Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Scaev.dig. XVI
Digestorum lib.Scaevolae Digestorum libri

Digestorum libri

cum Notis Tryphonini

Ex libro XVI

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 37,1De bonorum possessionibus (Vom Nachlassbesitz.)Dig. 37,2Si tabulae testamenti extabunt (Wenn ein Testament vorhanden ist.)Dig. 37,3De bonorum possessione furioso infanti muto surdo caeco competente (Von dem den Wahnsinnigen, Kindern, Stummen, Tauben und Blinden zustehenden Nachlassbesitz.)Dig. 37,4De bonorum possessione contra tabulas (Von dem Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt.)Dig. 37,5De legatis praestandis contra tabulas bonorum possessione petita (Von der Entrichtung der Vermächtnisse, wenn der Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt gefordert worden ist.)Dig. 37,6De collatione bonorum (Von dem Einwerfen.)Dig. 37,7De dotis collatione (Vom Einwerfen der Mitgift.)Dig. 37,8De coniungendis cum emancipato liberis eius (Von der Verbindung des aus der Gewalt Entlassenen mit seinen Kindern.)Dig. 37,9De ventre in possessionem mittendo et curatore eius (Von der Setzung der Leibesfrucht in den Besitz und deren Curator.)Dig. 37,10De Carboniano edicto (Vom Carbonianischen Edicte.)Dig. 37,11De bonorum possessione secundum tabulas (Vom Nachlassbesitz zufolge des Testamentsinhalts.)Dig. 37,12Si a parente quis manumissus sit (Wenn Jemand von seinem Vater aus der Gewalt entlassen worden ist.)Dig. 37,13De bonorum possessione ex testamento militis (Vom Nachlassbesitz aus dem Testamente eines Soldaten.)Dig. 37,14De iure patronatus (Vom Rechte der Freilasserschaft.)Dig. 37,15De obsequiis parentibus et patronis praestandis (Von dem den Eltern und Freilassern zu leistenden ehrerbietigen Gehorsam.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 32,34Idem li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. No­men de­bi­to­ris in haec ver­ba le­ga­vit: ‘Ti­tio hoc am­plius da­ri vo­lo de­cem au­reos, quos mi­hi he­redes Gaii Se­ii de­bent, ad­ver­sus quos ei ac­tio­nem man­da­ri vo­lo ei­que eo­run­dem pi­g­no­ra tra­di’. quae­ro, utrum he­redes tan­tum de­cem da­re de­beant an in om­ne de­bi­tum, hoc est in usu­ras de­beant man­da­re. re­spon­dit vi­de­ri uni­ver­sam eius no­mi­nis ob­li­ga­tio­nem le­ga­tam. item quae­ro, cum igno­ran­te ma­tre fa­mi­lias ac­to­res in pro­vin­cia ad­iec­tis sor­ti usu­ris de­cem sti­pu­la­ti sint, an ex cau­sa fi­dei­com­mis­si su­pra scrip­ti et­iam in­cre­men­tum hu­ius de­bi­ti ad Ti­tium per­ti­neat. re­spon­dit per­ti­ne­re. 1Fi­lio ex par­te he­redi scrip­to prae­cep­tio­nem de­dit in­ter ce­te­ra his ver­bis: ‘Ti­tio fi­lio meo no­mi­na ex ca­len­da­rio, quae ele­ge­rit fi­lius meus si­bi, vi­gin­ti da­re dam­nas sun­to si­ne do­lo ma­lo’: ei­dem fi­lio vi­vus om­nium re­rum sua­rum ad­mi­nis­tra­tio­nem per­mi­sit: qui post tes­ta­men­tum fac­tum an­te mor­tem pa­tris an­nis de­cem, qui­bus pro­cu­ra­bat pa­tri, con­tra ve­te­rem con­sue­tu­di­nem pa­tris, qua ca­len­da­rium ex­er­ce­ba­tur, no­vos de­bi­to­res am­pla­rum pe­cu­nia­rum fe­cit et in prio­res, quos pa­ter ex­igua­rum for­tu­na­rum ha­be­bat, ma­ius cre­di­tum con­tu­lit ad hoc, ut vi­gin­ti no­mi­ni­bus pro­pe om­nis sub­stan­tia ka­len­da­rii es­set. quae­si­tum est, an huic fi­lio eo­rum no­mi­num, quae ip­se fe­cit, prae­cep­tio per­mit­ten­da est. re­spon­dit ex his elec­tio­nem ha­be­re, quae tes­ta­men­ti tem­po­re tes­ta­tor in ka­len­da­rio ha­buit. 2Uni ex he­redi­bus per prae­cep­tio­nem re­li­quit ea, quae ex pa­tri­mo­nio vi­ri sui Are­tho­nis ei su­per­erant, eius­que fi­dei com­mis­sit haec ea­dem re­sti­tue­re pro­ne­po­ti, cum erit an­nis se­de­cim, in qui­bus haec ver­ba ad­ie­cit: ‘item ro­go, uti re­li­quum aes alie­num, quod ex bo­nis Are­tho­nis de­be­tur, om­ni­bus cre­di­to­ri­bus ex red­iti­bus eo­rum bo­no­rum sol­vas red­das sa­tis­que fa­cias’. quae­si­tum est, an, si pro­ba­ve­rit he­res non suf­fi­ce­re red­itum bo­no­rum ad to­tius de­bi­ti ex­so­lu­tio­nem, ni­hi­lo mi­nus ta­men ip­se de­bet ad­gnos­ce­re onus ae­ris alie­ni. re­spon­dit ma­ni­fes­te pro­po­ni ex red­iti­bus bo­no­rum eo­rum ius­sum aes alie­num ex­sol­ve­re, non de pro­prio. 3Pa­ter fi­lio et fi­lia he­redi­bus in­sti­tu­tis cum sin­gu­lis cer­ta prae­dia et ka­len­da­ria prae­le­gas­set, ita ca­vit: ‘a te au­tem, fi­li ca­ris­si­me, pe­to, quae­cum­que le­ga­vi, prae­sta­ri vo­lo, et si quid eve­ne­rit ae­ris alie­ni, si quod in tem­pus pro mu­tuo ac­ce­pe­ram et de­bue­ro, a te sol­vi vo­lo, ut quod so­ro­ri tuae re­li­qui, in­te­grum ad eam per­ti­neat’. quae­si­tum est, an quod ex qua­cum­que cau­sa de­buit pa­ter, a fi­lio sit prae­stan­dum. re­spon­dit pos­se fi­liam ex fi­dei­com­mis­so con­se­qui ut le­va­re­tur, quo ma­gis in­te­grum, quod tes­ta­tor de­dis­set, ad eam per­ve­nis­set.

Idem lib. XVI. Dig. [Eine Frau] hat eine Forderung an einen Schuldner so vermacht: Ich will, dass dem Titius ausserdem noch die zehn Goldstücke gegeben werden sollen, welche mir die Erben des Cajus Sejus schulden, und ich will, dass ihm die Klage gegen dieselben übertragen, und ihm die Pfänder, eben derselben übergeben werden sollen; ich frage, ob die Erben nur die Zehn geben müssen, oder [die Klage] auf die ganze Schuld, das heisst auch auf die Zinsen übertragen müssen. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es scheine jene gesammte Schuldverbind lichkeit vermacht zu sein. Ingleichen frage ich, ob, da wider Wissen der Hausmutter ihre Geschäftsführer in der Provinz, indem sie die Zinsen zum Capital geschlagen; Zehn stipulirt haben, aus dem Grunde des oben angeführten Fideicommisses auch die Vermehrung dieser Schuld dem Titius gehöre. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass sie demselben gehören. 1Jemand hat seinem auf einen Theil zum Erben eingesetzten Sohn unter Anderem ein Vermächtniss zum Voraus mit diesen Worten gegeben: die Erben sollen verurtheilt sein, dem Titius, meinem Sohne zwanzig Forderungen, welche sich mein Sohn aus dem Schuldbuch ausgesucht haben wird, ohne böse Absicht zu geben; demselben Sohn hat er bei seinem Leben die Verwaltung aller seiner Angelegenheiten erlaubt; und derselbe hat nach errichtetem Testamente vor dem Tode des Vaters in den zehn Jahren, während welcher er die Geschäfte des Vaters besorgte, gegen die alte Gewohnheit des Vaters, nach welcher das Geldgeschäft betrieben wurde, neue Schuldner von bedeutenden Geldern gemacht, und den früheren von geringen Baarschaften, welche der Vater hatte, ein grösseres Darleihen überlassen, bis soweit, dass fast der ganze Inhalt des Schuldbuchs aus zwanzig Forderungen bestand; man hat gefragt, ob diesem Sohne das Vermächtniss zum Voraus derjenigen Forderungen, welche er selbst begründet hat, zu gestatten sei? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, dass er die Wahl unter denen habe, welche der Testator zur Zeit [der Errichtung] des Testaments im Schuldbuche gehabt hat. 2[Eine Frau] hat als Vermächtniss zum Voraus einem von ihren Erben das hinterlassen, was ihr von dem Vermögen ihres Mannes Areto übrig war; und hat demselben das Fideicommiss aufgelegt, dass er eben dasselbe ihrem Grossenkel, wenn er sechszehn Jahre alt sein wird, ausantworten sollte, wobei sie folgende Worte hinzugefügt hat: ingleichen bitte ich, dass du die übrigen Schulden, welche aus dem Vermögen des Areto geleistet werden müssen, allen Gläubigern von den Einkünften dieses Vermögens zahlen, wiedergeben und [denselben] Genüge thun mögest; man hat gefragt, ob, wenn der Erbe bewiesen habe, dass die Einkünfte des Vermögens zur Bezahlung der ganzen Schuld nicht hinreiche, er selbst nichts desto weniger doch die Schuldenlast anerkennen müsse? [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, es werde augenscheinlich angeführt, dass ihm anbefohlen worden sei, aus den Einkünften jenes Vermögens, nicht von seinem eigenen die Schulden zu bezahlen. 3Ein Vater hat, nachdem er seinen Sohn und seine Tochter zu Erben eingesetzt, da er einem jeden von ihnen gewisse Grundstücke und Schuldbücher zum Voraus vermacht hatte, so verordnet: von dir aber, theuerster Sohn, will ich, ich bitte dich darum, Alles, was ich vermacht habe, geleistet wissen, und wenn etwa Schulden vorkommen sollten — wenn ich Etwas auf einige Zeit als Darlehn erhalten hatte, und geschuldet haben werde — so will ich sie von dir bezahlt wissen, so dass das, was ich deiner Schwester hinterlassen habe, ihr unverkürzt gehöre; man hat gefragt, ob das, was der Vater aus irgend einem Grunde geschuldet hat, vom Sohn zu leisten sei. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, die Tochter könne es in Folge des Fideicommisses erlangen, dass sie [von den Schulden] befreit würde, damit das, was ihr der Testator gegeben hätte, unverkürzt an sie gekommen wäre.

Dig. 32,101Scae­vo­la li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Qui ha­be­bat in pro­vin­cia, ex qua ori­un­dus erat, pro­pria prae­dia et alia pig­no­ri si­bi da­ta ob de­bi­ta, co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘τῇ γλυκυτάτῃ μου πατρίδι βούλομαι εἰς τὰ μέρη αὐτῆς δοθῆναι ἀφορίζω αὐτῇ χωρία πάντα, ὅσα ἐν Συρίᾳ κέκτημαι, σὺν πᾶσιν τοῖς ἐνοῦσιν βοσκήμασιν δούλοις καρποῖς ἀποθέτοις κατασκευαῖς πάσαισ’. quae­si­tum est, an et­iam prae­dia, quae pig­no­ri ha­buit tes­ta­tor, pa­triae suae re­li­quis­se vi­dea­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non vi­de­ri re­lic­ta, si mo­do in pro­prium pa­tri­mo­nium (quod fe­re ces­san­te de­bi­to­re fit) non sint red­ac­ta. 1‘Pe­to fun­dum meum ita, uti est, alum­nae meae da­ri’. quae­si­tum est, an fun­do et re­li­qua co­lo­no­rum et man­ci­pia, si qua mor­tis tem­po­re in eo fun­do fue­rint, de­bean­tur. re­spon­dit re­li­qua qui­dem co­lo­no­rum non es­se le­ga­ta, ce­te­ra ve­ro vi­de­ri il­lis ver­bis ‘ita uti est’ da­ta.

Scaev. lib. XVI. Digest. Jemand, der in der Provinz, aus welcher er herstammte, eigenthümliche Grundstücke und andere ihm wegen Schulden zum Pfand gegebene hatte, hat in einem Codicill so geschrieben: Ich will, dass meiner geliebten Vaterstadt auf ihren Theil gegeben werden sollen, [und] ich weise derselben an alle Grundstücke, welche ich nur immer in Syrien besitze, mit allem darauf befindlichen Vieh, allen Sclaven, allen Früchten, allem Aufbewahrten, aller Ausrüstung; man hat gefragt, ob der Testator auch die Grundstücke, welche er zum Pfande gehabt hat, seiner Vaterstadt hinterlassen zu haben scheine. [Scävola] hat das Gutachten ertheilt, den angeführten Umständen gemäss schienen sie nicht hinterlassen zu sein, wenn sie nur nicht unter das eigene Vermögen gebracht worden sind, was etwa dann geschieht, wenn der Schuldner säumig ist. 1Ich bitte dich, mein Landgut so, wie es ist, meiner Pflegetochter zu geben; man hat gefragt, ob zu dem Landgute auch noch der Rückstand der Pächter, und die Sclaven, welche etwa zur Todeszeit [des Erblassers] daselbst gewesen sind, gehören. Er hat das Gutachten ertheilt, der Rückstand der Pächter sei zwar nicht vermacht, das Uebrige aber scheine durch diese Worte: so, wie es ist, gegeben zu sein.

Dig. 33,7,6 Scae­vo­la li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Ne­po­ti le­ga­ve­rat quae cer­ta re­gio­ne prae­dia ha­bue­rat ut in­struc­ta sunt, cum vi­no gra­no ca­len­da­rio, et ad­ie­ce­rat haec ver­ba: ‘quid­quid erit cum mo­riar in il­la re­gio­ne, et quid­quid in qua­cum­que spe­cie erit in il­la re­gio­ne, vel quod meum erit’. vi­va tes­ta­tri­ce unus ex de­bi­to­ri­bus con­dem­na­tus vi­ven­te tes­ta­tri­ce sa­tis non fe­cit: quae­si­tum est, an quod ex sen­ten­tia iu­di­cis de­be­re­tur ad ne­po­tem per­ti­ne­ret. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur non de­be­re­tur.

Scaevola lib. XVI. Dig. Eine Frau hatte ihrem Enkel die Grundstücke vermacht, welche sie in einer gewissen Landschaft besass, mit der Einrichtung, dem Wein, Getreide und einem Zinsregister, und diese Worte hinzugefügt: was sich, wenn ich sterbe, in jener Landschaft, und zwar, was sich von jeder Art daselbst vorfinden oder mein Eigenthum sein wird. Noch bei Lebzeiten der Testatorin war einer ihrer Schuldner verurtheilt worden, hatte aber bei ihren Lebzeiten nicht bezahlt. Es wurde angefragt, ob dasjenige, was sie aus dem Rechtsspruche zu fordern behielt, auch dem Enkel gehöre? Er antwortete, dass kein Grund vorliege, warum es ihm nicht gebühren sollte.

Dig. 34,3,28Scae­vo­la li­bro sex­to de­ci­mo di­ges­to­rum. Aure­lius Sym­pho­rus fi­de­ius­se­rat pro tu­to­re quo­dam et de­ce­dens eis­dem pu­pil­lis le­ga­vit in haec ver­ba: ‘Arel­lio La­ti­no et Arel­lio Fe­li­ci sin­gu­lis qui­na, cum quis eo­rum quat­tuor­de­cim an­no­rum fue­rit: ad quod tem­pus prae­sta­ri eis vo­lo sin­gu­lis ali­men­to­rum no­mi­ne mens­truos de­na­rios se­nos et ves­tia­rii no­mi­ne an­nuos de­na­rios vi­gin­ti quin­que. quo le­ga­to con­ten­ti es­se de­be­tis, quan­do tu­te­la ves­tra non mi­ni­mo dam­no ra­tio­nem meam ad­fli­xe­rit. a vo­bis au­tem, he­redes mei, pe­to, ne quid ex ra­tio­ne tu­te­lae ab his ex­ige­re vel ab hoc le­ga­to eo­rum re­ti­ne­re ve­li­tis’. quae­si­tum est, si he­res eius ex cau­sa fi­de­ius­sio­nis ali­quid prae­sti­te­rit, an he­rede fi­lio­rum eius, pro quo fi­de­ius­se­rat, re­pe­te­re pos­sit. re­spon­dit ver­bis quae pro­po­ne­ren­tur id so­lum vi­de­ri he­redum fi­dei com­mis­sum, ne ex­ige­rent, quod ex ra­tio­ne tu­te­lae, quam ip­se Sym­pho­rus ad­mi­nis­tra­ve­rat, ab Arel­liis si­bi de­be­re­tur. 1Tes­ta­men­to fac­to de­bi­to­ri­bus li­be­ra­tio­nem re­li­que­rat, post in­ci­so li­no et re­co­gni­to tes­ta­men­to aliud tes­ta­men­tum fe­cit, in quo re­pe­tit le­ga­tum his ver­bis: ‘qui­bus­que le­ga­ta in eo tes­ta­men­to quod in­ci­de­ram de­di, om­nia ra­ta es­se et quae­quae scrip­ta sunt vo­lo’. quae­si­tum est, ad­ita ex se­quen­ti tes­ta­men­to he­redi­ta­te an de­bi­to­res, qui­bus prio­ri tes­ta­men­to li­be­ra­tio re­lic­ta erat, con­se­qui pos­sint, ut et­iam eius quan­ti­ta­tis no­mi­ne, quam post prius tes­ta­men­tum de­be­re coe­pe­rant, li­be­ra­ren­tur, et si ab his he­redes pe­te­re coe­pe­rint, an do­li ma­li ex­cep­tio­ne sum­mo­ve­ren­tur. re­spon­dit non li­be­ra­ri. 2Ti­tius Se­io de­bi­to­ri suo ita le­ga­vit: ‘do le­go Se­io de­na­rios de­cem: item do­no il­li, quid­quid sor­tis et usu­ra­rum no­mi­ne mi­hi de­be­bat’. prae­ter­ea ge­ne­ra­li­ter dam­na­vit he­redes fi­dei­que eo­rum com­mi­sit, uti da­rent re­sti­tue­rent uni­cui­que, quid­quid ei le­gas­set. post­ea Se­ius aliam prae­ter­ea pe­cu­niam a Ti­tio mu­tua­tus est. quae­ro, an haec quo­que pe­cu­nia, quae post tes­ta­men­tum fac­tum da­ta es­set Se­io, le­ga­ta in­tel­le­gi­tur. re­spon­dit, cum in prae­ter­itum tem­pus ver­ba col­la­ta pro­po­ne­ren­tur, non es­se pos­te­rius cre­den­dum le­ga­tum. 3Ti­tius tes­ta­men­to fac­to et fi­liis he­redi­bus in­sti­tu­tis de pa­tre tu­to­re suo quon­dam fac­to ita lo­cu­tus est: ‘Se­ium pa­trem meum li­be­ra­tum es­se vo­lo ab ac­tio­ne tu­te­lae’. quae­ro, haec ver­ba qua­te­nus ac­ci­pi de­bent, id est an pe­cu­nias, quas vel ex ven­di­tio­ni­bus re­rum fac­tis aut ex no­mi­ni­bus ex­ac­tis in suos usus con­ver­tit vel no­mi­ne suo fae­ne­ra­vit, fi­liis et he­redi­bus tes­ta­to­ris ne­po­ti­bus suis de­beat red­de­re. re­spon­dit eum, cu­ius no­tio est, aes­ti­ma­tu­rum. prae­sump­tio enim prop­ter na­tu­ra­lem af­fec­tum fa­cit om­nia pa­tri vi­de­ri con­ces­sa, ni­si aliud sen­sis­se tes­ta­to­rem ab he­redi­bus eius ap­pro­be­tur. 4Mae­via tes­ta­men­to suo al­te­rum ex he­redi­bus suis ac­tio­ne tu­te­lae vo­luit li­be­ra­ri his ver­bis: ‘ra­tio­nem tu­te­lae, quam egit Iu­lius Pau­lus cum An­ti­stio Ci­ce­ro­ne, pos­ci ab eo no­lo eo­que no­mi­ne cau­sa om­ni li­be­ra­tum es­se vo­lo’: quae­ro, an, si qua pe­cu­nia ex tu­te­la apud eum re­man­sit, pe­ti ab eo pos­sit. re­spon­dit ni­hil pro­po­ni, cur pe­cu­nia, quae pu­pil­lae est et apud tu­to­rem po­si­ta ma­ne­ret, le­ga­ta vi­de­re­tur. 5Tes­ta­men­to ita scrip­se­rat: ‘Ti­tio ad­fi­ni meo, quid­quid mi­hi qua­cum­que ex cau­sa de­be­bat, re­mit­ti vo­lo eo­que am­plius de­cem do’: co­di­cil­lis ita scrip­sit: ‘Ti­tio hoc am­plius ad­fi­ni et de­bi­to­ri meo usu­ram pe­cu­niae, quam mi­hi de­bet, ab he­rede meo do­nec ad­vi­vet: quod si ex­ige­re ul­tra vo­lun­ta­tem meam pu­ta­ve­rit, eius sor­tis usu­ram ei­dem Ti­tio ab he­redi­bus meis do­nec vi­vit prae­sta­ri vo­lo’. quae­si­tum est, cum au­gen­di po­tius quam mi­nuen­di tes­ta­tor vo­lun­ta­tem ha­bue­rit, an he­redes ex cau­sa fi­dei­com­mis­si Ti­tio te­nean­tur, ut eum om­ni de­bi­to li­be­rent. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur vi­de­ri mi­nu­tum le­ga­tum, quod pri­mo de­de­rat. 6Le­ga­tum est tes­ta­men­to hoc mo­do: ‘Se­io con­ce­di vo­lo, quid­quid mi­hi ab eo de­bi­tum est vel fi­dem meam pro eo ob­li­ga­vi’: quae­ro, utrum id so­lum, quod tes­ta­men­ti fac­ti tem­po­re de­be­ba­tur, le­ga­tum sit, an et­iam, si quid ex ea sum­ma usu­ra­rum no­mi­ne post­ea ac­ces­sit, le­ga­to ce­dat. re­spon­dit vi­de­ri om­nem ob­li­ga­tio­nem eius de­bi­ti per fi­dei­com­mis­sum sol­vi vo­luis­se. 7Sti­cho tes­ta­men­to ma­nu­mis­so fun­dum in­struc­tum et alia le­ga­vit et haec ver­ba ad­ie­cit: ‘quem ra­tio­nem red­de­re ve­to, quia in­stru­men­ta pe­nes se ha­bet’: quae­si­tum est, an Sti­chus re­li­qua, quae ex ad­mi­nis­tra­tio­ne ac­tus de­bue­rat, red­de­re de­bue­rit. re­spon­di Sti­chum eo no­mi­ne non te­ne­ri. Claudius: ne­mo enim ex ser­vi­tu­tis ac­tu post li­ber­ta­tem te­ne­tur et con­sul­ta­tio ad ius de­bi­ti re­la­ta fue­rat: re­ti­ne­ri er­go re­li­qua pos­sunt cum pe­cu­lio aut ex eo de­du­ci, si le­ga­tum est. 8‘Cen­tum, quae apud Apro­nia­num de­po­si­ta ha­beo, apud ip­sum es­se vo­lo, do­nec fi­lius meus ad an­nos vi­gin­ti per­ve­ne­rit, eius­que pe­cu­niae usu­ram ex­igi ve­to’. quae­si­tum est, an ex cau­sa fi­dei­com­mis­si Apro­nia­nus con­se­qui pos­sit, ne an­te tem­pus a tes­ta­to­re prae­scrip­tum ea sum­ma ab eo ex­iga­tur. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur con­se­qui pos­se. 9Fi­lias he­redes scrip­se­rat, qua­rum fi­dei com­mi­sit in haec ver­ba: ‘ne a Gaio Se­io ra­tio­nes ac­tus rei meae, quae per men­sam eius si­ve ex­tra men­sam in diem mor­tis meae ges­ta est, ex­iga­tis eo­que no­mi­ne eum li­be­re­tis’. quae­si­tum est, cum uni­ver­sas ra­tio­nes in diem mor­tis is­te ad­mi­nis­tra­ve­rit et per men­sam suam et quae ex­tra ad­mi­nis­tra­ban­tur, an ad ra­tio­nes red­den­das he­redi­bus te­n­ea­tur. re­spon­dit li­be­ra­tio­nem qui­dem se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur le­ga­tam es­se, sed qua­te­nus prae­stan­da sit, ex qua­li­ta­te dis­cep­ta­tio­nis iu­di­cem aes­ti­ma­tu­rum. 10Eum, qui tu­te­lam ip­sius ad­mi­nis­tra­ve­rat, et fra­trem suum et alios quos­dam scrip­sit he­redes et tu­to­ri le­ga­vit, quae im­pen­de­rat in se et fra­trem ip­sius, de­cem: quae­si­tum est, an uti­le es­set in per­so­na eius fi­dei­com­mis­sum. re­spon­dit, si id de­de­rit per fi­dei­com­mis­sum quod de­be­ba­tur, pe­ti non pos­se. 11Idem quae­siit, si in tu­to­ris per­so­na in­uti­le es­set, an in per­so­na fra­tris uti­le vi­de­re­tur, quon­iam il­li pro­fi­ce­ret, cu­ius et ip­sius tu­te­lam ad­mi­nis­tras­set. re­spon­dit fra­tri uti­li­ter es­se le­ga­tum, cum suo de­bi­to li­be­re­tur. 12Idem quae­siit, si tu­tor am­plec­te­re­tur fi­dei­com­mis­sum ita, ut qui­bus­dam sta­ri vel­let ver­bis tes­ta­men­ti, in qui­bus­dam au­tem re­ce­dat, quod mi­no­rem quan­ti­ta­tem sump­tuum di­cat fi­dei­com­mis­so con­ti­ne­ri quam ip­se ero­ga­ve­rat, an au­di­ri de­be­ret. re­spon­dit non im­pe­di­ri eum scrip­tu­ra tes­ta­men­ti, quo mi­nus om­ne, quod si­bi de­be­ri pro­bas­set, pe­te­re pos­set. 13Qui­dam ita le­ga­vit: ‘Sem­pro­niae uxo­ri meae red­di iu­beo ab he­redi­bus meis quin­qua­gin­ta ea, quae mu­tua ac­ce­pe­ram chi­ro­gra­pho par­ti­cu­la­tim in neg­otia mea’: quae­si­tum est, an, si ve­re uxo­ris de­bi­tor fue­rit, fi­dei­com­mis­sum con­sti­te­rit. re­spon­dit, si de­bi­ta fuis­sent, nul­lum es­se fi­dei­com­mis­sum. 14Idem quae­siit, an, si hanc pe­cu­niam ut de­bi­tam apud iu­di­cem pe­tie­rit et vic­ta fue­rit, an fi­dei­com­mis­sum pe­ti pos­sit. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­nun­tur pos­se ex cau­sa fi­dei­com­mis­si pe­ti, quod ap­pa­ruis­set non fuis­se ex alia cau­sa de­bi­tum.

Scaevola lib. XVI. Dig. Aurelius Symphorus hatte für einen Vormund gebürgt, und bei seinem Ableben dessen Mündeln ein Vermächtniss folgender Art hinterlassen: Dem Arellius Latinus und Arellius Felix, jedem fünf[tausend Sestertien], sobald jeder von ihnen vierzehn Jahr alt geworden ist; bis zu dieser Zeit verordne ich, jedem von ihnen anstatt Alimente monatlich sechs Denare, und zur Kleidung jährlich fünfundzwanzig Denare zu geben. Mit diesem Vermächtniss müsst Ihr Euch begnügen, weil euere Vormundschaft mir11Rationem meam, eigentlich meiner Rechnung, d. h. meinem Vermögen. nicht geringen Schaden zugefügt hat. Euch aber, meine Erben, bitte ich, ebenso wenig von jenen auf den Grund der Vormundschaftsrechnung zu fordern, als von dem ihnen ausgesetzten Vermächtniss etwas innebehalten zu wollen. Hier entstand die Frage, ob, wenn der Erbe desselben auf den Grund der Bürgschaft Etwas entrichtet habe, er es vom Erben der Söhne dessen zurückfordern könne, für den jener gebürgt hatte? Die Antwort lautete: den vorgetragenen Worten zufolge, erscheine es allein der Treue der Erben anheimgestellt, dasjenige nicht einzufordern, was die Gebrüder Arellius ihm aus der Rechnung über die Vormundschaft, welche Symphorus für sie geführt hat, schuldig sind. 1Es hatte Jemand ein Testament errichtet, und seinen Schuldnern Erlass ihrer Verbindlichkeiten ausgesetzt; er zerschnitt darauf die Heftfäden22Linum, hiermit war das Testament entweder geheftet und umwunden, oder wenigstens das Letztere. Mit dem Zerschneiden desselben ward das Testament schon ungültig. Das revognito testamento will sagen, er habe es wieder belesen, und die Aufhebung der Vermächtnisse sei ihm leid geworden, weshalb er sie von Neuem errichtet habe., las das Testament nochmals durch, und errichtete darauf ein anderes, worin er das Vermächtniss mit folgenden Worten wiederholte: Es sollen alle Vermächtnisse, welche ich in dem von mir zerschnittenen Testamente, es sei, wem da wolle, ausgesetzt habe, bestehend bleiben, sowie Alles, was darin geschrieben steht. Es entstand die Frage, ob, wenn die Erbschaft aus dem zweiten Testamente angetreten worden wäre, die Schuldner, denen im vorigen Testamente Erlass ihrer Verbindlichkeit hinterlassen worden war, auch in Ansehung derjenigen Summe, welche sie erst nach Errichtung des ersten Testamentes schuldig geworden sind, Erlass erhielten, und ob die Erben, Falls sie Anforderung deshalb wider jene erhöben, mit der Einrede der Arglist abgewiesen werden würden? Die Antwort ging dahin, dass sie keinen Erlass erhielten. 2Titius hinterliess seinem Schuldner Sejus folgendes Vermächtniss: ich gebe und vermache dem Sejus zehn Denare; ingleichen mache ich ihm damit ein Geschenk, was er mir an Capital und Zinsen schuldig ist; ausserdem legte er seinen Erben noch im Allgemeinen auf und überliess es ihrer Treue, Jedem dasjenige zu verabreichen und herauszugeben, was er ihm vermacht habe; späterhin erborgte Sejus ausserdem noch ein anderes Capital vom Titius. Ist, frage ich, dieses, erst nach Errichtung des Testamentes dem Sejus gegebene Geld auch als ihm vermacht anzusehen? Antwort: da die Worte [des Testamentes] als auf die vergangene Zeit bezüglich erscheinen, so ist das spätere [Darlehn] nicht als Vermächtniss zu betrachten. 3Titius drückte sich in seinem Testamente, worin er seine Söhne zu Erben eingesetzt hatte, in Betreff seines Vaters, der ehemals sein Vormund gewesen war, folgender Gestalt aus: mein Vater Sejus, will ich, soll von der Vormundschaftsklage befreiet sein. Ich frage, in wiefern diese Worte zu verstehen sind, d. h. ob er verpflichtet ist, den Söhnen und Erben des Testators, seinen Enkeln, diejenigen Gelder herauszugeben, welche er entweder aus dem Verkauf von Sachen, oder eingezogenen Forderungen in seinen Gebrauch verwendet, oder auf eigenen Namen zinslich ausgeliehen hat? Antwort: es wird von dem Ermessen dessen abhängen, dem die Erörterung der Sache obliegt; denn es streitet, vermöge der natürlichen Liebe [zwischen Vater und Sohn], eine Vermuthung für die Annahme, dass dem Vater Alles zugestanden sei, es müsste denn von den Erben erwiesen werden können, dass der Testator etwas Anderes gewollt habe. 4Mävia wollte in ihrem Testamente den einen von ihren Erben von der Vormundschaftsklage mit diesen Worten befreien: es soll von der Vormundschaft, welche Julianus Paulus mit dem Antistius Cicero geführt hat, keine Rechnung von ihm gefordert werden, und es soll derselbe, verordne ich hiermit, von der ganzen Angelegenheit seiner Verpflichtung entlassen sein. Ich frage, ob, wenn Geld aus dieser Vormundschaft in seinen Händen geblieben, dieses von ihm gefordert werden könne? Antwort: es ist kein Grund vorhanden, weshalb das der Mündelin gehörige, und beim Vormund liegen gebliebene Geld, als demselben vermacht betrachtet werden sollte. 5Es hatte Jemand in seinem Testamente so gesagt: dem Titius, meinem Schwager, soll Erlass in Ansehung Alles dessen, was er mir aus irgend einem Grunde verschuldet, zu Theil werden; in einem Codicill sagte er aber so: dem Titius, meinem Schwager und Schuldner, [sollen] ausserdem noch die Zinsen von dem mir schuldigen Gelde, von meinem Erben auf Lebenszeit [erlassen werden]. Sollte [dieser] aber gesönnen sein, dasselbe wider meinen Willen einzuziehen, so sollen meine Erben demselben Titius die Zinsen von dem Capital auf Lebenszeit zahlen. Es ward hier die Frage erhoben, ob, da der Testator den Willen gehabt habe, [das Vermächtniss] vielmehr zu vermehren, als zu vermindern, die Erben dem Titius auf den Grund des Fideicommisses zum Erlass der ganzen Schuld gehalten seien? Antwort: den vorliegenden Umständen nach erscheint das zuerst ausgesetzte Vermächtniss vermindert. 6In einem Testamente war ein Vermächtniss auf folgende Weise ausgesetzt: Dem Sejus soll Alles, was er mir schuldig ist, oder wesfalls ich für ihn gebürgt habe, erlassen werden. Ich frage, ob hier blos dasjenige vermacht sei, was er zur Zeit der Testamentserrichtung schuldig war, oder auch das, um wieviel diese Summe sich nachher durch die Zinsen vergrössert hat, zu dem Vermächtniss gehörig sei? Antwort: es ist anzunehmen, als habe [der Testator] die ganze Verbindlichkeit aus dieser Schuld aufheben wollen. 7Es vermachte Jemand dem Stichus, dem er im Testamente freigelassen hatte, ein Landgut mit der gesammten Einrichtung33Fundus instructus; hierzu gehört auch Vieh und Sclaven u. s. w., s. Buch 33. Tit. 7. und noch Anderes, und setzte dann die Worte hinzu: ich untersage ihm auch die Rechnungsablegung, weil er die [betreffenden] Urkunden nun als eigene behält. Es entstand hier die Frage, ob Stichus die Reste herausgeben müsse, welche er aus der Verwaltung noch verschuldete? Ich habe mich dahin ausgesprochen, dass Stichus deshalb nicht hafte. Claudius: denn es haftet nach Erlangung der Freiheit Niemand aus einer in die Zeit fallenden Handlung, wo er noch Sclav war, und die Frage war blos in Bezug auf sein Schuldverhältniss gestellt; die Reste können also mit dem Sondergute zurückbehalten, oder wenn dieses vermacht worden ist, von demselben abgezogen werden. 8Die hundert[tausend Sestertien], welche ich bei Apronianus niedergelegt habe, sollen bei demselben so lange verbleiben, bis mein Sohn zwanzig Jahr erreicht hat, und ich verbiete, von diesem Gelde Zinsen einzufordern. Es entstand hier die Frage, ob Apronianus auf den Grund des Fideicommisses verlangen könne, dass die Summe vor der von dem Testator vorgeschriebenen Zeit von ihm nicht solle gefordert werden dürfen? Die Antwort lautete: den vorliegenden Umständen nach allerdings. 9Es hatte Jemand seine Töchter zu Erben eingesetzt, und ihnen ein Fideicommiss in folgenden Worten auferlegt: Ihr sollt vom Cajus Sejus keine Rechnung von der Verwaltung meines Vermögens, soweit er es innerhalb oder ausserhalb seines Bankgeschäfts bis zu meinem Todestage verwaltet hat, fordern, und ihm desfalls Erlass seiner Verbindlichkeit gewähren. Es entstand hier die Frage, ob, wenn jener die gesammten Rechnungen bis zum Todestage geführt habe, und dieselben sowohl innerhalb seines Bankgeschäfts als ausserhalb desselben geführt wurden, derselbe den Erben zur Rechnungsablegung gehalten sei? Die Antwort lautete: den vorliegenden Umständen nach sei zwar der Erlass von der Verbindlichkeit dazu vermacht worden; es werde jedoch vom Ermessen des Richters je nach der Eigenthümlichkeit des Rechtsstreits44D. h. sagt die Glosse, von dem Beweise des Erben, was der Testator eigentlich gemeint habe. abhängen, in wiefern dieselbe zu leisten sei. 10Es hatte Jemand denjenigen, der die Vormundschaft für ihn geführt hatte, seinen Bruder und noch einige Andere zu Erben eingesetzt, und dem Vormunde zehn[tausend Sestertien] vermacht, die er für ihn und seinen Bruder ausgelegt hatte. Es entstand die Frage, ob dieses Fideicommiss in Ansehung der Person des [Vormundes] von Nutzen sei? Die Antwort lautete: wenn er durch ein Fideicommiss dasjenige ausgesetzt hat, was wirkliche Schuld war, so kann desfalls [auf den Grund des Fideicommisses] keine Klage erhoben werden. 11Derselbe [Scävola] behandelt die Frage, ob, wenn [das Fideicommiss] in Ansehung des Vormundes ungültig sei, dasselbe in Betreff des Bruders als wirksam erscheine, weil es diesem von Vortheil sein würde, da er dessen Vormundschaft auch verwaltet hatte? und beantwortet sie dahin, dass dem Bruder gültig vermacht worden sei, indem er dadurch Erlass seiner Schuld erlange. 12Er untersucht ferner, ob, wenn der Vormund das Fideicommiss dergestalt annimmt, dass er einige Worte des Testamentes gelten lassen will, und andere nicht, indem er behauptet, dass die Kosten in dem Fideicommiss zu einer geringeren Summe veranschlagt worden, als er wirklich ausgegeben habe, demselben Gehör zu ertheilen sei? und beantwortet sie dahin, dass ihm die Worte des Testamentes nicht im Wege ständen, Alles zu fordern, wovon er beweisen könne, dass er es zu fordern habe. 13Jemand errichtete folgendes Vermächtniss: Meiner Gattin Sempronia, befehle ich, sollen meine Erben diejenigen funfzig[tausend Sestertien] zurückzahlen, welche ich auf eine Handschrift in Theilzahlungen zu meinen Geschäften vorgeschossen erhalten hatte. Es entstand hier die Frage, ob, wenn er in der That Schuldner seiner Gattin gewesen, das Fideicommiss Bestand habe? Antwort: wenn er es schuldig war, so ist das Fideicommiss ungültig. 14Die Frage, ob, wenn sie dieses Geld eingeklagt habe, und sachfällig geworden sei, sie dann das Fideicommiss in Anspruch nehmen könne, beantwortete er dahin, dass den vorliegenden Umständen zufolge auf den Grund des Fideicommisses Klage erhoben werden könne, weil sich ergeben habe, dass ein anderer Grund für die Schuld nicht vorhanden gewesen sei.