Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.Sab. IV
Ad Massurium Sabinum lib.Ulpiani Ad Massurium Sabinum libri

Ad Massurium Sabinum libri

Ex libro IV

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4 (0,3 %)De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7 (3,6 %)De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 28,5,4Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. Suus quo­que he­res sub con­di­cio­ne he­res pot­est in­sti­tui: sed ex­ci­pien­dus est fi­lius, quia non sub om­ni con­di­cio­ne in­sti­tui pot­est. et qui­dem sub ea con­di­cio­ne, quae est in po­tes­ta­te ip­sius, pot­est: de hoc enim in­ter om­nes con­stat. sed utrum ita de­mum in­sti­tu­tio ef­fec­tum ha­beat, si pa­rue­rit con­di­cio­ni, an et si non pa­rue­rit et de­ces­sit? Iu­lia­nus pu­tat fi­lium sub eius­mo­di con­di­cio­ne in­sti­tu­tum et­iam, si con­di­cio­ni non pa­rue­rit, sum­mo­tum es­se, et id­eo si co­he­redem ha­beat ita in­sti­tu­tus, non de­be­re eum ex­spec­ta­re, do­nec con­di­cio­ni pa­reat fi­lius, cum et si pa­trem in­tes­ta­tum fa­ce­ret non pa­ren­do con­di­cio­ni, pro­cul du­bio ex­spec­ta­re de­be­ret. quae sen­ten­tia pro­ba­bi­lis mi­hi vi­de­tur, ut sub ea con­di­cio­ne in­sti­tu­tus, quae in ar­bi­trio eius sit, pa­trem in­tes­ta­tum non fa­ciat. 1Pu­to rec­te ge­ne­ra­li­ter de­fi­ni­ri: utrum in po­tes­ta­te fue­rit con­di­cio an non fue­rit, fac­ti po­tes­tas est: pot­est enim et haec ‘si Ale­xan­driam per­ve­ne­rit’ non es­se in ar­bi­trio per hie­mis con­di­cio­nem: pot­est et es­se, si ei, qui a pri­mo mi­lia­rio Ale­xan­driae agit, fuit im­po­si­ta: pot­est et haec ‘si de­cem Ti­tio de­de­rit’ es­se in dif­fi­ci­li, si Ti­tius per­egri­ne­tur lon­gin­quo iti­ne­re: prop­ter quae ad ge­ne­ra­lem de­fi­ni­tio­nem re­cur­ren­dum est. 2Sed et si fi­lio sub con­di­cio­ne, quae in eius po­tes­ta­te est, he­rede in­sti­tu­to ne­pos sit sub­sti­tu­tus si­ve ex­tra­neus, pu­to vi­vo fi­lio non ex­sta­tu­rum he­redem sub­sti­tu­tum, post mor­tem ve­ro ex­sta­tu­rum, nec ne­ces­sa­riam a sub­sti­tu­to fi­lii ex­he­reda­tio­nem, cum et, si fue­rit fac­ta, frus­tra est: post mor­tem enim fi­lii fac­ta est, quam in­uti­lem es­se alias os­ten­di­mus: opi­na­mur igi­tur fi­lium, si sit in­sti­tu­tus sub ea con­di­cio­ne et sit in eius po­tes­ta­te, non ind­ige­re ex­he­reda­tio­ne a se­quen­ti­bus gra­di­bus: alio­quin et a co­he­rede ind­ige­bit.

Idem lib. IV. ad Sabin. Auch ein Eigenerbe kann unter einer Bedingung zum Erben eingesetzt werden. Aber hierbei macht der Sohn eine Ausnahme, weil dieser nicht unter jeder Bedingung eingesetzt werden kann. Er kann es aber unter einer solchen Bedingung, [deren Erfüllung ] in seiner Macht steht; denn hierüber sind alle einverstanden. Allein [eine andere Frage ist es,] ob erst dann die Einsetzung von Wirkung sei, wenn er der Bedingung gehorchte, oder auch [dann], wenn er starb, ohne der Bedingung gehorsam gewesen zu sein? Julianus ist der Meinung, ein unter so einer Bedingung eingesetzter Sohn sei von der Erbschaft entfernt, auch wenn er der Bedingung nicht gehorchte. Hat deshalb ein solcher Sohn (institutus) einen Miterben, so braucht dieser es nicht abzuwarten, bis der Sohn der Bedingung gehorcht, da er ohne Zweifel es abwarten müsste, wenn der Sohn seinen Vater dadurch, dass er der Bedingung nicht gehorcht, testamentslos machen würde11Vivianus erläutert dies sehr gut in seinem Falle.. Diese Meinung scheint mir auch beifallswerther zu sein, so dass ein unter einer Potestativbedingung eingesetzter Sohn seinen Vater [durch Nichterfüllen derselben] nicht testamentslos macht. 1Nach meiner Meinung bestimmt sich der Begriff, ob eine Bedingung potestativ sei oder nicht, im Allgemeinen, und zwar mit Recht nach der Möglichkeit eine Handlung vorzunehmen. Denn es kann auch die [Erfüllung der Bedingung], wenn [Cajus] nach Alexandrien kommen wird, nicht in der Willkühr [desselben] stehen, wenn es z. B. gerade Winter ist. Dies kann auch dann sich treffen, wenn der, welchem diese Bedingung gemacht wurde, auch nur eine Meile von Alexandrien entfernt lebt. Auch die Bedingung, wenn [A.] dem Titius Zehn geben wird, kann sehr schwierig sein22D. i. relativ unmöglich., [nämlich] wenn Titius auf einer weiten Reise entfernt ist. Aus diesen Gründen nun muss man auf die [gegebene] allgemeine Bestimmung zurückgehen. 2Wenn aber auch ein Sohn unter einer Bedingung, [deren Erfüllung] in seiner Macht stand, zum Erben, eingesetzt und ihm ein Enkel, oder ein Fremder substituirt wurde, so wird, wie ich glaube, der Substitut, so lange der Sohn am Leben ist, nicht Erbe werden, nach dessen Tode aber wird er es werden, auch ist die Enterbung des Sohnes vom Substituten aus nicht nothwendig, indem, wenn sie auch geschehen wäre, es doch ohne Einfluss wäre denn sie geschah ja erst [für die Zeit] nach dem Tode des Sohnes, und da ist sie nutzlos, wie wir gezeigt haben. Wir glauben daher, ein Sohn, wenn er unter einer Potestativbedingung eingesetzt wurde, brauche in den folgenden Graden nicht enterbt zu werden, sonst würde er ja auch von seinem Miterben aus enterbt werden müssen.

Dig. 28,5,6Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Sed si con­di­cio­ni dies sit ad­iec­tus, ut pu­ta: ‘si Ca­pi­to­lium in­tra dies tri­gin­ta ascen­de­rit’, tan­tun­dem pot­est di­ci: ut, si non pa­rue­rit con­di­cio­ni, sub­sti­tu­tus pos­sit ad­mit­ti fi­lio re­pul­so, con­se­quens est sen­ten­tiae Iu­lia­ni et nos­trae. 1Ne­po­tes au­tem et de­in­ceps ce­te­ri, qui ex le­ge Vel­laea11Die Großausgabe liest Vel­lea statt Vel­laea. in­sti­tu­ti non rum­punt tes­ta­men­ta, sub om­ni con­di­cio­ne in­sti­tui pos­sunt, et­si red­igan­tur ad fi­lii con­di­cio­nem. 2So­le­mus di­ce­re me­dia tem­po­ra non no­ce­re, ut pu­ta ci­vis Ro­ma­nus he­res scrip­tus vi­vo tes­ta­to­re fac­tus per­egri­nus mox ci­vi­ta­tem Ro­ma­nam per­ve­nit: me­dia tem­po­ra non no­cent. ser­vus alie­nus sub con­di­cio­ne he­res scrip­tus tra­di­tus est ser­vus he­redi­ta­rio, mox usu­cap­tus ab ex­tra­neo: non est vi­tia­ta in­sti­tu­tio. 3Si ser­vum com­mu­nem cum li­ber­ta­te do­mi­nus he­redem scrip­se­rit et eum red­eme­rit, ne­ces­sa­rius ef­fi­cie­tur. sed si sub­sti­tu­tus sit im­pu­be­ri et par­tem red­eme­rit im­pu­bes, ne­ces­sa­rius non ef­fi­cie­tur, ut Iu­lia­nus scri­bit. 4Sed si sit cum li­ber­ta­te in­sti­tu­tus, an ei li­ber­ta­tis da­tio co­di­cil­lis ad­imi pos­sit, apud Iu­lia­num quae­ri­tur. et pu­tat in eum ca­sum, quo ne­ces­sa­rius fie­ret, ad­emp­tio­nem non va­le­re, ne a se­met ip­so ei ad­ima­tur li­ber­tas: ser­vus enim he­res in­sti­tu­tus a se­met ip­so li­ber­ta­tem ac­ci­pit. quae sen­ten­tia ha­bet ra­tio­nem: nam sic­uti le­ga­ri si­bi non pot­est, ita nec a se ad­imi.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. War aber der Bedingung noch eine Frist beigefügt, z. B. wenn er innerhalb dreissig Tagen auf das Capitolium steigen wird, so wird man ebenso annehmen können, dass der Sohn, wenn er die Bedingung nicht erfüllte, die Erbschaft verliere, der Substitut sie aber erhalten könne. Dies stimmt ganz mit Julianus und unserer Meinung überein. 1Enkel aber und alle ferneren Abkömmlinge, welche, eingesetzt nach dem Velleischen Gesetze, das Testament [durch Nachrücken] nicht umstossen, können unter jeder Bedingung eingesetzt werden, auch auf den Fall, wenn sie in die Stellung eines Sohnes [zum Erblasser] kommen. 2Wir sagen gewöhnlich, die Mittelperioden, schaden nicht. Es ist z. B. ein Römischer Bürger zum Erben eingesetzt worden, dieser verlor noch bei Lebzeiten des Erblassers das Bürgerrecht, bald darauf erlangte er es wieder [durch Wiedereinsetzung in den vorigen Stand]; die Zwischenperioden schaden [hier] nicht. Ein fremder Sclav wurde bedingt zum Erben eingesetzt, [darauf] wurde er einem Erbschaftsclaven übergeben, und bald nachher von einem Fremden usucapirt. Seine Erbeinsetzung ist dadurch nicht fehlerhaft geworden. 3Wenn der Herr einen gemeinschaftlichen Sclaven mit der Freiheit zum Erben einsetzte, diesen sodann [ganz] an sich kaufte, so wird [dieser Sclav] nun sein nothwendiger Erbe werden. War dieser aber einem Unmündigen substituirt, und kaufte der Unmündige [den fremden] Theil an sich, so wird [der Sclav dadurch] nicht dessen nothwendiger Erbe werden; so schreibt Julianus. 4War aber dieser Sclav mit der Freiheit eingesetzt, so steht beim Julianus die Frage, ob diese Freiheitsgebung durch Codicille entrissen werden könne? [Julianus] ist der Meinung, auf den Fall hin, wo er nothwendiger Erbe wurde, ist die Entreissung aus dem Grunde ungültig, damit diesem [Sclaven] die Freiheit nicht von ihm selbst entrissen werde. Denn ein zum Erben eingesetzter Sclav erhält die Freiheit von sich selbst. Diese Meinung beruht auf einer vernünftigen Ansicht, denn so wie man nicht [als Erbe] sich selbst ein Vermächtniss auszahlen kann, ebenso wenig kann man [als Sclav] sich selbst [die ertheilte Freiheit] entziehen.

Dig. 28,6,8Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Qui li­be­ris im­pu­be­ri­bus sub­sti­tuit, aut pu­re aut sub con­di­cio­ne so­let sub­sti­tue­re. pu­re sic: ‘si fi­lius meus in­tra pu­ber­ta­tem de­ces­se­rit, Se­ius he­res es­to’: si­ve Se­ius is­te he­res in­sti­tu­tus sit et im­pu­be­ri sub­sti­tu­tus, nul­lam ha­bet con­di­cio­nem, si­ve so­lum sub­sti­tu­tus. sub con­di­cio­ne au­tem in­sti­tu­tum si sub­sti­tuat, id est ‘si mi­hi he­res erit’, non alias ex­is­tet he­res ex sub­sti­tu­tio­ne, ni­si et ex in­sti­tu­tio­ne he­res fue­rit. cui si­mi­lis est et haec sub­sti­tu­tio: ‘quis­quis mi­hi ex su­pra scrip­tis he­res erit’: ha­bet enim in se ean­dem con­di­cio­nem si­mi­lem su­pe­rio­ri. 1Haec ver­ba: ‘quis­quis mi­hi he­res erit, idem im­pu­be­ri fi­lio he­res es­to’ hunc ha­bent sen­sum, ut non om­nis qui pa­tri he­res ex­sti­tit, sed is qui ex tes­ta­men­to he­res ex­sti­tit sub­sti­tu­tus vi­dea­tur: et id­eo ne­que pa­ter, qui per fi­lium, ne­que do­mi­nus, qui per ser­vum ex­sti­tit, ad sub­sti­tu­tio­nem ad­mit­te­tur, ne­que he­redis he­res, quia non ex iu­di­cio ve­niunt. par­tes quo­que eae­dem ad sub­sti­tu­tos per­ti­nent, quas in ip­sius pa­tris fa­mi­lias ha­bue­runt he­redi­ta­te.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Wer seinen unmündigen Kindern Nacherben gibt, der pflegt dies unbedingt oder bedingt zu thun. Unbedingt so: Wenn mein Sohn im Zustande der Unmündigkeit stirbt, so soll Sejus Erbe sein. Mag nun dieser Sejus eingesetzt und dem Unmündigen substituirt, oder blos substituirt sein, so ist nirgends eine Bedingung vorhanden. Wenn aber der Erblasser den Eingesetzten bedingt substituirt, d. i. so: Wenn er mein Erbe sein wird, so wird dieser aus der Substitution nicht anders Erbe werden, als wenn er aus der Einsetzung [selbst] Erbe wurde. Dieser ähnlich ist auch folgende Substitution: [Ich substituire] Alle, die von den oben schriftlich Ernannten meine Erben sein werden, denn hierin ist eine der vorigen ähnliche Bedingung enthalten. 1Diese Worte: Alle, die meine Erben sein werden, sollen auch Erben meines unmündigen Sohnes sein, haben den Sinn, dass nicht Jeder, der Erbe des Vaters wird, sondern nur der Testamentserbe als Substitute erscheine; und deshalb wird weder der Vater durch seinen Sohn, noch der Herr durch seinen Sclaven Erbe aus dieser Substitution wenden, noch wird dies beim Erben des Erben oder Fall sein, weil diese nicht nach dem ausdrücklichen Willen [des Erblassers zur Erbschaft] kommen. Die Substituten erhalten auch dieselben Theile [in dieser Eigenschaft], welche sie aus der Erbschaft des Hausvaters selbst erhielten.

Dig. 28,6,10Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Sed si plu­res sint ita sub­sti­tu­ti: ‘quis­quis mi­hi ex su­pra scrip­tis he­res erit’, de­in­de qui­dam ex il­lis, post­ea­quam he­redes ex­sti­te­rint pa­tri, ob­ie­runt, so­li su­per­sti­tes ex sub­sti­tu­tio­ne he­redes ex­is­tent pro ra­ta par­tium, ex qui­bus in­sti­tu­ti sint, nec quic­quam va­le­bit ex per­so­na de­func­to­rum. 1Quos pos­sum he­redes mi­hi fa­ce­re ne­ces­sa­rios, pos­sum et fi­lio, ut ser­vum meum et fra­trem suum, quam­vis in re­bus hu­ma­nis non­dum sit: pos­tu­mus igi­tur erit fra­tri he­res ne­ces­sa­rius. 2Fi­lio im­pu­be­ri he­redi ex as­se in­sti­tu­to sub­sti­tu­tus quis est: ex­sti­tit pa­tri fi­lius he­res: an pos­sit sub­sti­tu­tus se­pa­ra­re he­redi­ta­tes, ut fi­lii ha­beat, pa­tris non ha­beat? non pot­est, sed aut utrius­que de­bet he­redi­ta­tem ha­be­re aut ne­utrius: iunc­ta enim he­redi­tas coe­pit es­se. 3Idem­que est, si pa­ter me he­redem scrip­se­rit ex par­te et fi­lium ex par­te et ego pa­tris he­redi­ta­tem re­pu­dia­ve­ro: nam ne­que fi­lii he­redi­ta­tem ha­be­re pos­sum. 4Si ex as­se he­res in­sti­tu­tus, fi­lio ex­he­redato sub­sti­tu­tus re­pu­dia­ve­rit pa­tris he­redi­ta­tem, cum non ha­be­ret sub­sti­tu­tum, non pot­erit fi­lii ad­ire nec enim va­let fi­lii tes­ta­men­tum, ni­si pa­tris fue­rit ad­ita he­redi­tas: nec enim suf­fi­cit ad se­cun­da­rum ta­bu­la­rum vim sic es­se fac­tum tes­ta­men­tum, ut ex eo ad­iri he­redi­tas pos­sit. 5Ad sub­sti­tu­tos pu­pil­la­res per­ti­nent et si quae post­ea pu­pil­lis ob­ve­ne­rint: ne­que enim suis bo­nis tes­ta­tor sub­sti­tuit, sed im­pu­be­ris, cum et ex­he­redato sub­sti­tue­re quis pos­sit: ni­si mi­hi pro­po­nas mi­li­tem es­se, qui sub­sti­tuit he­redem hac men­te, ut ea so­la ve­lit ad sub­sti­tu­tum per­ti­ne­re, quae a se ad in­sti­tu­tum per­ve­ne­runt. 6In ad­ro­ga­to quo­que im­pu­be­re di­ci­mus ad sub­sti­tu­tum eius ab ad­ro­ga­to­re da­tum non de­be­re per­ti­ne­re ea, quae ha­be­ret, si ad­ro­ga­tus non es­set, sed ea so­la, quae ip­se ei de­dit ad­ro­ga­tor: ni­si for­te di­stin­gui­mus, ut quar­tam qui­dem, quam om­ni­mo­do ex re­scrip­to di­vi Pii de­buit ei re­lin­que­re, sub­sti­tu­tus ha­be­re non pos­sit, su­per­fluum ha­beat. Scae­vo­la ta­men li­bro de­ci­mo quaes­tio­num pu­tat vel hoc ad­ro­ga­to­ri per­mit­ten­dum, quae sen­ten­tia ha­bet ra­tio­nem. ego et­iam am­plius pu­to et si quid be­ne­fi­cio ad­ro­ga­to­ris ad­quisiit, et haec sub­sti­tu­tum pos­se ha­be­re, ut pu­ta ad­ro­ga­to­ris ami­cus vel co­gna­tus ei ali­quid re­li­quit. 7Ne­mo in­sti­tu­tus et si­bi sub­sti­tu­tus si­ne cau­sae mu­ta­tio­ne quic­quam pro­fi­cit, sed hoc in uno gra­du: ce­te­rum si duo sint gra­dus, pot­est di­ci va­le­re sub­sti­tu­tio­nem, ut Iu­lia­nus li­bro tri­ge­si­mo di­ges­to­rum pu­tat: si qui­dem sic sit sub­sti­tu­tus si­bi, cum ha­be­ret co­he­redem Ti­tium: ‘si Sti­chus he­res non erit, li­ber et he­res es­to’, non va­le­re sub­sti­tu­tio­nem: quod si ita: ‘si Ti­tius he­res non erit, tunc Sti­chus li­ber et he­res et in eius par­tem es­to’, duos gra­dus es­se at­que id­eo re­pu­dian­te Ti­tio Sti­chum li­be­rum et he­redem fo­re.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Waren aber Mehrere so substituirt: Alle die von den oben schriftlich Ernannten, die nur immer meine Erben sein werden, [sollen substituirt sein,] und es starben sodann Einige von ihnen, nachdem sie schon Erben des Vaters wurden, so werden die Uebriggebliebenen ausschliessend Erben aus dieser Substitution werden und zwar zu mit ihrer Einsetzung im Verhältniss stehenden Theilen, und hinsichtlich der Person der Verstorbenen wird [von deren Erben] nichts in Anspruch genommen werden können. 1Die, welche ich mir selbst zu nothwendigen Erben machen kann, kann ich auch meinem Sohne als solche geben; wie z. B. meinen Sclaven, und seinen (des Sohnes) Bruder, obgleich dieser noch nicht geboren ist. Denn das Nachkind wird seines Bruders nothwendiger Erbe sein. 2Jemand wurde einem Unmündigen, der zum Erben auf das ganze Vermögen eingesetzt war, substituirt. Der Sohn wurde Erbe seines Vaters, [nun war die Frage,] ob der Substitute die Erbschaften trennen könne, so dass er, ohne die Erbschaft des Vaters anzunehmen, die des Sohnes erhalte? Dies ist nicht möglich; sondern er muss entweder Beider Erbschaften annehmen, oder darf Keines Erbe werden. Denn die Erbschaften stehen in engster Verbindung mit einander. 3Ad Dig. 28,6,10,3Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 559, Note 23.Dasselbe tritt ein, wenn der Vater mich zu einem Theil und seinen Sohn zu einem Theil zum Erben ernannte, und ich die Erbschaft des Vaters ausschlug. Denn nun kann ich auch nicht die Erbschaft des Sohnes erhalten. 4Wenn der auf das ganze Vermögen eingesetzte, dem enterbten Sohne substituirte Erbe die Erbschaft des Vaters ausschlug, so wird er, wenn er keinen Substituten hatte, die des Sohnes nicht antreten können. Denn das Testament des Sohnes hat keine Gültigkeit, wenn die Erbschaft des Vaters nicht angetreten wurde, und es trägt zur Aufrechterhaltung der Substitution nichts bei, [wenn] das Testament auch so errichtet wurde, dass der Erbe aus demselben die Erbschaft antreten kann. 5Den Nacherben unmündiger Kinder gehört auch das, was späterhin [zu dem Vermögen] der Mündel noch hinzukam. Denn der Erblasser ernannte nicht für sein Vermögen, sondern für das des Unmündigen Nacherben, da man ja auch einem Enterbten substituiren kann; man müsste denn dagegen einen Soldaten anführen, der in der Absicht einen Erben substituirte, es solle blos das auf diesen Substituten kommen, was von ihm an den eingesetzten Erben gelangte. 6Auch dem Substituten eines adrogirten Unmündigen, den der Adrogator ernannte, sagen wir, dürfe nicht das anfallen, was er, (der Mündel,) hätte, wenn er nicht wäre adrogirt worden, sondern blos das, was der Adrogator ihm gah, wenn man nicht etwa unterscheiden will, der Adrogirte habe über sein eigenes Vermögen noch dies Viertheil als Ueberschuss, welches ihm der Adrogator nach dem Rescript des höchstseligen Marcus durchaus hinterlassen musste, das jedoch der Substitute nicht erhalten kann. Scävola ist jedoch im zehnten Buche seiner Quästionen der Meinung, man müsse es dem Adrogator erlauben. Diese Ansicht ist auch vernünftig. Ja ich gehe noch weiter und glaube, dass, wenn [der Adrogirte] durch Einfluss des Adrogators etwas erwarb, z. B. ein Freund oder Verwandter des Adrogators hinterliess ihm Etwas, man ihm auf dieses einen Nacherben geben könne. 7Niemand erlangt dadurch, dass er eingesetzt und sich selbst substituirt wurde, einen Vortheil, wenn nicht [die Substitution] unter verändertem Verhältnisse geschah. Allein dies gilt nur dann, wenn ein einziger Grad vorhanden ist waren übrigens zwei Grade [vorhanden], so kann man die Substitution für gültig erklären. Und Julianus meint im dreissigsten Buche der Digesten, wenn Einer, indem er den Titius zum Miterben hatte, sich selbst so war substituirt worden wenn Stichus, nicht Erbe wird, so soll er (Stichus) frei und Erbe sein33Cujac. nimmt die Einsetzung so geschehen an: Titius heres esto, Stichum Meavio do, lego, Stichtus heres esto, si Sticus heres non erit, Stichus liber et heres esto., so wäre die Substitution ungültig. Geschah sie aber so: wenn Titius nicht Erbe wird, dann soll Stichus frei und Erbe auch auf dessen Theil sein; so wären hier zwei Grade, und schlägt nun Titius die Erbschaft aus, so würde Stichus frei und Erbe sein.

Dig. 29,1,5Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. Mi­li­tes et­iam his, qui he­redes ex­sti­te­runt, pos­sunt sub­sti­tue­re in his dum­ta­xat, quae sunt ex tes­ta­men­to eo­rum con­se­cu­ti.

Idem lib. IV. ad Sabin. Soldaten können auch denen, die bereits Erben geworden sind, Nacherben geben, jedoch nur in Bezug auf das, was jene [Erben] aus ihrem Testamente erhalten haben44Nicht, wie bei der Pupillarsubstitution, auch auf das anderweit Erworbene des Erben..

Dig. 29,2,2Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. sed et si quis ex plu­ri­bus par­ti­bus in eius­dem he­redi­ta­te in­sti­tu­tus sit, non pot­est quas­dam par­tes re­pu­dia­re, quas­dam ad­gnos­ce­re.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Wenn aber auch Jemand auf mehrere Theile in ein und desselben Verlassenschaft eingesetzt ist, so kann er nicht einige Theile ausschlagen, einige annehmen.

Dig. 30,3Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. Haec ver­ba tes­ta­to­ris: ‘quis­quis mi­hi ex su­pra scrip­tis he­res erit’ aut ‘si he­res erit Se­ius’ vel ‘si he­redi­ta­tem ad­ie­rit’ sub­iec­tum le­ga­tum vel fi­dei­com­mis­sum non fa­ciunt con­di­cio­na­le.

Idem lib. IV. ad Sabin. Folgende Worte eines Testators: wer auch immer von den Vorbenannten mein Erbe werden wird, oder: wenn Sejus Erbe wird, oder: wenn er die Erbschaft antritt, machen ein dazu gesetztes Vermächtniss oder Fideicommiss nicht zu einem bedingten.

Dig. 40,4,1Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Cum sae­pius da­tur ser­vo li­ber­tas, pla­cet eam fa­vo­re va­le­re, ex qua per­ve­nit ad li­ber­ta­tem.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Wenn einem Sclaven die Freiheit mehrmals [in demselben Testamente] ertheilt wird, so nimmt man aus Begünstigung [derselben] an, dass die [Freiheitsertheilung] gelte, in Folge welcher er [am leichtesten]55Glosse. zur Freiheit gelangt.

Dig. 40,7,2Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Qui sta­tu­li­be­ri cau­sam ad­pre­hen­dit, in ea con­di­cio­ne est, ut, si­ve tra­da­tur, sal­va spe li­ber­ta­tis alie­ne­tur, si­ve usu­ca­pia­tur, cum sua cau­sa usu­ca­pia­tur, si­ve ma­nu­mit­ta­tur, non per­dat spem or­ci­ni li­ber­ti. sed sta­tu­li­be­ri cau­sam non prius ser­vus nan­cis­ci­tur ni­si ad­ita vel ab uno ex in­sti­tu­tis he­redi­ta­te: ce­te­rum an­te ad­itio­nem si­ve tra­de­tur si­ve usu­ca­pie­tur si­ve ma­nu­mit­te­tur, spes sta­tu­tae li­ber­ta­tis in­ter­ci­dit. 1Sed si im­pu­be­ris ta­bu­lis li­ber­tas ser­vo sit ad­scrip­ta, an vi­vo pu­pil­lo, post ad­itio­nem vi­de­li­cet he­redi­ta­tis pa­tris, sta­tu­li­ber sit? Cas­sius ne­gat: Iu­lia­nus con­tra ex­is­ti­mat, quae sen­ten­tia ve­rior ha­be­tur. 2Plus scrip­sit Iu­lia­nus et si le­ga­tus sit ser­vus ab he­rede pa­tris, li­ber es­se ius­sus in pu­pil­la­ri­bus ta­bu­lis, prae­va­le­re li­ber­ta­tis da­tio­nem. 3Si pri­mis ta­bu­lis sub con­di­cio­ne ser­vus cum li­ber­ta­te ex par­te di­mi­dia he­res sit in­sti­tu­tus, an sta­tu­li­be­ri cau­sam op­ti­neat, ut ad­eun­te co­he­rede cum sua cau­sa usu­ca­pia­tur? cum a se­met­ip­so ac­ce­pe­rit li­ber­ta­tem, non pot­est sta­tu­li­be­ri cau­sam op­ti­ne­re. pla­ne si con­di­cio he­redi­ta­tis de­fi­ciat, quo ca­su se­cun­dum Iu­lia­num vel li­ber­ta­tem apis­ci­tur, di­cen­dum est sta­tu­li­be­ri cau­sam op­ti­ne­re, eo quod non a se­met­ip­so, sed a co­he­rede ac­ce­pis­se li­ber­ta­tem cre­di­tur. 4Quo­cum­que gra­du pu­pil­lo ser­vus cum li­ber­ta­te sub­sti­tu­tus sit, ne­ces­sa­rii cau­sam op­ti­net: quae sen­ten­tia uti­li­ta­tis cau­sa re­cep­ta est et a no­bis pro­ba­tur. Cel­sus quo­que pu­tat li­bro quin­to de­ci­mo cum li­ber­ta­te sub­sti­tu­tum sta­tu­li­be­ri cau­sam op­ti­ne­re.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Wer das Verhältniss eines Bedingtfreien erlangt hat, befindet sich in der Lage, dass er, möge er übergeben werden, mit der Hoffnung auf die Freiheit veräussert wird, oder möge er ersessen werden, er mit seinem Verhältniss ersessen wird, oder möge er freigelassen werden, die Hoffnung eines orcinischen Freigelassenen nicht verliert. Aber das Verhältniss eines Bedingtfreien erlangt ein Sclave nicht eher, als bis wenigstens von Einem unter den eingesetzten [Erben] die Erbschaft angetreten worden ist. Sonst wenn er vor der Antretung entweder übergeben, oder ersessen, oder freigelassen wird, so geht die Hoffnung der festgesetzten Freiheit verloren. 1Aber wenn in dem Testamente66D. h. in dem Theile des Testaments seines Vaters, worin die Substitution angeordnet worden ist. A. d. R. eines Unmündigen einem Sclaven die Freiheit ausgesetzt sein sollte, wird er dann noch beim Leben des Unmündigen, nemlich nach der Antretung der Erbschaft des Vaters, ein Bedingtfreier? Cassius verneint es; Julianus ist anderer Meinung; und diese Meinung wird für richtiger gehalten. 2Noch mehr hat Julianus geschrieben, dass auch, wenn ein Sclave, welcher in dem Testamente des Unmündigen für frei erklärt worden ist, vermacht worden sei, so dass ihn der Erbe des Vaters leisten solle, die Ertheilung der Freiheit vorgehe. 3Wenn ein Sclave in dem Haupttestamente unter einer Bedingung mit der Freiheit zum Erben auf die Hälfte eingesetzt worden ist, befindet er sich dann in dem Verhältnisse eines Bedingtfreien, so dass er, wenn sein Miterbe antritt, mit seinem Verhältnisse ersessen wird? Da er von sich selbst die Freiheit erhalten hat, so kann er sich nicht in dem Verhältnisse eines Bedingtfreien befinden. Freilich wenn die Bedingung für die Erbschaft wegfallen sollte, in welchem Falle er nach Julianus wenigstens die Freiheit erlangt, so muss man sagen, dass er sich in dem Verhältnisse eines Bedingtfreien befinde, darum, weil man annimmt, dass er nicht von sich selbst, sondern von seinem Miterben die Freiheit erhalten habe. 4In welchem Grade auch immer einem Unmündigen ein Sclave mit der Freiheit substituirt ist, er befindet sich in dem Verhältnisse eines Notherben; welche Meinung um des allgemeinen Besten willen angenommen worden ist, und von uns gebilligt wird. Auch Celsus glaubt im funfzehnten Buche, dass ein mit der Freiheit substituirter Sclave sich in dem Verhältnisse eines Bedingtfreien befinde.

Dig. 41,1,18Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. Per he­redi­ta­rium ser­vum quod est eius­dem he­redi­ta­tis he­redi ad­quiri non pot­est et ma­xi­me ip­sa he­redi­tas.

Idem lib. IV. ad Sabin. Durch einen Erbschaftssclaven kann dem Erben Das, was zu derselben Erbschaft gehört, nicht erworben werden, und am wenigsten die Erbschaft selbst.

Dig. 45,3,2Ul­pia­nus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ser­vus com­mu­nis ip­se si­bi sti­pu­la­ri non pot­est, quam­vis con­sta­ret eum se sti­pu­la­ri do­mi­no pos­se: non enim se do­mi­no ad­quirit, sed de se ob­li­ga­tio­nem.

Ulp. lib. IV. ad Sabin. Ein gemeinschaftlicher Sclave kann nicht sich77Sich ist Dativ. selbst stipuliren, obgleich es unzweifelhaft ist, dass er von einem der beiden Herren stipuliren kann. Denn dann erwirbt er dem Herrn nicht sich88Sich ist hier Accusativ., sondern die Verbindlichkeit des Andern durch sich.