Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 32 übersetzt von Schneider unter Redaction von Sintenis
Dig. XXXII
De legatis et fideicommissis
Liber trigesimus secundus

De legatis et fideicommissis

(Von den Vermächtnissen und Fideicommissen; dritte Abtheilung.)

1Ul­pia­nus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si in­cer­tus quis sit, cap­ti­vus sit an a la­trun­cu­lis ob­ses­sus, tes­ta­men­tum fa­ce­re non pot­est. sed et si sui iu­ris sit igna­rus pu­tet­que se per er­ro­rem, quia a la­tro­ni­bus cap­tus est, ser­vum es­se vel­ut hos­tium, vel le­ga­tus qui ni­hil se a cap­ti­vo dif­fer­re pu­tat, non pos­se fi­dei­com­mit­te­re cer­tum est, quia nec tes­ta­ri pot­est, qui, an li­ceat si­bi tes­ta­ri, du­bi­tat. 1Sed si fi­lius fa­mi­lias vel ser­vus fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rit, non va­let: si ta­men ma­nu­mis­si de­ces­sis­se pro­po­nan­tur, con­stan­ter di­ce­mus fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum vi­de­ri, qua­si nunc da­tum, cum mors con­tin­git, vi­de­li­cet si du­ra­ve­rit vo­lun­tas post ma­nu­mis­sio­nem. haec uti­que ne­mo cre­det in tes­ta­men­tis nos es­se pro­ba­tu­ros, quia ni­hil in tes­ta­men­to va­let, quo­tiens ip­sum tes­ta­men­tum non va­let, sed si alias fi­dei­com­mis­sum quis re­li­que­rit. 2Hi, qui­bus aqua et ig­ni in­ter­dic­tum est, item de­por­ta­ti fi­dei­com­mis­sum re­lin­que­re non pos­sunt, quia nec tes­ta­men­ti fa­cien­di ius ha­bent, cum sint ἀπόλιδες. 3De­por­ta­tos au­tem eos ac­ci­pe­re de­be­mus, qui­bus prin­ceps in­su­las ad­no­ta­vit vel de qui­bus de­por­tan­dis scrip­sit: ce­te­rum prius quam fac­tum prae­si­dis com­pro­bet, non­dum amis­sis­se quis ci­vi­ta­tem vi­de­tur. pro­in­de si an­te de­ces­sis­set, ci­vis de­ces­sis­se vi­de­tur et fi­dei­com­mis­sum, quod an­te re­li­que­rat, quam sen­ten­tiam pa­te­re­tur, va­le­bit: sed et si post sen­ten­tiam, an­te­quam im­pe­ra­tor com­pro­bet, va­le­bit quod fac­tum est, quia cer­tum sta­tum us­que ad­huc ha­buit. 4A prae­fec­tis ve­ro prae­to­rio vel eo, qui vi­ce prae­fec­tis ex man­da­tis prin­ci­pis co­gnos­cet, item a prae­fec­to ur­bis de­por­ta­tos (quia ei quo­que epis­tu­la di­vi Se­ve­ri et im­pe­ra­to­ris nos­tri ius de­por­tan­di da­tum est) sta­tim amit­te­re ci­vi­ta­tem et id­eo nec tes­ta­men­ti fa­cien­di ius nec fi­dei­com­mit­ten­di con­stat ha­be­re. 5Si quis pla­ne in in­su­lam de­por­ta­tus co­di­cil­los ibi fe­ce­rit et in­dul­gen­tia im­pe­ra­to­ris re­sti­tu­tus is­dem co­di­cil­lis du­ran­ti­bus de­ces­se­rit, pot­est de­fen­di fi­dei­com­mis­sum va­le­re, si mo­do in ea­dem vo­lun­ta­te du­ra­vit. 6Scien­dum est au­tem eo­rum fi­dei com­mit­ti quem pos­se, ad quos ali­quid per­ven­tu­rum est mor­te eius, vel dum eis da­tur vel dum eis non ad­imi­tur. 7Nec tan­tum pro­xi­mi bo­no­rum pos­ses­so­ris, ve­rum in­fe­rio­ris quo­que fi­dei com­mit­te­re pos­su­mus. 8Sed et eius, qui non­dum na­tus est, fi­dei com­mit­ti pos­se, si mo­do na­tus no­bis suc­ces­su­rus sit. 9Il­lud cer­te in­du­bi­ta­te di­ci­tur, si quis in­tes­ta­tus de­ce­dens ab eo, qui pri­mo gra­du ei suc­ce­de­re po­tuit, fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rit, si il­lo re­pu­dian­te ad se­quen­tem gra­dum de­vo­lu­ta sit suc­ces­sio, eum fi­dei­com­mis­sum non de­be­re: et ita im­pe­ra­tor nos­ter re­scrip­sit. 10Sed et si a pa­tro­no sit re­lic­tum et ali­quis ex li­be­ris eius mor­tuo eo ad­mis­sus sit ad bo­no­rum pos­ses­sio­nem, idem erit di­cen­dum.

1Ulp. lib. I. Fideicommiss. Wenn Jemand ungewiss sein sollte, ob er ein Gefangener, oder von Strassenräubern festgehalten sei, so kann er kein Testament machen. Aber auch wenn [Jemand] seines Rechts unkundig sein, und aus Irrthum glauben sollte, dass er, weil er von Strassenräubern gefangen worden ist, ein Sclav sei, wie bei den Feinden, oder wenn ein Gesandter glaubt, dass er sich in Nichts von einem Gefangenen unterscheide, so ist gewiss, dass [ein solcher] kein Fideicommiss auflegen könne, weil auch der, welcher zweifelt, ob er testiren dürfe, nicht testiren kann. 1Ad Dig. 32,1,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 638, Note 17.Aber wenn ein Haussohn oder ein Sclav ein Fideicommiss hinterlassen haben sollte, so gilt es nicht; wenn man jedoch anführen sollte, dass sie [aus der Gewalt] freigelassen verstorben seien, so werden wir folgerichtig sagen, dass das Fideicommiss [gültig] hinterlassen zu sein scheine, gleich als wäre es jetzt angeordnet, wo den [Haussohn oder Sclaven] der Tod trifft, wenn nämlich der Wille [desselben] nach der Freilassung derselbe geblieben ist. Es wird aber [gewiss] Niemand glauben, dass wir dies bei Testamenten billigen würden, weil Nichts in einem Testament gilt, so oft das Testament selbst nicht gilt, sondern [wir billigen es nur dann,] wenn Jemand sonst ein Fideicommiss hinterlassen haben wird. 2Diejenigen, denen Wasser und Feuer untersagt worden ist, ingleichen die Deportirten können kein Fideicommiss hinterlassen, weil sie auch nicht das Recht haben, ein Testament zu errichten, da sie ohne Vaterland sind. 3Unter den Deportirten müssen wir aber solche verstehen, denen der Kaiser Inseln [zum Aufenthalt] angewiesen oder deren Deportation er verordnet hat. Sonst bevor er die Handlung des Präsidenten billigt, scheint man noch nicht das Bürgerrecht verloren zu haben; wenn man demnach vorher verstorben wäre, so scheint man als Bürger verstorben zu sein, und das Fideicommiss, welches man eher hinterlassen hatte, als man das Urtheil erlitt, wird gelten; aber auch wenn man nach dem Urtheile, [jedoch] ehe es der Kaiser genehmigt, [verstorben wäre,] wird das [Fideicommiss,] welches errichtet worden ist, gelten, weil man bis dahin eine gewisse Rechtsfähigkeit gehabt hat. 4Dass aber die von den Praefecti praetorio, oder von dem, welcher an der Stelle des Präfectus in Folge der Mandate des Kaisers erkennen wird, ingleichen die vom Praefectus urbi Deportirten — weil auch dem letzteren durch eine Epistel des höchstseligen Severus und unsers Kaisers11Des Antoninus Caracalla. das Recht zu deportiren verliehen worden ist, — sogleich das Bürgerrecht verlieren und darum weder das Recht, ein Testament zu errichten, noch das, ein Fideicommiss zu hinterlassen, haben, ist bekannt. 5Ad Dig. 32,1,5Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 638, Note 17.Wenn freilich Jemand, der auf eine Insel deportirt worden ist, daselbst ein Codicill errichtet haben, und nachdem er durch die Gnade des Kaisers in den vorigen Stand wieder eingesetzt worden ist, während dasselbe Codicill noch bestand, verstorben sein sollte, so kann man es vertheidigen, dass das Fideicommiss gelte, wenn er nur bei demselben Willen verblieben ist. 6Man muss aber wissen, dass Jemand denen ein Fideicommiss auferlegen könne, an welche durch den Tod desselben Etwas kommen wird, entweder indem es ihnen gegeben, oder indem es ihnen nicht genommen wird. 7Auch können wir nicht blos dem nächsten Nachlassbesitzer, sondern auch einem entfernteren ein Fideicommiss auflegen. 8Aber auch einem solchen, der noch nicht geboren ist, kann man ein Fideicommiss auflegen, wenn er uns nur nach seiner Geburt nachfolgen wird. 9Das sagt man freilich unbezweifelt, dass, wenn Jemand, der ohne ein Testament verstirbt, dem, welcher ihm im ersten Grade hätte nachfolgen können, ein Fideicommiss aufgelegt habe, [der Erbe des folgenden Grades] das Fideicommiss nicht zu leisten schuldig sei, wenn, indem jener die Erbschaft ausschlug, die Nachfolge an den folgenden Grad gekommen sei; und so hat unser Kaiser rescribirt. 10Aber auch wenn es [von einem Freigelassenen] seinem Freilasser aufgelegt, und, nachdem dieser gestorben, eins von den Kindern desselben zum Nachlassbesitz zugelassen worden sein sollte, wird dasselbe zu sagen sein.

2Gaius li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Ex fi­lio prae­terito, li­cet suus he­res erit, fi­dei­com­mis­sum re­lin­qui non pot­est.

2Gaj. lib. I. Fideicommiss. Einem übergangenen Sohn kann, obwohl er ein Nacherbe sein wird, kein Fideicommiss aufgelegt werden.

3Ul­pia­nus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si mu­lier do­tem sti­pu­la­ta fue­rit et ac­cep­to tu­lit ma­ri­to in hoc do­tem, ut fi­dei­com­mis­sum det, di­cen­dum est fi­dei­com­mis­sum de­be­ri: per­ce­pis­se enim ali­quid a mu­lie­re vi­de­tur. haec ita, si mor­tis cau­sa do­na­tu­ra mu­lier ma­ri­to fe­cit ac­cep­tum. sed et si mor­tis cau­sa au­xe­rit ma­ri­to do­tem vel in ma­tri­mo­nium eius mor­tis cau­sa red­ie­rit, pot­est di­ci fi­dei­com­mis­sum ab eo de­be­ri. 1Iu­lia­nus scri­bit, si ser­vus mi­hi le­ga­tus sit eum­que ma­nu­mit­te­re ro­ga­tus sim, fi­dei­com­mis­sum a me re­lin­qui non pos­se, sci­li­cet si pu­re ro­get: nam si sub con­di­cio­ne vel in diem, prop­ter fruc­tum me­dii tem­po­ris pos­se me ob­li­ga­ri nec Iu­lia­nus du­bi­ta­ret. 2Si rem quis de­beat ex sti­pu­la­tu ei cui rem le­ga­ve­rit, fi­dei com­mit­te­re eius non pot­erit, li­cet ex le­ga­to com­mo­dum sen­ti­re vi­dea­tur, quod do­mi­nium nan­cis­ci­tur sta­tim nec ex­spec­tat ex sti­pu­la­tu ac­tio­nem: for­tas­sis quis di­cat et sump­tus11Die Großausgabe liest sump­tum statt sump­tus. li­tis, quem sus­ti­ne­ret, si ex sti­pu­la­tio­ne li­ti­ga­ret, eum lu­cra­ri. sed ne­qua­quam di­cen­dum est hu­ius fi­dei com­mit­ti pos­se. 3Sed si ha­ben­ti ti­bi pro­prie­ta­tem usum fruc­tum mor­tis cau­sa ces­se­ro, pot­est di­ci fi­dei­com­mit­te­re me pos­se. nec quem­quam mo­veat, quod usus fruc­tus so­let mor­te ex­stin­gui: nam me­dii po­tius tem­po­ris, quo vi­vat qui do­na­vit, com­mo­dum co­gi­te­mus. 4Si au­tem pig­nus de­bi­to­ris li­be­ra­ve­ro mor­tis cau­sa et eius fi­dei com­mis­se­ro, non pot­est va­le­re fi­dei­com­mis­sum.

3Ulp. lib. I. Fideicommiss. Wenn eine Frau sich ihr Heirathsgut stipulirt haben sollte und das Heirathsgut ihrem Ehemanne durch Annahme als Empfangen zu dem Zweck erlassen hat, damit er ein Fideicommiss gebe, so muss man sagen, dass das Fideicommiss geleistet werden müsse; denn er scheint Etwas von der Frau erhalten zu haben. Dies findet dann Statt, wenn die Frau ihrem Ehemanne in der Absicht, ihm [Etwas] auf den Todesfall zu schenken, [das Heirathsgut] erlassen hat; aber auch wenn sie dem Ehemanne auf den Todesfall das Heirathsgut vermehrt haben, oder [in der Absicht einer Schenkung] auf den Todesfall in die Ehe mit ihm zurückgekehrt sein sollte, so kann man sagen, dass das Fideicommiss von ihm geleistet werden müsse. 1Julianus schreibt, wenn mir ein Sclav vermacht, und ich [vom Erblasser] gebeten worden sei, denselben freizulassen, so könne mir kein Fideicommiss aufgelegt werden, nämlich wenn er ohne Nebenbestimmung bitte, denn wenn [es] unter einer Bedingung, oder einer Zeitbestimmung [geschähe,] so würde auch Julianus nicht zweifeln, dass ich wegen der Nutzungen der Zwischenzeit verbindlich gemacht werden könne. 2Wenn Jemand in Folge einer Stipulation eine Sache demjenigen schulden sollte, dem er die Sache vermacht hat, so wird er ihm kein Fideicommiss auflegen können, wenngleich [dieser] aus dem Vermächtniss einen Vortheil zu haben scheint, weil er das Eigenthum sogleich erlangt, und nicht die Klage aus der Stipulation abzuwarten braucht; vielleicht könnte man sagen, dass er auch die Processkosten gewinne, welche er tragen würde, wenn er in Folge der Stipulation streiten wollte; aber man kann keineswegs schliessen, dass ihm ein Fideicommiss aufgelegt werden könne. 3Aber auch wenn ich dir, der du die Eigenheit [einer Sache] hast, den Niessbrauch [an derselben] auf den Todesfall abgetreten haben werde, so kann man sagen, dass ich [dir] ein Fideicommiss auflegen könne; auch mag das Niemanden irre machen, dass der Niessbrauch durch den Tod zu erlöschen pflegt, denn wir müssen vielmehr an den Vortheil der Zwischenzeit denken, während welcher der, welcher geschenkt hat, lebt. 4Wenn ich aber das Pfand meines Schuldners auf den Todesfall befreit, und demselben ein Fideicommiss aufgelegt haben werde, so kann das Fideicommiss nicht gelten.

4Pau­lus li­bro quar­to sen­ten­tia­rum. A pa­tre vel do­mi­no re­lic­tum fi­dei­com­mis­sum, si he­redi­tas ei non quae­ra­tur, ab em­an­ci­pa­to fi­lio vel ser­vo ma­nu­mis­so uti­li­bus ac­tio­ni­bus pos­tu­la­tur: pe­nes eos enim quae­si­tae he­redi­ta­tis emo­lu­men­tum re­ma­net.

4Paul. lib. IV. Sentent. Ein dem Vater oder dem Herrn aufgelegtes Fideicommiss22Diese Stelle ist aus Ulp. Fr. 25. 10. zu erklären; es kann nämlich dem Vater oder Herrn ein Fideicommiss aufgelegt werden, wenn ein Sohn oder Sclav zum Erben eingesetzt ist. kann man, wenn die Erbschaft demselben nicht erworben werden sollte, von dem aus der väterlichen Gewalt entlassenen Sohn oder dem freigelassenen Sclaven mit analogen Klagen fordern; denn diesen verbleibt der Vortheil der erworbenen Erbschaft.

5Ul­pia­nus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si fue­rit mu­ni­ci­pio le­ga­tum re­lic­tum, ab his qui rem pu­bli­cam ge­runt fi­dei­com­mis­sum da­ri pot­est. 1Si quis non ab he­rede vel le­ga­ta­rio, sed ab he­redis vel le­ga­ta­rii he­rede fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rit, hoc va­le­re be­ni­gnum est.

5Ulp. lib. I. Fideicommiss. Wenn einer Municipalstadt ein Vermächtniss hinterlassen sein sollte, so kann denen, welche das Gemeinwesen leiten, ein Fideicommiss aufgelegt werden. 1Wenn Jemand nicht dem Erben, oder Vermächtnissinhaber, sondern dem Erben des Erben oder des Vermächtnissinhabers ein Fideicommiss aufgelegt haben sollte, so ist es billig, dass dies gelte.

6Pau­lus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Sed et si sic fi­dei­com­mis­sum de­de­ro ab he­rede meo: ‘te ro­go, Lu­ci Ti­ti, ut ab he­rede tuo pe­tas da­ri Mae­vio de­cem au­reos’, uti­le erit fi­dei­com­mis­sum, sci­li­cet ut mor­tuo Ti­tio ab he­rede eius pe­ti pos­sit: id­que et Iu­lia­nus re­spon­dit. 1Sic au­tem fi­dei­com­mis­sum da­ri non pot­erit: ‘si Sti­chus Se­ii fac­tus ius­su eius he­redi­ta­tem ad­ie­rit, ro­go det’, quon­iam qui for­tui­to, non iu­di­cio tes­ta­to­ris con­se­qui­tur he­redi­ta­tem vel le­ga­tum, non de­bet one­ra­ri, nec re­ci­pien­dum est, ut, cui ni­hil de­de­ris, eum ro­gan­do ob­li­ges.

6Paul. lib. I. Fideicommiss. Aber auch wenn ich ein Fideicommiss meinem Erben so aufgelegt haben werde: ich bitte dich, Lucius Titius, dass du deinen Erben bitten mögest, dass dem Mävius zehn Goldstücke gegeben werden sollen, so wird das Fideicommiss wirksam sein; nämlich so, dass es nach dem Tode des Titius von dem Erben desselben gefordert werden kann, und das hat auch Julianus zum Gutachten ertheilt. 1So wird aber kein Fideicommiss angeordnet werden können: wenn Stichus [Sclav] des Sejus geworden sein und auf Befehl desselben die Erbschaft angetreten haben sollte, so bitte ich, möge er geben, weil der, welcher zufällig, nicht nach der Anordnung des Testators, die Erbschaft oder ein Vermächtniss erlangt, nicht belästigt werden darf; auch ist nicht anzunehmen, dass man den, welchem man Nichts gegeben hat, durch Bitten verbindlich machen könne.

7Ul­pia­nus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si de­por­ta­ti ser­vo fi­dei­com­mis­sum fue­rit ad­scrip­tum, ad fis­cum per­ti­ne­re di­cen­dum est, ni­si si eum de­por­ta­tus vi­vo tes­ta­to­re alie­na­ve­rit vel fue­rit re­sti­tu­tus: tunc enim ad ip­sum de­be­bit per­ti­ne­re. 1Si mi­les de­por­ta­to fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rit, ve­rius est, quod et Mar­cel­lus pro­bat, ca­pe­re eum pos­se. 2Si quis cre­di­to­ri suo le­ga­ve­rit id quod de­bet, fi­dei com­mit­ti eius non pot­erit, ni­si com­mo­dum ali­quod ex le­ga­to con­se­qua­tur, for­te ex­cep­tio­nis ti­mo­re vel si quod in diem de­bi­tum fuit vel sub con­di­cio­ne.

7Ulp. lib. I. Fideicommiss. Wenn dem Sclaven eines Deportirten ein Fideicommiss ausgesetzt sein sollte, so muss man sagen, dass es dem Fiscus zufalle, ausser wenn der Deportirte den [Sclaven] beim Leben des Testators veräussert haben, oder in den vorigen Stand wieder eingesetzt sein sollte; dann nämlich wird es ihm zufallen müssen. 1Wenn ein Soldat einem Deportirten ein Fideicommiss hinterlassen haben sollte, so ist es wahrer, was auch Marcellus annimmt, dass derselbe es erwerben könne. 2Wenn Jemand seinem Gläubiger das vermacht haben sollte, was er [demselben] schuldet, so wird er ihm kein Fideicommiss auflegen können, ausser wenn [der Gläubiger] irgend einen Vortheil aus dem Vermächtniss erlangen sollte, etwa [durch Beseitigung] der Furcht vor einer Einrede, oder wenn Etwas unter einer Zeitbestimmung, oder einer Bedingung geschuldet gewesen ist.

8Pau­lus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si le­ga­ta­rius, a quo fi­dei­com­mis­sum da­tum est, pe­tie­rit le­ga­tum, id tan­tum, quod per iu­di­cem ex­ege­rit, prae­sta­re fi­dei­com­mis­sa­rio co­ge­tur vel, si non ex­ege­rit, ac­tio­ne ce­de­re: ad eum enim li­tis pe­ri­cu­lum spec­ta­re in­iquum est, si non cul­pa le­ga­ta­rii lis per­ie­rit. 1Ser­vo he­redis fi­dei­com­mis­sum uti­li­ter non re­lin­qui­tur, ni­si fi­dei eius com­mi­se­rit, ut ser­vum ma­nu­mit­tat. 2Cum ita pe­tis­set tes­ta­tor, ut, quid­quid ex bo­nis eius ad pa­trem per­ve­nis­set, fi­liae suae ita re­sti­tue­ret, ut eo am­plius ha­be­ret, quam ex bo­nis pa­tris ha­bi­tu­ra es­set, di­vus Pius re­scrip­sit ma­ni­fes­tum es­se de eo tem­po­re sen­sis­se tes­ta­to­rem, quod post mor­tem pa­tris fu­tu­rum es­set.

8Paul. lib. I. Fideicommiss. Wenn der Vermächtnissinhaber, welchem ein Fideicommiss aufgelegt worden ist, das Vermächtniss gefordert haben sollte, so wird er nur so viel, als er durch den Richter eingeklagt haben wird, dem Fideicommissar zu leisten, oder, wenn er nichts eingeklagt haben wird, die Klage abzutreten gezwungen werden; denn es würde unbillig sein, dass denselben die Gefahr des Rechtsstreits träfe, wenn der Rechtsstreit nicht durch das Verschulden des Vermächtnissinhabers verloren gegangen ist. 1Dem Sclaven des Erben wird ein Fideicommiss nicht wirksam hinterlassen, wenn nicht [der Testator] dem [Erben] das Fideicommiss aufgelegt haben sollte, dass er den Sclaven freilassen möge. 2Da ein Testator darum gebeten hatte, dass was nur immer von seinem Nachlass an einen Vater gekommen wäre, [derselbe] seiner Tochter so ausantworten sollte, damit sie um soviel mehr hätte, als sie von dem Nachlass des Vaters haben würde, so hat der Kaiser Pius rescribirt, dass es augenscheinlich sei, dass der Testator die Zeit im Sinne gehabt habe33Nämlich bei dem Satz: als sie von dem Nachlass des Vaters haben würde., welche nach dem Tode des Vaters sein werde.

9Mae­cia­nus li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si ita fue­rit fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum: ‘ad quem­cum­que ex tes­ta­men­to meo vel ab in­tes­ta­to’ vel ita: ‘ad quem­cum­que quo­quo iu­re bo­na mea per­ve­niant’: hac ora­tio­ne et eius, qui post­ea na­tus erit in­ve fa­mi­liam ve­ne­rit et eius, qui post­ea co­gna­tus es­se coe­pe­rit, fi­dei com­mis­sum vi­de­tur: eius quo­que, quae non­dum nup­ta erit, sed post­ea eo ca­su, quo ex edic­to ad uxo­rem bo­na ma­ri­ti in­tes­ta­ti so­lent per­ti­ne­re.

9Marcian. lib. I. Fideicommiss. Wenn ein Fideicommiss so hinterlassen sein sollte: an wen nur immer in Folge meines Testaments, oder ohne ein solches, oder so: an wen nur immer, durch welches Recht es auch sei, mein Nachlass kommen sollte, so scheint durch diese Rede sowohl dem, der nachher geboren, oder in die Familie gekommen sein wird, als auch dem, der nachher Verwandter geworden sein wird, ein Fideicommiss auferlegt zu sein; auch der, welche noch nicht [mit dem Testator] verheirathet, aber es nachher sein wird, in dem Falle [nämlich], in welchem in Folge des Edicts das Vermögen des ohne Testament verstorbenen Ehemannes an die Ehefrau zu gelangen pflegt.

10Va­lens li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Si ti­bi et ei, qui ex tri­bus li­be­ris meis in fu­nus meum ve­ne­rit, cen­tum au­reos le­ga­ve­ro, non mi­nui­tur in tua per­so­na le­ga­tum, si ne­mo venit.

10Valens lib. II. Fideicommiss. Wenn ich dir und dem von meinen drei Kindern, welches zu meinem Leichenbegängniss gekommen sein wird, hundert Goldstücke vermacht haben werde, so wird das Vermächtniss in Bezug auf deine Person nicht vermindert, wenn kein [Kind] gekommen ist.

11Ul­pia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Fi­dei­com­mis­sa quo­cum­que ser­mo­ne re­lin­qui pos­sunt, non so­lum La­ti­na vel Grae­ca, sed et­iam Pu­ni­ca vel Gal­li­ca­na vel al­te­rius cu­ius­cum­que gen­tis. 1Quo­tiens quis ex­em­plum tes­ta­men­ti prae­pa­rat et prius de­ce­dat quam tes­te­tur, non va­lent qua­si ex co­di­cil­lis quae in ex­em­plo scrip­ta sunt, li­cet ver­ba fi­dei­com­mis­si scrip­tu­ra ha­beat: et ita di­vum Pium de­cre­vis­se Mae­cia­nus scri­bit. 2Si ita quis scrip­se­rit: ‘il­lum ti­bi com­men­do’, di­vus Pius re­scrip­sit fi­dei­com­mis­sum non de­be­ri: aliud est enim per­so­nam com­men­da­re, aliud vo­lun­ta­tem suam fi­dei­com­mit­ten­tis he­redi­bus in­si­nua­re. 3Cum es­set quis ro­ga­tus re­sti­tue­re por­tio­nem ac­cep­ta cer­ta quan­ti­ta­te, re­spon­sum est ul­tro pe­te­re ip­sum fi­dei­com­mis­sum ab he­rede pos­se. sed utrum, si vo­let, prae­ci­piet re­sti­tuet­que por­tio­nem, an ve­ro et si no­lue­rit, co­ga­tur ac­cep­ta quan­ti­ta­te por­tio­nem re­sti­tue­re, pro­priae est de­li­be­ra­tio­nis. et sa­ne cum quis ro­ga­tur ac­cep­ta cer­ta quan­ti­ta­te por­tio­nem re­sti­tue­re, du­plex est fi­dei­com­mis­sum, unum, ut pos­sit pe­te­re quan­ti­ta­tem pa­ra­tus por­tio­ne ce­de­re, aliud, ut et si non pe­tet, ta­men co­ga­tur fi­dei­com­mis­sa­rio re­sti­tue­re pa­ra­to prae­sta­re quan­ti­ta­tem. 4Si quis ita scrip­se­rit: ‘suf­fi­ciunt ti­bi vi­neae vel fun­dus’, fi­dei­com­mis­sum est, quon­iam et il­lud fi­dei­com­mis­sum es­se ar­bi­tra­mur: ‘con­ten­tus es­to il­la re’. 5Sic fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum: ‘ni­si he­res meus no­lue­rit, il­li de­cem da­ri vo­lo’ qua­si con­di­cio­na­le fi­dei­com­mis­sum est et pri­mam vo­lun­ta­tem ex­igit: id­eo­que post pri­mam vo­lun­ta­tem non erit ar­bi­trium he­redis di­cen­di no­luis­se. 6Hoc au­tem ‘cum vo­lue­rit’ trac­tum ha­bet, quam­diu vi­vat is, a quo fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum est: ve­rum si an­te­quam de­de­rit, de­ces­se­rit, he­res eius prae­stat. sed et si fi­dei­com­mis­sa­rius, an­te­quam he­res con­sti­tuat, de­ces­se­rit, ad he­redem suum ni­hil trans­tu­lis­se vi­de­tur: con­di­cio­na­le enim es­se le­ga­tum ne­mi­ni du­bium est et pen­den­te con­di­cio­ne le­ga­ti vi­de­ri de­ces­sis­se fi­dei­com­mis­sa­rium. 7Quam­quam au­tem fi­dei­com­mis­sum ita re­lic­tum non de­bea­tur ‘si vo­lue­ris’, ta­men si ita ad­scrip­tum fue­rit: ‘si fue­ris ar­bi­tra­tus’ ‘si pu­ta­ve­ris’ ‘si aes­ti­ma­ve­ris’ ‘si uti­le ti­bi fue­rit vi­sum’ vel ‘vi­de­bi­tur’, de­be­bi­tur: non enim ple­num ar­bi­trium vo­lun­ta­tis he­redi de­dit, sed qua­si vi­ro bo­no com­mis­sum re­lic­tum. 8Pro­in­de si ita sit fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum: ‘il­li, si te me­rue­rit’, om­ni­mo­do fi­dei­com­mis­sum de­be­bi­tur, si mo­do me­ri­tum qua­si apud vi­rum bo­num col­lo­ca­re fi­dei­com­mis­sa­rius po­tuit: et si ita sit ‘si te non of­fen­de­rit’, ae­que de­be­bi­tur: nec pot­erit he­res cau­sa­ri non es­se me­ri­tum, si alius vir bo­nus et non in­fes­tus me­ri­tum po­tuit ad­mit­te­re. 9Haec ver­ba: ‘te, fi­li, ro­go, ut prae­dia, quae ad te per­ve­ne­rint, pro tua di­li­gen­tia di­li­gas et cu­ram eo­rum agas, ut pos­sint ad fi­lios tuos per­ve­ni­re’, li­cet non sa­tis ex­pri­munt fi­dei­com­mis­sum, sed ma­gis con­si­lium quam ne­ces­si­ta­tem re­lin­quen­di, ta­men ea prae­dia in ne­po­ti­bus post mor­tem pa­tris eo­rum vim fi­dei­com­mis­si vi­den­tur con­ti­ne­re. 10Si fi­lio a pa­tre he­rede in­sti­tu­to fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum fue­rit, et­si ver­bis non sit ita re­lic­tum ‘cum pa­ter mo­re­re­tur’, sed in­tel­le­gi hoc pos­sit, pu­ta quia sic re­lic­tum est ‘ut re­lin­quat fi­lio’ vel ‘vo­lo eum ha­be­re’ vel ‘vo­lo ad eum per­ti­ne­re’, de­fen­de­tur in id tem­pus fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum, quo sui iu­ris fi­lius ef­fi­ci­tur. 11Si cui ita fue­rit fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum: ‘si mor­te pa­tris sui iu­ris fue­rit ef­fec­tus’ et em­an­ci­pa­tio­ne sui iu­ris fac­tus sit, non vi­de­ri de­fe­cis­se con­di­cio­nem: sed et cum mors pa­tri con­tin­gat qua­si ex­stan­te con­di­cio­ne ad fi­dei­com­mis­sum ad­mit­te­tur. 12Si rem suam tes­ta­tor le­ga­ve­rit eam­que ne­ces­si­ta­te ur­guen­te alie­na­ve­rit, fi­dei­com­mis­sum pe­ti pos­se, ni­si pro­be­tur ad­ime­re ei tes­ta­to­rem vo­luis­se: pro­ba­tio­nem au­tem mu­ta­tae vo­lun­ta­tis ab he­redi­bus ex­igen­dam. 13Er­go et si no­men quis de­bi­to­ris ex­ege­rit, quod per fi­dei­com­mis­sum re­li­quit, non ta­men hoc ani­mo, qua­si vel­let ex­tin­gue­re fi­dei­com­mis­sum, pot­erit di­ci de­be­ri: ni­si for­te in­ter haec in­ter­est: hic enim ex­tin­gui­tur ip­sa con­stan­tia de­bi­ti, ibi res du­rat, tam­et­si alie­na­ta sit. cum ta­men qui­dam no­men de­bi­to­ris ex­egis­set et pro de­po­si­to pe­cu­niam ha­buis­set, pu­ta­vi fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio­nem su­per­es­se, ma­xi­me quia non ip­se ex­ege­rat, sed de­bi­tor ul­tro pe­cu­niam op­tu­le­rat, quam of­fe­ren­te ip­so non po­tuit non ac­ci­pe­re. pau­la­tim igi­tur ad­mit­te­mus, et­si ex hac par­te pe­cu­niae rem com­pa­ra­ve­rit, quam non hoc ani­mo ex­egit, ut fi­dei­com­mis­sa­rium pri­va­ret fi­dei­com­mis­so, pos­se ad­huc fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio­nem su­per­es­se. 14Si quis il­li­ci­te ae­di­fi­cas­set, id est hoc quod di­r­ui con­sti­tu­tio­nes iu­bent, an fi­dei­com­mis­sum re­lin­que­re ex eo quid pos­sit, vi­dea­mus. et pu­to pos­se: cum enim di­r­ui ne­ces­se sit, nul­la du­bi­ta­tio est, quin se­na­tus con­sul­tum im­pe­d­imen­to non sit. 15Si he­res ro­ga­tus sit cer­tam sum­mam usu­ris cer­tis fae­no­ri da­re, uti­le est fi­dei­com­mis­sum: sed Mae­cia­nus pu­tat non alias co­gen­dum cre­de­re, quam ido­nee ei ca­vea­tur: sed ego pro­cli­vior sum, ut pu­tem cau­tio­nem non ex­igen­dam. 16Si ser­vo alie­no mi­li­tia re­lin­qua­tur, an do­mi­no quae­ra­tur le­ga­tum, quae­ri­tur. et aut scit ser­vum es­se, et di­co aes­ti­ma­tio­nem de­be­ri: aut igno­ra­vit, et de­ne­ga­ri fi­dei­com­mis­si per­se­cu­tio de­bet, quia, si scis­set ser­vum, non re­li­quis­set. 17Ex his ap­pa­ret, cum per fi­dei­com­mis­sum ali­quid re­lin­qui­tur, ip­sum prae­stan­dum quod re­lic­tum est: cum ve­ro ip­sum prae­sta­ri non pot­est, aes­ti­ma­tio­nem es­se prae­stan­dam. 18Si quis de­cem ali­cui per fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rit et, si per­di­dis­set id quod tes­ta­men­to re­lic­tum est, rur­sus ei re­li­que­rit, quae­re­ba­tur, an se­quens fi­dei­com­mis­sum va­leat vel an ex­ige­re he­res de­beat cau­tio­nem sal­va fo­re de­cem, ne co­ga­tur ad prae­sta­tio­nem, et an, si sae­pius per­di­dis­set, sae­pius ei sar­ci­re­tur fi­dei­com­mis­sum. di­vus Pius re­scrip­sit ne­que cau­tio­nem ex­igen­dam et non am­plius quam se­mel, post­quam per­di­dis­set, prae­stan­dum: non enim one­ran­dus est he­res, ut in in­fi­ni­tum, quo­tiens per­di­de­rit, re­sti­tue­re ei tan­tun­dem de­beat, sed ut per fi­dei­com­mis­sum pos­te­rius du­pli­ca­ta eius le­ga­ta vi­dean­tur nec am­plius ad pe­ri­cu­lum he­redis per­ti­neat, si quid post­ea is con­sump­se­rit ex­so­lu­to et pos­te­rio­re fi­dei­com­mis­so. 19Item si quis cer­tam quan­ti­ta­tem cui re­li­que­rit et ad­di­de­rit fa­ci­lius hanc sum­mam pos­se com­pen­sa­ri, cum de­bi­tor sit fi­dei­com­mis­sa­rius ex cau­sa he­redi­ta­tis Gaii Se­ii, nec ve­lit il­le he­redi­ta­tem ad­ire Gaii Se­ii, sed pe­tat fi­dei­com­mis­sum: im­pe­ra­tor nos­ter con­tra vo­lun­ta­tem eum tes­tan­tis pe­te­re fi­dei­com­mis­sum re­scrip­sit, cum in fi­dei­com­mis­sis prae­ci­pue spec­tan­da ser­van­da­que sit tes­ta­to­ris vo­lun­tas. 20Ple­rum­que eve­nit mul­to­rum in­ter­es­se id quod re­lin­qui­tur, ve­rum tes­ta­to­rem uni vo­luis­se ho­no­rem ha­bi­tum, et est haec sen­ten­tia Mar­cel­li ve­ris­si­ma. 21Sic eve­nit, ut in­ter­dum si plu­ri­bus tes­ta­tor ho­no­rem ha­be­re vo­luit et de plu­ri­bus sen­sit, quam­vis unum le­ga­tum sit, ta­men ad per­se­cu­tio­nem eius plu­res ad­mit­tan­tur. ut pu­ta si de­cem fue­runt eius­dem rei sti­pu­lan­di et he­res vel fi­dei­com­mis­sa­rius ro­ga­tus est, ut eis sol­ve­ret: hic enim si om­nium in­ter­est et de om­ni­bus sen­sit tes­ta­tor, fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum om­nes pe­te­re po­tue­runt. sed utrum in par­tem agent an in so­li­dum, vi­dea­mus: et cre­do, pro­ut cu­ius­que in­ter­est, con­se­quen­tur: unus igi­tur qui oc­cu­pat agen­do to­tum con­se­qui­tur ita, ut ca­veat de­fen­su iri ad­ver­sus ce­te­ros fi­dei­com­mis­sa­rios eum qui sol­vit, si­ve so­cii sunt si­ve non. 22In­ter­dum al­te­rius no­men scri­bi­tur in tes­ta­men­to, al­te­ri ve­ro fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio vel le­ga­ti com­pe­tit, ut pu­ta si fi­dei he­redis com­mit­ta­tur, ut ip­se pu­bli­cum pro Ti­tio prae­stet, fi­dei­com­mis­sum hoc vel le­ga­tum non pu­bli­ca­nus pe­tit, li­cet ei sit ad­scrip­tum, sed ip­se pe­te­re pot­erit, pro quo le­ga­tum re­lic­tum est. mul­tum au­tem in­ter­es­se ar­bi­tror, cui vo­luit pro­spec­tum cu­ius­que con­tem­pla­tio­ne tes­ta­tor fe­ce­rit. ple­rum­que au­tem in­tel­le­gen­dum est pri­va­ti cau­sa hoc fe­cis­se, li­cet emo­lu­men­tum pu­bli­ca­no quae­ra­tur. 23Si in ope­re ci­vi­ta­tis fa­cien­do ali­quid re­lic­tum sit, unum­quem­que he­redem in so­li­dum te­ne­ri di­vus Mar­cus et Lu­cius Ve­rus Pro­cu­lae re­scrip­se­runt: tem­pus ta­men co­he­redi prae­sti­tue­runt, in­tra quod mit­tat ad opus fa­cien­dum, post quod so­lam Pro­cu­lam vo­lue­runt fa­ce­re im­pu­ta­tu­ram co­he­redi sump­tum pro par­te eius. 24Er­go et in sta­tua et in ser­vi­tu­te ce­te­ris­que, quae di­vi­sio­nem non re­ci­piunt, idem di­vus Mar­cus re­scrip­sit. 25Si quis opus fa­ce­re ius­sus pa­ra­tus sit pe­cu­niam da­re rei pu­bli­cae, ut ip­sa fa­ciat, cum tes­ta­tor per ip­sum id fie­ri vo­lue­rit, non au­die­tur: et ita di­vus Mar­cus re­scrip­sit.

11Ulp. lib. II. Fideicommiss. Fideicommisse können in einer jeden Sprache hinterlassen werden, nicht blos in lateinischer oder griechischer, sondern auch in punischer oder gallischer, oder in der eines jeglichen anderen Volkes. 1So oft Jemand einen Testamentsaufsatz vorbereitet, und früher versterben sollte, als er testirt, so gilt das, was in dem Aufsatz geschrieben ist, nicht gleichwie in Folge eines Codicills, wenngleich die Schrift die Worte eines Fideicommisses enthält; und so schreibt Marcianus habe der Kaiser Pius decretirt. 2Der Kaiser Pius hat rescribirt, dass, wenn Jemand so geschrieben haben sollte: jenen empfehle ich dir, kein Fideicommiss geleistet zu werden brauche; denn etwas Anderes ist, eine Person empfehlen, etwas Anderes seinen Willen, ein Fideicommiss zu errichten, den Frben mittheilen. 3Da Jemand gebeten worden war, sein Erbtheil gegen den Empfang eines bestimmten Betrags auszuantworten, so hat man das Gutachten ertheilt, dass er selbst von freien Stücken das Fideicommiss vom Erben fordern könne. Aber ob er, wenn er wollen wird, seinen Theil voraus bekommen und ausantworten wird, oder ob er auch, wenn er nicht gewollt haben sollte, gezwungen werde, seinen Theil gegen den empfangenen Betrag auszuantworten, ist Gegenstand einer eigenen Betrachtung. Und in der That ist, wenn Jemand gebeten wird, gegen den Empfang eines bestimmten Betrags seinen Theil auszuantworten, ein doppeltes Fideicommiss vorhanden, das eine, dass er nämlich den Betrag fordern kann, wenn er bereit ist, seinen Theil abzutreten, das andere, dass, auch wenn er ihn nicht fordern wird, er doch gezwungen wird, dem Fideicommissar seinen Theil auszuantworten, wenn derselbe bereit ist, den Betrag zu leisten. 4Wenn Jemand so geschrieben haben sollte: es mögen dir die Weinberge, oder das Landgut genügen, so ist es ein Fideicommiss, weil wir auch glauben, dass das ein Fideicommiss sei: du sollst mit jener Sache zufrieden sein. 5Ad Dig. 32,11,5Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 93, Note 4.Ein so hinterlassenes Fideicommiss: wenn nicht mein Erbe nicht gewollt haben wird, so will ich, dass jenem Zehn gegeben werden sollen, ist gleichsam ein bedingtes Fideicommiss und erfordert eine erste Willensäusserung; und darum wird es nach der ersten Willensäusserung nicht in der Willkühr des Erben stehen, zu sagen, dass er nicht gewollt habe. 6Dies Vermächtniss aber: wenn er gewollt haben wird, enthält einen Aufschub, so lange der lebt, dem das Fideicommiss auferlegt ist; aber wenn er, ehe er es gegeben hat, gestorben sein wird, so leistet es der Erbe desselben. Aber auch wenn der Fideicommissinhaber, ehe der Erbe einen Entschluss fasst, verstorben sein sollte, so scheint er nichts auf seinen Erben übertragen zu haben; denn es ist Niemandem zweifelhaft, dass das Vermächtniss ein bedingtes sei, und dass der Fideicommissar, während die Bedingung des Vermächtnisses schwebt, verstorben zu sein scheine. 7Obgleich ein folgender Maassen hinterlassenes Fideicommiss nicht geleistet zu werden braucht: wenn du gewollt haben wirst, so wird es doch geleistet werden müssen, wenn Folgendes beigeschrieben sein wird: wenn du es für gut befunden, wenn du gemeint, wenn du dafür gehalten haben wirst, wenn es dir nützlich geschienen haben wird, oder scheinen wird; denn er hat dem Erben nicht vollständige Freiheit des Willens gegeben, sondern es ist gleichsam ein einem redlichen Mann auferlegtes Fideicommiss hinterlassen worden. 8Deshalb wird, wenn ein Fideicommiss so hinterlassen sein sollte: jenem, wenn er es verdient haben wird, das Fideicommiss jeden Falls geleistet werden müssen, wenn nur der Fideicommissinhaber sich gleichwie bei einem redlichen Mann ein Verdienst hat erwerben können. Und wenn es so hinterlassen sein sollte: wenn er dich nicht beleidigt haben wird, so wird es auf gleiche Weise geleistet werden müssen; auch wird der Erbe nicht vorschützen können, [der Fideicommissar] habe es nicht verdient, wenn ein anderer redlicher und nicht feindseliger Mann ein Verdienst hätte zulassen können. 9Wenngleich diese Worte: ich bitte dich, mein Sohn, dass du die Grundstücke, welche an dich gekommen sein werden, nach deiner Achtsamkeit behandeln, und Sorge für dieselben tragen mögest, damit sie an deine Söhne kommen können, nicht gehörig ein Fideicommiss ausdrücken, sondern mehr den Rath, als die Nothwendigkeit zu hinterlassen, so scheinen gleichwohl jene Grundstücke bei den Enkeln nach dem Tod ihres Vaters die Kraft eines Fideicommisses zu enthalten. 10Wenn ein dem Sohn zu leistendes Fideicommiss dem zum Erben eingesetzten Vater [desselben] aufgelegt sein sollte, so kann man, wenn es auch den Worten nach nicht so hinterlassen ist: wenn der Vater sterben würde, aber dies angenommen werden kann, z. B. weil es so hinterlassen ist, dass er es dem Sohne hinterlassen solle, oder: ich will, dass derselbe haben, oder ich will, dass demselben gehören solle, es vertheidigen, dass das Fideicommiss auf die Zeit hinterlassen worden ist, zu welcher der Sohn eigenen Rechtens wird. 11Wenn Jemandem ein Fideicommiss so hinterlassen sein wird: wenn er durch den Tod seines Vaters eigenen Rechtens geworden sein wird, und er durch Entlassung aus der väterlichen Gewalt eigenen Rechtens geworden sein sollte, so scheint die Bedingung nicht unerfüllt geblieben zu sein; aber er wird auch, wenn den Vater der Tod treffen sollte, weil dann die Bedingung eingetreten, zum Fideicommiss zugelassen werden. 12Wenn ein Testator eine ihm gehörige Sache vermachte, und dieselbe, da die Noth dazu drängte, veräussert haben sollte, so kann das Fideicommiss gefordert werden, wenn nicht bewiesen werden sollte, dass der Testator es dem [Vermächtnissinhaber] habe entziehen wollen, der Beweis des veränderten Willens aber ist von den Erben zu verlangen. 13Also wird man auch, wenn Jemand die Forderung von seinem Schuldner eingefordert haben sollte, welche er durch ein Fideicommiss hinterlassen hat, jedoch nicht in der Absicht, als wollte er das Fideicommiss aufheben, sagen können, dass es geleistet werden müsse, wenn nicht etwa zwischen diesen Fällen44Nämlich zwischen dem in diesem §. erwähnten, in welchem der Testator die vermachte Schuldforderung eingeklagt hat, und dem Fall des vorhergehenden §., in welchem er die vermachte Sache veräussert hat. ein Unterschied Statt findet; denn in diesem erlöscht das Wesen der Schuld selbst, in jenem bleibt die Sache bestehen, obgleich sie veräussert ist. Da jedoch Jemand die Forderung von seinem Schuldner eingefordert und das Geld niedergelegt gehabt hatte, so habe ich dafür gehalten, dass die Forderung des Fideicommisses noch vorhanden sei, vorzüglich weil er nicht selbst eingefordert, sondern der Schuldner von selbst das Geld angeboten hatte, welches er doch, da dieser selbst es anbot, nicht hat zurückweisen können. Wir werden es also wohl zulassen, dass auch, wenn er von diesem Theil des Geldes eine Sache angeschafft haben sollte, es jedoch nicht in der Absicht eingefordert hat, um den Fideicommissinhaber des Fideicommisses zu berauben, die Forderung des Fideicommisses noch vorhanden sein könne. 14Wenn Jemand unerlaubt gebaut hätte, das heisst, etwas, was die Constitutionen einzureissen befehlen, so wollen wir sehen, ob er daran ein Fideicommiss hinterlassen könne; und ich glaube, dass er es könne, denn da das Einreissen nothwendig ist, so ist kein Zweifel, dass der Senatsschluss55Nämlich der in der Bem. zu L. 45. D. de donatt. int. V. et U. 24. 1. erwähnte. S. auch L. 21. §. 2. h. t. nicht hinderlich ist. 15Wenn der Erbe [vom Erblasser] gebeten sein sollte, eine gewisse Summe zu bestimmten Zinsen auszuleihen, so ist das Fideicommiss wirksam; aber Marcianus glaubt, dass er nicht anders zum Darleihen zu zwingen sei, als wenn ihm gehörig Sicherheit gegeben werde; ich bin jedoch geneigter, zu glauben, dass keine Sicherheit zu fordern sei. 16Wenn einem fremden Sclaven eine einträgliche Stelle hinterlassen werden sollte, so fragt es sich, ob das Vermächtniss für den Herrn desselben erworben werde. Und entweder weiss [der Testator], dass [der Vermächtnissinhaber] ein Sclav sei, und [dann] sage ich, dass der Werth geleistet werden müsse66Weil nämlich ein Sclav zur Erwerbung der militia selbst unfähig ist., oder er hat es nicht gewusst, und [dann] muss die Verfolgung des Fideicommisses versagt werden, weil er es nicht hinterlassen hätte, wenn er gewusst hätte, dass [der Vermächtnissinhaber] ein Sclav sei. 17Hieraus erhellt, dass, wenn durch ein Fideicommiss etwas hinterlassen wird, dies selbst zu leisten sei, was hinterlassen worden ist, wenn aber dies selbst nicht geleistet werden kann, der Werth zu leisten sei. 18Man fragte, ob, wenn Jemand einem Zehn durch ein Fideicommiss hinterlassen, und auf den Fall, wenn er das, was durch das Testament hinterlassen worden ist, verloren hätte, sie ihm wiederum hinterlassen habe, das zweite Fideicommiss gelte, oder ob der Erbe Sicherheit fordern dürfe, dass die Zehn erhalten werden würden, damit er nicht zur [wiederholten] Leistung [derselben] gezwungen werde, und ob, wenn er [sie] öfters verloren hätte, ihm das Fideicommiss öfters ersetzt werden würde? Der Kaiser Pius hat [hierauf] rescribirt, dass sowohl keine Sicherheit zu fordern, als auch [das Fideicommiss] nicht öfters als ein Mal, nachdem [der Fideicommissinhaber] es verloren hätte, zu leisten sei; denn es ist ja der Erbe nicht so zu belästigen, dass er ins Unendliche, so oft [der Fideicommissinhaber das Fideicommiss] verloren hat, demselben eben soviel erstatten müsse, sondern so, dass durch das letztere Fideicommiss die Vermächtnisse desselben verdoppelt zu sein scheinen und es nicht weiter auf die Gefahr des Erben geht, wenn jener nachher etwas verthan haben sollte, nachdem auch das letztere Fideicommiss ausgezahlt worden ist. 19Desgleichen wenn Jemand Einem einen bestimmten Betrag hinterlassen, und hinzugefügt hat, dass diese Summe leichter aufgerechnet werden könne, da der Fideicommissinhaber in Folge der Erbschaft des Cajus Sejus [sein] Schuldner sei, und jener nun die Erbschaft des Cajus Sejus nicht antreten will, sondern das Fideicommiss fordert, so hat unser Kaiser77Antoninus Caracalla. rescribirt, dass er gegen den Willen des Testirenden das Fideicommiss fordere, da bei Fideicommissen vorzüglich der Wille des Testators zu berücksichtigen und aufrecht zu erhalten sei. 20Gewöhnlich trägt es sich zu, dass an dem, was hinterlassen wird, Vielen gelegen ist, der Testator aber einen Einzigen hat bedenken wollen; und es ist diese Ansicht des Marcellus sehr wahr. 21So kommt es, dass zuweilen, wenn der Testator Mehrere hat bedenken wollen, und an Mehrere gedacht hat, obwohl es nur ein einziges Vermächtniss ist, gleichwohl Mehrere zur Verfolgung desselben zugelassen werden, z. B. wenn zehn Theilnehmer einer Stipulation desselben [Erblassers] vorhanden waren, und der Erbe oder Fideicommissinhaber gebeten worden ist, dass er ihnen zahlen möchte; denn hier werden, wenn Allen daran gelegen ist, und der Testator an Alle gedacht hat, Alle das hinterlassene Fideicommiss fordern können. Aber ob sie [ein jeder] auf einen Theil, oder aufs Ganze klagen müssen, wollen wir sehen; und ich glaube, sie werden es erlangen, nachdem wie einem jeden daran gelegen ist. Einer also, welcher [den übrigen] zuvorkommt, erlangt dadurch, dass er klagt, das Ganze, so dass er Sicherheit gibt, dass der, welcher gezahlt hat, gegen die übrigen Fideicommissare werde vertheidigt werden, mögen sie Gesellschafter sein, oder nicht. 22Zuweilen wird der Name des Einen im Testamente geschrieben, einem Anderen aber steht die Forderung des Fideicommisses oder Vermächtnisses zu, z. B. wenn dem Erben das Fideicommiss aufgelegt werden sollte, dass er für den Titius die öffentliche Abgabe leisten solle; dies Fideicommiss oder Vermächtniss fordert nicht der Staatspächter, wenn es gleich demselben zugeschrieben worden ist, sondern der selbst, zu dessen Besten das Vermächtniss hinterlassen worden ist, wird es fordern können. Ich glaube aber, dass es ein grosser Unterschied sei, für wen der Testator gesorgt wissen wolle, und in Rücksicht auf wen er es gethan habe; gewöhnlich ist aber anzunehmen, dass er es um der Privatperson willen gethan habe, obgleich der Vortheil davon dem Staatspächter erworben wird. 23Der Kaiser Marcus und Lucius Verus haben an die Procula rescribirt, dass wenn etwas zur Errichtung eines Werkes in einer Stadt hinterlassen sei, ein jeder Erbe aufs Ganze gehalten sei; sie haben jedoch dem Miterben eine Zeit festgesetzt, innerhalb welcher er zur Errichtung des Werkes [Arbeiter] schicken solle, und haben gewollt, dass nach derselben die Procula allein es errichten solle, indem dieselbe dem Miterben die Kosten nach Verhältniss seines Erbtheils anrechnen würde. 24Demnach hat auch in Bezug auf eine Statue, und in Bezug auf eine Dienstbarkeit und die übrigen Sachen, welche keine Theilung zulassen, der Kaiser Marcus dasselbe rescribirt. 25Wenn Jemand, dem vom Testator anbefohlen worden ist, ein Werk zu errichten, bereit sein sollte, das Geld der Stadt zu geben, damit sie selbst es errichte, so wird er, da der Testator gewollt hat, dass es durch ihn selbst errichtet werden solle, nicht gehört werden; und so hat der Kaiser Marcus rescribirt.

12Va­lens li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. ‘Sti­chus li­ber es­to: et ut eum he­res ar­ti­fi­cium do­ceat, un­de se tue­ri pos­sit, pe­to’. Pe­ga­sus in­uti­le fi­dei­com­mis­sum es­se ait, quia ge­nus ar­ti­fi­cii ad­iec­tum non es­set: sed prae­tor aut ar­bi­ter ex vo­lun­ta­te de­func­ti et ae­ta­te et con­di­cio­ne et na­tu­ra in­ge­nio­que eius, cui re­lic­tum erit, sta­tuet, quod po­tis­si­mum ar­ti­fi­cium he­res do­ce­re eum sump­ti­bus suis de­beat.

12Valens lib. I. Fideicommiss. Stichus soll frei sein, und ich bitte, dass ihn der Erbe eine Kunst lehren möge, damit er sich durch dieselbe ernähren könne; Pegasus sagt, dass das Vermächtniss unwirksam sei, weil die Art der Kunst nicht beigefügt wäre; aber der Prätor, oder der nach seinem Ermessen handelnde Richter wird nach dem Willen des Verstorbenen, und dem Alter, und dem Verhältniss, und der Natur und der Anlage dessen, dem [das Vermächtniss] hinterlassen sein wird, bestimmen, welche Kunst vorzüglich der Erbe auf seine Kosten denselben lehren solle.

13Mae­cia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Si sic lo­cu­tus erit tes­ta­tor: ‘he­res meus il­li fun­dum da­to: Se­io hoc am­plius de­cem’, non erit du­bi­tan­dum, quin Se­ius et fun­di par­tem et de­cem ex tes­ta­men­to per­ci­pe­re de­beat.

13Marcian. lib. II. Fideicommiss. Wenn ein Testator so gesprochen haben wird: mein Erbe soll jenem ein Landgut geben, dem Sejus ausserdem noch Zehn, so wird nicht zu zweifeln sein, dass Sejus sowohl einen Theil des Landguts, als auch Zehn in Folge des Testamentes erhalten müsse.

14Gaius li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Non du­bium est, quin, si uxo­ri le­ga­tum sit ‘si non nup­se­rit’ id­que alii re­sti­tue­re ro­ga­ta sit, co­gen­da est, si nup­se­rit, re­sti­tue­re. 1He­res quo­que, cui iu­ris­iu­ran­di con­di­cio re­mit­ti­tur, le­ga­tum et fi­dei­com­mis­sum de­bet. 2Sed si cui le­ga­tum re­lic­tum est, ut alie­nam rem red­imat vel prae­stet, si red­ime­re non pos­sit, quod do­mi­nus non ven­dat vel im­mo­di­co pre­tio ven­dat, ius­tam aes­ti­ma­tio­nem in­fe­rat.

14Gaj. lib. I. Fideicommiss. Es ist nicht zweifelhaft, dass, wenn der Ehefrau [etwas] vermacht sein sollte: wenn sie sich nicht verheirathet haben wird, und sie gebeten sein sollte, dasselbe einem Andern auszuantworten, sie [in dem Falle,] wenn sie sich verheirathet haben wird, zu zwingen sei, es auszuantworten. 1Auch der Erbe, dem die Bedingung der Eidesleistung erlassen wird, muss das [ihm auferlegte] Vermächtniss und Fideicommiss leisten. 2Aber wenn Jemandem ein Vermächtniss hinterlassen worden ist, damit er eine fremde Sache kaufe, oder leiste, so soll er, wenn er sie nicht kaufen kann, weil der Eigenthümer sie entweder gar nicht, oder nur zu einem unmässigen Preis verkaufen will, den wahren Werth [derselben] zahlen.

15Mae­cia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Hae res tes­ta­to­ris le­ga­tae quae in pro­fun­do es­se di­cun­tur, quan­do­que ap­pa­rue­rint, prae­stan­tur.

15Marcian. lib. II. Fideicommiss. Solche vermachte Sachen des Testators, welche in der Tiefe [des Wassers] sein sollen, werden dann geleistet, wenn sie einmal zum Vorschein gekommen sein werden.

16Pom­po­nius li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Sae­pe le­ga­tum ple­nius re­sti­tue­tur fi­dei­com­mis­sa­rio quam es­set re­lic­tum, vel­uti si al­lu­vio­ne ager auc­tus es­set vel et­iam in­su­lae na­tae.

16Ad Dig. 32,16Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 188, Note 2.Pompon. lib. I. Fideicommiss. Oft wird ein Vermächtniss dem Fideicommissinhaber vollständiger ausgeantwortet, als es hinterlassen worden war, z. B. wenn das Grundstück durch Anspülung vergrössert worden, oder auch Inseln entstanden wären.

17Mae­cia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Et­iam ea quae fu­tu­ra sunt le­ga­ri pos­sunt, ut in­su­la vel in ma­re vel in flu­mi­ni­bus ena­ta: 1ser­vi­tus quo­que ser­vo prae­dium ha­ben­ti rec­te le­ga­tur.

17Marcian. lib. II. Fideicommiss. Auch das, was künftig ist, kann vermacht werden, z. B. eine im Meer oder in Flüssen entstandene Insel. 1Eine Dienstbarkeit wird auch einem Sclaven, der ein Grundstück hat, richtig vermacht.

18Pom­po­nius li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Si iu­re tes­ta­men­to fac­to fi­dei­com­mis­sum ti­bi re­li­que­ro, de­in­de post­ea aliud fe­ce­ro non iu­re, in quo fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum ti­bi vel aliud quam quod prio­re tes­ta­men­to vel om­ni­no non sit re­lic­tum, vi­den­dum est, mens mea haec fue­rit fa­cien­tis post­ea tes­ta­men­tum, ut no­lim ra­tum ti­bi sit prio­re tes­ta­men­to re­lic­tum, quia nu­da vo­lun­ta­te fi­dei­com­mis­sa in­fir­ma­ren­tur. sed vix id op­ti­ne­re pot­est, for­tas­sis id­eo, quod ita de­mum a prio­re tes­ta­men­to ve­lim re­ce­di, si pos­te­rius va­li­tu­rum sit et nunc ex pos­te­rio­re tes­ta­men­to fi­dei­com­mis­sum ei non de­be­tur, et­iam­si idem he­redes utro­que tes­ta­men­to in­sti­tu­ti ex prio­re ex­sti­te­runt.

18Pompon. lib. I. Fideicommiss. Wenn ich dir in einem dem Recht gemäss errichteten Testament ein Fideicommiss hinterlassen, sodann nachher ein anderes nicht dem Recht gemäss errichtet haben werde, in welchem dir entweder ein anderes Fideicommiss, als das im ersten Testamente, hinterlassen, oder überhaupt keines hinterlassen worden ist, so ist zu untersuchen, ob meine Absicht, indem ich nachher ein Testament errichtete, die gewesen sei, dass ich nicht wollte, dass das im ersten Testamente dir Hinterlassene gültig sein sollte, weil Fideicommisse durch den blossen Willen entkräftet werden. Doch das dürfte nicht Statt haben, und zwar wohl darum, weil ich will, dass nur dann von dem ersten Testamente abgegangen werden solle, wenn das zweite gelten wird; und nun wird ihm aus dem zweiten Testamente das Fideicommiss nicht gebühren, wenn auch eben Dieselben in beiden Testamenten zu Erben eingesetzt und es in Folge des ersten geworden sind.

19Va­lens li­bro quin­to fi­dei­com­mis­so­rum. Si ti­bi le­ga­tum est vel fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum, uti quid fa­cias, et­iam­si non in­ter­est he­redis id fie­ri, ne­gan­dam ti­bi ac­tio­nem, si non ca­veas he­redi fu­tu­rum, quod de­func­tus vo­luit, Ner­va et Ati­li­ci­nus rec­te pu­ta­ve­runt.

19Valens lib. V. Fideicommiss. Nerva und Atilicinus haben richtig geglaubt, dass, wenn dir ein Vermächtniss oder Fideicommiss hinterlassen worden ist, dass du etwas thun sollest, dir, auch wenn dem Erben nicht daran gelegen ist, dass es geschehe, die Klage zu versagen sei, wenn du dem Erben nicht Sicherheit gebest, dass das, was der Verstorbene gewollt hat, geschehen werde.

20Ul­pia­nus li­bro sex­to fi­dei­com­mis­so­rum. Si res mi­hi per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta ea­dem ti­bi le­ga­ta vel per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta sit non com­mu­ni­can­di ani­mo, sed utri­que in so­li­dum, amb­igen­dum non est, si al­te­ri sit so­lu­ta, al­te­rum nul­lum qui­dem ius in ip­sam rem ha­be­re, sed ac­tio­nem de pre­tio in­te­gram eum ha­be­re.

20Ulp. lib. VI. Fideicommiss. Wenn eine mir durch ein Fideicommiss hinterlassene Sache auch dir vermacht oder durch ein Fideicommiss hinterlassen sein sollte, nicht in der Absicht, sie zwischen uns gemeinschaftlich zu machen, sondern Beiden aufs Ganze, so ist kein Bedenken zu tragen, dass, wenn sie dem Einen geleistet worden sei, der Andere zwar kein Recht auf die Sache selbst habe, er aber die Klage wegen des Werthes ungeschmälert behalte.

21Pau­lus li­bro quar­to sen­ten­tia­rum. Nu­tu et­iam re­lin­qui­tur fi­dei­com­mis­sum, dum­mo­do is nu­tu re­lin­quat, qui et lo­qui pot­est, ni­si su­per­ve­niens mor­bus ei im­pe­d­imen­to sit. 1Fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum et apud eum, cui re­lic­tum est, ex cau­sa lu­cra­ti­va in­ven­tum ex­tin­gui pla­cuit, ni­si de­func­tus aes­ti­ma­tio­nem quo­que eius prae­sta­ri vo­luit. 2Co­lum­nis ae­dium vel tig­nis per fi­dei­com­mis­sum re­lic­tis ea tan­tum­mo­do am­plis­si­mus or­do prae­sta­ri vo­luit nul­la aes­ti­ma­tio­nis fac­ta men­tio­ne, quae si­ne do­mus in­iu­ria au­fer­ri pos­sunt.

21Paul. lib. IV. Sentent. Auch durch einen Wink wird ein Fideicommiss hinterlassen, wenn es nur ein solcher durch einen Wink hinterlässt, der auch reden kann, wenn ihm nicht etwa eine ihn überfallende Krankheit hinderlich ist. 1Man hat angenommen, dass ein hinterlassenes und bei dem, dem es hinterlassen worden ist, in Folge eines bereichernden Grundes vorgefundenes Fideicommiss erlösche, wenn nicht der Verstorbene gewollt hat, dass auch der Werth desselben geleistet werden sollte. 2Der wohlweise Senat hat verordnet, dass wenn Säulen oder Balken von Häusern durch ein Fideicommiss hinterlassen worden sind, nur die geleistet werden sollen, welche ohne Schaden des Hauses weggenommen werden können, ohne [der Leistung] des Werthes Erwähnung zu thun.

22Her­mo­ge­nia­nus li­bro quar­to iu­ris epi­to­ma­rum. Si quis in prin­ci­pio tes­ta­men­ti ad­scrip­se­rit: ‘cui bis le­ga­ve­ro, se­mel de­be­ri vo­lo’, post­ea eo­dem tes­ta­men­to vel co­di­cil­lis sciens sae­pe ei­dem le­ga­ve­rit, su­pre­ma vo­lun­tas po­tior ha­be­tur: ne­mo enim eam si­bi pot­est le­gem di­ce­re, ut a prio­re ei re­ce­de­re non li­ceat. sed hoc ita lo­cum ha­be­bit, si spe­cia­li­ter di­xe­rit prio­ris vo­lun­ta­tis si­bi pae­ni­tuis­se et vo­luis­se, ut le­ga­ta­rius plu­ra le­ga­ta ac­ci­piat. 1Mi­les in eum ex mi­li­ta­ri de­lic­to ca­pi­ta­li dic­ta sen­ten­tia, per­mit­ten­te eo in ip­sa sen­ten­tia qui dam­na­vit, sic­ut tes­ta­men­ti fa­cien­di ita fi­dei­com­mis­si re­lin­quen­di po­tes­ta­tem con­se­qui­tur. 2Mor­tis dam­num per fi­dei­com­mis­sum ser­vi re­lic­ti, an­te­quam mo­ra fiat, fi­dei­com­mis­sa­rius so­lus pa­ti­tur, li­cet alie­nus re­lin­qua­tur.

22Hermogen. lib. IV. Jur. Epitom. Wenn Jemand im Eingang des Testamentes hinzugeschrieben haben sollte: wem ich zwei Mal vermacht haben werde, dem will ich es ein Mal geleistet wissen; nachher in demselben Testamente, oder in einem Codicille wissentlich einem und demselben öfters vermacht haben sollte, so wird die letzte Willensäusserung für stärker gehalten, denn Niemand kann sich das Gesetz auflegen, dass es ihm nicht freistehen solle, von seinem früheren Willen abzugehen. Doch wird dies nur dann Statt haben, wenn er besonders gesagt haben wird, dass er seinen früheren Willen bereut und gewollt habe, dass der Vermächtnissinhaber mehrere Vermächtnisse erhalten solle. 1Ein Soldat erlangt, wenn gegen ihn wegen eines militärischen Vergehens ein Capitalurtheil gesprochen worden ist, dadurch, dass der, welcher ihn verurtheilt hat, in dem Urtheil selbst es erlaubt, sowie die Fähigkeit, ein Testament zu errichten, so auch die, ein Fideicommiss zu hinterlassen. 2Den Schaden durch den Tod eines durch ein Fideicommiss hinterlassenen Sclaven erleidet, ehe ein Verzug Statt findet, der Fideicommissinhaber allein, wenn gleich ein fremder hinterlassen wird.

23Pau­lus li­bro quin­to sen­ten­tia­rum. Ex im­per­fec­to tes­ta­men­to le­ga­ta vel fi­dei­com­mis­sa im­pe­ra­to­rem vin­di­ca­re in­ve­re­cun­dum est: de­cet enim tan­tae ma­ies­ta­ti eas ser­va­re le­ges, qui­bus ip­se so­lu­tus es­se vi­de­tur.

23Paul. lib. V. Sentent. Es würde unziemlich sein, wenn der Kaiser Vermächtnisse oder Fideicommisse aus einem unvollkommenen Testamente in Anspruch nehmen wollte; denn es ziemt einer so hohen Majestät, diejenigen Gesetze zu beobachten, von denen er selbst entbunden zu sein scheint.

24Ne­ra­tius li­bro se­cun­do re­spon­so­rum. Cre­di­to­ri ita pot­est le­ga­ri, ne in­de­bi­tum ab eo re­pe­te­re­tur.

24Nerat. lib. II. Resp. Einem Gläubiger kann so vermacht werden, dass eine Nichtschuld von ihm nicht zurückgefordert werden sollte.

25Pau­lus li­bro pri­mo ad Ne­ra­tium. ‘Il­le aut il­le he­res Se­io cen­tum da­to’: pot­est Se­ius ab utro ve­lit pe­te­re. 1Cum in ver­bis nul­la amb­igui­tas est, non de­bet ad­mit­ti vo­lun­ta­tis quaes­tio.

25Paul. lib. I. ad Nerat. Der oder jener Erbe soll dem Sejus Hundert geben; Sejus kann sie von welchem von Beiden er will, fordern. 1Wenn in den Worten keine Zweideutigkeit liegt, so darf die Frage nach der Absicht nicht zugelassen werden.

26Idem li­bro se­cun­do ad Ne­ra­tium. Is qui fi­dei­com­mis­sum de­bet post mo­ram non tan­tum fruc­tus, sed et­iam om­ne dam­num, quo ad­fec­tus est fi­dei­com­mis­sa­rius, prae­sta­re co­gi­tur.

26Idem lib. II. ad Nerat. Der, welcher ein Fideicommiss leisten muss, wird nach dem Verzug nicht blos die Früchte, sondern auch jeden Schaden, welcher dem Fideicommissinhaber zugefügt worden ist, zu ersetzen gezwungen.

27Idem li­bro se­cun­do de­cre­to­rum. Pau­la Cal­li­ni­co ex par­te he­rede in­sti­tu­to fi­liae eius­dem Iu­ven­tia­nae, cum in fa­mi­lia nup­sis­set, de­cem tes­ta­men­to le­ga­vit: de­in­de post tem­pus co­di­cil­lis fac­tis cen­tum ei­dem cal­li­ni­co re­li­que­rat non ad­iec­to ‘hoc am­plius’. pro­nun­tia­vit utram­que sum­mam de­be­ri, ma­xi­me cum in co­di­cil­lis fi­liae cal­li­n­ici ni­hil le­ga­tum fuis­set. 1Pom­peius Her­mip­pus fi­lium Her­mip­pum ex do­dran­te, fi­liam Ti­tia­nam ex qua­dran­te he­redes in­sti­tue­rat et prae­dia cer­ta sin­gu­lis prae­le­ga­ve­rat: prae­ter­ea, si si­ne li­be­ris Her­mip­pus mo­re­re­tur, aliam pos­ses­sio­nem fi­liae da­ri ius­se­rat: post tes­ta­men­tum fac­tis co­di­cil­lis fi­liae cer­ta prae­dia de­de­rat eam­que his con­ten­tam es­se vo­luit pro om­ni he­redi­ta­te et his, quae in tes­ta­men­to re­li­que­rat: Her­mip­pi bo­na ad fis­cum per­ve­ne­rant: Ti­tia­na so­ror fi­dei­com­mis­sum pe­te­bat. quae­re­ba­tur, utrum pro he­redi­ta­te tan­tum an et pro his, quae post mor­tem fra­ter ro­ga­tus erat re­sti­tue­re, pa­ter eam vo­luis­set ac­ci­pe­re ea quae co­di­cil­lis re­li­que­rat. mi­hi ab om­ni vo­lun­ta­te re­ces­sum vi­de­ba­tur. pla­cuit hu­ma­nius in­ter­pre­ta­ri ea so­la, quae vi­ven­te fra­tre ac­cep­tu­ra erat, ad­emp­ta vi­de­ri, non et­iam quae post mor­tem eius re­li­que­rat, si si­ne li­be­ris de­ce­de­ret, et ita pro­nun­tia­vit. 2Iu­lia­nus Se­ve­rus de­ce­dens in­sti­tu­tis qui­bus­dam he­redi­bus alum­no suo quin­qua­gin­ta le­ga­ve­rat ea­que a Iu­lio Mau­ro co­lo­no suo ex pen­sio­ni­bus fun­di de­bi­tis ab eo prae­sta­ri vo­lue­rat ei­dem­que mau­ro quae­dam le­ga­ve­rat: cum de he­redi­ta­te fis­cus quaes­tio­nem mo­vis­set, ius­su pro­cu­ra­to­ris Mau­rus pe­cu­niam fis­co sol­ve­rat: post­ea he­res scrip­tus op­ti­nue­rat fis­cum: alum­no au­tem mor­tuo he­res eius fi­dei­com­mis­sum ab he­rede Mau­ri pe­te­bat. pla­cuit im­pe­ra­to­ri non vi­de­ri eius fi­dei com­mis­sum, sed de­mons­tra­tum, un­de ac­ci­pe­re pos­set: et id­eo he­res Se­ve­ri haec prae­sta­re de­bet.

27Idem lib. II. Decret. Paula hat, nachdem sie Jen Callinicus auf einen Theil zum Erben eingesetzt hatte, der Tochter eben desselben der Juventiana, wenn sie sich in der Familie verheirathet hätte, Zehn im Testament vermacht, sodann hatte sie in einem nach einiger Zeit errichteten Codicille demselben Callinicus Zehn hinterlassen, ohne hinzuzufügen: ausserdem noch; [der Kaiser]88Septim. Severus oder Anton. Caracalla, deren decreta Paulus in der Schrift, aus welcher vorliegende Stelle entnommen ist, gesammelt hatte. hat den Ausspruch gethan, dass beide Summen geleistet werden müssten, vorzüglich da in dem Codicille der Tochter des Callinicus Nichts vermacht gewesen war. 1Pompejus Hermippus hatte seinen Sohn Hermippus auf drei Viertel, seine Tochter Titiana auf ein Viertel zu Erben eingesetzt, und einem jeden gewisse Grundstücke zum Voraus vermacht, ausserdem angeordnet, dass, wenn Hermippus ohne Kinder sterben würde, der Tochter eine andere Besitzung gegeben werden sollte; in dem nach dem Testamente errichteten Codicille hatte er der Tochter gewisse Grundstücke gegeben, und hat seinen Willen dahin erklärt, dass dieselbe mit denselben statt der ganzen Erbschaft und statt dessen, was er im Testamente hinterlassen hatte, zufrieden sein sollte; das Vermögen des Hermippus war an den Fiscus gekommen, seine Schwester Titiana forderte das Fideicommiss; nun fragte es sich, ob der Vater gewollt hätte, dass sie nur statt der Erbschaft, oder auch, dass sie statt dessen, was der Bruder nach seinem Tode auszuantworten gebeten worden war, Das erhalten sollte, was er in dem Codicille hinterlassen hatte. Mir schien er von [seinem früheren] Willen ganz und gar abgegangen zu sein; man ist jedoch der Meinung gewesen, es billiger auszulegen, dass [nämlich] blos das, was sie beim Leben des Bruders erhalten würde, entzogen zu sein scheine, nicht auch das, was [der Testator] nach dem Tode desselben, wenn er ohne Kinder versterben würde, hinterlassen hatte; und dies hat [der Kaiser] ausgesprochen. 2Julianus Severus hatte sterbend, da er Einige zu Erben eingesetzt hatte, seinem Pflegesohn Funfzig vermacht, und gewollt, dass dieselben von dem Julius Maurus, seinem Pachter, aus den von demselben für ein Grundstück geschuldeten Pachtzinsen geleistet werden sollten, und hatte demselben Maurus Einiges vermacht; da der Fiscus wegen der Erbschaft Streit erhoben hatte, so hatte Maurus auf das Geheiss des Procurators [des Fiscus] das Geld dem Fiscus gezahlt, nachher hatte der eingesetzte Erbe den Fiscus überwunden, da der Pflegesohn aber gestorben war, so forderte der Erbe desselben das Fideicommiss von dem Erben des Maurus; der Kaiser hat für gut befunden, dass dem [Maurus] das Fideicommiss nicht aufgelegt, sondern dass blos [von dem Testator] angezeigt zu sein scheine, woher [der Pflegesohn] es erhalten könnte; und darum muss der Erbe des Severus dies leisten.

28Idem li­bro sin­gu­la­ri ad se­na­tus con­sul­tum Ter­tul­lia­num. Si fi­dei meae com­mit­ta­tur, ut, quod mi­hi re­lic­tum fue­rit su­pra quod ca­pe­re pos­sum, alii re­sti­tuam, pos­se me id ca­pe­re con­stat.

28Idem lib. sing. ad SC. Tertull. Es ist bekannt, dass wenn mir das Fideicommiss aufgelegt werden sollte, dass ich das, was mir über das, was ich erwerben kann, hinaus hinterlassen sein sollte, einem Andern ausantworten solle, ich dieses [deshalb] doch erwerben könne99Nämlich zu dem Ende, um es dem Fideicommissar auszuantworten..

29La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Qui con­cu­bi­nam ha­be­bat, ei ves­tem prio­ris con­cu­bi­nae uten­dam de­de­rat, de­in­de ita le­ga­vit: ‘ves­tem, quae eius cau­sa emp­ta pa­ra­ta es­set’. Cas­cel­lius Tre­ba­tius ne­gant ei de­be­ri prio­ris con­cu­bi­nae cau­sa pa­ra­ta, quia alia con­di­cio es­set in uxo­re. La­beo id non pro­bat, quia in eius­mo­di le­ga­to non ius uxo­rium se­quen­dum, sed ver­bo­rum in­ter­pre­ta­tio es­set fa­cien­da idem­que vel in fi­lia vel in qua­li­bet alia per­so­na iu­ris es­set. La­beo­nis sen­ten­tia ve­ra est. 1Cum ita le­ga­tum es­set, ut Ti­tia uxor mea tan­tan­dem par­tem ha­beat quan­tu­lam unus he­res, si non ae­qua­les par­tes es­sent he­redum, Quin­tus Mu­cius et Gal­lus pu­ta­bant ma­xi­mam par­tem le­ga­tam es­se, quia in ma­io­re mi­nor quo­que in­es­set, Ser­vius Ofi­lius mi­ni­mam, quia cum he­res da­re dam­na­tus es­set, in po­tes­ta­te eius es­set, quam par­tem da­ret. La­beo hoc pro­bat id­que ve­rum est. 2Cum ita le­ga­tum es­set: ‘quan­ta pe­cu­nia ex he­redi­ta­te Ti­tii ad me per­ve­nit, tan­tam pe­cu­niam he­res meus Se­iae da­to’, id le­ga­tum pu­tat La­beo, quod ac­cep­tum in ta­bu­lis suis ex ea he­redi­ta­te tes­ta­tor ret­tu­lis­set: ce­te­rum ne­gat ca­ven­dum he­redi a le­ga­ta­rio, si quid for­te post­ea eius he­redi­ta­tis no­mi­ne he­res dam­na­tus es­set. ego con­tra pu­to, quia non pot­est vi­de­ri per­ve­nis­se ad he­redem, quod eius he­redi­ta­tis no­mi­ne prae­sta­tu­rus es­set: idem Al­fe­nus Va­rus Ser­vio pla­cuis­se scri­bit, quod et ve­rum est. 3Si he­res ti­bi ser­vo ge­ne­ra­li­ter le­ga­to Sti­chum tra­di­de­rit is­que a te evic­tus fuis­set, pos­se te ex tes­ta­men­to age­re La­beo scri­bit, quia non vi­de­tur he­res de­dis­se, quod ita de­de­rat, ut ha­be­re non pos­sis: et hoc ve­rum pu­to. sed hoc am­plius ait de­be­re te, prius­quam iu­di­cium ac­ci­pia­tur, de­nun­tia­re he­redi: nam si ali­ter fe­ce­ris, agen­ti ex tes­ta­men­to op­po­ne­tur ti­bi do­li ma­li ex­cep­tio. 4‘Si Sti­chus et Da­ma ser­vi mei in po­tes­ta­te mea erunt cum mo­riar, tum Sti­chus et Da­ma li­be­ri sun­to et fun­dum il­lum si­bi ha­ben­to’. si al­te­rum ex his post tes­ta­men­tum fac­tum do­mi­nus alie­nas­set vel ma­nu­mis­sis­set, ne­utrum li­be­rum fu­tu­rum La­beo pu­tat: sed Tu­be­ro eum, qui re­man­sis­set in po­tes­ta­te, li­be­rum fu­tu­rum et le­ga­tum ha­bi­tu­rum pu­tat. Tu­be­ro­nis sen­ten­tiam vo­lun­ta­ti de­func­ti ma­gis pu­to con­ve­ni­re.

29Labeo lib. II. Poster. a Javol. epitom. Jemand, der eine Concubine hatte, hatte derselben das Kleid seiner frühern Concubine zum Gebrauch gegeben, sodann hat er so vermacht: das Kleid, welches um ihretwillen gekauft und angeschafft worden wäre; Cascellius und Trebatius sagen, dass ihr das um der früheren Concubine willen Angeschaffte nicht geleistet zu werden brauche, weil bei einer Ehefrau ein anderes Verhältniss Statt fände. Labeo billigt das nicht, weil bei einem Verinächtniss der Art nicht das Ehefrauenrecht zu befolgen, sondern eine Auslegung der Worte vorzunehmen sei; und dasselbe sowohl bei einer Tochter, als bei einer jeden andern Person Rechtens wäre; die Meinung des Labeo ist wahr. 1Wenn so vermacht worden ist, dass Titia, meine Ehefrau, einen so grossen Theil haben solle, wie ein Erbe, so glaubten Quintus Mucius und Gallus, dass, wenn die Theile der Erben nicht gleich wären, der grösste Theil vermacht sei, weil in dem grösseren auch der kleinere enthalten wäre, Servius und Ofilius, dass der kleinste [vermacht sei], weil, wenn der Erbe zu geben verurtheilt wäre1010Dies bezieht sich auf das vorjustin. Recht. S. die Bem. zu L. 48. §. 1. D. de jure dot. 23. 3. u. vgl. Ulp. Fragm. 24. 14. es in seiner Gewalt stände, welchen Theil er geben wollte; Labeo billigt dies und es ist wahr. 2Wenn so vermacht wäre: soviel Geld, als aus der Erbschaft des Titius an mich gekommen ist, soll mein Erbe der Seja geben, so glaubt Labeo, sei das vermacht, was der Testator als aus jener Erbschaft empfangen in seine Rechnungsbücher eingetragen hätte; übrigens, sagt er, brauche dem Erben vom Vermächtnissinhaber keine Sicherheit gegeben zu werden, wenn der Erbe etwa nachher wegen jener Erbschaft in Etwas verurtheilt worden wäre. Ich glaube das Gegentheil, weil man das nicht als an den Erben gekommen ausehen kann, was er wegen jener Erbschaft zu leisten haben würde. Dasselbe, schreibt Alfenus Varus, habe Servius angenommen; was auch wahr ist. 3Labeo schreibt, wenn der Erbe, da dir ein Sclav im Allgemeinen vermacht war, den Stichus übergeben habe, und derselbe dir entwährt worden wäre, so könnest du aus dem Testamente klagen, weil der Erbe das nicht gegeben zu haben scheint, was er so gegeben hatte, dass du es nicht behalten kannst; und das halte ich für wahr. Aber ausserdem sagt er noch, dass du, bevor du dich auf die Klage einlässest, dem Erben Anzeige machen müsstest; denn wenn du anders gehandelt haben solltest, so wird dir, wenn du aus dem Testament klagst, die Einrede der bösen Absicht entgegengesetzt werden. 4Wenn Stichus and Dama, meine Sclaven, in meiner Gewalt sein werden, wenn ich sterben werde, dann sollen Stichus und Dama frei sein, und sollen jenes Grundstück haben; wenn nun der Herr einen von diesen nach errichtetem Testament veräussert oder freigelassen hätte, so glaubt Labeo, dass Keiner von Beiden frei sein werde; aber Tubero glaubt, dass der, welcher in der Gewalt geblieben wäre, frei sein und das Vermächtniss erhalten werde. Ich glaube, dass die Meinung des Tubero dem Willen des Verstorbenen mehr entspreche.

30La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Qui quat­tuor po­cu­la olea­gi­nea ha­be­bat, ita le­ga­vit: po­cu­la olea­gi­nea pa­ria duo. re­spon­di unum par le­ga­tum es­se, quia non ita es­set: bi­na pa­ria ne­que ita: po­cu­lo­rum pa­ria duo: idem et Tre­ba­tius. 1Qui hor­tos pu­bli­cos a re pu­bli­ca con­duc­tos ha­be­bat, eo­rum hor­to­rum fruc­tus us­que ad lus­trum, quo con­duc­ti es­sent, Au­fi­dio le­ga­ve­rat et he­redem eam con­duc­tio­nem eo­rum hor­to­rum ei da­re dam­na­ve­rat si­ne­re­que uti eum et frui. re­spon­di he­redem te­ne­ri si­ne­re frui: hoc am­plius he­redem mer­ce­dem quo­que hor­to­rum rei pu­bli­cae prae­sta­tu­rum. 2Cum tes­ta­men­to scrip­tum es­set: ‘Sti­cho ser­vo meo he­res quin­que da­to et, si Sti­chus he­redi meo bi­en­nium ser­vie­rit, li­ber es­to’, post bi­en­nium le­ga­tum de­be­ri ex­is­ti­mo, quia in id tem­pus et li­ber­tas et le­ga­tum re­fer­ri de­be­ret: quod et Tre­ba­tius re­spon­dit. 3Si fun­dum mi­hi ven­de­re cer­to pre­tio dam­na­tus es, nul­lum fruc­tum eius rei ea ven­di­tio­ne ex­ci­pe­re ti­bi li­be­rum erit, quia id pre­tium ad to­tam cau­sam fun­di per­ti­net. 4Qui fun­dum man­da­tu meo in so­cie­ta­te mi­hi et si­bi eme­rat, de­in­de eum fi­ni­bus di­vi­se­rat et prius­quam mi­hi tra­de­ret, ita eum ti­bi le­ga­ve­rat ‘fun­dum meum il­li do’. ne­ga­vi am­plius par­tem de­be­ri, quia ve­ri­si­mi­le non es­set ita tes­ta­tum es­se pa­trem fa­mi­lias, ut man­da­ti he­res eius dam­na­re­tur. 5‘Uxo­ri meae, dum cum fi­lio meo Capuae erit, he­res meus du­cen­ta da­to’: fi­lius a ma­tre mi­gra­vit. si am­bo Capuae ha­bi­tas­sent, le­ga­tum ma­tri de­bi­tu iri pu­ta­vi, quam­vis una non ha­bi­tas­sent: sin au­tem in aliud mu­ni­ci­pium trans­is­sent, unius an­ni tan­tum­mo­do de­bi­tu iri, quo una ha­bi­tas­sent quan­to­li­bet tem­po­re: Tre­ba­tius ait. vi­dea­mus, an his ver­bis ‘dum cum fi­lio Capuae erit’ non con­di­cio sig­ni­fi­ce­tur, sed ea scrip­tu­ra pro su­per­va­cuo de­bet ha­be­ri: quod non pro­bo. sin au­tem per mu­lie­rem mo­ra non est, quo mi­nus cum fi­lio ha­bi­tet, le­ga­ta ei de­be­ri. 6Si ae­des alie­nas ut da­res dam­na­tus sis ne­que eas ul­la con­di­cio­ne eme­re pos­sis, aes­ti­ma­re iu­di­cem opor­te­re Ateius scri­bit, quan­ti ae­des sint, ut pre­tio so­lu­to he­res li­be­re­tur. idem­que iu­ris est et si po­tuis­ses eme­re, non eme­res.

30Idem lib. II. Poster. a Javol. epitom. Jemand, der vier Becher von Olivenholz hatte, hat so vermacht: zwei gleiche Becher von Olivenholz{note *}Pocula oleaginea paria duo.{/note}; ich habe das Gutachten ertheilt, dass ein einziges Paar vermacht sei, weil nicht so vermacht wäre: je zwei Paar{note **}Bina paria.{/note}, auch nicht so: zwei Paar der Becher{note ***}Poculorum paria duo.{/note}1111Diese Stelle kann im Deutschen nicht gehörig wiedergegeben werden, weil derselben ein Wortspiel mit der doppelten Bedeutung von par zum Grunde liegt. Der Testator hatte nämlich durch seine Worte seinen Zweifel über die Bedeutung, in welcher er par genommen habe, erregt.; dasselbe [glaubt] auch Trebatius. 1Jemand, der öffentliche Gärten von einer Stadt gepachtet hatte, hatte die Früchte dieser Gärten bis zum [Ablauf] der fünf Jahre1212Usque ad lustrum, s. d. Bem. zu L. 4. §. 1. D. de reb. cred. 12. 1., auf welche sie gepachtet wären, dem Aufidius vermacht, und den Erben verurtheilt, demselben diese Pachtung jener Gärten zu überlassen, und zu dulden, dass er [dieselben] gebrauche und benutze; ich habe das Gutachten ertheilt, dass der Erbe gehalten sei, zu dulden, dass der Vermächtnissinhaber benutze, noch mehr, der Erbe werde auch den Pachtzins für die Gärten der Stadt leisten müssen. 2Da in einem Testamente geschrieben war: der Erbe soll dem Stichus, meinem Sclaven, Fünf geben, und wenn Stichus meinem Erben zwei Jahre gedient haben wird, so soll er frei sein, so glaube ich, dass das Vermächtniss nach zwei Jahren geleistet werden müsse, weil sowohl die Freiheit, als das Vermächtniss auf jene Zeit bezogen werden musste; und das hat auch Trebatius zum Gutachten ertheilt. 3Wenn du [vom Testator] verurtheilt worden bist, mir ein Grundstück zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, so wird es dir nicht freistehen, irgend eine Nutzung jener Sache von diesem Kaufe auszunehmen, weil jener Preis sich auf den ganzen Inbegriff des Grundstücks bezieht. 4Jemand, der in meinem Auftrag zur Gemeinschaft für mich und sich ein Grundstück gekauft hatte, hatte dasselbe sodann durch Grenzen getheilt, und, bevor er es mir übergab, dir dasselbe so vermacht: ich gebe jenem mein Grundstück; ich habe gesagt, dass nicht mehr als ein Theil geleistet werden müsse, weil es nicht wahrscheinlich wäre, dass ein Hausvater so testirt habe, dass sein Erbe auf die Auftragsklage verurtheilt werden müsste. 5Meiner Ehefrau soll, so lange sie mit meinem Sohn in Capua sein wird, mein Erbe Zweihundert geben; der Sohn ist von der Mutter weggegangen; ich bin der Meinung gewesen, dass, wenn sie Beide zu Capua gewohnt hätten, der Mutter das Vermächtniss würde geleistet werden müssen, obwohl sie nicht zusammen gewohnt hätten; wenn sie aber in eine andere Municipalstadt gegangen wären, so sagte Trebatius, werde nur [das Vermächtniss] eines einzigen Jahres, während dessen sie zusammen gewohnt hätten, sei es zu welcher Zeit es wolle, geleistet werden müssen. Doch fragt es sich, ob mit diesen Worten: so lange sie mit dem Sohne in Capua sein wird, nicht vielmehr eine Bedingung bezeichnet werde, sondern dieser Satz für überflüssig gehalten werden müsse. Aber das kann ich nicht billigen; wenn aber von Seiten der Frau kein Verzug Statt findet, dass sie mit dem Sohn nicht zusammen wohnt, [so glaube ich,] dass ihr die Vermächtnisse geleistet werden müssen. 6Atejus schreibt, wenn du [vom Testator] verurtheilt seist, dass du ein fremdes Haus geben solltest, und du dasselbe unter keiner Bedingung kaufen könnest, so müsse der Richter schätzen, wieviel das Haus werth sei, damit der Erbe, nachdem er den Werth bezahlt habe, befreit werde. Und dasselbe ist auch Rechtens, wenn du sie hättest kaufen können, [aber] nicht gekauft hast.

31Idem li­bro pri­mo pi­tha­no­rum a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Si cui ae­des le­ga­tae sint, is om­ne ha­be­bit id ae­di­fi­cium, quod so­lum ea­rum ae­dium erit. Paulus: hoc tunc de­mum fal­sum est, cum do­mi­nus ae­dium bi­na­rum ali­quid con­cla­ve, quod su­pra con­cama­ra­tio­nem al­te­ra­rum ae­dium es­set, in usum al­te­ra­rum con­ver­tit at­que ita his usus fue­rit: nam­que eo mo­do al­te­ris ae­di­bus id ac­ce­det, al­te­ris de­ce­det.

31Idem lib. I. Pithan. a Paulo epitom. Wenn Jemandem ein Haus vermacht sein sollte, so wird derselbe das ganze Gebäude haben, was über1313Nach der Lesart Hal. und der Vulg. supra. dem Boden jenes Hauses stehen wird; Paulus [bemerkt hierzu]: dies ist nur dann falsch, wenn der Eigenthümer von zwei Häusern irgend ein Zimmer, was sich über der Wölbung des einen Hauses befand, zum Gebrauch für das andere verwendet hat, und so sich derselben bedient haben wird; denn auf diese Weise wird dasselbe zu dem einen Haus hinzu kommen, von dem anderen abgehen.

32Scae­vo­la li­bro quar­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Sex­tiam fi­liam ex qua­dran­te, ex re­li­quis Se­ium et Mar­cium so­ro­ris fi­lios scrip­sit he­redes: Sex­tiam sub­sti­tuit Mar­cio et Mar­cium Sex­tiae, de­dit au­tem per prae­cep­tio­nem Mar­cio cer­tas spe­cies: Mar­cius par­tem he­redi­ta­tis, ex qua scrip­tus erat, omi­sit et eo in­tes­ta­to de­func­to bo­na eius ad fra­trem le­gi­ti­mum Se­ium de­vo­lu­ta sunt. quae­si­tum est, an Sex­tia ex sub­sti­tu­tio­ne et­iam haec, quae prae­le­ga­ta Mar­cio erant, iu­re sub­sti­tu­tio­nis a le­gi­ti­mo he­rede de­func­ti si­bi vin­di­ca­re pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur Sex­tiam in le­ga­tis, quae Mar­cio da­ta sunt, sub­sti­tu­tam non es­se.

32Scaevola lib. XIV. Dig. [Jemand] hat die Sextia, seine Tochter, auf ein Viertel, auf die übrigen Theile den Sejus und Marcius, die Söhne seiner Schwester, zu Erben eingesetzt; die Sextia hat er dem Marcius, und den Marcius der Sextia substituirt; dem Marcius hat er aber als Vermächtniss zum Voraus gewisse einzelne Sachen gegeben; Marcius hat den Theil der Erbschaft, auf welchen er eingesetzt war, nicht angenommen, und, da er ohne Testament gestorben ist, so ist sein Vermögen an seinen rechtmässigen Bruder Sejus gefallen; man hat gefragt, ob Sextia in Folge der Substitution auch das, was dem Marcius zum Voraus vermacht war, kraft des Rechts der Substitution von dem gesetzmässigen Erben des Verstorbenen in Anspruch nehmen könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss sei Sextia in Bezug auf die Vermächtnisse, welche dem Marcius gegeben worden sind, nicht substituirt.

33Idem li­bro quin­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Uxo­ri suae in­ter ce­te­ra ita le­ga­vit: ‘et do­mus eam par­tem, in qua mo­ra­ri con­sue­vi­mus’. quae­si­tum est, cum tam tes­ta­men­ti fa­ci­un­di tem­po­re quam mor­tis to­tam do­mum in usu ha­bue­rit nec quic­quam ex ea lo­ca­tum, an ea tan­tum­mo­do vi­de­tur le­gas­se cu­bicu­la, in qui­bus dor­mi­re con­sue­ve­rat. re­spon­dit eam om­nem par­tem, in qua mo­ra­ri cum fa­mi­lia sua con­sue­vis­set. 1Uxo­ri suae in­ter ce­te­ra ita le­ga­vit: ‘uxo­ri meae quid­quid vi­vus de­di do­na­vi usi­bus­ve eius con­pa­ra­vi, con­ce­di vo­lo’: quae­ro, an quod post tes­ta­men­tum fac­tum ei do­na­tum est, id quo­que con­ces­sum vi­dea­tur. re­spon­dit ver­ba quae pro­po­ne­ren­tur ni­hil pro fu­tu­ro tem­po­re sig­ni­fi­ca­re. 2Cum Se­ius pro uxo­re cen­tum au­reos cre­di­to­ri sol­ve­rit et or­na­men­tum pig­no­ri po­si­tum lue­rit, post­ea au­tem tes­ta­men­to fac­to uxo­ri suae le­ga­vit, quid­quid ad eum in­ve sti­pu­la­tum eius con­ces­sit et hoc am­plius vi­ce­nos au­reos an­nuos: quae­si­tum est, an hos cen­tum au­reos he­redes vi­ri ab uxo­re vel ab he­redi­bus eius re­pe­tant. re­spon­dit, si do­na­tio­nis cau­sa cre­di­to­ri sol­vis­set, te­ne­ri he­redes ex cau­sa fi­dei­com­mis­si, si re­pe­tant, at­que et­iam pe­ten­tes ex­cep­tio­ne sum­mo­ve­ri: quod prae­sump­tum es­se de­bet, ni­si con­tra­rium ab he­rede ap­pro­be­tur.

33Idem lib. XV. Dig. Jemand hat seiner Ehefrau unter Anderem so vermacht: und denjenigen Theil des Hauses, in welchem wir gewohnt gewesen sind, uns aufzuhalten; man hat gefragt, ob, da er sowohl zur Zeit der Testaments-Errichtung, als auch des Todes, das ganze Haus in Gebrauch gehabt, and gar nichts von demselben vermiethet habe, nur die Zimmer vermacht zu haben scheint, in denen er zu schlafen gewohnt gewesen war? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, jenen ganzen Theil, in welchem er mit seinem Gesinde sich aufzuhalten gewohnt gewesen wäre. 1Jemand hat seiner Ehefrau unter Anderem so vermacht: Ich will, dass meiner Ehefrau Alles, was ich ihr beim Leben gegeben, geschenkt oder zu ihrem Gebrauch angeschafft habe, eingeräumt werde; ich frage ob auch das eingeräumt zu sein scheine, was ihr nach errichtetem Testamente geschenkt worden ist. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, die Worte, welche angeführt würden, zeigten Nichts für die künftige Zeit an. 2Da Sejus für seine Ehefrau hundert Goldstücke an ihren Gläubiger gezahlt, und den zum Pfand versetzten Schmuck gelöst hat, nachher aber in dem von ihm errichteten Testament seiner Ehefrau Alles, was er dem [Gläubiger derselben] oder zum Behuf der Stipulation desselben gegeben hat, und ausserdem noch je zwanzig Goldstücke jährlich vermacht hat; so hat man gefragt, ob die Erben des Mannes diese hundert Goldstücke von der Ehefrau oder den Erben derselben zurückfordern können. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn er sie in der Absicht einer Schenkung an den Gläubiger gezahlt hätte, so seien die Erben, wenn sie sie zurückforderten, aus dem Grunde des Fideicommisses gehalten, und würden auch, wenn sie sie forderten, durch eine Einrede zurückgewiesen, und das muss vermuthet werden, wenn nicht das Gegentheil vom Erben bewiesen wird.

34Idem li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. No­men de­bi­to­ris in haec ver­ba le­ga­vit: ‘Ti­tio hoc am­plius da­ri vo­lo de­cem au­reos, quos mi­hi he­redes Gaii Se­ii de­bent, ad­ver­sus quos ei ac­tio­nem man­da­ri vo­lo ei­que eo­run­dem pi­g­no­ra tra­di’. quae­ro, utrum he­redes tan­tum de­cem da­re de­beant an in om­ne de­bi­tum, hoc est in usu­ras de­beant man­da­re. re­spon­dit vi­de­ri uni­ver­sam eius no­mi­nis ob­li­ga­tio­nem le­ga­tam. item quae­ro, cum igno­ran­te ma­tre fa­mi­lias ac­to­res in pro­vin­cia ad­iec­tis sor­ti usu­ris de­cem sti­pu­la­ti sint, an ex cau­sa fi­dei­com­mis­si su­pra scrip­ti et­iam in­cre­men­tum hu­ius de­bi­ti ad Ti­tium per­ti­neat. re­spon­dit per­ti­ne­re. 1Fi­lio ex par­te he­redi scrip­to prae­cep­tio­nem de­dit in­ter ce­te­ra his ver­bis: ‘Ti­tio fi­lio meo no­mi­na ex ca­len­da­rio, quae ele­ge­rit fi­lius meus si­bi, vi­gin­ti da­re dam­nas sun­to si­ne do­lo ma­lo’: ei­dem fi­lio vi­vus om­nium re­rum sua­rum ad­mi­nis­tra­tio­nem per­mi­sit: qui post tes­ta­men­tum fac­tum an­te mor­tem pa­tris an­nis de­cem, qui­bus pro­cu­ra­bat pa­tri, con­tra ve­te­rem con­sue­tu­di­nem pa­tris, qua ca­len­da­rium ex­er­ce­ba­tur, no­vos de­bi­to­res am­pla­rum pe­cu­nia­rum fe­cit et in prio­res, quos pa­ter ex­igua­rum for­tu­na­rum ha­be­bat, ma­ius cre­di­tum con­tu­lit ad hoc, ut vi­gin­ti no­mi­ni­bus pro­pe om­nis sub­stan­tia ka­len­da­rii es­set. quae­si­tum est, an huic fi­lio eo­rum no­mi­num, quae ip­se fe­cit, prae­cep­tio per­mit­ten­da est. re­spon­dit ex his elec­tio­nem ha­be­re, quae tes­ta­men­ti tem­po­re tes­ta­tor in ka­len­da­rio ha­buit. 2Uni ex he­redi­bus per prae­cep­tio­nem re­li­quit ea, quae ex pa­tri­mo­nio vi­ri sui Are­tho­nis ei su­per­erant, eius­que fi­dei com­mis­sit haec ea­dem re­sti­tue­re pro­ne­po­ti, cum erit an­nis se­de­cim, in qui­bus haec ver­ba ad­ie­cit: ‘item ro­go, uti re­li­quum aes alie­num, quod ex bo­nis Are­tho­nis de­be­tur, om­ni­bus cre­di­to­ri­bus ex red­iti­bus eo­rum bo­no­rum sol­vas red­das sa­tis­que fa­cias’. quae­si­tum est, an, si pro­ba­ve­rit he­res non suf­fi­ce­re red­itum bo­no­rum ad to­tius de­bi­ti ex­so­lu­tio­nem, ni­hi­lo mi­nus ta­men ip­se de­bet ad­gnos­ce­re onus ae­ris alie­ni. re­spon­dit ma­ni­fes­te pro­po­ni ex red­iti­bus bo­no­rum eo­rum ius­sum aes alie­num ex­sol­ve­re, non de pro­prio. 3Pa­ter fi­lio et fi­lia he­redi­bus in­sti­tu­tis cum sin­gu­lis cer­ta prae­dia et ka­len­da­ria prae­le­gas­set, ita ca­vit: ‘a te au­tem, fi­li ca­ris­si­me, pe­to, quae­cum­que le­ga­vi, prae­sta­ri vo­lo, et si quid eve­ne­rit ae­ris alie­ni, si quod in tem­pus pro mu­tuo ac­ce­pe­ram et de­bue­ro, a te sol­vi vo­lo, ut quod so­ro­ri tuae re­li­qui, in­te­grum ad eam per­ti­neat’. quae­si­tum est, an quod ex qua­cum­que cau­sa de­buit pa­ter, a fi­lio sit prae­stan­dum. re­spon­dit pos­se fi­liam ex fi­dei­com­mis­so con­se­qui ut le­va­re­tur, quo ma­gis in­te­grum, quod tes­ta­tor de­dis­set, ad eam per­ve­nis­set.

34Idem lib. XVI. Dig. [Eine Frau] hat eine Forderung an einen Schuldner so vermacht: Ich will, dass dem Titius ausserdem noch die zehn Goldstücke gegeben werden sollen, welche mir die Erben des Cajus Sejus schulden, und ich will, dass ihm die Klage gegen dieselben übertragen, und ihm die Pfänder, eben derselben übergeben werden sollen; ich frage, ob die Erben nur die Zehn geben müssen, oder [die Klage] auf die ganze Schuld, das heisst auch auf die Zinsen übertragen müssen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es scheine jene gesammte Schuldverbind lichkeit vermacht zu sein. Ingleichen frage ich, ob, da wider Wissen der Hausmutter ihre Geschäftsführer in der Provinz, indem sie die Zinsen zum Capital geschlagen; Zehn stipulirt haben, aus dem Grunde des oben angeführten Fideicommisses auch die Vermehrung dieser Schuld dem Titius gehöre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie demselben gehören. 1Jemand hat seinem auf einen Theil zum Erben eingesetzten Sohn unter Anderem ein Vermächtniss zum Voraus mit diesen Worten gegeben: die Erben sollen verurtheilt sein, dem Titius, meinem Sohne zwanzig Forderungen, welche sich mein Sohn aus dem Schuldbuch ausgesucht haben wird, ohne böse Absicht zu geben; demselben Sohn hat er bei seinem Leben die Verwaltung aller seiner Angelegenheiten erlaubt; und derselbe hat nach errichtetem Testamente vor dem Tode des Vaters in den zehn Jahren, während welcher er die Geschäfte des Vaters besorgte, gegen die alte Gewohnheit des Vaters, nach welcher das Geldgeschäft betrieben wurde, neue Schuldner von bedeutenden Geldern gemacht, und den früheren von geringen Baarschaften, welche der Vater hatte, ein grösseres Darleihen überlassen, bis soweit, dass fast der ganze Inhalt des Schuldbuchs aus zwanzig Forderungen bestand; man hat gefragt, ob diesem Sohne das Vermächtniss zum Voraus derjenigen Forderungen, welche er selbst begründet hat, zu gestatten sei? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er die Wahl unter denen habe, welche der Testator zur Zeit [der Errichtung] des Testaments im Schuldbuche gehabt hat. 2[Eine Frau] hat als Vermächtniss zum Voraus einem von ihren Erben das hinterlassen, was ihr von dem Vermögen ihres Mannes Areto übrig war; und hat demselben das Fideicommiss aufgelegt, dass er eben dasselbe ihrem Grossenkel, wenn er sechszehn Jahre alt sein wird, ausantworten sollte, wobei sie folgende Worte hinzugefügt hat: ingleichen bitte ich, dass du die übrigen Schulden, welche aus dem Vermögen des Areto geleistet werden müssen, allen Gläubigern von den Einkünften dieses Vermögens zahlen, wiedergeben und [denselben] Genüge thun mögest; man hat gefragt, ob, wenn der Erbe bewiesen habe, dass die Einkünfte des Vermögens zur Bezahlung der ganzen Schuld nicht hinreiche, er selbst nichts desto weniger doch die Schuldenlast anerkennen müsse? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es werde augenscheinlich angeführt, dass ihm anbefohlen worden sei, aus den Einkünften jenes Vermögens, nicht von seinem eigenen die Schulden zu bezahlen. 3Ein Vater hat, nachdem er seinen Sohn und seine Tochter zu Erben eingesetzt, da er einem jeden von ihnen gewisse Grundstücke und Schuldbücher zum Voraus vermacht hatte, so verordnet: von dir aber, theuerster Sohn, will ich, ich bitte dich darum, Alles, was ich vermacht habe, geleistet wissen, und wenn etwa Schulden vorkommen sollten — wenn ich Etwas auf einige Zeit als Darlehn erhalten hatte, und geschuldet haben werde — so will ich sie von dir bezahlt wissen, so dass das, was ich deiner Schwester hinterlassen habe, ihr unverkürzt gehöre; man hat gefragt, ob das, was der Vater aus irgend einem Grunde geschuldet hat, vom Sohn zu leisten sei. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, die Tochter könne es in Folge des Fideicommisses erlangen, dass sie [von den Schulden] befreit würde, damit das, was ihr der Testator gegeben hätte, unverkürzt an sie gekommen wäre.

35Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. Pa­tro­nus li­ber­to sta­tim tri­bum emi pe­tie­rat: li­ber­tus diu mo­ram ab he­rede pa­tro­ni pas­sus est et de­ce­dens he­redem re­li­quit cla­ris­si­mum vi­rum: quae­si­tum est, an tri­bus aes­ti­ma­tio he­redi eius de­bea­tur. re­spon­dit de­be­ri. idem quae­siit, an et com­mo­da et prin­ci­pa­les li­be­ra­li­ta­tes, quas li­ber­tus ex ea­dem tri­bu us­que in diem mor­tis suae con­se­cu­tu­rus fuis­set, si ei ea tri­bus se­cun­dum vo­lun­ta­tem pa­tro­ni sui tunc com­pa­ra­ta es­set, an ve­ro usu­rae aes­ti­ma­tio­nis he­redi eius de­bean­tur. re­spon­di, quid­quid ip­se con­se­cu­tu­rus es­set, id ad he­redem suum trans­mit­te­re. 1Sem­pro­nio ita le­ga­vit: ‘Sem­pro­nius su­mi­to prae­dia mea om­nia, quae sunt us­que ad prae­dium, quod vo­ca­tur Gaas, fi­ni­bus Ga­la­tiae, sub cu­ra vi­li­ci Pri­mi, ita ut haec om­nia in­struc­ta sunt’. quae­si­tum est, cum in eo­dem con­fi­nio prae­dio­rum unum sit prae­dium non Ga­la­tiae, sed Cap­pa­do­ciae fi­ni­bus, sub cu­ra ta­men eius­dem vi­li­ci, an et­iam id prae­dium cum ce­te­ris ad Sem­pro­nium per­ti­neat. re­spon­dit et hoc de­be­ri. 2Li­ber­tis, quos no­mi­na­ve­rat, ita le­ga­vit: ‘fun­dum Tre­ba­tia­num, qui est in re­gio­ne Atel­la­ta, item fun­dum Sa­tria­num, qui est in re­gio­ne Ni­pha­na, cum ta­ber­na da­ri vo­lo’. quae­si­tum est, cum in­ter fun­dos, quos su­pra le­ga­vit, sit qui­dem fun­dus vo­ca­bu­lo Sa­tria­nus, in re­gio­ne ta­men Ni­pha­na non sit, an ex cau­sa fi­dei­com­mis­si li­ber­tis de­bea­tur. re­spon­dit, si nul­lus es­set Sa­tria­nus in re­gio­ne Ni­pha­na et de eo sen­sis­se tes­ta­to­rem cer­tum sit, qui ali­bi es­set, non id­cir­co mi­nus de­be­ri, quia in re­gio­ne de­sig­nan­da lap­sus es­set. 3Co­di­cil­lis con­fir­ma­tis ita ca­vit: ‘Ti­bur­ti­bus mu­ni­ci­pi­bus meis aman­tis­si­mis­que sci­tis ba­li­neum Iu­lia­num iunc­tum do­mui meae, ita ut pu­bli­ce sump­tu he­redum meo­rum et di­li­gen­tia de­cem men­si­bus to­tius an­ni prae­bea­tur gra­tis’. quae­si­tum est, an et sump­tus re­fec­tio­ni­bus ne­ces­sa­rios he­redes prae­sta­re de­beant. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­de­ri tes­ta­to­rem su­per ca­le­fac­tio­nis et prae­bitio­nis onus de his quo­que sen­sis­se, qui ad cot­ti­dia­nam tu­te­lam per­ti­neant, qui­bus ba­li­neae aut in­struun­tur aut de­ni­que in­ter so­li­tas ces­sa­tio­num vi­ces pa­ra­ri pur­ga­ri­que, ut ha­bi­les ad la­van­dum fie­rent, sint so­li­tae.

35Idem lib. XVII. Dig. Ein Freilasser hatte gebeten, dass seinem Freigelassenen sogleich eine Tribus{note *}D. h. dass er in eine bestimmte Rangclasse der Bürger eingekauft werde, wovon grössere Vortheile abhängen konnten. S. Westphal hermeneut. syst. Commentar zu den Gesetzen der Lehre von Verm. u. Fideicomm. Thl. I. S. 183. A. d. R.{/note} gekauft werden möchte; der Freigelassene hat lange einen Verzug von Seiten des Erben des Freilassers geduldet und, da er verstarb, einen hochachtbaren Mann zum Erben binterlassen; man hat gefragt, ob der Werth der Tribus dem Erben desselben gebühre? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, er gebühre [demselben.] Derselbe hat gefragt, ob auch die Vortheile und die kaiserlichen Freigeligkeiten, welche der Freigelassene aus eben derselben Tribus bis zu seinem Todestage erlangt haben würde, wenn für denselben jene Tribus dem Willen seines Freilassers gemäss damals angeschafft worden wäre, oder aber ob die Zinsen des Werths dem Erben desselben gebühren. Ich habe das Gutachten ertheilt, Alles, was er selbst erlangt haben würde, das übertrage er auf seinen Erben. 1[Jemand] hat dem Sempronius so vermacht: Sempronius soll alle jene Grundstücke nehmen, welche bis zu dem Grundstück liegen, welches Gaas genannt wird, an den Grenzen von Galatia, unter der Besorgung meines ersten Verwalters, sowie sie alle eingerichtet sind; man hat gefragt, ob, da in demselben Bezirk der Grundstücke eins nicht an den Grenzen von Galatia, sondern von Cappadocia liege, jedoch unter der Besorgung desselben Verwalters auch dieses Grundstück mit den übrigen dem Sempronius gehöre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt; auch dies gebühre ihm. 2[Jemand] hat seinen Freigelassenen, welche er genannt hatte, so vermacht: Ich will das trebatianische Grundstück, welches in der Landschaft Atellata liegt, ingleichen das Satrianische Grundstück, welches in der Landschaft Niphana liegt, mit einer Bude gegeben wissen; man hat gefragt, ob, da unter den Grundstücken, welche er oben vermacht hat, zwar ein Grundstück mit Namen: das Satrianische sich befindet, jedoch nicht in der Landschaft Niphana gelegen ist, es in Folge des Fideicommisses den Freigelassenen gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn kein Satrianisches Grundstück in der Landschaft Niphana gelegen wäre, und es gewiss sei, dass der Testator dasjenige im Sinne gehabt habe, welches anderswo gelegen wäre, so gebühre es darum nicht weniger, weil er sich in der Bezeichnung der Landschaft geirrt hätte. 3Jemand hat in einem bestätigten Codicill so verordnet: An die Tiburter, meine sehr geliebten Municipal-Mitbürger. Ihr kennt das Julianische Bad, welches an mein Haus angebaut ist, dies soll öffentlich auf Kosten und durch die Sorge meiner Erben zehn Monate im ganzen Jahre umsonst dargereicht werden; man hat gefragt, ob die Erben auch die zu den Ausbesserungen nothwendigen Kosten tragen müssen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss scheine der Testator ausser der Last der Heitzung und der Darreichung auch die [Kosten] im Sinne gehabt zu haben, welche zur gewöhnlichen Unterhaltung gehören, und mit welchen die Bäder entweder eingerichtet werden, oder unter dem gewöhnlichen Wechsel des Nichtgebrauchs zubereitet und gereinigt zu werden pflegen, damit sie zum Baden geeignet wurden.

36Apud Scae­vo­lam li­bro oc­ta­vo de­ci­mo di­ges­to­rum Clau­dius no­tat. Nec fi­dei­com­mis­sa ab in­tes­ta­to da­ta de­ben­tur ab eo, cu­ius de in­of­fi­cio­so tes­ta­men­to con­sti­tis­set, quia cre­de­re­tur qua­si fu­rio­sus tes­ta­men­tum fa­ce­re non po­tuis­se, id­eo­que nec aliud quid per­ti­nens ad su­pre­ma eius iu­di­cia va­let.

36Ad Dig. 32,36Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 631, Note 9.Beim Scaevola lib. XVIII. Dig. bemerkt Claudius1414Claudius Tryphoninus, welcher zu des Cervidius Scävola Schriften notae schrieb. S. Zimmern Gesch. d. R. Priv. R. Bd. I. §. 97. a. E. 99. im A.: Auch die ohne ein Testament von einem solchen, dessen Testament sich als ein liebloses ergeben hätte, angeordneten Fideicommisse brauchen nicht geleistet zu werden, weil man annähme, dass er gleichsam als ein Wahnsinniger kein Testament habe machen können; und darum gilt auch nichts anderes auf seinen letzten Willen Bezügliches.

37Scae­vo­la li­bro oc­ta­vo de­ci­mo di­ges­to­rum. Cum quis de­ce­dens Se­iae ma­tri fun­dum, qui pro­prius ma­tris erat, le­ga­ve­rat, ab ea pe­tie­rat, ut eun­dem cum mo­re­re­tur Fla­viae Al­bi­nae con­iu­gi suae re­sti­tue­ret. post mor­tem tes­ta­to­ris ma­ter apud ma­gis­tra­tum pro­fes­sa est ni­hil se ad­ver­sus vo­lun­ta­tem fi­lii sui fac­tu­ram pa­ra­tam­que se fun­dum Fla­viae Al­bi­nae tra­de­re, si si­bi an­nua bi­na prae­sta­ren­tur red­ituum no­mi­ne: sed ne­que pos­ses­sio­nem tra­di­dit ne­que an­nua bi­na ac­ce­pit. quae­si­tum est, an iu­re fun­dum alii ven­de­re pos­sit. re­spon­dit, si de le­ga­ti iu­re fi­dei­que com­mis­si quae­re­re­tur, se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur nec va­luis­se, quod ma­tri suum le­ga­ba­tur, ne­que onus fi­dei­com­mis­si pro­ces­sis­se, si mo­do ni­hil prae­ter­ea ma­ter ce­pis­set. 1Qui tes­ta­men­to he­redem scrip­se­rat, Mae­vio du­cen­ta le­ga­vit et fi­dei eius com­mi­sit, ut cen­tum da­ret Glau­ce, Ty­che El­pi­di au­tem quin­qua­gin­ta: post­ea Mae­vius vo­len­te tes­ta­to­re lit­te­ras emi­sit ad eas se­cun­dum vo­lun­ta­tem tes­ta­to­ris re­sti­tu­tu­rum: post­ea tes­ta­tor fe­cit co­di­cil­los, qui­bus et hoc prae­ce­pit, ut prae­ter hos co­di­cil­los si quid aliud pro­la­tum es­set, non va­leat. quae­si­tum est, an Mae­vius, qui du­cen­ta ac­ce­pit, quia mu­ta­vit vo­lun­ta­tem de ea epis­tu­la tes­ta­tor, a mu­lie­ri­bus con­ve­ni­ri ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­nun­tur frus­tra Mae­vium con­ve­ni­ri, si­ve du­cen­ta si­ve prae­dium pro his ac­ce­pit. 2Se­iam et Mae­vium li­ber­tos suos ae­quis par­ti­bus he­redes scrip­sit: Mae­vio sub­sti­tuit Sem­pro­nium pu­pil­lum suum: de­in­de co­di­cil­los per fi­dei­com­mis­sum con­fir­ma­vit, qui­bus ita ca­vit: ‘Lu­cius Ti­tius Se­iae he­redi suae, quam pro par­te di­mi­dia in­sti­tui, sa­lu­tem. Mae­vium li­ber­tum meum, quem in tes­ta­men­to pro par­te di­mi­dia he­redem in­sti­tui, eam par­tem he­redi­ta­tis ve­to ac­ci­pe­re, cu­ius in lo­cum par­tem­ve eius Pu­blium Sem­pro­nium do­mi­num meum he­redem es­se vo­lo’, et Mae­vio, ad quem he­redi­ta­tis por­tio­nem no­luit per­ve­ni­re, cum hoc elo­gio fi­dei­com­mis­sum re­li­quit: ‘Mae­vio li­ber­to meo de me ni­hil me­ri­to da­ri vo­lo la­gy­nos vi­ni ve­tus­ti cen­tum quin­qua­gin­ta’. quae­si­tum est, cum vo­lun­tas tes­ta­to­ris haec fue­rit, ut om­ni­mo­do per­ve­niat por­tio he­redi­ta­tis ad Sem­pro­nium pu­pil­lum, an fi­dei­com­mis­sum ex ver­bis su­pra scrip­tis va­le­re in­tel­le­ga­tur et a quo Sem­pro­nius pe­te­re pos­sit, cum ad cer­tam per­so­nam co­di­cil­los scrip­se­rit. re­spon­dit pos­se fi­dei­com­mis­sum a Mae­vio pe­ti. 3Pa­ter em­an­ci­pa­to fi­lio bo­na sua uni­ver­sa ex­cep­tis duo­bus ser­vis non mor­tis cau­sa do­na­vit et sti­pu­la­tus est a fi­lio in haec ver­ba: ‘quae ti­bi man­ci­pia quae­que prae­dia do­na­tio­nis cau­sa tra­di­di ces­si, per te non fie­ri do­lo­ve ma­lo ne­que per eum ad quem ea res per­ti­ne­bit, quo mi­nus ea man­ci­pia quae­que ex his ad­gna­ta erunt ea­que prae­dia cum in­stru­men­to, cum ego vo­lam vel cum mo­rie­ris, quae­quae eo­rum ex­sta­bunt ne­que do­lo ma­lo aut frau­de fac­to­ve tuo eius­que ad quem ea res per­ti­ne­bit in re­rum na­tu­ra aut in po­tes­ta­te es­se de­sis­sent, si vi­vam mi­hi aut cui ego vo­lam red­dan­tur re­sti­tuan­tur, sti­pu­la­tus est Lu­cius Ti­tius pa­ter, spopon­dit Lu­cius Ti­tius fi­lius’. idem pa­ter de­ce­dens epis­tu­lam fi­dei­com­mis­sa­riam ad fi­lium suum scrip­sit in haec ver­ba: ‘Lu­cio Ti­tio fi­lio suo sa­lu­tem. cer­tus de tua pie­ta­te fi­dei tuae com­mit­to, uti des prae­stes il­li et il­li cer­tam pe­cu­niam: et lu­crio­nem ser­vum meum li­be­rum es­se vo­lo’. quae­si­tum est, cum fi­lius pa­tris nec bo­no­rum pos­ses­sio­nem ac­ce­pe­rit nec ei he­res ex­sti­te­rit, an ex epis­tu­la fi­dei­com­mis­sa et li­ber­ta­tem prae­sta­re de­beat. re­spon­dit, et­si ne­que he­redi­ta­tem ad­is­set ne­que bo­no­rum pos­ses­sio­nem pe­tis­set et ni­hil ex he­redi­ta­te pos­si­de­ret, ta­men ni­hi­lo mi­nus et ex sti­pu­la­tu ab he­redi­bus pa­tris et fi­dei­com­mis­so ab his quo­rum in­ter­est qua­si de­bi­to­rem con­ve­ni­ri pos­se, ma­xi­me post con­sti­tu­tio­nem di­vi Pii, quae hoc in­du­xit. 4Nup­tu­ra duo­bus fi­liis suis, quos ex prio­re ma­ri­to ha­be­bat, man­da­vit, ut vi­gin­ti, quae do­ti da­bat, sti­pu­la­ren­tur in om­nem ca­sum, quo sol­vi pos­set ma­tri­mo­nium, ut et­iam al­ter­utri ex his to­ta dos sol­va­tur: con­stan­te ma­tri­mo­nio uno ex fi­liis mor­tuo uxor per epis­tu­lam pe­tit a su­per­sti­te fi­lio, uti quan­do­que par­tem di­mi­diam dum­ta­xat do­tis ex­ige­ret et ea con­ten­tus erit, al­te­ram au­tem par­tem apud ma­ri­tum eius re­ma­ne­re con­ce­dat. quae­si­tum est post­ea in ma­tri­mo­nio mu­lie­re de­func­ta, an ma­ri­tus, si de to­ta do­te con­ve­nia­tur a fi­lio, do­li ma­li ex­cep­tio­ne se tue­ri pos­sit et an ul­tro ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ac­tio ei com­pe­tit, ut de par­te ob­li­ga­tio­nis ac­cep­to ei fe­ra­tur. re­spon­dit et ex­cep­tio­nem uti­lem fo­re et ul­tro ex fi­dei­com­mis­so pe­ti pos­se. idem quae­rit, an de re­li­qua di­mi­dia par­te man­da­ti ac­tio uti­lis sit he­redi­bus mu­lie­ris ad­ver­sus fi­lium eius. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur, ma­xi­me post lit­te­ras ad fi­lium scrip­tas non fo­re uti­lem. Claudius: quon­iam in his ex­pres­sit, ut con­ten­tus es­set par­tis di­mi­diae do­tis. qui­bus ver­bis sa­tis fi­dei­com­mis­sum fi­lio re­lin­qui pla­cuit. 5Co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘Βούλομαι πάντα τὰ ὑποτεταγμένα κύρια εἶναι. Μαξίμῳ τῷ κυρίῳ μου δηνάρια μύρια πεντακισχίλια, ἅτινα ἔλαβον παρακαταθήκην παρὰ τοῦ θείου αὐτοῦ Ἰουλίου Μαξίμου, ἵνα αὐτῷ ἀνδρωθέντι ἀποδώσω, ἃ γίνονται σὺν τόκῳ τρὶς μύρια, ἀποδοθῆναι αὐτῷ βούλομαι· οὕτω γὰρ τῷ θείῳ αὐτοῦ ὤμοσα’. quae­si­tum est, an ad de­po­si­tam pe­cu­niam pe­ten­dam suf­fi­ciant ver­ba co­di­cil­lo­rum, cum hanc so­lam nec aliam ul­lam pro­ba­tio­nem ha­beat. re­spon­di: ex his quae pro­po­ne­ren­tur, sci­li­cet cum ius­iu­ran­dum de­dis­se su­per hoc tes­ta­tor ad­fir­ma­vit, cre­den­da est scrip­tu­ra. 6Ti­tia ho­nes­tis­si­ma fe­mi­na cum neg­otiis suis ope­ra Cal­li­ma­chi sem­per ute­re­tur, qui ex tes­ta­men­to ca­pe­re non pot­erat, tes­ta­men­to fac­to ma­nu sua ita ca­vit: ‘Τιτία διεθέμην καὶ βούλομαι δοθῆναι Καλλιμάχῳ μισθοῦ χάριν δηνάρια μύρια’: quae­ro, an haec pe­cu­nia ex cau­sa mer­ce­dis ab he­redi­bus Ti­tiae ex­igi pos­sit. re­spon­di non id­cir­co quod scrip­tum est ex­igi pos­se in frau­dem le­gis re­lic­tum. 7Ex his ver­bis tes­ta­men­ti: ‘om­ni­bus, quos quas­ve ma­nu­mi­si ma­nu­mi­se­ro­ve si­ve his ta­bu­lis si­ve qui­bus­cum­que aliis, fi­lios fi­lias­ve suos om­nes con­ce­di vo­lo’ quae­si­tum est, an his, quos vi­vus ma­nu­mis­sis­set, de­bean­tur fi­lii. re­spon­dit his quo­que, quos quas­ve an­te tes­ta­men­tum fac­tum ma­nu­mis­sis­set, fi­lios fi­lias­ve ex cau­sa fi­dei­com­mis­si prae­sta­ri opor­te­re.

37Scaevola lib. XVIII. Dig. Da Jemand sterbend seiner Mutter Seja ein Grundstück, welches der Mutter eigenthümlich gehörte, vermacht hatte, hatte er sie gebeten, dass sie eben dasselbe, wenn sie sterben würde, der Flavia Albina, seiner Gattin, ausantworten sollte; nach dem Tod des Testators hat die Mutter desselben bei der Obrigkeit erklärt, dass sie nichts gegen den Willen ihres Sohnes thun werde, und bereit sei, das Grundstück der Flavia Albina zu übergeben, wenn ihr anstatt der Einkünfte [Zahlungen] in zwei einjährigen Terminen1515S. d. Bem. zu L. 19. D. de pact. dot. 23. 4. geleistet würden; aber sie hat weder den Besitz übergeben, noch [die Zahlungen] in den zwei einjährigen Terminen erhalten; man hat gefragt, ob sie das Grundstück mit Recht einem Anderen verkaufen könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn nach dem Recht des Vermächtnisses und Fideicommisses gefragt würde, so habe den angeführten Umständen gemäss weder das gegolten, dass der Mutter etwas ihr Gehöriges vermacht würde, noch die Last des Fideicommisses Statt haben können, wenn nur die Mutter ausserdem nichts erhalten hätte. 1Jemand, der in seinem Testament einen Erben eingesetzt hatte, hat dem Mävius Zweihundert vermacht, und demselben das Fideicommiss aufgelegt, dass er Hundert der Glauca Tycha, der Elpis aber Funfzig geben sollte; nachher hat Mävius mit dem Willen des Testators an dieselben einen Brief abgeschickt, dass er dem Willen des Testators gemäss ausantworten werde; nachher hat der Testator ein Codicill gemacht, in welchem er auch dies verordnet hat, dass, wenn ausser diesem Codicill etwas anderes vorgebracht würde, es nicht gelten solle; man hat gefragt, ob Mävius, welcher Zweihundert erhalten hat, von den Frauenspersonen aus dem Grunde des Fideicommisses belangt werden könne, da doch der Testator seinen Willen in Hinsicht jenes Briefes geändert hat. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass den angeführten Umständen gemäss Mävius vergeblich belangt werde, möge er Zweihundert, oder statt derselben ein Grundstück erhalten haben. 2[Jemand] hat die Seja und den Mävius, seine Freigelassenen, auf gleiche Theile zu Erben eingesetzt, dem Mävius hat er den Sempronius, seinen Mündel, substituirt, sodann hat er durch ein Fideicommiss ein Codicill bestätigt, in welchem er so verordnet hat: Lucius Titius der Seja, seiner Erbin, welche ich auf die Hälfte eingesetzt habe, seinen Gruss. Ich verbiete, dass Mävius, mein Freigelassener, welchen ich im Testamente auf die Hälfte zum Erben eingesetzt habe, jenen Theil der Erbschaft erhalte, und ich will, dass an dessen Statt, und auf dessen Theil desseben Publius Sempronius, mein Herr, Erbe sei; und dem Mävius, an welchen nach seinem Willen der Erbschaftstheil nicht kommen sollte, hat er mit folgender Bemerkung ein Fideicommiss hinterlassen: Ich will, dass dem Mävius, meinem um mich gar nicht verdienten Freigelassenen, hundertundfunfzig Flaschen alten Weines gegeben werden sollen; man hat gefragt, ob, da der Wille des Testators dieser gewesen sei, dass jedenfalls der Erbschaftstheil an den Sempronius, seinen Mündel, kommen solle, man annehmen könne, dass das Fideicommiss in Folge der oben geschriebenen Worte gelte, und von wem Sempronius es fordern könne, da [der Verstorbene] das Codicill an eine gewisse Person gerichtet habe. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass das Fideicommiss vom Mävius gefordert werden könne. 3Ein Vater hat seinem, aus der Gewalt entlassenen Sohn sein gesammtes Vermögen, ausgenommen zwei Sclaven, nicht auf den Todesfall geschenkt, und hat sich vom Sohn in folgenden Worten stipulirt: Anlangend die Sclaven und die Grundstücke, welche ich dir in der Absicht einer Schenkung übergeben und abgetreten habe, so soll es nicht durch deine Schuld, oder böse Absicht, auch nicht durch den, welchem diese Sache angehen wird, bewirkt werden, dass diese Sclaven, und was von ihnen geboren sein wird, und diese Grundstücke mit dem Beilass, wenn ich wollen werde, oder wenn du sterben wirst, und was von ihnen vorhanden sein wird, auch nicht durch böse Absicht, oder durch Betrug, oder durch dein oder dessen Zuthun, welchen jene Sache angehen wird, in der Natur der Dinge oder in der Gewalt zu sein aufgehört hatte, wenn ich leben werde, mir, oder dem, dem ich sie bestimmen werde, nicht zurückgegeben: und nicht ausgeantwortet werden. Es hat sich dies Lucius Titius, der Vater, stipulirt, Lucius Titius, der Sohn, hat es gelobt. Derselbe Vater hat sterbend einen ein Fideicommiss enthaltenden Brief an seinen Sohn in folgenden Worten geschrieben: Dem Lucius Titius, seinem Sohn, seinen Gruss. Deiner kindlichen Liebe gewiss, lege ich dir das Fideicommiss auf, dass du dem und dem eine gewisse Geldsumme gebest, leistest; auch will ich, dass Lucrio, mein Sclav, frei sei; man hat gefragt, ob der Sohn, da er weder des Vaters Nachlassbesitz angenommen habe, noch Erbe desselben geworden sei, in Folge des Briefes die Fideicommisse und die Freiheit leisten müsse. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn er auch weder die Erbschaft angetreten, noch um den Nachlassbesitz gebeten hätte, und Nichts von der Erbschaft besässe, so könne er doch nichts desto weniger sowohl aus der Stipulation von den Erben des Vaters, als auch aus dem Fideicommiss, von denen, welchen daran gelegen ist, gleichsam als Schuldner belangt werden, vorzüglich seit der Constitution des Kaisers Pius, welcher dies eingeführt hat. 4[Eine Frau,] welche heirathen wollte, hat ihren zwei Söhnen, welche sie von ihrem ersten Ehemanne hatte, aufgetragen, dass sie sich die Zwanzig, welche sie zum Heirathsgut gab, auf jeden Fall, in welchem die Ehe aufgelöst werden könne, stipuliren sollten, so dass auch dem einen von ihnen beiden das ganze Heirathsgut gezahlt werden solle; während die Ehe bestand, hat die Ehefrau, nachdem einer von den Söhnen gestorben war, den überlebenden Sohn durch einen Brief gebeten, dass er einst nur die Hälfte des Heirathsguts einklagen, und mit derselben zufrieden sein, in Bezug auf den andern Theil aber gestatten sollte, dass derselbe bei ihrem Ehemanne bleibe; nachdem nachher die Frau in der Ehe verstorben war, so hat man gefragt, ob der Ehemann, wenn er von dem Sohne wegen des ganzen Heirathsguts belangt werde, sich mit der Einrede der bösen Absicht schützen könne, und ob ihm auf der anderen Seite aus dem Grund des Fideicommisses eine Klage zustehe, auf dass ihm ein Theil der Verbindlichkeit durch Annahme als Empfangen erlassen werde. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sowohl die Einrede wirksam sein werde, als auch auf der anderen Seite aus dem Fideicommiss geklagt werden könne. Derselbe fragt, ob wegen der anderen Hälfte die Auftragsklage den Erben der Frau gegen den Sohn derselben von Nutzen sei. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss, vorzüglich seit dem an den Sohn geschriebenen Brief, werde sie nicht von Nutzen sein. Claudius [bemerkt hierzu]: weil sie in demselben gesagt hat, dass er mit der Hälfte des Heirathsguts zufrieden sein sollte; denn man hat angenommen, dass mit diesen Worten dem Sohne ein Fideicommiss gehörig hinterlassen werde. 5Jemand hat in einem Codicill so geschrieben: Ich will, dass alles unten Angeordnete gültig sein solle. Ich will, dass dem Maximus, meinem Herrn, funfzehntausend Denare, welche ich zur Niederlegung von dem Oheim desselben, dem Julius Maximus, erhalten habe, damit ich sie demselben, wenn er das männliche Alter erreicht, zurückgeben solle, welche mit den Zinsen Dreissigtausend ausmachen, gegeben werden sollen; denn so habe ich es dem Oheim desselben geschworen; man hat gefragt, ob zur Forderung des niedergelegten Geldes die Worte des Codicills hinreichen, da [der Kläger] blos diesen und keinen anderen Beweis hat. Ich habe das Gutachten ertheilt: den angeführten Umständen nach, nämlich da der Testator versichert hat, dass er darüber einen Eid abgelegt habe, ist der Schrift zu glauben. 6Titia, eine sehr ehrbare Frau, hat, da sie sich bei ihren Geschäften immer der Dienstleistung des Callimachus zu bedienen pflegte, der aber aus einem Testamente Nichts erwerben konnte, in dem von ihr errichteten Testamente mit eigener Hand so verordnet: Ich Titia habe ein Testament gemacht, und will, dass dem Callimachus als Lohn zehntausend Denare gegeben werden sollen; ich frage, ob man dieses Geld aus dem Grunde des Lohns von den Erben der Titia einklagen könne. Ich habe das Gutachten ertheilt, dass darum, weil es geschrieben ist, das zur Umgehung des Gesetzes Hinterlassene nicht eingeklagt werden könne. 7Wegen dieser Worte eines Testaments: Ich will, dass Allen, welche ich freigelassen habe und freigelassen hatte, sei es durch diese, oder durch irgend eine andere Urkunde, alle ihre Söhne oder Töchter gegeben werden sollen; man hat gefragt, ob denen, welche er bei seinem Leben freigelassen hätte, ihre Söhne geleistet werden müssen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt: es müssten auch denen, welche er vor errichtetem Testament freigelassen hätte, ihre Söhne oder Töchter in Folge des Fideicommisses geleistet werden.

38Idem li­bro no­no de­ci­mo di­ges­to­rum. Pa­ter fi­lium he­redem prae­dia alie­na­re seu pig­no­ri po­ne­re pro­hi­bue­rat, sed con­ser­va­ri li­be­ris ex ius­tis nup­tiis et ce­te­ris co­gna­tis fi­dei­com­mi­se­rat: fi­lius prae­dia, quae pa­ter ob­li­ga­ta re­li­que­rat, di­mis­so he­redi­ta­rio cre­di­to­re num­mis no­vi cre­di­to­ris, a prio­re in se­quen­tem cre­di­to­rem pig­no­ris hy­po­the­cae­ve no­mi­ne trans­tu­lit: quae­si­tum est, an pig­nus rec­te con­trac­tum es­set. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur rec­te con­trac­tum. idem quae­siit, cum fi­lius prae­dia he­redi­ta­ria, ut di­mit­te­ret he­redi­ta­rios cre­di­to­res, dis­tra­xis­set, an emp­to­res, qui fi­dei­com­mis­sum igno­ra­ve­runt, be­ne eme­rint. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur rec­te con­trac­tum, si non erat aliud in he­redi­ta­te, un­de de­bi­tum ex­sol­vis­set. 1Duo­bus li­ber­tis Sti­cho et Ero­te he­redi­bus in­sti­tu­tis ita ca­vit: ‘fun­dum Cor­ne­lia­num de no­mi­ne meo­rum ex­ire ve­to’: unus ex he­redi­bus Sti­chus an­cil­lam Ares­cu­sam tes­ta­men­to li­be­ram es­se ius­sit ei­que par­tem suam fun­di le­ga­vit: quae­ro, an Eros et ce­te­ri con­li­ber­ti Sti­chi ex cau­sa fi­dei­com­mis­si eius fun­di par­tem ab he­rede Sti­chi pe­te­re pos­sint. re­spon­dit non con­ti­ne­ri. 2Fi­liam suam he­redem scrip­se­rat et ita ca­ve­rat: ‘ve­to au­tem ae­di­fi­cium de no­mi­ne meo ex­ire, sed ad ver­nas meos, quos hoc tes­ta­men­to no­mi­na­vi, per­ti­ne­re vo­lo’: quae­si­tum est, de­func­ta he­rede et le­ga­ta­riis ver­nis an ad unum li­ber­tum qui re­man­sit to­tum fi­dei­com­mis­sum per­ti­ne­ret. re­spon­dit ad eum, qui ex ver­nis su­per­es­set, se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­ri­lem par­tem per­ti­ne­re. 3Fun­dum a fi­lio, quo­ad vi­xe­rit, ve­tuit ve­nun­da­ri do­na­ri pig­ne­ra­ri et haec ver­ba ad­ie­cit: ‘quod si ad­ver­sus vo­lun­ta­tem meam fa­ce­re vo­lue­rit, fun­dum Ti­tia­num ad fis­cum per­ti­ne­re: ita enim fiet, ut fun­dus Ti­tia­nus de no­mi­ne ves­tro num­quam ex­eat’. quae­si­tum est, cum vi­vus fi­lius eum fun­dum se­cun­dum vo­lun­ta­tem pa­tris re­ti­nue­rit, an de­func­to eo non ad he­redes scrip­tos a fi­lio, sed ad eos, qui de fa­mi­lia sunt, per­ti­neat. re­spon­dit hoc ex vo­lun­ta­te de­func­ti col­li­gi pos­se fi­lium quo­ad vi­ve­ret alie­na­re vel pig­ne­ra­re non pos­se, tes­ta­men­ti au­tem fac­tio­nem et in eo fun­do in ex­tra­neos et­iam he­redes ha­bi­tu­rum. 4Iu­lius Agrip­pa pri­mi­pi­la­ris tes­ta­men­to suo ca­vit, ne ul­lo mo­do re­li­quias eius et prae­dium sub­ur­ba­num aut do­mum ma­io­rem he­res eius pig­ne­ra­ret aut ul­lo mo­do alie­na­ret: fi­lia eius he­res scrip­ta he­redem re­li­quit fi­liam suam nep­tem pri­mi­pi­la­ris, quae eas­dem res diu pos­se­dit et de­ce­dens ex­tra­neos in­sti­tuit he­redes. quae­si­tum est, an ea prae­dia ex­tra­neus he­res ha­be­ret an ve­ro ad Iu­liam Dom­nam, quae ha­buit pa­truum ma­io­rem Iu­lium Agrip­pam, per­ti­ne­rent. re­spon­di, cum hoc nu­dum prae­cep­tum est, ni­hil pro­po­ni con­tra vo­lun­ta­tem de­func­ti fac­tum, quo mi­nus ad he­redes per­ti­ne­rent. 5Quin­de­cim li­ber­tis, quos no­mi­na­ve­rat, prae­dio­lum cum ta­ber­na le­ga­ve­rat et ad­ie­ce­rat haec ver­ba: ‘si­bi­que eos ha­be­re pos­si­de­re vo­lo ea le­ge et con­di­cio­ne, ne quis eo­rum par­tem suam ven­de­re do­na­re­ve aliud­ve quid fa­ce­re alii ve­lit: quod si ad­ver­sus ea quid fac­tum erit, tunc eas por­tio­nes prae­dium­ve cum ta­ber­na ad rem pu­bli­cam Tus­cu­la­no­rum per­ti­ne­re vo­lo’. qui­dam ex his li­ber­tis ven­di­de­runt par­tes suas duo­bus con­li­ber­tis suis ex eo­dem cor­po­re, emp­to­res au­tem de­func­ti Gaium Se­ium ex­tra­neum he­redem re­li­que­runt: quae­si­tum est, par­tes quae ven­ie­runt utrum ad Gaium Se­ium an ad su­per­sti­tes col­li­ber­tos suos, qui par­tes suas non ven­di­de­runt, per­ti­ne­rent. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur ad Gaium Se­ium per­ti­ne­re. idem quae­siit, an par­tes ven­di­tae ad rem pu­bli­cam Tus­cu­la­no­rum per­ti­ne­rent. re­spon­di non per­ti­ne­re. Claudius: quia non pos­si­den­tis per­so­na, qui nunc ex­tra­neus est, re­spi­cien­da est, sed emp­to­rum, qui se­cun­dum vo­lun­ta­tem de­func­tae ex il­lis fue­runt, qui­bus per­mi­se­rat tes­ta­trix ve­nun­da­ri, nec con­di­cio ex­sti­tit da­ti fi­dei­com­mis­si Tus­cu­la­nis. 6Fi­dei com­mis­sit eius, cui duo mi­lia le­ga­vit, in haec ver­ba: ‘a te, Pe­tro­ni, pe­to, uti ea duo mi­lia so­li­do­rum red­das col­le­gio cu­ius­dam tem­pli’. quae­si­tum est, cum id col­le­gium post­ea dis­so­lu­tum sit, utrum le­ga­tum ad Pe­tro­nium per­ti­neat an ve­ro apud he­redem re­ma­ne­re de­beat. re­spon­dit Pe­tro­nium iu­re pe­te­re, uti­que si per eum non ste­tit pa­re­re de­func­ti vo­lun­ta­ti. 7Ma­ter fi­lios he­redes scrip­se­rat et ad­ie­cit: ‘prae­dia, quae ad eos ex bo­nis meis per­ven­tu­ra sunt, nul­la ex cau­sa ab­alie­nent, sed con­ser­vent suc­ces­sio­ni suae de­que ea re in­vi­cem si­bi ca­ve­rent’: ex his ver­bis quae­si­tum est, an prae­dia per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta vi­dean­tur. re­spon­dit ni­hil de fi­dei­com­mis­so pro­po­ni. 8Ex par­te di­mi­dia he­redi in­sti­tu­to per prae­cep­tio­nem fun­dum le­ga­vit et ab eo ita pe­tit: ‘pe­to, uti ve­lis co­he­redem ti­bi re­ci­pe­re in fun­do Iu­lia­no meo, quem hoc am­plius te prae­ci­pe­re ius­si, Clo­dium ve­rum ne­po­tem meum, co­gna­tum tuum’: quae­si­tum est, an pars fun­di ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ne­po­ti de­bea­tur. re­spon­dit de­be­ri.

38Idem lib. XIX. Dig. Ad Dig. 32,38 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 172a, Note 5.Ein Vater hatte dem Sohne, seinem Erben, verboten, Grundstücke zu veräussern, oder zum Pfand zu versetzen, vielmehr ihm das Fideicommiss aufgelegt, dass sie den Kindern aus rechtmässiger Ehe und den übrigen Verwandten erhalten werden sollten; der Sohn hat die Grundstücke, welche der Vater verpfändet hinterlassen hatte, nachdem er den Erbschaftsgläubiger mit den Geldern eines neuen Gläubigers abgefunden hatte, von dem ersten auf den zweiten Gläubiger als Faustpfand oder Hypothek übergetragen; man hat gefragt, ob der Pfandcontract rechtsbeständig eingegangen wäre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er den angeführten Umständen gemäss rechtsbeständig eingegangen sei. Derselbe hat gefragt, ob, da der Sohn die Erbschaftsgrundstücke, um die Erbschaftsgläubiger abzufinden, verkauft hätte, die Käufer, welche von dem Fideicommiss Nichts gewusst haben, gültig gekauft haben. Ich habe das Gutachten ertheilt, dass den angeführten Umständen gemäss, rechtsbeständig contrahirt worden ist, wenn nichts Anderes in der Erbschaft war, wovon er die Schuld hätte bezahlen können. 1Jemand hat, nachdem er seine zwei Freigelassenen, den Stichus und Eros, zu Erben eingesetzt hatte, so verordnet: ich verbiete, dass das Cornelianische Landgut von meinem Namen abkomme. Einer von den Erben, Namens Stichus, hat in seinem Testamente befohlen, dass seine Sclavin Arescusa frei sein sollte, und hat ihr seinen Theil an dem Landgute vermacht; ich frage, ob Eros und die übrigen Mitfreigelassenen des Stichus aus dem Grunde des Fideicommisses den Antheil desselben an jenem Landgute von dem Erben des Stichus fordern können. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, das liege nicht [in jener Verordnung]. 2[Eine Frau] hatte ihre Tochter zur Erbin eingesetzt und so verordnet: ich verbiete aber, dass das Gebäude von meinem Namen abkomme, vielmehr will ich, dass es meinen Haussclaven, welche ich in diesem Testamente genannt habe, gehören solle; man hat gefragt, ob, nachdem die Erbin und die Hausclaven, welche Vermächtnissiuhaber waren, verstorben waren, dem einzigen Freigelassenen, welcher übrig geblieben ist, das ganze Fideicommiss gehöre? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dem, welcher von den Haussclaven übrig wäre, gehöre den angeführten Umständen gemäss, ein Kopftheil. 3[Jemand] hat verboten, dass ein Landgut von seinem Sohne, so lange er leben würde, verkauft, verschenkt, oder verpfändet werde, und hat folgende Worte beigefügt: wenn er gegen meinen Willen sollte haben handeln wollen, so soll das Titianische Landgut dem Fiscus gehören; denn so wird es bewirkt werden, dass das Titianische Landgut niemals von eurem Namen abkomme; man hat gefragt, ob, da der Sohn bei seinem Leben jenes Landgut dem Willen des Vaters gemäss behalten habe, dasselbe, nachdem er verstorben, nicht den von dem Sohne eingesetzten Erben, sondern denen gehöre, welche aus der Familie sind. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, man könne aus der Willenserklärung des Verstorbenen dies abnehmen, dass der Sohn, so lange er lebte, nicht veräussern oder verpfänden könne, das Recht zur Testamentserrichtung aber auch in Betreff jenes Landguts sogar in Bezug auf fremde Erben haben werde. 4Julius Agrippa, der Primipilar, hat in seinem Testamente verordnet, dass nicht sein Erbe den Nachlass desselben1616Reliquias ejus. Vorzüglich wird reliquiae von den Ueberresten eines Menschen gebraucht; und so erklärt Brisson. s. h. v. dieses Wort auch in unserer Stelle. Allein wie passt diese Bedeutung zu dem Verbot des Testators? Aber auch die in der Uebersetzung angenommene Bedeutung will nicht ganz passen, da ja nachher noch Gegenstände genannt werden, die doch auch zum nachlass gehören, also eigentlich nicht besonders genannt zu werden brauchen. In der L. 93. pr. D. h. t., wo die vorliegende Stelle fast wörtlich wiederkehrt, fehlt reliquias ejus ganz., und das vorstädtische Grundstück1717Praedium suburbanum. S. die Bem. zu L. 1. §. 2. D. de reb. eor. qui sub etc. 27. 9. oder das grössere Haus auf irgend eine Weise verpfänden oder auf irgend eine Weise veräussern sollte; [seine von ihm] zur Erbin eingesetzte Tochter hat ihre Tochter, die Enkelin des Primipilars, als Erbin hinterlassen, welche eben dieselben Sachen lange besessen, und sterbend Fremde zu Erben eingesetzt hat; man hat gefragt, ob jene Grundstücke der fremde Erbe behalten könnte, oder aber dieselben der Julia Domna, welche den Julius Agrippa zum Grossoheim gehabt hat, gehörten. Ich habe das Gutachten ertheilt, dass, da dies eine blosse Vorschrift ist, Nichts, was gegen den Willen des Verstorbenen geschehen wäre, so dass [jene Grundstücke] den [fremden] Erben nicht gehören könnten, vorliege. 5[Eine Frau] hatte funfzehn Freigelassenen, welche sie genannt hatte, ein Grundstück mit einem Laden vermacht, und folgende Worte beigefügt: und ich will, dass sie [dasselbe] unter der Bestimmung und Bedingung haben und besitzen sollen, dass Keiner von ihnen seinen Theil verkaufen, oder verschenken, oder sonst etwas einem Andern thun solle. Wenn aber hiergegen etwas geschehen sein wird, dann will ich, dass jene Antheile oder das Grundstück mit dem Laden der Stadt der Tusculaner gehören sollen; einige von diesen Freigelassenen haben ihre Theile zweien ihrer Mitfreigelassenen aus demselben Mittel verkauft, die Käufer aber, als sie starben, den Cajus Sejus, einen Fremden, als Erben hinterlassen; man hat gefragt, ob die Theile, welche verkauft worden sind, dem Cajus Sejus, oder ihren überlebenden Mitfreigelassenen, welche ihre Theile nicht verkauft haben, gehörten. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss gehörten sie dem Cajus Sejus. Derselbe hat gefragt, ob die verkauften Theile der Stadt gehörten. Ich habe das Gutachten ertheilt, dass sie derselben nicht gehörten. Claudius [bemerkt hierzu]: weil nicht die Person des Besitzenden, der jetzt ein Fremder ist, zu berücksichtigen ist, sondern die der Käufer, welche dem Willen der Verstorbenen gemäss aus der Zahl derer gewesen sind, denen in Folge der Erlaubniss der Testirerin verkauft werden durfte, und [weil] die Bedingung des den Tusculanern ausgesetzten Fideicommisses nicht eingetreten ist. 6Jemand hat dem, welchem er Zweitausend vermacht hat, in folgenden Worten ein Fideicommiss aufgelegt: ich bitte dich, Petronius, dass du jene zwei tausend Goldstücke dem Collegium eines gewissen Tempels geben mögest; da dieses Collegium nachher aufgelöst worden ist, so hat man gefragt, ob das Vermächtniss dem Petronius gehöre, oder aber bei dem Erben verbleiben müsse. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, Petronius fordere es mit Recht, jedenfalls, wenn es nicht in seiner Macht gestanden hat, dem Willen des Verstorbenen zu gehorchen. 7Eine Mutter hatte ihre Söhne zu Erben eingesetzt und hat hinzugefügt: die Grundstücke, welche aus meinem Vermögen an sie kommen werden, sollen sie aus keinem Grunde veräussern, sondern ihren Nachfolgern erhalten, und sich wegen dieses Umstandes gegenseitig Sicherheit geben; wegen dieser Worte hat man gefragt, ob die Grundstücke durch ein Fideicommiss hinterlassen zu sein schienen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, von einem Fideicommiss werde nichts angeführt. 8[Jemand] hat seinem auf die Hälfte eingesetzten Erben als Vermächtniss zum Voraus ein Landgut vermacht, und denselben folgendermaassen gebeten: Ich bitte, dass du als Miterbe in meinem Julianischen Landgute, welches du nach meiner Anordnung noch ausserdem vorweg nehmen sollst, den Clodius Verus, meinen Enkel, deinen Verwandten, aufnehmen mögest; man hat gefragt, ob ein Theil des Landguts in Folge des Fideicommisses dem Enkel gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er [demselben] gebühre.

39Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. ‘Pam­phi­lo li­ber­to hoc am­plius, quam co­di­cil­lis re­li­qui, da­ri vo­lo cen­tum. scio om­nia, quae ti­bi, Pam­phi­le, re­lin­quo, ad fi­lios meos per­ven­tu­ra, cum af­fec­tio­nem tuam cir­ca eos be­ne per­spec­tam ha­beo’. quae­ro, an ver­bis su­pra scrip­tis Pam­phi­li fi­dei com­mis­sit, ut post mor­tem fi­liis de­func­ti cen­tum re­sti­tuat. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non vi­de­ri qui­dem, quan­tum ad ver­ba tes­ta­to­ris per­ti­net, fi­dei com­mis­sum Pam­phi­li, ut cen­tum re­sti­tue­ret: sed cum sen­ten­tiam de­func­ti a li­ber­to de­ci­pi sa­tis in­hu­ma­num est, cen­tum ei re­lic­tos fi­liis tes­ta­to­ris de­be­re re­sti­tui, quia in si­mi­li spe­cie et im­pe­ra­tor nos­ter di­vus Mar­cus hoc con­sti­tuit. 1Pro­pos­i­tum est non ha­ben­tem li­be­ros nec co­gna­tos in dis­cri­mi­ne vi­tae con­sti­tu­tum per in­fir­mi­ta­tem ar­ces­si­tis ami­cis Gaio Se­io con­tu­ber­na­li di­xis­se, quod vel­let ei re­lin­que­re prae­dia quae no­mi­nas­set, ea­que dic­ta in tes­ta­tio­nem Gaium Se­ium red­egis­se et­iam ip­so tes­ta­to­re in­ter­ro­ga­to, an ea di­xis­set, et re­spon­so eius ta­li μάλιστα in­ser­to: quae­si­tum est, an prae­dia, quae de­sti­na­ta es­sent, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ad Gaium Se­ium per­ti­ne­rent. re­spon­dit su­per hoc nec du­bi­tan­dum es­se, quin fi­dei­com­mis­sum va­let. 2Duas fi­lias ae­quis ex par­ti­bus he­redes fe­ce­rat: al­te­ri fun­dum prae­le­ga­ve­rat et ab ea pe­tie­rat, ut so­ro­ri suae vi­gin­ti da­ret: ab ea­dem fi­lia pe­tit, ut par­tem di­mi­diam fun­di ei­dem so­ro­ri re­sti­tue­ret: quae­si­tum est, an vi­gin­ti prae­sta­ri non de­be­rent. re­spon­di non es­se prae­stan­da.

39Idem lib. XX. Dig. Ich will, dass dem Freigelassenen Pamphilus noch ausser dem, was ich in dem Codicill hinterlassen habe, Hundert gegeben werden sollen; ich weiss, dass Alles, was ich dir, Pamphilus, hinterlasse, an meine Söhne kommen wird, da ich deine Zuneigung zu ihnen recht gut erprobt habe; ich frage, ob der Verstorbene mit den oben geschriebenen Worten dem Pamphilus ein Fideicommiss aufgelegt hat, dass er nach seinem Tode den Söhnen des Verstorbenen Hundert ausantworten solle. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss scheine zwar, soviel die Worte des Testators anlangt, dem Pamphilus nicht das Fideicommiss aufgelegt zu sein, dass er die Hundert ausantworten sollte, aber da es sehr unredlich sein würde, wenn die gute Meinung des Verstorbenen von dem Freigelassenen getäuscht werden sollte, so müssten die ihm hinterlassenen Hundert den Söhnen des Testators ausgeantwortet werden, weil in einem ähnlichen Fall auch unser Kaiser Marcus dies verordnet hat1818S. L. 67. §. ult. D. de leg. II.. 1Man hat den Fall vorgelegt, Jemand, der keine Kinder, auch keine Verwandten hatte, habe, da er sich durch eine Krankheit in Lebensgefahr befand, nachdem Freunde herbeigeholt waren, dem Cajus Sejus, seinem Schlafgenossen, gesagt, dass er ihm die Grundstücke, welche er genannt hätte, hinterlassen wollte, und Cajus Sejus habe diesen Ausspruch in ein Gezeugniss1919Testatio, Erklärung vor Zeugen, wie öfters. gebracht, nachdem er auch den Testator selbst gefragt habe, ob er dies gesagt hätte, und nachdem er diese Antwort desselben: Ja wohl, hineingesetzt habe; man hat gefragt, ob die Grundstücke, welche [von dem Erblasser] bestimmt worden wären, aus dem Grunde eines Fideicommisses dem Cajus Sejus gehörten. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, darüber sei nicht einmal zu zweifeln, dass das Fideicommiss gelte. 2[Jemand] hatte seine zwei Töchter zu gleichen Theilen zu Erben eingesetzt, der einen hatte er ein Landgut voraus vermacht, und sie gebeten, dass sie ihrer Schwester Zwanzig geben sollte; dieselbe Tochter hat er gebeten, dass sie die Hälfte des Landguts derselben Schwester ausantworten sollte; man hat gefragt, ob die Zwanzig nicht geleistet zu werden brauchten? Ich habe das Gutachten ertheilt, dass es nicht nöthig sei.

40Idem li­bro vi­ce­si­mo pri­mo di­ges­to­rum. Post em­an­ci­pa­tio­nem pa­tris sus­cep­ta a pa­truo ut le­gi­ti­mo he­rede pe­tie­rat, ut par­tem he­redi­ta­tis avun­cu­lo suo da­ret et agros duos: ad utrum­que au­tem ut pro­xi­mum co­gna­tum suc­ces­sio eius per­ti­nuit per bo­no­rum pos­ses­sio­nem. quae­si­tum est, cum in par­te he­redi­ta­tis fi­dei­com­mis­sum non con­sti­te­rit, quam suo iu­re per bo­no­rum pos­ses­sio­nem avun­cu­lus ha­bi­tu­rus est, an ni­hi­lo mi­nus in par­tem agro­rum con­sis­tat, ut Ti­tius par­tes agro­rum duas, id est unam, quam suo iu­re per bo­no­rum pos­ses­sio­nem ha­beat, al­te­ram ve­ro par­tem ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pe­te­re de­beat. re­spon­dit pos­se pe­te­re. idem quae­siit, si ab eo­dem pa­truo fi­dei­com­mis­sum aliis quo­que de­de­rit, utrum in so­li­dum, an ve­ro pro par­te ab eo prae­stan­da sint. re­spon­dit in so­li­dum prae­sta­ri. 1Se­iam ex do­dran­te, Mae­vium ex qua­dran­te in­sti­tuit he­redes, fi­dei Se­iae com­mi­sit in haec ver­ba: ‘a te pe­to tuae­que fi­dei com­mit­to, quid­quid ex he­redi­ta­te mea ad te per­ve­ne­rit, re­sti­tuas fi­lio tuo re­ten­tis ti­bi hor­tis meis’. quae­si­tum est, cum ge­ne­ra­li ca­pi­te fi­dei­com­mis­sis­set ‘quis­quis he­res es­set’ de om­ni­bus, ut prae­sta­rent quod cui­que le­gas­set prae­sta­ri fie­ri­ve ius­sis­set, an, cum do­dran­tem he­redi­ta­tis re­sti­tue­rit, hor­tos in as­sem vin­di­ca­re Se­ia de­bet. re­spon­dit et­iam co­he­redis fi­dei com­mis­sum vi­de­ri, ut qua­dran­tem, quem in his hor­tis ha­be­ret, Se­iae red­de­ret.

40Idem lib. XXI. Dig. Eine nach der Entlassung ihres Vaters aus der väterlichen Gewalt geborene [Frauensperson] hatte ihren Oheim väterlicher Seite, gleich als wäre er ihr gesetzlicher Erbe, gebeten, dass er einen Theil der Erbschaft und zwei Aecker ihrem Oheim mütterlicher Seite geben möchte; beiden aber hat als nächsten Verwandten die Beerbung derselben vermittelst des Nachlassbesitzes zugestanden; da das Fideicommiss hinsichtlich der Erbschaft nicht hat bestehen können2020Weil nämlich in dem vorliegenden Falle der Oheim väterlicher Seite (vor Justinian) nicht gesetzlicher Erbe der Frauensperson sein konnte, da ihr Vater ja emancipirt war, und also weder dieser, noch seine nach der Emancipation geborenen Kinder, mit seinem Bruder im Agnationsverhältniss standen. Es konnte demnach auch die Frauensperson jenem nicht das Fideicommiss auflegen, dass er einen Theil der Erbschaft, die ihm als solche, d. h. nach dem Civilrecht gar nicht zufiel, einem Anderen ausantworten möchte., welche der Oheim mütterlicher Seits in Folge seines eigenen Rechts vermittelst des Nachlassbesitzes erhalten wird, so hat man gefragt, ob es nichts desto weniger hinsichtlich der Aecker bestehe, so dass Titius zwei Theile der Aecker, das heisst, den einen, welchen er in Folge seines eigenen Rechts durch den Nachlassbesitz erhalten, den anderen Theil aber aus dem Grund des Fideicommisses fordern dürfe. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, er könne [sie] fordern. Derselbe hat gefragt, ob, wenn der Verstorbene auch Anderen ein Fideicommiss so, dass es von dem Oheim väterlicher Seite geleistet werden sollte, hinterlassen habe, solche Fideicommisse aufs Ganze, oder nur zum Theil von demselben zu leisten seien. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie aufs Ganze geleistet werden müssten. 1[Jemand] hat die Seja auf drei Viertel, den Mävius auf ein Viertel zu Erben eingesetzt, der Seja ein Fideicommiss mit folgenden Worten aufgelegt: Ich bitte dich, und lege dir das Fideicommiss auf, dass du Alles, was aus meiner Erbschaft an dich gekommen sein wird, deinem Sohne ausantworten mögest, nachdem du für dich meine Gärten zurückbehalten hast; da er [ausserdem noch] in einem allgemeinen Abschnitt das Fideicommiss angeordnet hatte, dass Jeder, wer Erbe wäre, das, was er irgend Jemandem vermacht und zu leisten oder zu thun befohlen hätte, von der ganzen Erbschaft leisten sollte, so hat man gefragt, ob Seja, da sie drei Viertel der Erbschaft ausgeantwortet hat, die ganzen Aecker in Auspruch nehmen darf? Scävola hat das Gutachten ertheilt, dass auch dem Miterben der Seja das Fideicommiss aufgelegt zu sein scheine, dass er das Viertel, welches er an den Gärten hätte, der Seja2121Es ist hier die Lesart der Vulg. u. Haloanders: haberet, Sejae redderet, statt: haberet Seja, redderet, befolgt worden, da ja nicht der Seja, sondern ihrem Miterben, der auf ¼ eingesetzt war, eben deshalb ¼ an den Aeckern zustand. geben sollte.

41Idem li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do di­ges­to­rum. Uxo­rem et fi­lium com­mu­nem he­redes in­sti­tuit et uxo­ris fi­dei com­mi­sit in haec ver­ba: ‘pe­to a te, do­mi­na uxor, ne ex fun­do Ti­tia­no par­tem ti­bi vin­di­ces, cum scias me uni­ver­sam emp­tio­nem eius fun­di fe­cis­se, sed be­ne­fi­cio af­fec­tio­nis et pie­ta­tis, quam ti­bi de­bui, ean­dem emp­tio­nem, cum num­mis meis com­pa­ras­sem, te­cum com­mu­ni­cas­se’: quae­si­tum est, an eum fun­dum in so­li­dum fi­lii es­se vo­lue­rit. re­spon­dit eum, de quo quae­re­re­tur, per­in­de ra­tio­nem in fun­do ha­be­ri vo­luis­se ac si uni­ver­sus he­redi­ta­rius es­set, ut pro di­mi­dia par­te et uxor et fi­lius agrum ut he­redi­ta­rium ha­beant. 1In tes­ta­men­to ita scrip­tum fuit: ‘do­mum meam cum hor­to ap­pli­ci­to li­ber­tis meis con­ce­di vo­lo’ et alio ca­pi­te: ‘For­tu­nio li­ber­to meo ex do­mu mea, quam li­ber­tis de­di, diae­tam, in qua ha­bi­ta­bam, item cel­la­rium iunc­tum ei­dem diae­tae ab he­rede meo con­ce­di vo­lo’. quae­si­tum est, an he­res tes­ta­to­ris one­ra­tus vi­dea­tur in prae­stan­do le­ga­to For­tu­nio, quam­vis do­mus uni­ver­sa li­ber­tis sit prae­le­ga­ta. re­spon­dit non es­se one­ra­tum. 2Co­di­cil­lis con­fir­ma­tis ita ca­vit: ‘om­ni­bus au­tem li­ber­tis meis et quos vi­vus et quos his co­di­cil­lis ma­nu­mis­si vel post­ea ma­nu­mi­se­ro, con­tu­ber­na­les suas, item fi­lios fi­lias le­go, ni­si si quos quas­ve ad uxo­rem meam tes­ta­men­to per­ti­ne­re vo­lui vel ei no­mi­na­tim le­ga­vi le­ga­ve­ro’. idem post­ea pe­tiit ab he­redi­bus suis, ut re­gio­nem Um­briae Tu­s­ciae Pi­ce­no co­he­redes uxo­ri suae re­sti­tue­rent cum om­ni­bus, quae ibi erunt, et man­ci­piis rus­ti­cis vel ur­ba­nis et ac­to­ri­bus ex­cep­tis ma­nu­mis­sis. quae­si­tum est, cum Eros et Sti­chus ser­vi in diem vi­tae tes­ta­to­ris in Um­bria in Pi­ce­no ac­tum ad­mi­nis­tra­ve­rint, sint au­tem Da­mae, quem tes­ta­tor vi­vus ma­nu­mi­se­rat, fi­lii na­tu­ra­les, utrum ei­dem Da­mae ex ver­bis co­di­cil­li ab he­redi­bus prae­stan­di sint, an ve­ro ad Se­iam uxo­rem ex ver­bis epis­tu­lae per­ti­neant. re­spon­dit ex co­di­cil­lis ad pa­trem eos na­tu­ra­lem pie­ta­tis in­tui­tu per­ti­ne­re. 3Fe­li­cis­si­mo et Fe­li­cis­si­mae, qui­bus li­ber­ta­tem de­de­rat, fun­dum Gar­gi­lia­num le­ga­vit cum ca­sa, et alio ca­pi­te Ti­tio fi­lio, quem ex par­te quar­ta he­redem scrip­se­rat, prae­le­ga­ve­rat in haec ver­ba: ‘Ti­ti fi­li, hoc am­plius de me­dio su­mi­to le­ga­ta mea, quae mi­hi tam pa­ter tuus prae­sens quam Coe­lius Ius­tus fra­ter pa­tris re­li­que­runt’. quae­si­tum est, cum fun­dus Gar­gi­lia­nus tes­ta­tri­ci a ma­ri­to eius, id est a pa­tre Ti­tii fi­lii le­ga­tus sit, cui fun­dus ex cau­sa fi­dei­com­mis­si de­bea­tur, utrum Ti­tio fi­lio tan­tum an Fe­li­cis­si­mo et Fe­li­cis­si­mae an tri­bus. re­spon­dit non es­se ve­ri­si­mi­le eam, quae ni­hil aliud Fe­li­cis­si­mo et Fe­li­cis­si­mae ni­si haec quae spe­cia­li­ter le­ga­vit, ad fi­lium, cui et he­redi­ta­tis suae par­tem re­li­quit, le­ga­tum ge­ne­ra­li ser­mo­ne trans­fer­re vo­luis­se. 4Tes­ta­men­to pue­ros ita le­ga­ve­rat: ‘Pu­blio Mae­vio do­mi­nulo meo ab he­redi­bus meis da­ri vo­lo pue­ros quin­que ex meis dum­ta­xat in­tra an­nos sep­tem’: post an­nos com­plu­res, quam fe­cit tes­ta­men­tum, mo­ri­tur. quae­si­tum est, cu­ius ae­ta­tis Mae­vio man­ci­pia de­bean­tur, utrum­ne quae tes­ta­men­ti fac­ti tem­po­re in­tra sep­tem an­nos fue­runt an quae mor­tis tem­po­re in­tra eam ae­ta­tem in­ve­nian­tur. re­spon­dit eam vi­de­ri ae­ta­tem de­sig­na­tam, quae es­set, cum a tes­ta­to­re re­lin­que­ren­tur. 5Con­cu­bi­nae in­ter ce­te­ra his ver­bis le­ga­ve­rat: ‘fun­dum in Ap­pia cum vi­li­co suo et con­tu­ber­na­li eius et fi­liis da­ri vo­lo’: quae­si­tum est, an ne­po­tes quo­que vi­li­ci et con­tu­ber­na­lis eius tes­ta­tor ad con­cu­bi­nam per­ti­ne­re vo­luit. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non de­be­ren­tur. 6Le­ga­ve­rat per fi­dei­com­mis­sum Mae­viis ita: ‘et quid­quid in pa­tria Ga­di­bus pos­si­deo’: quae­si­tum est, an, si quam sub­ur­ba­nam ad­ia­cen­tem pos­ses­sio­nem ha­be­ret, haec quo­que ex cau­sa fi­dei­com­mis­si Mae­viis de­bea­tur. re­spon­dit pos­se ad hanc quo­que ver­bo­rum sig­ni­fi­ca­tio­nem ex­ten­di. item quae­si­tum est, an, si ca­len­da­rii, quod in pa­tria sua vel in­tra fi­nes eius de­func­tus ex­er­cuit, in­stru­men­ta in do­mo, quam in pa­tria sua ha­be­bat, re­li­quit, an id quo­que ka­len­da­rium prop­ter ver­ba su­pra scrip­ta Mae­viis ex cau­sa fi­dei­com­mis­si de­be­re­tur. re­spon­dit non de­be­ri. item quae­si­tum est, an pe­cu­nia, quae in ar­ca do­mi Ga­di­bus in­ven­ta es­set, vel ex di­ver­sis no­mi­ni­bus ex­ac­ta et ibi de­po­si­ta, ex fi­dei­com­mis­so de­bea­tur. re­spon­dit su­pra re­spon­sum. 7Tes­ta­men­to, quo fi­lium et uxo­rem he­redes in­sti­tue­rat, fi­liae per fi­dei­com­mis­sum cen­tum, cum in fa­mi­lia nu­be­ret, le­ga­vit et ad­ie­cit ita: ‘fi­dei tuae, fi­lia, com­mit­to, ut, cum in fa­mi­lia nu­bas et quo­tiens­cum­que nu­bes, pa­tia­ris ex do­te tua, quam da­bis, par­tem di­mi­diam sti­pu­la­ri fra­trem tuum et Se­iam ma­trem tuam pro par­ti­bus di­mi­diis da­ri si­bi, si in ma­tri­mo­nio eius cui nu­bes si­ve di­vor­tio fac­to, prius­quam dos tua red­da­tur eo­ve no­mi­ne sa­tis­fac­tum erit, mo­rie­ris nul­lo fi­lio fi­lia­ve ex eo re­lic­to’. pa­ter vir­gi­nem fi­liam nup­tum col­lo­ca­vit eius­que no­mi­ne do­tem de­dit et post di­vor­tium ean­dem re­ce­pit et alii in ma­tri­mo­nium cum do­te de­dit et sti­pu­la­tus est eam do­tem si­bi aut fi­liae suae red­di: ma­nen­te fi­lia in ma­tri­mo­nio se­cun­do mor­tuus est eo­dem tes­ta­men­to re­lic­to ei­que he­redes ex­sti­te­runt fi­lius et uxor: post­ea ma­ri­to de­func­to puel­la do­te re­cep­ta nup­sit alii prae­sen­ti­bus et con­sen­tien­ti­bus fra­tre et ma­tre, quae et­iam do­tem eius au­xit, et ne­uter eo­rum sti­pu­la­ti sunt do­tem: mox ma­tri fi­lius et fi­lia he­redes ex­sti­te­runt: de­in­de in ma­tri­mo­nio fi­lia de­ces­sit ma­ri­to he­rede re­lic­to. quae­si­tum est, cum puel­la non ex cau­sa le­ga­ti pe­cu­niam in do­tem ab he­redi­bus pa­tris ac­ce­pe­rat, sed mor­tuo se­cun­do ma­ri­to ma­ter fa­mi­lias fac­ta do­tem re­ci­pe­ra­ve­rat, an he­res eius ex cau­sa fi­dei­com­mis­si fra­tri de­func­tae te­n­ea­tur in eam pe­cu­niam, quam per­ci­pe­re pos­set, si do­tem sti­pu­la­tus es­set. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non te­ne­ri. 8Eius he­res vel le­ga­ta­rius ro­ga­tus est, ut quen­dam ad­op­tet, his ver­bis ad­iec­tis: ‘si alias fe­ce­rit, ex­he­res es­to’ vel ‘per­dat le­ga­tum’. quae­si­tum est, si non ad­op­ta­ve­rit, an ei qui ad­op­ta­tus non est ac­tio quae­dam ex fi­dei­com­mis­so com­pe­tit. re­spon­dit fi­dei­com­mis­sum, quo quis ro­ga­tur ut ad­op­tet, ra­tum non es­se. 9‘Agri pla­gam, quae est in re­gio­ne il­la, Mae­viis Pu­blio et Gaio tran­scri­bi vo­lo, pre­tio fac­to vi­ri bo­ni ar­bi­tra­tu et he­redi­ta­ti il­la­to, du­plae evic­tio­ne ex­pro­mis­sa re­li­quis he­redi­bus, ita ut sub poe­na cen­tum pro­mit­tant eam agri pla­gam par­tem­ve eius ad Se­ium pos­te­ros­ve eius non per­ven­tu­ram qua­qua ra­tio­ne’. quae­si­tum est, an le­ga­tum va­leat, cum Pu­blius eme­re ve­lit, Gaius no­lit. re­spon­dit eum, qui fi­dei­com­mis­sum prae­sta­ri si­bi ve­lit, pos­se par­tem di­mi­diam eius agri qui le­ga­tus est pe­te­re, quam­vis al­ter per­se­qui no­lit. item quae­si­tum est, cau­tio, quae in­ter­po­ni de­beat, se­cun­dum vo­lun­ta­tem, pro quo­ta par­te cui­que he­redum prae­stan­da sit. re­spon­dit pro ea por­tio­ne, quae ex fi­dei­com­mis­so prae­sta­tur. 10So­ro­ri le­ga­vit ho­mi­nes quos no­mi­na­vit tes­ta­men­to eius­que fi­dei com­mis­sit, ut ea­dem man­ci­pia fi­liis suis cum ob­iret re­sti­tue­ret. quae­si­tum est, ad­gna­ta ex his an de­func­ti fi­lii he­redi­bus re­sti­tuen­da sint post mor­tem le­ga­ta­riae an re­ma­neant apud he­redes eius. re­spon­dit ea, quae post­ea ad­gna­ta es­sent, ver­bis fi­dei­com­mis­si non con­ti­ne­ri. 11Pa­ter na­tu­ra­lis fi­liae suae ex tes­ta­men­to ma­ri­ti eius fi­dei­com­mis­si de­bi­tor, cum ea mu­lier alii nu­be­ret, non man­da­tu mu­lie­ris do­tem ma­ri­to eius de­dit et si­bi red­di eam sti­pu­la­tus est, si si­ne li­be­ris fi­lia mo­re­re­tur: mu­lier fi­liam sus­ce­pit: quae­si­tum est, an fi­dei­com­mis­sum a pa­tre ex­ige­re pos­sit. re­spon­dit, si nec ra­tam ha­buis­set do­tem da­tam, su­per­es­se fi­dei­com­mis­si pe­ti­tio­nem. idem quae­siit, an si pa­ter ac­cep­to fa­ce­re sti­pu­la­tio­nem ve­lit, mu­lie­ri per­se­cu­tio fi­dei­com­mis­so­rum de­ne­gan­da sit. re­spon­dit su­pra re­spon­sum, eum­que pa­trem, de quo quae­re­re­tur, si ita de­dis­set, ut mu­lier ra­tum ha­be­ret, pos­se con­di­ce­re. 12Se­ium ma­ri­tum scrip­sit he­redem ei­que sub­sti­tuit Ap­piam alum­nam fi­dei­que he­redis com­mi­sit, ut post mor­tem suam he­redi­ta­tem ei­dem alum­nae re­sti­tue­ret aut, si quid an­te con­ti­gis­set alum­nae, tunc Va­le­ria­no fra­tris fi­lio re­sti­tue­ret ean­dem he­redi­ta­tem. quae­si­tum est, si Se­ius vi­vus, quid­quid ad eum ex he­redi­ta­te per­ve­nis­set, alum­nae re­sti­tuis­set, an se­cun­dum vo­lun­ta­tem de­func­tae id fe­cis­se vi­de­re­tur: prae­ser­tim cum haec idem sub­sti­tu­ta es­set. re­spon­dit, si vi­vo Se­io Ap­pia de­ces­sis­set, non es­se li­be­ra­tum a fi­dei­com­mis­so Va­le­ria­no re­lic­to. 13Scae­vo­la re­spon­dit: cum he­res scrip­tus ro­ga­tus es­set, cum vo­let, alii re­sti­tue­re he­redi­ta­tem, in­ter­im non est com­pel­len­dus ad fi­dei­com­mis­sum. Claudius: post mor­tem enim uti­que cre­di­tur da­tum. 14He­redis scrip­ti fi­dei com­mis­se­rat, ut Se­iae uxo­ri uni­ver­sam re­sti­tue­ret he­redi­ta­tem et uxo­ris fi­dei com­mi­sit in haec ver­ba: ‘a te, Se­ia, pe­to, ut quid­quid ad te ex he­redi­ta­te mea per­ve­ne­rit, ex­cep­tis his, si qua ti­bi su­pra le­ga­vi, re­li­quum om­ne red­das re­sti­tuas Mae­viae in­fan­ti dul­cis­si­mae. a qua Se­ia sa­tis ex­igi ve­to, cum sciam eam po­tius rem auc­tu­ram quam de­tri­men­to fu­tu­ram’. quae­si­tum est, an sta­tim Mae­via fi­dei­com­mis­sum a Se­ia pe­te­re pos­sit. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non pos­sit.

41Idem lib. XXII. Dig. [Jemand] hat seine Ehefrau und den mit ihr erzeugten Sohn zu Erben eingesetzt, und der Ehefrau ein Fideicommiss mit folgenden Worten aufgelegt: Ich bitte dich, Frau und Gebieterin, dass du dir von dem Titianischen Landgut deinen Theil nicht fordern mögest, da du weisst, dass ich den ganzen Kauf dieses Landguts abgeschlossen habe, aber in Folge der Zuneigung und Liebe, welche ich dir zu erzeigen schuldig war, eben diesen Kauf, obwohl ich ihn mit meinen Geldern zu Stande gebracht hatte, auch dir habe zu Gute kommen lassen2222S. Westphal Commentar der Gesetze von der Lehre der Vermächtnisse und Fideicommisse. S. 77., man hat gefragt, ob er gewollt habe, dass jenes Landgut dem Sohn aufs Ganze gehören solle. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass der, wegen dessen gefragt wurde, gewollt habe, dass in Betreff des Landguts dasselbe Verhältniss Statt finden sollte, als wenn er ganz zur Erbschaft gehörte, so dass zu halben Theilen sowohl die Ehefrau als der Sohn das Landgut, als ein erbschaftliches, haben sollten. 1In einem Testamente ist so geschrieben gewesen: Ich will, dass mein Haus mit dem daran stossenden Garten meinen Freigelassenen eingeräumt werde, und in einem anderen Abschnitt: Ich will, dass dem Fortunius, meinem Freigelassenen, in meinem Hause, welches ich den Freigelassenen vermacht habe, das Zimmer, in welchem ich wohnte, desgleichen die mit demselben Zimmer in Verbindung stehende Kammer von meinem Erben eingeräumt werde; man hat gefragt, ob der Erbe des Testators in Bezug auf das dem Fortunius zu leistende Vermächtniss belästigt zu sein scheine, da doch das ganze Haus den Freigelassenen voraus vermacht sei. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er nicht belästigt sei. 2[Jemand] hat in einem bestätigten Codicill so verordnet: Allen meinen Freigelassenen aber, sowohl denen, welche ich bei meinem Leben, als auch denen, welche ich in diesem Codicill freigelassen habe, oder nachher freigelassen haben werde, vermache ich ihre Weiber, desgleichen ihre Söhne und Töchter, ausser insoweit ich in meinem Testament verordnet habe, dass sie meiner Ehefrau gehören sollen, oder sie derselben namentlich vermacht habe, vermacht haben werde. Derselbe hat nachher seine Erben gebeten, dass seiner Ehefrau ihre Miterben die Landschaft in Umbrien, Tuscien, Picenum mit allen sowohl ländlichen oder städtischen Sclaven, als Geschäftsführern, welche sich dort befinden werden, ausgenommen die Freigelassenen, ausantworten sollten; man hat gefragt, ob, da die Sclaven Eros und Stichus bis auf den Todestag des Testators in Umbrien, in Picenum die Geschäfte verwaltet haben, sie aber die natürlichen Söhne des Damas sind, welchen der Testator bei seinem Leben freigelassen hatte, sie demselben Damas in Folge der Worte des Codicills von den Erben zu leisten sind, oder aber der Seja, der Ehefrau, nach den Worten des Briefes (Fideicommisses) gehören. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie in Folge des Codicills ihrem natürlichen Vater aus Rücksicht auf die kindliche Liebe gehören. 3[Eine Frau] hat dem Felicissimus und der Felicissima, denen sie die Freiheit gegeben hatte, das Gargilianische Landgut mit einer Hütte vermacht, und in einem anderen Abschnitt hatte sie ihrem Sohne Titius, welchen sie auf den vierten Theil zum Erben eingesetzt hatte, mit folgenden Worten ein Vermächtniss zum Voraus ertheilt: Mein Sohn Titius, nimm dir aus der Masse meine Vermächtnisse, welche mir sowohl dein Vater, als Cölius Justus, der Bruder deines Vaters, hinterlassen haben; man hat gefragt, da das Gargilianische Landgut der Testirerin von ihrem Ehemanne, das heisst, von dem Vater ihres Sohnes Titius, vermacht sei, wem das Landgut in Folge des Fideicommisses gebühre, ob nur dem Sohn Titius, oder dem Felicissimus und der Felicissima, oder [allen] dreien? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es sei nicht wahrscheinlich, dass die [Erblasserin], da sie dem Felicissimus und der Felicissima nichts anderes, als das, was sie besonders vermacht hat, [hinterlassen habe,] auf den Sohn, dem sie auch einen Theil ihrer Erbschaft hinterlassen hat, [dies] Vermächtniss durch [jene] allgemeine Rede habe übertragen wollen. 4Jemand hatte in seinem Testamente Knaben so vermacht: Ich will, dass dem Publius Mävius, meinem jungen Herrn, von meinen Erben fünf Knaben von den meinigen, jedoch nur unter sieben Jahren, gegeben werden sollen; nach mehreren Jahren, seit er das Testament gemacht hat, stirbt er; man hat gefragt, von welchem Alter Sclaven dem Mävius gebühren, ob solche, welche zu der Zeit, zu welcher das Testament errichtet wurde, unter sieben Jahren gewesen sind, oder solche, welche zur Zeit des Todes des Testators sich unter diesem Alter vorfinden. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es scheine das Alter bezeichnet zu sein, welches Statt gefunden hätte, als sie von Testator hinterlassen wurden. 5[Jemand] hatte seiner Concubine unter Anderem so vermacht: Ich will, dass das Landgut in Appien mit seinem Verwalter und dem Weib und den Söhnen desselben gegeben werden soll; man hat gefragt, ob der Testator gewollt habe, dass auch die Enkel des Verwalters und seines Weibes der Concubine gehören sollen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es werde nichts angeführt, warum sie [derselben] nicht gebühren sollten. 6[Jemand] hatte durch ein Fideicommiss den Mäviern so vermacht: und Alles, was ich in meiner Vaterstadt Gades besitze; man hat gefragt, ob, wenn er eine in der Nähe liegende vorstädtische Besitzung2323S. oben L. 38. §. 4. hätte, auch diese in Folge des Fideicommisses den Mäviern gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es könne auch auf diese der Sinn der Worte ausgedehnt werden. Desgleichen hat man gefragt, ob, [da] der Verstorbene die Urkunden über das Geldgeschäft, welches er in seiner Vaterstadt oder in den Umgebungen derselben getrieben hat, in dem Hause, welches er in seiner Vaterstadt hatte, hinterlassen hat, auch dieses Geldgeschäft wegen der oben stehenden Worte den Mäviern aus, dem Grunde des Fideicommisses gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es gebühre ihnen nicht. Desgleichen hat man gefragt, ob das Geld, welches in der Casse des Hauses zu Gades gefunden, oder in Folge verschiedener Forderungen eingezogen und daselbst niedergelegt worden wäre, in Folge des Fideicommisses gebühre. [Scävola] hat das Obige zum Gutachten ertheilt. 7[Jemand] hat in einem Testament, in welchem er seinen Sohn und seine Ehefrau zu Erben eingesetzt hatte, seiner Tochter durch ein Fideicommiss Hundert, wenn sie sich in der Familie verheirathen würde, vermacht, und Folgendes hinzugefügt: Ich lege dir, meine Tochter, das Fideicommiss auf, dass du, wenn du dich in der Familie verheirathest, und so oft du dich verheirathen wirst, es dulden mögest, dass sich dein Bruder und deine Mutter Seja stipuliren, dass ihnen die Hälfte [von deinem Heirathsgut], welches du geben wirst, zu halben Theilen auf den Fall gegeben werden solle, wenn du in der Ehe mit dem, den du heirathen wirst, oder wenn du, nachdem eine Scheidung vorgefallen, bevor dein Heirathsgut zurückgegeben, oder deswegen Genüge geschehen sein wird, versterben wirst, ohne einen Sohn oder eine Tochter von jenem Manne hinterlassen zu haben; der Vater hat die Tochter, als Jungfrau, verheirathet, und für sie ein Heirathsgut gegeben, und hat dasselbe nach der Scheidung zurückgenommen, und die Tochter einem Anderen mit dem Heirathsgut zur Ehe gegeben und sich stipulirt, dass jenes Heirathsgut ihm, oder seiner Tochter zurückgegeben werden sollte; während die Tochter sich noch in der zweiten Ehe befand, ist er mit Hinterlassung desselben Testamentes gestorben, und sein Sohn und seine Ehefrau sind seine Erben geworden; nachher hat die Tochter, nachdem ihr Ehemann verstorben war, und sie das Heirathsgut zurückerhalten hatte, einen Andern geheirathet und zwar in Gegenwart und mit Einwilligung des Bruders und der Mutter, welche auch das Heirathsgut derselben vermehrt hat, und Keines von Beiden hat sich das Heirathsgut stipulirt; bald darauf sind der Sohn und die Tochter Erben ihrer Mutter geworden, sodann ist die Tochter in der Ehe verstorben, indem sie ihren Ehemann zum Erben hinterlassen hat; man hat gefragt, ob, da die Tochter nicht in Folge des Vermächtnisses Geld zum Heirathsgut von den Erben des Vaters erhalten, sondern, nachdem ihr zweiter Ehemann gestorben und sie Hausmutter geworden war, das Heirathsgut zurückerhalten hatte, ihr Erbe in Folge des Fideicommisses dem Bruder der Verstorbenen auf das Geld gehalten sei, welches er beziehen könnte, wenn er sich das Heirathsgut stipulirt hatte? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss sei er nicht gehalten. 8Jemands Erbe oder Vermächtnissinhaber ist gebeten worden, dass er Jemanden an Kindes Statt annehmen solle, indem diese Worte beigefügt waren: wenn er anders gehandelt haben wird, so soll er enterbt sein, oder: so soll er das Vermächtniss verlieren; man hat gefragt, ob, wenn er nicht an Kindes Statt angenommen habe, dem, welcher nicht an Kindes Statt angenommen worden ist, irgend eine Klage aus dem Fideicommiss zusteht? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, ein Fideicommiss, durch welches Jemand gebeten wird, dass er an Kindes Statt annehmen möge, sei nicht gültig. 9Ich will, dass der Strich Ackers, welcher in jener Landschaft liegt, auf die Mävier, den Publius und den Cajus überschrieben werde, nachdem der Preis desselben nach dem Ermessen eines redlichen Mannes festgesetzt, und in die Erbschaft eingezahlt worden ist, [auch] das Doppelte auf den Fall der Entwährung von den übrigen Erben versprochen worden ist, so [jedoch], dass [Publius und Cajus] unter der Strafe von Hundert versprechen sollen, dass jener Strich Ackers oder ein Theil desselben an die Seja oder die Nachkommen derselben auf keine Weise kommen werde; man hat gefragt, ob das Vermächtniss gelte, da Publius kaufen will, Cajus es nicht will. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass der, welcher das Fideicommiss sich geleistet wissen wolle, die Hälfte jenes Ackers, welcher vermacht worden ist, fordern könne, obwohl der Andere es nicht in Anspruch nehmen wolle. Desgleichen hat man gefragt, zu dem wievielsten Theil einem jeden Erben die Sicherheit, welche dem Willen des Verstorbenen gemäss bestellt werden müsse, zu leisten sei? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, zu dem Theile, welcher in Folge des Fideicommisses geleistet wird. 10Jemand hat seiner Schwester die Sclaven, welche er im Testamente genannt hat, vermacht, und ihr das Fideicommiss aufgelegt, dass sie dieselben Sclaven, wenn sie sterben würde, seinen Söhnen ausantworten sollte; man hat gefragt, ob die von diesen [Sclaven] gezeugten [Kinder] den Söhnen des Verstorbenen, seinen Erben, nach dem Tode der Vermächtnissinhaberiu auszuantworten seien, oder bei den Erben derselben verblieben. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass die, welche nachher geboren wären, in den Worten des Fideicommisses nicht begriffen seien. 11Ein Vater, der seiner natürlichen Tochter in Folge des Testamentes ihres Ehemannes ein Fideicommiss zu leisten schuldig war, hat, da diese Frau einen Anderen heirathete, nicht im Auftrage [dieser] Frau ihrem Ehemanne ein Heirathsgut gegeben, und sich stipulirt, dass es ihm zurückgegeben werden sollte, wenn die Tochter ohne Kinder sterben würde; die Frau hat eine Tochter bekommen; man hat gefragt, ob sie das Fideicommiss von ihrem Vater einklagen könne? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn sie nicht das Geben des Heirathsguts genehmigt hätte, so sei die Forderung des Fideicommisses noch übrig. Derselbe hat gefragt, ob, wenn der Vater die Stipulation durch Annahme als empfangen erlassen wolle, der Frau die Verfolgung des Fideicommisses zu versagen sei. [Scävola] hat das Obige zum Gutachten ertheilt, und dass der Vater, wegen dessen gefragt wurde, wenn er das Heirathsgut mit Genehmigung der Frau gegeben hätte, condiciren könne. 12[Eine Frau] hat den Sejus, ihren Ehemann, zum Erben eingesetzt, und demselben die Appia, ihre Pflegetochter, substituirt, und dem Erben das Fideicommiss aufgelegt, dass er nach seinem Tode die Erbschaft derselben Pflegetochter ausantworten sollte, oder, wenn die Pflegetochter vorher [der Tod] betroffen hätte, dann dem Valerianus, ihres Bruders Sohn, dieselbe Erbschaft ausantworten sollte; man hat gefragt, ob, wenn Sejus bei seinem Leben Alles, was aus der Erbschaft an ihn gekommen wäre, der Pflegetochter ausgeantwortet hätte, er den Willen der Verstorbenen gemäss dies gethan zu haben scheine, vorzüglich da die [Pflegetochter] ihm substituirt wäre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn die Appia beim Leben des Sejus verstorben wäre, so wäre er nicht von dem dem Valerianus hinterlassenen Fideicommiss befreit. 13Scävola hat das Gutachten ertheilt: wenn der eingesetzte Erbe gebeten worden war, wann er wolle, einem Anderen die Erbschaft auszuantworten, so ist er unterdessen2424D. h. vor seinem Tode. zum Fideicommiss nicht anzutreiben. Claudius [bemerkt hierzu]: denn es wird allerdings so angesehen, als wäre es nach seinem Tode ausgesetzt. 14[Jemand] hatte seinem eingesetzten Erben das Fideicommiss aufgelegt, dass er der Seja, der Ehefrau [des Testators], die gesammte Erbschaft ausantworten sollte, und seiner Ehefrau hatte er mit folgenden Worten ein Fideicommiss aufgelegt: ich bitte dich, Seja, dass du Alles, was von meiner Erbschaft an dich gekommen sein wird, ausgenommen das, was ich dir etwa oben vermacht habe, alles Uebrige (also) der Mävia, dem lieblichsten Kinde, geben, ausantworten mögest. Und ich verbiete, dass man von dieser Seja Bürgschaft fordere, da ich weiss, dass sie vielmehr das Vermögen vermehren, als demselben zum Nachtheil sein werde; man hat gefragt, ob die Mävia das Fideicommiss von der Seja sogleich fordern könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es liege kein Grund vor, warum sie es nicht könne.

42Idem li­bro tri­ge­si­mo ter­tio di­ges­to­rum. Ti­tius he­redes in­sti­tuit Se­iam uxo­rem ex par­te duo­de­ci­ma, Mae­viam ex re­li­quis par­ti­bus et de mo­nu­men­to quod si­bi ex­strui vo­le­bat, ita ca­vit: ‘cor­pus meum uxo­ri meae vo­lo tra­di se­pe­lien­dum in fun­do il­lo et mo­nu­men­tum ex­strui us­que ad qua­drin­gen­tos au­reos’. quae­ro, cum in duo­de­ci­ma par­te non am­plius quam cen­tum quin­qua­gin­ta au­rei ex bo­nis ma­ri­ti ad uxo­rem per­ve­niant, an hac scrip­tu­ra ab ea so­la mo­nu­men­tum si­bi tes­ta­tor ex­strui vo­lue­rit. re­spon­di ab utra­que he­rede mo­nu­men­tum pro he­redi­ta­riis por­tio­ni­bus in­struen­dum.

42Idem lib. XXXIII. Dig. Titius hat die Seja, seine Ehefrau, auf den zwölften Theil, die Mävia auf die übrigen Theile eingesetzt, und in Bezug auf das Denkmal, welches er sich errichtet wissen wollte, so verordnet: Ich will, dass mein Körper meiner Ehefrau zur Beerdigung in jenem Landgute übergeben und mir ein Denkmal bis zu vierhundert Goldstücken errichtet werden solle; ich frage, ob, da im zwölften Theile nicht mehr, als hundert fünfzig Goldstücke aus dem Vermögen des Ehemannes an die Ehefrau gekommen sind, der Testator in Folge dieses Satzes von ihr allein sich habe das Denkmal errichtet wissen wollen. Ich habe das Gutachten ertheilt, dass von beiden Erbinnen das Denkmal nach Verhältniss ihrer Erbschaftstheile zu errichten sei.

43Cel­sus li­bro quin­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Si fi­liae pa­ter do­tem ar­bi­tra­tu tu­to­rum da­ri ius­sis­set, Tu­be­ro per­in­de hoc ha­ben­dum ait ac si vi­ri bo­ni ar­bi­tra­tu le­ga­tum sit. La­beo quae­rit, quem­ad­mo­dum ap­pa­ret, quan­tam do­tem cu­ius­que fi­liae bo­ni vi­ri ar­bi­tra­tu con­sti­tui opor­tet: ait id non es­se dif­fi­ci­le ex dig­ni­ta­te, ex fa­cul­ta­ti­bus, ex nu­me­ro li­be­ro­rum tes­ta­men­tum fa­cien­tis aes­ti­ma­re.

43Celsus lib. XV. Dig. Tubero sagt, wenn ein Vater seiner Tochter ein Heirathsgut nach dem Ermessen der Vormünder zu geben befohlen hätte, so sei dies ebenso anzusehen, als ob es nach dem Ermessen eines redlichen Mannes vermacht sei. Labeo fragt: auf welche Weise erhellt es, ein wie grosses Heirathsgut einer jeden Tochter nach dem Ermessen eines redlichen Mannes bestellt werden muss? Er sagt, das sei nicht schwer nach der Würde, nach dem Vermögen, nach der Zahl der Kinder dessen, der das Testament errichtete, zu bestimmen.

44Pom­po­nius li­bro se­cun­do ad Sa­binum. Si fun­dus le­ga­tus sit cum his quae ibi erunt, quae ad tem­pus ibi sunt non vi­den­tur le­ga­ta: et id­eo pe­cu­niae, quae fae­ne­ran­di cau­sa ibi fue­runt, non sunt le­ga­tae.

44Pompon. lib. II. ad Sabin. Wenn ein Landgut mit Dem, was dort sein wird, vermacht sein sollte, so scheint das, was auf einige Zeit dort ist, nicht vermacht zu sein; und darum sind die Gelder, welche sich zum Ausleihen auf Zinsen dort befunden haben, nicht vermacht.

45Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Hoc le­ga­tum ‘uxo­ris cau­sa pa­ra­ta’ ge­ne­ra­le est et con­ti­net tam ves­tem quam ar­gen­tum au­rum or­na­men­ta ce­te­ra­que, quae uxo­ris gra­tia pa­ran­tur. sed quae vi­dean­tur uxo­ris cau­sa pa­ra­ri? Sa­b­inus li­bris ad Vi­tel­lium ita scrip­sit: quod in usu fre­quen­tis­si­me ver­sa­tur, ut in le­ga­tis uxo­ris ad­icia­tur ‘quod eius cau­sa pa­ra­ta sint’, hanc in­ter­pre­ta­tio­nem op­ti­nuit, quod ma­gis uxo­ris cau­sa quam com­mu­nis pro­mis­cui­que usus cau­sa pa­ra­tum fo­ret. ne­que in­ter­es­se vi­sum est, an­te duc­tam uxo­rem id pa­ter fa­mi­lias pa­ra­vis­set an post­ea an et­iam ex his re­bus qui­bus ip­se uti so­le­ret uxo­ri ali­quid ad­sig­na­vis­set, dum id mu­lie­ris usi­bus pro­prie ad­tri­bu­tum es­set.

45Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Dies Vermächtniss: das um meiner Ehefrau willen Angeschaffte, ist von allgemeinem Umfang, und enthält sowohl das Gewebe, als das Silber, das Gold, den Schmuck und das Uebrige, was um einer Ehefran willen angeschafft wird. Aber was scheint wohl um einer Ehefrau willen angeschafft zu werden? Sabinus hat in den Büchern zu Vitellius so geschrieben: das, was sehr häufig in Gebrauch ist, dass [nämlich] bei den Vermächtnissen der Ehefrau hinzugefügt wird: was um ihretwillen angeschafft worden sei, hat diese Auslegung erlangt: was mehr um der Ehefrau willen, als um des gemeinschaftlichen und ohne Unterschied Statt findenden Gebrauchs willen angeschafft sein würde; auch hat man angenommen, dass es keinen Unterschied mache, ob der Hausvater das, ehe er die Ehefrau heirathete, oder nachher angeschafft hätte, oder auch ob er von den Sachen, welche er selbst zu gebrauchen pflegte, der Ehefrau Etwas angewiesen hätte, wenn es nur eigentlich dem Gebrauch der Frau zugetheilt worden wäre;

46Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Ea ta­men ad­iec­tio le­ga­tum alias ex­iguius, alias ple­nius ef­fi­cit. au­ge­tur, cum sic scrip­tum est: ‘quae­que eius cau­sa pa­ra­ta sunt’: id enim sig­ni­fi­cat et si quid prae­ter ea quae dic­ta sunt eius cau­sa pa­ra­tum est: mi­nui­tur de­trac­ta con­iunc­tio­ne, quia ex om­ni­bus su­pra com­pre­hen­sis ea so­la de­fi­niun­tur, quae eius cau­sa pa­ra­ta sunt.

46Paul. lib. II. ad Vitell. jener Zusatz macht jedoch das Vermächtniss bald geringer, bald vollständiger; es wird vermehrt, wenn so geschrieben worden ist: und was um ihretwillen angeschafft worden ist; denn das bezeichnet: und wenn Etwas ausser Dem, was genannt worden ist, um ihretwillen angeschafft worden ist; es wird vermindert durch die Hinwegnahme des Verbindungsworts [und], weil [dann] von Allem, was oben zusammengefasst worden ist, blos das [für die Frau] bestimmt wird, was um ihretwillen angeschafft worden ist.

47Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Si quid ea­rum re­rum an­te com­pa­ra­vit quam uxo­rem du­xit, si id ei ut ute­re­tur tra­di­dit, per­in­de est, qua­si post­ea pa­ra­vis­set. ex eo au­tem le­ga­to ea per­ti­nent ad uxo­rem, quae eius cau­sa emp­ta com­pa­ra­ta quae­que re­ten­ta sunt: in qui­bus et­iam quae prio­ris uxo­ris quae­que fi­liae nep­tis vel nu­rus fue­runt con­ti­nen­tur. 1In­ter emp­tum et pa­ra­tum quid in­ter­est, quae­ri­tur: et re­spon­sum est in emp­to pa­ra­tum in­es­se, in pa­ra­to non con­ti­nuo emp­tum con­ti­ne­ri: vel­uti si quis quae prio­ris uxo­ris cau­sa emis­set, pos­te­rio­ri uxo­ri tra­di­dis­set, eas res eum pos­te­rio­ris uxo­ris cau­sa pa­ra­vis­se, non emis­se con­stat. id­eo­que quam­vis ma­ri­tus pos­te­rio­ris uxo­ris cau­sa ni­hil eme­rit, ta­men tra­den­do quae prior ha­bue­rit, eius cau­sa pa­ra­ta sunt. et­si ei ad­sig­na­ta non sunt, le­ga­to ce­dunt: at quae prio­ris uxo­ris cau­sa pa­ra­ta sunt, ita pos­te­rio­ri de­ben­tur, si ei ad­sig­na­ta sint, quia non est ita de pos­te­rio­re uxo­re co­gi­ta­tum, cum com­pa­ra­ren­tur.

47Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn [der Ehemann] Etwas von jenen Sachen eher angeschafft hat, als er seine Frau geheirathet hat, so ist es, wenn er es ihr [nur] übergeben hat, damit sie es gebrauchen sollte, eben so gut, als wenn er es nachher angeschafft hätte. In Folge eines solchen Vermächtnisses gehört aber Das der Ehefrau, was um ihretwillen gekauft, angeschafft und was [um ihretwillen] zurückbehalten worden ist; und darin ist auch das enthalten, was der früheren Ehefrau und was der Tochter, Enkelin oder Schwiegertochter gehört hat. 1Man fragt: welcher Unterschied findet zwischen dem Gekauften und dem Angeschafften Statt? Und man hat das Gutachten ertheilt, in dem Gekauften sei das Angeschaffte enthalten, unter dem Angeschafften werde aber nicht sogleich das Gekaufte begriffen; z. B. wenn Jemand Das, was er um seiner früheren Ehefrau willen gekauft hatte, seiner zweiten Ehefrau übergeben hätte, so ist gewiss, dass er diese Sachen um der zweiten Ehefrau willen angeschafft, nicht gekauft habe. Und darum scheint der Ehemann, obwohl er um der zweiten Ehefrau willen Nichts gekauft hat, doch dadurch, dass er ihr Das, was die erste gehabt hat, übergab, um ihretwillen [Etwas] angeschafft zu haben; denn was um der zweiten Ehefrau willen angeschafft worden ist, gehört zum Vermächtniss, auch wenn es ihr nicht angewiesen worden ist; aber was um der ersten Ehefrau willen angeschafft worden ist, gebührt der zweiten [nur] dann, wenn es ihr angewiesen worden ist, weil nicht so an die zweite Ehefrau gedacht worden ist, als es erworben wurde;

48Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Nam ne id qui­dem quod tra­di­tum est, si post­ea ad­emp­tum sit, le­ga­to ce­det.

48Paul. lib. XXII. ad Sabin. denn nicht einmal Das, was [der zweiten Ehefrau] übergeben worden ist, wird zum Vermächtniss gehören, wenn es [ihr] nachher entzogen worden ist.

49Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Item le­ga­to con­ti­nen­tur man­ci­pia, pu­ta lec­ti­ca­rii, qui so­lam ma­trem fa­mi­lias por­ta­bant. item iu­men­ta vel lec­ti­ca vel sel­la vel bur­do­nes. item man­ci­pia alia, puel­lae for­tas­sis, quas si­bi co­ma­tas mu­lie­res ex­or­nant. 1Sed et si for­te vi­ri­lia ei quae­dam do­na­ve­rit, quo­dam­mo­do eius cau­sa pa­ra­ta vi­de­bun­tur. 2Pro­in­de et si quae­dam pro­mis­cui usus sint, so­li­tus ta­men fue­rit ab ea qua­si usum mu­tua­ri, di­cen­dum erit ip­sius cau­sa vi­de­ri pa­ra­ta. 3Item in­ter­est, ip­sius cau­sa pa­ra­ta sint ei le­ga­ta an ip­sius cau­sa emp­ta: pa­ra­tis enim om­nia con­ti­nen­tur, quae ip­sius usi­bus fue­runt de­sti­na­ta, emp­ta ve­ro ea so­la, quae prop­ter eam emp­ta fe­cit ma­ri­tus. un­de non con­ti­ne­bun­tur emp­tis so­lis le­ga­tis, quae alia ra­tio­ne pa­ter fa­mi­lias ad­quisi­ta ei de­sti­na­vit: utro­que au­tem le­ga­to con­ti­ne­bun­tur et quae ma­ri­tus emi man­da­ve­rat vel quae eme­rat, nec­dum au­tem ei ad­sig­na­ve­rat, ad­sig­na­tu­rus si vi­xis­set. 4Par­vi au­tem re­fert, uxo­ri an con­cu­bi­nae quis le­get, quae eius cau­sa emp­ta pa­ra­ta sunt: sa­ne enim ni­si dig­ni­ta­te ni­hil in­ter­est. 5Si uxo­ri au­rum, quod eius cau­sa pa­ra­tum est, le­ga­tum sit et post­ea sit con­fla­tum, ma­te­ria ta­men ma­neat, ea ei de­be­tur. 6Sed ut le­ga­tum va­leat, mor­tis tem­po­re uxo­rem es­se de­be­re Pro­cu­lus scribsit et ve­rum est: se­pa­ra­tio enim dis­sol­vit le­ga­tum. 7Hoc le­ga­tum et fi­lio et fi­liae re­lin­qui pot­est: ‘quae eius gra­tia pa­ra­ta sunt’, et ser­vo ser­vae­que: et con­ti­ne­bun­tur quae ip­si sunt ad­tri­bu­ta vel de­sti­na­ta.

49Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Desgleichen sind in dem Vermächtniss Sclaven enthalten, z. B. die Sänftenträger, welche blos die Hausmutter trugen; desgleichen Lastthiere, oder eine Sänfte, oder ein Sessel, oder Maulesel; desgleichen andere Sclaven, etwa die Mädchen, welche die Frauen sich als Schmückerinnen abrichten. 1Aber auch wenn er ihr vielleicht einige für einen Mann bestimmte Sachen geschenkt hat, so werden dieselben gewissermaassen um ihretwillen angeschafft zu sein scheinen. 2Deshalb wird man auch, wenn einige Sachen im gemeinsamen Gebrauch, er jedoch gewohnt gewesen sein sollte, von ihr gleichsam den Gebrauch zu borgen, sagen müssen, dass sie um ihretwillen angeschafft zu sein scheinen. 3Desgleichen macht es einen Unterschied, ob das um ihretwillen Angeschaffte, oder das um ihretwillen Gekaufte ihr vermacht sei; denn in dem Angeschafften ist Alles enthalten, was zu ihrem Gebrauch bestimmt gewesen ist, Gekauftes aber ist blos das, was der Ehemann wegen ihr gekauft hat. Daher wird, wenn blos das Gekaufte vermacht worden ist, das auf andere Weise Erworbene, was der Hausvater ihr bestimmt hat, nicht darin enthalten sein; in beiden Vermächtnissen wird aber auch das enthalten sein, was der Ehemann zu kaufen aufgetragen, oder was er gekauft, aber ihr noch nicht angewiesen hatte, [jedoch] angewiesen haben würde, wenn er leben geblieben wäre. 4Es macht aber wenig aus, ob Jemand der Ehefrau oder der Concubine, was um ihretwillen gekauft oder angeschafft worden ist, vermacht; denn in der That findet, ausser in Bezug auf die Würde, kein Unterschied Statt. 5Wenn einer Ehefrau das Gold, welches um ihretwillen angeschafft worden ist, vermacht und nachher geschmolzen sein, jedoch der Stoff bleiben sollte, so gebührt ihr dieser. 6Aber Proculus schreibt, damit [ein solches] Vermächtniss gelte, müsse sie zur Todeszeit [des Testators seine] Ehefrau sein; und es ist wahr, denn eine Trennung hebt das Vermächtniss auf. 7Dies Vermächtniss kann auch einem Sohn und einer Tochter hinterlassen werden: was um seinet- oder ihretwillen angeschafft worden ist, auch einem Sclaven und einer Sclavin, und es wird Das, was ihm oder ihr zugetheilt oder bestimmt worden ist, darin enthalten sein.

50Idem li­bro vi­ce­si­mo ter­tio ad Sa­binum. Cum fi­lio fa­mi­lias ita le­ga­tur: ‘cum is in tu­te­lam suam per­ve­ne­rit’, pu­ber­ta­tis tem­pus sig­ni­fi­ca­tur. et sa­ne si im­pu­be­ri fi­lio fa­mi­lias le­ga­tum sit, ple­rum­que sen­tien­dum est, quod Sa­b­inus ait, ut non et pa­ter fa­mi­lias fiat, sed ut pu­bes. ce­te­rum si ma­ter, quae su­spec­tam ha­buit ma­ri­ti a quo di­vor­te­rat vi­tam, fi­lio suo quam­vis im­pu­be­ri le­get, non vi­de­tur sen­sis­se de eo tem­po­re, quo pu­bes est, sed eo, quo et pu­bes et pa­ter fa­mi­lias est (nam et si pu­bes fuit, mul­to ma­gis di­ce­mus de pa­tre fa­mi­lias eam sen­sis­se), ac si di­xis­set ‘in suam tu­te­lam et in suam po­tes­ta­tem’. 1Quod si quis pa­tri fa­mi­lias im­pu­be­ri le­get, cum suae tu­te­lae sit, de pu­ber­ta­te sen­sit, in­ter­dum et de vi­gin­ti quin­que an­nis, si mens tes­tan­tis ap­pa­reat. nam si iam pu­be­ri, mi­no­ri ta­men vi­gin­ti quin­que an­nis le­ga­vit, pro­cul du­bio an­ni vi­gin­ti quin­que erunt prae­sti­tu­ti. 2Item si fu­rio­so vel prod­igo vel ei, cui prae­tor ex cau­sa cu­ra­to­rem de­dit, ita sit le­ga­tum, pu­to et de eo sen­sum ca­su, quo cu­rae et tu­te­lae li­be­re­tur. 3Ex his et hu­ius­mo­di ap­pa­ret vo­lun­ta­tis quaes­tio­nem Sa­binum in­ter­pre­ta­tum: et uti­que non du­bi­ta­ret, si pu­be­ri et mul­to ma­gis ma­io­ri vi­gin­ti quin­que an­nis ita sit le­ga­tum, de sua po­tes­ta­te tes­ta­to­rem sen­sis­se. 4Sic au­tem haec scrip­tu­ra va­ria est et vo­lun­ta­tis ha­bet quaes­tio­nem, ut il­la quo­que, si quis ita scrip­se­rit ‘cum sui iu­ris fue­rit fac­tus’ nam ali­ter alias ac­ci­pia­tur: et ple­rum­que po­tes­ta­tis li­be­ra­tio­nem con­ti­net, ple­rum­que pu­ber­ta­tem vel vi­ce­si­mum quin­tum an­num. 5Ego qui­dem et si quis iam pu­be­ri, mi­no­ri ta­men vi­gin­ti quin­que an­nis sic le­ga­ve­rit ‘cum ad pu­ber­ta­tem per­ve­ne­rit’, pu­to de ae­ta­te eum sen­sis­se, quae ca­ret in in­te­grum re­sti­tu­tio­ne. 6Idem et si quis ‘cum suae ae­ta­tis fue­rit fac­tus’, utrum de pu­ber­ta­te an de vi­gin­ti quin­que an­nis sen­sum sit, dis­pu­ta­ri de vo­lun­ta­te pot­est, non mi­nus quam si ita ad­scrip­se­rit ‘cum ius­tae ae­ta­tis sit fac­tus’ vel ‘cum ma­tu­rae ae­ta­tis’ vel ‘cum ad­ole­ve­rit’.

50Idem lib. XXIII. ad Sabin. Wenn einem Haussohn so vermacht wird: wenn er in seine eigene Vormundschaft gekommen sein wird2525Quum is in tutelam suam pervenerit. Es musste hier dieser Satz wegen des Folgenden wörtlich übersetzt werden., so wird die Zeit der Mündigkeit bezeichnet. Und in der That ist, wenn einem unmündigen Haussohn so vermacht sein sollte, in der Regel anzunehmen, was Sabinus sagt, dass er [nämlich] nicht auch Hausvater, sondern dass er mündig werden solle. Wenn übrigens eine Mutter, welche den Lebenswandel ihres Ehemannes, von welchem sie sich geschieden hatte, für verdächtig gehalten hat, ihrem wenn auch zu der Zeit noch unmündigen Sohne [so] vermacht, so scheint sie nicht die Zeit, wo er mündig ist, sondern die, wo er sowohl mündig, als auch Hausvater ist, im Sinne gehabt zu haben; denn auch, wenn er schon mündig gewesen ist, werden wir noch viel mehr sagen, dass sie den Hausvater im Sinne gehabt habe, gleich als ob sie gesagt hätte: in seine eigene Vormundschaft und seine eigene Gewalt. 1Wenn aber Jemand einem unmündigen Hausvater vermachen sollte: wenn derselbe in seiner eigenen Vormundschaft sei, so hat er die Mündigkeit im Sinne gehabt, zuweilen auch fünfundzwanzig Jahre, wenn [diese] Absicht des Testirenden erhellt; denn wenn er einem schon Mündigen, der jedoch jünger ist als fünfundzwanzig Jahre, so vermacht hat, so werden ohne Zweifel fünfundzwanzig Jahre festgesetzt sein. 2Desgleichen wenn einem Wahnsinnigen, oder Verschwender, oder Einem, dem der Prätor aus [einem anderen] Grund einen Curator gegeben hat, so vermacht sein sollte, so glaube ich, dass man auch dem Fall im Sinne gehabt habe, wo er von der Curatel und Vormundschaft befreit werde. 3Aus diesen und ähnlichen [Bestimmungen] erhellt, dass Sabinus bei der Auslegung die Absicht [des Testators] untersucht habe, und er würde gewiss nicht zweifeln, dass, wenn einem Mündigen und noch vielmehr, wenn Einem, der älter als fünfundzwanzig Jahre ist, so vermacht sei, der Testator die eigene Gewalt [des Vermächtnissinhabers] im Sinne gehabt habe. 4Auf diese Weise aber ist dieser Satz von verschiedenem Sinn, und gibt Gelegenheit zur Untersuchung der Willensmeinung [des Testators], wie auch jener, wenn Jemand so geschrieben haben sollte: wenn er eigenen Rechtens geworden sein wird; denn ein Mal wird er so, das andere Mal so verstanden, und bald enthält er die Befreiung von der Gewalt, bald die Mündigkeit, oder auch das fünfundzwanzigste Jahr. 5Ich für meinen Theil glaube, dass auch, wenn Jemand einem schon Mündigen, der jedoch jünger als fünfundzwanzig Jahre ist, so vermacht haben sollte: wenn er zur Mündigkeit gelangt sein wird, er das Alter im Sinne gehabt habe, welches die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand entbehrt. 6Desgleichen kann auch, wenn Jemand so: wenn er zu seinem Alter gekommen sein wird, oder so: zum gesetzmässigen Alter, [vermacht haben sollte,] über die Willensmeinung des Testators gestritten werden, ob er [nämlich] die Mündigkeit, oder fünfundzwanzig Jahre im Sinne gehabt habe, nicht weniger, als wenn Jemand so hinzugesetzt haben sollte: wenn er zum rechtmässigen Alter gekommen sein wird, oder: wenn er zum reifen Alter, oder: wenn er gross geworden sein wird.

51Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si fi­liae fa­mi­lias ita le­ga­tum sit ‘cum in tu­te­lam suam per­ve­ne­rit’, tunc de­be­bi­tur, cum vi­ri­po­tens fac­ta fue­rit.

51Paul. lib. IV. ad Sabin. Wenn einer Haustochter so vermacht sein sollte: wenn sie in ihre eigene Vormundschaft gekommen sein wird, so wird es ihr dann gebühren, wenn sie mannbar geworden sein wird.

52Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo quar­to ad Sa­binum. Li­bro­rum ap­pel­la­tio­ne con­ti­nen­tur om­nia vo­lu­mi­na, si­ve in char­ta si­ve in mem­bra­na sint si­ve in qua­vis alia ma­te­ria: sed et si in phi­ly­ra aut in ti­lia (ut non­nul­li con­fi­ciunt) aut in quo alio co­rio, idem erit di­cen­dum. quod si in co­di­ci­bus sint mem­bra­neis vel char­ta­ceis vel et­iam ebo­reis vel al­te­rius ma­te­riae vel in ce­ra­tis co­di­cil­lis, an de­bean­tur, vi­dea­mus. et Gaius Cas­sius scri­bit de­be­ri et mem­bra­nas li­bris le­ga­tis: con­se­quen­ter igi­tur ce­te­ra quo­que de­be­bun­tur, si non ad­ver­se­tur vo­lun­tas tes­ta­to­ris. 1Si cui cen­tum li­bri sint le­ga­ti, cen­tum vo­lu­mi­na ei da­bi­mus, non cen­tum, quae quis in­ge­nio suo me­ti­tus est, qui ad li­bri scrip­tu­ram suf­fi­ce­rent: ut pu­ta cum ha­be­ret Ho­me­rum to­tum in uno vo­lu­mi­ne, non qua­dra­gin­ta oc­to li­bros com­pu­ta­mus, sed unum Ho­me­ri vo­lu­men pro li­bro ac­ci­pien­dum est. 2Si Ho­me­ri cor­pus sit le­ga­tum et non sit ple­num, quan­tae­cum­quae rhap­so­diae in­ve­nian­tur, de­ben­tur. 3Li­bris au­tem le­ga­tis bi­blio­the­cas non con­ti­ne­ri Sa­b­inus scri­bit: idem et Cas­sius: ait enim mem­bra­nas quae scrip­tae sint con­ti­ne­ri, de­in­de ad­ie­cit ne­que ar­ma­ria ne­que scri­nia ne­que ce­te­ra, in qui­bus li­bri con­dun­tur, de­be­ri. 4Quod ta­men Cas­sius de mem­bra­nis pu­ris scrip­sit, ve­rum est: nam nec char­tae pu­rae de­ben­tur li­bris le­ga­tis nec char­tis le­ga­tis li­bri de­be­bun­tur, ni­si for­te et hic nos ur­se­rit vo­lun­tas: ut pu­ta si quis for­te char­tas sic re­li­que­rit ‘char­tas meas uni­ver­sas’, qui ni­hil aliud quam li­bros ha­be­bat, stu­dio­sus stu­dio­so: ne­mo enim du­bi­ta­bit li­bros de­be­ri: nam et in usu ple­ri­que li­bros char­tas ap­pel­lant. quid er­go, si quis char­tas le­ga­ve­rit pu­ras? mem­bra­nae non con­ti­ne­bun­tur ne­que ce­te­rae ad scri­ben­dum ma­te­riae, sed nec coep­ti scri­bi li­bri. 5Un­de non ma­le quae­ri­tur, si li­bri le­ga­ti sint, an con­ti­nean­tur non­dum per­scrip­ti. et non pu­to con­ti­ne­ri, non ma­gis quam ves­tis ap­pel­la­tio­ne non­dum de­tex­ta con­ti­ne­tur. sed per­scrip­ti li­bri non­dum mal­lea­ti vel or­na­ti con­ti­ne­bun­tur: pro­in­de et non­dum con­glu­ti­na­ti vel emen­da­ti con­ti­ne­bun­tur: sed et mem­bra­nae non­dum con­su­tae con­ti­ne­bun­tur. 6Char­tis le­ga­tis ne­que pa­py­rum ad char­tas pa­ra­tum ne­que char­tae non­dum per­fec­tae con­ti­ne­bun­tur. 7Sed si bi­blio­the­cam le­ga­ve­rit, utrum ar­ma­rium so­lum vel ar­ma­ria con­ti­ne­bun­tur an ve­ro li­bri quo­que con­ti­nean­tur, quae­ri­tur. et ele­gan­ter Ner­va ait in­ter­es­se id quod tes­ta­tor sen­se­rit: nam et lo­cum sig­ni­fi­ca­ri bi­blio­the­cam eo: alias ar­ma­rium, sic­uti di­ci­mus ‘ebo­ream bi­blio­the­cam emit’: alias li­bros, sic­uti di­ci­mus ‘bi­blio­the­cam emis­se’. 7aQuod igi­tur scri­bit Sa­b­inus li­bros bi­blio­the­cam non se­qui, non per om­nia ve­rum est: nam in­ter­dum ar­ma­ria quo­que de­ben­tur, quae ple­ri­que bi­blio­the­cas ap­pel­lant. pla­ne si mi­hi pro­po­nas ad­hae­ren­tia es­se mem­bro ar­ma­ria vel ad­fi­xa, si­ne du­bio non de­be­bun­tur, cum ae­di­fi­cii por­tio sint. 8Quod in bi­blio­the­ca trac­ta­vi­mus, idem Pom­po­nius li­bro sex­to ex Sa­b­ino in dac­ty­lio­the­ca le­ga­ta trac­tat: et ait anu­los quo­que con­ti­ne­ri, non so­lum the­cam, quae anu­lo­rum cau­sa pa­ra­ta sit: hoc au­tem ex eo con­iec­tat, quod ita pro­po­ni­tur quis le­gas­se: ‘dac­ty­lio­the­cam meam et si quos prae­ter­ea anu­los ha­beo’ et ita La­beo­nem quo­que ex­is­ti­mas­se ait. 9Sunt ta­men quae­dam, quae om­ni­mo­do le­ga­tum se­quun­tur: ut lec­tum le­ga­tum con­ti­neat et fulc­tra et ar­ma­riis et lo­cu­lis claus­tra et cla­ves ce­dunt.

52Ulp. lib. XXIV. ad Sabin. Unter der Benennung Bücher werden alle Bände begriffen, mögen sie aus Papier, oder aus Pergament, oder aus irgend einem anderen Stoff bestehen; aber auch wenn sie aus Lindenbast2626In philyra, aut in tilia; beide Ausdrücke bezeichnen wohl dasselbe. S. Brisson s. v. philyra., wie sie Einige verfertigen, oder aus irgend einer anderen Rinde bestehen, so wird dasselbe zu sagen sein. Wenn sie aber aus Pergament-, oder Papier-, oder Elfenbeintafeln, oder [aus Tafeln] von anderem Stoff, oder aus Wachstäfelchen bestehen sollten, so wollen wir sehen, ob sie geleistet werden müssen. Und Cajus Cassius schreibt, dass, wem Bücher vermacht sind, auch die Pergamente gebühren; folgerichtig werden daher auch die übrigen gebühren, wenn nicht die Absicht des Testators entgegen ist. 1Wenn Jemandem hundert Bücher vermacht sein sollten, so werden wir ihm hundert Bände geben, nicht hundert, welche Jemand nach seinem Kopf abgemessen hat, wie sie ihm zur Abfassung eines Buches genügten2727D. h. nicht hundert Bücher nach der Eintheilung des Verfassers, der vielleicht einen einzigen Band in hundert Bücher eintheilte., z. B. wenn er den ganzen Homer in einem Bande hatte, so rechnen wir nicht achtundvierzig Bücher, sondern der einzige Band, in welchem sich der Homer befindet, ist als ein Buch anzusehen. 2Wenn die sämmtlichen Werke des Homer vermacht, und nicht vollständig sein sollten, so missen so viele Rhapsodieen, als man [in der Erbschaft] findet, geleistet werden. 3Dass aber, wenn Bücher vermacht sind, darnuter nicht Bibliotheken begriffen werden, schreibt Sabinus; dasselbe auch Cassius, er sagt nämlich, dass Pergamente, welche beschrieben sind, darunter begriffen seien, sodann hat er hinzugefügt, dass weder Schränke, noch Kisten, noch andere [Behältnisse], in welchen Bücher aufbewahrt werden, geleistet werden müssen. 4Was jedoch Cassius in Bezug auf reine Pergamente geschrieben hat, ist wahr; denn weder muss reines Papier, wenn Bücher vermacht sind, geleistet werden, noch werden, wenn Papier vermacht ist, Bücher geleistet werden müssen, wenn nicht etwa auch hier uns die Absicht des Testators dazu nöthigen sollte, z. B. wenn etwa Jemand, [wie] ein den Wissenschaften Beflissener, einem anderen Papier so hinterlassen haben sollte: meine gesammten Papiere, und er nichts anderes als Bücher hatte; denn Niemand wird zweifeln, dass die Bücher geleistet werden müssen; denn auch im gewöhnlichen Leben nennen sehr Viele die Bücher Papiere. Wie also, wenn Jemand reines Papier vermacht haben sollte? Die Pergamente werden nicht darunter begriffen sein, auch nicht die übrigen Stoffe zum Schreiben, aber auch nicht Bücher, welche man zu schreiben angefangen hat. 5Deshalb fragt man nicht übel, ob, wenn Bücher vermacht seien, darunter noch nicht fertig geschriebene Bücher begriffen seien. Und ich glaube, dass sie nicht darunter begriffen seien, nicht mehr, als unter der Benennung Kleid ein noch nicht fertig gewebtes begriffen ist. Aber noch nicht geschlagene oder verzierte Bücher werden darunter begriffen sein; deshalb werden auch nicht zusammengeleimte oder verbesserte darunter begriffen sein; ingleichen noch nicht zusammengeheftete Pergamente. 6Unter vermachten Papieren wird weder [zur Verfertigung von] Papier angeschaffte Papierstaude, noch Papier, das noch nicht fertig ist, begriffen werden. 7Aber wenn Jemand eine Bibliothek2828Es ist hier die Zusammensetzung des Wortes bibliotheca aus dem Griechischen βιβλός und θήκη zu berücksichtigen, welches letztere Wort Behältniss, Schrank u. dergl. bedeutet. vermacht haben sollte, so fragt es sich, ob blos der Schrank oder die Schränke darunter begriffen sein werden, oder aber auch die Bücher darunter begriffen sind. Und passend sagt Nerva, es komme darauf an, was der Testator im Sinne gehabt habe; denn auch den Ort bezeichne [das Wort] Bibliothek, und bald den Schrank, wie wir sagen: er hat eine elfenbeinerne Bibliothek gekauft, bald die Bücher, wie wir sagen: es habe [Jemand] eine Bibliothek gekauft. 7aWenn also Sabinus schreibt, dass die Bücher [dem Vermächtniss] einer Bibliothek nicht folgen, so ist das nicht durchaus wahr; denn zuweilen müssen auch die Schränke geleistet werden, welche sehr viele Bibliotheken nennen. Freilich wenn man mir den Fall vorlegen sollte, dass die Schränke mit einem Theil des Hauses zusammenhängen, oder daran befestigt seien, so werden sie ohne Zweifel nicht gebühren, da sie ein Theil des Gebäudes sind. 8Was wir in Bezug auf eine Bibliothek verhandelt haben, dasselbe verhandelt Pomponius im sechsten Buche aus dem Sabinus in Bezug auf eine vermachte Dactyliothek2929Dactyliotheca, bald eine Sammlung von Ringen, bald wegen der Zusammensetzung mit θήκη, ein Behältniss, in welchem Ringe aufbewahrt werden. S. L. 53. D. h. t., und sagt, dass auch die Ringe darunter begriffen seien, nicht blos das Behältniss, welches um der Ringe willen angeschafft sei; dies muthmasst er aber daraus, dass man anführt, Jemand habe so vermacht: meine Dactyliothek und die Ringe, welche ich etwa noch ausserdem habe; und er sagt, dass auch Labeo dies geglaubt habe. 9Es gibt aber einige Dinge, welche einem Vermächtniss jeden Falls folgen, wie ein vermachtes Bett auch die Bettstützen in sich begreift, und zu den Schränken und Kästchen Schlösser und Schlüssel gehören.

53Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ar­gen­to le­ga­to con­stat ar­cu­las ad le­ga­ta­rium non per­ti­ne­re. 1Item anu­lis le­ga­tis dac­ty­lio­the­cae non ce­dunt.

53Paul. lib. IV. ad Sabin. Es ist bekannt, dass wenn Silber vermacht ist, die Schmuckkästchen dem Vermächtnissinhaber nicht gehören. 1Desgleichen gehören zu vermachten Ringen nicht die Dactyliotheken.

54Pom­po­nius li­bro sep­ti­mo ad Sa­binum. Si pu­re ti­bi le­ga­ve­ro, de­in­de post­ea scrip­se­ro ita: ‘hoc am­plius si na­vis ex Asia ve­ne­rit, he­res meus ei fun­dum da­to’, ve­rius est eo ver­bo ‘am­plius’ su­pe­rio­ra re­pe­ti, sic­uti di­ci­mus ‘Lu­cius Ti­tius ple­bi qui­na mi­lia de­dit, hoc am­plius Se­ius vis­ce­ra­tio­nem’, qui­na quo­que mi­lia Se­ium de­dis­se in­tel­le­gi­mus et ‘Ti­tius ac­ce­pit quin­que, Se­ius hoc am­plius fun­dum’, Se­ium quin­que quo­que ac­ce­pis­se in­tel­le­gi­mus.

54Pompon. lib. VII. ad Sabin. Wenn ich dir ohne Nebenbestimmung Etwas vermacht, dann nachher so geschrieben haben werde: ausserdem noch soll mein Erbe, wenn das Schiff aus Asien gekommen sein wird, ihm ein Landgut geben, so ist es wahrer, dass mit dem Worte ausserdem das Frühere wiederholt werde, sowie, wenn wir sagen: Lucius Titius hat dem Volke Fünftausend gegeben, Sejus ansserdem noch eine Fleischspende, wir es so verstehen, dass Sejus auch Fünftausend gegeben habe, und [wenn wir sagen]: Titius hat Fünf erhalten, Sejus ausserdem noch ein Landgut, wir es so verstehen, dass Sejus auch Fünf erhalten habe.

55Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo quin­to ad Sa­binum. Lig­ni ap­pel­la­tio no­men ge­ne­ra­le est, sed sic se­pa­ra­tur, ut sit ali­quid ma­te­ria, ali­quid lig­num. ma­te­ria est, quae ad ae­di­fi­can­dum ful­cien­dum ne­ces­sa­ria est, lig­num, quid­quid con­b­u­ren­di cau­sa pa­ra­tum est. sed utrum ita de­mum, si con­ci­sum sit an et si non sit? et Quin­tus Mu­cius li­bro se­cun­do re­fert, si cui lig­na le­ga­ta es­sent, quae in fun­do erant, ar­bo­res qui­dem ma­te­riae cau­sa suc­ci­sas non de­be­ri: nec ad­ie­cit, si non com­bu­ren­di gra­tia suc­ci­sae sunt, ad eum per­ti­ne­re, sed sic in­tel­le­gi con­se­quens est. 1Ofi­lius quo­que li­bro quin­to iu­ris par­ti­ti ita scrip­sit, cui lig­na le­ga­ta sunt, ad eum om­nia lig­na per­ti­ne­re, quae alio no­mi­ne non ap­pel­lan­tur, vel­uti virgae car­bo­nes nu­clei oli­va­rum, qui­bus ad nul­lam aliam rem ni­si ad com­bu­ren­dum pos­sit uti: sed et ba­la­ni vel si qui alii nu­clei. 2Idem li­bro se­cun­do ne­gat ar­bo­res non­dum con­ci­sas, ni­si quae mi­nu­ta­tim con­ci­dun­tur, vi­de­ri ei le­ga­tas, cui lig­na le­ga­ta sunt. ego au­tem ar­bi­tror hoc quo­que lig­ni ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­ri, quod non­dum mi­nu­ta­tim fuit con­ci­sum, si iam con­ci­den­do fuit de­sti­na­tum. pro­in­de si sil­vam huic rei ha­be­bat de­sti­na­tam, sil­va qui­dem non ce­det, de­iec­tae au­tem ar­bo­res lig­no­rum ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­bun­tur, ni­si aliud tes­ta­tor sen­sit. 3Lig­nis au­tem le­ga­tis quod com­bu­ren­di cau­sa pa­ra­tum est con­ti­ne­tur, si­ve ad bal­nei ca­le­fac­tio­nem si­ve diae­ta­rum hy­po­caus­ta­rum si­ve ad cal­cem vel ad aliam rem co­quen­dam so­le­bat uti. 4Ofi­lius li­bro quin­to iu­ris par­ti­ti scrip­sit nec sar­men­ta lig­ni ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­ri: sed si vo­lun­tas non re­fra­ga­tur, et vir­gu­lae et gre­mia et sar­men­ta et su­pe­ra­men­ta ma­te­ria­rum et vi­tium stir­pes at­que ra­di­ces con­ti­ne­bun­tur. 5Lig­no­rum ap­pel­la­tio­ne in qui­bus­dam re­gio­ni­bus, ut in Ae­gyp­to, ubi ha­run­di­ne pro lig­no utun­tur, et ha­run­di­nes et pa­py­rum com­bu­ri­tur et her­bu­lae quae­dam vel spi­nae vel ve­pres con­ti­ne­bun­tur. quid mi­rum? cum ξύλον hoc et na­ves ξυληγὰς ap­pel­lant, quae haec ἀπὸ τῶν ἑλῶν de­du­cunt. 6In qui­bus­dam pro­vin­ciis et edi­tu bu­bum ad hanc rem utun­tur. 7Si lig­num sit pa­ra­tum ad car­bo­nes co­quen­das at­que con­fi­cien­das, ait Ofi­lius li­bro quin­to iu­ris par­ti­ti car­bo­num ap­pel­la­tio­ne hu­ius­mo­di ma­te­riam non con­ti­ne­ri: sed an lig­no­rum? et for­tas­sis quis di­cet nec lig­no­rum: non enim lig­no­rum gra­tia haec tes­ta­tor ha­buit. sed et Ti­tio­nes et alia lig­na coc­ta ne fu­mum fa­ciant utrum lig­no an car­bo­ni an suo ge­ne­ri ad­nu­me­ra­bi­mus? et ma­gis est, ut pro­prium ge­nus ha­bea­tur. 8Sul­pu­ra­ta quo­que de lig­no ae­que ean­dem ha­be­bunt de­fi­ni­tio­nem. 9Ad fa­ces quo­que pa­ra­ta non erunt lig­no­rum ap­pel­la­tio­ne com­pre­hen­sa, ni­si haec fuit vo­lun­tas. 10De pi­nu au­tem in­te­gri stro­bi­li lig­ni ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­bun­tur.

55Ulp. lib. XXV. ad Sabin. Die Benennung Holz ist ein allgemeiner Name, aber man unterscheidet so, dass Material etwas anderes als Holz sei; Material ist, was zum Bauen, zum Stützen nothwendig ist; Holz Alles, was zum Verbrennen angeschafft worden ist. Aber ob nur dann, wenn es geschnitten ist, oder auch wenn dies nicht der Fall ist. Und Quintus Mucius sagt im zweiten Buche, wenn Jemandem das Holz vermacht wäre, was sich auf einem Landgute befand, so gebührten [ihm] die zum Material umgehauenen Bäume nicht, er hat jedoch nicht hinzugefügt, dass, wenn sie3030Es heisst zwar im Text: si non comburendi causa; dies würde aber mit dem Vorhergegangenen im Widerspruch stehen, und ist daher in der Uebersetzung nach Haloander die Negation weggelassen worden, zumal da non sehr leicht aus comburendi entstehen konnte. zum Verbrennen umgehauen sind, sie ihm gehören, aber es ist folgerichtig, dies anzunehmen. 1Auch Ofilius hat im fünften Buche des Jus partitum so geschrieben: wem Holz vermacht ist, dem gehöre alles Holz, was mit keinem anderen Namen benannt wird, z. B. Reissig, Kohlen, Kerne von Oliven, deren er sich zu keinem anderen Zweck, als zum Verbrennen, bedienen könne, aber auch Eicheln, oder sonst andere Kerne. 2Derselbe behauptet im zweiten Buche, dass noch nicht zerschnittene Bäume ausser denen, welche in kleine Stückchen zerschnitten werden, dem nicht vermacht zu sein scheinen, dem Holz vermacht worden ist. Ich aber meine, dass auch das unter der Benennung Holz begriffen werde, was noch nicht in kleine Stückchen zerschnitten gewesen ist, wenn es schon zum Zerschneiden bestimmt gewesen ist; deshalb wird, wenn der Testator einen zu diesem Zweck bestimmten Wald hatte, zwar nicht der Wald [dem Vermächtnissinhaber] gehören, die umgehauenen Bäume aber werden unter der Benennung Holz begriffen werden, wenn nicht der Testator etwas Anderes im Sinne gehabt hat. 3Wenn aber Holz vermacht ist, so ist das, was um des Verbrennens willen angeschafft worden ist, darunter begriffen, mochte der Testator es zur Heizung eines Bades, oder heizbarer Zimmer, oder zum Brennen des Kalkes oder einer anderen Sache zu gebrauchen pflegen. 4Ofilius hat im fünften Buche des Jus partitum geschrieben, dass auch abgeschnittenes Rebenholz nicht unter der Benennung Holz begriffen werde; aber wenn die Absicht des Testators nicht widerstreitet, so werden sowohl Reissholz, als dürre Holzabgäuge, als abgeschnittene Reben3131S. Westphal a. a. O. S. 166. ff. und Ueberbleibsel von Material und Stämme und Wurzeln von Weinstöcken darunter begriffen werden. 5Unter der Benennung Holz werden in gewissen Gegenden, wie in Aegypten, wo man sich des Schilfes statt des Holzes bedient, und Schilf und Papierstande verbrannt wird, auch einige kleine Kräuter, oder Stachelstauden, oder Dornsträucher begriffen werden. Was Wunder, da man dies ξύλον (Holz) und die Schiffe ξυληγὰς (Holz fahrende) nennt, welche dies aus den Sümpfen wegführen. 6In einigen Provinzen bedient man sich auch des Abgangs der Rinder zu diesem Zweck. 7Ofilius sagt im fünften Buche des Jus partitum, wenn Holz um Kohlen zu brennen und zu bereiten angeschafft worden sei, so werde Material dieser Art unter der Benennung Kohlen nicht begriffen. Aber ob unter der Benennung Holz? Und vielleicht wird man sagen, auch nicht einmal unter der Benennung Holz; denn der Testator hat ja so Etwas nicht als Holz3232Lignorum gratia, d. h. zum Verbrennen. gehabt. Aber werden wir auch gebrannte Scheite oder anderes Holz, welches, damit es keinen Rauch mache, vom Feuer ausgedörrt worden ist, dem Holz, oder der Kohle, oder einer eigenen Gattung beizählen? Und es ist mehr dafür, dass es für eine eigenthümliche Gattung gehalten werde. 8Auch Schwefelholz wird auf gleiche Weise dieselbe Bestimmung haben. 9Auch das zu Fackeln Angeschaffte wird nicht unter der Benennung Holz begriffen sein, wenn dies nicht die Absicht des Testators gewesen ist. 10Ganze Fichtenzapfen aber werden auch unter der Benennung Holz begriffen werden.

56Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Pa­li et per­ti­cae in nu­me­ro ma­te­riae red­igen­di sunt, et id­eo lig­no­rum ap­pel­la­tio­ne non con­ti­nen­tur.

56Paul. lib. IV. ad Sabin. Pfähle und Stangen sind zum Material zu rechnen, und darum werden sie nicht unter der Benennung Holz begriffen.

57Pom­po­nius li­bro tri­ge­si­mo ad Sa­binum. Ser­vius re­spon­dit, cui om­nis ma­te­ria le­ga­ta sit, ei nec ar­cam nec ar­ma­rium le­ga­tum es­se.

57Pompon. lib. XXX. ad Sabin. Servius hat das Gutachten ertheilt, wem alles Material vermacht sei, dem sei weder ein Kasten, noch ein Schrank vermacht.

58Ul­pia­nus li­bro quar­to dis­pu­ta­tio­num. Cum uxo­ri suae quis ea, quae eius cau­sa pa­ra­ta sunt, le­gas­set, de­hinc vi­vus pur­pu­ras com­pa­ras­set in pro­vin­cia nec­dum ta­men ad­ve­xis­set, re­scrip­tum est ad mu­lie­rem pur­pu­ras per­ti­ne­re.

58Ulp. lib. IV. Disp. Da Jemand seiner Ehefrau das, was um ihretwillen angeschafft worden, vermacht hatte, darauf bei seinem Leben Purpur in der Provinz gekauft, jedoch noch nicht herbeigeschafft hatte, so ist das Gutachten ertheilt worden3333Rescriptum est, s. Cujac. Observ. XII. 8., dass der Purpur der Frau gehöre.

59Iu­lia­nus li­bro tri­ge­si­mo quar­to di­ges­to­rum. Qui chi­ro­gra­phum le­gat, non tan­tum de ta­bu­lis co­gi­tat, sed et­iam de ac­tio­ni­bus, qua­rum pro­ba­tio ta­bu­lis con­ti­ne­tur: ap­pel­la­tio­ne enim chi­ro­gra­phi uti nos pro ip­sis ac­tio­ni­bus pa­lam est, cum ven­di­tis chi­ro­gra­phis in­tel­le­gi­mus no­men venis­se. quin et­iam si no­men quis le­ga­ve­rit, id quod in ac­tio­ni­bus est le­ga­tum in­tel­le­gi­tur.

59Julian. lib. XXXIV. Digest. Wer einen Schuldschein vermacht, denkt nicht blos an die Schrift, sondern auch an die Klagen, deren Beweis in der Schrift enthalten ist; dann ist offenbar, dass wir uns der Benennung Schuldschein für die Klagen selbst bedienen, da wir, wenn Schuldscheine verkauft worden sind, es so verstehen, dass eine Forderung verkauft worden sei; ja sogar, wenn Jemand eine Forderung3434Nomen; die Steigerung hat ihren Grund in der Zweideutigkeit des Wortes nomen, indem dasselbe sowohl Namen, als Schuldforderung bedeutet. vermacht haben sollte, so sieht man das, was in den Klagen enthalten ist, als vermacht an.

60Al­fe­nus li­bro se­cun­do di­ges­to­rum a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Cum quae­re­re­tur, ag­ni le­ga­ti qua­te­nus vi­de­ren­tur, qui­dam aie­bant ag­num dum­ta­xat sex men­sum es­se: sed ve­rius est eos le­ga­tos es­se, qui mi­no­res an­ni­cu­lis es­sent. 1Ser­vis et an­cil­lis ur­ba­nis le­ga­tis aga­so­nem mu­lio­nem le­ga­to non con­ti­ne­ri re­spon­di: eos enim so­los in eo nu­me­ro ha­be­ri, quos pa­ter fa­mi­lias cir­cum se ip­se sui cul­tus cau­sa ha­be­ret. 2La­na li­no pur­pu­ra uxo­ri le­ga­tis, quae eius cau­sa pa­ra­ta es­sent, cum mul­tam la­nam et om­nis ge­ne­ris re­li­quis­set, quae­re­ba­tur, an om­nis de­be­re­tur. re­spon­dit, si ni­hil ex ea de­sti­nas­set ad usum uxo­ris, sed om­nis com­mix­ta es­set, non dis­si­mi­lem es­se de­li­be­ra­tio­nem, cum penus le­ga­ta es­set et mul­tas res quae penus es­sent re­li­quis­set, ex qui­bus pa­ter fa­mi­lias ven­de­re so­li­tus es­set. nam si vi­na dif­fu­dis­set ha­bi­tu­rus usio­ni ip­se et he­res eius, ta­men om­ne in penu ex­is­ti­ma­re. sed cum pro­ba­re­tur eum qui tes­ta­men­tum fe­cis­set par­tem penus ven­de­re so­li­tum es­se, con­sti­tu­tum es­se, ut ex eo, quod ad an­num opus es­set, he­redes le­ga­ta­rio da­rent. sic mi­hi pla­cet et in la­na fie­ri, ut ex ea quod ad usum an­nuum mu­lie­ri sa­tis es­set, ea su­me­ret: non enim de­duc­to eo, quod ad vi­ri usum opus es­set, re­li­quum uxo­ri le­ga­tum es­se, sed quod uxo­ris cau­sa pa­ra­tum es­set. 3Prae­diis le­ga­tis et quae eo­rum prae­dio­rum co­len­do­rum cau­sa emp­ta pa­ra­ta­que es­sent, ne­que to­pia­rium ne­que sal­tua­rium le­ga­tum vi­de­ri ait: to­pia­rium enim or­nan­di, sal­tua­rium au­tem tuen­di et cus­to­dien­di fun­di ma­gis quam co­len­di pa­ra­tum es­se: asi­num ma­chi­na­rium le­ga­tum vi­de­ri: item oves, quae ster­co­ran­di fun­di cau­sa pa­ra­ren­tur: item opi­lio­nem, si eius ge­ne­ris oves cu­ra­ret.

60Alfen. lib. II. Digest. a Paulo epitom. Als gefragt wurde, bis zu welchem Alter vermachte Lämmer solche zu sein schienen, so sagten Einige, nur [bis zu dem Alter] von sechs Monaten; aber es ist wahrer, dass die vermacht sind, welche jünger als einjährige [Schafe] sind. 1Ich habe das Gutachten ertheilt, dass, wenn städtische Sclaven und Sclavinnen vermacht seien, ein Lastthier [und] Maulthiertreiber in dem Vermächtniss nicht enthalten sei, denn die allein würden zu jener Zahl gerechnet, welche der Hausvater selbst zu seinem Bedarf um sich hätte. 2Als Wolle, Liunen und Purpur [von einem Ehemann] seiner Ehefrau, insoweit (diese Sachen) um ihretwillen angeschafft worden wären, vermacht war, so fragte man, da er viele Wolle und von jeder Gattung hinterlassen hatte, ob alle [Wolle] geleistet werden müsste? [Alfenus] hat das Gutachten ertheilt, wenn er Nichts von derselben zum Gebrauch der Ehefrau bestimmt hätte, sondern die ganze [Wolle] gemeinschaftlich wäre, so finde eine ähnliche Betrachtung Statt, wie wenn der Vorrath an Lebensmitteln vermacht wäre, und der Hausvater viele Sachen, welche zu den Lebensmitteln gehörten, hinterlassen hätte, von denen er zu verkaufen gewohnt gewesen wäre; denn, wenn er Weine abgezogen hätte, in der Absicht, damit er selbst und sein Erbe davon Gebrauch machen könnte, so werde doch der ganze [Wein] zu den Lebensmitteln gerechnet; aber da bewiesen wurde, dass der, welcher das Testament gemacht hätte, einen Theil der Lebensmittel zu verkaufen gewohnt gewesen wäre, so sei festgesetzt worden, dass die Erben dem Vermächtnissinhaber davon soviel, als für ein Jahr nöthig wäre, geben sollten. So nehme ich an, dass es auch bei der Wolle geschehen müsse, dass [nämlich] die Frau von derselben soviel, als zum jährlichen Gebrauch hinreichend wäre, nehmen könne; denn es ist ja nicht das nach Abzug dessen, was zum Gebrauch des Mannes nöthig wäre, Uebrigbleibende der Ehefrau vermacht, sondern das, was um der Ehefrau willen angeschafft wäre. 3Alfenus sagte, dass, wenn Grundstücke, und das, was zur Erbauung jener Grundstücke gekauft und angeschafft wäre, vermacht wäre, weder ein Kunstgärtner, noch ein Gutsaufseher vermacht zu sein scheine; denn ein Kunstgärtner sei mehr zur Verzierung, ein Gutsaufseher aber mehr zur Beschützung und Bewachung eines Landgutes als zur Erbauung desselben bestellt worden. Ein in einer Maschine arbeitender Esel, desgleichen die Schafe, welche zum Düngen des Landguts angeschafft wurden, desgleichen ein Schäfer, wenn er Schafe der Art besorgte, schienen vermacht zu sein.

61Idem li­bro oc­ta­vo di­ges­to­rum a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Tex­to­ri­bus om­ni­bus, qui sui es­sent cum mo­re­re­tur, le­ga­tis quae­si­tum est, an et is, quem post­ea ex his os­tia­rium fe­cis­set, le­ga­to con­ti­ne­re­tur. re­spon­dit con­ti­ne­ri: non enim ad aliud ar­ti­fi­cium, sed ad alium usum trans­duc­tum es­se.

61Idem lib. VIII. Digest. a Paulo epit. Da von einem Testator alle Weber, welche sein wären, wenn er sterben würde, vermacht waren, so hat man gefragt, ob auch derjenige unter denselben, welchen er nachher zum Pförtner gemacht hätte, in dem Vermächtniss enthalten wäre. Alfenus hat das Gutachten ertheilt, dass er darin enthalten wäre; denn er sei nicht zu einer anderen Kunst, sondern zu einem anderen Gebrauch versetzt worden.

62Iu­lia­nus li­bro sin­gu­la­ri de amb­igui­ta­ti­bus. Qui duos mu­los ha­be­bat ita le­ga­vit: ‘mu­los duos, qui mei erunt cum mo­riar, he­res da­to’: idem nul­los mu­los, sed duas mu­las re­li­que­rat. re­spon­dit Ser­vius de­be­ri le­ga­tum, quia mu­lo­rum ap­pel­la­tio­ne et­iam mu­lae con­ti­nen­tur, quem­ad­mo­dum ap­pel­la­tio­ne ser­vo­rum et­iam ser­vae ple­rum­que con­ti­nen­tur. id au­tem eo ve­niet, quod sem­per se­xus mas­cu­li­nus et­iam fe­mi­ni­num se­xum con­ti­net.

62Julian. lib. sing. de Ambiguit. Jemand, der zwei Maulesel hatte, hat so vermacht: die zwei Maulesel, welche mein sein werden, wenn ich sterben werde, soll mein Erbe dem Sejus geben; derselbe hatte keine Maulesel, sondern zwei Mauleselinnen hinterlassen; Servius hat das Gutachten ertheilt, das Vermächtniss müsse geleistet werden, weil in der Benennung Maulesel auch die Mauleselinnen begriffen sind, eben so wie in der Benennung Sclaven auch die Sclavinnen gewöhnlich enthalten sind. Dies aber wird daher kommen, dass das männliche Geschlecht immer auch das weibliche Geschlecht enthält.

63Idem li­bro pri­mo ad Ur­seium Fe­ro­cem. In re­pe­ten­dis le­ga­tis haec ver­ba quae ad­ici so­lent ‘item da­re dam­nas es­to’ et ad con­di­cio­nes et ad dies le­ga­to­rum eas­dem re­pe­ten­das re­fer­ri Sa­b­inus re­spon­dit.

63Idem lib. I. ad Ursej. Feroc. Sabinus hat das Gutachten ertheilt, dass bei der Wiederholung der Vermächtnisse diese Worte, welche hinzugefügt zu werden pflegen: desgleichen soll er zu geben verurtheilt sein, auf die Wiederholung derselben Bedingungen sowohl, als Zeitbestimmungen der Vermächtnisse bezogen würden.

64Afri­ca­nus li­bro sex­to quaes­tio­num. Qui fi­lium et ne­po­tem he­redem in­sti­tue­rat, cer­ta prae­dia quae­que in his mor­tis tem­po­re sua es­sent ne­po­ti per fi­dei­com­mis­sum de­de­rat ex­cep­to ka­len­da­rio: mor­tis tem­po­re in ea ar­ca, in qua in­stru­men­ta et cau­tio­nes de­bi­to­rum erant, pe­cu­nia nu­me­ra­ta in­ven­ta est. ple­ris­que vi­de­ba­tur vix ve­ro­si­mi­le es­se, ut tes­ta­tor de pe­cu­nia nu­me­ra­ta sen­sis­set. ego au­tem il­lud dig­num anim­ad­ver­sio­ne ex­is­ti­ma­bam, cum quis ka­len­da­rium prae­sta­ri ali­cui vo­lue­rit, utrum­ne no­mi­na dum­ta­xat de­bi­to­rum prae­sta­ri vo­luis­se in­tel­le­gen­dus est an ve­ro et­iam pe­cu­niam, si qua ab his ex­ac­ta, ei­dem ta­men ka­len­da­rio de­sti­na­ta fue­rit. et ma­gis pu­to, quem­ad­mo­dum, si ex­ac­tae pe­cu­niae et rur­sus col­lo­ca­tae es­sent, per­mu­ta­tio no­mi­num non per­eme­ret vel mi­nue­ret fi­dei­com­mis­sum, ita ip­sae quo­que pe­cu­niae, si ad­huc ka­len­da­rio, id est no­mi­ni­bus fa­cien­dis de­sti­na­tae es­sent, ei­dem fi­dei­com­mis­so ce­de­re de­beant. quin et­iam il­lud quo­que pu­tem de­fen­di pos­se, ut non mo­do a de­bi­to­ri­bus ex­ac­tae pe­cu­niae, sed qua­cum­que de cau­sa red­ac­tae, ei­dem ta­men ra­tio­ni fue­rint de­sti­na­tae fi­dei­com­mis­so ce­dant.

64African. lib. VI. Quaest. Jemand, der seinen Sohn und seinen Enkel zum Erben eingesetzt hatte, hatte gewisse Grundstücke, und was in denselben zur Todeszeit ihm gehören würde, dem Enkel durch Fideicommiss gegeben, ausgenommen das Schuldbuch; zur Todeszeit hat man in dem Kasten, in welchem die Urkunden und Schuldscheine der Schuldner waren, baares Geld gefunden; den Meisten schien es kaum wahrscheinlich zu sein, dass der Testator das baare Geld im Sinne gehabt hätte. Ich aber hielt das der Bemerkung würdig, ob, wenn Jemand sein Schuldbuch Einem habe geleistet wissen wollen, anzunehmen sei, dass er nur die Forderungen an die Schuldner gemeint habe, oder aber auch das Geld, welches etwa von ihnen eingefordert, jedoch für das Schuldbuch bestimmt gewesen sein sollte? Und ich glaube mehr, dass auf eben die Weise, wie, wenn die Gelder eingefordert, und wiederum ausgeliehen worden wären, die Vertauschung der Forderungen das Fideicommiss nicht aufheben oder vermindern würde, so auch die Gelder selbst, wenn sie noch für das Schuldbuch, das heisst, die Begründung von Forderungen3535d. h. zum Ausleihen. bestimmt wären, zu demselben Fideicommiss gehören müssen. Ja, ich möchte sogar glauben, dass man das vertheidigen könne, dass nicht blos die von den Schuldnern eingeforderten Gelder, sondern auch die, welche aus irgend einem Grunde eingesammelt, jedoch zu demselben Zweck bestimmt gewesen seien, zu dem Fideicommiss gehören.

65Mar­cia­nus li­bro sep­ti­mo in­sti­tu­tio­num. Le­ga­tis ser­vis ex­cep­tis neg­otia­to­ri­bus La­beo scrip­sit eos le­ga­to ex­cep­tos vi­de­ri, qui prae­po­si­ti es­sent neg­otii ex­er­cen­di cau­sa, vel­uti qui ad emen­dum lo­can­dum con­du­cen­dum prae­po­si­ti es­sent: cu­bicu­la­rios au­tem vel ob­so­na­to­res vel eos, qui pis­ca­to­ri­bus prae­po­si­ti sunt, non vi­de­ri neg­otia­tio­nis ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­ri: et pu­to ve­ram es­se La­beo­nis sen­ten­tiam. 1Si ex of­fi­cio quis ad ar­ti­fi­cium trans­ie­rit, qui­dam rec­te pu­tant le­ga­tum ex­stin­gui, quia of­fi­cium ar­ti­fi­cio mu­ta­tur: non idem e con­tra­rio cum lec­ti­ca­rius co­cus post­ea fac­tus est. 2Si unus ser­vus plu­ra ar­ti­fi­cia sciat et alii co­ci le­ga­ti fue­runt, alii tex­to­res, alii lec­ti­ca­rii, ei ce­de­re ser­vum di­cen­dum est, cui le­ga­ti sunt in quo ar­ti­fi­cio ple­rum­que ver­sa­ba­tur. 3Or­na­tri­ci­bus le­ga­tis Cel­sus scribsit eas, quae duos tan­tum men­ses apud ma­gis­trum fue­runt, le­ga­to non ce­de­re, alii et has ce­de­re, ne ne­ces­se sit nul­lam ce­de­re, cum om­nes ad­huc dis­ce­re pos­sint et om­ne ar­ti­fi­cium in­cre­men­tum re­ci­pit: quod ma­gis op­ti­ne­re de­bet, quia hu­ma­nae na­tu­rae con­gruum est. 4Pe­co­ri­bus le­ga­tis Cas­sius scrip­sit qua­dru­pe­des con­ti­ne­ri, quae gre­ga­tim pas­cun­tur. et sues au­tem pe­co­rum ap­pel­la­tio­ne con­ti­nen­tur, quia et hi gre­ga­tim pas­cun­tur: sic de­ni­que et Ho­me­rus in Odys­sia ait, δήεις τόν γε σύεσσι παρήμενον· αἳ δὲ νέμονται πὰρ Κόρακος πέτρῃ ἐπί τε κρήνῃ Ἀρεθούσῃ. 5Iu­men­tis le­ga­tis bo­ves non con­ti­nen­tur nec con­tra. 6Equis au­tem le­ga­tis et equae con­ti­nen­tur. 7Ovi­bus le­ga­tis ag­ni non con­ti­nen­tur: quam­diu au­tem ag­no­rum lo­co sunt, ex usu cu­ius­que lo­ci su­men­dum est: nam in qui­bus­dam lo­cis ovium nu­me­ro es­se vi­den­tur, cum ad ton­su­ram ve­ne­rint.

65Marcian. lib. VII. Instit. Labeo hat geschrieben, dass wenn die Sclaven, ausgenommen die Geschäftsführer, vermacht wären, diejenigen von dem Vermächtniss ausgenommen zu sein schienen, welche zur Geschäftsbetreibung bestellt wären, z. B. welche zum Kaufen, Vermiethen, Miethen bestellt wären; die Zimmerdiener aber, oder die Speiseeinkäufer, oder die, welche den Fischern vorgesetzt wären, schienen nicht in der Benennung Geschäftsführung enthalten zu sein; und ich glaube, dass die Meinung des Labeo wahr sei? 1Wenn ein [Sclave] von der Bedienung zu einer Kunst übergegangen sein sollte, so glauben Einige richtig, dass das Vermächtniss erlösche, weil die Bedienung mit einer Kunst vertauscht wird; nicht so umgekehrt, wenn ein Sänftenträger nachher ein Koch geworden ist. 2Wenn ein Sclave mehrere Künste verstehen sollte, und dem Einen die Köche, einem Andern die Weber, noch einem Andern die Sänftenträger vermacht worden sind, so muss man sagen, dass der Sclave demjenigen gehöre, welchem die vermacht sind, mit deren Kunst er sich gewöhnlich beschäftigte. 3Celsus hat geschrieben, dass wenn Schmückerinnen vermacht wären, diejenigen, welche nur zwei Monate bei dem Lehrer gewesen sind, nicht zum Vermächtniss gehörten; Andere [glauben], dass auch diese dazu gehören, damit nicht daraus die Folge entstehe, dass keine dazu gehöre, da alle noch lernen können und jede Kunst eine Vervollkommnung zulasse, und das muss mehr gelten, weil es der menschlichen Natur angemessen ist. 4Cassius hat geschrieben, dass, wenn Vieh vermacht wäre, die vierfüssigen Thiere, welche heerdenweise weiden, darunter begriffen würden; aber auch die Schweine werden unter der Benennung Vieh begriffen, weil auch diese heerdenweise weiden. So sagt z. B. auch Homer in der Odyssee (XIII. 407. f.): Dort bei den Schweinen triffst du den Sitzenden, welche sich mästen Nahe bei Korax Fels, am heiligen Quell Arethusa3636Uebersetzung von Voss.. 5Wenn Lastthiere vermacht worden sind, so sind die Ochsen nicht darunter begriffen, auch nicht ungekehrt. 7Wenn Schafe vermacht worden sind, so sind die Lämmer nicht darunter begriffen; wie lange sie aber als Lämmer gelten, muss aus dem Gebrauch eines jeden Ortes abgenommen werden, denn an einigen Orten scheinen sie dann zur Zahl der Schafe zu gehören, wenn sie zur Schur gekommen sind.

66Pau­lus li­bro ter­tio sen­ten­tia­rum. Avi­bus le­ga­tis an­se­res pha­sia­ni et gal­li­nae et avia­ria de­be­bun­tur: pha­sia­na­rii au­tem et pas­to­res an­se­rum non con­ti­nen­tur, ni­si id tes­ta­tor ex­pres­sit.

66Paul. lib. III. Sentent. Wenn Vögel vermacht worden sind, so werden Gänse, Fasanen und Hühner, und Vogelhäuser gebühren; die Fasanenwärter aber, und Gänsehirten sind nicht in dem Vermächtniss enthalten, wenn dies nicht der Testator ausdrücklich er klärt hat.

67Mar­cia­nus li­bro sep­ti­mo in­sti­tu­tio­num. Qui sal­tum aes­ti­vum le­ga­vit et hoc am­plius et­iam eas res le­ga­ve­rit, quae ibi es­se so­lent, non vi­de­tur de il­lis pe­co­ri­bus sen­sis­se, quae hie­me in hi­ber­nis aut aes­ta­te in aes­ti­vis es­se so­lent, sed de il­lis sen­sit, quae per­pe­tuo ibi sunt.

67Marcian. lib. VII. Instit. Wer eine Sommertrift vermacht hat, und ausserdem auch noch das Vieh3737Eas res. vermacht haben wird, welches daselbst zu sein pflegt, scheint nicht jenes Vieh im Sinne gehabt zu haben, welches im Winter in Winter-, im Sommer in Sommer[triften] zu sein pflegt, sondern er hat die im Sinne gehabt, welche immerwährend dort sind.

68Ul­pia­nus li­bro pri­mo re­spon­so­rum. Iu­nia­nio re­spon­dit tes­ta­to­rem ad­icien­do ‘prae­dium Se­ia­num om­ne’ eam quo­que par­tem fun­di su­pra scrip­ti qua­si ad se per­ti­nen­tem vi­de­ri per fi­dei­com­mis­sum re­li­quis­se, quam ex cau­sa pig­no­ris nac­tus est, sal­vo sci­li­cet iu­re de­bi­to­ris. 1Ex his ver­bis: ‘cu­ra­te agros at­ten­de­re, et ita fiet, ut fi­lius meus fi­lios ves­tros vo­bis con­do­net’, fi­dei­com­mis­sum pe­ti non pos­se. 2Ser­vos com­mu­nes a Se­ia ita re­lic­tos ‘si mei erunt cum mo­riar’ non de­be­ri, si mo­do hoc sen­sit tes­ta­trix, ut ita de­be­ren­tur, si in so­li­dum eius fuis­sent. 3Prae­diis cum his en­the­cis, quae in ea pos­ses­sio­ne sunt, re­lic­tis man­ci­pia quo­que prae­dio­rum, cum il­lic tes­ta­men­ti fac­ti tem­po­re fue­runt, ce­dent: sed et quae post­ea ac­ces­se­runt, si mo­do hoc tes­ta­tor ma­ni­fes­te ex­pres­sit.

68Ulp. lib. I. Resp. Ulpianus hat dem Junianias das Gutachten ertheilt, dass der Testator dadurch, dass er hinzufügte: das ganze Sejanische Grundstück, auch den Theil des oben genannten Grundstücks, gleich als ob er ihm gehörte, durch das Fideicommiss hinterlassen zu haben scheine3838Der Zusammenhang lehrt, dass der Testator mit seinem Pfandschuldner das Grundstück gemeinschaftlich besitzt., welchen er aus dem Grund eines Pfandes bekommen hat, nämlich mit Vorbehalt des Rechts des Schuldners. 1In Folge dieser Worte: Habt auf die Aecker genau Acht, und dann wird es geschehen, dass mein Sohn Euch Eure Söhne schenkt, kann kein Fideicommiss gefordert werden. 2Ihr mit einem Andern zusammengehörige, von der Seja so hinterlassene Sclaven: wenn sie mein sein werden, wenn ich sterben werde, brauchen nicht geleistet zu werden, wenn die Testirerin dabei nur im Sinne gehabt hat, dass sie dann geleistet werden sollten, wenn sie ihr aufs Ganze gehört hätten. 3Wenn Grundstücke mit den Zubebörungen, welche sich in einer solchen Besitzung befinden, hinterlassen worden sind, so werden auch die auf den Grundstücken befindlichen Sclaven, wenn sie zur Zeit, wo das Testament errichtet worden ist, dort gewesen sind, [zu dem Vermächtniss] gehören; aber auch die, welche nachher hinzugekommen sind, wenn nur der Testator dies deutlich erklärt hat.

69Mar­cel­lus li­bro sin­gu­la­ri re­spon­so­rum. Non ali­ter a sig­ni­fi­ca­tio­ne ver­bo­rum re­ce­di opor­tet, quam cum ma­ni­fes­tum est aliud sen­sis­se tes­ta­to­rem. 1Ti­tius co­di­cil­lis suis ita ca­vit: ‘Pu­blio Mae­vio om­nes iu­ve­nes, quos in mi­nis­te­rio ha­beo, da­ri vo­lo’: quae­ro, a qua ae­ta­te iu­ve­nes et in quam in­tel­le­gi de­beant. Mar­cel­lus re­spon­dit, quos ver­bis quae pro­po­ne­ren­tur de­mons­tra­re vo­lue­rit tes­ta­tor, ad no­tio­nem eius, qui de ea re co­gni­tu­rus es­set, per­ti­ne­re: non enim in cau­sa tes­ta­men­to­rum ad de­fi­ni­tio­nem uti­que de­scen­den­dum est, cum ple­rum­que ab­usi­ve lo­quan­tur nec pro­priis no­mi­ni­bus ac vo­ca­bu­lis sem­per utan­tur. ce­te­rum ex­is­ti­ma­ri pos­set iu­ve­nis11Die Großausgabe fügt is ein., qui ad­ules­cen­tis ex­ces­sit ae­ta­tem, quo­ad in­ci­piat in­ter se­nio­res nu­me­ra­ri.

69Marcell. lib. sing. Resp. Man muss nicht anders von der Wortbedeutung abgehen, als wenn es augenscheinlich ist, dass der Testator etwas Anderes im Sinne gehabt habe. 1Titius hat in seinem Codicill so verordnet: Ich will, dass dem Publius Mävius alle junge Männer, welche ich im Dienste habe, gegeben werden sollen, ich frage, von welchem Alter an und bis zu welchem man die jungen Männer annehmen müsse? Marcellus hat das Gutachten ertheilt, dass es zur Untersuchung3939Ad notionem, s. d. Bem. zu L. 8. D. de calumn. 3. 6. desjenigen, welcher über diese Sache erkennen würde, gehöre, welche [Sclaven] der Testator mit den Worten, welche angeführt wurden, habe bezeichnen wollen; denn in Testamentsangelegenheiten muss man nicht allemal schlechterdings zur Begriffsbestimmung schreiten, da die Testatoren sich gewöhnlich missbräuchlich ausdrücken, und sich nicht immer der eigenthümlichen Namen und Wörter bedienen; sonst könnte man denjenigen für einen jungen Mann halten, welcher das Alter eines Jünglings überschritten hat; bis dahin, wo man ihn unter die Alten zu zählen anfängt.

70Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Si cui la­na le­ge­tur, id le­ga­tum vi­de­tur quod tinc­tum non est, sed αὐτοφυές: 1Si­ve au­tem fac­ta est si­ve in­fec­ta, la­nae ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­tur. 2Quae­si­tum est, utrum la­nae ap­pel­la­tio­ne ea so­la con­ti­nea­tur quae ne­ta non est an et ea quae ne­ta est, ut pu­ta sta­men et sub­te­men: et Sa­b­inus et ne­tam con­ti­ne­ri pu­tat, cu­ius sen­ten­tia uti­mur. 3La­nae ap­pel­la­tio­nem ea­te­nus ex­ten­di pla­cet, quo­ad ad te­lam per­ve­nis­set. 4Et scien­dum su­ci­dam quo­que con­ti­ne­ri et lo­tam, si mo­do tinc­ta non sit. 5La­nae ap­pel­la­tio­ne to­men­tum non con­ti­ne­bi­tur. 6Sed nec ea la­na, ex qua quis qua­si ves­ti­men­tum fe­ce­rit va­le­tu­di­nis vel de­li­cia­rum gra­tia, con­ti­ne­bi­tur. 7Ne ea qui­dem, quae fo­men­ta­tio­nis gra­tia pa­ra­ta sunt vel me­di­ci­nae, la­na­rum ap­pel­la­tio­ne con­ti­nen­tur. 8Sed et pel­les la­na­tae con­ti­nean­tur? et hoc la­nae ce­de­re ma­ni­fes­tum est. 9La­na le­ga­ta et­iam le­po­ri­nam la­nam et an­se­ri­nam et ca­pri­nam cre­do con­ti­ne­ri et de lig­no, quam ἐριόξυλον ap­pel­lant. 10Li­num au­tem la­na le­ga­ta uti­que non con­ti­ne­bi­tur. 11Li­no au­tem le­ga­to tam fac­tum quam in­fec­tum con­ti­ne­tur quod­que ne­tum quod­que in te­la est, quod est non­dum de­tex­tum. er­go aliud in li­no quam in la­na est. et qui­dem si tinc­tum li­num sit, cre­do li­no con­ti­ne­bi­tur. 12Ver­si­co­lo­ri­bus vi­den­dum est. et con­sta­bat apud ve­te­res la­nae ap­pel­la­tio­ne ver­si­co­lo­ria non con­ti­ne­ri, sed ea om­nia vi­de­ri le­ga­ta, quae tinc­ta sunt, et ne­ta, quae ne­que de­tex­ta ne­que con­tex­ta sunt. pro­in­de quae­ri­tur, an pur­pu­ra ap­pel­la­tio­ne ver­si­co­lo­rum con­ti­nea­tur. et ego ar­bi­tror ea, quae tinc­ta non sunt, ver­si­co­lo­ri­bus non ad­nu­me­ra­ri et id­eo ne­que al­bum ne­que na­tu­ra­li­ter ni­grum con­ti­ne­ri nec al­te­rius co­lo­ris na­tu­ra­lis: pur­pu­ram au­tem et coc­cum, quon­iam ni­hil na­ti­vi co­lo­ris sunt, con­ti­ne­ri ar­bi­tror, ni­si aliud sen­sit tes­ta­tor. 13Pur­pu­rae au­tem ap­pel­la­tio­ne om­nis ge­ne­ris pur­pu­ram con­ti­ne­ri pu­to: sed coc­cum non con­ti­ne­bi­tur, fu­ci­num et ian­thi­num con­ti­ne­bi­tur. pur­pu­rae ap­pel­la­tio­ne et­iam sub­te­men fac­tum con­ti­ne­ri ne­mo du­bi­tat: la­na tin­guen­dae pur­pu­rae cau­sa de­sti­na­ta non con­ti­ne­bi­tur.

70Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn Jemandem Wolle vermacht wird, so scheint das vermacht zu sein, was nicht gefärbt, sondern in seiner natürlichen Beschaffenheit (Farbe) ist. 1Mag sie aber verarbeitet oder nicht verarbeitet sein, sie wird unter der Benennung Wolle begriffen. 2Man hat gefragt, ob unter der Benennung Wolle blos die begriffen werde, welche nicht gesponnen ist, oder auch die, welche gesponnen ist, z. B. der Faden und das Garn. Und Sabinus glaubt, dass auch die gesponnene darunter begriffen werde; und wir befolgen die Meinung desselben. 3Man nimmt an, dass die Benennung Wolle bis dahin ausgedehnt werde, wo sie auf den Weberstuhl gekommen ist. 4Und man muss wissen, dass auch die frisch abgeschorene und die gewaschene Wolle, wenn sie nur noch nicht gefärbt ist, darunter begriffen werde. 5Unter der Benennung Wolle wird das Stopfwerk nicht begriffen werden. 6Aber auch die Wolle, aus welcher Jemand eine Art Kleid um seiner Gesundheit oder seiner Aunehmlichkeit willen gemacht hat, wird nicht darunter begriffen werden. 7Nicht einmal das, was zur Bähung oder zu einem Heilmittel angeschafft worden ist, wird unter der Benennung Wolle begriffen. 8Ob aber wohl auch wollige Felle darunter begriffen werden? Und es ist augenscheinlich, dass dies zur Wolle gehöre. 9Wenn Wolle vermacht ist, so glaube ich, dass auch die Wolle von Hasen, und Gänsen, und von Ziegen darunter begriffen4040Das Wort lana bedeutet nicht blos Wolle im eigentlichen Sinne, sondern bezeichnet auch die weichen Haare und Federn an Thieren. werde, auch die vom Holz, welche man Baumwolle nennt. 10Linnen wird aber durchaus nicht unter vermachter Wolle begriffen werden. 11Wenn aber Linnen vermacht ist, so wird darunter sowohl verarbeitetes, als nicht verarbeitetes begriffen, auch das, was gesponnen, und was auf den Weberstuhl, jedoch noch nicht gewebt ist. Also findet etwas Anderes beim Linnen, als bei der Wolle Statt; auch wenn Linnen gefärbt sein sollte, so glaube ich, wird es unter Linnen begriffen sein. 12Farbigtes Gespinnst bedarf einer nähern Betrachtung4141De versicoloribus; farbigtes Gespinnst. S. Westphal a. a. O. p. 160. A. d. R.; bei den Alten war es ausgemacht, dass unter der Benennung Wolle das farbigte Gespinnst nicht begriffen werde, sondern alles dasjenige vermacht zu sein scheine, was gefärbt und gesponnen ist, was weder fertig gewebt ist, noch was man zu weben angefangen hat. Deshalb fragt es sich, ob Purpur unter der Benennung: farbigtes Gespinnst, begriffen werde. Und ich glaube, dass das, was nicht gefärbt ist, dem farbigten Gespinnst nicht beigezählt werde, und dass daher weder das [von Natur] Weisse, noch das von Natur Schwarze, noch das, was eine andere natürliche Farbe hat, darunter begriffen werde; dass aber Purpur und Scharlach, weil sie keine ihnen von Natur eigene Farbe haben, darunter begriffen werden, glaube ich, wenn nicht der Testator etwas Anderes beabsichtigt hat. 13Unter der Benennung Purpur aber wird, glaube ich, Purpur von jeder Gattung begriffen, aber Scharlach wird nicht darunter begriffen werden, fucinum4242D. wohl das Roht, welches zum Schinken genommen wird; Haloander liest bucinum, welches eine Art Purpur ist. [Unächter Purpur, nach Westphal a. a. O. S. 161.] und Violett wird darunter begriffen werden. Niemand zweifelt, dass unter der Benennung Purpur auch fertiges Garn begriffen werde; zum Purpurfärben bestimmte Wolle wird nicht darunter begriffen werden.

71Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Cum suae an­cil­lae si­ve ser­vi in tes­ta­men­to scri­bun­tur, hi de­sig­na­ri vi­den­tur, quos pa­ter fa­mi­lias suo­rum nu­me­ro ha­buit.

71Idem lib. XX. ad Sabin. Wenn von eigenen Sclavinnen oder Sclaven in einem Testament geschrieben wird, so scheinen die bezeichnet zu werden, welche der Hausvater zu den seinigen gerechnet hat.

72Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ea­dem in om­ni­bus re­bus, quas suas quis le­ga­ve­rit, di­cen­da sunt.

72Paul. lib. IV. ad Sabin. Dasselbe ist bei allen Sachen, welche Jemand als die seinigen vermacht haben wird, zu sagen.

73Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Suos au­tem ser­vos vel an­cil­las eos ac­ci­pi­mus, qui sunt ple­no iu­re tes­tan­tis: in­ter quos fruc­tua­rii non con­ti­ne­bun­tur. 1Sed qui bo­na fi­de tes­ta­to­ri ser­viunt, suo­rum ap­pel­la­tio­ne ma­gis est ut con­ti­nean­tur, si mo­do suo­rum ap­pel­la­tio­ne eos quos suo­rum nu­me­ro ha­buit vo­luit con­ti­ne­ri. 2Eos ve­ro, quos quis pig­no­ri hy­po­the­cae­ve de­dit, si­ne du­bio in­ter suos le­gas­se vi­de­bi­tur de­bi­tor: cre­di­tor ne­qua­quam. 3Pro­in­de si quis ser­vos ha­buit pro­prios, sed quo­rum ope­ras lo­ca­bat vel pis­to­rias vel his­trio­ni­cas vel alias si­mi­les, an ser­vo­rum ap­pel­la­tio­ne et­iam hos le­gas­se vi­dea­tur? quod et prae­su­mi opor­tet, ni­si con­tra­ria vo­lun­tas tes­ta­to­ris ap­pa­reat. 4Eum, qui ve­na­li­cia­riam vi­tam ex­er­ce­bat, pu­to suo­rum nu­me­ro non fa­ci­le con­ti­ne­ri vel­le eius­mo­di man­ci­pia, ni­si evi­dens vo­lun­tas fuit et­iam de his sen­tien­tis: nam quos quis id­eo com­pa­ra­vit, ut ili­co dis­tra­he­ret, mer­cis ma­gis lo­co quam suo­rum ha­buis­se cre­den­dus est. 5Vi­ca­rios au­tem ser­vo­rum suo­rum nu­me­ro non con­ti­ne­ri Pom­po­nius li­bro quin­to scri­bit.

73Ulp. lib. XX. ad Sabin. Unter eigenen Sclaven oder Sclavinnen verstehen wir aber diejenigen, welche dem Testirenden mit vollem Recht gehören, unter welchen die, an welchen er den Niessbrauch hat, nicht begriffen sein werden. 1Dass aber die, welche dem Testator im guten Glauben dienen, unter der Benennung: eigene, begriffen werden, dafür spricht mehr, wenn er nur gewollt hat, dass die, welche er zu den seinigen gerechnet hat, unter der Benennung eigene begriffen sein sollten. 2Diejenigen aber, welche Jemand zum Pfand, oder zur Hypothek gegeben hat, wird ein Schuldner ohne Zweifel unter den seinigen vermacht zu haben scheinen, ein Gläubiger keineswegs. 3Wenn also Jemand eigenthümliche Sclaven gehabt hat, aber solche, welche er zu Bäcker-, Schauspieler-, oder anderen ähnlichen Diensten zu vermiethen pflegte, ob er [dann] wohl unter der Benennung Sclaven auch diese vermacht zu haben scheint? Und dies muss auch vermuthet werden, wenn nicht die entgegengesetzte Absicht des Testators erhellt. 4Ich glaube, dass ein solcher, welcher Sclavenhandel trieb, nicht leicht unter der Zahl der seinigen [feile] Sclaven der Art begriffen wissen wolle, wenn nicht die Willensmeinung desselben, dass er [nämlich] auch diese im Sinne hatte, offenbar ist; denn man muss glauben, dass Jemand die Sclaven, welche er darum angeschafft hat, um sie sogleich zu verkaufen, mehr als Waare, als wie die seinigen betrachtet habe. 5Dass aber Untersclaven in der Zahl der seinigen nicht enthalten seien, schreibt Pomponius im fünften Buche.

74Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si quis suos ser­vos le­ga­vit, com­mu­nes quo­que con­ti­nen­tur et in qui­bus usus fruc­tus alie­nus fuit.

74Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn Jemand seine Sclaven vermacht hat, so sind auch die ihm mit einem Andern gehörigen darunter begriffen, und die, an denen der Niessbrauch einem Anderen zugestanden hat.

75Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo ad Sa­binum. Num­mis in­di­stinc­te le­ga­tis hoc re­cep­tum est, ut ex­iguio­res le­ga­ti vi­dean­tur, si ne­que ex con­sue­tu­di­ne pa­tris fa­mi­liae ne­que ex re­gio­nis, un­de fuit, ne­que ex con­tex­tu tes­ta­men­ti pos­sit ap­pa­re­re.

75Ulp. lib. XX. ad Sabin. Wenn Goldstücke im Allgemeinen vermacht sind, so hat man dies angenommen, dass die geringeren vermacht zu sein scheinen, wenn es weder aus der Gewohnheit des Hausvaters, noch aus der der Gegend, aus welcher er gewesen ist, noch aus dem Inhalt des Testaments genauer zu entnehmen ist.

76Idem li­bro se­cun­do ad edic­tum. Char­tis le­ga­tis ne­mo di­cet scrip­tas et li­bros iam fac­tos le­ga­to ce­de­re. hoc idem et in ta­bu­lis est.

76Idem lib. II. ad Ed. Wenn Papier vermacht ist, so wird Niemand sagen, dass das beschriebene und schon fertige Bücher zu dem Vermächtniss gehören; eben dies findet auch bei Tafeln Statt.

77Ia­vo­le­nus li­bro pri­mo ex Plau­tio. Cum in sub­sti­tu­tio­ne le­ga­ta re­pe­tun­tur, li­ber­ta­tes et­iam con­ti­nen­tur.

77Javolen. lib. I. ex Plaut. Wenn bei der Substitution die Vermächtnisse wiederholt werden, so sind auch die Freilassungen darunter begriffen.

78Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Quae­si­tum est Sti­chum ser­vum ex eo fun­do an­te an­num mor­tis tes­ta­to­ris ab­duc­tum et dis­ci­pli­nae tra­di­tum, post­ea in eum fun­dum non re­ver­sum an de­be­re­tur. re­spon­sum est, si stu­den­di cau­sa mis­sis­set, non quo de fun­do eum alior­sum trans­fer­ret, de­be­ri. 1‘Mae­vi fi­li, quod iam ti­bi ma­xi­mam par­tem fa­cul­ta­tium de­de­rim, con­ten­tus es­se de­bes fun­do Sem­pro­nia­no cum suis in­ha­bi­tan­ti­bus, id est fa­mi­lia, et quae ibi erunt’. quae­si­tum est de no­mi­ni­bus de­bi­to­rum et num­mis. ea­dem epis­tu­lam ta­lem emi­sit: ‘ar­gen­tum om­ne et su­pel­lec­ti­lem, quod­cum­que ha­beo, ti­bi do­no et quid­quid in prae­dio Sem­pro­nia­no ha­beo’. an su­pel­lex, quae in aliis prae­diis vel do­mi­bus es­set, ad Mae­vium per­ti­ne­ret? et an ser­vi, quos ex eo fun­do aliis le­ga­vit? re­spon­sum est no­mi­na et num­mos non vi­de­ri de­be­ri, ni­si ma­ni­fes­te de his quo­que le­gan­dis vo­lun­tas de­func­tae ad­pro­ba­re­tur. ser­vos ex is­dem fun­dis aliis da­tos de­mi­nuis­se fi­lii le­ga­tum. de ar­gen­to et sup­pel­lec­ti­li quae ali­bi es­set eum cu­ius no­tio est aes­ti­ma­tu­rum, ut id op­ti­neat, quod tes­ta­to­ri pla­cuis­se a le­ga­ta­rio ad­pro­ba­bi­tur. 2Prae­dia qui­dam re­li­quit ad­iec­tis his11Die Großausgabe lässt his aus. ver­bis: ‘uti a me pos­ses­sa sunt et quae­cum­que ibi erunt cum mo­riar’: quae­si­tum est de man­ci­piis, quae in his prae­diis mo­ra­ta fue­runt vel ope­ris rus­ti­ci cau­sa vel al­te­rius of­fi­cii, ce­te­ris­que re­bus, quae ibi fue­runt in diem mor­tis, an ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­rent. re­spon­dit ea om­nia, de qui­bus quae­re­re­tur, le­ga­ta vi­de­ri. 3‘Pe­to, ut fun­dum meum Cam­pa­nia­num Ge­ne­siae alum­nae meae ad­scri­ba­tis du­cen­to­rum au­reo­rum ita uti est’. quae­ri­tur, an fun­do et re­li­qua co­lo­no­rum et man­ci­pia, si qua mor­tis tem­po­re in eo fue­rint, de­bean­tur. re­spon­dit re­li­qua qui­dem co­lo­no­rum non le­ga­ta: ce­te­ra ve­ro vi­de­ri il­lis ver­bis ‘ita uti est’ da­ta. 4Il­lud for­tas­se quae­si­tu­rus sit ali­quis, cur ar­gen­ti ap­pel­la­tio­ne et­iam fac­tum ar­gen­tum com­pre­hen­de­tur, cum, si mar­mor le­ga­tum es­set, ni­hil prae­ter ru­dem ma­te­riam de­mons­tra­tum vi­de­ri pos­set. cu­ius haec ra­tio tra­di­tur, quip­pe ea, quae ta­lis na­tu­rae sint, ut sae­pius in sua red­igi pos­sint in­itia, ea ma­te­riae po­ten­tia vic­ta num­quam vi­res eius ef­fu­giant. 5Coc­cum quod pro­prio no­mi­ne ap­pel­la­tur quin ver­si­co­lo­ri­bus ce­de­ret, ne­mo du­bi­ta­vit. quin mi­nus por­ro co­ra­ci­num aut hys­gi­num aut me­li­num suo no­mi­ne quam coc­cum pur­pu­ra­ve de­sig­na­tur? 6Cum vir ita le­gas­set: ‘quae uxo­ris cau­sa pa­ra­ta sunt, ei do le­go’, ego apud prae­to­rem fi­dei­com­mis­sa­rium pe­te­bam et­iam res aes­ti­ma­tas, qua­rum pre­tium in do­tem erat, nec op­ti­nui, qua­si tes­ta­tor non sen­sis­set de his re­bus. at­quin si in usum eius da­tae sint, ni­hil in­ter­est, ab ip­sa an ab alio com­pa­ra­tae sunt. post­ea apud Abur­nium Va­len­tem in­ve­ni ita re­la­tum: mu­lier res aes­ti­ma­tas in do­tem de­de­rat ac de­in­de ma­ri­tus ei le­ga­ve­rat his ver­bis: ‘quae eius cau­sa com­pa­ra­ta emp­ta­que es­sent’. di­xit emp­to­rum pa­ra­to­rum­que ap­pel­la­tio­ne non con­ti­ne­ri ea, quae in do­tem da­ta es­sent, ni­si si ma­ri­tus eas res, post­ea­quam ip­sius fac­tae es­sent, in uxo­ris usum con­ver­tis­set. 7Re­bus quae in fun­do sunt le­ga­tis ac­ce­dunt et­iam ea, quae tunc non sunt, si es­se so­lent: nec quae ca­su ibi fue­runt, le­ga­ta ex­is­ti­man­tur.

78Paul. lib. II. ad Vitell. Man hat gefragt, ob der Sclav Stichus, da er aus diesem Landgute ein Jahr vor dem Tode des Testators weggeführt und dem Unterrichte übergeben, nachher nicht in dieses Landgut zurückgekehrt ist, geleistet werden müsste? Man hat das Gutachten ertheilt, wenn der Testator denselben des Studirens Halber weggeschickt hätte, nicht um ihn von dem Landgute wo andershin zu versetzen, so müsse er geleistet werden. 1Mein Sohn Mävius, weil ich dir schon den grössten Theil meines Vermögens gegeben habe, so musst du mit dem Sempronianischen Landgute mit seinen Einwohnern, das heisst dem Gesinde, und [mit] dem, was sich dort befinden wird, zufrieden sein; hier ist wegen der Forderungen an die Schuldner und der baaren Gelder Frage entstanden. Dieselbe hat folgenden Brief erlassen: Alles Silber und Hausgeräthe, Alles, was ich nur habe, schenke ich dir, und Alles, was ich im Sempronianischen Grundstück habe; [man hat gefragt,] ob das Hausgeräthe, welches sich in anderen Grundstücken oder Häusern befände, dem Mävius gehörte, und ob die Sclaven aus jenem Grundstücke, welche sie Anderen vermacht hat. Man hat das Gutachten ertheilt, die Forderungen und Gelder schienen [ihm] nicht zu gebühren, wenn nicht die Absicht der Verstorbenen, auch diese zu vermachen, augenscheinlich bewiesen würde; dadurch, dass sie Sclaven aus demselben Grundstück Anderen gegeben hätte, habe sie das Vermächtniss des Sohnes vermindert, in Betreff des Silbers und des Hausgeräthes, was sich anderswo befände, werde der, welcher die Untersuchung hat, ermessen, so dass das gelte, was von dem Vermächtnissinhaber als die Meinung des Testators bewiesen werden wird. 2Jemand hat Grundstücke hinterlassen, indem er folgende Worte beifügte: sowie sie von mir besessen sind, und Alles, was sich dort befinden wird, wenn ich sterben werde; man hat in Betreff der Sclaven, welche sich auf diesen Grundstücken entweder um landwirthschaftlicher Arbeit, oder einer anderen Dienstleistung willen aufgehalten haben und in Betreff der übrigen Sachen, welche bis zum Todestag [des Erblassers] dort gewesen sind, gefragt, ob sie dem Vermächtnissinhaber gehörten. [Paulus] hat das Gutachten ertheilt, alles das, wegen dessen gefragt würde, scheine vermacht zu sein. 3Ich bitte, dass ihr mein Capanianisches Landgut der Genesia, meiner Pflegetochter, so, wie es ist, für zweihundert Goldstücke zuschreiben möget; man fragt, ob zu dem Landgute auch noch der Rückstand der Pachter, und die Sclaven, welche etwa zur Todeszeit [des Erblassers] daselbst gewesen sind, gebühren, [Paulus] hat das Gutachten ertheilt, der Rückstand der Pachter schiene zwar nicht vermacht zu sein, das Uebrige aber schiene durch diese Worte: so, wie es ist, gegeben zu sein. 4Darnach wird vielleicht Jemand fragen, warum unter der Benennung Silber auch das verarbeitete Silber begriffen werde, da, wenn Marmor vermacht wäre, Nichts, als der rohe Stoff, bezeichnet zu sein scheinen könne. Und davon wird der Grund angegeben, weil ja das, was von solcher Natur sei, dass es öfters in seine ursprüngliche Gestalt zurückgebracht werden könne, durch diese Gewalt des Stoffes besiegt, niemals den Wirkungen desselben entgehe. 5Niemand hat gezweifelt, dass der Scharlach, welcher mit seinem eigenthümlichen Namen benannt wird, zu dem farbigten Gespinnste gehöre, wird denn nun Rabenschwarz (coracinum,) oder Dunkelroth (hysginum,) oder melinum4343Diese Farbe halten Einige für gelb, Andere für weiss. S. Heinecc. zu Briss. s. h. v. weniger als Scharlach oder Purpur mit seinem eigenen Namen bezeichnet? 6Da ein Mann so vermacht hatte: was um meiner Ehefrau willen angeschafft worden ist, das gebe und vermache ich ihr, so forderte ich bei dem fideicommissarischen Prätor auch die geschätzten4444Nämlich venditionis causa. S. die Bem. zu L. 10. §. D. de jure dot. 23. 3. Sachen, deren Preis Gegenstand des Heirathsguts war, und bin damit nicht durchgedrungen, gleich als ob der Testator diese Sachen nicht im Sinne gehabt hätte. Aber wenn sie nun zu ihrem Gebrauch gegeben worden sind, so macht es keinen Unterschied, ob sie von ihr selbst, oder von einem Anderen angeschafft worden sind. Nachher habe ich beim Aburnius Valens Folgendes berichtet gefunden: eine Frau hatte geschätzte Sachen zum Heirathsgut gegeben, und sodann hatte sie ihr der Ehemann mit folgenden Worten vermacht: was um ihretwillen angeschafft und gekauft wäre; [Valens] hat gesagt, unter der Benennung angeschafft und gekauft werde das nicht begriffen, was zum Heirathsgut gegeben worden wäre, ausser wenn der Ehemann diese Sachen, nachdem sie die seinigen geworden wären, zum Gebrauch der Ehefrau verwendet hätte. 7Wenn die Sachen, welche sich in dem Landgute befinden, vermacht sind, so kommt auch das hinzu, was gerade dann sich nicht da befindet, wenn es nur da zu sein pflegt; aber das, was durch Zufall dort gewesen ist, wird nicht für vermacht gehalten.

79Cel­sus li­bro no­no di­ges­to­rum. Si cho­rus aut fa­mi­lia le­ge­tur, per­in­de est qua­si sin­gu­li ho­mi­nes le­ga­ti sint. 1His ver­bis: ‘quae ibi mo­bi­lia mea erunt, do le­go’ num­mos ibi re­po­si­tos, ut mu­tui da­ren­tur, non es­se le­ga­tos Pro­cu­lus ait: at eos quos prae­si­dii cau­sa re­po­si­tos ha­bet, ut qui­dam bel­lis ci­vi­li­bus fac­ti­tas­sent, eos le­ga­to con­ti­ne­ri. et au­dis­se se rus­ti­cos se­nes ita di­cen­tes pe­cu­niam si­ne pe­cu­lio fra­gi­lem es­se, pe­cu­lium ap­pel­lan­tes, quod prae­si­dii cau­sa se­po­ne­re­tur. 2Area le­ga­ta si in­ae­di­fi­ca­ta me­dio tem­po­re fue­rit ac rur­sus area sit, quam­quam tunc pe­ti non pot­erat, nunc ta­men de­be­tur. 3Ser­vus quo­que le­ga­tus si in­ter­im ma­nu­mit­ta­tur et post­ea ser­vus fac­tus sit, pe­ti pot­est.

79Cels. lib. IX. Dig. Wenn ein Chor oder ein Gesinde vermacht werden sollte, so ist es eben so gut, als wenn die einzelnen Menschen vermacht wären. 1Proculus sagt, mit diesen Worten: meine beweglichen Sachen, welche sich dort befinden werden, gebe und vermache ich; seien die Gelder, welche dort, um ausgeliehen zu werden, aufbewahrt seien, nicht vermacht; aber die, welche [der Erblasser] als Nothpfennig aufbewahrt hat, wie Manche in den bürgerlichen Kriegen gethan hätten, seien in dem Vermächtniss enthalten, und er habe Greise vom Bauernstand so sagen hören: Geld ohne Sondergut sei unzuverlässig, indem sie das Sondergut nannten, was als Nothpfennig aufgehoben wurde. 2Ad Dig. 32,79,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 654, Note 4.Ein vermachter freier Platz muss, wenn er in der Zwischenzeit bebaut gewesen, und wiederum ein freier Platz geworden ist, obgleich er früher nicht hätte gefordert werden können, doch jetzt geleistet werden. 3Auch ein vermachter Sclav kann, wenn er unterdessen freigelassen wird, und nachher [wieder] Sclav geworden ist, gefordert werden.

80Idem li­bro tri­ge­si­mo quin­to di­ges­to­rum. Con­iunc­tim he­redes in­sti­tui aut con­iunc­tim le­ga­ri hoc est: to­tam he­redi­ta­tem et to­ta le­ga­ta sin­gu­lis da­ta es­se, par­tes au­tem con­cur­su fie­ri.

80Idem lib. XXXV. Dig. Verbunden Erben einsetzen oder verbunden vermachen bedeutet dies, dass die ganze Erbschaft oder die ganzen Vermächtnisse Einzelnen gegeben sind, theils aber durch das Zusammentreffen [derselben] entstehen.

81Mo­des­ti­nus li­bro no­no dif­fe­ren­tia­rum. Ser­vis le­ga­tis et­iam an­cil­las qui­dam de­be­ri rec­te pu­tant, qua­si com­mu­ne no­men utrum­que se­xum con­ti­neat: an­cil­lis ve­ro le­ga­tis mas­cu­los non de­be­ri ne­mo du­bi­tat. sed pue­ris le­ga­tis et­iam puel­lae de­ben­tur: id non ae­que in puel­lis pue­ros con­ti­ne­ri di­cen­dum est. 1Mu­lie­ri­bus ve­ro le­ga­tis et­iam vir­gi­nes de­ben­tur, sic­uti vi­ris le­ga­tis et­iam pue­ros de­be­ri re­spon­de­tur. 2Pe­cu­di­bus au­tem le­ga­tis et bo­ves et ce­te­ra iu­men­ta con­ti­nen­tur. 3Ar­men­to au­tem le­ga­to et­iam bo­ves con­ti­ne­ri con­ve­nit, non et­iam gre­ges ovium et ca­pra­rum. 4Ovi­bus le­ga­tis ne­que ag­nos ne­que arie­tes con­ti­ne­ri qui­dam rec­te ex­is­ti­mant. 5Ovium ve­ro gre­ge le­ga­to et arie­tes et ag­nos de­be­ri ne­mo du­bi­tat.

81Modestin. lib. IX. Differ. Wenn die Sclaven vermacht sind, so glauben Einige richtig, dass auch die Sclavinnen geleistet werden müssen, gleich als ob der gemeinschaftliche Name beide Geschlechter begreife; wenn aber die Sclavinnen vermacht sind, so zweifelt Niemand, dass männliche [Sclaven] nicht geleistet zu werden brauchen. Aber wenn die Knaben vermacht sind, so müssen auch die Mädchen geleistet werden; umgekehrt aber ist es nicht ebenso, dass unter den Mädchen auch die Knaben begriffen seien. 1Wenn aber die Weiber vermacht sind, so müssen auch die Jungfrauen geleistet werden, sowie man das Gutachten zu ertheilen pflegt, dass, wenn die Männer vermacht sind, auch die Knaben geleistet werden müssen. 2Wenn aber Vieh vermacht ist, so sind darunter sowohl Ochsen als auch die übrigen Zugthiere begriffen. 3Wenn aber das Pflugvieh vermacht ist, so ist es ausgemacht, dass auch die Ochsen darunter begriffen sind, nicht aber die Schaf- und Ziegenheerden. 4Einige glauben richtig, dass, wenn Schafe vermacht sind, weder Lämmer, noch Widder darunter begriffen sind. 5Wenn aber eine Schafheerde vermacht ist, so zweifelt Niemand, dass sowohl die Lämmer, als auch die Widder geleistet werden müssen.

82Idem li­bro no­no re­gu­la­rum. Ser­vus, qui in fun­do mo­ra­ri so­li­tus erat, si fu­ge­rit, li­cet post mor­tem tes­ta­to­ris ad­pre­hen­da­tur, fun­do le­ga­to, ut in­struc­tus est, et­iam ip­se le­ga­to ce­dit.

82Idem lib. IX. Regul. Wenn ein Landgut, wie es eingerichtet ist, vermacht ist, so gehört ein Sclav, welcher gewohnt war, sich auf dem Landgute aufzuhalten, wenn er geflohen ist, selbst auch zum Vermächtniss, wenn er gleich erst nach dem Tode des Testators ergriffen wird.

83Idem li­bro de­ci­mo re­spon­so­rum. Quod his ver­bis re­lic­tum est: ‘quid­quid ex he­redi­ta­te bo­nis­ve meis ad te per­ve­ne­rit, cum mo­rie­ris, re­sti­tuas’, fruc­tus, quos he­res vi­vus per­ce­pit, item quae fruc­tuum vi­ce sunt non venire pla­cuis­se: nec enim quic­quam pro­po­ni, ex quo de his quo­que re­sti­tuen­dis tes­ta­tri­cem ro­gas­se pro­ba­ri pot­est. 1Idem. tes­ta­tor, qui li­ber­tis fi­dei­com­mis­sum re­lin­que­bat, sub­sti­tu­tio­ne in­ter eos fac­ta ex­pres­sit, ut post mor­tem ex­tre­mi ad pos­te­ros eo­rum per­ti­ne­ret: quae­ro, cum ne­mo alius sit ni­si li­ber­tus eius qui ex­tre­mo mor­tuus est, an is ad fi­dei­com­mis­sum ad­mit­ti de­beat. re­spon­dit: pos­te­ro­rum ap­pel­la­tio­ne li­be­ros tan­tum­mo­do, non et­iam li­ber­tos eo­rum, qui­bus fi­dei­com­mis­sum re­lic­tum est, fi­dei­com­mis­so con­ti­ne­ri ne­qua­quam in­cer­tum est.

83Idem lib. X. Resp. Wenn Etwas mit folgenden Worten hinterlassen worden ist: Alles, was aus der Erbschaft oder meinem Vermögen an dich gekommen sein wird, sollst du, wenn du sterben wirst, ausantworten, so hat man angenommen, dass die Nutzungen, welche der Erbe bei seinem Leben gezogen hat, ingleichen das, was an Statt der Nutzungen ist, nicht darin begriffen sei; denn es liegt Nichts vor, wodurch man beweisen kann, dass die Testirerin auch um die Ausantwortung dieser [Sachen] gebeten habe. 1Derselbe Testator, welcher seinen Freigelassenen ein Fideicommiss hinterliess, hat bei der unter ihnen getroffenen Substitution bemerkt, dass es nach dem Tode des letzten ihren Nachkommen gehören sollte; da kein Anderer vorhanden ist, als ein Freigelassener dessen, der zuletzt gestorben ist, so frage ich, ob der zum Fideicommiss zugelassen werden dürfe. [Modestinus] hat das Gutachten ertheilt: es ist keineswegs ungewiss, dass unter der Benennung Nachkommen nur die Kinder, nicht auch die Freigelassenen derer, welchen das Fideicommiss hinterlassen worden ist, bei dem Fideicommiss begriffen seien.

84Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex Cas­sio. Cui quae Ro­mae es­sent le­ga­ta sunt, ei et­iam quae cus­to­diae cau­sa in hor­reis ex­tra ur­bem re­po­si­ta sunt, de­ben­tur.

84Javolen. lib. II. ex Cassio. Demjenigen, welchem das, was sich zu Rom befände, vermacht worden ist, gebührt auch das, was zur Aufbewahrung in den Magazinen ausserhalb der Stadt aufgehoben ist.

85Pom­po­nius li­bro se­cun­do ad Quin­tum Mu­cium. Nu­per con­sti­tu­tum est a prin­ci­pe, ut et non ad­iec­to hoc ‘meum’ si quis cor­pus ali­cui le­get et ita sen­tiat, ut ita de­mum prae­ste­tur, si suum sit, ita va­le­re le­ga­tum, ut ap­pa­reat ma­gis sen­ten­tiam le­gan­tis, non hoc ver­bum ‘meum’ re­spi­cien­dum es­se. et id­eo ele­gans est il­la di­stinc­tio, ut, quo­tiens cer­tum cor­pus le­ga­tur, ad prae­sens tem­pus ad­iec­tum hoc ver­bum ‘meum’ non fa­ciat con­di­cio­nem, si ve­ro in­cer­tum cor­pus le­ge­tur, vel­uti ita ‘vi­na mea’ ‘ves­tem meam’, vi­dea­tur pro con­di­cio­ne hoc ver­bum es­se ‘mea’, ut ea de­mum, quae il­lius sint, vi­dean­tur le­ga­ta. quod non pu­to for­ti­ter pos­se de­fen­di, sed po­tius et hic ves­tem vel vi­num, quod suo­rum nu­me­ro ha­bue­rit, hoc le­ga­tum es­se: sic enim re­spon­sum est et­iam quod co­acue­rit vi­num le­ga­to ce­de­re, si id vi­ni nu­me­ro tes­ta­tor ha­buis­set. pla­ne in mor­tis tem­po­re col­la­tum hunc ser­mo­nem ‘ves­tem, quae mea erit’ si­ne du­bio pro con­di­cio­ne ac­ci­pien­dum pu­to: sed et ‘Sti­chum qui meus erit’ pu­to pro con­di­cio­ne ac­ci­pien­dum nec in­ter­es­se, utrum ita ‘qui meus erit’ an ita ‘si meus erit’: utru­bi­que con­di­cio­nem eam es­se. La­beo ta­men scri­bit et­iam in fu­tu­rum tem­pus col­la­tum hunc ser­mo­nem ‘qui meus erit’ pro de­mons­tra­tio­ne ac­ci­pien­dum, sed alio iu­re uti­mur.

85Pompon. lib. II. ad Quint. Muc. Neulich ist von dem Kaiser verordnet wordet, dass, wenn Jemand auch ohne diesen Zusatz: meine, Einem eine körperliche Sache vermache, und dies im Sinne habe, dass sie nur dann geleistet werden solle, wenn sie die seinige sei, das Vermächtniss auf diese Weise gelte, woraus erhelle, dass mehr auf die Willensmeinung des Vermachenden, als auf dieses Wort: meine, zu sehen sei. Und darum ist jene Unterscheidung scharfsinnig, dass, so oft eine bestimmte körperliche Sache vermacht wird, dies zu der gegenwärtigen Zeit hinzugefügte Wort: meine, keine Bedingung bewirke; wenn aber eine unbestimmte körperliche Sache vermacht werde, z. B. so: meine Weine, meine Kleidung, dies Wort: meine, als Bedingung zu gelten scheine, so dass nur das, was jenem gehöre, vermacht zu sein scheine. Doch glaube ich nicht, dass man dies unbedingt vertheidigen könne, sondern dass auch hier die Kleidung, oder der Wein, welchen [der Testator] zu der Zahl seiner Sachen gerechnet habe, vermacht sei; denn so hat man zum Gutachten ertheilt, dass auch der Wein, welcher sauer geworden sei, zu dem Vermächtniss gehöre, wenn ihn der Testator zum Wein gerechnet hätte. Folgender auf die Todeszeit gestellter Satz: das Kleid, welches mein sein wird, ist freilich, meiner Meinung nach, ohne Zweifel als Bedingung zu verstehen; aber ich glaube, dass auch: Stichus, welcher mein sein wird, als Bedingung zu verstehen sei, und dass es keinen Unterschied mache, ob so: welcher mein sein wird, oder so: wenn er mein sein wird, [geschrieben sei,] auf beide Arten ist dies eine Bedingung. Labeo schreibt zwar, auch folgender auf die zukünftige Zeit gestellter Satz: welcher mein sein wird, sei als Bezeichnung anzusehen; aber wir befolgen das Gegentheil als Recht.

86Pro­cu­lus li­bro quin­to epis­tu­la­rum. Si ita le­ga­tum est ‘do­mum quae­que mea ibi erunt, cum mo­riar’, num­mos ad diem ex­ac­tos a de­bi­to­ri­bus, ut aliis no­mi­ni­bus col­lo­ca­ren­tur, non pu­to le­ga­tos es­se et La­beo­nis di­stinc­tio­nem val­de pro­bo, qui scrip­sit nec quod ca­su ab­es­set, mi­nus es­se le­ga­tum nec quod ca­su ibi sit, ma­gis es­se le­ga­tum.

86Procul. lib. V. Epistol. Wenn so vermacht worden ist: das Haus, und was darin mein sein wird, wenn ich sterben werde, so glaube ich, dass die Gelder, welche auf einige Zeit von den Schuldnern eingefordert seien, damit sie dann auf andere Schuldposten ausgeliehen würden, nicht vermacht seien. Und ich billige die Unterscheidung des Labeo sehr, welcher geschrieben hat, dass weder das, was durch Zufall nicht da wäre, darum weniger vermacht sei, noch das, was durch Zufall dort sei, darum mehr vermacht sei.

87Pau­lus li­bro quar­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Et fi­dei­com­mis­sum et mor­tis cau­sa do­na­tio ap­pel­la­tio­ne le­ga­ti con­ti­ne­tur.

87Paul. lib. IV. ad leg. Jul. et Pap. Sowohl ein Fideicommiss, als eine Schenkung auf den Todesfall wird unter der Benennung Vermächtniss begriffen.

88Idem li­bro quin­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. La­na le­ga­ta ves­tem, quae ex ea fac­ta sit, de­be­ri non pla­cet. 1Sed et ma­te­ria le­ga­ta na­vis ar­ma­rium­ve ex ea fac­tum non vin­di­ce­tur. 2Na­ve au­tem le­ga­ta dis­so­lu­ta ne­que ma­te­ria ne­que na­vis de­be­tur. 3Mas­sa au­tem le­ga­ta scy­phi ex ea fac­ti ex­igi pos­sunt.

88Idem lib. V. ad leg. Jul. et Pap. Man nimmt nicht an, dass wenn Wolle vermacht ist, das aus derselben verfertigte Gewebe geleistet werden müsse. 1Aber auch wenn Holz vermacht ist, kann ein aus demselben gemachtes Schiff oder [ein solcher] Schrank nicht in Anspruch genommen werden. 2Wenn aber ein vermachtes Schiff auseinander genommen ist, so gebührt weder das Holz, noch das Schiff. 3Wenn aber eine Masse vermacht ist, so können die aus derselben gefertigten Becher gefordert werden.

89Idem li­bro sex­to ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. Re con­iunc­ti vi­den­tur, non et­iam ver­bis, cum duo­bus se­pa­ra­tim ea­dem res le­ga­tur. item ver­bis, non et­iam re: ‘Ti­tio et Se­io fun­dum ae­quis par­ti­bus do le­go’, quon­iam sem­per par­tes ha­bent le­ga­ta­rii. prae­fer­tur igi­tur om­ni­mo­do ce­te­ris, qui et re et ver­bis con­iunc­tus est. quod si re tan­tum con­iunc­tus sit, con­stat non es­se po­tio­rem. si ve­ro ver­bis qui­dem con­iunc­tus sit, re au­tem non, quaes­tio­nis est, an con­iunc­tus po­tior sit: et ma­gis est, ut et ip­se prae­fe­ra­tur.

89Ad Dig. 32,89Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 644, Note 13.Idem lib. V. ad leg. Jul. et Pap. Durch die Sache, nicht auch durch die Worte scheinen [Vermächtnissinhaber dann] verbunden zu sein, wenn zweien besonders dieselbe Sache vermacht wird; ingleichen durch die Worte, nicht auch durch die Sache: Dem Titius und Sejus gebe und vermache ich ein Landgut zu gleichen Theilen, weil die Vermächtnissinhaber immer Theile haben4545D. h. der Theil eines jeden ist ein für allemal bestimmt, es mögen nun beide oder nur einer das Legat annehmen.. Es wird nun der, welcher sowohl durch die Sache, als durch die Worte verbunden ist, allemal den Uebrigen vorgezogen4646Es ist vom jus accrescendi die Rede.; wenn aber [Jemand] blos durch die Sache verbunden sein sollte, so ist bekannt, dass er nicht vorgehe; wenn aber [Jemand] durch die Worte verbunden sein sollte, nicht durch die Sache, so ist es die Frage, ob der Verbundene vorgehe. Und es spricht mehr dafür, dass auch er vorgezogen werde.

90Idem li­bro sep­ti­mo ad le­gem Iu­liam et Pa­piam. No­mi­na­tim le­ga­tum ac­ci­pien­dum est, quod a quo le­ga­tum sit in­tel­le­gi­tur, li­cet no­men pro­nun­tia­tum non sit.

90Idem lib. VII. ad leg. Jul. et Pap. Als namentlich vermacht ist [Etwas] anzunehmen, wenn man weiss, wem das Vermächtniss aufgelegt sei, wenngleich der Name nicht ausgesprochen ist.

91Pa­pi­nia­nus li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum. Prae­diis per prae­cep­tio­nem fi­liae da­tis cum re­li­quis ac­to­rum et co­lo­no­rum ea re­li­qua vi­den­tur le­ga­ta, quae de red­itu prae­dio­rum in ea­dem cau­sa man­se­runt: alio­quin pe­cu­niam a co­lo­nis ex­ac­tam et in ka­len­da­rium in ea­dem re­gio­ne ver­sam re­li­quis non con­ti­ne­ri ne­que co­lo­no­rum ne­que ac­to­rum fa­ci­le con­sta­bit, tam­et­si no­mi­na­tim ac­to­res ad fi­liam per­ti­ne­re vo­luit. 1Ex his ver­bis: ‘Lu­cio Ti­tio prae­dia mea il­la cum prae­to­rio, sic­ut a me in diem mor­tis meae pos­ses­sa sunt, do’ in­stru­men­tum rus­ti­cum et om­nia, quae ibi fue­runt, quo do­mi­nus fuis­set in­struc­tior, de­be­ri con­ve­nit: co­lo­no­rum re­li­qua non de­ben­tur. 2Pa­ter fi­lio ta­ber­nam pur­pu­ra­riam cum ser­vis in­sti­to­ri­bus et pur­pu­ris, quae in diem mor­tis eius ibi fue­runt, le­ga­vit. ne­que pre­tia pur­pu­rae con­di­ta ne­que de­bi­ta ne­que re­li­qua le­ga­to con­ti­ne­ri pla­cuit. 3‘Ti­tio Se­ia­na prae­dia, sic­uti com­pa­ra­ta sunt, do le­go’. cum es­sent Ga­bi­nia­na quo­que si­mul uno pre­tio com­pa­ra­ta, non suf­fi­ce­re so­lum ar­gu­men­tum emp­tio­nis re­spon­di, sed in­spi­cien­dum, an lit­te­ris et ra­tio­ni­bus ap­pel­la­tio­ne Se­ia­no­rum Ga­bi­nia­na quo­que con­ti­nen­tur et utrius­que pos­ses­sio­nis con­fu­si red­itus ti­tu­lo Se­ia­no­rum ac­cep­to la­ti es­sent. 4Bal­neas le­ga­tae do­mus es­se por­tio­nem con­sta­bat: quod si eas pu­bli­ce prae­buit, ita do­mus es­se por­tio­nem bal­neas, si per do­mum quo­que in­trin­se­cus ad­iren­tur et in usu pa­tris fa­mi­liae vel uxo­ris non­num­quam fue­runt et mer­ce­des eius in­ter ce­te­ras me­ri­to­rio­rum do­mus ra­tio­ni­bus ac­cep­to fe­re­ban­tur et uno pre­tio com­pa­ra­tae vel in­struc­tae com­mu­ni con­iunc­tu fuis­sent. 5Qui do­mum pos­si­de­bat, hor­tum vi­ci­num ae­di­bus com­pa­ra­vit ac post­ea do­mum le­ga­vit. si hor­tum do­mus cau­sa com­pa­ra­vit, ut amoe­nio­rem do­mum ac sal­u­brio­rem pos­si­de­ret, ad­itum­que in eum per do­mum ha­buit et ae­dium hor­tus ad­di­ta­men­tum fuit, do­mus le­ga­to con­ti­ne­bi­tur. 6Ap­pel­la­tio­ne do­mus in­su­lam quo­que in­iunc­tam do­mui vi­de­ri, si uno pre­tio cum do­mu fuis­set com­pa­ra­ta et utrius­que pen­sio­nes si­mi­li­ter ac­cep­to la­tas ra­tio­ni­bus os­ten­de­re­tur.

91Papinian. lib. VII. Resp. Wenn der Tochter als Vermächtniss zum Voraus Grundstücke mit dem Rückstand der Verwalter und Pächter ausgesetzt sind, so scheint der Rückstand von den Einkünften der Grundstücke vermacht zu sein, welcher in derselben Lage geblieben ist; [denn] dass sonst das von den Pächtern eingeforderte und zum Ausleihen auf Zinsen in derselben Gegend verwendete Geld unter Rückstand nicht begriffen sei, weder unter dem der Pächter, noch unter dem der Verwalter, wird leicht ausser Zweifel sein, wenn auch [der Testator] gewollt hat, dass namentlich die Verwalter der Tochter gehören sollen. 1Es ist ausgemacht, dass in Folge dieser Worte: Ich gebe dem Lucius Titius jene meine Grundstücke mit dem Wohnhaus, sowie sie von mir bis zu meinem Todestag besessen worden sind, das landwirthschaftliche Inventar, und Alles, was sich dort befunden hat, damit der Eigenthümer besser eingerichtet wäre, gebühre; der Rückstand der Pächter gehört nicht dazu. 2Ein Vater hat seinem Sohne einen Purpurkaufladen mit den Factoren, welche Sclaven sind, und mit dem Purpur, welcher bis zum Todestag daselbst gewesen ist, vermacht; man hat angenommen, dass weder die [dort] aufbewahrten Kaufgelder für Purpur, noch die Schulden, noch der Rückstand unter dem Vermächtniss begriffen seien. 3Ich gebe und vermache dem Titius die Sejanischen Grundstücke, sowie sie erworben worden sind; da auch die Gabinianischen zugleich um einen Preis erworben waren, so habe ich das Gutachten ertheilt, dass nicht blos der von dem Kauf entlehnte Grund genüge, sondern nachzusehen sei, ob in den Schriften and Rechnungen unter der Benennung: Sejanische [Grundstücke,] auch die Gabinianischen begriffen wurden, und die Einkünfte beider Besitzungen unter der Ueberschrift: Sejanische [Grundstücke] als empfangen eingetragen wären. 4Dass die Bäder ein Theil des vermachten Hauses wären, war ausser Zweifel; wenn aber [der Testator] dieselben zum öffentlichen Gebrauch überlassen hat, so sind die Bäder nur dann ein Theil des Hauses, wenn man auch durch das Haus hineinging, und sie zuweilen im Gebrauch des Hausvaters oder seiner Ehefrau gewesen sind, und die Miethgelder dafür zwischen den übrigen vermietheten Häusern in die Rechnungen als empfangen eingetragen wurden, und sie mit einer gemeinschaftlichen Verbindung versehen gewesen wären. 5Jemand, welcher ein Haus besass, hat einen dem Haus benachbarten Garten erworben und nachher das Haus vermacht; wenn er den Garten um des Hauses willen erworben hat, damit er ein angenehmeres und gesunderes Haus besässe, und in denselben einen Eingang durch das Haus gehabt hat, und der Garten eine Zugabe zum Haus gewesen ist, so wird er in dem Vermächtniss des Hauses enthalten sein. 6[Ich habe das Gutachten ertheilt,] unter der Benennung Haus scheine auch ein mit dem Haus verbundenes Nebenhaus4747Insula, s. v. Glück Erl. d. P. XIX. S. 20. [vermacht] zu sein, wenn es für einen und denselben Preis mit dem Haus erworben worden ist, und man nachweisen wird, dass die Miethgelder für beide zugleich in den Rechnungen als empfangen eingetragen wären.

92Pau­lus li­bro ter­tio de­ci­mo re­spon­so­rum. ‘Si mi­hi Mae­via et Ne­gi­dia fi­liae meae he­redes erunt, tunc Mae­via e me­dio su­mi­to prae­ci­pi­to si­bi­que ha­be­to fun­dos meos il­lum et il­lum cum ca­su­lis et cus­to­di­bus om­nium ho­rum fun­do­rum et cum his om­ni­bus agris, qui ad con­iunc­tio­nem cu­ius­que eo­rum fun­do­rum emp­tio­ne vel quo­li­bet alio ca­su op­ti­ge­rint, item cum om­ni­bus man­ci­piis pe­co­ri­bus iu­men­tis ce­te­ris­que uni­ver­sis spe­cie­bus, quae in is­dem fun­dis quo­ve eo­rum cum mo­riar erunt, uti op­ti­mi ma­xi­mi­que sunt uti­que eos in diem mor­tis meae pos­se­di et, ut ple­nius di­cam, ita uti clu­dun­tur’. in fun­do au­tem uno ex his, qui prae­le­ga­ti sunt, ta­bu­la­rium est, in quo sunt et com­plu­rium man­ci­pio­rum emp­tio­nes, sed et fun­do­rum et va­rio­rum con­trac­tuum in­stru­men­ta, prae­ter­ea et no­mi­na de­bi­to­rum: quae­ro, an in­stru­men­ta com­mu­nia sint. re­spon­di se­cun­dum ea quae pro­po­nun­tur in­stru­men­ta emp­tio­num, item de­bi­to­rum, quae in fun­do prae­le­ga­to re­man­se­runt, non vi­de­ri le­ga­to con­ti­ne­ri. 1His ver­bis do­mi­bus le­ga­tis: ‘fi­dei he­redum meo­rum com­mit­to, uti si­nant eum ha­be­re do­mus meas, in qui­bus ha­bi­to, nul­lo om­ni­no ex­cep­to cum om­ni in­stru­men­to et re­po­si­tis om­ni­bus’ non vi­de­ri tes­ta­to­rem de pe­cu­nia nu­me­ra­ta aut in­stru­men­tis de­bi­to­rum sen­sis­se.

92Paul. lib. XIII. Resp. Wenn Mävia, und Negidia, meine Töchter, meine Erbinnen sein werden, dann soll Mävia aus der Erbmasse sich nehmen, vorweg erhalten und haben dies und jenes von meinen Landgütern, mit den Hüttchen und den Wächtern aller dieser Landgüter, und mit allen den Aeckern, welche in Verbindung mit einem jeden dieser Landgüterdurch Kauf oder durch irgend ein anderes Ereigniss gekommen sein werden; desgleichen mit allen Sclaven, dem Vieh, den Lastthieren, und allen anderen einzelnen Sachen, welche sich in demselben Landgute, oder einem von ihnen, wenn ich sterben werde, befinden werden, so vorzüglich, wie [die Landgüter] beschaffen sind4848S. die Bem. zu L. 48. D. de evict. 21. 2., und so wie ich sie bis zu meinem Todestage besessen habe, und, um es vollständiger zu sagen, sowie sie in ihren Grenzen liegen; in einem von diesen Landgütern aber, welche voraus vermacht worden sind, ist ein Archiv, in welchem sich sowohl Kaufurkunden über mehrere Sclaven, aber auch über Landgüter, als auch Urkunden, über verschiedene Contracte, ausserdem auch Forderungen an Schuldner befinden; ich frage, ob die Urkunden [beiden Töchtern] gemeinschaftlich seien? Ich habe das Gutachten ertheilt, dass den angeführten Umständen gemäss, die Urkunden über die Käufe, ingleichen über die Schulden, welche in dem voraus vermachten Landgute zurückgeblieben sind, in dem Vermächtniss nicht enthalten zu sein scheinen. 1[Ich habe das Gutachten ertheilt, dass wenn Häuser mit diesen Worten vermacht seien: Ich lege meinen Erben das Fideicommiss auf, dass sie dulden mögen, dass der meine Häuser, in denen ich wohne, durchaus keins ausgenommen, mit dem ganzen Beilass und Allem [darin] Aufgehobenen habe, der Testator das baare Geld oder die Schuldurkunden nicht im Sinne gehabt zu haben scheine.

93Scae­vo­la li­bro ter­tio re­spon­so­rum. Lu­cius Ti­tius tes­ta­men­to suo ca­vit, ne ul­lo mo­do prae­dium sub­ur­ba­num aut do­mum he­res alie­na­ret: fi­lia eius he­res scrip­ta he­redem re­li­quit fi­liam suam, quae eas­dem res diu pos­se­dit et de­ce­dens ex­tra­neos he­redes in­sti­tuit: quae­si­tum est, an prae­dia per­ti­ne­rent ad Iu­liam, quae Lu­cium Ti­tium tes­ta­to­rem pa­truum ma­io­rem ha­buit. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni con­tra vo­lun­ta­tem de­func­ti fac­tum, quo mi­nus ad he­redem per­ti­ne­rent, cum hoc nu­dum prae­cep­tum est. 1‘Sem­pro­niae mu­lie­ri meae red­di iu­beo ab he­redi­bus meis cen­tum au­reos, quos mu­tuos ac­ce­pe­ram’. quae­si­tum est, si hanc pe­cu­niam ut de­bi­tam Sem­pro­nia pe­tens vic­ta sit, an fi­dei­com­mis­sum pe­ti pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur pos­se ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pe­ti, quod ap­pa­ruis­set non fuis­se ex alia cau­sa de­bi­tum. 2Qui­dam prae­dia le­ga­vit li­ber­tis ad­iec­tis his ver­bis: ‘uti a me pos­ses­sa sunt et quae­cum­que ibi erunt, cum mo­riar’: quae­si­tum est, an man­ci­pia, quae in his prae­diis mo­ra­ta in diem mor­tis pa­tris fa­mi­lias fue­runt ope­ris rus­ti­ci cau­sa vel al­te­rius of­fi­cii, ce­te­rae­que res, quae ibi fue­runt, ad le­ga­ta­rios per­ti­neant. re­spon­dit per­ti­ne­re. 3Quae­si­tum est, an, quod he­redes fra­tri­bus ro­ga­ti es­sent re­sti­tue­re, et­iam ad so­ro­res per­ti­ne­ret. re­spon­dit per­ti­ne­re, ni­si aliud sen­sis­se tes­ta­to­rem pro­be­tur. 4Col­le­gio fa­b­ro­rum fun­dum cum sil­vis, quae ei ce­de­re so­lent, uti op­ti­mus ma­xi­mus­que es­set, le­ga­vit. quae­ro, an ea quo­que, quae in diem mor­tis ibi fuis­sent, id est fae­num pa­bu­lum pa­lea, item ma­chi­na, va­sa vi­na­ria, id est cup­pae et do­lia, quae in cel­la de­fi­xa sunt, item gra­na­ria le­ga­ta es­sent. re­spon­dit non rec­te pe­ti, quod le­ga­tum non es­set. 5Ex par­te di­mi­dia he­redi in­sti­tu­to per prae­cep­tio­nem fun­dum le­ga­vit et ab eo ita pe­tit: ‘pe­to, uti ve­lis co­he­redem ti­bi re­ci­pe­re in fun­do Iu­lia­no meo, quem am­plius te re­ci­pe­re ius­si, Clo­dium ve­rum ne­po­tem meum, co­gna­tum tuum’. quae­ro, an pars fun­di ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ne­po­ti de­be­re­tur. re­spon­dit de­be­ri.

93Scaevola lib. III. Resp. Lucius Titius hat in seinem Testamente verordnet, dass sein Erbe das vorstädtische Grundstück4949S. oben L. 38. §. 4. oder das Haus auf keine Weise veräussern sollte; die zur Erbin eingesetzte Tochter desselben hat ihre Tochter als Erbin hinterlassen, welche dieselben Sachen lange besessen und sterbend Fremde zu Erben eingesetzt hat; man hat gefragt, ob die Grundstücke der Julia, welche den Lucius Titius, den Testator, zum Grossoheim gehabt hat, gehörten. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass nichts, was gegen den Willen des Verstorbenen geschehen wäre, so dass [jene Grundstücke] dem fremden Erben nicht gehören könnten, vorliege, da das [Obige] eine blosse Vorschrift ist. 1Ich befehle, dass der Sempronia, meiner Frau, von meinen Erben die hundert Goldstücke, welche ich [von ihr] dargeliehen erhalten hatte, zurückgegeben werden sollen; man hat gefragt, ob, wenn die Sempronia, da sie dieses Geld als geschuldet forderte, besiegt worden sei, das Fideicommiss gefordert werden könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass, den angeführten Umständen gemäss, dasjenige aus dem Grunde des Fideicommisses gefordert werden könne, was sich als aus einem anderen Grunde nicht geschuldet ergeben hätte. 2Jemand hat seinen Freigelassenen Grundstücke vermacht, indem er folgende Worte beifügte: sowie sie von mir besessen sind; und Alles, was sich dort befinden wird, wenn ich sterben werde; man hat gefragt, ob die Sclaven, welche sich auf diesen Grundstücken entweder um landwirthschaftlicher Arbeit oder um einer anderen Dienstleistung willen aufgehalten haben, und die übrigen Sachen, welche dort gewesen sind, den Vermächtnissinhabern gehörten? Er hat das Gutachten ertheilt, dass sie [denselben] gehörten. 3Man hat gefragt, ob das, was die Erben ihren Brüdern auszuantworten gebeten wären, auch den Schwestern gehöre? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass es ihnen gehöre, wenn nicht bewiesen werde, dass der Testator etwas Anderes im Sinne gehabt habe. 4[Jemand] hat der Schmiedeinnung ein Landgut mit den Wäldern, welche zu demselben zu gehören pflegen, frei von allen Dienstbarkeiten, vermacht, ich frage, ob auch das, was bis zum Todestag dort gewesen wäre, das heisst, das Heu, das Futter, die Streu, ingleichen die Maschine, die Weingefässe, das heisst die Tonnen und Fässer, welche in dem Keller befestigt sind, desgleichen die Kornspeicher vermacht wären. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass das, was nicht vermacht wäre, nicht mit Recht gefordert werde. 5[Jemand] hat, nachdem er einen Erben auf die Hälfte eingesetzt hatte, [demselben] als Vermächtniss zum Voraus ein Landgut vermacht, und denselben folgender Maassen gebeten: Ich bitte dich, dass du als Miterben in meinem Julianischen Landgute, welches du nach meiner Anordnung noch ausserdem vorausnehmen sollst, den Clodius Verus, meinen Enkel, deinen Verwandten, aufnehmen mögest; ich frage, ob die Hälfte des Landguts in Folge des Fideicommisses dem Enkel gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie [demselben] gebühre.

94Va­lens li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Is, qui com­plu­res li­ber­tos re­lin­que­bat, tri­bus ex his fun­dum le­ga­ve­rat et pe­tie­rat, ut cu­ra­rent, ne de no­mi­ne suo ex­iret. quae­re­ba­tur, ex tri­bus qui pri­mus mo­rie­ba­tur utrum utri­que vel al­te­ri ex his, qui si­bi in le­ga­to con­iunc­ti es­sent, re­lin­que­re par­tem suam de­be­ret, an pos­sit vel alii con­li­ber­to suo eam re­lin­que­re. pla­cuit, et­si vo­lun­ta­tis quaes­tio es­set, sa­tis il­lum fac­tu­rum et­si alii re­li­quis­set. quod si nul­li de­dis­set, oc­cu­pan­tis an om­nium con­li­ber­to­rum et num eo­rum tan­tum, qui­bus pa­ri­ter le­ga­tum es­set, pe­ti­tio fi­dei­com­mis­si es­set, du­bi­ta­ba­tur. et Iu­lia­nus rec­te om­ni­bus de­be­re pu­ta­vit.

94Valens lib. II. Fideicommiss. Jemand, welcher mehrere Freigelassene hinterliess, hatte dreien von denselben ein Landgut vermacht, und gebeten, dass sie dafür sorgen möchten, dass [dasselbe] nicht von seinem Namen abkäme; man fragte, ob der, welcher von den Dreien zuerst sterben würde, Beiden, oder dem Einen von ihnen, welche mit ihm in dem Vermächtniss verbunden wären, seinen Theil hinterlassen müsste, oder ob er denselben auch einem anderen Mitfreigelassenen hinterlassen könne. Man hat angenommen, dass, selbst wenn es auf eine Untersuchung der Willensmeinung des [Testators] ankäme, jener entsprechend handeln würde, auch wenn er [seinen Theil] einem Anderen hinterlassen hätte. Wenn er ihn Keinem gegeben hätte, so zweifelte man, ob allen Freigelassenen, oder ob nur denen, welchen auf gleiche Weise vermacht wäre, die Forderung des Fideicommisses zustände; und Julianus hat richtig geglaubt, dass es Allen gebühre.

95Mae­cia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. ‘Quis­quis mi­hi he­res erit, dam­nas es­to da­re fi­dei­que eius com­mit­to, uti det, quan­tas sum­mas dic­ta­ve­ro de­de­ro’. Aris­to res quo­que cor­po­ra­les con­ti­ne­ri ait, ut prae­dia man­ci­pia ves­tem ar­gen­tum, quia et hoc ver­bum ‘quan­tas’ non ad nu­me­ra­tam dum­ta­xat pe­cu­niam re­fer­ri ex do­tis rele­ga­tio­ne et sti­pu­la­tio­ni­bus emp­tae he­redi­ta­tis ap­pa­ret et ‘sum­mae’ ap­pel­la­tio si­mi­li­ter ac­ci­pi de­be­ret, ut in his ar­gu­men­tis quae re­la­ta es­sent os­ten­di­tur. vo­lun­ta­tem prae­ter­ea de­func­ti, quae ma­xi­me in fi­dei­com­mis­sis va­le­ret, ei sen­ten­tiae suf­fra­ga­ri: ne­que enim post eam prae­fa­tio­nem ad­iec­tu­rum tes­ta­to­rem fuis­se res cor­po­ra­les, si dum­ta­xat pe­cu­niam nu­me­ra­tam prae­sta­ri vo­luis­set.

95Maecian. lib. II. Fideicommiss. Jeder, welcher mein Erbe sein wird, soll verurtheilt sein, zu geben, und ich lege ihm das Fideicommiss auf, dass er so grosse Summen gebe, als ich vorgeschrieben und ausgesetzt haben werde: Aristo sagt, dass hierunter auch körperliche Sachen5050Vgl. die Bem. zu L. 46. D. de cond. ind. 12. 6. begriffen seien, wie Grundstücke, Sclaven, Kleidung, Silber, weil theils aus dem Rückvermächtniss des Heirathsgutes, und aus der Stipulation wegen der gekauften Erbschaft erhellt, dass dieses Wort: so grosse5151Quantas., nicht nur auf baares Geld bezogen werde, theils die Benennung Summe auf gleiche Weise verstanden werden müsste, wie sich in den Fällen, welche aufgezählt worden sind, zeigt; überdies unterstütze die Absicht des Verstorbenen, welche ganz vorzüglich bei Fideicommissen Kraft habe, jene Meinung; denn der Testator würde ja nicht nach jenem Vorwort „körperliche Sachen“ hinzugesetzt haben, wenn er nur baares Geld hätte geleistet wissen wollen.

96Gaius li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Si Ti­tius ex par­te he­res ro­ga­tus sit Mae­vio he­redi­ta­tem re­sti­tue­re et rur­sus Ti­tio co­he­res eius ro­ga­tus sit par­tem suam aut par­tis par­tem re­sti­tue­re, an hanc quo­que par­tem, quam a co­he­rede ex fi­dei­com­mis­so re­ci­pit, Ti­tius re­sti­tue­re Mae­vio de­beat, di­vus An­to­ni­nus con­sul­tus re­scribsit non de­be­re re­sti­tue­re, quia he­redi­ta­tis ap­pel­la­tio­ne ne­que le­ga­ta ne­que fi­dei­com­mis­sa con­ti­nen­tur.

96Gaj. lib. II. Fideicommiss. Da der Kaiser Antoninus befragt worden war, ob, wenn Titius, ein Erbe zur Hälfte, gebeten worden, dem Mävius die Erbschaft auszuantworten, und der Miterbe des Titius gebeten sei, seine Hälfte, oder die Hälfte seiner Hälfte, wiederum dem [Titius] auszuantworten, Titius auch diese Hälfte, welche er von seinem Miterben in Folge des Fideicommisses erhalten hat, dem Mävius ausantworten müsse, so hat er rescribirt, dass dies nicht der Fall sei, weil unter der Benennung Erbschaft weder Vermächtnisse, noch Fideicommisse begriffen werden.

97Pau­lus li­bro se­cun­do de­cre­to­rum. Hosi­dius qui­dam in­sti­tu­ta fi­lia Va­le­ria­na he­rede ac­to­ri suo An­tio­cho da­ta li­ber­ta­te prae­dia cer­ta et pe­cu­lium et re­li­qua rele­ga­ve­rat tam sua quam co­lo­no­rum: le­ga­ta­rius pro­fe­re­bat ma­nu pa­tris fa­mi­liae re­li­qua­tum et tam suo quam co­lo­no­rum no­mi­ne: item in ea­dem scrip­tu­ra ad­iec­tum in hunc mo­dum: ‘item quo­rum ra­tio­nem red­de­re de­beat’, sci­li­cet quae in con­di­to ha­bue­rat pa­ter fa­mi­lias fru­men­ti vi­ni et ce­te­ra­rum re­rum: quae et ip­sa li­ber­tus pe­te­bat et ex re­li­quis es­se di­ce­bat: et apud prae­si­dem op­ti­nue­rat. ex di­ver­so cum di­ce­re­tur re­li­qua co­lo­no­rum ab eo non pe­ti nec pro­pria, di­ver­sam au­tem cau­sam es­se eo­rum, quae in con­di­to es­sent, im­pe­ra­tor in­ter­ro­ga­vit par­tem le­ga­ta­rii: ‘quae­ren­di cau­sa po­ne’, in­quit, ‘in con­di­to cen­tiens au­reo­rum es­se, quae in usum su­mi so­le­rent: di­ce­res to­tum, quod es­set re­lic­tum in ar­ca, de­be­ri?’ et pla­cuit rec­te ap­pel­las­se. a par­te le­ga­ta­rii sug­ges­tum est quae­dam a co­lo­nis post mor­tem pa­tris fa­mi­lias ex­ac­ta. re­spon­dit hoc, quod post mor­tem ex­ac­tum fuis­set, red­den­dum es­se le­ga­ta­rio.

97Paul. lib. II. Decret. Ein gewisser Osidius hatte, nachdem er seine Tochter Valeriana zur Erbin eingesetzt [und] seinem Verwalter, dem Antiochus, die Freiheit gegeben hatte, [demselben] gewisse Grundstücke und das Sondergut, und den Rückstand, sowohl den eigenen [des Antiochus], als den der Pächter vermacht; der Vermächtnissinhaber brachte das sowohl auf seinen, als der Pächter Namen durch die Hand des Hausvaters als rückständig Bemerkte zum Vorschein; desgleichen war in derselben Schrift ein Zusatz in folgender Art: ferner Das, worüber er Rechnung ablegen musste, nämlich was der Hausvater an Getreide, Wein und anderen Sachen aufbewahrt hatte, dies forderte ebenfalls der Freigelassene, und behauptete, es gehöre zu dem Rückstand, und war damit beim Präsidenten durchgedrungen. Da von der Gegenparthei5252D. h. von der Erbin, bei Gelegenheit der von ihr eingewendeten Appellation. behauptet wurde, es werde von ihm5353Indem er das von dem Hausvater Aufbewahrte forderte. kein Rückstand der Pächter, auch nicht sein eigener gefordert, denn es finde ein anderes Verhältniss in Bezug auf Das Statt, was aufbewahrt gewesen wäre, so hat der Kaiser die Parthei des Vermächtnissinhabers, um sie zu erforschen, gefragt: setzte den Fall, sagte er, dass zehn Millionen Goldstücke aufbewahrt wären, welche zum Gebrauch genommen zu werden pflegten, würdest du sagen, dass Alles, was in der Casse hinterlassen worden wäre, geleistet werden müsse? Und man hat angenommen, dass [die Erbin] wohl appellirt habe. Von der Parthei des Vermächtnissinhabers ist erinnert worden, dass Einiges nach dem Tode des Hausvaters von den Pächtern eingefordert worden sei, [der Kaiser] hat geantwortet, dass das, was nach dem Tod eingefordert gewesen wäre, dem Vermächtnissinhaber zu geben sei.

98Idem li­bro sin­gu­la­ri de for­ma tes­ta­men­ti. Si plu­res gra­dus sint he­redum et scrip­tum sit ‘he­res meus da­to’, ad om­nes gra­dus hic ser­mo per­ti­net, sic­uti haec ver­ba ‘quis­quis mi­hi he­res erit’. ita­que si quis ve­lit non om­nes he­redes le­ga­to­rum prae­sta­tio­ne one­ra­re, sed ali­quos ex his, no­mi­na­tim dam­na­re de­bet.

98Idem lib. sing. de forma test. Wenn mehrere Abstufungen der Erben Statt finden, und geschrieben sein sollte: mein Erbe soll geben, so bezieht sich dieser Satz auf alle Abstufungen, eben so wie diese Worte: Jeder, welcher mein Erbe sein wird. Wenn daher Jemand nicht alle Erben, sondern nur einige von ihnen mit der Leistung der Vermächtnisse belästigen will, so muss er sie namentlich verurtheilen.

99Idem li­bro sin­gu­la­ri de in­stru­men­ti sig­ni­fi­ca­tio­ne. Ser­vis ur­ba­nis le­ga­tis qui­dam ur­ba­na man­ci­pia non lo­co, sed ope­re se­pa­rant, ut, li­cet in prae­diis rus­ti­cis sint, ta­men si opus rus­ti­cum non fa­ciant, ur­ba­ni vi­den­tur. di­cen­dum au­tem est, quod ur­ba­ni in­tel­le­gen­di sunt, quos pa­ter fa­mi­lias in­ter ur­ba­nos ad­nu­me­ra­re so­li­tus sit: quod ma­xi­me ex li­bel­lis fa­mi­liae, item ci­ba­riis de­pre­hen­di pot­erit. 1Ve­na­to­res et au­cu­pes utrum in ur­ba­nis an in rus­ti­cis con­ti­nean­tur, pot­est du­bi­ta­ri: sed di­cen­dum est, ubi pa­ter fa­mi­lias mo­ra­re­tur et hos ale­bat, ibi eos nu­me­ra­ri. 2Mu­lio­nes de ur­ba­no mi­nis­te­rio sunt, ni­si prop­ter opus ru­res­tre tes­ta­tor eos de­sti­na­tos ha­be­bat. 3Eum, qui na­tus est ex an­cil­la ur­ba­na et mis­sus in vil­lam nu­trien­dus, in­ter­im in ne­utris es­se qui­dam pu­tant: vi­dea­mus, ne in ur­ba­nis es­se in­tel­le­ga­tur, quod ma­gis pla­cet. 4Ser­vis lec­ti­ca­riis le­ga­tis si idem lec­ti­ca­rius sit et co­cus, ac­ce­det le­ga­to. 5Si alii ver­nae, alii cur­so­res le­ga­ti sunt, si qui­dam et ver­nae et cur­so­res sint, cur­so­ri­bus ce­dent: sem­per enim spe­cies ge­ne­ri de­ro­gat. si in spe­cie aut in ge­ne­re utri­que sint, ple­rum­que com­mu­ni­ca­bun­tur.

99Idem lib. sing. de instrum sign. Wenn städtische Sclaven vermacht sind, so unterscheiden Einige die städtischen Sclaven [von den übrigen] nicht nach dem Ort, sondern nach der Arbeit, so dass sie, wenn sie sich gleich auf ländlichen Grundstücken befänden, gleichwohl, wenn sie keine landwirthschaftliche Arbeit verrichteten, städtische zu sein schienen. Man muss aber sagen, dass unter städtischen diejenigen zu verstehen sind, welche der Hausvater unter die städtischen zu rechnen pflegte; was vorzüglich aus den Verzeichnissen des Gesindes, desgleichen aus den Nahrungsmitteln erkannt werden kann. 1Ob die Jäger und Vogelsteller unter den städtischen, oder ländlichen [Sclaven] begriffen werden, kann gezweifelt werden; aber man muss sagen, wo der Hausvater sich aufhielt, und sie ernährte, dahin müssen sie gerechnet werden. 2Die Mauleseltreiber gehören zur städtischen Bedienung, ausser wenn der Testator sie zu einer Landarbeit bestimmt hatte. 4Wenn die Sclaven, welche Sänftenträger sind, vermacht sind, so wird, wenn einer zugleich Sänftenträger und Koch sein sollte, [derselbe] zu dem Vermächtniss hinzukommen. 5Wenn dem Einen die Haussclaven, einen Andern die Läufer vermacht sind, so werden, wenn einige sowohl Haussclaven, als Läufer sein sollten, [dieselben] zu den Läufern gehören; denn alle Mal geht die Art der Gattung vor. Wenn beide zu der Art oder zu der Gattung gehören, so werden sie gewöhnlich gemeinschaftlich werden.

100Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. ‘He­res meus dam­nas es­to Lu­cio Ti­tio Sti­chum ser­vum meum red­de­re’ vel ita: ‘il­lum ser­vum meum il­li red­di­to’. Cas­cel­lius ait de­be­ri ne­que id La­beo im­pro­bat, quia qui red­de­re iu­be­tur, si­mul et da­re iu­be­tur. 1Duae sta­tuae mar­mo­reae cui­dam no­mi­na­tim, item om­ne mar­mor erat le­ga­tum: nul­lam sta­tuam mar­mo­ream prae­ter duas Cas­cel­lius pu­tat de­be­ri: Ofi­lius Tre­ba­tius con­tra. La­beo Cas­cel­lii sen­ten­tiam pro­bat, quod ve­rum pu­to, quia duas sta­tuas le­gan­do pot­est vi­de­ri non pu­tas­se in mar­mo­re se sta­tuas le­ga­re. 2‘Uxo­ri meae ves­tem, mun­dum mu­lie­brem, or­na­men­ta om­nia, au­rum ar­gen­tum quod eius cau­sa fac­tum pa­ra­tum­que es­set om­ne do le­go’. Tre­ba­tius haec ver­ba ‘quod eius cau­sa fac­tum pa­ra­tum­que est’, ad au­rum et ar­gen­tum dum­ta­xat re­fer­ri pu­tat, Pro­cu­lus ad om­nia, quod et ve­rum est. 3Cui Co­rin­thia va­sa le­ga­ta es­sent, ἐν βάσεις quo­que eo­rum va­so­rum col­lo­can­do­rum cau­sa pa­ra­tas de­be­ri Tre­ba­tius re­spon­dit. La­beo au­tem id non pro­bat, si eas βάσεις tes­ta­tor nu­me­ro va­so­rum ha­buit. Pro­cu­lus ve­ro rec­te ait, si ae­neae qui­dem sint, non au­tem Co­rin­thiae, non de­be­ri. 4Cui tes­tu­di­nea le­ga­ta es­sent, ei lec­tos tes­tu­di­neos pe­di­bus in­ar­gen­ta­tos de­be­ri La­beo Tre­ba­tius re­spon­de­runt, quod ve­rum est.

100Javolen. lib. II. ex Poster. Lab. Mein Erbe soll verurtheilt sein, dem Lucius Titius den Stichus, meinen Sclaven, zurückzugeben, oder so: er soll jenen meinen Sclaven Jenem zurückgeben; Cascellius sagt, dass er gegeben werden müsse; auch Labeo missbilligt dies nicht, weil dem, welchem zurückzugeben befohlen wird, auch zugleich zu geben befohlen wird. 1Zwei marmorne Bildsäulen waren Jemandem namentlich, desgleichen aller Marmor vermacht; Cascellius glaubt, dass keine marmorne Bildsäule weiter, ausser zweien, gebühre; Ofilius und Trebatius [glauben] das Gegentheil; Labeo billigt die Meinung des Cascellius, und das halte ich für wahr, weil man daraus, dass [der Testator] zwei Bildsäulen vermachte, ersehen kann, dass er nicht der Meinung gewesen, unter dem Marmor die Bildsäulen zu vermachen. 2Meiner Ehefrau gebe und vermache ich die Kleidung, den weiblichen Putz, allen Schmuck, alles Gold und Silber, was um ihretwillen gearbeitet und angeschafft worden ist; Trebatius glaubt, dass diese Worte: was um ihretwillen gearbeitet und angeschafft worden ist, sich nur auf das Gold und Silber beziehen, Proculus auf Alles, und dies ist auch wahr. 3Trebatius hat das Gutachten ertheilt, dass dem, welchem Corinthische Vasen vermacht wären, auch die zur Aufstellung dieser Vasen angeschafften Unterlagen gebühren. Labeo aber billigt das nicht, wenn der Testator jene Unterlagen zu den Vasen gezählt hat; Proculus aber sagt richtig, dass sie, wenn sie von Erz, nicht aber Corinthische seien, nicht gebühren.

101Scae­vo­la li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Qui ha­be­bat in pro­vin­cia, ex qua ori­un­dus erat, pro­pria prae­dia et alia pig­no­ri si­bi da­ta ob de­bi­ta, co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘τῇ γλυκυτάτῃ μου πατρίδι βούλομαι εἰς τὰ μέρη αὐτῆς δοθῆναι ἀφορίζω αὐτῇ χωρία πάντα, ὅσα ἐν Συρίᾳ κέκτημαι, σὺν πᾶσιν τοῖς ἐνοῦσιν βοσκήμασιν δούλοις καρποῖς ἀποθέτοις κατασκευαῖς πάσαισ’. quae­si­tum est, an et­iam prae­dia, quae pig­no­ri ha­buit tes­ta­tor, pa­triae suae re­li­quis­se vi­dea­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non vi­de­ri re­lic­ta, si mo­do in pro­prium pa­tri­mo­nium (quod fe­re ces­san­te de­bi­to­re fit) non sint red­ac­ta. 1‘Pe­to fun­dum meum ita, uti est, alum­nae meae da­ri’. quae­si­tum est, an fun­do et re­li­qua co­lo­no­rum et man­ci­pia, si qua mor­tis tem­po­re in eo fun­do fue­rint, de­bean­tur. re­spon­dit re­li­qua qui­dem co­lo­no­rum non es­se le­ga­ta, ce­te­ra ve­ro vi­de­ri il­lis ver­bis ‘ita uti est’ da­ta.

101Scaev. lib. XVI. Digest. Jemand, der in der Provinz, aus welcher er herstammte, eigenthümliche Grundstücke und andere ihm wegen Schulden zum Pfand gegebene hatte, hat in einem Codicill so geschrieben: Ich will, dass meiner geliebten Vaterstadt auf ihren Theil gegeben werden sollen, [und] ich weise derselben an alle Grundstücke, welche ich nur immer in Syrien besitze, mit allem darauf befindlichen Vieh, allen Sclaven, allen Früchten, allem Aufbewahrten, aller Ausrüstung; man hat gefragt, ob der Testator auch die Grundstücke, welche er zum Pfande gehabt hat, seiner Vaterstadt hinterlassen zu haben scheine. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss schienen sie nicht hinterlassen zu sein, wenn sie nur nicht unter das eigene Vermögen gebracht worden sind, was etwa dann geschieht, wenn der Schuldner säumig ist. 1Ich bitte dich, mein Landgut so, wie es ist, meiner Pflegetochter zu geben; man hat gefragt, ob zu dem Landgute auch noch der Rückstand der Pächter, und die Sclaven, welche etwa zur Todeszeit [des Erblassers] daselbst gewesen sind, gehören. Er hat das Gutachten ertheilt, der Rückstand der Pächter sei zwar nicht vermacht, das Uebrige aber scheine durch diese Worte: so, wie es ist, gegeben zu sein.

102Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. His ver­bis le­ga­vit: ‘uxo­ri meae la­te­ra­lia mea via­to­ria et quid­quid in his con­di­tum erit, quae mem­bra­nu­lis mea ma­nu scrip­tis con­ti­ne­bun­tur nec ea sint ex­ac­ta cum mo­riar, li­cet in ra­tio­nes meas trans­la­ta sint et cau­tio­nes ad ac­to­rem meum trans­tu­le­rim’. hic chi­ro­gra­pha de­bi­to­rum et pe­cu­niam, cum es­set pro­fec­tu­rus in ur­bem, in la­te­ra­li­bus con­di­dit et chi­ro­gra­phis ex­ac­tis quam pe­cu­nia ero­ga­ta re­ver­sus in pa­triam post bi­en­nium alia chi­ro­gra­pha prae­dio­rum, quae post­ea com­pa­ra­ve­rat, et pe­cu­niam in la­te­ra­lia con­di­dit. quae­si­tum est, an ea tan­tum vi­dea­tur no­mi­na ei le­gas­se, quae post­ea re­ver­sus in is­dem11Die Großausgabe liest his­dem statt is­dem. la­te­ra­li­bus con­di­dit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non de­be­ri quae mor­tis tem­po­re in his la­te­ra­li­bus es­sent et mem­bra­nis ma­nu eius scrip­tis con­ti­ne­ren­tur. idem quae­siit, an, cum emp­tio­nes prae­dio­rum in is­dem22Die Großausgabe liest his­dem statt is­dem. la­te­ra­li­bus con­di­de­rat, prae­dia quo­que le­ga­to ce­dant. re­spon­dit non qui­dem ma­ni­fes­te ap­pa­re­re, quid de prae­diis sen­sis­set, ve­rum si ea men­te emp­tio­nes ibi ha­be­ret, ut his le­ga­ta­riae da­tis pro­prie­tas prae­dio­rum prae­sta­re­tur, pos­se de­fen­di prae­dia quo­que de­be­ri. 1Pa­ter fa­mi­lias ita le­ga­vit: ‘lan­ces nu­me­ro duas le­ves, quas de sigil­la­ri­bus emi, da­ri vo­lo’: is de sigil­la­ri­bus le­ves qui­dem non eme­rat, lan­ces au­tem emp­tas ha­be­bat, et dic­ta­ve­rat tes­ta­men­tum an­te tri­duum quam mo­re­re­tur: quae­si­tum est, an hae lan­ces, quas emp­tas de sigil­la­ri­bus ha­buit, le­ga­to ce­de­rent, cum nul­las alias de sigil­la­ri­bus eme­rit nec le­ga­ve­rit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur de­be­ri eas, quas de sigil­la­ri­bus emis­set. 2Alum­no prae­ce­pit mi­li­tiam his ver­bis: ‘Sem­pro­nio alum­no meo il­lud et il­lud: et, cum per ae­ta­tem li­ce­bit, mi­li­tiam il­lam cum in­tro­itu com­pa­ra­ri vo­lo: huic quo­que om­nia in­te­gra’. quae­si­tum est, si Sem­pro­nius eam mi­li­tiam si­bi com­pa­ra­ve­rit, an pre­tium eius, sed et id, quod pro in­tro­itu ero­ga­ri so­let, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ab he­redi­bus con­se­qui pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur pos­se. 3Idem tes­ta­tor li­ber­to mi­li­tiam his ver­bis le­ga­vit: ‘Se­io li­ber­to meo mi­li­tiam do le­go il­lam’, quam mi­li­tiam et tes­ta­tor ha­buit: quae­si­tum est, an one­ra om­nia et in­tro­itus mi­li­tiae ab he­rede sint dan­da. re­spon­dit dan­da.

102Idem lib. XVII. Digest. [Jemand] hat mit diesen Worten vermacht: meiner Ehefrau [vermache ich] meine Reisetasche und Alles, was in derselben aufbewahrt sein wird, was in dem mit meiner Hand beschriebenen Journal5454Membranulae entspricht unserm Strazze, Westphal, a. a. O. S. 497. enthalten sein wird, und nicht eingeklagt ist, wenn ich sterben werde, wenn gleich es in meine Rechnungen eingetragen ist, und ich die Schuldscheine meinem Geschäftsführer übergeben habe; dieser hat, als er in die Stadt reisen wollte, die Scheine seiner Schuldner und Geld in der Reisetasche aufbewahrt; und nachdem sowohl die Schuldscheine eingeklagt worden, als auch das Geld ausgegeben war, ist er nach zwei Jahren in seine Vaterstadt zurückgekehrt, und hat andere Schuldscheine über Grundstücke, welche er nachher erworben hatte, und Geld in der Reisetasche aufbewahrt; man hat gefragt, ob er ihr auch5555Adeo, s. Westphal a. a. O. die Forderungen vermacht zu haben scheine, welche er nachher, als er zurückgekehrt war, in der Reisetasche aufbewahrt hat. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss gebühre das nicht, was sich zur Todeszeit5656Das will sagen, es kommt nur das in Betracht, was sich zur Zeit der Testamentserrichtung darin befand, und nicht zur Todeszeit. in dieser Reisetasche befände und in den mit seiner Hand beschriebenen Pergamenttafeln enthalten wäre. Derselbe hat gefragt, ob, da er in eben derselben Reisetasche auch Kaufurkunden über Grundstücke aufbewahrt hatte, auch die Grundstücke zum Vermächtniss gehören. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es erhelle zwar nicht deutlich, was er in Betreff der Grundstücke im Sinne gehabt hätte, aber wenn er die Kaufurkunden daselbst in der Absicht gehabt hätte, damit, nachdem sie der Vermächtnissinhaberin gegeben worden wären, [ihr] das Eigenthum an den Grundstücken übergeben würde, so könne man es vertheidigen, dass ihr auch die Grundstücke gebühren. 1Ein Hausvater hat so vermacht: ich will, dass leichte Schüsseln, an der Zahl zwei, welche ich auf dem Silbermarkt gekauft habe, gegeben werden sollen; derselbe hatte auf dem Silbermarkt zwar keine leichten [Schüsseln] gekauft, aber er hatte doch Schüsseln gekauft, und hatte sein Testament drei Tage, ehe er starb, dictirt; man hat gefragt, ob die Schüsseln, welche er auf dem Silbermarkt gekauft hat, Gegenstand des Vermächtnisses sein würden, da er keine anderen auf dem Silbermarkt gekauft, auch nicht vermacht hat. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass den angeführten Umständen gemäss diejenigen geleistet werden müssten, welche er auf dem Silbermarkt gekauft hätte. 2[Jemand] hat seinem Pflegesohn eine einträgliche Stelle mit diesen Worten vermacht: dem Sempronius, meinem Pflegesohn [vermache ich] dies und jenes; und ich will, dass ihm, wenn es sein Alter erlauben wird, jene einträgliche Stelle mit dem Eintritt [in dieselbe] angeschafft werde; auch diesem [soll] Alles ungeschmälert [geleistet werden]; man hat gefragt, ob, wenn Sempronius sich jene einträgliche Stelle angeschafft habe, er den Werth derselben, aber auch das, was für den Eintritt ausgegeben zu werden pflegt, aus dem Grunde des Fideicommisses von den Erben erlangen könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er es den angeführten Umständen gemäss könne. 3Desgleichen hat ein Testator seinem Freigelassenen eine einträgliche Stelle mit diesen Worten vermacht: ich gebe und vermache dem Sejus, meinem Freigelassenen, jene einträgliche Stelle, welche Stelle auch der Testator gehabt hat; man hat gefragt, ob alle Lasten, auch die des Eintritts in die Stelle, von dem Erben zu leisten seien. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie zu leisten seien.

103Scae­vo­la li­bro sin­gu­la­ri quaes­tio­num pu­bli­ce trac­ta­ta­rum. Si pa­ter ex­he­redato fi­lio sub­sti­tuit he­redem ex­tra­neum, de­in­de il­le ex­tra­neus hunc fi­lium he­redem in­sti­tuit et he­res fac­tus in­tra pu­ber­ta­tem de­ce­dat, pu­to a sub­sti­tu­to ei fi­lio om­ni­no le­ga­ta prae­sta­ri non de­be­ri, quia non di­rec­to, sed per suc­ces­sio­nem ad fi­lium he­redi­tas pa­tris per­ve­nit. 1Plus ego in fra­tre, qui, cum he­res ex­sti­tis­set pa­tri, ex­he­redatum fra­trem he­redem in­sti­tuit, ac­ce­pi sub­sti­tu­tum eius le­ga­tum non de­be­re ac ne qui­dem si in­tes­ta­to fra­tri suc­ces­se­rit, quia non prin­ci­pa­li­ter, sed per suc­ces­sio­nem bo­na fra­tris ad eum per­ve­ne­runt. 2Si fi­lius ex un­cia he­res in­sti­tu­tus sit et ab eo le­ga­ta da­ta sint, ha­beat et sub­sti­tu­tum, de­in­de com­mis­so edic­to per alium fi­lium ac­ce­pit par­tis di­mi­diae bo­no­rum pos­ses­sio­nem: sub­sti­tu­tus eius utrum ex un­cia le­ga­ta prae­stat an ve­ro ex sem­is­se? et ve­rius est ex sem­is­se sed ex un­cia om­ni­bus ex re­li­quis li­be­ris et pa­ren­ti­bus. 3Con­tra quo­que si ex do­dran­te in­sti­tu­tus com­mis­so edic­to sem­is­sem ac­ce­pe­rit bo­no­rum pos­ses­sio­nem, ex sem­is­se tan­tum le­ga­ta sub­sti­tu­tus de­be­bit: quo mo­do enim au­gen­tur ubi am­plius est in bo­no­rum pos­ses­sio­ne, sic et ubi mi­nus est, de­du­ci­tur.

103Idem lib. sing. Quaest. publ. tract. Ad Dig. 32,103 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 559, Note 29.Wenn ein Vater seinem enterbten Sohne einen Fremden substituirt5757Cujac. Observ. II. c. 32. schlägt statt substituit vor: instituit, so dass der Vater einen Anderen zum Erben eingesetzt hätte, als den, welchen er dem Sohn substituirte, und diese Verbesserung ist nothwendig, wenn die Stelle Sinn haben soll., sodann jener Fremde diesen Sohn zum Erben eingesetzt hat, und [der letztere], nachdem er Erbe geworden, vor der Mündigkeit sterben sollte, so glaube ich, dass von dem, welcher jenen Sohn substituirt ist, die [vom Vater ausgesetzten] Vermächtnisse nicht geleistet zu werden brauchen, weil die Erbschaft des Vaters an den Sohn nicht unmittelbar, sondern durch Nachfolge gekommen ist. 1Ferner habe ich in Betreff eines Bruders, der, als er Erbe geworden war, seinen enterbten Bruder zum Erben eingesetzt lhat, gehört, dass der Substitut des [letzteren], kein Vermächtniss zu leisten brauche, auch nicht einmal wenn er (der enterbte Brüder) dem Bruder ohne Testament nachgefolgt wäre, weil das Vermögen des Bruders5858Cujac. l. l. liest patris statt fratris, da es hier vorzüglich auf die väterliche Erbschaft ankommt. an ihn nicht unmittelbar, sondern durch Nachfolge gekommen ist. 2Wenn ein Sohn [von seinem Vater] auf ein Zwölftel zum Erben eingesetzt worden, und demselben Vermächtnisse aufgelegt sein, er auch einen Substituten haben sollte, sodann, nachdem durch einen anderen Sohn das Edict Platz ergriffen5959Commisso Edicto, d. h. nachdem der andere Sohn durch die bonorum possessio contra tabulas das Testament umgestossen hat. Uebrigens vergleiche man mit dieser Stelle L. 38. D. de vulg. et pup. subst. 28. 6., und über dieselbe Cujac. l. l. III. c. 9, welcher namentlich die letzten Worte für die Erfindung eines ignarus et ineptus interpres hält., den Nachlassbesitz der Hälfte erhalten hat, ob dann wohl der Substitut desselben die Vermächtnisse zu einem Zwölftel, oder aber zur Hälfte leistet? Und es ist richtiger, zur Hälfte; aber zu einem Zwölftel Allen, zu den andern Theilen (zur Hälfte) den Kindern und Eltern. 3Umgekehrt wird auch, wenn ein auf drei Viertel Eiugesetzter, nachdem das Edict Platz ergriffen hat, den halben Nachlassbesitz erhalten haben sollte, der Substitut die Vermächtnisse nur zur Hälfte leisten müssen; denn eben so wie sie vermehrt werden, wenn in dem Nachlassbesitz mehr enthalten, so findet auch eine Verminderung Statt, wo weniger darin enthalten ist.