Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 34 übersetzt von Sintenis
Dig. XXXIV1,
De alimentis vel cibariis legatis
tom. 2, folio 66Liber trigesimus quartus
I.

De alimentis vel cibariis legatis

(Von dem Vermächtniss von Alimenten1 oder Nahrungsmitteln.)

1Alimenta muss und kann beibehalten werden, denn man versteht darunter auch Kleidung, Wohnung und allen Lebensbedarf; Nahrungsmittel (cibaria) hingegen sind nur als Speisen zu verstehen (s. Brisson h. v. auch unten l. 6.). Das erstere wird zuweilen gleichbedeutend mit dem letzteren gebraucht (s. Voet ad leg. 1. huj. tit.)

1Ul­pia­nus li­bro quin­to de om­ni­bus tri­bu­na­li­bus. Si ali­men­ta fue­rint le­ga­ta, di­ci pot­est et­iam aquam le­ga­to in­es­se, si in ea re­gio­ne fue­rint le­ga­ta, ubi ve­num­da­ri aqua so­let.

1Ulp. lib. V. de omn. trib. Wenn ein Vermächtniss von Alimenten errichtet worden ist, so lässt sich, wenn dies in einer Gegend geschehen, wo das Wasser verkauft zu werden pflegt, behaupten, dass darin auch das Wasser begriffen sei.

2Mar­cia­nus li­bro oc­ta­vo in­sti­tu­tio­num. Si quis li­ber­tis ali­men­ta re­li­que­rit, et si le­ga­ti fue­rint ser­vi et ro­ga­ti le­ga­ta­rii ma­nu­mit­te­re, ad fi­dei­com­mis­sum ad­mit­tun­tur, ut et di­vi quo­que Se­ve­rus et An­to­ni­nus re­scrip­se­runt. 1Et li­cet ad fis­cum bo­na fue­rint de­vo­lu­ta, ex qui­bus ali­men­ta de­bean­tur, prae­stan­da sunt, sic­uti si ad quem­li­bet suc­ces­so­rem trans­is­sent.

2Marcian. lib. VIII. Institut. Wenn Jemand seinen Freigelassenen Alimente letztwillig ausgesetzt, so werden auch seine Sclaven, die er vermacht, dabei aber die Vermächtnissinhaber ersucht hat, dieselben freizulassen, zum Genuss des Fideicommisses zugelassen; dies haben auch die Kaiser Severus und Antoninus verordnet. 1Die Alimente müssen sogar dann entrichtet werden, wenn der Nachlass, woraus dieselben verabreicht werden sollen, dem Fiscus anheimgefallen ist, wie wenn er an irgend einen andern Nachfolger gefallen wäre.

3Ul­pia­nus li­bro se­cun­do de of­fi­cio con­su­lis. So­lent iu­di­ces ex cau­sa ali­men­to­rum li­ber­tos di­vi­de­re, quo­tiens plu­res sunt he­redes, ne a sin­gu­lis he­redi­bus mi­nu­ta­tim ali­men­ta pe­ten­tes di­strin­gan­tur: quam di­vi­sio­nem per­in­de tue­ri opor­tet at­que si pa­ter fa­mi­lias ip­se li­ber­tos di­vi­sis­set. so­lent et unum eli­ge­re, per quem ali­men­ta prae­sten­tur, aut ex vo­lun­ta­te de­func­ti aut ar­bi­trio suo, ut re­scrip­ta sub­iec­ta os­ten­dunt: ‘Ex­em­plum li­bel­li da­ti mi­hi a li­ber­tis si­lii mi­si vo­bis, sciens ad ex­em­plum is­tam rem per­ti­ne­re, quia mul­ti tes­ta­men­tis suis prae­sta­ri li­ber­tis iu­bent ne­ces­sa­ria, quae quia mi­ni­mi ae­ris sunt, ad ni­hi­lum per­du­cun­tur, cum plu­res he­redes coe­pe­runt per suc­ces­sio­nes ex­is­te­re. qua de cau­sa pu­to vos rec­te fac­tu­ros, si con­vo­ca­tis Fa­vil­lae he­redi­bus pro­cu­ra­to­ri­bus­ve eo­rum con­sti­tue­ri­tis, cui a ce­te­ris da­ri de­beat pe­cu­nia, ex cu­ius usu­ris ali­men­ta prae­sten­tur. de­be­bit au­tem is qui ac­ci­piet ca­ve­re eis qui da­bunt red­di­tu­rum se, ut quis­que ex li­ber­tis de­ces­se­rit alio­ve quo mo­do in ci­vi­ta­te es­se de­sie­rit, tan­tum ex sor­te, quan­tum ef­fi­ciet pro por­tio­ne com­pu­ta­tio’. di­vus Pius Ru­brio cui­dam Te­les­pho­ro re­scrip­sit: ‘Con­su­les vo­ca­tis his, a qui­bus vo­bis ali­men­ta de­be­ri ex cau­sa fi­dei­com­mis­si con­sti­te­rit, vel om­nes ab uno vel fac­ta pro ra­ta dis­tri­bu­tio­ne quis et a qui­bus per­ci­pia­tis, de­cer­nent. fis­cus enim, si eo no­mi­ne quid ab eo vo­bis de­be­re­tur, ex­em­plum se­que­tur. iam nunc scia­tis par­tes eo­rum, qui sol­ven­do es­se de­sie­rint, non per­ti­ne­re ad onus re­li­quo­rum he­redum’.

3Ulp. lib. II. de off. Cons. Die Richter in Alimentensachen pflegen in Ansehung der Freigelassenen, wenn mehrere Erben vorhanden sind, eine Vertheilung zu treffen, damit sie nicht, wenn sie die Alimente von jedem einzelnen Erben theilweise fordern, so sehr vereinzelt werden. Diese Eintheilung muss alsdann dergestalt aufrecht erhalten werden, wie wenn sie der Hausvater selbst getroffen hätte. Es wird auch wohl Einer ausersehen, der die Verabreichung der Alimente übernimmt, entweder nach dem Willen des Testators selbst, oder nach ihrem [, der Richter,] Ermessen, wie die folgenden Rescripte beweisen: Ich habe Euch eine Abschrift des von den Freigelassenen des Silius an mich gerichteten Antrags mitgetheilt, indem mir wohlbekannt ist, dass dies auf eine Art von Strafe hinausläuft, weil mancher in seinem Testamente die Verabreichung des nöthigen Bedarfs an seine Freigelassenen befiehlt, welcher am Ende, wenn der Erbfolge nach mehrere Erben auftreten, wegen seines an sich schon unbedeutenden Betrags, auf Nichts reducirt wird; Ihr werdet daher, meine ich, recht daran thun, wenn Ihr, nach vorheriger Zusammenberufung der Erben der Favilla und deren Geschäftsbesorger, darüber eine feste Bestimmung treffet, wem von den Uebrigen das Geld behändigt werde, um von dessen Zinsen die Alimente zu verabreichen. Dagegen wird aber derjenige, der es in Empfang nimmt, denen, die es zahlen, Sicherheit bestellen müssen, sowie einer von den Freigelassenen mit Tode abgehen, oder auf irgend eine Weise aufhören sollte, sich im Staate zu befinden, soviel vom Capital zurückzahlen zu wollen, als es nach Maassgabe der Berechnung auf deren Antheil austragen würde. Der Kaiser Pius rescribirte an einen gewissen Rubrius Telesphorus: es werden die Consulen, nach vorheriger Zusammenberufung Derjenigen, die Euch auf den Grund eines Fideicommisses Alimente zu entrichten haben, bestimmen, wer und von wem Ihr sie in Empfang nehmen sollet, mag nun Alle von Einem, oder zufolge getroffener Vertheilung nach Antheilen; auch wird sich der Fiscus, wenn Euch derselbe zu etwas der Art verpflichtet sein sollte, hiernach richten. Die Antheile Derer, welche zahlungsunfähig geworden sind, die sollen jedoch, wie Euch hiermit gesagt sein möge, schon jetzt den übrigen Erben nicht zur Last fallen.

4Mo­des­ti­nus li­bro de­ci­mo re­spon­so­rum. Τοῖς τε ἀπελευθέροις ταῖς τε ἀπελευθέραις μου, οὓς ζῶσα ἔν τε τῇ διαθήκῃ ἔν τε τῷ κωδικίλλῳ ἠλευθέρωσα ἢ ἐλευθερώσω, δοθῆναι βούλομαι τὰ ἐν Χίοις μου χωρία, ἐπὶ τῷ καὶ ὅσα ζώσης μου ἐλάμβανον στοιχεῖσθαι αὐτοῖς κιβαρίου καὶ βεστιαρίου ὀνόματι. quae­ro, quam ha­beant sig­ni­fi­ca­tio­nem, utrum ut ex prae­diis ali­men­ta ip­si ca­piant an ve­ro ut prae­ter prae­dia et ci­ba­ria et ves­tia­ria ab he­rede per­ci­piant? et utrum pro­prie­tas an usus fruc­tus re­lic­tus est? et si pro­prie­tas re­lic­ta sit, ali­quid ta­men su­per­fluum in­ve­nia­tur in red­iti­bus, quam est in quan­ti­ta­te ci­ba­rio­rum et ves­tia­rio­rum, an ad he­redem pa­tro­nae per­ti­net? et si mor­tui ali­qui ex li­ber­tis sint, an pars eo­rum ad fi­dei­com­mis­sa­rios su­per­sti­tes per­ti­net? et an die ce­den­te fi­dei­com­mis­si mo­rien­tium li­ber­to­rum por­tio­nes ad he­redes eo­rum an tes­ta­to­ris de­cur­rant? Mo­des­ti­nus re­spon­dit: vi­den­tur mi­hi ip­sa prae­dia es­se li­ber­tis re­lic­ta, ut ple­no do­mi­nio haec ha­beant et non per so­lum usum fruc­tum et id­eo et si quid su­per­fluum in red­iti­bus quam in ci­ba­riis erit, hoc ad li­ber­tos per­ti­neat. sed et si de­ces­se­rit fi­dei­com­mis­sa­rius an­te |tom. 2, folio 66’| diem fi­dei­com­mis­si ce­den­tem, pars eius ad ce­te­ros fi­dei­com­mis­sa­rios per­ti­net: post diem au­tem ce­den­tem si qui mor­tui sint, ad suos he­redes haec trans­mit­tent. 1Lu­cius Ti­tius tes­ta­men­to suo li­ber­tis li­ber­ta­bus­que ci­ba­ria et ves­tia­ria a li­be­ris suis eis­dem­que he­redi­bus prae­sta­ri ius­sit nul­la con­di­cio­ne ad­di­ta: quae­ro, an, si si­ne pa­tro­ni li­be­ris idem li­ber­ti agant, ci­ba­ria et ves­tia­ria ac­ci­pe­re pos­sint. Mo­des­ti­nus re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, prop­ter quod pe­ti­tio eo­rum, quae tes­ta­men­to pu­re le­ga­ta sunt, non com­pe­tat.

4Modestin. lib. X. Resp. Ich verordne hiermit, dass meinen Freigelassenen männlichen und weiblichen Geschlechts, denen ich schon bei meinen Lebzeiten in meinem Testamente oder in einem Codicill die Freiheit ertheilt habe, oder noch ertheilen werde, diejenigen Grundstücke, welche ich auf der Insel Chios besitze, überlassen werden sollen, dergestalt, dass sie ihnen zu Dem22ἐπὶ τᾷ, der Doppelsinn lässt sich nicht deutlicher wiedergeben., was sie bei meinen Lebzeiten von mir empfangen haben, als Nahrungsmitteln und Kleidung angewiesen sein sollen. Ich frage, wie dies zu verstehen ist, ob so, dass sie aus den Grundstücken selbst die Alimente für sich ziehen, oder ausser den Grundstücken noch Nahrung und Kleidung vom Erben erhalten sollen? und ob ihnen der Niessbrauch oder die Eigenheit [auch] hinterlassen worden ist? ferner, ob, wenn ihnen die Eigenheit hinterlassen worden, und sich, gegen den Bedarf zu Nahrung und Kleidung gehalten, aus den Einkünften ein Ueberschuss ergibt, dieser dem Erben der Freilasserin gebühre; ob, wenn einige der Freigelassenen gestorben sind, deren Theil an die überlebenden Fideicommissinhaber fällt, und ob, wenn das Fideicommiss fällig geworden, die Antheile der mit Tode abgegangenen Freigelassenen an ihre Erben oder die des Testators fallen? Modestinus hat geantwortet: meiner Ansicht nach sind die Grundstücke selbst den Freigelassenen als hinterlassen zu betrachten, so dass sie dieselben mit vollem Eigenthumsrechte und nicht blos niessbrauchsweise besitzen; wenn sich daher aus den Einkünften gegen den Nahrungsbedarf ein Ueberschuss ergibt, so gehört derselbe den Freigelassenen. Wenn mithin ein Fideicommissinhaber vor dem Eintritt des Fideicommisses mit Tode abgegangen ist, so fällt sein Antheil an die übrigen Mitinhaber; wenn aber welche nach dessen Eintritt gestorben sind, so übertragen sie ihre Antheile auf ihre Erben. 1Lucius Titius befahl in seinem Testamente seinen Kindern als Erben, seinen Freigelassenen männlichen und weiblichen Geschlechts Nahrungs- und Kleidungsbedarf zu verabreichen, ohne eine Bedingung hinzuzusetzen. Können, frage ich, diese Freigelassenen, auch wenn sie sich nicht bei des Freilassers Kindern aufhalten33Si sine liberis agant, i. e. sorsim habitent, s. Radulphi Fornerii Rer. Quotid. Lib. V. Cap. 8. (T. O. II. p. 262.), Nahrungs- und Kleidungsbedarf erlangen? Modestinus hat geantwortet: es liege kein Grund vor, warum die Forderung dessen, was in einem Testamente unbedingt vermacht worden sei, nicht Statt haben solle.

5Idem li­bro un­de­ci­mo re­spon­so­rum. Ver­ba tes­ta­men­ti: ‘om­ni­bus li­ber­tis nos­tris ci­ba­ria prae­sta­bi­tis pro ar­bi­trio ves­tro, non igno­ran­tes, quot ex his ca­ros ha­bue­rim’. item alio lo­co: ‘Pro­thy­mum Po­ly­chro­nium Hy­pa­tium com­men­do: ut et vo­bis­cum sint et ci­ba­ria prae­ste­tis, pe­to’. quae­ro, an om­ni­bus ci­ba­ria de­bent da­ri an his quos com­men­da­vit et cum he­redi­bus es­se ius­sit? Mo­des­ti­nus re­spon­dit om­ni­bus li­ber­tis ci­ba­ria re­lic­ta pro­po­ni, quo­rum mo­dum vi­ri bo­ni ar­bi­trio sta­tuen­dum es­se.

5Idem lib. XI. Resp. In einem Testamente hiess es so: Allen unsern Freigelassenen möget Ihr nach Euerem Ermessen Nahrungsbedarf verabreichen, indem Ihr wohl wisset, dass darunter mir sehr werthe und liebe sind; und an einem andern Orte: Ich empfehle Euch den Prothumus, den Polychronius, und Hypatius, und bitte Euch, sie bei Euch zu behalten, und ihnen Nahrungsmittel zu geben. Müssen hier Allen Nahrungsmittel verabreicht werden, oder blos denen, die er empfohlen und den Erben, bei sich zu bebalten, aufgegeben hat? Modestinus hat geantwortet: die Nahrungsmittel erscheinen als Allen hinterlassen, und es ist deren Quantität nach dem Ermessen eines rechtlichen Mannes zu bestimmen.

6Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex Cas­sio. Le­ga­tis ali­men­tis ci­ba­ria et ves­ti­tus et ha­bi­ta­tio de­be­bi­tur, quia si­ne his ali cor­pus non pot­est: ce­te­ra quae ad dis­ci­pli­nam per­ti­nent le­ga­to non con­ti­nen­tur,

6Javolen. lib. II. ex Cassio. Wenn Alimente vermacht worden sind, so ist darunter Nahrung, Kleidung und Wohnung begriffen, weil ohne dies der Körper nicht ernährt werden kann; etwas Weiteres, was zum Unterricht in irgend einer Kunst oder Wissenschaft gehört, ist in dem Vermächtniss nicht begriffen;

7Pau­lus li­bro quar­to de­ci­mo re­spon­so­rum. ni­si aliud tes­ta­to­rem sen­sis­se pro­be­tur.

7Paul. lib. XIV. Resp. es müsste denn erwiesen werden, dass der Testator etwas Anderes gemeint habe.

8Pa­pi­nia­nus li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum. Pe­cu­niae sor­tem ali­men­tis li­ber­to­rum de­sti­na­tam unum ex he­redi­bus se­cun­dum vo­lun­ta­tem de­func­ti prae­ci­pien­tem ca­ve­re non es­se co­gen­dum ex per­so­na de­fi­cien­tium par­tes co­he­redi­bus re­sti­tui pla­cuit: ob eam igi­tur spe­ciem post mor­tem om­nium li­ber­to­rum in­de­bi­ti non com­pe­tit ac­tio nec uti­lis da­bi­tur. di­ver­sa cau­sa est eius, cui le­ga­to­rum di­vi­sio man­da­tur: nam ea res prae­sen­tem ac mo­men­ta­riam cu­ram in­iun­git, ali­men­to­rum ve­ro prae­ben­do­rum ne­ces­si­tas one­ri­bus mens­truis at­que an­nuis ve­re­cun­diam quo­que pul­san­ti­bus ad­strin­gi­tur.

8Papin. lib. VII. Resp. Wenn einer von mehreren Erben die zu Alimenten für Freigelassene ausgesetzte Geldsumme dem Willen des Erblassers gemäss zum Voraus erbalten hat, so kann er, nach allgemeiner Annahme, nicht angehalten werden, in Betreff der Rückerstattung der Antheile für die Personen der wegfallenden [Freigelassenen] an seine Miterben Sicherheit zu bestellen. Es findet mithin in Ansehung dieses Punctes nach dem Tode aller Freigelassenen keine Klage wegen einer Nichtschuld Statt; auch wird keine analoge ertheilt. Anders ist der daran, dem die Vertheilung von Vermächtnissen aufgetragen worden ist; denn dieser Umstand erlegt blos eine gegenwärtige und für den Augenblick Statt findende Besorgung auf; allein die Nothwendigkeit zur Verabreichung von Alimenten ist an monatliche und jährliche Leistungen gebunden, die auch das Ehrgefühl44S. die Note bei Gothofredus. anreizen.

9Idem li­bro oc­ta­vo re­spon­so­rum. Alio he­rede in­sti­tu­to ita scrip­sit: ‘a te pe­to, Gai Sei, quid­quid ex he­redi­ta­te mea red­ege­ris, il­lis alum­nis meis des sin­gu­lis de­nos au­reos ean­dem­que sum­mam pe­nes te es­se vo­lo, cu­ius ex in­cre­men­to eos ale­re te vo­lo: re­li­quum re­sti­tues Nu­me­rio con­li­ber­to nos­tro’. re­spon­di, quam­vis dis­tra­he­re bo­na Gaius Se­ius alio scrip­to he­rede non pos­sit, ta­men eum, alum­nis re­lic­tam pe­cu­niam ut ser­vet ac re­sti­tuat, in­tra Fal­ci­diam rec­te pe­ti­tu­rum: quod de su­per­fluo pro­ba­ri non pot­est. 1Eum quo­que li­ber­tum in­ter eos, qui­bus ci­ba­ria, item ves­tia­rium pa­tro­na, quae vi­va prae­sta­bat, re­li­quit, rec­te fi­dei­com­mis­sum pe­ti­tu­rum ex­is­ti­ma­vi, qui an­nuos vi­gin­ti au­reos et mens­truum fru­men­tum at­que vi­num ac­cep­ta­vit.

9Idem lib. VIII. Resp. Nachdem er einen Andern zum Erbén eingesetzt, hatte [der: Testator] folgendermaassen gesagt: ich bitte dich Cajus Sejus, was du von meinem Nachlass einziehen wirst, davon gieb jedem meiner [beiden] Zöglinge zehn Goldstücke; diese Summe sollst du nach meinem Willen an dir behalten, und von deren Zinsen jene ernähren; den Ueberrest sollst du unserm Mitfreigelassenen Numerius herausgeben. [Befragt über das hier vorwaltende Verhältniss,] habe ich mich so ausgesprochen: wenn auch Cajus Sejus, sobald ein Anderer zum Erben eingesetzt worden, zum Verkauf des Nachlasses nicht schreiten kann, so kann er doch das den Zöglingen hinterlassene Geld mit Recht verlangen, um es aufzubewahren und [beziehungsweise] herauszugeben, wobei freilich [von Seiten des Erben] die Falcidia zur Auwendung kommen [kann]. Von dem Ueberrest gilt dies aber nicht55Diese Stelle hat Schwierigkeiten, die einer Erläuterung bedürfen. Der Fall ist folgender; A macht ein Testament, setzt B zum Erben ein, vermacht dem C und D zwanzig Goldstücke in der Art, dass E die Verwaltung davon haben, ihnen die Zinsen zu Alimenten verabreichen und soweit dieselben zu letztern nicht daraufgehen, an F herausgegeben soll. E ist also Executor testi, oder wie die Glosse sagt: Commissarius. Die im Gesetz aufgeworfene Frage, ob E klagen könne, findet besonders darin ihren Grund, weil E gar kein eigenes Interesse hat; allein die Befugniss zum Klagen beruht in der causa favorabilis alimentorum. — Die Entscheidung lautet nun so: E kann allerdings wider B auf Herausgabe der zwanzig Goldstücke klagen, um den bestimmten Zweck damit zu erfüllen, allein er muss sich gefallen lassen, dass vorkommenden Falls B die Falcidia zur Anwendung bringt. — Die letzten Worte quod de superfluo probari non potest, muss man mit der Glosse von dem, was B auf die Falcidia innebehält, verstehen. Eine andere Erklärung scheint mir unmöglich. So versteht auch Wiel. Lect. IV. Cap. 32. diese Stelle von der Anwendung der Falcidia auf Alimente.. 1Unter denen, welchen die Freilasserin die Nahrungsmittel und Kleidung, welche sie ihnen bei ihren Lebzeiten verabreichte, hinterlassen hat, kann auch derjenige Freigelassene mit Recht auf das Fideicommiss, meiner Ansicht nach, Anspruch machen, der jährlich zwanzig Goldstücke und monatlich Getreide und Wein erhalten hat.

10Idem li­bro no­no re­spon­so­rum. Cum unus ex he­redi­bus cer­tam pe­cu­niam prae­ci­pe­re ius­sus es­set, de cu­ius sor­te li­ber­tis ali­men­ta prae­sta­ret, he­redem quo­que he­redis ad prae­cep­tio­nem ad­mit­ti pla­cuit. si ta­men plu­res he­redes he­res ha­be­ret, in­ten­tio­nem qui­dem de­func­ti pri­ma fa­cie re­fra­ga­ri, sed aliud pro­ba­ri non opor­te­re: quid enim, si ce­te­ros he­redes suos evi­ta­vit et quie­tam ac ve­re­cun­dam at­que et­iam ido­neam, li­ber­tis con­su­lens, do­mum se­qui ma­luit? et id­eo ab om­ni­bus he­redi­bus he­redis ali­men|tom. 2, folio 67|ta prae­sta­bun­tur. 1Ver­bis fi­dei­com­mis­si pu­re ma­nu­mis­so prae­ter­iti quo­que tem­po­ris ali­men­ta red­den­da sunt, quam­vis tar­dius li­ber­ta­tem re­ci­pe­ra­ve­rit nec he­res mo­ram li­ber­ta­ti fe­ce­rit: tunc enim ex­plo­ra­ri mo­ram opor­tet, cum de usu­ris fi­dei­com­mis­si quae­ri­tur, non de ip­sis fi­dei­com­mis­sis. 2Ali­men­tis vi­ri bo­ni ar­bi­tra­tu fi­liae re­lic­tis ab he­rede fi­lio pro mo­do le­ga­tae do­tis, quam so­lam pa­ter ex­he­redatae fi­liae nu­ben­ti da­ri vo­luit, at­que pro in­cre­men­tis ae­ta­tis eam ex­hi­ben­dam es­se re­spon­di, non pro vi­ri­bus he­redi­ta­tis.

10Idem lib. IX. Resp. Als einem von mehreren Erben geheissen worden war, eine bestimmte Summe Geldes zum Voraus zu nehmen, um von diesem Capital den Freigelassenen Alimente zu verabreichen, ward es für zulässig befunden, auch den Erben des Erben zu dieser Vorwegnahme zuzulassen. Hinterlässt der Erbe mehrere Erben, so ist zwar [alsdann] dem Anschein nach die Absicht des Erblassers vereitelt, allein das Gegentheil darf doch nicht Statt finden. Denn wenn nun derselbe seine übrigen Erben absichtlich [davon] ausgeschlossen, und aus Fürsorge für seine Freigelassenen lieber eine stille, tugendhafte und sich dazu eignende Familie hat vorziehen wollen? 1Einem nach den Worten des Fideicommisses unbedingt Freigelassenen müssen, auch wenn er erst später die Freiheit erhalten hat, die Alimente für die alsdann bereits verflossene Zeit auch verabreicht werden, selbst wenn der Verzug nicht vom Erben ausgegangen ist. Denn die Frage vom Verzug kann blos dann zur Erörterung gezogen werden; wenn es sich um die Zinsen des Fideicommisses handelt, und nicht um das Fideicommiss selbst. 2Als einer Tochter [von ihrem Vater] Alimente nach dem Ermessen eines rechtlichen Mannes hinterlassen worden waren, habe ich mich [, befragt über die Quantität,] dahin ausgesprochen, es richten sich hier die Alimente nach der Quantität der von dem, zum Erben eingesetzten, Sohn vermächtnissweise zu verabreichenden Mitgift, welche allein der Vater seiner enterbten Tochter auf den Fall ihrer Verheirathung ausgesetzt hatte, und nach den mit ihrem fortschreitenden Alter wachsenden Bedürfnissen, und nicht nach den Kräften des Nachlasses.

11Pau­lus li­bro de­ci­mo quaes­tio­num. Is, cui an­nua ali­men­ta re­lic­ta fue­rant, in me­tal­lum dam­na­tus in­dul­gen­tia prin­ci­pis re­sti­tu­tus est. re­spon­di eum et prae­ce­den­tium an­no­rum rec­te ce­pis­se ali­men­ta et se­quen­tium de­be­ri ei.

11Paul. lib. X. Quaest. Jemand, dem jährliche Alimente letztwillig hinterlassen worden waren, war zu Bergwerksarbeit verurtheilt, jedoch durch die Gnade des Kaisers wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden. [Auf geschehenes Befragen] habe ich mich hierüber dahin ausgesprochen, dass er sowohl die Alimente der verflossenen Jahre mit vollem Rechte gezogen habe, als auch zu denen der folgenden berechtigt sei.

12Idem li­bro quar­to de­ci­mo re­spon­so­rum. Lu­cius Ti­tius li­ber­tis suis ci­ba­ria et ves­tia­ria an­nua cer­to­rum num­mo­rum re­li­quit et pos­te­rio­re par­te tes­ta­men­ti ita ca­vit: ‘ob­li­ga­tos eis ob cau­sam fi­dei­com­mis­si fun­dos meos il­lum et il­lum, ut ex red­itu eo­rum ali­men­ta su­pra scrip­ta per­ci­piant’. quae­si­tum est, an, si quan­do mi­no­res red­itus per­ve­ne­rint, quam est quan­ti­tas ci­ba­rio­rum et ves­tia­rio­rum, he­redes ad sup­plen­dam eam one­ra­ri non de­beant, vel, si alio an­no ex­ces­se­rint, an sup­plen­dum sit, quod su­pe­rio­re an­no mi­nus per­ce­pe­rint. Pau­lus re­spon­dit ci­ba­ria et ves­tia­ria li­ber­tis de­func­ti in­te­gra de­be­ri, ne­que ex eo, quod post­ea prae­dia his pig­no­ris iu­re tes­ta­tor ob­li­ga­re vo­luit, ut ex red­itu eo­rum ali­men­ta per­ci­pe­rent, mi­nuis­se eum vel au­xis­se ea quae re­li­que­rat vi­de­ri.

12Ad Dig. 34,1,12Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 656, Note 1.Idem lib. XIV. Resp. Lucius Titius hinterliess seinen Freigelassenen Nahrungs- und Kleidungsbedarf in einer bestimmten Geldsumme, und verordnete im letzten Theile seines Testamentes Folgendes: das und das von meinen Landgütern soll ihnen des Fideicommisses wegen dergestalt verpfändet sein, dass sie aus deren Einkünften die obgedachten Alimente ziehen sollen. Hier entstand die Frage, ob, wenn die Einkünfte von geringerem Betrage sind, als die [nöthige] Quantität zum Nahrungs- und Kleidungsbedarf, die Erben mit der Zahlung des Nachschusses belästiget werden können, oder ob, wenn sich in einem Jahre ein Ueberschuss ergäbe, derselbe auf den geringern Ertrag des vorigen Jahres eingerechnet werden müsse? Paulus hat geantwortet: es müsse der Kleidungs- und Nahrungsbedarf den Freigelassenen des Erblassers unverkürzt gewährt werden, und es sei nicht anzunehmen, als habe der Testator dadurch, dass er ihnen nachher diese Grundstücke unterpfandsweise verpflichten wollen, so dass sie die Alimente aus deren Ertrage ziehen sollten, das Vermächtniss verringert, oder vermehrt.

13Scae­vo­la li­bro quar­to re­spon­so­rum. Gaio Se­io tre­cen­tos au­reos le­ga­vit, ut ex usu­ris eius sum­mae li­ber­tis ci­ba­ria et ves­tia­ria prae­sta­ret, quae statue­rat: co­di­cil­lis au­tem ean­dem sum­mam ve­tuit da­ri Gaio Se­io, sed da­ri Pu­blio Mae­vio vo­luit: quae­ro, an li­ber­tis fi­dei­com­mis­sum de­beat Mae­vius. re­spon­di Mae­vium, ni­si aliud, de quo non de­li­be­ra­re­tur, do­ceat si­bi a tes­ta­to­re in­iunc­tum, vi­de­ri se­cun­dum vo­lun­ta­tem tes­ta­to­ris re­ce­pis­se ea one­ra, quae ad­scrip­ta erant ei sum­mae, quae in eum co­di­cil­lis trans­fe­re­ba­tur. 1Im­pe­ra­tor An­to­ni­nus Pius li­ber­tis Sex­tiae Ba­si­liae. ‘Quam­vis ver­ba tes­ta­men­ti ita se ha­beant, ut, quo­ad cum Clau­dio Ius­to mo­ra­ti es­se­tis, ali­men­ta et ves­tia­rium le­ga­ta sint, ta­men hanc fuis­se de­func­tae co­gi­ta­tio­nem in­ter­pre­tor, ut et post mor­tem ius­ti ea­dem vo­bis prae­sta­ri vo­lue­rit’. re­spon­dit eius­mo­di scrip­tu­ram ita ac­ci­pi, ut ne­ces­si­tas ali­men­tis prae­stan­dis per­pe­tuo ma­neat. 2Item con­sul­tus de ta­li scrip­tu­ra ‘et te­cum sint sem­per vo­lo’: quae­ro, cum ma­nu­mis­si ab he­rede cum eo mo­ra­ti diu sint, sed ob gra­vio­rem ser­vi­tu­tem ab eo dis­ces­se­rint, an ali­men­ta his de­bean­tur, quae ne­gat se prae­sta­re, ni­si vi­ce ser­vi­tu­tis is ute­re­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur de­be­ri.

13Scaevola lib. IV. Resp. Jemand vermachte dem Cajus Sejus dreihundert Goldstücke in der Art, dass derselbe von den Zinsen dieser Summe dessen Freigelassenen die von ihm ausgesetzten Nahrungsmittel und Kleidung verabreichen sollte; in seinem Codicill verbot er aber die Zahlung dieser Summe an den Cajus Sejus, und gebot, dieselbe dem Publius Mävius zu behändigen. Ist, frage ich, Mävius den Freigelassenen zu dem Fideicommiss verpflichtet? Er hat66Der Consequenz wegen ist hier die dritte Person wohl vorzuziehen. geantwortet, wenn Mävius nicht den Beweis zu führen im Stande sei, dass ihm der Testator etwas Anderes, worüber gar kein Zweifel Statt fand, auferlegt habe, so wird angenommen, dass er dem Willen des Testators zufolge diejenigen Lasten übernommen habe, welche auf der Summe hafteten, die durch das Codicill auf ihn getragen worden war. 1Ad Dig. 34,1,13,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Der Kaiser Antoninus Pius an die Freigelassenen der Sextia Basilia: Obwohl die Worte des Testaments so lauten, dass Nahrung und Kleidung euch auf solange vermacht sein sollen, als ihr beim Claudius Justus sein werdet, so ist dennoch der Wille der Erblasserin dahin zu erklären, dass sie die Verabreichung derselben Alimente an euch auch nach des Justus Tode beabsichtigt habe. Er hat sein Gutachten dahin gestellt6: Worte dieser Art seien so zu verstehen, dass die Zwangspflicht zur Verabreichung der Alimente von fortwährender Dauer sei. — 2Ingleichen ist er über den Ausdruck: auch will ich, dass sie immer bei dir sein sollen, um Rath angegangen worden. Ich frage, ob, wenn sie, vom Erben freigelassen, längere Zeit bei ihm zugebracht haben, aber wegen schweren Dienstes von ihm weggegangen sind, sie noch ein Recht auf die Alimente haben, deren Entrichtung sich derselbe weigert, falls er nicht dagegen von ihrem Dienst Gebrauch machen könnte? Er hat sich dahin ausgesprochen, dass sie den vorliegenden Umständen nach darauf Anspruch machen könnten.

14Ul­pia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Me­la ait, si pue­ro vel puel­lae ali­men­ta re­lin­quan­tur, us­que ad pu­ber­ta­tem de­be­ri. sed hoc ve­rum non est: tam­diu enim de­be­bi­tur, do­nec tes­ta­tor vo­luit, aut, si non pa­ret quid sen­tiat, per to­tum tem­pus vi­tae de­be­bun­tur. 1Cer­te si us­que ad pu­ber­ta­tem ali­men­ta re­lin­quan­tur, si quis ex­em­plum ali­men­to­rum, quae du­dum pue­ris et puel­lis da­ban­tur, ve­lit se­qui, sciat Ha­d­ria­num con­sti­tuis­se, ut pue­ri us­que ad de­ci­mum oc­ta­vum, puel­lae us­que ad quar­tum de­ci­mum an­num alan­tur, et hanc for­mam ab Ha­d­ria­no da­tam ob­ser­van­dam es­se im­pe­ra­tor nos­ter re­scrip­sit. sed et­si ge­ne­ra­li­ter pu­ber­tas non sic de­fi­ni­tur, ta­men |tom. 2, folio 67’| pie­ta­tis in­tui­tu in so­la spe­cie ali­men­to­rum hoc tem­pus ae­ta­tis es­se ob­ser­van­dum non est in­ci­vi­le. 2Sed si ali­men­ta, quae vi­vus prae­sta­bat, re­li­que­rit, ea de­mum prae­sta­bun­tur, quae mor­tis tem­po­re prae­sta­re so­li­tus erat: qua­re si for­te va­rie prae­sti­te­rit, eius ta­men tem­po­ris prae­sta­tio spec­ta­bi­tur, quod pro­xi­mum mor­tis eius fuit. quid er­go, si, cum tes­ta­re­tur, mi­nus prae­sta­bat, plus mor­tis tem­po­re, vel con­tra? ad­huc erit di­cen­dum eam prae­sta­tio­nem se­quen­dam, quae no­vis­si­ma fuit. 3Qui­dam li­ber­tis suis ut ali­men­ta, ita aquam quo­que per fi­dei­com­mis­sum re­li­que­rat: con­su­le­bar de fi­dei­com­mis­so. cum in ea re­gio­ne Afri­cae vel for­te Ae­gyp­ti res agi pro­po­ne­ba­tur, ubi aqua ve­na­lis est, di­ce­bam igi­tur es­se emo­lu­men­tum fi­dei­com­mis­si, si­ve quis ha­bens cis­ter­nas id re­li­que­rit si­ve non, ut sit in fi­dei­com­mis­so, quan­to quis aquam si­bi es­set com­pa­ra­tu­rus. nec vi­de­ri in­uti­le es­se fi­dei­com­mis­sum qua­si ser­vi­tu­te prae­dii non pos­ses­so­ri vi­ci­nae pos­ses­sio­nis re­lic­ta: nam et haus­tus aquae ut pe­co­ris ad aquam ad­pul­sus est ser­vi­tus per­so­nae, ta­men ei, qui vi­ci­nus non est, in­uti­li­ter re­lin­qui­tur: in ea­dem cau­sa erunt ges­tan­di vel in tuo uvas pre­men­di vel areae tuae ad fru­men­ta ce­te­ra­que le­gu­mi­na ex­pri­men­da uten­di. haec enim aqua per­so­nae re­lin­qui­tur.

14Ulp. lib. II. Fideicommiss. Mela sagt, wenn einem Knaben oder einem Mädchen Alimente hinterlassen würden, so reiche die Verpflichtung bis zur Mündigkeit; aber das ist nicht wahr; die Verpflichtung dazu dauert vielmehr so lange, als es der Testator gewollt hat, oder wenn es sich nicht ausmitteln lässt, was er gemeint habe, so dauert die Verpflichtung Zeitlebens. 1Wenn aber die Alimente bis zur Mündigkeit letztwillig ausgesetzt worden sind, und sich Jemand danach richten will, wie die Alimente für Knaben und Mädchen bisher gegeben wurden, so ist zu bemerken, dass Hadrianus bestimmt habe, die Knaben sollten bis zum achtzehnten, und die Mädchen bis zum vierzehnten Jahre ernährt werden; die Beobachtung dieser von Hadrianus erlassenen Vorschrift hat auch unser Kaiser verordnet. Wenn nun gleich der Begriff der Mündigkeit im Allgemeinen nicht so bestimmt wird, so ist es doch aus dem Gesichtspunct der Barmherzigkeit betrachtet, nicht unbillig, rücksichtlich des einzigen Punctes wegen der Alimente den gedachten Altersabschnitt zu beobachten. 2Wenn er aber diejenigen Alimente hinterlassen hat, welche er bei seinen Lebzeiten zu verabreichen pflegte, so brauchen blos diejenigen verabreicht zu werden, die jener zur Zeit seines Ablebens zu verabreichen pflegte; wenn er sie mithin bald so, bald so gegeben hat, so nimmt man darauf Rücksicht, wie er sie das letzte Mal vor seinem Ableben gegeben hat. Wie aber dann, wenn er, als er das Testament errichtete, weniger verabreichte, und zur Zeit seines Todes mehr, oder umgekehrt? — Auch dann wird man noch behaupten müssen, dass man sich nach der zuletzt geschehenen Verabreichung richten müsse. 3Ad Dig. 34,1,14,3Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 202, Note 2.Es hatte Jemand seinen Freigelassenen ebenso wie Alimente auch Wasser fideicommissweise hinterlassen. Man fragte mich wegen des Fideicommisses um Rath; es fand nämlich der Fall in derjenigen Gegend von Africa oder vielleicht von Aegypten Statt, wo das Wasser Gegenstand des Kaufes ist. Ich erwiederte daher, dass dies allerdings eine Begünstigung des Fideicommisses sei, es möge nun Jemand, der Cisternen hat, dasselbe errichtet haben, oder ein Anderer, so dass also das Fideicommiss diejenige Quantität an Wasser begreife, als wieviel man kaufen würde; auch werde das Fideicommiss nicht darum ungültig sein, als sei Jemandem eine Dienstbarkeit an einem Grundstück hinterlassen worden, der keine angrenzende Besitzung habe. Denn das Wasserschöpfen ist wie der Antrieb des Viehs zur Tränke zwar eine Dienstbarkeit, wird aber dennoch der Person dessen, der nicht Nachbar ist, gültiger Weise77In diese verdorbene Stelle ist jedenfalls eine Negation vor inutiliter hineinzuschieben, Glück IX. p. 9. Mir sagt Canegiessers Emendation (Glück IX. p. 158. n. 34.) am meisten zu; — s. Edmund. Merillii Comment. ad Tit. de Serv. leg. 15. (Th. Ott. III. p. 647.) hinterlassen. Dasselbe ist in Betreff [der Befugniss] sich in einer Säufte tragen zu lassen, oder auf deinem Grund und Boden Trauben zu pressen, oder deine Tenne zum Ausdreschen von Getreide und andern Hülsenfrüchten zu brauchen der Fall; denn das Wasser ist im obigen Fall der Person hinterlassen.

15Scae­vo­la li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. A fi­lio he­rede co­di­cil­lis Se­iae de­cem re­li­quit et alum­no his ver­bis: ‘Mae­vio in­fan­ti alum­no meo qua­drin­gen­ta da­ri vo­lo, quae pe­to a te, Se­ia, sus­ci­pias et usu­ras ei quinc­un­ces in an­num us­que vi­ce­si­mum ae­ta­tis prae­stes eum­que sus­ci­pias et tuea­ris’. quae­si­tum est, an Se­ia, post­quam le­ga­tum suum ac­ce­pe­rit, si no­lit pe­cu­niam alum­no re­lic­tam sus­ci­pe­re vel in sus­ci­pien­da ea ces­sa­ve­rit, onus ali­men­to­rum ex die mor­tis tes­ta­to­ris com­pel­len­da sit ad­gnos­ce­re. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur com­pel­len­dam prae­sta­re, cum fi­dei­com­mis­sum sit. idem quae­siit, an he­res quo­que Se­iae in an­nos vi­gin­ti ali­men­ta prae­sta­re de­beat. re­spon­dit de­be­re. 1Tes­ta­tor con­cu­bi­nae man­ci­pia rus­ti­ca nu­me­ro oc­to le­ga­vit et his ci­ba­ria prae­sta­ri ius­sit in haec ver­ba: ‘eis­que man­ci­piis, quae su­pra le­ga­vi, ci­ba­rii no­mi­ne ab he­redi­bus meis prae­sta­ri vo­lo, quae me vi­vo ac­ci­pie­bant’. quae­si­tum est, cum vi­vo tes­ta­to­re sem­per man­ci­pia rus­ti­ca tem­po­re mes­sium et area­rum dele­ga­ta fue­rint et eo tem­po­re ci­ba­ria ex ra­tio­ne do­mi­ni sui num­quam ac­ce­pe­rint ex­cep­to cus­to­de prae­dii, an he­res eius quo­que tem­po­ris, id est mes­sis et area­rum, et ci­ba­ria con­cu­bi­nae pro man­ci­piis rus­ti­cis prae­sta­re de­be­ret. re­spon­dit eum, cu­ius no­tio est, aes­ti­ma­tu­rum. Claudius: me­ri­to: nam si eo­dem mo­do, quo apud tes­ta­to­rem fue­runt, et apud con­cu­bi­nam fu­tu­ra le­ga­vit, non de­be­ban­tur eius tem­po­ris, de quo quae­si­tum est, ci­ba­ria: ve­rum si vel­ut in mi­nis­te­rium ur­ba­num ab his trans­fe­ren­tur, de­be­bun­tur. 2Ti­tia de­ce­dens tes­ta­men­to ita ca­vit: ‘om­ni­bus li­ber­tis li­ber­ta­bus­que meis ci­ba­ria et ves­tia­ria, quae vi­va prae­sta­bam, da­ri prae­sta­ri­que vo­lo’: quae­si­tum est, cum tri­bus so­lis eo tem­po­re, quo ea vi­xit, sic­ut ra­tio­ni­bus con­ti­ne­ba­tur, ci­ba­ria et ves­tia­ria prae­sti­te­rit, an he­res eius a ce­te­ris quo­que li­ber­tis con­ve­ni­ri pos­sit, an ve­ro tri­bus tan­tum sit ob­no­xius, qui ra­tio­ni­bus ip­sius ci­ba­ria et ves­tia­ria ac­ce­pis­se re­pe­riun­tur? re­spon­dit ab om­ni­bus.

15Scaevola lib. XVII. Dig. Jemand hinterliess in seinem Codicill der Seja zehn[tausend Sestertien], die sein zum Erben eingesetzter Sohn auszahlen sollte, und seinem Pflegesohn [ein Vermächtniss] in folgenden Worten: Dem Kinde Mävius, meinem Pflegesohn, verordne ich, vierhundert[tausend Sestertien] zu geben, welche ich dich, Seja, anzunehmen, ihm bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahre mit fünf vom Hundert zu verzinsen, ihn selbst zu dir zu nehmen und die Aufsicht über ihn zu führen bitte. Hier entstand die Frage, ob, wenn Seja, nachdem sie ihr Vermächtniss angenommen, das dem Pflegesohn hinterlassene Geld nicht annehmen wolle, oder mit dessen Annahme gezögert habe, zur Uebernahme der Alimentationslast vom Todestage des Testators an gezwungen werden könne? — Man hat geantwortet, den vorliegenden Umständen nach könne sie zu deren Verabreichung genöthigt werden, weil es ein Fideicommiss sei. Auch behandelte er die Frage, ob auch der Erbe der Seja die Alimente auf zwanzig Jahre verabreichen müsse, und beantwortete sie bejahend. 1Ein Testator hinterliess seiner Concubine acht Landsclaven, und befahl die Verabreichung von Nahrungsmitteln an dieselben in folgenden Worten: den Sclaven, die ich, wie obgedacht, vermacht habe, soll von meinen Erben als Nahrungsmittel Dasjenige verabreicht werden, was sie von mir bei meinen Lebzeiten erhielten. Hier fragte es sich, ob, da diese Sclaven bei Lebzeiten des Testators zur Zeit der Ernte und des Dreschens Andern überlassen worden waren, und zu dieser Zeit niemals auf Rechnung des Herrn Nahrungsmittel erhalten hatten, mit Ausnahme des Wächters des Grundstücks, der Erbe auch zu dieser Zeit, d. h. zu der der Ernte und des Ausdrusches, der Concubine für die Landsclaven Nahrungsmittel verabreichen müsse? — Die Antwort hat gelautet, es werde derjenige, dem die Erörterung der Sache obliege, dies nach den Umständen bestimmen. Claudius [setzt hinzu]: ganz richtig; denn wenn der Testator verordnet hat, dass sie in derselben Quantität, wie sie bei ihm waren, auch bei der Concubine sein sollen, so wird für die fragliche Zeit zu den Nahrungsmitteln keine Verpflichtung vorhanden sein, allerdings aber dann, wenn sie gleichsam zum städtischen Dienst umgewandelt werden. 2Titia verordnete bei ihrem Ableben in ihrem Testamente Folgendes: ich will, dass allen meinen Freigelassenen männlichen und weiblichen Geschlechts diejenigen Nahrungsmittel und Kleider gegeben und entrichtet werden sollen, die ich ihnen bei meinen Lebzeiten verabreicht habe. Es entstand hier die Frage, ob, da sich aus ihren Rechnungen ergab, dass sie bei ihren Lebzeiten nur dreien allein Nahrungs- und Kleidungsbedarf gegeben habe, ihr Erbe auch von den übrigen Freigelassenen angegriffen werden könne, oder ob er blos denjenigen dreien dazu verpflichtet sei, von denen sich aus den Rechnungen ergiebt, dass sie Nahrungsmittel und Kleidung erhalten haben? Die Antwort lautete: Allen.

16Idem li­bro oc­ta­vo de­ci­mo di­ges­to­rum. |tom. 2, folio 68| Ali­men­ta et ves­tia­ria li­ber­tis suis de­dit: quae­si­tum est, an, quia no­mi­na­tim a Mo­de­ra­to uno ex he­redi­bus da­ri ius­sit tes­ta­tor, so­lus Mo­de­ra­tus de­beat, non et­iam post mor­tem Mo­de­ra­ti he­redes eius. re­spon­dit et he­redes te­ne­ri. 1Li­ber­tis li­ber­ta­bus­que, item quos quas­que tes­ta­men­to co­di­cil­lis­ve ma­nu­mi­se­rat, ali­men­ta com­mo­da, quae vi­va prae­sta­bat, da­ri ius­se­rat: item om­ni­bus li­ber­tis li­ber­ta­bus­que fun­dos: quae­si­tum est, an ad ea le­ga­ta ad­mit­te­re­tur li­ber­ti pa­ter­ni li­ber­tus, cui scri­be­re so­le­bat ita: ἀπὸ Ῥουφίνης ἡμετέρῳ ἀπελευθέρῳ·: epis­tu­la et­iam emis­sa ad or­di­nem ci­vi­ta­tis, un­de ori­un­da erat, pe­tie­rat, uti pu­bli­ce (quod me­di­cus erat) sa­la­ria ei prae­sta­ren­tur, ma­ni­fes­tan­do lit­te­ris suis eum suum es­se li­ber­tum. re­spon­dit eum, cu­ius no­tio est, aes­ti­ma­tu­rum, ut, si qui­dem vi­va ea et ei prae­sta­bat, ni­hi­lo mi­nus ad fi­dei­com­mis­sum ad­mit­te­re­tur, ali­ter ve­ro non. 2Ba­si­li­ce li­ber­tae de­cem de­dit, quam apud Epic­te­tum et Cal­lis­tum li­ber­tos es­se vo­luit, ut, cum fue­rit Ba­si­li­ce an­no­rum vi­gin­ti quin­que, cum usu­ris quinc­un­ci­bus re­sti­tue­ren­tur ita, ut ex usu­ris ale­re­tur, pro­ut ae­ta­tem am­plia­ve­rit: quae­si­tum est, an ex alio ca­pi­te, quo ge­ne­ra­li­ter li­ber­tis li­ber­ta­bus­que ci­ba­ria et ves­tia­ria et ha­bi­ta­tio­nem re­li­quit, et­iam ba­si­li­ce de­be­ren­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non de­be­ri, ni­si hoc quo­que ei da­tum pro­ba­re­tur. Claudius: quia de­sti­na­ve­rat ali­men­tis eius usu­ras pe­cu­niae, quas spe­cia­li­ter ei prae­le­ga­ve­rat. 3Qui so­cie­ta­tem om­nium bo­no­rum suo­rum cum uxo­re sua per an­nos am­plius qua­dra­gin­ta ha­buit, tes­ta­men­to ean­dem uxo­rem et ne­po­tem ex fi­lio ae­quis par­ti­bus he­redes re­li­quit et ita ca­vit: ‘item li­ber­tis meis, quos vi­vus ma­nu­mi­si, ea quae prae­sta­bam’. quae­si­tum est, an et qui eo tem­po­re, quo so­cie­tas in­ter eos per­man­sit, ma­nu­mis­si ab utris­que et com­mu­nes li­ber­ti fac­ti sunt, ea quae a vi­ven­te per­ci­pie­bant so­li­da ex fi­dei­com­mis­so pe­te­re pos­sint. re­spon­dit non am­plius, quam quod vir pro sua par­te prae­sta­bat, de­be­ri.

16Idem lib. XVIII. Dig. Jemand gab seinen Freigelassenen Alimente und Kleidung. Es entstand die Frage, ob, weil der Testator deren Verabreichung namentlich dem Moderatus, einem der Erben, anbefohlen hatte, dieser allein dazu verpflichtet sei, und nicht auch des Moderatus Erben nach dessen Ableben? — Antwort: auch der Erbe haftet. 1Commoda hatte verordnet, dass ihren Freigelassenen, beiderlei Geschlechts, sowie denen, die sie in ihrem Testamente oder Codicill freigelassen, diejenigen Alimente verabreicht werden sollten, welche sie ihnen bei ihren Lebzeiten gegeben hatte; ingleichen allen Freigelassenen, ohne Unterschied des Geschlechts, Landgüter. Es entstand die Frage, ob zu diesen Vermächtnissen auch der Freigelassene eines Freigelassenen ihres Vaters zugelassen werde, an den sie gewöhnlich so schrieb: an den Sohn der Rufina unsern Freigelassenen, [und in Betreff dessen] sie auch in einem an die Behörde der Stadt, woher sie gebürtig war, erlassenen Briefe, darauf angetragen hatte, dass ihm von Seiten des Gemeinwesens, indem er Arzt war, ein Ehrensold verabreicht werden möge, und darin offen erklärt hatte, er sei ihr Freigelassener? — Die Antwort lautete: derjenige, dem die Erörterung der Sache obliege, werde es von den Umständen abhängen lassen, so dass, wenn sie ihm dergleichen bei ihren Lebzeiten verabreicht habe, er auch nichts desto weniger zum Fideicommiss zugelassen werde, ausserdem aber nicht. 2Es gab Jemand seiner Freigelassenen Basilica zehn[tausend Sestertien], dergestalt, dass dieselbe sich bei dem Epictetus und Callistus, seinen Freigelassenen, aufhalten, und ihr jene, wenn sie fünfundzwanzig Jahre alt geworden, mit den Zinsen zu fünf vom Hundert zurückgegeben, während dessen aber sie selbst von den Zinsen, wie es ihr zunehmendes Alter erfordere, davon ernährt werden sollte. Es entstand Frage, ob auf den Grund einer andern Verfügung, wonach den Freigelassenen beiderlei Geschlechts im Allgemeinen Nahrung, Kleidung und Wohnung ausgesetzt worden war, hierzu auch in Ansehung der Basilica eine Verpflichtung vorhanden sei? — Antwort: den vorliegenden Umständen nach ist keine Verpflichtung dazu vorhanden, es müsste denn nachgewiesen werden, dass ihr dies auch verliehen worden sei. Claudius [bemerkt hierzu]: weil [die Erblasserin] ihr die Zinsen von dem Gelde zu Alimenten angewiesen, welches sie ihr ausdrücklich ausgesetzt hatte. 3Jemand der mit seiner Gattin über vierzig Jahre lang in allgemeiner Gütergemeinschaft gelebt hatte, hinterliess dieselbe nebst dem Enkel von einem Sohne zu gleichen Antheilen zu Erben, und verordnete dann so: ingleichen meinen Freigelassenen, die ich bei meinen Lebzeiten freigelassen habe, das, was ich ihnen verabreichte. Hier entstand die Frage, ob auch diejenigen, welche während der zwischen ihnen bestandenen Gütergemeinschaft von ihnen beiden die Freiheit ertheilt erhalten haben, und gemeinschaftliche Freigelassene geworden sind, dasjenige, was sie von ihm bei seinem Leben erhalten haben, ganz aus dem Fideicommiss in Anspruch nehmen können? Antwort: sie können nicht mehr verlangen, als was ihnen der Mann zu seinem Antheile verabreicht hat.

17Idem li­bro no­no de­ci­mo di­ges­to­rum. Ser­vos ad cus­to­diam tem­pli re­li­que­rat et his ab he­rede le­ga­ve­rat his ver­bis: ‘pe­to fi­dei­que tuae com­mit­to, ut des prae­stes in me­mo­riam meam pe­dis­e­quis meis, quos ad cu­ram tem­pli re­li­qui, sin­gu­lis mens­trua ci­ba­ria et an­nua ves­tia­ria cer­ta’. quae­si­tum est, cum tem­plum non­dum es­set extruc­tum, ex die mor­tis an ve­ro ex eo tem­po­re, quo tem­plum ex­pli­ci­tum fue­rit, per­ci­pe­re ser­vi de­beant le­ga­tum. re­spon­dit of­fi­cio iu­di­cis he­redem com­pel­len­dum ser­vis re­lic­ta prae­sta­re, do­nec tem­plum ex­strue­re­tur.

17Idem lib. XIX. Dig. Es hatte Jemand Sclaven zur Bewachung von Familienheiligthümern bestellt, und die Verabreichung eines Vermächtnisses an dieselben von Seiten seines Erben in folgenden Worten angeordnet: ich bitte dich und empfehle es deiner Redlichkeit, jedem meiner Fusstrabanten, die ich zur Besorgung des Familienheiligthums hinterlassen habe, zu meinem Gedächtniss monatliche Nahrungsmittel und jährliche bestimmte Kleidung zu verabreichen. Hier entstand die Frage, ob, wenn das Familienheiligthum noch nicht fertig gebauet gewesen, die Sclaven vom Todestage des Testators, oder wo das Familienheiligthum fertig geworden, das Vermächtniss erhalten müssten? — Antwort: der Erbe muss vom Richter vermöge seiner Amtspflicht angehalten werden, den Sclaven das, was ihnen ausgesetzt worden, zu gewähren, bis das Familienheiligthum fertig ausgebauet ist.

18Idem li­bro vi­ce­si­mo di­ges­to­rum. Li­ber­tis, quos tes­ta­men­to ma­nu­mi­se­rat, ali­men­to­rum no­mi­ne mens­truos de­cem le­ga­ve­rat, de­in­de co­di­cil­lis ge­ne­ra­li­ter om­ni­bus li­ber­tis mens­truos sep­tem et an­nuos ves­tia­rii no­mi­ne de­nos le­ga­vit: quae­si­tum est, an et ex tes­ta­men­to et ex co­di­cil­lis li­ber­tis fi­dei­com­mis­sum he­redes prae­sta­re de­beant. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non ea, quae co­di­cil­lis da­ta pro­po­ne­ren­tur, prae­sta­ri de­be­rent: nam ab his, quae tes­ta­men­to ci­ba­rio­rum no­mi­ne le­ga­ta es­sent, re­ces­sum est prop­ter ea, quae co­di­cil­lis re­lic­ta sunt. 1Ma­nu­mis­sis tes­ta­men­to ci­ba­ria an­nua, si cum ma­tre mo­ra­bun­tur, per fi­dei­com­mis­sum de­dit: ma­ter fi­lio tri­en­nio |tom. 2, folio 68’| su­per­vi­xit ne­que ci­ba­ria ne­que ves­tia­ria eis prae­sti­tit, cum in pe­ti­tio­ne fi­dei­com­mis­si li­ber­ti ces­sa­rent: sed et fi­lia post­ea­quam ma­tri he­res ex­sti­tit, quo­ad vi­xit an­nis quat­tuor­de­cim in­ter­pel­la­ta de is­dem sol­ven­dis non est. quae­si­tum est, an post mor­tem fi­liae a no­vis­si­mo he­rede pe­te­re pos­sint et tam prae­ter­iti tem­po­ris quam fu­tu­ri id, quod ci­ba­rio­rum no­mi­ne et ves­tia­rii re­lic­tum est. re­spon­dit, si con­di­cio ex­sti­tis­set, ni­hil pro­po­ni, cur non pos­sent. 2Ab he­redi­bus Sti­chum ma­nu­mit­ti vo­luit ei­que, si cum Se­io mo­ra­re­tur, ci­ba­ria et ves­tia­ria prae­sta­ri a Se­io: de­in­de haec ver­ba ad­ie­cit: ‘te au­tem, Sei, pe­to, ut, cum ad an­num vi­ce­si­mum quin­tum per­ve­ne­ris, mi­li­tiam ei com­pa­res, si ta­men te an­te non re­li­que­rit’. quae­si­tum est, Sti­cho sta­tim li­ber­ta­tem con­se­cu­to, prius au­tem de­func­to Se­io quam ad an­num vi­ce­si­mum quin­tum per­ve­ni­ret, an ab his, ad quos bo­na Se­ii per­ve­ne­runt, mi­li­tia Sti­cho com­pa­ra­ri de­bet? et si pla­cet de­be­ri, utrum sta­tim mi­li­tia com­pa­ran­da sit an eo tem­po­re, quo Se­ius an­num vi­ce­si­mum quin­tum ex­ple­tu­rus fuis­set, si su­per­vi­xis­set? re­spon­dit, cum pla­ceat com­pa­ran­dam, non an­te de­be­ri, quam id tem­pus ces­sis­set. 3Pos­tu­mis he­redi­bus in­sti­tu­tis et pa­tre et ma­tre, et sub­sti­tu­tio­ne fac­ta ac­to­res ma­nu­mi­sit et pe­cu­lia eis le­ga­vit et an­nua et cer­tis li­ber­tis suis le­ga­ta et aliis ex­te­ris plu­ra: de­in­de post tes­ta­men­tum fac­tum na­ta fi­lia co­di­cil­lis ita ca­vit: ‘si quid tes­ta­men­to, quod an­te hoc tem­pus fe­ci, le­ga­vi cui da­ri vo­lui, pe­to ab his, uti ter­tiam par­tem Pae­ti­nae11Die Großausgabe liest Pe­ti­nae statt Pae­ti­nae. fi­liae meae red­dant’: se­cun­dis au­tem ta­bu­lis fac­ta pu­pil­la­ri sub­sti­tu­tio­ne im­pu­be­ri­bus li­ber­tis, qui­bus a pa­ren­ti­bus li­ber­ta­tes de­dit, eo am­plius al­te­rum tan­tum, quan­tum in num­mo prae­ter ci­ba­ria et ves­tia­ria da­ri vo­luit. quae­si­tum est, cum su­per­vi­xis­set fi­lia tes­ta­men­to aper­to et co­di­cil­lis, post­ea au­tem de­ces­se­rit et fi­dei­com­mis­sum da­tum ei de re­sti­tuen­da par­te ter­tia ad he­redes suos trans­mi­se­rat, an et­iam ci­ba­rio­rum et ves­tia­rio­rum ter­tiae par­tes ei per fi­dei­com­mis­sum da­tae es­se vi­dean­tur. re­spon­dit non vi­de­ri. 4Idem quae­siit, an eo­rum, quae co­di­cil­lis per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta sunt, ter­tiae par­tes ad fi­liam per­ti­ne­re de­be­rent. re­spon­dit non de­be­ri. idem quae­siit, an al­te­rum tan­tum a sub­sti­tu­tio­ne le­ga­tum de­duc­ta ter­tia par­te quan­ti­ta­tis le­ga­to­rum tes­ta­men­to da­to­rum com­pu­ta­ri de­beat, ut duae par­tes quan­ti­ta­tis de­bean­tur, prae­ter co­di­cil­los, qui­bus ter­tiam par­tem co­di­cil­lis le­ga­to­rum ad fi­liam suam per­ti­ne­re vo­luit. re­spon­dit in­te­grum ex ta­bu­lis sub­sti­tu­tio­nis de­be­ri. 5Ci­ba­ria et ves­tia­ria per fi­dei­com­mis­sum de­de­rat et ita ad­ie­ce­rat: ‘quos li­ber­tos meos, ubi cor­pus meum po­si­tum fue­rit, ibi eos mo­ra­ri iu­beo, ut per ab­sen­tiam fi­lia­rum mea­rum ad sar­co­fa­gum meum me­mo­riam meam quot­an­nis ce­le­brent’. quae­si­tum est, uni ex li­ber­tis, qui a die mor­tis ne­que ad he­redes ac­ces­se­rit ne­que ad se­pul­chrum mo­ra­ri vo­lue­rit, an ali­men­ta prae­stan­da sint. re­spon­dit non prae­stan­da.

18Idem lib. XX. Dig. Jemand vermachte seinen Freigelassenen, denen er im Testamente die Freiheit ertheilt hatte, für Alimente monatlich zehn[tausend Sestertien]; nachher setzte er in seinem Codicill allen Freigelassenen im Allgemeinen monatlich Sieben[tausend], und zum Kleidungsbedarf jährlich Zehn[tausend] aus. Hier entstand die Frage, ob die Erben den Freigelassenen das Fideicommiss aus dem Testamente und dem Codicill gewähren müssen? — Die Antwort hat gelautet: es liege kein Grund vor, weshalb dasjenige, was in dem Codicill als verliehen enthalten sei, nicht entrichtet werden müsse; denn von der in Betreff der Nahrungsmittel getroffenen Verfügung im Testamente ist ja [der Testator] durch die Anordnung in dem Codicill wieder abgegangen. 1Ad Dig. 34,1,18,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Es setzte Jemand fideicommissweise seinen Freigelassenen im Testamente jährliche Nahrungsmittel auf den Fall aus, dass sie bei seiner Mutter bleiben würden. Die Mutter überlebte ihren Sohn drei Jahre, ohne ihnen Nahrungsmittel und Kleidung zu verabreichen, und ohne dass die Freigelassenen das Fideicommiss in Anspruch nahmen; auch eine Tochter, welche nachmals Erbin der Mutter ward, wurde so lange sie lebte, vierzehn Jahre lang, nicht um Zahlung gemahnt. Es entstand darauf die Frage, ob die Freigelassenen nach dem Tode der Tochter von deren Erben dasjenige, was zum Nahrungs- und Kleidungsbedarf hinterlassen worden ist, sowohl für die Vergangenheit als für die Zukunft in Anspruch nehmen können? — Antwort: wenn die Bedingung erfüllt worden ist, so ist kein Grund vorhanden, warum sie es nicht können sollen. 2Ad Dig. 34,1,18,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Es wollte Jemand, dass Stichus von seinen Erben freigelassen werden, und demselben, wenn er beim Sejus verbliebe, letzterer Nahrung und Kleidung verabreichen solle; hierauf machte er noch folgenden Zusatz: dich aber Sejus bitte ich, ihm, wenn du fünfundzwanzig Jahr alt geworden bist, eine Dienststelle zu kaufen, vorausgesetzt jedoch, dass er dich nicht vorher verlassen hat. Hier entstand die Frage, ob, wenn Stichus gleich die Freiheit erhalten hatte, Sejus aber vor seinem fünfundzwanzigsten Jahre mit Tode abgegangen war, diejenigen, an welche des Sejus Nachlass gefallen, dem Stichus die Dienststelle kaufen müssen, und ob, wenn man diese Verpflichtung annehmen wollte, die Dienststelle gleich gekauft werden müsse, oder erst dann, wenn Sejus, dafern er am Leben geblieben, fünfundzwanzig Jahr alt geworden wäre? — Die Antwort hat gelautet: da die Verpflichtung zum Ankauf als feststehend zu betrachten ist, so tritt dieselbe doch nicht eher in Wirklichkeit, als bis die Zeit abgelaufen ist. 3Jemand hatte seine nachgeboren werdenden Kinder, sowie Vater und Mutter zu Erben eingesetzt, auch eine Substitution getroffen und seine Verwaltersclaven mit Vermachung ihres Sonderguts und jährlicher [Alimente] freigelassen, sowie bestimmten seiner Freigelassenen Vermächtnisse und andern dritten mehreres Andere ausgesetzt; nachdem ihm nach Errichtung seines Testaments eine Tochter geboren worden war, verordnete er in einem Codicill Folgendes: wenn und was ich Jemandem in meinem früher errichteten Testamente vermacht und ihm zu verabreichen verordnet habe, davon bitte ich Alle, den dritten Theil meiner Tochter Petina zurückzugeben; in einem zweiten Testamente errichtete er aber eine Substitution der Unmündigen, und verordnete, seinen unmündigen Freigelassenen, denen er die Freiheit zu ertheilen seinen Eltern aufgegeben hatte, ausser Nahrungs- und Kleidungsbedarf, noch das Doppelte in baarem Gelde zu verabreichen. Es fragte sich nun, ob, wenn die Tochter nach Eröffnung des Testamentes und des Codicilles noch fortgelebt habe, späterhin aber gestorben sei, und das ihr ertheilte Fideicommiss in Betreff der Herausgabe des dritten Theils auf ihre Erben übertragen habe, auch der dritte Theil von den Nahrungsmitteln und Kleidern in das Fideicommiss für sie inbegriffen zu erachten sei? Die Antwort lautete: nein. 4Es ward ferner in Frage gestellt, ob die Drittheile derjenigen Gegenstände, die fideicommissweise in dem Codicill hinterlassen worden sind, der Tochter auch zufallen müssten? Die Antwort fiel verneinend aus. Nicht minder ward in Erörterung gezogen, ob der von den Substituten vermächtnissweise zu entrichtende doppelte Betrag mit Abzug des Drittheils der Quantität der im Testament errichteten Vermächtnisse gerechnet werden müsse, dergestalt, dass also in Folge des Codicills sich die Verpflichtung auf zwei Drittheile der [anfänglichen] Quantität vermindert, indem [der Testator] in denselben den Rückfall des Drittheils von den Vermächtnissen an seine Tochter verordnet hat? Die Antwort lautete: die Substitution begründe eine Verpflichtung zum Ganzen88Quia voluntas defuncti haec videtur fuisse, ut cum incremento et altero tanto potius legatum consequerentur liberti, quam cum diminuitione tertiae partis, s. Claud. Chifletii de jure Fideicommissor. lib. III. c. 10. (Th. Ott. V. 833.). 5Es hatte Jemand seinen Freigelassenen Nahrungs- und Kleidungsbedarf fideicommissweise hinterlassen und Folgendes hinzugesetzt: diese meine Freigelassenen sollen sich da aufhalten, wo mein Körper beigesetzt ist, um während der Abwesenheit meiner Töchter bei meinem Sarkophag alljährlich eine Feier meines Gedächtnisses zu begehen. Es entstand die Frage, ob, da einer der Freigelassenen, der vom Todestage des Testators an weder zu den Erben gegangen war, noch bei dem Grabe verweilen wollte, demselben die Alimente gereicht werden müssten? Die Antwort lautete verneinend.

19Idem li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do di­ges­to­rum. Tes­ta­men­to ita cau­tum fuit: ‘li­ber­tis meis ci­ba­ria quae­que alia prae­sta­bam ab he­redi­bus meis prae­sta­ri vo­lo’: unus ex li­ber­tis ex vo­lun­ta­te pa­tro­ni neg­otii sui gra­tia qua­dri­en­nio an­te diem mor­tis afuit: ex hac cau­sa ci­ba­ria, quae an­te ac­ce­pe­rat, mor­tis tem­po­re non ac­ce­pit: cui |tom. 2, folio 69| ta­men li­ber­to eo­dem tes­ta­men­to pa­tro­nus, sic­ut et aliis, quos vi­vus ma­nu­mi­se­rat, le­ga­tum quin­que de­de­rat. quae­si­tum est, an is­ti quo­que ci­ba­ria et re­li­qua, quae ce­te­ris li­ber­tis le­ga­ta sunt, de­bean­tur. re­spon­dit: cur non?

19Idem lib. XXII. Dig. In einem Testamente hiess es so: was ich meinen Freigelassenen an Nahrungsmitteln und sonst verabreicht habe, das soll ihnen von meinen Erben ebenfalls gereicht werden. Einer der Freigelassenen befand sich mit Einwilligung des Freilassers in eigenen Geschäften vier Jahre lang vor dem Todestage abwesend, und empfing aus diesem Grunde die früher erhaltenen Nahrungsmittel zur Zeit des Todes nicht; es hatte ihm jedoch der Freilasser in seinem Testamente so gut wie den Andern, die er bei seinen Lebzeiten freigelassen, ein Vermächtniss von fünf[tausend Sestertien] ausgesetzt. Es fragte sich nun, ob er auch auf die Nahrungsmittel und was sonst den Freigelassenen vermacht worden ist, Anspruch machen könne? Die Antwort lautete: warum nicht?

20Idem li­bro ter­tio re­spon­so­rum. ‘Sti­chus nu­tri­cis meae ne­pos li­ber es­to: cui de­cem au­reos an­nuos da­ri vo­lo’. qui de­in­de in­ter­po­si­tis no­mi­ni­bus ei­dem Sti­cho con­tu­ber­na­lem eius et li­be­ros le­ga­vit his­que, quae vi­vus prae­sta­bat: de­in­de alio ca­pi­te li­ber­tis om­ni­bus quae vi­vus prae­sta­bat da­ri ius­sit. quae­ro, an Sti­chus prae­ter suum le­ga­tum et ali­men­ta per­ci­pe­re pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non pos­se. 1Item cum ali­men­ta li­ber­tis utrius­que se­xus re­li­que­rit a re pu­bli­ca et ex prae­diis, quae ei le­ga­vit, da­ri vo­luis­set, quae­ro, Sti­chi con­tu­ber­na­li et li­be­ris utrum ab he­rede in­sti­tu­to an a re pu­bli­ca dia­ria et ves­tia­ria, quae vi­vus da­bat, prae­sta­ri de­be­rent. re­spon­dit pos­se be­ni­gna vo­lun­ta­tis in­ter­pre­ta­tio­ne di­ci his quo­que a re pu­bli­ca prae­stan­da. 2Ti­tia usum fruc­tum fun­di le­ga­vit Mae­vio eius­que fi­dei com­mi­sit, ut ex red­itu fun­di prae­sta­ret Pam­phi­lae et Sti­cho an­nuos cen­te­nos num­mos quo­ad vi­vent: quae­ro, an mor­tuo Mae­vio he­res ali­men­ta de­beat. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur de­beant prae­sta­ri ab he­rede Ti­tiae: sed nec ab he­rede le­ga­ta­rii, ni­si id tes­ta­tor ma­ni­fes­te pro­be­tur vo­luis­se et­iam fi­ni­to usu fruc­tu prae­sta­ri, si mo­do id, quod ex usu fruc­tu re­cep­tum es­set, ei rei prae­stan­dae suf­fi­ce­ret. 3Ma­ter fi­lio he­rede in­sti­tu­to per fi­dei­com­mis­sum li­ber­ta­tem Pam­phi­lo ser­vo de­dit: ei­dem ci­ba­rio­rum no­mi­ne le­ga­vit qui­nos au­reos et ves­tia­rii in sin­gu­los an­nos quin­qua­ge­nos, si cum fi­lio eius mo­re­tur: quae­ro, fi­lio de­func­to an ali­men­ta de­ben­tur. re­spon­dit, si con­di­cio­ni par­uis­set, de­be­ri et post mor­tem.

20Idem lib. III. Resp. [Ein Testator sagte in seinem Testamente]: Stichus, der Enkel meiner Amme, soll frei sein; ich verordne ihm jährlich zehn Goldstücke zu geben; nachdem er hierauf die [dazu nöthigen] Gelder angewiesen hatte, vermachte er demselben Stichus seine Bettgenossin und Kinder, und diesen das, was er ihnen bei seinen Lebzeiten verabreichte; in einem andern Abschnitt verordnete er darauf, allen seinen Freigelassenen das, was er ihnen bei seinen Lebzeiten reichte, zu geben. Ich frage nun, ob Stichus ausser seinem Vermächtniss auch die Alimente fordern könne? Die Antwort lautete: den vorliegenden Umständen nach könne er es nicht. 1Müssen ferner, wenn er die Verabreichung von Alimenten an seine Freigelassenen beiderlei Geschlechts einer Stadtgemeinde von den ihr vermachten Grundstücken zu leisten aufgegeben, der Bettgenossin und den Kindern des Stichus tägliche Speisung und Kleidung, welche er bei seinen Lebzeiten ihnen reichte, von der Stadtgemeinde, oder von dem eingesetzten Erben gewährt werden? Die Antwort lautete: man könne vermöge einer günstigen Auslegung des Willens den Schluss ziehen, dass auch ihnen dieselben von der Stadtgemeinde gereicht werden müssen. 2Titia vermachte den Niessbrauch eines Landgutes dem Mävius, und überliess es seiner Redlichkeit, der Pamphila und dem Stichus aus dessen Einkünften jährlich, so lange sie lebten, hundert Goldstücke zu geben. Ist nach des Mävius Tode sein Erbe zu den Alimenten verpflichtet? Die Antwort lautete: es ist kein Grund vorhanden, anzunehmen, warum der Erbe der Titia sie übernehmen müsse, ebensowenig aber für den Erben des Vermächtnissinhabers, es müsste denn klar erwiesen werden können, dass die Verabreichung nach Endigung des Niessbrauchs auch in des Testators Willen gelegen habe, sobald nur der Ertrag des Niessbrauchs zur Gewährung des Gegenstandes hinreicht. 3Ad Dig. 34,1,20,3Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 92, Note 8.Eine Mutter setzte ihren Sohn zum Erben ein, und ertheilte dem Sclaven Pamphilus durch ein Fideicommiss die Freiheit; auch setzte sie ihm zu Nahrungsmitteln fünf Goldstücke und zu Kleidung jährlich Funfzig auf den Fall aus, dass er bei ihrem Sohn verbliebe. Dauert hier die Verpflichtung zu den Alimenten nach des Sohnes Ableben fort? Die Antwort lautete: wenn er der Bedingung Gehorsam geleistet hat, ja.

21Ul­pia­nus li­bro se­cun­do fi­dei­com­mis­so­rum. Dia­riis vel ci­ba­riis re­lic­tis ne­que ha­bi­ta­tio­nem ne­que ves­tia­rium ne­que cal­cia­rium de­be­ri pa­lam est, quon­iam de ci­bo tan­tum tes­ta­tor sen­sit.

21Ulp. lib. II. Fideicommiss. Wenn tägliche Speisung oder Nahrungsbedarf hinterlassen worden ist, so ist es klar, dass weder zur Wohnung noch Kleidung noch Schuhwerk eine Verpflichtung darin begriffen sei, weil der Testator blos die Speise gemeint hat.

22Va­lens li­bro pri­mo fi­dei­com­mis­so­rum. Cum ali­men­ta per fi­dei­com­mis­sum re­lic­ta sunt non ad­iec­ta quan­ti­ta­te, an­te om­nia in­spi­cien­dum est, quae de­func­tus so­li­tus fue­rat ei prae­sta­re, de­in­de quid ce­te­ris eius­dem or­di­nis re­li­que­rit: si ne­utrum ap­pa­rue­rit, tum ex fa­cul­ta­ti­bus de­func­ti et ca­ri­ta­te eius, cui fi­dei­com­mis­sum da­tum erit, mo­dus sta­tui de­be­bit. 1Qui fra­tris sui li­ber­tis ali­men­ta de­be­bat, his tes­ta­men­to vi­neas cum hac ad­iec­tio­ne re­li­que­rat ‘ut ha­beant, un­de se pas­cant’. si pro ali­men­tis vi­neas re­li­quis­set, non ali­ter eis ex fi­dei­com­mis­si cau­sa eas prae­sta­ri de­be­re, quam si tes­ta­men­ti ob­li­ga­tio­ne he­redes li­be­ras­sent: aut, si id omis­sum fuis­set et post­ea ex tes­ta­men­to age­rent, do­li ma­li ex­cep­tio­ne tu­tum he­redem fu­tu­rum, sci­li­cet si non mi­nus va­lent vi­neae quam ali­men­to­rum aes­ti­ma­tio. il­lam au­tem ad­iec­tio­nem ‘ut ha­beant un­de se pas­cant’ ma­gis ad cau­sam prae­le­gan­di quam ad usum fruc­tum con­sti­tuen­dum per­ti­ne­re.

22Valens lib. I. Fideicommiss. Wenn fideicommissweise Alimente ausgesetzt worden sind, ohne deren Quantität zu bestimmen, so ist vor allen darauf zu sehen, was der Erblasser zu verabreichen gepflegt hat; sodann was er den übrigen von derselben Classe hinterlassen hat; lässt sich aus keinem von beiden Gewissheit ausmitteln, so muss aus dem Vermögen des Erblassers und aus der Lebensweise dessen, dem das Fideicommiss ausgesetzt worden, das Maass derselben bestimmt werden. 1Jemand, der den Freigelassenen seines Bruders zur Verabreichung von Alimenten verpflichtet war, hatte in seinem Testamente Weinberge mit dem Zusatz ausgesetzt: damit sie einen Gegenstand haben, von dem sie den Unterhalt beziehen. Hat er ihnen die Weinberge anstatt der Alimente ausgesetzt, so brauchen ihnen dieselben auf den Grund des Fideicommisses nur unter der Bedingung gewährt zu werden, wenn sie die Erben dagegen von der Verbindlichkeit aus dem [ersten] Testamente befreit haben, oder es werden die letztern, wenn dies unterlassen worden, und jene nachher aus dem Testamente Klage erheben, durch die Einrede der Arglist gesichert sein; natürlich wird hierbei vorausgesetzt, dass die Weinberge nicht weniger an Werth haben, als die Abschätzung der Alimente beträgt; der Zusatz: damit sie einen Gegenstand haben, von dem sie den Unterhalt beziehen, bezeichnet übrigens vielmehr den Grund des Vermächtnisses, als eine Bestellung des Niessbrauchs.

23Pau­lus li­bro quar­to ad Ne­ra­tium. Ro­ga­tus es, ut quen­dam edu­ces: ad vic­tum ne­ces­sa­ria ei prae­sta­re co­gen­dus es. Pau­lus: cur ple­nius est ali­men­to­rum le­ga­tum, ubi dic­tum est et ves­tia­rium et ha­bi­ta­tio­nem con­ti­ne­ri? im­mo am­bo exae­quan­da sunt.

23Paul. lib. IV. ad Nerat. Du bist gebeten worden, Jemanden zu erziehen, hiermit liegt dir die Nothwendigkeit ob, ihm den nöthigen Lebensbedarf zu reichen. Paulus: in wiefern ist nun das Vermächtniss von Alimenten weiter umfassend, worin, wie gesagt, Kleidung und Wohnung begriffen ist? Durchaus nicht, es stehen beide vielmehr einander gleich.