­gruat. 23Fi­lius ma­trem he­redem scrip­se­rat et fi­dei­com­mis­sa ta­bu­lis da­ta cum iu­ris­iu­ran­di re­li­gio­ne prae­sta­ri ro­ga­ve­rat. cum tes­ta­men­tum nul­lo iu­re fac­tum es­set, ni­hi­lo mi­nus ma­trem le­gi­ti­mam he­redem co­gen­dam prae­sta­re fi­dei­com­mis­sa re­spon­di: nam eni­xae vo­lun­ta­tis pre­ces ad om­nem suc­ces­sio­nis spe­ciem por­rec­tae vi­de­ban­tur. 24‘Man­do fi­liae meae pro sa­lu­te sol­li­ci­tus ip­sius, ut, quo­ad li­be­ros tol­lat, tes­ta­men­tum non fa­ciat: ita enim pot­erit si­ne pe­ri­cu­lo vi­ve­re’. fi­dei­com­mis­sa­riam he­redi­ta­tem so­ro­ri co­he­redi non vi­de­ri re­lic­tam ap­pa­ruit, quod non de pe­cu­nia sua tes­ta­ri, sed op­ten­tu con­si­lii de­ro­ga­re iu­ri tes­ta­men­tum fie­ri pro­hi­ben­do vo­luit. 25‘Ro­go, fi­lia, bo­na tua quan­do­que dis­tri­buas li­be­ris tuis, ut quis­que de te me­rue­rit’. vi­de­tur om­ni­bus li­be­ris, et­si non ae­qua­li­ter pro­me­rue­rint, fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum, qui­bus ma­tris elec­tio­ne ces­san­te suf­fi­ciet, si non of­fen­de­rint: eos au­tem, quos ma­ter ele­ge­rit, fo­re po­tio­res, si so­li pro­me­ruis­sent, ex­is­ti­ma­vi: quod si ne­mi­nem ele­ge­rit, eos so­los non ad­mit­ti, qui of­fen­de­runt. 26Do­na­tio­nis prae­dio­rum epis­tu­lam igno­ran­te fi­lio ma­ter in ae­de sa­cra ver­bis fi­dei­com­mis­si non sub­ni­xam de­po­suit et lit­te­ras ta­les ad ae­dituum mi­sit: ‘in­stru­men­tum vo­lun­ta­tis meae post mor­tem meam fi­lio meo tra­di vo­lo’. cum plu­ri­bus he­redi­bus in­tes­ta­to diem suum ob­is­set, in­tel­le­gi fi­dei­com­mis­sum fi­lio re­lic­tum re­spon­di: non enim quae­ri opor­tet, cum quo de su­pre­mis quis lo­qua­tur, sed in quem vo­lun­ta­tis in­ten­tio di­ri­ga­tur. 27Li­ber­tis prae­dium re­li­quit ac pe­tit, ne id alie­na­rent ut­que in fa­mi­lia li­ber­to­rum re­ti­ne­rent. si ex­cep­to uno ce­te­ri par­tes suas ven­di­de­rint, qui non ven­di­dit ce­te­ro­rum par­tes, qui­bus non de­dit alie­nan­di vo­lun­ta­tem, in­te­gras pe­tet: eos enim ad fi­dei­com­mis­sum vi­de­tur in­vi­tas­se, qui iu­di­cio pa­rue­runt: alio­quin per­ab­sur­dum erit vi­ce mu­tua pe­ti­tio­nem in­du­ci, sci­li­cet ut ab al­te­ro par­tem alie­na­tam quis pe­tat, cum par­tem suam alie­nan­do per­di­de­rit. sed hoc ita pro­ce­de­re pot­est, si pa­ri­ter alie­na­ve­rint: ce­te­rum pro­ut quis­que prior alie­na­ve­rit, par­tem pos­te­rio­ri­bus non fa­ciet: qui ve­ro tar­dius ven­di­dit, ei qui non ven­di­dit in su­pe­rio­rum par­ti­bus fe­cis­se par­tem in­tel­le­gi­tur. at si ne­mo ven­di­de­rit et no­vis­si­mus si­ne li­be­ris vi­ta de­ces­se­rit, fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio non su­per­erit. 28Cum in­ter li­ber­tos ad prae­dii le­ga­tum li­ber­ta quo­que fuis­set ad­mis­sa, quod pa­tro­nus pe­tit, ut de no­mi­ne fa­mi­liae non ex­iret, he­redem li­ber­tae fi­lium par­tem prae­dii, quam ma­ter ac­ce­pit, re­ti­ne­re vi­sum est. 29Cum ex­is­ti­ma­ret ad so­lam con­so­bri­nam suam bo­na per­ven­tu­ra, co­di­cil­lis ab ea fac­tis plu­ri­bus fi­dei­com­mis­sa re­li­que­rat. iu­re suc­ces­sio­nis ad duos eius­dem gra­dus pos­ses­sio­ne de­vo­lu­ta ra­tio­ni­bus ae­qui­ta­tis et per­pe­tui edic­ti ex­em­plo pro par­te di­mi­dia mu­lie­rem rele­van­dam re­spon­di: sed li­ber­ta­tes ab ea prae­stan­das, quas in­ter­ci­de­re dam­ni cau­sa du­rum vi­de­ba­tur. 30Pa­ter, qui fi­lio sem­is­sem de­de­rat et so­ro­ri­bus eius im­pu­be­ri­bus qua­dran­tes, qui­bus fra­trem tu­to­rem de­dit, ita fue­rat lo­cu­tus: ‘fi­li, con­ten­tus eris pro tuo sem­is­se au­reis du­cen­tis et vos, fi­liae, pro ves­tris qua­dran­ti­bus cen­te­nis au­reis’. vi­ce mu­tua li­be­ris fi­dei­com­mis­sum he­redi­ta­tis re­li­quis­se non vi­de­ba­tur, sed aes­ti­ma­tio­nem (ut a pa­ren­ti­bus fru­gi fie­ri so­let) pa­tri­mo­nii sui fe­cis­se, nec id­cir­co fra­trem iu­di­cio tu­te­lae bo­nae fi­dei ra­tio­nes quan­do­que prae­scrip­tio­ne de­mons­tra­tae quan­ti­ta­tis ex­clu­su­rum. 31Ti­tio fra­tri suo Mae­vius he­redi­ta­tem Se­ii, a quo he­res in­sti­tu­tus erat, post mor­tem suam re­sti­tue­re ro­ga­tus eo­dem Ti­tio he­rede scrip­to pe­tit, ut mo­riens Ti­tius tam suam quam Se­ii he­redi­ta­tem Sem­pro­nio re­sti­tue­ret. cum ex fruc­ti­bus me­dio tem­po­re per­cep­tis fi­dei­com­mis­si de­bi­tam quan­ti­ta­tem Ti­tius per­ce­pis­set, ae­ris alie­ni lo­co non es­se de­du­cen­dum fi­dei­com­mis­sum re­spon­di, quon­iam ra­tio­ne con­pen­sa­tio­nis per­ce­pis­se de­bi­tum vi­de­ba­tur. pla­ne si ea le­ge Mae­vius Ti­tium he­redem in­sti­tuat, ne fi­dei­com­mis­sum ex tes­ta­men­to Se­ii re­ti­neat, Fal­ci­diam com­pen­sa­tio­ni suf­fi­ce­re, sed in­iqui­ta­te oc­cur­re­re. pru­den­tius au­tem fe­ce­rit, si ex tes­ta­men­to fra­tris he­redi­ta­tem re­pu­dia­ve­rit et in­tes­ta­ti pos­ses­sio­nem ac­ce­pe­rit: nec vi­de­bi­tur do­lo fe­cis­se, cum frau­dem ex­clu­se­rit. 32‘A te pe­to, ma­ri­te, si quid li­be­ro­rum ha­bue­ris, il­lis prae­dia re­lin­quas vel, si non ha­bue­ris, tuis si­ve meis pro­pin­quis aut et­iam li­ber­tis nos­tris’. non es­se da­tam elec­tio­nem, sed or­di­nem scrip­tu­rae fac­tam sub­sti­tu­tio­ni re­spon­di. 33Vi­cos ci­vi­ta­ti re­lic­tos, qui pro­prios fi­nes ha­be­bant, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si non id­eo mi­nus de­be­ri pla­cuit, quod tes­ta­tor fi­nes eo­rum sig­ni­fi­ca­tu­rum et cer­ta­mi­nis for­mam, quam ce­le­bra­ri sin­gu­lis an­nis vo­luit, alia scrip­tu­ra se de­cla­ra­tu­rum pro­mi­sit ac post­ea mor­te prae­ven­tus non fe­cit.

77Idem lib. VIII. Resp. Ein Vater setzte seine Kinder und ihre Mutter zu Erben ein, und setzte dabei ins Testament: Ich verlange von dir, meine Tochter, dass du aus meiner Erbschaft auf deinen Erbtheil hundert Goldstücke und das Gut bei Tusculum annehmest und den einen Theil der Erbschaft deiner Mutter erstattest. Hier habe ich das Gutachten ertheilt, die Tochter müsse mittelst des Erbtheilungsprocesses das erbschaftliche Gut aus der Masse bekommen, das Geld aber von ihrem Erbtheil innebehalten. 1Denjenigen, welchen man auf den Todesfall geschenkt hat, können zu jeder Zeit Fideicommisse auferlegt werden; ein solches Fideicommiss haben die Erben, mit Vorbehalt des Falcidischen Viertheils, welches, nach dem Beispiel der Vermächtnisse, auch bei solchen Schenkungen für statthaft erachtet wird, zu leisten118118Nämlich nicht an den Fideicommissar, sondern an den Donatar, welcher jenen verpflichtet ist.. Wenn ein Theil einer Schenkung mit einem Fideicommiss beschwert ist, hat auch das Fideicommiss den Falcidischen Abzug zu leiden119119Der Donatar zieht dem Fideicommissar den verhältnissmässigen Theil dessen ab, was ihm abgezogen worden ist.; hat aber der Erblasser die Entrichtung von Alimenten aufgegeben, so ist, dem Willen desselben gemäss, zu entscheiden, dass der Ueberrest der Schenkung allein die ganze Last des Abzugs zu tragen habe; weil derselbe unstreitig gewollt hat, dass jene aus der grösseren Summe unverkürzt gewährt werden sollen. 2Eine Mutter gestattete, vermöge Schenkung auf den Todesfall, ihren mit ungewissen Vätern in Hurerei erzeugten Kindern, die Zurückgabe ihres Heirathsguts sich für sich (die Kinder) angeloben zu lassen. Sodann setzte sie Andere zu Erben ein und ersuchte die Kinder, ihrem Ehemanne das Heirathsgut zu erstatten. Hier ward für Recht erachtet, dass dem Ehemanne, sofern nicht das Falcidische Viertheil zu berücksichtigen wäre, das ganze Fideicommiss des Heirathsguts gebühre, er mithin dasselbe inne zu behalten befugt sei; ausserdem würden die Kinder aus dem Angelöbnisse gegen den Ehemann klagen und von dem Heirathsgute den wegen des Falcidischen Viertheils abgehenden Theil den Erben herausgeben müssen. 3Einem Taubstummen, der ein Vermächtniss erhält, kann rechtsgültig aufgegeben werden, es bei seinem Tode [einem Dritten] zu erstatten; denn auch ohne sein Wissen kann einer, der ohne sein Wissen einen Vortheil aus dem Testamente erlangt, durch Fideicommiss verbindlich gemacht werden. 4Ein Sohn war ersucht, die Erbschaft bei seinem Tode seinen Kindern, oder welchem von diesen er wolle, zu hinterlassen. Da derselbe mittler Weile auf eine Insel verbannt worden war, so wurde für Recht erachtet, dass seine Wahlbefugniss durch die Strafe nicht erloschen sei, und die Bedingung des Fideicommisses vor dem Tode des Sohnes nicht eintrete; dass aber120120Wenn er keinen erwählt. die, welche damals121121Als er verbannt (deportirt) wurde. schon am Leben waren, gleiche Theile bekommen, weil er aus andern zu wählen nicht befugt ist122122Die später geborenen hat er nicht als civis erzeugt.. 5Ein Ehemann, der dem Julischen Gesetze zuwider ein zur Aussteuer gehöriges Gut verkauft hatte, setzte seiner Gattin ein Vermächtniss aus, und legte dem Käufer das Fideicommiss auf, ihr überdies den Werth [des Gutes] zu erstatten; unstreitig war hier der Käufer an das Fideicommiss nicht gebunden; wenn aber die Frau das Vermächtniss in Empfang nähme und dann doch den Kauf anfechten wollte, der Käufer hingegen ihr den Werth anböte, so würde ihr dies wurde für Recht erachtet — die Einrede der Gefährde entgegenstehen. 6Ein Gläubiger (reus stipulandi) trug seinem Schuldner Mävius auf, das schuldige Geld dem Titius auszuzahlen, dem er dasselbe auf den Todesfall schenkte. Da nun Mävius, wissend, dass der Auftraggeber gestorben sei, das Geld [an den Titius] gezahlt hatte, so war er unstreitig seiner Verbindlichkeit nicht entledigt123123Jeder Auftrag erlischt bekanntlich durch den Tod.; wenn aber Mävius zahlungsunfähig wäre, so könnte wider den Titius eine Klage auf die ganze Post oder wegen des Falcidischen Abzugs nicht gestattet werden, weil124124Dieser Grund bezieht sich blos auf die Klage wegen der Falcidia. das Geld ihm offenbar nicht von wegen des Todesfalles zugekommen ist. Das Gegentheil würde anzunehmen sein, wenn Mävius, ohne zu wissen, dass der Auftraggeber gestorben sei, aus Irrthum das Geld gezahlt hätte; dann könnte der nach dem Falcidischen Gesetz gebührende Antheil zurückgefordert werden. 7Ein Vater, der seiner Tochter aus dem Testamente der Mutter ein Fideicommiss gewisser Güter schuldig war, setzte sie unter der Bedingung antheilig zur Erbin ein, dass sie das Fideicommiss mit der Erbschaft aufheben und jene Güter seinem enterbten Sohne gegeben werden sollten; obwohl nun die Tochter die Erbschaft des Vaters nicht antreten wollte, so wurde doch für Recht erachtet, dass diejenigen, welchen der der Tochter beschiedene Erbtheil zufiel, dem Sohne das Fideicommiss gewähren müssten125125Nämlich, wenn die Tochter ihren Anspruch an die Güter nicht verkaufen will, deren Werth.; hätte also der Testator der Tochter einen Nacherben ernannt, so müsste dieser dem Sohne das Fideicommiss leisten. 8Wenn Güter, welche ein Vater, der sich für deren Eigenthümer hielt, fideicommissweise seinem Sohne hinterlassen hat, entwährt werden, so hat Letzterer gegen seine Geschwister und Miterben keine Klage; hat jedoch der Vater eine Theilung unter seinen Kindern gemacht, so wird der Schiedsrichter, in Betracht des vermuthlichen Willeus [des Vaters] nicht zugeben, dass jener Sohn die den Miterben zum Voraus vermachten Antheile sollte herausgeben müssen, wenn nicht auch diese erbötig sind, ihm das vom Vater ihm Zugedachte unverkürzt zu gewähren. 9Ein Vater hinterliess seiner enterbten Tochter fideicommissweise eine gewisse Summe Geldes, und verordnete, dass ihr selbige, sobald sie heirathen wollte, zur Aussteuer gegeben, der Sohn aber die Zurückgabe sich angeloben lassen (stipuliren) sollte; da nun der Sohn eine geringere Aussteuer gegeben hatte, so musste der Ueberrest unstreitig der Tochter entrichtet werden. Auch nach erfolgter Scheidung kann die Tochter mit Recht auf das Fideicommiss und dahin klagen, dass ihr die Stipulationsklage abgetreten werde; weil es nicht wahrscheinlich ist, dass der Vater eine Stipulation habe wollen bewirken lassen, wodurch die Tochter nach ihrer ersten Ehe ohne Mitgift bliebe; wenn sie wieder geheirathet hätte, könnte auch die Stipulation (cautio) nicht auf die zweite Heirath ausgedehnt werden. 10Ein Vater hatte seine Tochter [im Testamente] ersucht, einem von ihren Kindern, welchem sie wollte, bei ihrem Tode gewisse Güter zu hinterlassen. Nun schenkte sie einem der Kinder diese Fideicommissgüter bei Lebzeiten. Hier wurde für Recht erachtet, dass, wegen des ungewissen Eintritts des Fideicommisses, die Wahl durch eine gewisse Schenkung ihr nicht freistehe126126Das beschenkte Kind kann vor der Mutter sterben.; denn [nur] auf einen solchen kann die Wahl gerichtet werden, welchem, wenn die Mutter nicht gewählt hätte, das Fideicommiss mit den andern zugleich zugefallen sein würde127127Vgl. Fr. 67. §. 7. h. t.. 11Ich ersuche meine Erben fideicommissweise, das Gut bei Tusculum nicht zu veräussern und nicht aus der Familie meines Namens kommen zu lassen. Nach dem Willen des Testators sind auch diejenigen als [zu diesem Fideicommiss] berufen zu betrachten, welchen fremde Erben, fideicommissarischen Verfügungen128128Dieses Testators nämlich. Solche Freigelassene wurden als die seinigen angesehen, trugen, wie die unmittelbar im Testamente manumittirten, seinen Namen, und gehörten zu seiner Familie. zu Folge, die Freiheit gegeben haben. 12Ich ersuche dich, meine Gattin, fideicommissweise, meiner Tochter bei deinem Tode Alles, was auf irgend eine Weise aus meinem Vermögen an dich gelangt, zu geben und zu erstatten. Unter diesem Fideicommiss ist auch das begriffen, was er nachher der Gattin durch ein Codicill beschieden hat; denn der Zeitpunct (ordo) des Geschriebenen hindert nichts im Rechte und am Willen [des Testators]; hingegen behält sie die ihr zum Voraus vermachte Aussteuer für sich, da diese vielmehr als wiedererstattet, denn als gegeben, zu betrachten ist. 13Ich will, dass meine Güter meinen Freigelassenen überlassen werden; sollten einige von ihnen kinderlos mit Tode abgehen, so sollen deren Antheile den übrigen zufallen. Hier ward geurtheilt, dass diese Substitution einen Mitfreigelassenen, der eines anderen Mitfreigelassenen Sohn war, ausschliesse. 14Ein Minderjähriger hatte seinem Curator offenbar überflüssigerweise, als Fideicommiss aufgegeben, seinem Bruder und Erben über die geführten Geschäfte Rechnung abzulegen; obschon nun im Testamente beigefügt war, dass die Auszahlung erst erfolgen sollte, wenn der Bruder zur Volljährigkeit gelangt sein würde, so wurde doch eine Klage des Bruders, der unter einem andern Curator sie anstellte, für statthaft erachtet, weil jene Worte vielmehr zum Besten des Bruders geschrieben erschienen, als dass dadurch eine Zahlung, die rechtmässig geschehen konnte, hätte hinausgeschoben werden sollen. 15Jemand hatte einen Fremden zum Erben eingesetzt und von ihm ab, auf dessen Todesfall, seinen (des Testators) Freigelassenen gewisse Güter fideicommissweise vermacht, auch gebeten, dass dieselben nicht ausserhalb der Familie seines Namens veräussert werden möchten. Hier habe ich begutachtet, dass der Nacherbe129129Der nämlich in demselben Testamente dem gedachten eingesetzten Fremden substituirt war. diese Güter nach dem Willen des Erblassers [ebenfalls] herauszugeben schuldig sei; ob aber sofort oder unter der nämlichen Bedingung130130Nämlich erst bei dem Tode des ersten Erben., das komme auf den Willen [des Testators] an; nach dem jedoch, was man über diesen Willen vermuthen kann, ist der Tod des ersten Erben abzuwarten. 16Die Uebernahme eines Wechselbankgeschäfts, das durch Fideicommiss hinterlassen ist, gegen Schadlosstellung der Erben durch Caution, ist gleich einem Kaufe zu betrachten, und es ist daher nicht darnach zu fragen, ob etwa mehr Schulden da sind, als gewonnen wird. 17Ein Vater vermachte seiner Tochter fideicommissweise die Sclaven, die er ihr bei ihrer Verheirathung gegeben hatte. Hier habe ich erachtet, dass die [indess] geborenen Kinder, wenn auch deren Mütter vor der Testamentserrichtung gestorben wären, kraft des Fideicommisses herausgegeben werden müssten; auch ist bei einer Ehefrau wegen bestätigter131131Durch den Tod bestätigter Schenkungen des Ehemannes. Fr. 32. §. 1. 2. D. de donat. int. V. et U. 24. 1. Schenkungen von jeher eben dasselbe beobachtet worden. 18Erben, die ersucht sind, die Erbschaft nach ihrem Tode zu erstatten, haften nicht für die Gefahr der Aussenstände, die ihnen durch die Erbtheilung, vermöge der unter den Miterben gegenseitig getroffenen Anweisungen132132In unserer Ausgabe fehlt nach delegationibus das Komma, was den Sinn entstellt., zugefallen sind, ebenso wenig als für die Gefahr der Grundstücke, wenn [unter den Miterben] eine die Gemeinschaft aufhebende Austauschung vorgenommen worden ist. 19Ich will, dass meine Tochter das Vermögen ihrer Mutter zum Voraus nehme und für sich behalte. Hier sind die Nutzungen, die der Vater mittlerweile gezogen und nicht etwa besonders aufbewahrt, sondern verzehrt oder in sein Vermögen verwendet hat, nicht als der Tochter mit vermacht anzusehen. 20Meinen geliebten Brüdern, deinen mütterlichen Oheimen, soll Alles, was ich vom mütterlichen Vermögen in Pamphylien, Lycien oder sonst irgendwo noch besitze, überlassen werden, und du sollst mit ihnen darüber keinen Streit erheben. Hier sind alle einzelne Sachen aus der mütterlichen Erbschaft, die in dem Eigenthum eben dieser Person geblieben sind, in dem Fideicommisse mit gemeint. Wenn also aus diesen Gütern Geld gezogen und in die Masse des eigenen Vermögens [der Erblasserin] verwendet worden ist, ingleichen wenn [zu diesen Gütern gehörige] Sachen durch Theilung [ihr] Eigenthum geworden sind, so ist alles dieses nicht mit zu gewähren, da sie für Schlichtung der Uneinigkeiten unter den Verwandten besorgt gewesen ist, welche in der Gemeinschaft einen Erregungsstoff zu finden pflegen. 21Ein Vater übergab, nachdem er mehrere Kinder zu Erben eingesetzt hatte, sterbend die Schlüssel und den Siegelring133133Womit er seine Sachen versiegelt hatte. seiner ältesten Tochter zur Aufbewahrung, und befahl einem anwesenden Freigelassenen, die unter seiner Obhut befindlichen Sachen derselben Tochter zu übergeben. Dies ward als eine Maassregel zum Besten aller Kinder angesehen und nicht dafür gehalten, dass die Tochter deshalb, wenn es zur Entscheidung über die Theilung käme, ein Vorrecht haben würde. 22Wenn ein Satz [im Testamente] unvollständig erscheint, so wird das bei dem vorhergehenden oder nachfolgenden Vermächtnisse oder Fideicommisse gebrauchte Wort nur dann mit darauf bezogen, wenn jener Satz zu diesem Ausdrucke passte. 23Ein Sohn hatte seine Mutter zur Erbin eingesetzt, und gebeten, die im Testamente ausgesetzten Fideicommisse unter Eidespflicht zu entrichten. Da nun dieses Testament nicht rechtsgültiger Weise errichtet war, so habe ich gleichwohl erachtet, dass die Mutter als gesetzliche Erbin zu Entrichtung der Fideicommisse anzuhalten sei, denn die von dringendem Wunsche zeugenden Bitten waren als auf jede Art der Erbfolge gerichtet anzusehen. 24Ich gebe meiner Tochter, aus Fürsorge für ihr Wohl, auf, nicht eher ein Testament zu machen, als bis sie Kinder haben wird; denn so wird sie ohne Gefahr leben können. Dies war offenbar nicht als Verfügung eines Fideicommisses für die miterbende Schwester anzusehen, weil der Verfasser nicht über sein Vermögen testiren, sondern unter der Form eines guten Raths durch Verbot der Testamentserrichtung ihr Recht beschränken wollte134134Gerade entgegen ist Fr. 74. pr. D. ad SC. Trebell. 36. 1.. 25Ich bitte dich, Tochter, dein Vermögen einmal unter deine Kinder, sowie es ein Jedes um dich verdient haben wird, zu vertheilen. Hier gilt das Fideicommiss als allen Kindern beschieden, wenn sie auch nicht gleiche Verdienste [um die Mutter] sich erworben haben; wenn die Mutter keines erwählt hat, so genügt es bei allen, wenn sie sich nicht [gegen sie] vergangen haben; die aber, welche die Mutter erwählt hat, haben meines Erachtens den Vorzug, dafern sie sich allein verdient gemacht haben; hat sie keines erwählt, so sind nur die, die sich vergangen haben, ausgeschlossen. 26Eine Mutter legte ohne Wissen ihres Sohnes einen Brief, der eine Schenkung über ihre Grundstücke, aber keine ein Fideicommiss bezeichnende Ausdrücke enthielt, in einem Tempel nieder, und sandte an den Tempelwärter folgenden Zettel: Die Urkunde über meinen letzten Willen soll nach meinem Tode meinem Sohne ausgeantwortet werden. Da sie nun mit Hinterlassung mehrerer Intestaterben verstarb, so habe ich begutachtet, dass hier ein dem Sohne hinterlassenes Fideicommiss zu verstehen sei; denn es ist nicht darauf zu sehen, wen Jemand in Betreff des letzten Willens anredet, sondern auf wen die Willensmeinung gerichtet ist. 27Jemand hinterliess seinen Freigelassenen ein Gut und ersuchte sie, es nicht zu veräussern, sondern in der Familie der Freigelassenen zu behalten. Wenn alle bis auf einen ihre Antheile verkauft haben, so kann der, welcher nicht verkauft hat, die Antheile derjenigen, welchen er nicht zur Veräusserung seine Einwilligung gegeben hat, ganz zurückfordern; denn [nur] diejenigen sind als zum Fideicommiss berufen zu betrachten, welche der Verfügung Folge geleistet haben; sonst würde die Ungereimtheit hervorgehen, dass gegenseitig Klagen gestattet werden müssten, nämlich einer den vom Andern veräusserten Theil zurückforderte, während er seinen Theil durch Veräusserung verloren hätte. Obiges kann übrigens insofern Statt finden, wenn sie zugleich veräussert haben; sofern einer früher veräussert hat, hat er keinen Antheil an den Rechten derer, die es späterhin thun, wer aber später verkauft hat, gilt als Mittheilhaber dessen, der nicht verkauft hat, an den Theilen der frühern Verkäufer. Wenn hingegen Keiner verkauft hat und der Letzte ohne Kinder gestorben ist, so findet keine Klage auf das Fideicommiss mehr Statt. 28Unter mehreren Freigelassenen war zu dem Vermächtniss eines Grundstücks auch eine Freigelassene mit zugelassen worden135135Nach dem Willen des Testators nämlich.. Da nun der Freilasser gebeten hatte, dasselbe nicht aus der Familie dieses Namens zu lassen, so ward [doch] erachtet, dass dem Sohne und Erben dieser Freigelassenen der Antheil am Grundstücke, welchen die Mutter empfangen hatte, bleiben müsse136136Obgleich er nicht zur Familie des Testators und Freilassers seiner Mutter, sondern zu der seines Vaters gehörte.. 29Jemand hatte, in der Meinung, dass sein ganzes Vermögen seiner Muhme zufallen werde, in einem an sie gerichteten Codicill mehreren Personen Fideicommisse ausgesetzt; da nun der Vermögensbesitz137137Bonorum possessio unde cognati. nach dem Erbfolgerecht zwei Personen desselben Grades zufiel, so habe ich aus Rücksicht auf die Billigkeit und nach Anleitung des beständigen (perpetui) Edicts begutachtet, dass die Muhme wegen der Hälfte zu übertragen sei, die Freilassungen aber von ihr bewirkt werden müssten, weil es hart erschien, dass diese des Schadens wegen wegfallen sollten. 30Ein Vater, der seinem Sohne die Hälfte, und dessen unmündigen Schwestern, welchen er den Bruder zum Vormund setzte, jeder ein Viertheil [seines Vermögens] zugetheilt hatte, hatte sich dabei so ausgedrückt: Mein Sohn, du wirst für deine Hälfte mit zweihundert Goldstücken, und ihr, meine Töchter, werdet für eure Viertheile jede mit hundert Goldstücken zufrieden sein138138S. o. Fr. 69. pr. h. t.. Dies konnte nicht als ein den Kindern gegenseitig hinterlassenes Fideicommiss der Erbschaft gelten, sondern nur als eine Schätzung seines Vermögens, wie sie von wirthlichen Eltern zu geschehen pflegt; daher wird auch der Bruder sich einmal auf erhobene Vormundschaftsklage durch die Ausflucht, dass die Summe bestimmt sei, von getreuer Rechnungsablegung nicht befreien können. 31Mävius, der ersucht war, seinem Bruder Titius die Erbschaft des Sejus, der ihn zum Erben eingesetzt hatte, nach seinem Tode zu erstatten, setzte eben diesen Titius zum Erben ein, und ersuchte ihn, bei seinem Tode sowohl seine als des Sejus Erbschaft dem Sempronius zu erstatten. Da nun Titius aus den mittlerweile erhobenen Nutzungen soviel, als ihm vermöge des Fideicommisses gebührte, gezogen hatte, so habe ich begutachtet, dass das Fideicommiss139139Des Sejus. nicht als eine Schuld abzuziehen sei, weil das ihm Gebührende als durch Gegenrechnung empfangen anzusehen war140140Sobald aus beiden Erbschaften zusammen dem Fideicommissar des ersten und Fiduciar des zweiten Testators nur soviel bleibt, als er durch die erste allein bekommen haben würde, so kann alles Uebrige Andern zugewendet werden.. Freilich, wenn Mävius den Titius unter der Bedingung zum Erben einsetzte, dass er das Fideicommiss aus dem Testamente des Sejus nicht behalten sollte, so müsste er sich mit der Gegenrechnung bis zum Betrag des Falcidischen141141Eigentlich Pegasianischen, da es durch das SC. Pegasianum auf Fideicommisse ausgedehnt worden. Viertheils begnügen; es würde aber darin eine Unbilligkeit liegen; klüger würde er thun, wenn er die Erbschaft nach dem Testamente des Bruders ausschlüge, und den Vermögensbesitz ohne Testament ergriffe; auch würde dies nicht als Unredlichkeit gelten können, da er nicht betrüglich gehandelt hätte. 32Ich bitte dich, mein Gatte, wenn du Kinder haben wirst, ihnen die Grundstücke zu hinterlassen, oder, wenn du keine haben wirst, deinen oder meinen Verwandten, oder auch unseren Freigelassenen. Hier habe ich geurtheilt, dass keine Wahl142142Zwischen den Verwandten und den Freigelassenen. verstattet sei, sondern die Ordnung der Rede die der Substitution andeute. 33Da einer Stadt Dörfer vermacht waren, die bestimmte Grenzen hatten, so ward geurtheilt, dass dieselben deshalb nicht minder kraft des Fideicommisses gewährt werden müssten, weil der Testator erklärt hatte, er werde die Grenzen derselben noch bezeichnen und die Form eines Kampfspiels, dessen jährliche Feier er anordnete, bestimmen, dies aber, durch den Tod daran verhindert, nicht gethan hatte.

78Idem li­bro no­no re­spon­so­rum. Qui so­li­dum fi­dei­com­mis­sum frus­tra pe­te­bat he­rede Fal­ci­diam ob­icien­te, si par­tem in­ter­im sol­vi si­bi de­si­de­ra­ve­rit ne­que ac­ce­pe­rit, in eam mo­ram pas­sus in­tel­le­gi­tur. 1Cum post mor­tem emp­to­ris ven­di­tio­nem rei pu­bli­cae prae­dio­rum op­ti­mus ma­xi­mus­que prin­ceps nos­ter Se­ve­rus Au­gus­tus re­scin­di he­redi­bus pre­tio re­sti­tu­to ius­sis­set, de pe­cu­nia le­ga­ta­rio, cui prae­dium emp­tor ex ea pos­ses­sio­ne le­ga­ve­rat, con­iec­tu­ra vo­lun­ta­tis pro mo­do aes­ti­ma­tio­nis par­tem sol­ven­dam es­se re­spon­di. 2Et­iam res pu­bli­ca fi­dei­com­mis­si post mo­ram usu­ras prae­sta­re co­gi­tur, sed dam­num, si quod ex ea re fue­rit se­cu­tum, ab his sar­cien­dum erit, qui post dic­tam sen­ten­tiam iu­di­ca­tum sol­ve­re su­per­se­de­runt. nec aliud ser­va­bi­tur in li­tis sump­ti­bus, si ra­tio li­ti­gan­di non fuit: igna­viam et­enim prae­ten­den­tes au­di­ri non opor­te­re. quod in tu­to­ri­bus quo­que pro­ba­tur. 3Prae­dium pa­ter de fa­mi­lia li­be­ro­rum alie­na­ri ver­bis fi­dei­com­mis­si pro­hi­buit. su­pre­mus ex li­be­ris, qui fi­dei­com­mis­sum pe­te­re po­tuit, non id­cir­co mi­nus ac­tio­nem in bo­nis suis re­li­quis­se vi­sus est, quod he­redem ex­tra­rium si­ne li­be­ris de­ce­dens ha­buit. 4Si cre­di­tor ab eo qui tes­ta­men­tum fe­cit do­mum ac­cep­tam iu­re pig­no­ris ven­di­dit, con­tra emp­to­rem fi­dei­com­mis­si cau­sa, tam­et­si vo­lun­ta­tem de­func­ti non igno­ra­vit, ni­hil de­cer­ne­tur.

78Idem lib. IX. Resp. Wenn Jemand deshalb, weil der Erbe sich auf das Falcidische Gesetz bezieht143143S. o. zu Fr. 77. §. 31., mit der Fideicommissklage nichts ausrichtet, und nun einstweilen die Auszahlung eines Theils fordert, aber nicht erlangt, so ist dies als ein gegen ihn verhängter Verzug anzusehen. 1Da durch Verordnung unsers gnädigsten und grossmächtigsten Fürsten, Kaisers Severus, der Verkauf gewisser Staatsgüter nach dem Tode des Käufers, unter Rückgabe des Kaufschillings an die Erben, aufgehoben wurde, so habe ich, wegen des vermuthlichen Willens des Testators, geurtheilt, dass einem Legatar, welchem der Käufer ein zu diesen Besitzungen gehöriges Gut vermacht hatte, von dem [wiedererstatteten] Gelde ein verhältnissmässiger Theil des abgeschätzten Werthes144144Des Werths, und nicht des Kaufschillings, da es als ein Vermächtniss einer fremden Sache anzusehen ist. ausgezahlt werden müsse. 2Auch der Staat muss von einem Fideicommiss nach dem Tode [des Testators] Zinsen entrichten; wenn aber an der vermachten Sache ein Schade sich ereignet, so müssen ihn diejenigen gelten, die nach gesprochenem Urtheile demselben gemäss auszuzahlen unterlassen haben. Dasselbe gilt von Processkosten, wenn kein Grund zum Streiten vorhanden war; denn wenn sie deshalb Unwissenheit vorschützen, so sind sie damit nicht zu hören; was auch bei Vormündern angenommen ist. 3Ein Vater verbot fideicommissweise, ein gewisses Grundstück ausserhalb der Familie seiner Kinder zu veräussern. Als nun der Letzte von diesen Kindern, der aufs Fideicommiss klagen konnte, ohne Kinder starb, und einen fremden Erben hatte, ward erachtet, dass nichts desto weniger die Klage zu seinem Nachlasse gehörte. 4Wenn145145In demselben Falle. ein Gläubiger dessen, der das Testament gemacht, das Haus von demselben zum Pfande erhalten und verkauft hat, so wird gegen den Käufer, wenngleich ihm der Wille des Verstorbenen bekannt war, des Fideicommisses wegen keine richterliche Hülfe gewährt.

79Idem li­bro un­de­ci­mo re­spon­so­rum. Quae fi­dei­com­mis­sa mo­riens li­ber­tis vi­ri de­buit, eo­run­dem prae­dio­rum suis quo­que li­ber­tis fruc­tum re­li­quit: iu­ris igno­ra­tio­ne lap­si qui pe­te­re prae­dia ex ma­ri­ti tes­ta­men­to de­bue­runt, se­cun­dum fi­dei­com­mis­sum in­ter ce­te­ros lon­go tem­po­re per­ce­pe­runt. non id­eo per­emp­tam vi­de­ri pe­ti­tio­nem prio­ris fi­dei­com­mis­si con­sti­tit.

79Idem lib. XI. Resp. Eine [Witwe], welche bei ihrem Tode den Freigelassenen ihres Mannes gewisse Fideicommisse zu hinterlassen verpflichtet war, vermachte den Niessbrauch derselben Fideicommisse auch ihren Freigelassenen. Nun hatten Jene, die die Güter aus dem Testamente des Ehemannes hätten fordern sollen, aus Rechtsunwissenheit das zweite Fideicommiss mit den übrigen lange Zeit hindurch genossen; es war aber kein Zweifel darüber, dass sie dadurch die Klage auf das erste Fideicommiss nicht verloren hätten.

80Idem li­bro pri­mo de­fi­ni­tio­num. Le­ga­tum ita do­mi­nium rei le­ga­ta­rii fa­cit, ut he­redi­tas he­redis res sin­gu­las. quod eo per­ti­net, ut, si pu­re res re­lic­ta sit et le­ga­ta­rius non re­pu­dia­vit de­func­ti vo­lun­ta­tem, rec­ta via do­mi­nium, quod he­redi­ta­tis fuit, ad le­ga­ta­rium trans­eat num­quam fac­tum he­redis.

80Ad Dig. 31,80Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 652, Note 17.Idem lib. I. Definition. Ein Vermächtniss ertheilt das Eigenthum der [vermachten] Sache ebenso dem Legatar, als die Erbschaft das der einzelnen [Erbschafts-]Sachen dem Erben; was soviel sagen will, dass, wenn eine Sache schlechthin146146Pure sagt hier wohl noch mehr als unbedingt, und deutet die Worte: do, lego, sibi habeto, praecipito, volo ad eum pertinere, die legata vindicationis und praeceptionis an, entgegengesetzt dem: heres damnas esto dare oder capere sinito. Vgl. oben Th. II. S. 689. Note 81. vermacht ist, und der Legatar sie nicht, gegen den Willen des Erblassers, auschlägt, das Eigenthum daran, was der Erbschaft zustand, geradeswegs auf den Legatar übergeht und niemals dem Erben gehört hat.

81Pau­lus li­bro no­no quaes­tio­num. Si quis tes­ta­men­to fac­to a fi­liis suis, quos he­redes in­sti­tuis­set, fi­dei­com­mis­sa re­li­quis­set non ut a le­gi­ti­mis he­redi­bus, sed ut a scrip­tis, et tes­ta­men­tum ali­quo ca­su ir­ri­tum fac­tum sit, fi­lii ab in­tes­ta­to ve­nien­tes fi­dei­com­mis­sa ex tes­ta­men­to prae­sta­re com­pel­li non pos­sunt.

81Paul. lib. IX. Quaest. Wenn Jemand in seinem Testamente seinen Kindern, die er zu Erben einsetzte, nicht als gesetzlichen, sondern als ernannten Erben, Fideicommisse auferlegt hat und das Testament durch irgend ein Ereigniss ungültig147147Irritum. S. §. 4. 5. Inst. 2. 17. wird, so können die Kinder, die als Intestaterben eintreten, zu Entrichtung der Fideicommisse nach dem Testamente nicht gezwungen werden.

82Idem li­bro de­ci­mo quaes­tio­num. De­bi­tor de­cem le­ga­vit cre­di­to­ri, quae ei post an­num sub pig­no­re de­be­bat. non, ut qui­dam pu­tant, me­dii tem­po­ris tan­tum com­mo­dum ex tes­ta­men­to de­be­tur, sed to­ta de­cem pe­ti pos­sunt: nec tol­li­tur pe­ti­tio, si in­ter­im an­nus su­per­ve­ne­rit: nam suf­fi­cit, quod uti­li­ter dies ces­sit. quod si vi­vo tes­ta­to­re an­nus su­per­ve­niat, di­cen­dum erit in­uti­le ef­fi­ci le­ga­tum, quam­quam con­sti­te­rit ab in­itio. sic et in do­te prae­le­ga­ta re­spon­sum est to­tam eam ex tes­ta­men­to pe­ti pos­se. alio­quin se­cun­dum il­lam sen­ten­tiam si in­ter­usu­rium tan­tum est in le­ga­to, quid di­ce­mus, si fun­dus le­ga­tus sit ex die de­bi­tus? nam nec pe­cu­nia pe­ti pot­est, quae non est le­ga­ta, nec pars fun­di fa­ci­le in­ve­ni­re­tur, quae pos­sit pro com­mo­do pe­ti. 1Si Pri­mo et Se­cun­do et Ter­tio he­redi­bus in­sti­tu­tis sic le­ga­ta den­tur: ‘si mi­hi Pri­mus he­res non erit, Se­cun­dus Ti­tio de­cem da­to: si Se­cun­dus mi­hi he­res non erit, Pri­mus Se­io fun­dum Tus­cu­la­num da­to’, utris­que omit­ten­ti­bus he­redi­ta­tem Pri­mo et Se­cun­do quae­re­ba­tur, sub­sti­tu­ti, quos eis de­de­rat, an et cui le­ga­ta prae­sta­re de­bent? ab utro­que sub­sti­tu­to le­ga­ta de­ben­tur. 2Ser­vo alie­no pos­se rem do­mi­ni le­ga­ri Va­lens scri­bit: item id quod do­mi­no eius pu­re de­be­tur. cum enim ser­vo alie­no ali­quid in tes­ta­men­to da­mus, do­mi­ni per­so­na ad hoc tan­tum in­spi­ci­tur, ut sit cum eo tes­ta­men­ti fac­tio, ce­te­rum ex per­so­na ser­vi con­sti­tit le­ga­tum. et id­eo rec­tis­si­me Iu­lia­nus de­fi­nit id de­mum ser­vo alie­no le­ga­ri pos­se, quod ip­se li­ber fac­tus ca­pe­re pos­set. ca­lum­nio­sa est enim il­la ad­no­ta­tio pos­se le­ga­ri ser­vo et quam­diu ser­viat: nam et hoc le­ga­tum ex per­so­na ser­vi vi­res ac­ci­pit: alio­quin et il­lud ad­no­ta­re­mus es­se quos­dam ser­vos, qui, li­cet li­ber­ta­tem con­se­qui non pos­sunt, at­ta­men le­ga­tum et he­redi­ta­tem pos­sunt ad­quire­re do­mi­no. ex il­lo igi­tur prae­cep­to, quod di­ci­mus ser­vi in­spi­ci per­so­nam in tes­ta­men­tis, dic­tum est ser­vo he­redi­ta­rio le­ga­ri pos­se. ita non mi­rum, si res do­mi­ni et quod ei de­be­tur ser­vo eius pu­re le­ga­ri pos­sit, quam­vis do­mi­no eius non pos­sent haec uti­li­ter le­ga­ri.

82Idem lib. X. Quaest. Ein Schuldner vermachte seinem Gläubiger Zehn, welche er ihm nach einem Jahre, unter Pfandsicherheit, zu zahlen schuldete, hier kann nicht, wie einige meinen, blos der Nutzen der Zwischenzeit148148Die Zinsen, wenn das Capital unzinsbar war., sondern die ganze Summe der Zehn gefordert werden. Die Klage fällt auch nicht weg, wenn mittlerweile das Jahr abgelaufen ist; denn es ist genug, dass der Anfall wirksam eingetreten ist (utiliter dies cessit.): Wenn aber das Jahr bei Lebzeiten des Testators verstreicht, so ist das Vermächtniss als kraftlos geworden zu betrachten, obwohl es von Anfang zu Recht bestand. So ist auch in Betreff der zum Voraus vermachten Aussteuer begutachtet worden, dass sie nach dem Testamente ganz gefordert werden kann. Was sollte man auch sonst, nach jener andern Meinung, wenn das Vermächtniss blos auf die Zwischennutzung ginge, in dem Falle sagen, wenn ein Grundstück, das zu einer gewissen Frist abzutreten ist, vermacht wird? Hier kann weder Geld gefordert werden, weil keines vermacht ist, noch ist auch leicht ein Theil des Grundstücks anzugeben, der anstatt der Zinsen verlangt werden könnte. 1Wenn ein erster, zweiter und dritter Erbe ernannt und folgende Vermächtnisse ausgesetzt sind: Wenn der Erste nicht mein Erbe wird, so soll der Zweite dem Titius Zehn geben; wenn der Zweite nicht mein Erbe wird, so soll der Erste dem Sejus das Landgut bei Tusculum geben; und nun beide, der Erste und der Zweite, die Erbschaft ausschlagen, so fragt sichs ob und wem die ihnen gesetzten Nacherben die Vermächtnisse zu entrichten haben? Beide Nacherben sind die Vermächtnisse zu leisten schuldig. 2Valens schreibt, einem fremden Sclaven könne eine seinem Herrn gehörige Sache vermacht werden; so auch das, was man seinem Herrn unbedingt schuldig ist; denn wenn man einem fremden Sclaven etwas im Testamente zutheilt, so kommt die Person des Herrn nur insofern in Betracht, dass man ihn gültig im Testamente bedenken könne (ut sit cum eo testamenti factio); das Vermächtniss aber gilt in Beziehung auf die Person des Sclaven. Daher bestimmt Julianus sehr richtig, dass einem fremden Sclaven nur eine solche Sache, die er selbst, wenn er frei wäre, empfangen könnte, vermacht werden könne; blosse Verdrehung ist nämlich jene Bemerkung, dass einem Sclaven auch so vermacht werden könne: so lange er Sclav sein werde; denn auch dieses Vermächtniss bekommt seine Kraft durch die persönliche Eigenschaft des Sclaven. Sonst könnten wir auch das bemerken, dass es gewisse Sclaven gibt, die, wenn gleich sie die Freiheit nicht erlangen können, doch ihrem Herrn ein Vermächtniss und eine Erbschaft zu erwerben vermögen. Nach jenem oben erwähnten Grundsatz also, dass bei Testamenten auf die Person des Sclaven gesehen werde, ist auch angenommen, dass einem zu einer Erbschaft gehörigen Sclaven vermacht werden könne149149S. oben Fr. 55. §. 1. h. t.. So ist es also nicht zu verwundern, dass etwas, was dem Herrn gehört, oder was man ihm schuldig ist, dem Sclaven unbedingt vermacht werden könne, obgleich solches seinem Herrn nicht gültig vermacht werden könnte.

83Idem li­bro un­de­ci­mo quaes­tio­num. La­ti­nus Lar­gus. pro­xi­me ex fac­to in­ci­dit spe­cies ta­lis. li­ber­ti­nus pa­tro­num ex sem­is­se he­redem in­sti­tuit et fi­liam suam ex alio sem­is­se: fi­dei com­mis­sit fi­liae, ut qui­bus­dam an­cil­lis pa­tro­ni re­sti­tue­ret, cum hae ma­nu­mis­sae es­sent, et, si ea­dem fi­lia he­res non es­set, sub­sti­tuit ei eas­dem an­cil­las. quon­iam fi­lia non vo­luit he­res ex­sis­te­re, an­cil­lae ius­su do­mi­ni, id est pa­tro­ni ad­ie­runt de­func­ti he­redi­ta­tem. post ali­quan­tum tem­po­ris ab eo ma­nu­mis­sae quae­re­bant, an fi­dei­com­mis­sum pe­te­re ab eo­dem pa­tro­no pos­sint. ro­go er­go, quid de hoc ex­is­ti­mes re­scri­bas. re­spon­di nec re­pe­ti­tum vi­de­ri in hunc ca­sum fi­dei­com­mis­sum, sed al­ter­utrum da­tum vel fi­dei­com­mis­sum vel ip­sam he­redi­ta­tem. me­lius au­tem di­ci in eun­dem ca­sum sub­sti­tu­tas vi­de­ri, in quem ca­sum fi­dei­com­mis­sum me­rue­runt, et id­eo ad sub­sti­tu­tio­nem eas vo­ca­ri. cum enim ser­vo alie­no fi­dei­com­mis­sum ab uno ex he­redi­bus sub con­di­cio­ne li­ber­ta­tis fue­rit da­tum idem­que ser­vus ei he­redi sub­sti­tua­tur, li­cet pu­re sub­sti­tu­tio fac­ta sit, ta­men sub ea­dem con­di­cio­ne sub­sti­tui vi­de­tur, sub qua fi­dei­com­mis­sum me­ruit.

83Idem lib. XI. Quaest. Latinus Largus150150Dieser schrieb nämlich das Folgende an den Paulus.: vor kurzem kam folgender Fall vor: Ein Freigelassener setzte seinen Freilasser zur Hälfte zum Erben ein, und seine Tochter zur andern Hälfte; der Tochter legte er als Fideicommiss auf, [ihre Hälfte] gewissen Sclavinnen des Freilassers, wenn sie freigelassen sein würden, zu erstatten; und falls diese Tochter nicht Erbin würde, ernannte er eben diese Sclavinnen zu Nacherbinnen. Da nun die Tochter nicht Erbin werden wollte, so traten die Sclavinnen auf Geheiss ihres Herrn, nämlich des Freilassers [des Testators] die Erbschaft an. Nach einiger Zeit aber wurden sie von ihm freigelassen und fragten nun, ob sie von demselben das Fideicommiss fordern könnten. Ich bitte dich also, mir zu schreiben, was du davon hältst. Ich habe geantwortet, das Fideicommiss erscheine nicht als auf diesen Fall wiederholt, sondern eines von beiden als ertheilt, entweder das Fideicommiss, oder die Erbschaft selbst; richtiger aber könne man sagen, sie seien auf denselben Fall, auf welchen ihnen das Fideicommiss beschieden ist, auch zu Nacherbinnen ernannt, und so als solche zur Erbschaft berufen. Denn wenn von einem der Erben ab einem fremden Sclaven, unter der Bedingung seiner Freilassung, ein Fideicommiss ausgesetzt, und derselbe Sclav diesem Erben zum Nacherben ernannt ist, so ist die Nacherbeneinsetzung, obschon unbedingt geschehen, doch unter derselben Bedingung, unter welcher dem Sclaven das Fideicommiss zugewendet ist, zu verstehen.

84Pau­lus li­bro vi­ce­si­mo pri­mo quaes­tio­num. Si quis ser­vo suo fi­dei­com­mis­sam li­ber­ta­tem re­li­quit et aliud quid ad­scrip­sit: qui­dam di­cunt, quia pla­ce­bat ab he­rede eum ma­nu­mit­ti de­be­re, fu­tu­rum es­se, ut non ad­mit­ta­tur ad fi­dei­com­mis­sum: sed hoc in­iquum est. in hu­ius­mo­di enim per­so­na utrius­que quo­dam­mo­do dies ces­sit et li­ber­ta­tis et pe­cu­niae pe­ten­dae, ad­eo ut pu­tem, si mo­ra fiat prae­stan­dae li­ber­ta­ti, et­iam fi­dei­com­mis­so mo­ram vi­de­ri fac­tam et usu­ra­rum onus ac­ce­de­re: nam et ce­te­ra quae me­dio tem­po­re ad­quisiit do­mi­no, dum mo­ra­tur prae­sta­re li­ber­ta­tem, ei­dem re­sti­tui opor­te­re rec­tis­si­me re­spon­sum est.

84Idem lib. XXI. Quaest. Wenn Jemand seinem Sclaven durch Fideicommiss die Freiheit vermacht und noch etwas dazu bescheidet, so sagen Einige, weil die Absicht war, dass er von dem Erben [erst] freigelassen werden sollte151151Nicht unmittelbar von dem Erblasser frei erklärt war, also nicht mit dessen Tode die Freiheit erlangte., so folge, dass er zum Fideicommiss nicht zugelassen werden könne. Das ist aber unbillig, denn einem solchen Menschen ist gewissermaassen beides [zugleich] angefallen (utriusque dies cessit), sowohl die Freiheit, als die Geldforderung, so dass ich dafür halte, wenn in der Freilassung Verzug verhängt wird, so ist derselbe auch bei dem Fideicommisse verhängt, und es tritt die Obliegenheit der Verzinsung ein; denn auch dass andere Dinge, die der Sclav dem Herrn mittler Weile, während derselbe ihm die Freiheit zu gewähren zögert, erworben hat, jenem wieder erstattet werden müssen, ist sehr richtig begutachtet worden.

85Idem li­bro quar­to re­spon­so­rum. Cre­di­to­rem, cui res pig­no­ris iu­re ob­li­ga­ta a de­bi­to­re le­ga­ta es­set, non pro­hi­be­ri pe­cu­niam cre­di­tam pe­te­re, si vo­lun­tas tes­ta­to­ris com­pen­sa­re vo­len­tis evi­den­ter non os­ten­de­re­tur.

85Idem lib. IV. Resp. Einen Gläubiger, welchem die verpfändete Sache vom Schuldner vermacht ist, hindert nichts, das geliehene Geld zurückzufordern, wenn nicht klar bewiesen wird, dass der Wille des Testators gewesen sei, damit aufzuheben.

86Idem li­bro ter­tio de­ci­mo re­spon­so­rum. ‘Gaius Se­ius pro­ne­pos meus he­res mi­hi es­to ex sem­is­se bo­no­rum meo­rum ex­cep­ta do­mu mea et pa­ter­na, in qui­bus ha­bi­to, cum om­ni­bus quae ibi sunt: quae om­nia scias ad por­tio­nem he­redi­ta­tis, quam ti­bi de­di, non per­ti­ne­re’. quae­ro, cum sit in his do­mi­bus ar­gen­tum no­mi­na de­bi­to­rum su­pel­lex man­ci­pia, an haec om­nia, quae il­lic in­ve­niun­tur, ad alios he­redes in­sti­tu­tos de­beant per­ti­ne­re. Pau­lus re­spon­di no­mi­na de­bi­to­rum non con­ti­ne­ri, sed om­nium es­se com­mu­nia, in ce­te­ris ve­ro nul­lum pro­ne­po­ti lo­cum es­se. 1Ti­tius cum fra­tris fi­lio fun­dos et ur­ba­na prae­dia le­ga­ret, in his et fun­dum Se­ia­num le­ga­vit, quem ip­se pa­ter fa­mi­lias quo­ad vi­ve­ret uno qui­dem no­mi­ne uni­ver­sum ha­buit, sed quo fa­ci­lius con­duc­to­rem in­ve­ni­ret, per duas par­tes lo­ca­bat, ita ut ex qua­li­ta­te lo­ci su­pe­rio­rem par­tem Se­ia­num su­pe­rio­rem, in­fe­rio­rem au­tem par­tem Se­ia­num in­fe­rio­rem ap­pel­la­ret. quae­ro, an is fun­dus to­tus ad fra­tris fi­lium per­ti­neat. Pau­lus re­spon­dit, si tes­ta­tor fun­dum Se­ia­num uno no­mi­ne uni­ver­sum pos­se­dit, quam­vis eun­dem di­vi­sis par­ti­bus lo­ca­ve­rat, uni­ver­sum eum ex cau­sa fi­dei­com­mis­si prae­sta­ri opor­te­re, ni­si si he­res, de qua par­te tes­ta­tor sen­se­rit, evi­den­ter pro­ba­ve­rit.

86Idem lib. IV. Resp. Cajus Sejus, mein Urenkel, soll mein Erbe zur Hälfte meines Vermögens sein, mit Ausnahme meines und des väterlichen Hauses, in welchen ich wohne, mit allem, was darin ist. Alles dieses gehört, das sollst du wissen, nicht zu dem Erbtheile, den ich dir gegeben habe. Ich frage nun, ob, da in diesen Häusern Silberzeug, Aufzeichnungen von Schuldnern (nomina debitorum)152152Die tabulae, worin die expensilata unter den Namen der Schuldner eingetragen standen. (Calendaria; s. u. Fr. 88. pr. h. t.) Nomen kann hier nicht Forderung übersetzt werden; es steht im eigentlichen Sinne und bedeutet das im Buche mit dem Namen des Schuldners überschriebene Conto desselben, wie wir sagen würden. Auch können nicht Handschriften der Schuldner gemeint sein; denn diese würden allerdings im Vermächtnisse begriffen sein. Fr. 44. §. 5. D. de leg. I. Fr. 88. §. 8. h. t., Hausgeräthe, Sclaven sich befanden, alles dieses darin vorhandene den andern eingesetzten Erben gebühre. Paulus: Ich habe geantwortet, die Schuldforderungen (nomina debitorum) seien nicht darunter begriffen, sondern gehören Allen zusammen, auf das Uebrige aber habe der Urenkel keinen Anspruch. 1Titius vermachte seines Bruders Sohne Landgüter und Stadtgrundstücke, und darunter auch das Sejische Landgut, welches der Hausvater (Titius) selbst bei Lebzeiten zwar unter Einem Namen ganz besass, aber, um desto leichter Abpachter zu finden, in zwei Theilen verpachtete, so dass er nach der Beschaffenheit des Orts den höher gelegenen Theil das obere, und den niedrigern das untere Sejische Gut nannte. Ich frage nun, ob dieses Gut gauz dem Bruderssohn gebühre. Paulus antwortete: Wenn der Testator das ganze Sejische Landgut unter Einem Namen besessen hat, so muss es, obgleich er es in gesonderten Abtheilungen verpachtet hatte, doch vermöge des Fideicommisses ganz gewährt werden; es müsste denn der Erbe klar erweisen, welchen Theil der Erblasser gemeint habe.

87Idem li­bro quar­to de­ci­mo re­spon­so­rum. Ti­tia Se­io tes­se­ram fru­men­ta­riam com­pa­ra­ri vo­luit post diem tri­ge­si­mum a mor­te ip­sius. quae­ro, cum Se­ius vi­va tes­ta­tri­ce tes­se­ram fru­men­ta­riam ex cau­sa lu­cra­ti­va ha­be­re coe­pit nec pos­sit id quod ha­bet pe­te­re, an ei ac­tio com­pe­tat. Pau­lus re­spon­dit ei, de quo quae­ri­tur, pre­tium tes­se­rae prae­stan­dum, quon­iam ta­le fi­dei­com­mis­sum ma­gis in quan­ti­ta­te quam in cor­po­re con­sti­tit. 1Usu­ras fi­dei­com­mis­si post im­ple­tos an­nos vi­gin­ti quin­que puel­lae, ex quo mo­ra fac­ta est, de­be­ri re­spon­di. quam­vis enim con­sti­tu­tum sit, ut mi­no­ri­bus vi­gin­ti quin­que an­nis usu­rae om­ni­mo­do prae­sten­tur, ta­men non pro mo­ra hoc ha­ben­dum est, quam suf­fi­cit se­mel in­ter­ve­nis­se, ut per­pe­tuo de­bean­tur. 2Se­ia li­ber­tis suis fun­dum le­ga­vit fi­dei­que eo­rum ita com­mi­sit: ‘fi­dei au­tem ves­trae, Ve­re et Sa­pi­de, com­mit­to, ne eum fun­dum ven­da­tis eum­que qui ex vo­bis ul­ti­mus de­ces­se­rit, cum mo­rie­tur, re­sti­tuat Sym­pho­ro li­ber­to meo et suc­ces­so­ri et Be­ryl­lo et Sa­pi­do, quos in­fra ma­nu­mi­si, qui­ve ex his tunc su­per­vi­vent’. quae­ro, cum nec in pri­ma par­te tes­ta­men­ti, qua fun­dum prae­le­ga­vit, eos sub­sti­tu­tit, in se­cun­da ta­men ad­ie­ce­rit ver­bum ‘qui ul­ti­mus de­ces­se­rit’, an pars unius de­func­ti ad al­te­rum per­ti­ne­ret. Pau­lus re­spon­dit tes­ta­tri­cem vi­de­ri in eo fi­dei­com­mis­so, de quo quae­ri­tur, duos gra­dus sub­sti­tu­tio­nis fe­cis­se, unum ut is, qui ex duo­bus prior mo­rie­tur, al­te­ri re­sti­tue­ret, al­te­rum ut no­vis­si­mus his re­sti­tue­ret, quos no­mi­na­tim post­ea enu­me­ra­vit. 3Im­pe­ra­tor Ale­xan­der Au­gus­tus Clau­dia­no Iu­lia­no prae­fec­to ur­bi. ‘si li­quet ti­bi, Iu­lia­ne ca­ris­si­me, aviam in­ter­ver­ten­dae in­of­fi­cio­si que­rel­lae pa­tri­mo­nium suum do­na­tio­ni­bus in ne­po­tem fac­tis ex­in­anis­se, ra­tio de­pos­cit id, quod do­na­tum est, pro di­mi­dia par­te re­vo­ca­ri’. 4Lu­cius Ti­tius cum ha­be­ret quin­que li­be­ros, uni­ver­sos em­an­ci­pa­vit et in unum fi­lium Gaium Se­ium am­plis­si­mas fa­cul­ta­tes do­na­tio­ni­bus con­tu­lit et mo­di­cum si­bi re­si­duum ser­va­vit et uni­ver­sos li­be­ros cum uxo­re scrip­sit he­redes: in eo­dem tes­ta­men­to duas pos­ses­sio­nes, quas re­ti­nue­rat, ei­dem Gaio Se­io prae­le­ga­vit et ab eo pe­tit, ut ex red­iti­bus prae­dio­rum, quae vi­vus ei do­na­ve­rat, Mae­viae fi­liae tot au­reos da­ret, item al­te­ri fra­tri alios tot: con­ven­tus a Mae­via so­ro­re sua le­gem Fal­ci­diam im­plo­rat. quae­ro, cum sanc­tis­si­mus im­pe­ra­tor, ut su­pra scrip­tum est, con­tra vo­lun­ta­tem do­nan­tis ea quae do­na­ta sunt re­vo­ca­ri prae­ce­pe­rit, an Gaius Se­ius com­pel­len­dus sit se­cun­dum vo­lun­ta­tem pa­tris ex do­na­tio­ni­bus fi­dei­com­mis­sum prae­sta­re he­redi so­ro­ris. Pau­lus re­spon­dit post lit­te­ras im­pe­ra­to­ris nos­tri du­bi­ta­ri non opor­te­re, quin in hac quo­que spe­cie, de qua quae­ri­tur, sub­ve­nien­dum sit li­be­ris, quo­rum por­tio in unum fi­lium do­na­tio­ni­bus col­la­tis im­mi­nu­ta est, prae­ser­tim cum im­pe­ra­tor nos­ter con­tra vo­lun­ta­tem pa­tris sub­ve­ne­rit, in pro­pos­i­ta au­tem cau­sa et­iam vo­lun­tas pa­tris pro his qui fi­dei­com­mis­sum pe­tunt in­ter­ce­dit. sed si Fal­ci­dia lex in­ter­ce­dat, fi­dei­com­mis­sa in so­li­dum es­se prae­stan­da prop­ter im­mo­di­ca­rum do­na­tio­num ra­tio­nem.

87Idem lib. XIV. Resp. Titia hat verordnet, dem Sejus dreissig Tage nach ihrem Tode eine Getreideanweisung153153Vgl. oben Fr. 49. §. 1. h. t. zu kaufen; da nun Sejus bei Lebzeiten der Testirerin eine Getreideanweisung unentgeltlicher Weise erworben hatte, und er nicht auf das klagen kann, was er schon hat154154Man konnte also nicht zwei solcher Anweisungen besitzen., so frage ich, ob ihm eine Klage zustehe. Paulus antwortete: dem, von welchem die Rede ist, müsse der Werth der Anweisung entrichtet werden155155S. das angef. Fr. 49. §. 1., weil ein solches Fideicommiss mehr in einer Quantität, als in einer bestimmten Sache besteht. 1Ad Dig. 31,87,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 278, Note 11.Ich habe begutachtet, dass einem Mädchen, welches über fünfundzwanzig Jahre alt war, von Zeit des verhängten Verzugs an, Zinsen vom Fideicommisse entrichtet werden müssten; denn wenngleich [nur] verordnet ist156156Wir haben darüber nur spätere Rescripte, von Diocletian. und Maximian. c. 3. Cod. in qu. caus. in int. rest. n. est necessaria 2. 41. c. 5. Cod. de act. E. et V. 4. 49., dass noch nicht Fünfundzwanzigjährigen unbedingt Zinsen gewährt werden müssen, so ist dies doch nicht vom Verzuge zu verstehen; dieser braucht nur einmal eingetreten zu sein, so ist die Verbindlichkeit zu fortlaufenden Zinsen begründet. 2Seja vermachte ihren Sclaven ein Landgut und ordnete ihnen folgendes Fideicommiss an: Eurer Redlichkeit vertraue ich an157157Fidei vestrae committo, die das Fideicommiss bezeichnenden Worte., Verus und Sapidus, dass ihr dieses Gut nicht verkaufet, und der, welcher unter euch zuletzt stirbt, es bei seinem Tode meinem Freigelassenen und Nachfolger158158D. i. Erben. Symphorus und dem Beryllus und Sapidus, die ich unten frei erklärt habe, oder wer von ihnen dann noch am Leben sein wird, hinterlasse. Da sie nun in dem ersten Theile des Testaments, wo sie das Gut zum Voraus vermachte, sie einander nicht substituirt, in dem zweiten aber die Worte: welcher zuletzt stirbt, beibefügt hat: so frage ich, ob, wenn Einer verstirbt, dessen Antheil dem Andern gehört? Paulus antwortete: die Testirerin scheint in dem Fideicommisse, wovon die Rede ist, zwei Grade der Substitution159159Der fideicommissarischen nämlich. angeordnet zu haben, den ersten, wornach der früher Sterbende dem Andern [seinen Antheil], und den zweiten, wornach der zuletzt Versterbende denen, welche sie nachher namentlich aufgezählt hat, [das Ganze] hinterlassen sollte. 3Ad Dig. 31,87,3Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 586, Note 13.Der Kaiser Alexander Augustus an den Claudius Julianus, Präfecten der Stadt: Wenn du dich überzeugt hast, lieber Julianus, dass die Grossmutter, zu Umgehung der Lieblosigkeitsklage, ihr Vermögen durch dem Enkel gemachte Schenkungen erschöpft hat, so verlangt das Recht (ratio), dass das Verschenkte zur Hälfte160160S. über diese Stelle Cujac. obs. lib. V. cap. 14. Kritz Abhandlungen über ausgewählte Materien des Civilrechts, Leipzig 1824. S. 117. rückgängig gemacht werde. 4Lucius Titius, der fünf Kinder hatte, entliess sie alle der väterlichen Gewalt, wandte Einem Sohne, Cajus Sejus durch Schenkungen ein sehr grosses Vermögen zu, behielt sich selbst nur einen mässigen Ueberrest vor und setzte dann alle seine Kinder nebst seiner Gattin zu Erben ein; in demselben Testamente vermachte er zwei Besitzungen, die er zurückbehalten hatte, demselben Cajus Sejus zum Voraus und ersuchte ihn, aus den Einkünften der Güter, die er ihm bei Lebzeiten geschenkt hatte, der Tochter Mävia soviel, und dem andern Bruder soviel Goldstücke zu geben. Als den Sejus darauf seine Schwester Mävia verklagt, beruft er sich aufs Falcidische Gesetz. Da nun der treffliche Kaiser, wie vorstehend, das Verschenkte gegen den Willen des Schenkers zurückzufordern nachgelassen hat, so frage ich, ob Cajus Sejus angehalten werden könne, nach dem Willen des Vaters dem Erben der Schwester das Fideicommiss aus den Schenkungen zu entrichten. Paulus antwortete, nach dem Rescript unsers Kaisers leide es keinen Zweifel, dass man auch in dem Falle, welcher Gegenstand dieser Frage ist, den Kindern helfen müsse, deren Erbtheil durch die Einem Sohne zugewendeten Schenkungen vermindert worden ist, zumal da unser Kaiser [sogar] gegen den Willen des Vaters Hülfe gewährt hat, in dem vorgelegten Falle aber auch der Wille des Vaters für die, welche das Fideicommiss fordern, spricht, dass also, wenn auch das Falcidische Gesetz als anwendbar erscheint161161Weil die vermachten Goldstücke mehr als drei Viertheile von dem betragen, als das, was der begünstigte Sohn nun noch nach dem Testamente erhält., die Fideicommisse doch, aus Rücksicht auf die unmässigen Schenkungen, ganz zu entrichten seien.

88Scae­vo­la li­bro ter­tio re­spon­so­rum. Lu­cius Ti­tius tes­ta­men­to ita ca­vit: ‘si quid cui­que li­be­ro­rum meo­rum de­di aut do­na­vi aut in usum con­ces­si aut si­bi ad­quisiit aut ei ab ali­quo da­tum aut re­lic­tum est, id si­bi prae­ci­piat su­mat ha­beat’. fi­lii no­mi­ne ka­len­da­rium fe­ce­rat. post­ea sen­ten­tia dic­ta est et pla­cuit id, quod sub no­mi­ne ip­sius fi­lii in ka­len­da­rio re­man­se­rat, ei de­be­ri, non et­iam id, quod ex­ac­tum in ra­tio­nes suas pa­ter con­ver­tis­set. quae­ro, si id, quod ex­egis­set pa­ter ex no­mi­ni­bus fi­lii an­te tes­ta­men­tum fac­tum, ite­rum post tes­ta­men­tum fac­tum in no­men fi­lii con­ver­tis­set, an ad fi­lium se­cun­dum sen­ten­tiam per­ti­ne­ret. re­spon­di id, quod ex ea­dem cau­sa ex­ac­tum in ean­dem cau­sam red­is­set, de­be­ri. 1‘A te pe­to, Ti­ti, fi­dei­que tuae com­mit­to, uti cu­ram con­den­di cor­po­ris mei sus­ci­pias, et pro hoc tot au­reos e me­dio prae­ci­pi­to’. quae­ro, an, si Lu­cius Ti­tius mi­nus quam de­cem au­reos ero­ga­ve­rit, re­li­qua sum­ma he­redi­bus pro­fi­ciat. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur he­redum com­mo­do pro­fi­ce­re. 2Quae ma­ri­to he­res ex­sti­te­rat, ita tes­ta­men­to ca­vit: ‘Mae­vi et Sem­pro­ni fi­lii dul­cis­si­mi, prae­ci­pi­to­te om­ne, quid­quid ex he­redi­ta­te bo­nis­ve Ti­tii do­mi­ni mei, pa­tris ves­tri ad me per­ve­nit mor­tis eius tem­po­re, ita ta­men, ut om­ne onus eius­dem he­redi­ta­tis tam in prae­ter­itum quam in fu­tu­rum, nec non et­iam si quid post mor­tem Ti­tii do­mi­ni mei, ad­gnos­ca­tis’. quae­ro, an si quid sol­vis­set post mor­tem ma­ri­ti, cum ip­sa fruc­tus ce­pis­set de­dis­set, ad onus eo­rum per­ti­ne­ret. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ea dum­ta­xat one­ra le­ga­ta­riis im­po­suis­se, quae su­per­es­sent. 3‘Quis­quis mi­hi he­res he­redes­ve erunt, hoc am­plius Lu­cius Eu­ty­chus, quam quod eum he­redem in­sti­tui, e me­dia he­redi­ta­te su­mi­to si­bi­que ha­be­to una cum Pam­phi­lo, quem li­be­rum es­se iu­beo, in­stru­men­tum ta­ber­nae fer­ra­riae, ita ut neg­otium ex­er­cea­tis’. Lu­cius Eu­ty­chus vi­va tes­ta­tri­ce de­ces­sit, pars he­redi­ta­tis eius ad co­he­redem per­ti­nuit: quae­ro, an Pam­phi­lus eo­dem tes­ta­men­to ma­nu­mis­sus ad pe­ti­tio­nem par­tis in­stru­men­ti ad­mit­ti pos­sit, li­cet ta­ber­na, ut vo­luit tes­ta­trix, ex­er­ce­ri non pos­sit. re­spon­di ad­mit­ti. 4Sem­pro­nia sub­sti­tu­ta he­redi in­sti­tu­to le­ga­ta ac­ce­pit, si he­res non es­set: mo­vit con­tra in­sti­tu­tum ac­tio­nem, quod do­lo eius fac­tum es­se di­ce­bat, quo mi­nus tes­ta­trix vo­lens pri­mo lo­co scri­be­re eam he­redem tes­ta­men­tum mu­ta­ret, nec op­ti­nuit: quae­ro, an le­ga­ti per­se­cu­tio­nem sal­vam ha­be­ret. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur sal­vam ha­be­re. 5Tes­ta­tor le­ga­ta an­te quin­quen­nium ve­tuit pe­ti prae­sta­ri­que, sed he­res quae­dam sua spon­te an­te quin­quen­nium sol­vit: quae­si­tum est, an eius, quod an­te diem ex­sis­ten­tem so­lu­tum est, re­prae­sen­ta­tio­nem in re­li­qua so­lu­tio­ne le­ga­ti re­pu­ta­re pos­sit. re­spon­di non prop­ter­ea mi­nus re­lic­tum de­be­ri, quod ali­quid an­te diem sit so­lu­tum. 6Lu­cius Ti­tius tes­ta­men­to ita ca­vit: ‘prae­dio­lum meum da­ri vo­lo li­ber­tis li­ber­ta­bus­que meis et quos hoc tes­ta­men­to ma­nu­mi­si et Se­iae alum­nae meae, ita ne de no­mi­ne fa­mi­liae meae ex­eat, do­nec ad unum pro­prie­tas per­ve­niat’. quae­ro, an Se­ia in com­mu­nio­ne cum li­ber­tis ha­beat por­tio­nem an ve­ro si­bi par­tem di­mi­diam eius prae­dio­li vin­di­ca­re pos­sit. re­spon­di per­spi­cuam es­se tes­tan­tis vo­lun­ta­tem om­nes ad vi­ri­les par­tes vo­can­tis. 7Im­pu­be­rem fi­lium he­redem in­sti­tuit: uxo­ri do­tem prae­le­ga­vit, item or­na­men­ta et ser­vos et au­reos de­cem: et si in­pu­bes de­ces­sis­set, sub­sti­tuit, a qui­bus ita le­ga­vit: ‘quae­cum­que pri­mis ta­bu­lis de­di, ea­dem om­nia ab he­redi­bus quo­que he­redis mei in du­plum da­ri vo­lo’. quae­ri­tur, an ex sub­sti­tu­tio­ne, im­pu­be­re mor­tuo, dos quo­que ite­rum de­bea­tur. re­spon­di non vi­de­ri de do­tis le­ga­to du­pli­can­do tes­ta­to­rem sen­sis­se. item quae­ro, cum cor­po­ra le­ga­ta et­iam nunc ex lu­cra­ti­va cau­sa pos­si­dean­tur, an a sub­sti­tu­tis pe­ti pos­sint. re­spon­di non pos­se. 8‘Ci­vi­bus meis do le­go chi­ro­gra­phum Gaii Se­ii’: post­ea co­di­cil­lis ve­tuit a Se­io ex­igi et ab he­rede pe­tit, ut ex al­te­rius de­bi­to­ris de­bi­to, quem co­di­cil­lis no­mi­na­vit, ean­dem sum­mam rei pu­bli­cae da­ret. quae­si­tum est, si pos­te­rior ido­neus non es­set, an in­te­gram quan­ti­ta­tem he­redes prae­sta­re de­beant. re­spon­di he­redes rei pu­bli­cae ad­ver­sus eum dum­ta­xat de­bi­to­rem, qui no­vis­si­mus co­di­cil­lis, ut pro­po­ni­tur, de­sig­na­tus est, ac­tio­nem prae­sta­re de­be­re. 9Fi­liam ex as­se in­sti­tuit he­redem ei­que sub­sti­tuit ne­po­tem suum et ita ca­vit: ‘si, quod ab­omi­nor, ne­que fi­lia mea ne­que ne­pos meus he­redes mei erunt, tunc por­tio­nem meam par­tis di­mi­diae fun­di il­lius ad li­ber­tos meos per­ti­ne­re vo­lo’. quae­ri­tur, cum an­te tes­ta­to­rem et fi­lia et ne­pos de­ces­se­runt et in­tes­ta­ti bo­na per­ti­nue­runt ad pro­ne­po­tem eius, an fi­dei­com­mis­sum ad li­ber­tos per­ti­ne­ret. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur, si nul­lus alius he­res in­sti­tu­tus sub­sti­tu­tus­que es­set quam fi­lia et ne­pos, vi­de­ri le­gi­ti­mo­rum fi­dei com­mis­sum es­se, ut prae­sta­re­tur. 10‘Quis­quis mi­hi he­res erit, sciat de­be­re me Deme­trio pa­truo meo de­na­ria tria et de­po­si­ta apud me a Se­leu­co pa­truo meo de­na­ria tria, quae et­iam pro­ti­nus red­di et sol­vi eis iu­beo’: quae­si­tum est, an, si non de­be­ren­tur, ac­tio es­set. re­spon­di, si non de­be­ren­tur, nul­lam qua­si ex de­bi­to ac­tio­nem es­se, sed ex fi­dei­com­mis­so. 11Lu­cius Ti­tius Damam et Pam­phi­lum li­ber­tos suos an­te bi­en­nium mor­tis suae de do­mu di­mi­sit et ci­ba­ria quae da­bat prae­sta­re de­siit: mox fac­to tes­ta­men­to ita le­ga­vit: ‘quis­quis mi­hi he­res erit, om­ni­bus li­ber­tis meis, quos hoc tes­ta­men­to ma­nu­mi­si et quos an­te ha­bui quos­que ut ma­nu­mit­tan­tur pe­tii, ali­men­to­rum no­mi­ne in men­ses sin­gu­los cer­tam pe­cu­niam da­to’. quae­si­tum est, an Da­mae et Pam­phi­lo fi­dei­com­mis­sum de­bea­tur. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ita de­be­ri, si hi qui pe­tent ma­ni­fes­te do­ce­rent eo ani­mo cir­ca se pa­tro­num, cum tes­ta­men­tum fa­ce­ret, es­se coe­pis­se, ut his quo­que le­ga­tum da­ri vel­let: alio­quin ni­hil ip­sis prae­ste­tur. 12Da­mae et Pam­phi­lo, quos tes­ta­men­to ma­nu­mi­se­rat, fun­dum de­dit ita, ut post mor­tem suam fi­liis suis re­sti­tue­rent: eo­dem tes­ta­men­to pe­tiit ab he­redi­bus suis, ut Pam­phi­lam ma­nu­mit­te­rent, quae Pam­phi­la fi­lia na­tu­ra­lis erat Pam­phi­li: idem Pam­phi­lus post diem le­ga­ti sui ce­den­tem tes­ta­men­to he­redem in­sti­tuit Mae­vium eius­que fi­dei com­mis­sit, ut he­redi­ta­tem suam, id est fun­di su­pra scrip­ti par­tem di­mi­diam, quam so­lam in bo­nis ex tes­ta­men­to pa­tro­nae suae ha­be­bat, Pam­phi­lae fi­liae suae, cum pri­mum li­be­ra fuis­set, re­sti­tue­ret. quae­ro Pam­phi­la ma­nu­mis­sa, utrum ex tes­ta­men­to su­pe­rio­re pa­tris sui pa­tro­nae eam par­tem pe­te­re pos­sit, an ve­ro ex tes­ta­men­to pa­tris na­tu­ra­lis ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ha­bi­ta ra­tio­ne le­gis Fal­ci­diae. re­spon­di ex his quae pro­po­ne­ren­tur pro­ba­ri Pam­phi­lam dum­ta­xat ex tes­ta­men­to su­pe­rio­re fi­dei­com­mis­sum pe­te­re pos­se. Claudius. quia cre­di­tur ap­pel­la­tio­ne fi­lio­rum et na­tu­ra­les li­be­ros, id est in ser­vi­tu­te sus­cep­tos con­ti­ne­ri. 13Scae­vo­la. Co­di­cil­lis Gaio Se­io cen­tum le­ga­vit eius­que fi­dei com­mi­sit, ut an­cil­lae tes­ta­to­ris ea da­ret: quae­ro, an uti­le fi­dei­com­mis­sum sit, quod le­ga­ta­rius an­cil­lae tes­ta­to­ris da­re ius­sus est. re­spon­di non es­se. item, si uti­le non est, an le­ga­ta­rius he­redi, cu­ius an­cil­la est, re­sti­tue­re com­pel­la­tur. re­spon­di non com­pel­li: sed nec ip­sum le­ga­ta­rium le­ga­tum pe­te­re pos­se. 14In­su­lam li­ber­tis utrius­que se­xus le­ga­vit ita, ut ex red­itu eius mas­cu­li du­plum, fe­mi­nae sim­plum per­ci­piant, eam­que alie­na­ri ve­tuit: ex con­sen­su om­nium ab he­rede ve­num­da­ta est: quae­ro, an et ex pre­tio in­su­lae du­plum ma­res, sim­plum fe­mi­nae ca­pe­rent. re­spon­di ob pre­tium nul­lam fi­dei­com­mis­si per­se­cu­tio­nem es­se, ni­si ea men­te ven­di­tio­ni con­sen­se­runt, ut si­mi­li­ter ex pre­tio ma­res qui­dem du­plum, fe­mi­nae au­tem sim­plum con­se­quan­tur. 15In­sti­tu­to fi­lio he­rede et ex eo ne­po­ti­bus em­an­ci­pa­tis tes­ta­tor ita ca­vit: ‘βούλομαι δὲ τὰς ἐμὰς οἰκίας μὴ πωλεῖσθαι ὑπὸ τῶν κληρονόμων μου μηδὲ δανείζεσθαι κατ’ αὐτῶν, ἀλλὰ μένειν αὐτὰς ἀκεραίας αὐτοῖς καὶ υἱοῖς καὶ ἐκγόνοις εἰς τὸν ἅπαντα χρόνον. ἐὰν δέ τις βουληθῇ αὐτῶν πωλῆσαι τὸ μέρος αὐτοῦ ἢ δανείσασθαι κατ’ αὐτοῦ, ἐξουσίαν ἐχέτω πωλῆσαι τῷ συγκληρονόμῳ αὐτοῦ καὶ δανείζεσθαι παρ’ αὐτοῦ. ἐὰν δέ τις παρὰ ταῦτα ποιήσῃ, ἔσται τὸ χρηματιζόμενον ἄχρηστον καὶ ἄκυρον’. quae­ri­tur, cum fi­lius de­func­ti mu­tuam pe­cu­niam a Fla­via Dio­ny­sia ac­ce­pe­rit et lo­ca­tis ae­di­bus pro par­te sua pen­sio­nes si­bi de­bi­tas cre­di­tri­ci dele­ga­ve­rit, an con­di­cio tes­ta­men­ti ex­sti­tis­se vi­dea­tur, ut fi­liis suis fi­dei­com­mis­si no­mi­ne te­n­ea­tur. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non ex­sti­tis­se. 16Ma­tre et uxo­re he­redi­bus in­sti­tu­tis ita ca­vit: ‘a te, uxor ca­ris­si­ma, pe­to, ne quid post mor­tem tuam fra­tri­bus tuis re­lin­quas: ha­bes fi­lios so­ro­rum tua­rum, qui­bus re­lin­quas. scis unum fra­trem tuum fi­lium nos­trum oc­ci­dis­se, dum ei ra­pi­nam fa­cit: sed et alius mi­hi de­te­rio­ra fe­cit’. quae­ro, cum uxor in­tes­ta­ta de­ces­sit et le­gi­ti­ma eius he­redi­tas ad fra­trem per­ti­neat, an so­ro­ris fi­lii fi­dei­com­mis­sum ab eo pe­te­re pos­sunt. re­spon­di pos­se de­fen­di fi­dei­com­mis­sum de­be­ri. 17‘Lu­cius Ti­tius hoc meum tes­ta­men­tum scrip­si si­ne ul­lo iu­ris perito, ra­tio­nem ani­mi mei po­tius se­cu­tus quam ni­miam et mi­se­ram di­li­gen­tiam: et si mi­nus ali­quid le­gi­ti­me mi­nus­ve perite fe­ce­ro, pro iu­re le­gi­ti­mo ha­be­ri de­bet ho­mi­nis sa­ni vo­lun­tas’: de­in­de he­redes in­sti­tuit. quae­si­tum est in­tes­ta­ti eius bo­no­rum pos­ses­sio­ne pe­ti­ta, an por­tio­nes ad­scrip­tae ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pe­ti pos­sunt. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur pos­se.

88Scaevola lib. III. Resp. Lucius Titius verordnete in seinem Testamente Folgendes: Was ich einem jeden meiner Kinder gegeben, oder geschenkt, oder zum Gebrauche überlassen habe, oder ein Jedes erworben, oder ihm Jemand gegeben, oder hinterlassen hat, das soll er zum Voraus nehmen, haben und behalten. Nun hatte der Vater im Namen seines Sohnes ein Schuldnerbuch162162Calendarium. Vgl. u. Fr. 64. D. de leg. III. angelegt. Darauf wurde ein Urtheil gesprochen und entschieden, dass dasjenige, was unter dem Namen des Sohnes in dem Schuldnerbuche stehen geblieben, ihm gebühre, nicht aber auch das, was der Vater davon eingetrieben und auf eigene Rechnung gebracht hatte. Ich frage also: Wenn der Vater dasjenige, was er vor Errichtung des Testamentes auf die Forderungen des Sohnes eingetrieben hatte, nach der Testamentserrichtung wiederum als eine Forderung des Sohnes angemerkt hat; gehört dieses nach Inhalt des Urtheils dem Sohne? Ich habe geantwortet: was aus dieser Classe von Forderungen eingetrieben und wiederum zu derselben gebracht worden, gebühre dem Sohne. 1Ich ersuche dich, Titius, und vertraue deiner Redlichkeit an163163Der dem Fideicommiss den Namen gebende Ausdruck: fidei tuae committo; peto, ich ersuche dich, bezeichnet es aber bekanntlich auch schon hinlänglich. Der Deutlichkeit wegen ist fidei tuae committo häufig mit: ich lege dir fideicommissweise auf, übersetzt worden., dass du die Sorge für meine Bestattung übernehmest, und dazu (pro hoc)164164Wenn pro hoc dafür bedeutete, so hätte die Entscheidung anders ausfallen müssen. sollst du soviel Goldstücke zum Voraus erhalten. Ich frage, ob, wenn Titius weniger als [die vermachten] zehn Goldstücke [auf die Bestattung] verwendet hat, der Ueberschuss den Erben zu Gute komme? Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen komme er ihnen zu Gute. 2Eine [Witwe], die ihres Mannes Erbin geworden war, verordnete im Testamente Folgendes: Mävius und Sempronius, meine lieben Söhne, ihr sollt alles dasjenige zum Voraus nehmen, was aus der Erbschaft oder dem Vermögen des Titius, meines Herrn und eures Vaters, zur Zeit seines Todes auf mich gekommen ist, doch so, dass ihr alle Lasten dieser Erbschaft, sowohl für die Vergangenheit als die Zukunft, wie auch die, welche von der Zeit nach dem Tode meines Herrn Titius sich herschreiben, übernehmet. Ich frage, ob ihnen auch das zur Last falle, was sie [auf die Lasten] nach dem Tode des Mannes etwa abgetragen hätte, da sie doch die Nutzungen gezogen hat. Ich habe geantwortet: nach den vorgelegten Worten habe sie blos diejenigen Lasten, welche noch rückständig wären, den Legatarien auflegen wollen. 3Du, der mein Erbe sein wird, oder ihr, die meine Erben sein werden! Lucius Eutychus soll über das, dass ich ihn zum Erben eingesetzt habe, aus der Erbschaft noch das Inventarium meiner Eisenhandlung vorausnehmen und mit dem Pamphilus, den ich frei erkläre, zugleich besitzen, so dass ihr165165Nicht die vorher angeredeten Erben, sondern Eutychus und Pamphilus. das Geschäft treiben könnt. Nun starb Lucius Eutychus bei Lebzeiten der Testirerin und sein Erbtheil fiel dem Miterben zu; ich frage also, ob der in demselben Testamente freigelassene Pamphilus mit dem Anspruch auf seinen Antheil an dem Inventarium zuzulassen sei, obgleich die Handlung nicht so, wie die Testirerin gewollt hat, geführt werden kann. Ich habe geantwortet, er sei zuzulassen. 4Der Sempronia, die dem eingesetzten Erben zur Nacherbin ernannt war, waren auf den Fall, dass sie nicht Erbin würde, Vermächtnisse ausgesetzt. Nun erhob sie gegen den eingesetzten Erben Klage, indem sie behauptete, derselbe habe die Testirerin, welche die Absicht gehabt, sie zur ersten Erbin zu ernennen, hinterlistig an Aenderung des Testamentes verhindert; welchen Process sie verlor. Ich frage also, ob ihr der Anspruch auf die Vermächtnisse bleibe. Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen bleibe ihr derselbe. 5Ein Testator hatte untersagt, die Vermächtnisse vor Ablauf von fünf Jahren zu fordern oder zu bezahlen, der Erbe aber einige freiwillig binnen der fünf Jahre bezahlt. Nun ward gefragt, ob er die Baarzahlung dessen, was er vor der Frist gezahlt hat, bei der Zahlung des Uebrigen anrechnen166166Nämlich das Interusurium jener Summen von diesen abziehen. könne. Ich habe geantwortet, deshalb, weil etwas vor der Frist bezahlt worden, sei er um nichts minder die vermachte Summe schuldig167167Die Verbesserung deberi statt videri ist unerlässlich, da Ereignisse nach dem Tode des Testators keine Auslegung des Testamentes begründen können. Bei videri würde es aber heissen. sei keinesweges eine geringere Summe als vermacht anzusehen.. 6Lucius Titius verordnete in seinem Testamente Folgendes: Ich will, dass mein Gütchen meinen Freigelassenen beiderlei Geschlechts, auch denen, die ich in diesem Testamente frei erkläre, und meiner Pflegetochter Seja überlassen werde, so dass es von der Familie meines Namens nicht abkomme, bis das Eigenthum davon auf einen Einzigen gelangt. Nun frage ich, ob Seja ihren Antheil an der Gemeinschaft mit den Freigelassenen habe oder die Hälfte jenes Gütchens in Anspruch nehmen könne. Ich habe geantwortet, es sei klar, dass der Testirende alle zu gleichen Theilen berufen gewollt. 7Jemand setzte seinen unmündigen Sohn zum Erben ein, vermachte seiner Gattin ihre Aussteuer zum Voraus, sowie den Schmuck, die Sclaven und zehn Goldstücke, und ernannte dem Sohne, wenn er unmündig verstürbe, Nacherben, welchen er folgendes Vermächtniss auflegte: Alles, was ich im ersten Testamente168168Es ist damit kein früheres gemeint; ein Testament mit Pupillarsubstitution ward nicht nur allemal als aus zwei Testamenten bestehend angesehen, sondern auch gewöhnlich wirklich in zwei Urkunden verfasst, wovon die erste die Erbeinsetzung, die zweite die Ernennung des Erben des eingesetzten Unmündigen enthielt. Dies geschah aus Vorsicht für die Sicherheit des Unmündigen. Gajus II. 180. 181. weggegeben habe, sollen auch die Erben meines Erben doppelt geben. Nun wird gefragt, ob, wenn der Unmündige stirbt, nach dieser Substitution auch das Heirathsgut nochmals entrichtet werden müsse. Ich habe geantwortet, der Testator scheine nicht gemeint gewesen zu sein, das Vermächtniss der Aussteuer zu verdoppeln. Ferner frage ich, ob die einzelnen vermachten Sachen, da sie noch immer unentgeltlich besessen werden, von den Nacherben gefordert werden können. Ich habe geantwortet: Nein. 8Meinen Mitbürgern vermache ich den Schuldschein des Cajus Sejus. Nachher untersagte er, mittelst Codicille, die Schuld vom Sejus einzutreiben und ersuchte den Erben, von der Schuld eines andern Schuldners, den er in Codicillen benannte, dem Gemeinwesen dieselbe Summe zu zahlen, nun wurde gefragt, ob, wenn der zweite nicht zahlungsfähig wäre, die Erben die ganze Summe gewähren müssten. Ich habe geantwortet, die Erben brauchten dem Gemeinwesen blos gegen den Schuldner, der der Angabe nach in den jüngsten Codicillen bezeichnet ist, die Klage abzutreten169169Vgl. Fr. 44. §. 6. D. de leg. I.. 9Jemand setzte seine Tochter zur alleinigen Erbin ein, ernannte ihr seinen Enkel zum Nacherben und verordnete Folgendes: wenn, was die Götter verhüten mögen, weder meine Tochter, noch mein Enkel meine Erben werden, so soll mein Antheil an der Hälfte jenes Gutes meinen Freigelassenen zufallen. Da nun die Tochter sowohl als der Enkel vor dem Testator verstorben sind, und das Vermögen desselben ab intestato seinem Urenkel zugefallen ist, so wird gefragt, ob das Fideicommiss den Freigelassenen gehöre. Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen und wenn kein anderer Erbe und Nacherbe, als die Tochter und der Enkel, eingesetzt seien, sei das Fideicommiss als den gesetzlichen Erben zur Leistung auferlegt zu verstehen. 10Wer nur immer mein Erbe sein wird, soll wissen, dass ich dem Demetrius, meinem väterlichen Oheim, drei Denare schuldig bin, und dass mein väterlicher Oheim Seleucus drei Denare bei mir niedergelegt hat. Dies soll ihnen auch sofort zurückgegeben und bezahlt werden. Es wurde nun gefragt, ob, wenn er diese Summen nicht wirklich schuldig gewesen, eine Klage Statt fände? Ich habe geantwortet, wenn er sie nicht schuldig gewesen, so finde [zwar] nicht wegen Schuld, wohl aber aus dem Fideicommisse eine Klage Statt. 11Lucius Titius entliess seine Freigelassenen, Dama und Pamphilus, zwei Jahre vor seinem Tode aus seinem Hause und hörte auf, ihnen die bis dahin gegebene Kost zu reichen. Darauf machte er ein Testament und darin folgendes Vermächtniss: Wer nur immer mein Erbe sein wird, soll allen meinen Freigelassenen, sowohl die ich in diesem Testamente frei erklärt, als die ich vorher gehabt und die ich freizulassen gebeten habe, monatlich eine gewisse Summe zum Unterhalt geben. Nun wurde gefragt, ob Dama und Pamphilus Anspruch auf das Fideicommiss hätten. Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen sei dasselbe [nur] dann zu leisten, wenn die Kläger klar bewiesen, es habe der Freilasser, als er das Testament machte, gegen sie die Gesinnung angenommen, dass er auch ihnen das Vermächtniss zugedacht; widrigenfalls ist ihnen nichts zu gewähren. 12Eine Frau vermachte dem Dama und dem Pamphilus, die sie im Testamente frei erklärt hatte, ein Landgut, so dass sie es nach ihrem170170Der Freigelassenen und Legatare. Tode ihren170 Kindern hinterlassen sollten; in demselben Testamente ersuchte sie ihre Erben, die Pamphila freizulassen, welche Pamphila die natürliche171171Ein Sclav konnte keine andern als natürliche Kinder haben. Tochter des Pamphilus war. Derselbe Pamphilus setzte nun, nachdem ihm das Vermächtniss angefallen war (post diem legati sui cedentem)172172Also nach dem Tode des Testators oder nach dem damaligen Rechte der L. Julia et Papia Poppaea, von Augustus bis Justinianus, nach Eröffnung des Testamentes. in seinem Testamente den Mävius zum Erben ein und legte ihm das Fideicommiss auf, seine Erbschaft, nämlich die Hälfte des obgedachten Landgutes, welche der einzige aus dem Testamente seiner Freilasserin herrührende Theil seines Vermögens war, seiner Tochter Pamphila, sobald sie frei sein würde, zu erstatten. Ich frage also, ob Pamphila, nach ihrer Freilassung, aus dem ersten Testamente, dem der Freilasserin ihres Vaters, oder aus dem ihres natürlichen Vaters, unter Berücksichtigung des Falcidischen Gesetzes, ihren Antheil verlangen könne. Ich habe geantwortet, aus dem Vorgetragenen ergebe sich, dass die Pamphila blos aus dem ersteren Testamente das Fideicommiss fordern könne. Claudius: Weil man annimmt, dass unter der Benennung Kinder (filiorum) auch die natürlichen, das heisst die im Sclavenstande erzeugten, Kinder (liberi) begriffen seien. 13Scävola: Jemand vermachte dem Sejus mittelst Codicille Hundert, und legte ihm fideicommissweise auf, solche einer Sclavin des Testators zu geben; ich frage nun, ob ein solches Fideicommiss, was der Legatar der Sclavin des Testators entrichten soll, gültig sei? Ich habe geantwortet: Nein. Ferner: wenn es nicht gültig ist, muss der Legatar dem Erben, welchem die Sclavin gehört, dasselbe zahlen? Ich habe geantwortet: Nein, aber auch der Legatar selbst kann das Vermächtniss nicht fordern. 14Jemand vermachte ein zu Vermiethungen eingerichtetes Haus (insula) seinen Freigelassenen beiderlei Geschlechts, so dass aus den Einkünften die männlichen doppelte, die weiblichen einfache Antheile ziehen sollten, und verbot, dasselbe zu verkaufen. Es ist aber mit Bewilligung Aller vom Erben verkauft worden. Ich frage nun, ob auch vom Kaufgelde die Männer doppelten, die Weiber einfachen Antheil zu bekommen haben? Ich habe geantwortet, wegen des Kaufgeldes stehe ihnen die Fideicommissklage nicht zu; sie müssten denn in der Absicht in den Verkauf gewilligt haben, dass von dem Kaufgelde gleichfalls die Männer doppelten, die Weiber einfachen Antheil erhalten sollten. 15Ein Testator hatte seinen Sohn zum Erben eingesetzt und seine Enkel, dessen Kinder, der väterlichen Gewalt entlassen. Nun verordnete er Folgendes: Ich will, dass meine Häuser von meinen Erben nicht verkauft, noch auch darauf Darlehne aufgenommen werden, sondern dieselben ihnen und ihren Kindern und Nachkommen173173Nach der versio vulgata: meinen Söhnen und Enkeln. auf alle Zeiten rein174174Nach der versio vulgata: fest. verbleiben sollen; wollte jedoch einer von ihnen seinen Antheil verkaufen oder darauf borgen, so soll ihm freistehen, an seinen Miterben zu verkaufen oder von ihm zu borgen; dafern aber Einer diesem zuwider handelt, so soll das Verhandelte175175Nach der versio vulgata: das Verpfändete. unkräftig und ungültig sein. Da nun der Sohn des Erblassers von der Flavia Dionysia Geld aufgenommen, und seinen Antheil an den Zinsen des vermietheten Hauses der Gläubigerin abgetreten hat, so wird gefragt, ob die Bedingung des Testamentes eingetreten sei, so dass er seinen Kindern wegen des Fideicommisses verantwortlich sei. Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen sei dieselbe nicht eingetreten. 16Jemand setzte seine Mutter und seine Gattin zu Erben ein, und verordnete Folgendes: Ich ersuche dich, geliebte Gattin, bei deinem Tode deinen Brüdern nichts zu hinterlassen, du hast ja die Söhne deiner Schwestern, denen du es hinterlassen magst; du weisst, dass einer deiner Brüder unsern Sohn getödtet hat, indem er ihn beraubte; aber auch ein Anderer hat mir Schlimmes angethan. Da nun die Frau ohne Testament verstorben ist, und gesetzlich die Erbschaft dem Bruder zufällt, so frage ich, ob die Schwestersöhne von ihm das Fideicommiss fordern können? Ich habe geantwortet, es lasse sich vertheidigen, dass das Fideicommiss entrichtet werden müsse. 17Ich, Lucius Titius, habe dieses mein Testament ohne einen Rechtskundigen verfasst, indem ich mehr meiner Gesinnung, als einer übertriebenen und kleinlichen Genauigkeit nachgegangen bin; und wenn ich etwas nicht gehörig gesetzmässiger, oder kundiger Weise gemacht haben sollte, so muss der Wille eines vernünftigen Menschen als gesetzliches Recht gelten. Darauf setzte er Erben ein. Da nun [nach seinem Tode] zu seinem Nachlass der erbschaftliche Vermögensbesitz ab intestato gesucht wurde, so ward gefragt, ob die von ihm ausgesetzten Erbtheile als Fideicommisse gefordert werden könnten? Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen allerdings.

89Idem li­bro quar­to re­spon­so­rum. Tes­ta­men­to fi­lium et uxo­rem suam he­redes in­sti­tuit: post­ea epis­tu­lam scrip­sis­se di­ci­tur, qua et quid­quid in pe­cu­lio ha­buit fi­lius, ei do­na­vit et ad­ie­cit prae­ci­pua haec eum sui­que iu­ris et post mor­tem suam ha­be­re vel­le. quae­ro, cum tes­ta­men­to sig­ni­fi­ca­ve­rit, si quid ob­sig­na­tum re­ce­pis­set, id vi­ce co­di­cil­lo­rum va­le­ret, epis­tu­la au­tem non sit ob­sig­na­ta, an quae epis­tu­la con­ti­nen­tur ad fi­lium per­ti­neant. re­spon­di, si fi­des epis­tu­lae re­lic­tae con­sta­ret, de­be­ri, quae in ea da­re se vel­le sig­ni­fi­ca­vit. 1Qui in­di­vi­sam cum fra­tre suo rem ha­be­bat, fi­lias suas he­redes in­sti­tuit et ita ca­vit: ‘prop­ter res uni­ver­sas quae mi­hi cum il­lo fra­tre meo pa­truo ves­tro com­mu­nes sunt, quas aes­ti­ma­tio­nis con­sti­te­rit es­se uni­ver­sas duo mi­lium au­reo­rum, fi­dei ves­trae com­mit­to, uti pro por­tio­ne ves­tra mil­le au­reos a Lu­cre­tio Pa­ca­to pa­truo ves­tro ac­ci­pia­tis’: huic tes­ta­men­to quin­quen­nio su­per­vi­xit et ab­un­de pa­tri­mo­nium re­li­quit: quae­si­tum est, an he­redes Lu­cre­tii Pa­ca­ti se­cun­dum ver­ba su­pra scrip­ta of­fe­ren­tes mil­le au­reos fi­dei­com­mis­sum con­se­quan­tur. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non fa­ce­re vo­lun­ta­tem, ut uni­ver­sa da­tis mil­le­nis au­reis re­sti­tue­ren­tur, sed aes­ti­ma­tio­nis, quae mor­tis tem­po­re in re­bus fue­rat, ob­la­tio­nem de­be­re fie­ri. 2Se­io, quem he­redi sub­sti­tue­rat, ita le­ga­vit: ‘Se­io, si mi­hi he­res non erit, et uxo­ri eius Mar­cel­lae ar­gen­ti li­bras quin­de­cim da­ri vo­lo’. quae­ro, cum Se­ius he­res ex­sti­te­rit, an Mar­cel­lae le­ga­ti di­mi­dia por­tio de­bea­tur. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur de­be­ri. 3Lu­cius Ti­tius in­tes­ta­to mo­ri­tu­rus, cum ha­be­ret uxo­rem et ex ea fi­liam em­an­ci­pa­tam, co­di­cil­lis haec ver­ba in­se­ruit: ‘per­ti­nent au­tem hi co­di­cil­li ad uxo­rem et fi­liam. pri­mum au­tem ro­go, sic in­ter vos aga­tis, ut me vi­vo egis­tis ita­que ro­go, ut quid­quid aut ego re­li­que­ro aut quod vos ip­sae ha­be­tis, com­mu­ne vo­bis sit’. fi­lia in­tes­ta­ti pa­tris bo­no­rum pos­ses­sio­nem ac­ce­pit: quae­ri­tur, an ali­qua pars he­redi­ta­tis Lu­cii Ti­tii ex cau­sa fi­dei­com­mis­si a fi­lia ma­tri de­be­re­tur et quo­ta. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur di­mi­diam par­tem de­be­ri, si mo­do uxor pa­ra­ta sit in com­mu­ne bo­na sua con­fer­re. 4Quat­tuor fi­lios ae­quis par­ti­bus in­sti­tuit et fun­dum per prae­cep­tio­nem sin­gu­lis le­ga­vit: fi­lii, cum uni­ver­sa bo­na pa­tris ob­li­ga­ta es­sent, mu­tua ac­cep­ta pe­cu­nia he­redi­ta­rio cre­di­to­ri sol­ve­runt et pos­te­rio­ri ob­li­ga­ve­runt, qui, cum ei de­bi­tum non sol­ve­re­tur, prae­dia uni­ver­sa le­ge pig­no­ris uni ex he­redi­bus ven­di­dit: quae­ri­tur, an, cum is­te fi­lius ex cau­sa emp­tio­nis ea pos­si­deat, fra­tri­bus et co­he­redi­bus fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio es­set an ve­ro ea per­emp­ta es­set, cum com­mu­ni­ter uni­ver­sa se­quen­ti cre­di­to­ri ob­li­ga­ve­rint. re­spon­di ac­tio­nem qui­dem fi­dei­com­mis­si in per­so­nam com­pe­ten­tem om­ni­bus in­vi­cem ma­ne­re: non au­tem fi­dei­com­mis­sum re­sti­tuen­dum est, ni­si prius de­bi­tum ab eis emp­to­ri ei­dem­que co­he­redi per­sol­ve­re­tur. 5Fi­liae fi­dei com­mis­sit in haec ver­ba: ‘pe­to a te, fi­lia mea, ut do­ta­lem cau­tio­nem post mor­tem meam mu­tes et ita re­no­ves, ut fra­tres tui do­tem sti­pu­la­ren­tur hoc ca­su, ut, si si­ne li­be­ris uno plu­ri­bus­ve in ma­tri­mo­nio mo­rie­ris, dos ad eos per­ve­niat’. post mor­tem pa­tris de­ces­sit ma­ri­tus, an­te­quam re­no­va­re­tur cau­tio do­ta­lis, et post­ea alii nup­ta de­ces­sit nul­lo li­be­ro­rum re­lic­to, vi­vo ad­huc Ti­tio uno ex fra­tri­bus. quae­si­tum est, an Ti­tius pe­ti­tio­nem ha­be­ret re­rum, quae in do­tem fue­rant. re­spon­di pos­se fi­dei­com­mis­sum ab he­redi­bus so­ro­ris pe­ti, si per eam ste­tit, quo mi­nus do­tem fra­ter sti­pu­la­re­tur. 6Fi­lium et fi­liam he­redes in­sti­tuit et li­ber­tis le­ga­ta de­dit eo­rum­que fi­dei com­mi­sit in haec ver­ba: ‘a vo­bis pe­to, ut quid­quid vo­bis le­ga­vi, con­ten­ti si­tis vi­ven­tes, ut post vos fi­liis meis re­sti­tua­tis’. de­func­ta tes­ta­tri­cis fi­lia Mae­via li­ber­tus de­ces­sit he­rede in­sti­tu­to pa­tro­nae fi­lio ex par­te de­bi­ta, ex al­te­ra ex­tra­neo: quae­si­tum est, an ad­ita he­redi­ta­te pa­tro­nae fi­lius a co­he­rede suo par­tem eo­rum, quae ex tes­ta­men­to ma­tris ad Mae­vium li­ber­tum per­ve­ne­rant, pe­te­re pot­est. re­spon­di eius, quod ei de­be­re­tur, si he­redi­ta­tem non ad­is­set, par­tem a co­he­rede pe­te­re pos­se. 7Ma­ri­tus uxo­rem ex as­se he­redem in­sti­tuit, cu­ius post mor­tem co­di­cil­los ape­ri­ri tes­ta­tor prae­ce­pit: prae­dium he­redi­ta­rium uxor in­fruc­tuo­sum ra­tio­ni suae ex­is­ti­mans ven­di­dit: emp­tor quae­rit, an re­trac­ta­ri haec ven­di­tio pos­sit post mor­tem mu­lie­ris ab his, qui­bus co­di­cil­lis per fi­dei­com­mis­sum he­redi­tas da­ta de­pre­hen­de­re­tur an ve­ro so­lum quan­ti­tas pre­tii ab he­rede uxo­ris fi­dei­com­mis­sa­riis de­bea­tur. re­spon­di prop­ter ius­tam igno­ran­tiam tam mu­lie­ris quam emp­to­ris he­redem mu­lie­ris, ut fun­dus apud emp­to­rem re­ma­neat, fi­dei­com­mis­sa­rio pre­tium da­re de­be­re.

89Idem lib. IV. Resp. Jemand setzte im Testamente seinen Sohn und seine Ehefrau zu Erben ein; nachher soll er einen Brief geschrieben haben, wodurch er Alles, was der Sohn als Sondergut besass, demselben schenkte und hinzusetzte, derselbe solle dieses als Vorausnahme und unabhängiges Eigenthum nach seinem Tode behalten. Da er nun im Testamente gesagt hatte, Zettel, die er besiegelt und aufbewahrt haben würde, sollten als Codicille gelten, dieser Brief aber nicht besiegelt ist, so frage ich, ob dem Sohne dasjenige gebühre, was der Brief besagt. Ich habe geantwortet, wenn die Echtheit des hinterlassenen Briefes ausser Zweifel sei, so komme dem Sohne das zu, was der Testator ihm geben zu wollen darin ausgesprochen hat. 1Einer, der in Gemeinschaft des Vermögens mit seinem Bruder lebte, setzte seine Töchter zu Erbinnen ein, und verordnete Folgendes: Wegen alles dessen, was ich mit meinem Bruder, eurem Oheim, gemeinschaftlich besitze, dessen Werth sich im Ganzen auf zweitausend Goldstücke ergeben wird, vertraue ich eurer Treue an176176Oder: lege ich euch als Fideicommiss auf., für euern Antheil tausend Goldstücke von eurem Oheim Lucretius Pacatus anzunehmen. Nach diesem Testamente lebte er noch fünf Jahre, und hinterliess beträchtliches Vermögen; nun wurde gefragt, ob die Erben des Lucretius Pacatus177177Dieser muss jedoch nach dem Testator gestorben sein, weil sonst das ihm gegen Zahlung von tausend Goldstücken zugedachte Fideicommiss der Güterhälfte unkräftig worden wäre. nach vorstehenden Worten durch Erlegung von tausend Goldstücken das Fideicommiss erlangen könnten? Ich habe geantwortet, nach den vorgelegten Worten liege es nicht in dem Willen [des Testators], dass das Ganze gegen Zahlung von tausend Goldstücken gewährt werden müsse, sondern es müsse der Werth, den das Vermögen zur Zeit des Todes hatte, erlegt werden. 2Jemand ernannte seinem Erben den Sejus zum Nacherben, und machte zugleich diesem folgendes Vermächtniss: Dem Sejus, wenn er nicht mein Erbe wird, und seiner Gattin Marcella sollen funfzehn Pfund Silber gegeben werden. Da nun Sejus Erbe geworden ist, so frage ich, ob der Marcella die Hälfte des Vermächtnisses zukomme. Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen komme sie ihr allerdings zu. 3Lucius Titius wollte ohne Testament sterben, und setzte, da er eine Tochter und von ihr eine der Gewalt entlassene Tochter hatte, in sein Codicill diese Worte: Dieses Codicill geht meine Frau und meine Tochter an; erstens bitte ich, dass ihr gegen einander so handelt, wie ihr bei meinen Lebzeiten gehandelt habt; und so bitte ich auch, dass ihr Alles was entweder ich hinterlasse, oder ihr selbst besitzet, in Gemeinschaft behalten möget. Nun erlangte die Tochter in der Erbschaft des Vaters den Vermögensbesitz ab intestato178178Die bonorum possessio unde liberi stand im ersten, die unde vir et uxor im sechsten (nach Andern im siebenten) Grade. Ulpian. Fragm. 28. 7.; es fragt sich also, ob ein Theil der Erbschaft des Lucius Titius, und welcher, der Mutter des Fideicommisses wegen gewährt werden muss? Ich habe geantwortet, nach den vorgetragenen Umständen komme der Witwe die Hälfte zu, sofern sie erbötig sei, ihr Vermögen in die Gemeinschaft einzuwerfen. 4Jemand setzte vier Söhne zu gleichen Theilen zu Erben ein und vermachte einem jeden ein Grandstück zum Voraus. Da nun das ganze Vermögen des Vaters verpfändet war, so nahmen die Söhne Geld auf, bezahlten damit den Erbschaftsgläubiger und verpfändeten das Vermögen dem neuen Darleiher. Dieser verkaufte, weil ihm die Schuld nicht bezahlt wurde, vermöge seines Pfandrechts, die sämmtlichen Güter an einen der Erben. Es wird also gefragt, ob gegen diesen Sohn, welcher dieselben als Käufer besitzt, den Brüdern und Miterben eine Klage aufs Fideicommiss zustehe, oder ob solche dadurch erloschen sei, dass sie das Ganze gemeinschaftlich dem zweiten Gläubiger verpfändet haben. Ich habe geantwortet, es bleibe zwar allen gegenseitig die Klage aufs Fideicommiss gegen den, welchen es angeht; das Fideicommiss aber ist der Käufer und Miterbe nicht eher zu erstatten schuldig, als bis sie ihm die Schuld bezahlen. 5Jemand machte an seine Tochter folgendes Fideicomuniss: Ich bitte dich, meine Tochter, nach meinem Tode das Angelöbniss179179Cautio. S. d. Anmerkung zu Fr. 71. §. 1. D. de leg. I. [der Rückgabe] des Heirathsguts abzuändern und so zu erneuern, dass deine Brüder sich dasselbe dahin stipuliren, dass auf den Fall, wenn du ohne Kinder oder ein Kind versterben solltest, das Heirathsgut ihnen zufalle. Nun starb nach dem Tode des Vaters auch der Ehemann, ehe das Angelöbniss der Aussteuer erneuert worden war, und nachher starb auch sie, ohne Kinder zu hinterlassen, nachdem sie einen Andern geheirathet hatte, und als von den Brüdern Einer, Titius, noch lebte. Es wurde also gefragt, ob Titius auf die Sachen, die zum Heirathsgute gehört haben, klagen könne. Ich habe geantwortet, es könne das Fideicommiss von den Erben der Schwester gefordert werden, wenn sie verhindert hat, dass der Bruder die Aussteuer stipulirte. 6Eine Frau setzte ihren Sohn und ihre Tochter zu Erben ein, ertheilte ihren Freigelassenen Vermächtnisse und machte an diese folgendes Fideicommiss: Ich ersuche euch, dass ihr euch damit begnügen möget, das, was ich euch vermacht habe, bei Lebzeiten zu haben, und es nachher meinen Kindern erstattet. Nun starb die Tochter der Testirerin, Mävia, nach ihr aber ein Freigelassener, nachdem er den Sohn der Freilasserin im Pflichttheil180180Vgl. Gaj. III. 41. und in dem Ueberrest einen Fremden zu Erben eingesetzt. Es wurde also gefragt, ob nach Antritt der Erbschaft der Sohn der Freilasserin seinen Autheil an dem, was der Freigelassene Mävius nach dem Testamente der Mutter erhalten hat, von seinem Miterben fordern könne. Ich habe geantwortet, er könne von seinem Miterben seinen Antheil an demjenigen verlangen, was er hätte bekommen müssen, wenn er die Erbschaft nicht angetreten hätte. 7Ein Ehemann setzte seine Gattin zur alleinigen Erbin ein und machte ein Codicill, welches er nach ihrem Tode zu eröffnen befahl. Nun verkaufte die Frau ein zur Erbschaft gehöriges Gut, was sie für ihre Verhältnisse nicht nutzbar erachtete. Der Käufer fragt also, ob dieser Kauf nach dem Tode der Frau von denen, welchen die Erbschaft im Codicill fideicommissweise zugedacht sich finden wird, rückgängig gemacht werden könne, oder ob der Erbe der Frau nur den Betrag des Kaufschillings den Fideicommissaren entrichten müsse. Ich habe geantwortet, wegen der unverschuldeten Unwissenheit der Frau, wie des Käufers, müsse der Erbe der Frau dem Fideicommissar den Kaufschilling auszahlen, damit der Käufer das Gut behalten könne.