Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Iav.post. Lab. II
Ex posterioribus Labeonis lib.Iavoleni Ex posterioribus Labeonis libri

Ex posterioribus Labeonis libri

Ex libro II

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 37,1De bonorum possessionibus (Vom Nachlassbesitz.)Dig. 37,2Si tabulae testamenti extabunt (Wenn ein Testament vorhanden ist.)Dig. 37,3De bonorum possessione furioso infanti muto surdo caeco competente (Von dem den Wahnsinnigen, Kindern, Stummen, Tauben und Blinden zustehenden Nachlassbesitz.)Dig. 37,4De bonorum possessione contra tabulas (Von dem Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt.)Dig. 37,5De legatis praestandis contra tabulas bonorum possessione petita (Von der Entrichtung der Vermächtnisse, wenn der Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt gefordert worden ist.)Dig. 37,6De collatione bonorum (Von dem Einwerfen.)Dig. 37,7De dotis collatione (Vom Einwerfen der Mitgift.)Dig. 37,8De coniungendis cum emancipato liberis eius (Von der Verbindung des aus der Gewalt Entlassenen mit seinen Kindern.)Dig. 37,9De ventre in possessionem mittendo et curatore eius (Von der Setzung der Leibesfrucht in den Besitz und deren Curator.)Dig. 37,10De Carboniano edicto (Vom Carbonianischen Edicte.)Dig. 37,11De bonorum possessione secundum tabulas (Vom Nachlassbesitz zufolge des Testamentsinhalts.)Dig. 37,12Si a parente quis manumissus sit (Wenn Jemand von seinem Vater aus der Gewalt entlassen worden ist.)Dig. 37,13De bonorum possessione ex testamento militis (Vom Nachlassbesitz aus dem Testamente eines Soldaten.)Dig. 37,14De iure patronatus (Vom Rechte der Freilasserschaft.)Dig. 37,15De obsequiis parentibus et patronis praestandis (Von dem den Eltern und Freilassern zu leistenden ehrerbietigen Gehorsam.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 29,2,64Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Ser­vus duo­rum he­res in­sti­tu­tus et ad­ire ius­sus si al­te­rius do­mi­ni ius­su ad­ie­rit, de­in­de ma­nu­mis­sus fue­rit, pot­erit ip­se ad­eun­do ex par­te di­mi­dia he­res es­se,

Javol. lib. II. ex poster. Labeon. Ein Sclav zweier Herren, der zum Erben eingesetzt und [von dem einen] anzutreten geheissen wurde, soll, wenn er auf Befehl des einen antrat und sodann freigelassen wurde, unmittelbar durch sein Antreten Erbe zur Hälfte [des Vermögens] werden11Der Grund, warum hier eine Verschiedenheit von der Stipulation herrscht liegt darin, weil die Antretung nicht wie die Stipulation zu den operis gehört. Contius.;

Dig. 32,100Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. ‘He­res meus dam­nas es­to Lu­cio Ti­tio Sti­chum ser­vum meum red­de­re’ vel ita: ‘il­lum ser­vum meum il­li red­di­to’. Cas­cel­lius ait de­be­ri ne­que id La­beo im­pro­bat, quia qui red­de­re iu­be­tur, si­mul et da­re iu­be­tur. 1Duae sta­tuae mar­mo­reae cui­dam no­mi­na­tim, item om­ne mar­mor erat le­ga­tum: nul­lam sta­tuam mar­mo­ream prae­ter duas Cas­cel­lius pu­tat de­be­ri: Ofi­lius Tre­ba­tius con­tra. La­beo Cas­cel­lii sen­ten­tiam pro­bat, quod ve­rum pu­to, quia duas sta­tuas le­gan­do pot­est vi­de­ri non pu­tas­se in mar­mo­re se sta­tuas le­ga­re. 2‘Uxo­ri meae ves­tem, mun­dum mu­lie­brem, or­na­men­ta om­nia, au­rum ar­gen­tum quod eius cau­sa fac­tum pa­ra­tum­que es­set om­ne do le­go’. Tre­ba­tius haec ver­ba ‘quod eius cau­sa fac­tum pa­ra­tum­que est’, ad au­rum et ar­gen­tum dum­ta­xat re­fer­ri pu­tat, Pro­cu­lus ad om­nia, quod et ve­rum est. 3Cui Co­rin­thia va­sa le­ga­ta es­sent, ἐν βάσεις quo­que eo­rum va­so­rum col­lo­can­do­rum cau­sa pa­ra­tas de­be­ri Tre­ba­tius re­spon­dit. La­beo au­tem id non pro­bat, si eas βάσεις tes­ta­tor nu­me­ro va­so­rum ha­buit. Pro­cu­lus ve­ro rec­te ait, si ae­neae qui­dem sint, non au­tem Co­rin­thiae, non de­be­ri. 4Cui tes­tu­di­nea le­ga­ta es­sent, ei lec­tos tes­tu­di­neos pe­di­bus in­ar­gen­ta­tos de­be­ri La­beo Tre­ba­tius re­spon­de­runt, quod ve­rum est.

Javolen. lib. II. ex Poster. Lab. Mein Erbe soll verurtheilt sein, dem Lucius Titius den Stichus, meinen Sclaven, zurückzugeben, oder so: er soll jenen meinen Sclaven Jenem zurückgeben; Cascellius sagt, dass er gegeben werden müsse; auch Labeo missbilligt dies nicht, weil dem, welchem zurückzugeben befohlen wird, auch zugleich zu geben befohlen wird. 1Zwei marmorne Bildsäulen waren Jemandem namentlich, desgleichen aller Marmor vermacht; Cascellius glaubt, dass keine marmorne Bildsäule weiter, ausser zweien, gebühre; Ofilius und Trebatius [glauben] das Gegentheil; Labeo billigt die Meinung des Cascellius, und das halte ich für wahr, weil man daraus, dass [der Testator] zwei Bildsäulen vermachte, ersehen kann, dass er nicht der Meinung gewesen, unter dem Marmor die Bildsäulen zu vermachen. 2Meiner Ehefrau gebe und vermache ich die Kleidung, den weiblichen Putz, allen Schmuck, alles Gold und Silber, was um ihretwillen gearbeitet und angeschafft worden ist; Trebatius glaubt, dass diese Worte: was um ihretwillen gearbeitet und angeschafft worden ist, sich nur auf das Gold und Silber beziehen, Proculus auf Alles, und dies ist auch wahr. 3Trebatius hat das Gutachten ertheilt, dass dem, welchem Corinthische Vasen vermacht wären, auch die zur Aufstellung dieser Vasen angeschafften Unterlagen gebühren. Labeo aber billigt das nicht, wenn der Testator jene Unterlagen zu den Vasen gezählt hat; Proculus aber sagt richtig, dass sie, wenn sie von Erz, nicht aber Corinthische seien, nicht gebühren.

Dig. 33,2,30Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Cui usus fruc­tus le­ga­tus es­set, do­nec ei to­tius do­tis sa­tis­fie­ret, cum ei he­res pro sua par­te sa­tis de­dis­set, quam­vis re­li­qui sa­tis non da­rent, ta­men pro ea par­te usum fruc­tum de­si­ne­re ha­be­re mu­lie­rem ait La­beo: idem fie­ri et si per mu­lie­rem mo­ra fie­ret, quo mi­nus sa­tis ac­ci­pe­ret. 1Co­lo­no suo do­mi­nus usum fruc­tum fun­di, quem is co­le­bat, le­ga­ve­rat: agat co­lo­nus cum he­rede ita, ut iu­dex co­gat he­redem ex lo­ca­tio­nis ac­tio­ne eum li­be­ra­re.

Javolen. lib. II. ex Post. Labeon. Einer Frau war der Niessbrauch vermacht worden, bis sie wegen ihrer gesammten Mitgift befriedigt sein würde; hat nun ein Erbe ihr zu seinem Antheile Bürgschaft bestellt, so hört nach der Meinung des Labeo, wenn auch die übrigen keine Bürgschaft stellen sollten, doch der Niessbrauch der Frau für diesen Antheil auf. Eben dieses finde auch Statt, wenn die Frau ihre Befriedigung selbst verzögere. 1Ein Eigenthümer hatte seinem Pächter den Niessbrauch des von diesem erpachteten Landgutes vermacht. Der Pächter kann gegen den Erben darauf klagen, dass der Richter diesen zwinge, ihn von dem Pachtverhältnisse zu befreien.

Dig. 33,2,41Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Cum ita le­ga­tum es­set: ‘fruc­tus an­nuos fun­di Cor­ne­lia­ni Pu­blio Mae­vio do le­go’, per­in­de pu­tat ac­ci­pien­dum es­se La­beo, ac si usus fruc­tus fun­di si­mi­li­ter es­set le­ga­tus, quia haec mens fuis­se tes­ta­to­ris vi­dea­tur.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Hat Jemand ein Vermächtniss so ausgesetzt: die jährlichen Früchte des Cornelianischen Landgutes gebe und vermache ich dem Publius Mävius; so muss man nach der Meinung des Labeo ebenso verstehen, wie wenn der Niessbrauch an dem Landgute in gleicher Art vermacht worden wäre, weil dies die Meinung des Testators gewesen zu sein scheine.

Dig. 33,6,7Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Qui­dam he­redem dam­na­ve­rat da­re uxo­ri suae vi­num oleum fru­men­tum ace­tum mel­la sal­sa­men­ta. Tre­ba­tius aie­bat ex sin­gu­lis re­bus non am­plius de­be­ri, quam quan­tum he­res mu­lie­ri da­re vo­luis­set, quon­iam non ad­iec­tum es­set, quan­tum ex qua­que re da­re­tur. Ofi­lius Cas­cel­lius Tu­be­ro om­ne, quan­tum pa­ter fa­mi­lias re­li­quis­set, le­ga­tum pu­tant: La­beo id pro­bat id­que ve­rum est. 1‘Lu­cio Ti­tio tri­ti­ci mo­dios cen­tum, qui sin­gu­li pon­do cen­tum pen­deant, he­res da­to’. Ofi­lius ni­hil le­ga­tum es­se, quod et La­beo pro­bat, quon­iam eius­mo­di tri­ti­cum in re­rum na­tu­ra non es­set: quod ve­rum pu­to.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Es hatte Jemand seinen Erben verpflichtet, seiner Gattin Wein, Oel, Getreide, Weinessig, Honig und die eingesalzenen Sachen zu geben. Trebatius sagt, von den einzelnen Gegenständen brauche nicht mehr gegeben zu werden, als was der Erbe der Frau zu geben bereit sei, weil nicht hinzugefügt worden, wieviel von einer jeden einzelnen Sache gegeben werden solle. Ofilius, Cascellius und Tubero halten Alles für vermacht, soviel der Hausvater davon hinterlassen hat. Labeo billigt dies und dies ist auch allerdings richtig. 1Mein Erbe soll dem Lucius Titius zehn römische Scheffel Getreide geben, von denen jeder einzelne hundert Pfund wiegt. Ofilius ist der Meinung, dass gar nichts vermacht worden sei, dem tritt auch Labeo bei, weil Getreide von dieser Art nicht existire, dies halte ich für richtig.

Dig. 33,7,4Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Cum qui­dam duos fun­dos iunc­tos ha­be­ret et ex al­te­ro bo­ves, cum opus fe­cis­sent, in al­te­rum re­ver­te­ren­tur, utrum­que fun­dum cum in­stru­men­to le­ga­ve­rat. La­beo Tre­ba­tius bo­ves ei fun­do ces­su­ros pu­tant, ubi opus fe­cis­sent, non ubi ma­ne­re con­sue­vis­sent: Cas­cel­lius con­tra. La­beo­nis sen­ten­tiam pro­bo.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Jemand, der zwei mit einander verbundene Landgüter hatte, bei welchen die Ochsen des einen, wenn sie ihre Arbeit verrichtet hatten, auf das andere zurückkehrten, hatte beide Landgüter mit dem Beilasse vermacht. Labeo und Trebatius sind der Meinung, dass die Ochsen zu demjenigen Landgute gehören, wo sie gearbeitet haben, nicht wo sie zu bleiben pflegten. Cascellius ist der entgegengesetzten Meinung, ich trete jedoch der Ansicht des Labeo bei.

Dig. 33,7,25Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Fun­di in­stru­men­to le­ga­to id pe­cus ce­de­re pu­ta­bat Tu­be­ro, quod is fun­dus sus­ti­ne­re po­tuis­set: La­beo con­tra. quid enim fiet, in­quit, si, cum mil­le oves fun­dus sus­ti­ne­re po­tuis­set, duo mi­lia ovium in eo fun­do fue­rint? quas oves po­tis­si­mum le­ga­to ces­su­ras ex­is­ti­ma­bi­mus? nec quae­ren­dum es­se, quid de­buis­set pa­ra­ri pe­co­ris in­stru­men­ti fun­di cau­sa, sed quid pa­ra­tum es­set: non enim ex nu­me­ro aut mul­ti­tu­di­ne le­ga­ta aes­ti­man­dum es­se. La­beo­nis sen­ten­tiam pro­bo. 1Qui­dam cum in fun­do figli­nas ha­be­ret, fi­gu­lo­rum ope­ra ma­io­re par­te an­ni ad opus rus­ti­cum ute­ba­tur, de­in­de eius fun­di in­stru­men­tum le­ga­ve­rat. La­beo Tre­ba­tius non vi­de­ri fi­gu­los in in­stru­men­to fun­di es­se. 2Item cum in­stru­men­tum om­ne le­ga­tum es­set ex­cep­to pe­co­re, pas­to­res ovi­lio­nes, ovi­lia quo­que le­ga­to con­ti­ne­ri Ofi­lius non rec­te pu­tat.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Wenn der Beilass eines Landgutes vermacht worden ist, so gehört nach der Meinung des Tubero dasjenige Vieh dazu, was dies Landgut hätte ernähren können. Labeo nimmt das Gegentheil an, denn was, spricht er, soll geschehen, wenn das Landgut nur tausend Schafe hätte unterhalten können, sich aber zweitausend auf demselben befinden? Welche Schafe sollen wir als vorzüglich zu dem Vermächtnisse gehörig annehmen? Auch dürfe nicht gefragt werden, was an Vieh, des Beilasses dieses Landguts wegen, hätte angeschafft werden müssen, sondern was angeschafft worden sei. Denn nicht nach der Anzahl oder Menge müsse ein Vermächtniss22Die Lesart Legatum scheint mir richtiger. beurtheilt werden. Ich trete der Meinung des Labeo bei. 1Jemand, welcher auf seinem Landgute Töpferwerkstätten hatte, benutzte die Töpfer den grössten Theil des Jahres hindurch zu ländlichen Arbeiten, darauf vermachte er den Beilass dieses Landgutes. Labeo und Trebatius sind der Meinung, dass die Töpfer nicht als zum Beilass des Gutes gehörig angesehen werden könnten. 2Desgleichen, als aller Beilass vermacht worden war, mit Ausschluss des Viehes, so ist die Meinung des Ofilius unstreitig unrichtig, dass die Schäfer, die Schafhirten und Horden in dem Vermächtnisse mit begriffen seien.

Dig. 34,2,39Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Si uxo­ri mun­dus mu­lie­bris le­ga­tus es­set, ea tan­tum­mo­do de­be­ri Ofi­lius La­beo re­spon­de­runt, quae ex his tra­di­ta uten­di cau­sa uxo­ri vi­ro fuis­sent: ali­ter enim in­ter­pre­tan­ti­bus sum­mam fo­re cap­tio­nem, si vas­cu­la­rius aut fa­ber ar­gen­ta­rius uxo­ri ita le­gas­set. 1Cum ita le­ga­tum es­set: ‘ar­gen­tum, quod do­mo mea erit cum mo­riar’, Ofi­lius nec quod de­po­si­tum a se nec quod com­mo­da­tum re­li­quis­set ar­gen­tum le­ga­tum vi­de­ri re­spon­dit. idem Cas­cel­lius de com­mo­da­to. La­beo, quod de­po­si­tum es­set, ita de­be­ri, si prae­sen­tis cus­to­diae cau­sa, non per­pe­tuae vel­uti then­sau­ro de­po­si­tum es­set, quia il­la ver­ba ‘quod do­mo mea erit’ sic ac­ci­pi de­be­re ‘es­se so­le­bat’: et hoc pro­bo. 2Ateius Ser­vium re­spon­dis­se scri­bit, cui ar­gen­tum, quod in Tus­cu­la­no fun­do cum mo­re­re­tur ha­buis­set, le­ga­tum es­set, et quod an­te­quam mo­re­re­tur ex ur­be in Tus­cu­la­num ius­su tes­ta­to­ris trans­la­tum es­set, de­be­ri: con­tra fo­re, si in­ius­su trans­la­tum es­set.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Wenn einer Gattin das weibliche Geräth vermacht worden ist, so, entschieden Ofilius und Labeo, sei darin nur dasjenige begriffen, was der Mann seiner Gattin davon zum Gebranch gegeben habe; denn wenn man es anders auslegen wollte, so würde hierin die grösste Verfänglichkeit liegen, wenn etwa ein Metallarbeiter oder Silberschmied seiner Gattin ein solches Vermächtniss ausgesetzt hätte. 1Wenn ein Vermächtniss so lautet: dasjenige Silber, was sich zur Zeit meines Ablebens in meinem Hause befindet, so, sagt Ofilius, sei dasjenige Silber, was er als bei ihm niedergelegt, oder als geliehen hinterlassen, in den Vermächtniss nicht begriffen. Ebenso spricht sich Cascellius in Betreff des geliehenen aus. Labeo [hingegen behauptet], dasjenige, was bei ihm niedergelegt worden, sei dann darunter verstanden, wenn es zu einer einstweiligen Verwahrung niedergelegt worden sei, und nicht wenn zu einer immerwährenden, wie ein [vergrabener] Schatz, weil die Worte: was sich in meinem Hause befinden wird, so zu verstehen sind: zu sein pflegte; und das meine auch ich. 2Atejus berichtet, Servius habe sich dahin ausgesprochen, wenn das Silber, welches der Testator auf dem Tusculanischen Landgute zur Zeit seines Ablebens hinterlassen würde, vermacht worden sei, so sei darunter auch dasjenige begriffen, was vor seinem Tode auf sein ausdrückliches Geheiss aus der Stadt nach dem Landgute geschafft worden ist; sei dies ohne Befehl des Erblassers geschehen, so gelte das Gegentheil.

Dig. 34,3,17Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do La­beo­nis pos­te­rio­rum. re­li­qua quo­que: in iu­di­cio lo­ca­tio­nis venire.

Javolen. lib. II. Labeon. Poster. alles Übrige [hingegen] kann auch [hier] Gegenstand33D. h. z. B. Vernachlässigung der Pachtung. der Klage aus dem Verpachte bleiben.

Dig. 35,1,40Idem li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Qui­bus die­bus vi­ci­nus tuus te via pu­bli­ca, cum ad pa­ren­dum con­di­cio­ni ire vel­les, ire pro­hi­bue­rit nec per te sta­ret, quo mi­nus agen­do ob ca­lum­nias eum sum­mo­veas, hi dies con­di­cio­ni non im­pu­ta­bun­tur. 1Qui­dam ita le­ga­ve­rat: ‘si Pu­blius Cor­ne­lius im­pen­sam, quam in fun­dum Se­ia­num fe­ci, he­redi meo de­de­rit, tum he­res meus Pu­blio Cor­ne­lio fun­dum Se­ia­num da­to’. Cas­cel­lius aie­bat et­iam pre­tium fun­di da­ri de­be­re, Ofi­lius im­pen­sae ver­bo ne­gat pre­tium sig­ni­fi­ca­ri, sed eos dum­ta­xat sump­tus, quos in eum post­ea­quam emp­tus es­set fe­cit. idem Cin­na scri­bit ad­iec­to eo, quod non de­duc­tis fruc­ti­bus im­pen­sa­rum ra­tio ha­be­ri de­beat: et hoc ma­gis ve­rum pu­to. 2Qui­dam Ti­tio cen­tum le­ga­ve­rat, de­in­de in­fra ita ius­se­rat: ‘quas pe­cu­nias cui­que le­ga­vi, eas he­res meus, si ma­ter mea mo­ri­tur, da­to’: mor­tuo pa­tre fa­mi­lias Ti­tius vi­xe­rat et vi­va ma­tre fa­mi­lias de­ces­se­rat. mor­tua ma­tre he­redi­bus Ti­tii le­ga­tum de­be­ri Ofi­lius re­spon­dit, quon­iam non sub con­di­cio­ne es­set le­ga­tum, sed an­te le­ga­tum pu­re, de­in­de dies sol­ven­di ad­iec­ta. vi­dea­mus, in­quit La­beo, ne id fal­sum sit, quia ni­hil in­ter­sit, utrum ita scri­ba­tur: ‘quas pe­cu­nias cui­que le­ga­vi, eas he­res meus, si ma­ter mea mo­ri­tur, da­to’ an ita: ‘ni­si ma­ter mea mo­ri­tur, ne da­to’: utru­bi­que enim sub con­di­cio­ne vel da­tum vel ad­emp­tum es­se le­ga­tum. La­beo­nis re­spon­sum pro­bo. 3Do­mi­nus ser­vo au­reos quin­que11Die Großausgabe fügt eius ein. le­ga­ve­rat: ‘he­res meus Sti­cho ser­vo meo, quem tes­ta­men­to li­be­rum es­se ius­si, au­reos quin­que, quos in ta­bu­lis de­beo, da­to’. ni­hil ser­vo le­ga­tum es­se Na­mu­sa Ser­vium re­spon­dis­se scri­bit, quia do­mi­nus ser­vo ni­hil de­be­re po­tuis­set: ego pu­to se­cun­dum men­tem tes­ta­to­ris na­tu­ra­le ma­gis quam ci­vi­le de­bi­tum spec­tan­dum es­se, et eo iu­re uti­mur. 4Qui do­ta­lem fun­dum nul­lum ha­be­bat, ita le­ga­ve­rat: ‘fun­dum Cor­ne­lia­num, quem il­la mi­hi do­ti de­dit, ei he­res da­to’. La­beo Ofi­lius Tre­ba­tius re­spon­de­runt fun­dum ni­hi­lo mi­nus le­ga­tum es­se, quia, cum fun­dus Cor­ne­lia­nus in re­rum na­tu­ra sit, de­mons­tra­tio fal­sa le­ga­tum non per­emit. 5Ther­mus mi­nor quo­rum ar­bi­tra­tu mo­nu­men­tum si­bi fie­ri vel­let tes­ta­men­to scribse­rat, de­in­de ita le­ga­ve­rat: ‘Lu­ciis Pu­bliis Cor­ne­liis ad mo­nu­men­tum meum ae­di­fi­can­dum mil­le he­res meus da­to’. Tre­ba­tius re­spon­dit pro ea22Die Großausgabe liest eo statt ea. ha­ben­dum ac si ita le­ga­tum es­set, si sa­tis­de­dis­sent se ita id mo­nu­men­tum ex ea pe­cu­nia fac­tu­ros. La­beo Tre­ba­tii sen­ten­tiam pro­bat, quia haec mens tes­tan­tis fuis­set, ut ea pe­cu­nia in mo­nu­men­tum con­su­me­re­tur: idem et ego et Pro­cu­lus pro­ba­mus.

Idem lib. II. ex Post. Labeon. Diejenigen Tage, an denen dich dein Nachbar verhindert hat, auf einer öffentlichen Strasse zu gehen, wo du, um einer Bedingung Gehorsam zu leisten, gehen wolltest, und wo es nicht in deiner Macht stand, ihn durch Klagen wegen seiner Chicane zu beseitigen, werden bei der Bedingung nicht mitgerechnet. 1Es hatte Jemand folgendes Vermächtniss errichtet: wenn Publius Cornelius die Kosten, welche ich auf das Sejanische Landgut verwendet habe, meinem Erben ersetzt, so soll mein Erbe dem Publius Cornelius das Sejanische Landgut geben. Cascellius sagte, es müsse auch der Kaufpreis des Landgutes gegeben werden. Ofilius hingegen behauptet, dass unter dem Ausdruck Kosten der Kaufpreis nicht begriffen sei, sondern vielmehr blos diejenigen Kosten, welche er darauf nach dem Ankauf verwendet habe. Dies sagt Cinna auch, und setzt noch hinzu, dass die Kosten ohne Abzug der gezogenen Nutzungen in Anschlag zu bringen seien; und dies halte ich für richtig. 2Es hatte Jemand dem Titius hundert[tausend Sestertien] vermacht, und weiter unten Folgendes verordnet: alle diejenigen Geldsummen, welche ich irgend Jemandem vermacht habe, soll mein Erbe zahlen, wenn meine Mutter stirbt; Titius überlebte den Hausvater, starb aber noch bei Lebzeiten der Hausmutter. Ofilius sagte, dass den Erben des Titius nach dem Ableben der Mutter das Vermächtniss gebühre, weil dasselbe nicht unter einer Bedingung vermacht, sondern unbedingt ausgesetzt, und nachher ein Zahlungstag hinzugefügt worden sei; allein Labeo sagt, dies dürfte falsch sein, weil es einerlei ist, ob es heisst: alle diejenigen Geldsummen, welche ich irgend Jemand vermacht habe, soll mein Erbe zahlen, wenn meine Mutter stirbt, oder so: er soll sie nicht zahlen, wenn meine Mutter nicht stirbt. Denn das Vermächtniss sei auf jede Art und Weise bedingt gegeben und zurückgenommen. Ich trete des Labeo Ansicht bei. 3Ein Herr vermachte seinem Sclaven fünf Goldstücke folgendermaassen: mein Erbe soll meinem Sclaven Stichus, den ich in meinem Testamente frei zu sein geheissen habe, die fünf Goldstücke geben, welche ich ihm aus meinen Rechnungen schuldig bin. Hier, sagt Namusa, habe sich Servius dahin ausgesprochen, dass nichts als dem Sclaven vermacht betrachtet werde, weil der Herr dem Sclaven nichts habe schuldig sein können. Ich glaube hingegen, dass der Absicht des Testators gemäss vielmehr auf die natürliche Schuld, und nicht auf die bürgerlichrechtliche Rücksicht zu nehmen sei, und dies ist bei uns Rechtens. 4Jemand, der kein Mitgiftslandgut besass, errichtete ein Vermächtniss folgender Art: das Cornelianische Landgut, welches mir die und die zur Mitgift gegeben hat, soll ihr mein Erbe geben. Labeo, Ofilius und Trebatius entschieden hier dahin, dass das Vermächtniss des Landgutes nichts desto weniger von Gültigkeit sei, weil, da das Cornelianische Landgut in der Welt vorhanden sei, eine falsche Bezeichnung das daran bestellte Vermächtniss nicht umstossen könne. 5Thermus Minor hatte in seinem Testamente bestimmt, nach wessen Ermessen er wolle, dass ihm ein Denkmal errichtet werden solle, und darauf folgendes Vermächtniss ausgesetzt: den beiden Lucius Publius Cornelius soll mein Erbe zur Errichtung eines Denkmals eine Million [Sestertien] zahlen. Hier stellte Trebatius [auf Befragen] das Gutachten aus, es sei hier anzunehmen, als wäre ihnen das Vermächtniss unter der Bedingung ausgesetzt, wenn sie Bürgschaft bestellt haben würden, dass sie das Denkmal gedachtermaassen von jenem Gelde errichten würden. Labeo tritt des Trebatius Meinung bei, weil es die Absicht des Testators gewesen, dass dieses Geld zu dem Denkmal verwendet werden solle, dem auch ich und Proculus beitreten.

Dig. 50,16,242Ia­vo­le­nus li­bro se­cun­do ex pos­te­rio­ri­bus La­beo­nis. Ma­lum na­vis es­se par­tem, ar­te­mo­nem au­tem non es­se La­beo ait, quia ple­rae­que na­ves si­ne ma­lo in­uti­les es­sent, id­eo­que pars na­vis ha­be­tur: ar­te­mo au­tem ma­gis ad­iec­ta­men­to quam pars na­vis est. 1In­ter ‘pro­iec­tum’ et ‘im­mis­sum’ hoc in­ter­es­se ait La­beo, quod pro­iec­tum es­set id quod ita pro­ve­he­re­tur ut nus­quam re­quies­ce­ret, qua­lia mae­nia­na et sug­grun­dae es­sent: im­mis­sum au­tem, quod ita fie­ret, ut ali­quo lo­co re­quies­ce­ret, vel­uti tig­na tra­bes quae im­mit­te­re­tur. 2Plum­bum, quod te­gu­lis po­ne­re­tur, ae­di­fi­cii es­se ait La­beo: sed id, quod hy­pae­thri te­gen­di cau­sa po­ne­re­tur, con­tra es­se. 3‘Vi­duam’ non so­lum eam, quae ali­quan­do nup­ta fuis­set, sed eam quo­que mu­lie­rem, quae vi­rum non ha­buis­set, ap­pel­la­ri ait La­beo: quia vi­dua sic dic­ta est qua­si ve­cors, ve­sa­nus, qui si­ne cor­de aut sa­ni­ta­te es­set: si­mi­li­ter vi­duam dic­tam es­se si­ne dui­ta­te. 4Stra­tu­ram lo­ci ali­cu­ius ex ta­bu­lis fac­tis, quae aes­ta­te tol­le­ren­tur et hie­me po­ne­ren­tur, ae­dium es­se ait La­beo, quon­iam per­pe­tui usus pa­ra­tae es­sent: ne­que ad rem per­ti­ne­re, quod in­ter­im tol­le­ren­tur.

Javolen. lib. II. ex Poster. Labeon. Labeo sagt, dass der Mastbaum ein Theil des Schiffes sei, das Bramsegel (artemonem) aber nicht. Und es ist dies richtiger, weil die meisten Schiffe ohne Mastbaum unnütz wären, und darum wird er für einen Theil des Schiffes gehalten. Das Bramsegel ist aber mehr eine Zugabe, als ein Theil des Schiffes. 1Labeo sagt, dass zwischen einem Vorbau (projectum) und einem Einbau (immissum) der Unterschied stattfinde, dass ein Vorbau das sei, was so hervorstehe, dass es nirgends aufruhe, von welcher Beschaffenheit die Erker und Wetterdächer wären, ein Einbau aber das, was so errichtet werde, dass es an irgend einer Stelle aufruhe, z. B. Balken (tigna, trabes), welche eingebaut würden. 2Labeo sagt, dass das Blei, welches statt der Dachziegel aufgelegt würde, zum Gebäude gehöre, aber bei dem, welches zur Bedeckung des Söllers aufgelegt würde, finde das Gegentheil statt. 3Labeo sagt, dass vidua nicht blos eine solche Frauensperson genannt werde, welche einst verheirathet gewesen wäre, sondern auch diejenige, welche noch keinen Mann gehabt hätte; weil vidua so benannt ist, wie vecors (verstandlos,) vesanus (unvernünftig,) wer ohne cor (Verstand) oder sanitas (Vernunft) ist; auf gleiche Weise sei vidua benannt, ohne duitas (ein Zweites). 4Labeo sagt, dass die aus Bretern, welche im Sommer weggenommen und im Winter hingelegt würden, gemachte Bedeckung44Straturam nach der Florent. d. h. eine Breterdecke über die Steine und den Marmor des Fussbodens in Häusern. irgend einer Stelle zum Hause gehöre, weil sie um des beständigen Gebrauchswillen angeschafft wären; auch mache es weiter nichts aus, dass sie eine Zeitlang weggenommen würden.