Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Scaev.dig. XVII
Digestorum lib.Scaevolae Digestorum libri

Digestorum libri

cum Notis Tryphonini

Ex libro XVII

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 37,1De bonorum possessionibus (Vom Nachlassbesitz.)Dig. 37,2Si tabulae testamenti extabunt (Wenn ein Testament vorhanden ist.)Dig. 37,3De bonorum possessione furioso infanti muto surdo caeco competente (Von dem den Wahnsinnigen, Kindern, Stummen, Tauben und Blinden zustehenden Nachlassbesitz.)Dig. 37,4De bonorum possessione contra tabulas (Von dem Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt.)Dig. 37,5De legatis praestandis contra tabulas bonorum possessione petita (Von der Entrichtung der Vermächtnisse, wenn der Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt gefordert worden ist.)Dig. 37,6De collatione bonorum (Von dem Einwerfen.)Dig. 37,7De dotis collatione (Vom Einwerfen der Mitgift.)Dig. 37,8De coniungendis cum emancipato liberis eius (Von der Verbindung des aus der Gewalt Entlassenen mit seinen Kindern.)Dig. 37,9De ventre in possessionem mittendo et curatore eius (Von der Setzung der Leibesfrucht in den Besitz und deren Curator.)Dig. 37,10De Carboniano edicto (Vom Carbonianischen Edicte.)Dig. 37,11De bonorum possessione secundum tabulas (Vom Nachlassbesitz zufolge des Testamentsinhalts.)Dig. 37,12Si a parente quis manumissus sit (Wenn Jemand von seinem Vater aus der Gewalt entlassen worden ist.)Dig. 37,13De bonorum possessione ex testamento militis (Vom Nachlassbesitz aus dem Testamente eines Soldaten.)Dig. 37,14De iure patronatus (Vom Rechte der Freilasserschaft.)Dig. 37,15De obsequiis parentibus et patronis praestandis (Von dem den Eltern und Freilassern zu leistenden ehrerbietigen Gehorsam.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 32,35Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. Pa­tro­nus li­ber­to sta­tim tri­bum emi pe­tie­rat: li­ber­tus diu mo­ram ab he­rede pa­tro­ni pas­sus est et de­ce­dens he­redem re­li­quit cla­ris­si­mum vi­rum: quae­si­tum est, an tri­bus aes­ti­ma­tio he­redi eius de­bea­tur. re­spon­dit de­be­ri. idem quae­siit, an et com­mo­da et prin­ci­pa­les li­be­ra­li­ta­tes, quas li­ber­tus ex ea­dem tri­bu us­que in diem mor­tis suae con­se­cu­tu­rus fuis­set, si ei ea tri­bus se­cun­dum vo­lun­ta­tem pa­tro­ni sui tunc com­pa­ra­ta es­set, an ve­ro usu­rae aes­ti­ma­tio­nis he­redi eius de­bean­tur. re­spon­di, quid­quid ip­se con­se­cu­tu­rus es­set, id ad he­redem suum trans­mit­te­re. 1Sem­pro­nio ita le­ga­vit: ‘Sem­pro­nius su­mi­to prae­dia mea om­nia, quae sunt us­que ad prae­dium, quod vo­ca­tur Gaas, fi­ni­bus Ga­la­tiae, sub cu­ra vi­li­ci Pri­mi, ita ut haec om­nia in­struc­ta sunt’. quae­si­tum est, cum in eo­dem con­fi­nio prae­dio­rum unum sit prae­dium non Ga­la­tiae, sed Cap­pa­do­ciae fi­ni­bus, sub cu­ra ta­men eius­dem vi­li­ci, an et­iam id prae­dium cum ce­te­ris ad Sem­pro­nium per­ti­neat. re­spon­dit et hoc de­be­ri. 2Li­ber­tis, quos no­mi­na­ve­rat, ita le­ga­vit: ‘fun­dum Tre­ba­tia­num, qui est in re­gio­ne Atel­la­ta, item fun­dum Sa­tria­num, qui est in re­gio­ne Ni­pha­na, cum ta­ber­na da­ri vo­lo’. quae­si­tum est, cum in­ter fun­dos, quos su­pra le­ga­vit, sit qui­dem fun­dus vo­ca­bu­lo Sa­tria­nus, in re­gio­ne ta­men Ni­pha­na non sit, an ex cau­sa fi­dei­com­mis­si li­ber­tis de­bea­tur. re­spon­dit, si nul­lus es­set Sa­tria­nus in re­gio­ne Ni­pha­na et de eo sen­sis­se tes­ta­to­rem cer­tum sit, qui ali­bi es­set, non id­cir­co mi­nus de­be­ri, quia in re­gio­ne de­sig­nan­da lap­sus es­set. 3Co­di­cil­lis con­fir­ma­tis ita ca­vit: ‘Ti­bur­ti­bus mu­ni­ci­pi­bus meis aman­tis­si­mis­que sci­tis ba­li­neum Iu­lia­num iunc­tum do­mui meae, ita ut pu­bli­ce sump­tu he­redum meo­rum et di­li­gen­tia de­cem men­si­bus to­tius an­ni prae­bea­tur gra­tis’. quae­si­tum est, an et sump­tus re­fec­tio­ni­bus ne­ces­sa­rios he­redes prae­sta­re de­beant. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­de­ri tes­ta­to­rem su­per ca­le­fac­tio­nis et prae­bitio­nis onus de his quo­que sen­sis­se, qui ad cot­ti­dia­nam tu­te­lam per­ti­neant, qui­bus ba­li­neae aut in­struun­tur aut de­ni­que in­ter so­li­tas ces­sa­tio­num vi­ces pa­ra­ri pur­ga­ri­que, ut ha­bi­les ad la­van­dum fie­rent, sint so­li­tae.

Idem lib. XVII. Dig. Ein Freilasser hatte gebeten, dass seinem Freigelassenen sogleich eine Tribus{note *}D. h. dass er in eine bestimmte Rangclasse der Bürger eingekauft werde, wovon grössere Vortheile abhängen konnten. S. Westphal hermeneut. syst. Commentar zu den Gesetzen der Lehre von Verm. u. Fideicomm. Thl. I. S. 183. A. d. R.{/note} gekauft werden möchte; der Freigelassene hat lange einen Verzug von Seiten des Erben des Freilassers geduldet und, da er verstarb, einen hochachtbaren Mann zum Erben binterlassen; man hat gefragt, ob der Werth der Tribus dem Erben desselben gebühre? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, er gebühre [demselben.] Derselbe hat gefragt, ob auch die Vortheile und die kaiserlichen Freigeligkeiten, welche der Freigelassene aus eben derselben Tribus bis zu seinem Todestage erlangt haben würde, wenn für denselben jene Tribus dem Willen seines Freilassers gemäss damals angeschafft worden wäre, oder aber ob die Zinsen des Werths dem Erben desselben gebühren. Ich habe das Gutachten ertheilt, Alles, was er selbst erlangt haben würde, das übertrage er auf seinen Erben. 1[Jemand] hat dem Sempronius so vermacht: Sempronius soll alle jene Grundstücke nehmen, welche bis zu dem Grundstück liegen, welches Gaas genannt wird, an den Grenzen von Galatia, unter der Besorgung meines ersten Verwalters, sowie sie alle eingerichtet sind; man hat gefragt, ob, da in demselben Bezirk der Grundstücke eins nicht an den Grenzen von Galatia, sondern von Cappadocia liege, jedoch unter der Besorgung desselben Verwalters auch dieses Grundstück mit den übrigen dem Sempronius gehöre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt; auch dies gebühre ihm. 2[Jemand] hat seinen Freigelassenen, welche er genannt hatte, so vermacht: Ich will das trebatianische Grundstück, welches in der Landschaft Atellata liegt, ingleichen das Satrianische Grundstück, welches in der Landschaft Niphana liegt, mit einer Bude gegeben wissen; man hat gefragt, ob, da unter den Grundstücken, welche er oben vermacht hat, zwar ein Grundstück mit Namen: das Satrianische sich befindet, jedoch nicht in der Landschaft Niphana gelegen ist, es in Folge des Fideicommisses den Freigelassenen gebühre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, wenn kein Satrianisches Grundstück in der Landschaft Niphana gelegen wäre, und es gewiss sei, dass der Testator dasjenige im Sinne gehabt habe, welches anderswo gelegen wäre, so gebühre es darum nicht weniger, weil er sich in der Bezeichnung der Landschaft geirrt hätte. 3Jemand hat in einem bestätigten Codicill so verordnet: An die Tiburter, meine sehr geliebten Municipal-Mitbürger. Ihr kennt das Julianische Bad, welches an mein Haus angebaut ist, dies soll öffentlich auf Kosten und durch die Sorge meiner Erben zehn Monate im ganzen Jahre umsonst dargereicht werden; man hat gefragt, ob die Erben auch die zu den Ausbesserungen nothwendigen Kosten tragen müssen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss scheine der Testator ausser der Last der Heitzung und der Darreichung auch die [Kosten] im Sinne gehabt zu haben, welche zur gewöhnlichen Unterhaltung gehören, und mit welchen die Bäder entweder eingerichtet werden, oder unter dem gewöhnlichen Wechsel des Nichtgebrauchs zubereitet und gereinigt zu werden pflegen, damit sie zum Baden geeignet wurden.

Dig. 32,102Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. His ver­bis le­ga­vit: ‘uxo­ri meae la­te­ra­lia mea via­to­ria et quid­quid in his con­di­tum erit, quae mem­bra­nu­lis mea ma­nu scrip­tis con­ti­ne­buntur nec ea sint ex­ac­ta cum mo­riar, li­cet in ra­tio­nes meas trans­la­ta sint et cau­tio­nes ad ac­to­rem meum trans­tu­le­rim’. hic chi­ro­gra­pha de­bi­to­rum et pe­cu­niam, cum es­set pro­fec­tu­rus in ur­bem, in la­te­ra­li­bus con­di­dit et chi­ro­gra­phis ex­ac­tis quam pe­cu­nia ero­ga­ta re­ver­sus in pa­triam post bi­en­nium alia chi­ro­gra­pha prae­dio­rum, quae post­ea com­pa­ra­ve­rat, et pe­cu­niam in la­te­ra­lia con­di­dit. quae­si­tum est, an ea tan­tum vi­dea­tur no­mi­na ei le­gas­se, quae post­ea re­ver­sus in is­dem11Die Großausgabe liest his­dem statt is­dem. la­te­ra­li­bus con­di­dit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non de­be­ri quae mor­tis tem­po­re in his la­te­ra­li­bus es­sent et mem­bra­nis ma­nu eius scrip­tis con­ti­ne­ren­tur. idem quae­siit, an, cum emp­tio­nes prae­dio­rum in is­dem22Die Großausgabe liest his­dem statt is­dem. la­te­ra­li­bus con­di­de­rat, prae­dia quo­que le­ga­to ce­dant. re­spon­dit non qui­dem ma­ni­fes­te ap­pa­re­re, quid de prae­diis sen­sis­set, ve­rum si ea men­te emp­tio­nes ibi ha­be­ret, ut his le­ga­ta­riae da­tis pro­prie­tas prae­dio­rum prae­sta­re­tur, pos­se de­fen­di prae­dia quo­que de­be­ri. 1Pa­ter fa­mi­lias ita le­ga­vit: ‘lan­ces nu­me­ro duas le­ves, quas de sigil­la­ri­bus emi, da­ri vo­lo’: is de sigil­la­ri­bus le­ves qui­dem non eme­rat, lan­ces au­tem emp­tas ha­be­bat, et dic­ta­ve­rat tes­ta­men­tum an­te tri­duum quam mo­re­re­tur: quae­si­tum est, an hae lan­ces, quas emp­tas de sigil­la­ri­bus ha­buit, le­ga­to ce­de­rent, cum nul­las alias de sigil­la­ri­bus eme­rit nec le­ga­ve­rit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur de­be­ri eas, quas de sigil­la­ri­bus emis­set. 2Alum­no prae­ce­pit mi­li­tiam his ver­bis: ‘Sem­pro­nio alum­no meo il­lud et il­lud: et, cum per ae­ta­tem li­ce­bit, mi­li­tiam il­lam cum in­tro­itu com­pa­ra­ri vo­lo: huic quo­que om­nia in­te­gra’. quae­si­tum est, si Sem­pro­nius eam mi­li­tiam si­bi com­pa­ra­ve­rit, an pre­tium eius, sed et id, quod pro in­tro­itu ero­ga­ri so­let, ex cau­sa fi­dei­com­mis­si ab he­redi­bus con­se­qui pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur pos­se. 3Idem tes­ta­tor li­ber­to mi­li­tiam his ver­bis le­ga­vit: ‘Se­io li­ber­to meo mi­li­tiam do le­go il­lam’, quam mi­li­tiam et tes­ta­tor ha­buit: quae­si­tum est, an one­ra om­nia et in­tro­itus mi­li­tiae ab he­rede sint dan­da. re­spon­dit dan­da.

Idem lib. XVII. Digest. [Jemand] hat mit diesen Worten vermacht: meiner Ehefrau [vermache ich] meine Reisetasche und Alles, was in derselben aufbewahrt sein wird, was in dem mit meiner Hand beschriebenen Journal11Membranulae entspricht unserm Strazze, Westphal, a. a. O. S. 497. enthalten sein wird, und nicht eingeklagt ist, wenn ich sterben werde, wenn gleich es in meine Rechnungen eingetragen ist, und ich die Schuldscheine meinem Geschäftsführer übergeben habe; dieser hat, als er in die Stadt reisen wollte, die Scheine seiner Schuldner und Geld in der Reisetasche aufbewahrt; und nachdem sowohl die Schuldscheine eingeklagt worden, als auch das Geld ausgegeben war, ist er nach zwei Jahren in seine Vaterstadt zurückgekehrt, und hat andere Schuldscheine über Grundstücke, welche er nachher erworben hatte, und Geld in der Reisetasche aufbewahrt; man hat gefragt, ob er ihr auch22Adeo, s. Westphal a. a. O. die Forderungen vermacht zu haben scheine, welche er nachher, als er zurückgekehrt war, in der Reisetasche aufbewahrt hat. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss gebühre das nicht, was sich zur Todeszeit33Das will sagen, es kommt nur das in Betracht, was sich zur Zeit der Testamentserrichtung darin befand, und nicht zur Todeszeit. in dieser Reisetasche befände und in den mit seiner Hand beschriebenen Pergamenttafeln enthalten wäre. Derselbe hat gefragt, ob, da er in eben derselben Reisetasche auch Kaufurkunden über Grundstücke aufbewahrt hatte, auch die Grundstücke zum Vermächtniss gehören. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es erhelle zwar nicht deutlich, was er in Betreff der Grundstücke im Sinne gehabt hätte, aber wenn er die Kaufurkunden daselbst in der Absicht gehabt hätte, damit, nachdem sie der Vermächtnissinhaberin gegeben worden wären, [ihr] das Eigenthum an den Grundstücken übergeben würde, so könne man es vertheidigen, dass ihr auch die Grundstücke gebühren. 1Ein Hausvater hat so vermacht: ich will, dass leichte Schüsseln, an der Zahl zwei, welche ich auf dem Silbermarkt gekauft habe, gegeben werden sollen; derselbe hatte auf dem Silbermarkt zwar keine leichten [Schüsseln] gekauft, aber er hatte doch Schüsseln gekauft, und hatte sein Testament drei Tage, ehe er starb, dictirt; man hat gefragt, ob die Schüsseln, welche er auf dem Silbermarkt gekauft hat, Gegenstand des Vermächtnisses sein würden, da er keine anderen auf dem Silbermarkt gekauft, auch nicht vermacht hat. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass den angeführten Umständen gemäss diejenigen geleistet werden müssten, welche er auf dem Silbermarkt gekauft hätte. 2[Jemand] hat seinem Pflegesohn eine einträgliche Stelle mit diesen Worten vermacht: dem Sempronius, meinem Pflegesohn [vermache ich] dies und jenes; und ich will, dass ihm, wenn es sein Alter erlauben wird, jene einträgliche Stelle mit dem Eintritt [in dieselbe] angeschafft werde; auch diesem [soll] Alles ungeschmälert [geleistet werden]; man hat gefragt, ob, wenn Sempronius sich jene einträgliche Stelle angeschafft habe, er den Werth derselben, aber auch das, was für den Eintritt ausgegeben zu werden pflegt, aus dem Grunde des Fideicommisses von den Erben erlangen könne. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er es den angeführten Umständen gemäss könne. 3Desgleichen hat ein Testator seinem Freigelassenen eine einträgliche Stelle mit diesen Worten vermacht: ich gebe und vermache dem Sejus, meinem Freigelassenen, jene einträgliche Stelle, welche Stelle auch der Testator gehabt hat; man hat gefragt, ob alle Lasten, auch die des Eintritts in die Stelle, von dem Erben zu leisten seien. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie zu leisten seien.

Dig. 33,1,19Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. Ti­tia he­rede Se­ia scrip­ta usum fruc­tum fun­di Mae­vio le­ga­vit eius­que fi­dei com­mi­sit in haec ver­ba: ‘a te, Mae­vi, ex red­itu fun­di spe­ra­ti­a­ni prae­sta­ri vo­lo Ar­rio Pam­phi­lo et Ar­rio Sti­cho ex die mor­tis meae an­nuos ses­cen­tos quot­an­nis, quo­ad vi­vent’. quae­si­tum est, cum Mae­vius an­nua ali­men­ta prae­sti­te­rit, post mor­tem au­tem eius fun­dus ad he­redem Ti­tiae ple­no iu­re red­ie­rit, an ali­men­ta ex fi­dei­com­mis­so Pam­phi­lo et Sti­cho de­bean­tur. re­spon­di ni­hil pro­po­ni, cur de­beant prae­sta­ri ab he­redi­bus Ti­tiae, cum ab usu­fruc­tua­rio ali­men­ta re­lic­ta sunt. idem quae­siit, an ab he­redi­bus Mae­vii le­ga­ta­rii prae­stan­da sint. re­spon­dit ni­hil ab he­rede le­ga­ta­rii, ni­si tes­ta­to­rem ma­ni­fes­te pro­be­tur vo­luis­se et­iam fi­ni­to usu fruc­tu prae­sta­ri, si mo­do id, quod ex usu fruc­tu re­cep­tum es­set, ei rei pa­ran­dae suf­fi­ce­ret. 1Qui Mar­co ho­mi­ni doc­to cer­ta an­nua prae­sta­bat, tes­ta­men­to ca­vit: ‘do­mi­na sanc­tis­si­ma, scio te de ami­cis meis cu­ra­tu­ram, ne quid his de­sit: ve­rum ta­men et Mar­co da­ri oc­tin­gen­ta’: quae­si­tum est, an Mar­cus prae­sti­tis si­bi ex cau­sa le­ga­ti oc­tin­gen­tis an­nua quo­que con­se­qui de­beat. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non se­cun­dum ea, quae in con­sul­ta­tio­ne col­la­ta es­sent, de­bean­tur. 2‘Lu­cio Ti­tio au­ri pon­do tria, quae vi­va prae­sta­bam’. quae­ro, cum tes­ta­trix qua­dra­gin­ta Ti­tio, quo­ad vi­ve­ret, sa­la­rii no­mi­ne cer­tam sum­mam et am­plius fes­to­rum die­rum no­mi­ne cer­tum pon­dus ar­gen­ti aut pro eo pre­tium prae­sti­te­rit, an ea­dem ex cau­sa le­gati vel fi­dei­com­mis­si ab he­redi­bus eius Ti­tio prae­sta­ri de­beant. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur prae­stan­da non sunt.

Idem lib. XIII. Dig. Titia hatte, nachdem sie die Seja zur Erbin eingesetzt, den Niessbrauch ihres Landguts dem Mävius vermacht und ein Fideicommiss mit folgenden Worten errichtet: du, Mävius, sollst aus den Einkünften des Speratianischen Landguts dem Arrius Pamphilus und Arrius Stichus, so lange sie leben, von meinem Todestage an, eine jährliche Rente von sechshundert[tausend Sestertien] geben. Nachdem Mävius die jährlichen Alimente gezahlt hatte, nach seinem Tode aber das Landgut an den Erben der Titia zu vollem Eigenthume zurückfiel, so wurde angefragt, ob dem Stichus und Pamphilus die Alimente aus der Fideicommissstiftung noch ferner gebührten? Ich antwortete, dass zu dieser Zahlung durch die Erben der Titia durchaus kein Grund vorhanden sei, da nur dem Niessbraucher die Alimente auferlegt worden. Eben derselbe fragte an, ob sie etwa von den Erben des Vermächtnissinhabers Mävius gezahlt werden müssten? Ich antwortete: auch nicht von den Erben des Vermächtnissinhabers, wenn nicht klar erwiesen würde, dass nach dem Willen des Testators das Vermächtniss auch nach Endigung des Niessbrauchs habe fortentrichtet werden sollen, in sofern nur das, was aus dem Niessbrauch eingenommen worden, zu deren Verabreichung hinreichend wäre. 1Jemand, welcher dem Marcus, einem Gelehrten, einen gewissen Jahrgehalt gab, bestimmte in seinem Testamente: Innigstgeliebteste Frau, ich weiss, du wirst dich meiner Freunde annehmen, dass sie nicht Mangel leiden; dennoch aber soll Marcus achthundert[tausend Sestertien] erhalten. Es wurde angefragt, ob Marcus, nachdem ihm in Gemässheit des Vermächtnisses diese Summe gewährt worden, auch noch den Jahrgehalt fordern könne. Er antwortete, dass kein Grund vorhanden sei, warum es ihm nach dem, was in der Anfrage vorgetragen worden, nicht gebühren sollte. 2Lucius Titius soll drei Pfund Gold erhalten, welche er bei meinen Lebzeiten erhielt. Ich frage an, ob, wenn die Testatoriu dem Titius so lange sie lebte, vierzig Goldstücke, sodann als Gehalt eine bestimmte Summe und ausserdem für die Festtage eine bestimmte Quantität Silber oder dessen Werth jährlich verabreicht hatte, eben dies auf den Grund des Vermächtnisses oder Fideicommisses von ihren Erben dem Titius gewährt werden muss. Er antwortete, dass kein Grund vorliege, warum es nicht sollte gegeben werden müssen.

Dig. 33,2,33Idem li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. ‘Sem­pro­nio ea, quae vi­vus prae­sta­bam, da­ri vo­lo’: is et­iam ha­bi­ta­bat in tes­ta­to­ris do­mo, quae uni ex he­redi­bus prae­le­ga­ta erat: quae­si­tum est, an ha­bi­ta­tio quo­que de­bea­tur. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non de­bea­tur. 1Ex his ver­bis tes­ta­men­ti: ‘li­ber­tis meis, qui­bus no­mi­na­tim ni­hil re­li­qui, quae vi­vus prae­sta­bam da­ri vo­lo’ quae­si­tum est, an li­ber­tis, qui cum pa­tro­no suo in diem mor­tis ha­bi­ta­bant, et­iam ha­bi­ta­tio re­lic­ta vi­dea­tur. re­spon­dit vi­de­ri. 2Co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘Ne­gi­dium Ti­tium Dio­nem li­ber­tos meos se­nes et in­fir­mos pe­to in lo­cis, in qui­bus nunc agunt, se­nes­ce­re pa­tia­mi­ni’: quae­ro, an ex hoc ca­pi­te li­ber­ti su­pra scrip­ti ex fi­dei­com­mis­so fruc­tus lo­co­rum, qui­bus mo­ran­tur, re­ci­pe­re de­beant, cum alia, quae eis spe­cia­li­ter le­ga­ta sunt, si­ne con­tro­ver­sia con­se­cu­ti sunt. re­spon­dit ver­bis quae pro­po­ne­ren­tur id pe­ti­tum, ut ad eum mo­dum pa­te­ren­tur he­redes ibi eos es­se, ad quem mo­dum ip­sa pa­tie­ba­tur.

Idem lib. XVII. Dig. Sempronius soll das erhalten, was er schon bei meinen Lebzeiten erhielt. Er wohnte auch in dem Hause des Testators, welches einem der Erben zum Voraus vermacht worden war. Es wurde angefragt, ob auch die Wohnung gewährt werden müsse? Er antwortete, es liege kein Grund vor, warum sie nicht sollte gewährt werden müssen. 1Aus folgenden Worten eines Testamentes: Meine Freigelassenen, denen ich namentlich nichts hinterlassen habe, sollen dasjenige erhalten, was sie bei meinen Lebzeiten erhielten; wurde angefragt, ob anzunehmen sei, dass den Freigelassenen, welche bei dem Freilasser bis an seinen Tod wohnten, auch die Wohnung hinterlassen worden? Die Aufrage wurde von ihm bejaht. 2In ihrem Codicille verordnete eine Frau: Meine alten und schwachen Freigelassenen Negidius, Titius und Dio sollen ihr Alter da, wo sie sich jetzt befinden, beschliessen; ich frage an, ob in Gemässheit dieses Satzes die oben bemerkten Freigelassenen den Niessbrauch derjenigen Plätze, wo sie sich aufhalten, auf den Grund dieses Fideicommisses erhalten müssen, da sie alles Uebrige, was ihnen besonders beschieden war, ohne Widerspruch erhalten haben? Er antwortete, aus den vorgetragenen Worten folge der Anspruch, dass die Erbin ihnen den Aufenthalt in demselben Maasse verstatte, als die Erblasserin selbst ihnen solchen verstattet habe.

Dig. 33,5,22Scae­vo­la li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. Ma­ri­tus uxo­ri suae co­di­cil­lis per fi­dei­com­mis­sum de­dit prae­dia, item lan­ces quas ele­ge­rit quat­tuor: quae­si­tum est, an ex his lan­ci­bus, quae mor­tis tem­po­re sint, eli­ge­re pos­sit. re­spon­dit pos­se.

Idem lib. XVII. Dig. Ein Ehegatte vermachte seiner Gattin in seinem Codicille durch ein Fideicommiss Grundstücke und diejenigen vier Schüsseln, welche sie sich auswählen würde. Es wurde angefragt, ob sie aus den zur Zeit des Todes vorhandenen Schüsseln auswählen könne?44Nämlich im Gegensatz von den zur Zeit der Errichtung des Codicills vorhanden gewesenen. Er ertheilte zur Antwort, dass ihr dies allerdings freistehe.

Dig. 34,1,15Scae­vo­la li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. A fi­lio he­rede co­di­cil­lis Se­iae de­cem re­li­quit et alum­no his ver­bis: ‘Mae­vio in­fan­ti alum­no meo qua­drin­gen­ta da­ri vo­lo, quae pe­to a te, Se­ia, sus­ci­pias et usu­ras ei quinc­un­ces in an­num us­que vi­ce­si­mum ae­ta­tis prae­stes eum­que sus­ci­pias et tuea­ris’. quae­si­tum est, an Se­ia, post­quam le­ga­tum suum ac­ce­pe­rit, si no­lit pe­cu­niam alum­no re­lic­tam sus­ci­pe­re vel in sus­ci­pien­da ea ces­sa­ve­rit, onus ali­men­to­rum ex die mor­tis tes­ta­to­ris com­pel­len­da sit ad­gnos­ce­re. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur com­pel­len­dam prae­sta­re, cum fi­dei­com­mis­sum sit. idem quae­siit, an he­res quo­que Se­iae in an­nos vi­gin­ti ali­men­ta prae­sta­re de­beat. re­spon­dit de­be­re. 1Tes­ta­tor con­cu­bi­nae man­ci­pia rus­ti­ca nu­me­ro oc­to le­ga­vit et his ci­ba­ria prae­sta­ri ius­sit in haec ver­ba: ‘eis­que man­ci­piis, quae su­pra le­ga­vi, ci­ba­rii no­mi­ne ab he­redi­bus meis prae­sta­ri vo­lo, quae me vi­vo ac­ci­pie­bant’. quae­si­tum est, cum vi­vo tes­ta­to­re sem­per man­ci­pia rus­ti­ca tem­po­re mes­sium et area­rum dele­ga­ta fue­rint et eo tem­po­re ci­ba­ria ex ra­tio­ne do­mi­ni sui num­quam ac­ce­pe­rint ex­cep­to cus­to­de prae­dii, an he­res eius quo­que tem­po­ris, id est mes­sis et area­rum, et ci­ba­ria con­cu­bi­nae pro man­ci­piis rus­ti­cis prae­sta­re de­be­ret. re­spon­dit eum, cu­ius no­tio est, aes­ti­ma­tu­rum. Claudius: me­ri­to: nam si eo­dem mo­do, quo apud tes­ta­to­rem fue­runt, et apud con­cu­bi­nam fu­tu­ra le­ga­vit, non de­be­ban­tur eius tem­po­ris, de quo quae­si­tum est, ci­ba­ria: ve­rum si vel­ut in mi­nis­te­rium ur­ba­num ab his trans­fe­ren­tur, de­be­bun­tur. 2Ti­tia de­ce­dens tes­ta­men­to ita ca­vit: ‘om­ni­bus li­ber­tis li­ber­ta­bus­que meis ci­ba­ria et ves­tia­ria, quae vi­va prae­sta­bam, da­ri prae­sta­ri­que vo­lo’: quae­si­tum est, cum tri­bus so­lis eo tem­po­re, quo ea vi­xit, sic­ut ra­tio­ni­bus con­ti­ne­ba­tur, ci­ba­ria et ves­tia­ria prae­sti­te­rit, an he­res eius a ce­te­ris quo­que li­ber­tis con­ve­ni­ri pos­sit, an ve­ro tri­bus tan­tum sit ob­no­xius, qui ra­tio­ni­bus ip­sius ci­ba­ria et ves­tia­ria ac­ce­pis­se re­pe­riun­tur? re­spon­dit ab om­ni­bus.

Scaevola lib. XVII. Dig. Jemand hinterliess in seinem Codicill der Seja zehn[tausend Sestertien], die sein zum Erben eingesetzter Sohn auszahlen sollte, und seinem Pflegesohn [ein Vermächtniss] in folgenden Worten: Dem Kinde Mävius, meinem Pflegesohn, verordne ich, vierhundert[tausend Sestertien] zu geben, welche ich dich, Seja, anzunehmen, ihm bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahre mit fünf vom Hundert zu verzinsen, ihn selbst zu dir zu nehmen und die Aufsicht über ihn zu führen bitte. Hier entstand die Frage, ob, wenn Seja, nachdem sie ihr Vermächtniss angenommen, das dem Pflegesohn hinterlassene Geld nicht annehmen wolle, oder mit dessen Annahme gezögert habe, zur Uebernahme der Alimentationslast vom Todestage des Testators an gezwungen werden könne? — Man hat geantwortet, den vorliegenden Umständen nach könne sie zu deren Verabreichung genöthigt werden, weil es ein Fideicommiss sei. Auch behandelte er die Frage, ob auch der Erbe der Seja die Alimente auf zwanzig Jahre verabreichen müsse, und beantwortete sie bejahend. 1Ein Testator hinterliess seiner Concubine acht Landsclaven, und befahl die Verabreichung von Nahrungsmitteln an dieselben in folgenden Worten: den Sclaven, die ich, wie obgedacht, vermacht habe, soll von meinen Erben als Nahrungsmittel Dasjenige verabreicht werden, was sie von mir bei meinen Lebzeiten erhielten. Hier fragte es sich, ob, da diese Sclaven bei Lebzeiten des Testators zur Zeit der Ernte und des Dreschens Andern überlassen worden waren, und zu dieser Zeit niemals auf Rechnung des Herrn Nahrungsmittel erhalten hatten, mit Ausnahme des Wächters des Grundstücks, der Erbe auch zu dieser Zeit, d. h. zu der der Ernte und des Ausdrusches, der Concubine für die Landsclaven Nahrungsmittel verabreichen müsse? — Die Antwort hat gelautet, es werde derjenige, dem die Erörterung der Sache obliege, dies nach den Umständen bestimmen. Claudius [setzt hinzu]: ganz richtig; denn wenn der Testator verordnet hat, dass sie in derselben Quantität, wie sie bei ihm waren, auch bei der Concubine sein sollen, so wird für die fragliche Zeit zu den Nahrungsmitteln keine Verpflichtung vorhanden sein, allerdings aber dann, wenn sie gleichsam zum städtischen Dienst umgewandelt werden. 2Titia verordnete bei ihrem Ableben in ihrem Testamente Folgendes: ich will, dass allen meinen Freigelassenen männlichen und weiblichen Geschlechts diejenigen Nahrungsmittel und Kleider gegeben und entrichtet werden sollen, die ich ihnen bei meinen Lebzeiten verabreicht habe. Es entstand hier die Frage, ob, da sich aus ihren Rechnungen ergab, dass sie bei ihren Lebzeiten nur dreien allein Nahrungs- und Kleidungsbedarf gegeben habe, ihr Erbe auch von den übrigen Freigelassenen angegriffen werden könne, oder ob er blos denjenigen dreien dazu verpflichtet sei, von denen sich aus den Rechnungen ergiebt, dass sie Nahrungsmittel und Kleidung erhalten haben? Die Antwort lautete: Allen.

Dig. 34,2,40Scae­vo­la li­bro sep­ti­mo de­ci­mo di­ges­to­rum. Me­di­co suo con­tu­ber­na­li et com­mu­nium ex­pe­di­tio­num com­iti in­ter ce­te­ra ita le­ga­ve­rat: ‘ar­gen­tum via­to­rium meum da­ri vo­lo’. quae­si­tum est, cum pa­ter fa­mi­lias in di­ver­sis tem­po­ri­bus rei pu­bli­cae cau­sa afue­rat, quod via­to­rium ar­gen­tum hoc le­ga­to com­pre­hen­sum es­se vi­de­tur. re­spon­dit, quod ha­buis­set ar­gen­tum via­to­rium eo tem­po­re cum tes­ta­men­tum fa­cie­bat, de­be­ri. 1Uxo­ri suae tes­ta­men­to ita le­ga­tum est: ‘Sem­pro­niae do­mi­nae meae hoc am­plius ar­gen­tum bal­nea­re’: quae­si­tum est, an et­iam id ar­gen­tum, quo die­bus fes­tis in ba­li­neo uti con­sue­vit, le­ga­to ce­dat. re­spon­dit om­ne le­ga­tum vi­de­ri. 2Mu­lier de­ce­dens or­na­men­ta le­ga­ve­rat ita: ‘Se­iae ami­cae meae or­na­men­ta uni­ver­sa da­ri vo­lo’. eo­dem tes­ta­men­to ita scrip­se­rat: ‘fu­ne­ra­ri me ar­bi­trio vi­ri mei vo­lo et in­fer­ri mi­hi quae­cum­que se­pul­tu­rae meae cau­sa fe­ram ex or­na­men­tis li­neas duas ex mar­ga­ri­tis et vi­rio­las ex sma­rag­dis’: sed ne­que he­redes ne­que ma­ri­tus, cum hu­mi cor­pus da­ret, ea or­na­men­ta, quae cor­po­ri ius­sus erat ad­ici, de­de­runt: quae­si­tum est, utrum ad eam, cui or­na­men­ta uni­ver­sa re­li­que­rat, per­ti­neant an ad he­redes. re­spon­dit non ad he­redes, sed ad le­ga­ta­riam per­ti­ne­re.

Scaevola lib. XVII. Dig. Es hatte Jemand seinem [Sclaven, der zugleich sein] Arzt, Schlafgenosse und Begleiter auf allen gemeinsahaftlichen Ausflügen [gewesen,] unter andern auch ein Vermächtniss in den Worten hinterlassen: ich verordne ihm mein Reisesilberbesteck zu geben. Es fragte sich hier, da der Hausvater zu verschiedenen Zeiten in Staatsgeschäften abwesend gewesen war, was eigentlich für ein Reisesilberbesteck in diesem Vermächtniss begriffen sei? Die Antwort erging dahin, dass dasjenige zu verstehen sei, was der Hausvater zur Zeit der Testamentserrichtung als solches besessen habe. 1Es hatte Jemand seiner Gattin in seinem Testamente folgendes Vermächtniss ausgesetzt: meiner Gemahlin Sempronia ausserdem noch das Badesilbergeräth. Hier entstand die Frage, ob auch dasjenige Silber, dessen er sich an Festtagen im Bade zu bedienen pflegte, zum Vermächtniss gehöre? Antwort: es werde alles als Gegenstand des Vermächtnisses angesehen. 2Eine sterbende Frau hatte ihren Schmuck mit den Worten vermacht: meiner Freundin Seja verordne ich meinen gesammten Schmuck zu verabreichen, und in demselben Testamente noch gesagt: meine Leichenbestattung soll nach dem Gutdünken meines Mannes geschehen, und es soll dasjenige, was ich von meinem Schmuck zu meinem Begräbniss trage, mit mir begraben werden, nämlich zwei Schnüre Perlen, und Armbänder von Smaragden, allein weder die Erben noch der Ehemann hatten diesen Schmuck, der mit dem Körper beerdiget werden sollte, als es dazu kam, dazugethan. Es entstand nun die Frage, ob derselbe derjenigen, welcher der gesammte Schmuck hinterlassen worden war, gebühre, oder den Erben? Die Antwort ging dahin, dass er nicht den Erben, sondern der Vermächtnissinhaberin gebühre.