Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 33 übersetzt von Jungmeister unter Redaction von Sintenis
Dig. XXXIII10,
De suppellectile legata
Liber trigesimus tertius
X.

De suppellectile legata

(Vom Vermächtniss des Hausraths.)

1Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Su­pel­lex est do­mes­ti­cum pa­tris fa­mi­liae in­stru­men­tum, quod ne­que ar­gen­to au­ro­ve fac­to vel ves­ti ad­nu­me­re­tur.

1Pompon. lib. VI. ad Sabin. Hausrath ist die häusliche Einrichtung des Hausvaters, welche weder zum verarbeiteten Silber und Golde, noch zum Gewebe11S. Anm. 2. zu Buch 34. Inscription des zweiten Titels. A. d. R. gerechnet wird,

2Flo­ren­ti­nus li­bro un­de­ci­mo in­sti­tu­tio­num. Id est res mo­ven­tes non ani­ma­les.

2Florent. lib. XI. Instit. d. i. bewegliche Sachen, nicht lebende.

3Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Sup­pel­lec­ti­li le­ga­ta haec con­ti­nen­tur: men­sae, tra­pe­zo­pho­ra, del­fi­cae, sub­sel­lia, scam­na, lec­ti et­iam in­ar­gen­ta­ti, cul­ci­tae, to­ra­lia, im­pe­ria, va­sa aqua­ria, pel­ves, aqui­mi­na­lia, can­de­la­bra, lu­cer­nae, trul­la, 1Item va­sa ae­nea vul­ga­ria, id est quae non pro­prie es­sent lo­co ad­tri­bu­ta: 2Prae­ter­ea cap­sae, ar­ma­ria. sed sunt qui rec­te pu­tant cap­sas et ar­ma­ria, si li­bro­rum aut ves­tium aut ar­ma­men­to­rum gra­tia pa­ra­ta sint, non es­se in sup­pel­lec­ti­li, quia ne hae qui­dem ip­sae res, qui­bus ad­tri­bu­tae es­sent, sup­pel­lec­ti­lis in­stru­men­to ce­de­rent. 3Vi­trea es­ca­ria et po­to­ria in su­pel­lec­ti­li sunt sic ut fic­ti­lia, nec so­lum vul­ga­ria, sed et­iam quae in pre­tio mag­no sunt: nam et pel­ves ar­gen­teas et aqui­mi­na­lia ar­gen­tea et men­sas et lec­tos in­ar­gen­ta­tos vel in­au­ra­tos at­que gem­ma­tos in su­pel­lec­ti­li es­se non du­bi­ta­tur, us­que ad­eo, ut idem iu­ris sit et si to­ta ar­gen­tea vel au­rea sint. 4De mur­ri­nis et crys­tal­li­nis du­bi­ta­ri pot­est an de­beant ad­nu­me­ra­ri su­pel­lec­ti­li prop­ter ex­imium usum et pre­tium: sed et de his idem di­cen­dum est, 5Nec in­ter­est, cu­ius ma­te­riae sunt res, quae sunt in sup­pel­lec­ti­li. sed cra­te­rem ar­gen­teum non es­se in su­pel­lec­ti­li nec ul­lum vas ar­gen­teum se­cun­dum sae­cu­li se­ve­ri­ta­tem non­dum ad­mit­ten­tis su­pel­lec­ti­lem ar­gen­team ho­die, prop­ter usum im­pe­ri­to­rum si in ar­gen­to re­la­tum sit can­de­la­brum ar­gen­teum, ar­gen­ti es­se vi­de­tur, et er­ror ius fa­cit.

3Paul. lib. IV. ad Sabin. Das Vermächtniss des Hausraths umfasst Tische, Statuen zum Tragen der Tische, Delfiken22Art dreibeiniger Tische., Sessel, Bänke, Bettstellen, auch die mit Silber beschlagenen Matratzen, Polster, Decken, Kissen, Wassernäpfe, Wassergefässe, Waschbecken, Armleuchter, Laternen, Trinkschalen33Ueber diese Stelle s. Jo. Leunclavii Notator. lib. II. c. 73. (Th. Ott. III. p. 1520) und wegen der Lesarten und kritischen Bemühungen mehrerer Ausdrücke ebend. und Nico. Catharinaei Observ. et Conj. lib. II. cap. 40. (Th. Meerm. VI. p. 783 a.) A. d. R.. 1Auch gemeine eherne Gefässe, in sofern sie nicht einem Orte ausschliesslich zugetheilt worden sind. 2Ausserdem Kasten, Schränke. Einige glauben jedoch mit Recht, dass Kasten und Schränke44S. Bynkershoek Obs. IV. cap. 6. A. d. R., wenn sie der Bücher, Kleider oder anderer Geräthschaften halber angeschafft worden sind, nicht zum Hausrath gehören, weil die Sachen selbst, für welche sie bestimmt worden sind, nicht zum Hausrath gerechnet werden. 3Gläserne Ess- und Trinkgeschirre gehören zum Hausrathe, wie die thönernen; und nicht blos gemeine, sondern auch die von grossem Werthe. Denn es kann nicht bezweifelt werden, dass auch silberne Waschbecken und dergleichen Wassernäpfe, sowie versilberte oder vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Tische und Bettstellen zum Hausrath gehören, und zwar geht dies soweit, dass eben dasselbe Rechtens ist, wenn sie auch ganz von Silber oder Gold sind. 4Bei den murrhinischen und krystallenen Gefässen kann bezweifelt werden, ob sie wegen ihres ausserordentlichen Gebrauchs und Werthes zum Hausrath gerechnet werden müssen. Aber auch von diesen Gegenständen muss dasselbe gesagt werden. 5Es kommt auch nicht darauf an, von welchem Stoffe die Sachen sind, welche zum Hausrath gehören. Doch gehörte [früher] zum Hausrath weder ein silberner Schwankkessel, noch irgend ein silbernes Gefäss, vermöge der Strenge der Vorzeit, welche keinen silbernen Hausrath verstattete. Heutzutage wird in Gemässheit des Gebrauchs der Unkundigen55Diese Stelle, wo zuvörderst zu bemerken ist, dass die Lesart der Florentine, imperitorum hoffentlich nicht mehr bezweifelt wird, will sagen: es ist eine ausgemachte Sache, dass heutzutage silberne Armleuchter zum Hausgeräth gerechnet werden, und nur, wenn Jemand dessen unkundig einen solchen zum Silber zählen sollte, hat es dabei sein Bewenden, weil der Irrthum hier den Rechtsbegriff bildet; s. Pet. Perenonii Animadvers. I. c. 18. (Th. Ott. I. p. 614.) Des. Heraldi Obs. et Emend. cap. 29. (lb. II. p. 1348.) A. d. R. ein silberner Armleuchter nur, wenn er unter dem Silberzeug aufgezählt worden, auch zum Silberzeng gerechnet; und bildet hier der Irrthum das Recht.

4Idem li­bro sin­gu­la­ri de in­stru­men­ti sig­ni­fi­ca­tio­ne. Re­dae et se­du­la­ria sup­pel­lec­ti­li ad­nu­me­ra­ri so­lent.

4Idem lib. sing. de instrum. signif. Reisewagen66Rheda ist im Gegensatz zu carruia, ein offener Reisewagen, der nicht, wie letztere, hauptsächlich für Frauen bestimmt war. A. d. R. und die dazu gehörigen Sitzbänke pflegen zum Hausrathe gezählt zu werden.

5Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. De ta­pe­tis quae­ri pot­est, sub­sel­lia ca­the­dra­ria qui­bus in­ster­ni so­lent utrum in ves­te sint, sic­ut stra­gu­la, an in sup­pel­lec­ti­li, sic­ut to­ra­lia, quae pro­pria stra­gu­lo­rum non sunt. et hoc ma­gis pla­cuit ea su­pel­lec­ti­li con­ti­ne­ri. 1De ta­pe­tis au­tem vel lin­teis, qui­bus in­ster­nun­tur ve­hi­cu­la, du­bi­ta­ri pot­est, an sint in sup­pel­lec­ti­li. sed di­cen­dum est po­tius in­stru­men­ti via­to­rii ea es­se, sic­ut pel­les, qui­bus in­vol­vun­tur ves­ti­men­ta, lo­ra quo­que, qui­bus hae pel­les con­strin­gi so­lent.

5Idem lib. IV. ad Sabin. Bei den Teppichen, womit die Ehrensessel bedeckt zu werden pflegen, kann man fragen, ob sie zu dem Gewebe gehören, wie die Sophateppiche, oder zu dem Hausrath, wie die Bettvorhänge, welche eigentlich nicht zu den Decken gehören? Man hat sich jedoch mehr dafür entschieden, dass sie unter dem Hausrath begriffen seien. 1Bei den Teppichen und leinenen Decken dagegen, womit die Wagen bedeckt werden, kann man zweifeln, ob sie zum Hausrath gehören. Es ist jedoch dafür zu entscheiden, dass sie mehr zum Reisebedarf gehören, wie die Felle, worein die Kleider gepackt werden, und wie die Riemen, womit man diese Felle zusammenzuschnüren pflegt.

6Al­fe­nus li­bro ter­tio di­ges­to­rum a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Su­pel­lec­ti­lis eas es­se res pu­to, quae ad usum com­mu­nem pa­tris fa­mi­lias pa­ra­tae es­sent, quae no­men sui ge­ne­ris se­pa­ra­tim non ha­be­rent: qua­re quae ad ar­ti­fi­cii ge­nus ali­quod per­ti­ne­rent ne­que ad com­mu­nem usum pa­tris fa­mi­lias ac­com­mo­da­tae es­sent, su­pel­lec­ti­lis non es­se. 1Sed nec pu­gil­la­res et co­di­ces in su­pel­lec­ti­li sunt.

6Alfen. lib. III. Digest. a Paul. epitom. Zum Hausrath gehören, glaube ich, alle diejenigen Sachen, welche zum gemeinen Gebrauch des Hausvaters angeschafft worden sind, in sofern sie nicht zu einer besondern und namhaften Kategorie gehören. Alles, was daher zu irgend einer Gattung eines Kunstwerks gehört und nicht zum gemeinen Gebrauche des Hausvaters angeschafft worden ist, gehört nicht zum Hausrath. 1Aber auch Schreibtafeln und Handschriften gehören nicht zum Hausrath.

7Cel­sus li­bro no­no de­ci­mo di­ges­to­rum. La­beo ait ori­gi­nem fuis­se su­pel­lec­ti­lis, quod olim his, qui in le­ga­tio­nem pro­fi­cis­ce­ren­tur, lo­ca­ri so­le­rent, quae sub pel­li­bus usui fo­rent. 1Tu­be­ro hoc mo­do de­mons­tra­re su­pel­lec­ti­lem temp­tat: in­stru­men­tum quod­dam pa­tris fa­mi­liae re­rum ad cot­ti­dia­num usum pa­ra­ta­rum, quod in aliam spe­ciem non ca­de­ret, ut ver­bi gra­tia pe­num ar­gen­tum ves­tem or­na­men­ta in­stru­men­ta agri aut do­mus. nec mi­rum est mo­ri­bus ci­vi­ta­tis et usu re­rum ap­pel­la­tio­nem eius mu­ta­tam es­se: nam fic­ti­li aut lig­nea aut vi­trea aut ae­rea de­ni­que su­pel­lec­ti­li ute­ban­tur, nunc ex ebo­re at­que tes­tu­di­ne et ar­gen­to, iam ex au­ro et­iam at­que gem­mis su­pel­lec­ti­li utun­tur. qua­re spe­ciem po­tius re­rum, quam ma­te­riam in­tue­ri opor­tet, sup­pel­lec­ti­lis po­tius an ar­gen­ti, an ves­tis sint. 2Ser­vius fa­te­tur sen­ten­tiam eius qui le­ga­ve­rit aspi­ci opor­te­re, in quam ra­tio­nem ea so­li­tus sit re­fer­re: ve­rum si ea, de qui­bus non amb­ige­re­tur, quin in alie­no ge­ne­re es­sent, ut pu­ta es­ca­rium ar­gen­tum aut pae­nu­las et to­gas, su­pel­lec­ti­li quis ad­scri­be­re so­li­tus sit, non id­cir­co ex­is­ti­ma­ri opor­te­re su­pel­lec­ti­li le­ga­ta ea quo­que con­ti­ne­ri: non enim ex opi­nio­ni­bus sin­gu­lo­rum, sed ex com­mu­ni usu no­mi­na ex­au­di­ri de­be­re. id Tu­be­ro pa­rum si­bi li­que­re ait: nam quor­sum no­mi­na, in­quit, ni­si ut de­mons­tra­rent vo­lun­ta­tem di­cen­tis? equi­dem non ar­bi­tror quem­quam di­ce­re, quod non sen­ti­ret, ut ma­xi­me no­mi­ne usus sit, quo id ap­pel­la­ri so­let: nam vo­cis mi­nis­te­rio uti­mur: ce­te­rum ne­mo ex­is­ti­man­dus est di­xis­se, quod non men­te agi­ta­ve­rit. sed et­si mag­nope­re me Tu­be­ro­nis et ra­tio et auc­to­ri­tas mo­vet, non ta­men a Ser­vio dis­sen­tio non vi­de­ri quem­quam di­xis­se, cu­ius non suo no­mi­ne usus sit. nam et­si prior at­que po­ten­tior est quam vox mens di­cen­tis, ta­men ne­mo si­ne vo­ce di­xis­se ex­is­ti­ma­tur: ni­si for­te et eos, qui lo­qui non pos­sunt, co­na­to ip­so et so­no quo­dam καὶ τῇ ἀνάρθρῳ φωνῇ di­ce­re ex­is­ti­ma­mus.

7Celsus lib. XIX. Dig. Labeo sagt, der Ursprung des Wortes supellex sei der, dass ehemals denjenigen, welche in die Statthalterschaft reisten, dasjenige vermiethet zu werden pflegte, was sie etwa sub pellibus (unter den Zelten) gebrauchen möchten. 1Tubero versucht es, auf diese Weise supellex zu erklären. Irgend ein Geräth des Hausvaters unter den zum täglichen Gebrauch bestimmten Gegenständen, was nicht in eine andere Gattung einschlage, wie z. B. in Vorrath, Silberzeug, Gewebe, Schmuck in Feld- und Hauszubehör. Auch kann es nicht wundern, dass die Benennung desselben durch die Sitten des Staats und den Gebrauch der Gegenstände verändert worden ist. Denn sonst dienten thönerne, hölzerne, gläserne oder eherne Gegenstände zum Hausrath; jetzt werden dergleichen aus Elfenbein, Schildkröte, Silber, selbst aus Gold und Edelstein, als Hausrath gebraucht. Daher muss man mehr auf die Art der Gegenstände, als auf ihren Stoff77Einige Ausgaben enthalten mit den Zwischensatz: (jedoch nur bei denen, wo gezweifelt werden kann). sehen, ob sie zum Hausrathe, oder zum Silberzeug, oder zum Gewebe gehören. 2Servius bekennt sich zu der Ansicht, dass die Meinung dessen, welcher das Vermächtniss hinterlassen hat, wohin er [den betreffenden Gegenstand] zu rechnen pflegte, erforscht werden müsse. Wenn jedoch Jemand das, von dem es nicht zweifelhaft ist, dass es zu einer andern Gattung gehört, wie z. B. silbernes Tafelgeschirr, Ueberröcke und Togen, dem Hausrathe hinzuzurechnen pflegte, so durfte man deshalb nicht annehmen, dass unter dem vermachten Hausrathe auch diese Gegenstände begriffen seien. Denn nicht nach der Meinung Einzelner, sondern nach dem allgemeinen Gebrauche müssten Benennungen verstanden werden. Dies, sagt Tubero, leuchte ihm wenig ein; denn wozu, spricht er, Benennungen, als nur um den Willen des Erklärenden anzuzeigen? Wenigstens glaube ich nicht, dass Jemand eine Benennung für etwas gebraucht, wovon er nicht glaubt, dass er sich in der That der Benennung bedient habe, womit der Gegenstand benannt zu werden pflegt88Diese Stelle hat einige Dunkelheit: quemquam dicere quod non sentiret, ut maxime nomine usus sit, quo id appellari solet. Haloander schiebt daher vor solet ein non ein; dies verwirft Jauch. de Negation. p. 77. und schlägt vor, appellare zu lesen. wenn man dies als zulässig anerkennt, so ist alle Schwierigkeit gehoben; denn soviel ist klar, dass Tubero die eigenthümliche Benennung im Sinne des Testaments verstanden wissen will, wenn auch der allgemeine Gebrauch dagegen ist. S. Perenon. l. l. c. 18. (Th. Ott. p. 614.) So wie wir die Stelle nach unserm Text nehmen müssen, muss man den ganzen Satz als zusammenhängend denken, wo dann der Nachdruck auf dem sentiret liegt, indem das appellari solet jeden Falls den allgemeinen Gebrauch bezeichnet. A. d. R.. Denn die Worte sind nur ein dienstbares Mittel; übrigens darf auch von Niemandem angenommen werden, dass er etwas gesagt, was er nicht vorher überlegt habe. Aber so sehr ich auch die Gründe und das Ansehn des Tubero anerkenne, so kann ich doch dem Servius nicht Unrecht geben, dass man nicht annehmen dürfe, Jemand habe etwas gesprochen, ohne sich dazu der eigenthümlichen Bezeichnung bedient zu haben. Denn obgleich die Absicht des Sprechenden früher und wichtiger ist, als die Sprache, so nimmt man doch nicht an, dass Jemand ohne Sprache geredet habe, oder man müsste annehmen, dass auch diejenigen, welche nicht reden können, schon bei einem Versuche dazu und mit irgend einem Tone, καὶ τῇ ἀνάρθρῳ φωνῇ (d. i. mit unarticulirten Lauten) wirklich sprechen.

8Mo­des­ti­nus li­bro no­no re­spon­so­rum. Cum qui­dam uxo­ri suae le­ga­ve­rat do­mum cum iu­re suo om­ni et in­stru­men­to et su­pel­lec­ti­li, quae­re­ba­tur, an vi­de­re­tur et ar­gen­tum es­ca­le et po­to­rium le­ga­to con­ti­ne­ri. re­spon­dit, si quid in su­pel­lec­ti­li ar­gen­tum est, de­be­ri, es­ca­le au­tem vel po­to­rium ar­gen­tum non de­be­ri, ni­si hoc quo­que tes­ta­to­rem sen­sis­se le­ga­ta­rius do­ceat.

8Modest. lib. IX. Respons. Als Jemand seiner Gattin ein Haus mit allen Gerechtsamen, Zubehör und Hausrath vermacht hatte, wurde angefragt, ob auch das silberne Ess- und Trinkgeschirr als in dem Vermächtnisse enthalten anzunehmen sei? Er antwortete: sei etwas unter dem Hausrathe von Silber, so müsse es verabfolgt werden; das silberne Ess- und Trinkgeschirr müsse nicht verabfolgt werden, insofern der Vermächtnissinhaber nicht darthue, dass der Testator auch dieses gemeint habe.

9Pa­pi­nia­nus li­bro sep­ti­mo re­spon­so­rum. Le­ga­ta su­pel­lec­ti­li cum spe­cies ex ab­un­dan­ti per im­pe­ritiam enu­me­ren­tur, ge­ne­ra­li le­ga­to non de­ro­ga­tur: si ta­men spe­cies cer­ti nu­me­ri de­mons­tra­tae fue­rint, mo­dus ge­ne­ri da­tus in his spe­cie­bus in­tel­le­gi­tur. idem ser­va­bi­tur in­struc­to prae­dio le­ga­to, si quae­dam spe­cies nu­me­rum cer­tum ac­ce­pe­rint. 1Su­pel­lec­ti­lis men­sas es­se cu­ius­cum­que ma­te­riae, sci­li­cet vel ar­gen­teas vel ar­gen­to in­clu­sas pla­cet: nam et ar­gen­teos lec­tos, item ar­gen­tea can­de­la­bra su­pel­lec­ti­li ce­de­re pos­te­rior ae­tas re­ce­pit: cum et Uli­xem ex au­ro et ar­gen­to lec­tum vi­ven­tis ar­bo­ris trun­cis ae­di­fi­ca­tum or­nas­se, quem Pe­ne­lo­pa re­co­gnos­cen­di vi­ri sig­num ac­ce­pit, ut vo­luit Ho­me­rus. 2Su­pel­lec­ti­li sua om­ni le­ga­ta ac­cep­tum ar­gen­tum pig­no­ri non con­ti­ne­bi­tur, quia su­pel­lec­ti­lem suam le­ga­vit, uti­que si non in usu cre­di­to­ris id ar­gen­tum vo­lun­ta­te de­bi­to­ris fuit, sed pro­pos­i­tum prop­ter con­trac­tus fi­dem ac re­sti­tuen­dae rei vin­cu­lum.

9Papinian. lib. VII. Respons. Ist der Hausrath vermacht worden, so wird dadurch, dass zum Ueberflusse einzelne Stücke aus Unkunde aufgezählt worden, das allgemeine Vermächtniss nicht entkräftet. Wären jedoch Stücke in bestimmter Anzahl aufgeführt worden, so wird darunter bei diesen Rubriken ein der Gattung bestimmtes Maass verstanden. Eben dies wird bei dem Vermächtnisse eines Grundstücks mit der Einrichtung angenommen, wenn einigen Stücken eine bestimmte Zahl beigefügt ist. 1Man nimmt an, dass zum Hausrathe Tische von jedem Stoffe gehören, sowohl silberne, als mit Silber eingefasste. Denn dass silberne Bettstellen und silberne Armleuchter zum Hausrath gehören, hat die spätere Zeit angenommen, indem bereits Ulysses, wie Homer es will, das aus den Stämmen eines grünen Baumes gezimmerte Bett, was Penelope als Zeichen für die Wiedererkennung ihres Mannes erhielt, mit Gold und Silber schmückte. 2Hat Jemand aber seinen sämmtlichen Hausrath vermacht, so wird doch das zum Pfande erhaltene Silberzeug darunter nicht mit begriffen, weil er nur seinen Hausrath vermacht hat, besonders wenn dies Silberzeug nach dem Willen des Schuldners nicht im Gebrauche des Gläubigers sich befand, sondern nur hingegeben war zur Sicherheit des Vertrags, als verpflichtendes Band für die Rückgabe der Sache.

10Ia­vo­le­nus li­bro ter­tio ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Qui ves­tem om­nem et res plu­rium ge­ne­rum su­pel­lec­ti­lis ex­pen­so fer­re so­li­tus erat, is uxo­ri su­pel­lec­ti­lem le­ga­ve­rat. rec­te ne­ga­bant ves­tem le­ga­to ces­su­ram La­beo Ofi­lius Cas­cel­lius, quia non pos­set vi­de­ri ves­tis ap­pel­la­tio­ne su­pel­lec­ti­lis con­ti­ne­ri.

10Javolen. lib. III. ex Post. Labeon. Jemand, welcher alles Gewebe und Dinge von mehreren Gattungen zum Hausrath zu rechnen pflegte, hatte seiner Gattin den Hausrath vermacht. Mit Recht verneinten Labeo, Ofilius und Cascellius, dass auch das Gewebe in dem Vermächtnisse begriffen sei, weil unter der Benennung Hausrath nicht das Gewebe als begriffen betrachtet werden könne.

11Idem li­bro de­ci­mo ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Va­sa ae­nea sa­lien­tis aquae po­si­ta, item si quid aliud ma­gis de­li­cia­rum quam usus cau­sa pa­ra­tum es­set, non es­se su­pel­lec­ti­lis La­beo Tre­ba­tius pu­tant. mur­rea au­tem va­sa et vi­trea, quae ad usum, eden­di et bi­ben­di cau­sa, pa­ra­ta es­sent, in su­pel­lec­ti­li di­cun­tur es­se.

11Idem lib. X. ex Post. Labeon. Labeo und Trebatius nehmen an, dass eherne Gefässe zu springenden Wassern, ingleichen Alles, was mehr zur Annehmlichkeit als um des Nutzens willen angeschafft worden, nicht zum Hausrath gehören. Murrhinische und gläserne zum Gebrauche beim Essen und Trinken angeschaffte Gefässe werden unter den Hausrath gerechnet.

12La­beo li­bro quar­to pi­tha­non a Pau­lo epi­to­ma­to­rum. Quem­ad­mo­dum ur­ba­nus ser­vus et rus­ti­cus di­stin­gui­tur non lo­co, sed ge­ne­re usus, ita ur­ba­na penus et su­pel­lex ad usum ur­ba­num, non ad lo­cum ur­ba­num aut per­egri­num di­ri­gen­da est, mul­tum­que in­ter­est, penus et su­pel­lex ea quae in ur­be sit an ur­ba­na le­ge­tur vel pro­mit­ta­tur.

12Labeo lib. IV. Pith. ex Paul. Epitom. Sowie ein Sclave zum Dienste in der Stadt und auf dem Lande nicht nach dem Orte, sondern nach der Art seines Gebrauchs unterschieden wird, so muss auch städtischer Vorrath und Hausrath zum Gebrauche in der Stadt nicht auf die Oertlichkeit in der Stadt oder auf dem Lande bezogen werden; und es ist ein grosser Unterschied, ob der Vorrath oder Hausrath, welcher in der Stadt ist, oder der städtische vermacht oder versprochen wird.

13Mo­des­ti­nus li­bro no­no re­spon­so­rum. Re­spon­dit: num­quam ex eo, quod su­pel­lec­ti­lem le­ga­vit ma­ri­tus tes­ta­men­to, ha­bi­ta­tio­nem, in qua su­pel­lex fuit, le­gas­se vi­de­tur. qua­re con­tra de­func­ti vo­lun­ta­tem ha­bi­ta­tio­nem si­bi mu­lie­rem vin­di­ca­re pro­cul du­bio est.

13Modestin. lib. IX. Resp. [sagt:] Niemals kann daraus, dass der Mann im Testament den Hausrath vermacht hat, geschlossen werden, er habe auch die Wohnung, worin der Hausrath sich befand, mit vermacht. Daher würde unzweifelhaft eine Frau wider den Willen des Verstorbenen sich die Wohnung zueignen.

14Cal­lis­tra­tus li­bro ter­tio de co­gni­tio­ni­bus. Fun­do le­ga­to in­stru­men­tum eius non ali­ter le­ga­to ce­dit, ni­si spe­cia­li­ter id ex­pres­sum sit: nam et do­mo le­ga­ta ne­que in­stru­men­tum eius ne­que su­pel­lex ali­ter le­ga­to ce­dit, quam si id ip­sum no­mi­na­tim ex­pres­sum a tes­ta­to­re fue­rit.

14Callistr. lib. III. de Cognit. Ist ein Landgut vermacht worden, so gehört der Beilass nur dann mit zu dem Vermächtnisse, wenn dies besonders ausgedrückt worden ist. Denn auch bei einem vermachten Hause gehört weder der Beilass noch der Hausrath anders zu dem Vermächtnisse, als wenn der Testator dies selbst namentlich ausgedrückt hat.