Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.Sab. XXII
Ad Massurium Sabinum lib.Ulpiani Ad Massurium Sabinum libri

Ad Massurium Sabinum libri

Ex libro XXII

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 30,44Idem li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Ser­vum fi­lii sui cas­tren­sis pe­cu­lii le­ga­re pa­ter pot­est et, si vi­vo pa­tre mor­tuus sit fi­lius et apud pa­trem pe­cu­lium re­man­sit, con­sti­tit le­ga­tum: cum enim fi­lius iu­re suo non uti­tur, re­tro cre­di­tur pa­ter do­mi­nium in ser­vo pe­cu­lia­ri ha­buis­se. 1Si quis rem, si­bi le­ga­tam igno­rans ad­huc, le­ga­ve­rit, post­ea co­gno­ve­rit et vo­lue­rit ad se per­ti­ne­re, le­ga­tum va­le­bit, quia, ubi le­ga­ta­rius non re­pu­dia­vit, re­tro ip­sius fuis­se vi­de­tur, ex quo he­redi­tas ad­ita est: si ve­ro re­pu­dia­ve­rit, re­tro vi­de­tur res re­pu­dia­ta fuis­se he­redis. 2Si po­cu­la quis le­ga­vit et mas­sa fac­ta est vel con­tra, item si la­na le­ge­tur et ves­ti­men­tum ex ea fiat, Iu­lia­nus li­bro tri­ge­si­mo se­cun­do scrip­sit le­ga­tum in om­ni­bus su­pra scrip­tis con­sis­te­re et de­be­ri quod ex­stat: quam sen­ten­tiam pu­to ve­ram, si mo­do non mu­ta­ve­rit tes­ta­tor vo­lun­ta­tem. 3Sed et si lan­cem le­ga­vit et mas­sam fe­cit, mox po­cu­lum, de­be­bi­tur po­cu­lum, du­ran­te sci­li­cet vo­lun­ta­te. 4Si areae le­ga­tae do­mus im­po­si­ta sit, de­be­bi­tur le­ga­ta­rio, ni­si tes­ta­tor mu­ta­vit vo­lun­ta­tem. 5Eum, qui chi­ro­gra­phum le­gat, de­bi­tum le­ga­re, non so­lum ta­bu­las ar­gu­men­to est ven­di­tio: nam cum chi­ro­gra­pha ven­eunt, no­men venis­se vi­de­tur. 6Sed et si no­men le­ge­tur, be­ni­gne id quod de­be­tur ac­ci­pien­dum est, ut ac­tio­nes ad­ver­sus de­bi­to­rem ce­dan­tur. 7Si idem ser­vus et le­ga­tus et li­ber es­se ius­sus sit, in­ter­dum pro­ce­de­re so­lum le­ga­tum pot­erit, ut pu­ta si in frau­dem cre­di­to­ris da­ta erit li­ber­tas: vel si is sit ser­vus, qui in per­pe­tuam ser­vi­tu­tem ven­ie­rit, idem erit: vel si ser­vus sit for­te pig­no­ri da­tus. 8Si sta­tu­li­be­rum he­res le­ga­ve­rit, ex­pe­diet he­redi ip­sum sta­tu­li­be­rum prae­sta­re ma­gis quam aes­ti­ma­tio­nem. et­enim aes­ti­ma­tio­nem ve­ram prae­sta­bit: ip­sum ve­ro si de­de­rit, ex­sis­ten­te con­di­cio­ne nul­lum sen­tiet dam­num: iam enim aes­ti­ma­tio post­ea non pe­ti­tur ab eo ho­mi­nis li­be­ri. 9Si duos fun­dos ha­bens tes­ta­tor al­te­rius mi­hi usum fruc­tum, al­te­rum Ti­tio le­get, ad­itum mi­hi le­ga­ta­rius non de­be­bit: sed he­res co­gi­tur red­ime­re ad­itum et prae­sta­re.

Idem lib. XXII. ad Sabin. Ein Vater kann den Sclaven seines Sohnes, der zu dessen Beutegut (peculium castrense) gehört, vermachen, und wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters stirbt, und das Sondergut dem Vater geblieben ist, so gilt das Vermächtniss; denn da der Sohn seines Rechts sich nicht bedient hat, so wird das Eigenthum des Vaters an dem Sondergutssclaven [auf die Zeit des Testamentes] zurückbezogen. 1Ad Dig. 30,44,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 643, Note 2.Wenn Jemand eine Sache, die ihm vermacht ist, [weiter] vermacht, ehe er es wusste, nachher aber es erfährt, und sie annehmen will, so gilt das Vermächtniss, weil die Sache, da er als Legatar sie nicht ausgeschlagen, rückwärts als zur Zeit des Erbschaftsantritts ihm gehörig gewesen geachtet wird; hat er sie aber ausgeschlagen, so gilt sie rückwärts als in des Erben Eigenthum gewesen11Es ist also dann das zweite Vermächtniss ein Vermächtniss fremder Sache.. 2Ad Dig. 30,44,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 187, Note 2.Wenn Jemand Becher vermacht und sie eingeschmolzen worden sind, oder umgekehrt [aus dem vermachten Metall Becher gefertigt worden], so auch wenn Wolle vermacht und daraus ein Kleidungsstück gemacht wird, so ist, schreibt Julianus im zweiunddreissigsten Buche der Digesta, das Vermächtniss, in allen vorstehenden Fällen, gültig, und was vorhanden ist, zu gewähren; welche Ansicht ich für richtig halte, dafern nur der Testator nicht seinen Willen geändert hat. 3Hat er auch eine Schüssel vermacht, und dann eingeschmolzen, nachher aber einen Becher daraus gemacht, so muss der Becher gegeben werden, falls sein Wille derselbe geblieben. 4Wenn eine Baustelle vermacht und alsdann ein Haus darauf gebaut worden ist, so gebührt dieses dem Legatar, wofern nicht der Testator seinen Willen geändert hat. 5Wer einen Schuldschein vermacht, der vermacht die Forderung und nicht blos das Papier; zum Beweise hiervon dient das Kaufsgeschäft; denn wenn ein Schein verkauft wird, so gilt dies als Verkauf der Schuldpost. 6Aber auch wenn eine Schuldpost22Mit Angabe der Summe. vermacht wird, ist darunter billiger Weise [nur] soviel, als die Schuld wirklich beträgt, zu verstehen, so dass die Klagen gegen den Schuldner abgetreten werden müssen. 7Wenn derselbe Sclav zugleich vermacht und [im Testamente] freigelassen ist, kann bisweilen das Vermächtniss seine Wirkung haben33Vgl. Fr. 37. D. de leg. II. (31.), z. B. wenn die Freiheit ihm gegeben ist, um einen Gläubiger zu betrügen44S. §. 1. Inst. qui et quib. ex c. m. n. p. I. 6., oder wenn es ein Sclav ist, der zu ewiger Knechtschaft verkauft ward; ebenso wenn der Sclav etwa verpfändet ist. 8Wenn der Erbe einen [unter Bedingung] zur Freiheit bestimmten Sclaven (statuliberum) vermacht, so wird es dem Erben [des Erben] vortheilhafter sein, den zur Freiheit Bestimmten selbst, als seinen Werth, zu geben; denn er würde den wahren Werth leisten müssen; gibt er aber den Menschen selbst, so hat er, wenn die Bedingung [der Freiheit desselben] eintritt, keinen Schaden; denn der Werth eines freien Menschen kann dann nicht gefordert werden. 9Wenn ein Testator, der zwei Landgüter hat, mir den Niessbrauch des einen, des andern dem Titius vermacht, so ist der Legatar nicht schuldig mir den Zugang55Durch das ihm vermachte Gut, durch welches der Weg nach dem meinigen führt. zu gestatten; der Erbe aber ist anzuhalten, den Zugang zu erkaufen und [mir] zu gewähren.

Dig. 30,47Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Cum res le­ga­ta est, si qui­dem pro­pria fuit tes­ta­to­ris et co­piam eius ha­bet, he­res mo­ram fa­ce­re non de­bet, sed eam prae­sta­re. sed si res ali­bi sit quam ubi pe­ti­tur, pri­mum qui­dem con­stat ibi es­se prae­stan­dam, ubi re­lic­ta est, ni­si ali­bi tes­ta­tor vo­luit: nam si ali­bi vo­luit, ibi prae­stan­da est, ubi tes­ta­tor vo­luit vel ubi ve­ri­si­mi­le est eum vo­luis­se: et ita Iu­lia­nus scrip­sit tam in pro­priis quam in alie­nis le­ga­tis. sed si ali­bi re­lic­ta est, ali­bi au­tem ab he­rede trans­la­ta est do­lo ma­lo eius: ni­si ibi prae­ste­tur ubi pe­ti­tur, he­res con­dem­na­bi­tur do­li sui no­mi­ne: ce­te­rum si si­ne do­lo, ibi prae­sta­bi­tur, quo trans­tu­lit. 1Sed si id pe­ta­tur quod pon­de­re nu­me­ro men­su­ra con­ti­ne­tur, si qui­dem cer­tum cor­pus le­ga­tum est, vel­uti fru­men­tum ex il­lo hor­reo vel vi­num ex apo­the­ca il­la, ibi prae­sta­bi­tur ubi re­lic­tum est, ni­si alia mens fuit tes­tan­tis: sin ve­ro non fuit cer­ta spe­cies, ibi erit prae­stan­dum ubi pe­ti­tur. 2Ita­que si Sti­chus sit le­ga­tus et cul­pa he­redis non pa­reat, de­be­bit aes­ti­ma­tio­nem eius prae­sta­re: sed si cul­pa nul­la in­ter­ve­nit, ca­ve­re he­res de­bet de re­sti­tu­tio­ne ser­vi, non aes­ti­ma­tio­nem prae­sta­re. sed et si alie­nus ser­vus in fu­ga sit si­ne cul­pa he­redis, idem di­ci pot­est: nam et in alie­no cul­pa ad­mit­ti pot­est: ca­ve­bit au­tem sic, ut, si fue­rit ad­pre­hen­sus, aut ip­se aut aes­ti­ma­tio prae­ste­tur: quod et in ser­vo ab hos­ti­bus cap­to con­stat. 3Sed si Sti­chus aut Pam­phi­lus le­ge­tur et al­ter ex his vel in fu­ga sit vel apud hos­tes, di­cen­dum erit prae­sen­tem prae­sta­ri aut ab­sen­tis aes­ti­ma­tio­nem: to­tiens enim elec­tio est he­redi com­mit­ten­da, quo­tiens mo­ram non est fac­tu­rus le­ga­ta­rio. qua ra­tio­ne pla­cuit et, si al­ter de­ces­se­rit, al­te­rum om­ni­mo­do prae­stan­dum, for­tas­sis vel mor­tui pre­tium. sed si am­bo sint in fu­ga, non ita ca­ven­dum, ut, ‘si in po­tes­ta­te am­bo red­irent’, sed ‘si vel al­ter’, et ‘vel ip­sum vel ab­sen­tis aes­ti­ma­tio­nem prae­stan­dam’. 4Item si res alie­na vel he­redi­ta­ria si­ne cul­pa he­redis per­ie­rit vel non com­pa­reat, ni­hil am­plius quam ca­ve­re eum opor­te­bit: sed si cul­pa he­redis res per­it, sta­tim dam­nan­dus est. 5Cul­pa au­tem qua­li­ter sit aes­ti­man­da, vi­dea­mus, an non so­lum ea quae do­lo pro­xi­ma sit, ve­rum et­iam quae le­vis est? an num­quid et di­li­gen­tia quo­que ex­igen­da est ab he­rede? quod ve­rius est. 6Item si fun­dus chas­ma­te per­ie­rit, La­beo ait uti­que aes­ti­ma­tio­nem non de­be­ri: quod ita ve­rum est, si non post mo­ram fac­tam id eve­ne­rit: po­tuit enim eum ac­cep­tum le­ga­ta­rius ven­de­re.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn eine Sache vermacht ist, welche dem Testator eigenthümlich gehörte, und dem Erben bei der Hand ist, so darf der Erbe nicht zögern, sondern muss sie hergeben. Ist sie aber wo anders, als wo sie verlangt wird, so ist zuvörderst sicher, dass sie da gegeben werden muss, wo sie hinterlassen worden ist; es müsste denn der Testator einen andern Ort dafür gewollt haben; denn hat er dies gewollt, so muss sie da übergeben werden, wo er gewiss oder wahrscheinlich gewollt hat, dass es geschehe; dies schreibt Julianus sowohl von Vermächtnissen eigener, als fremder Sachen. Wenn aber die Sache an einem Orte hinterlassen, hingegen vom Erben aus Arglist anderswohin gebracht worden ist, so wird der Erbe wegen seiner Arglist verurtheilt, wenn die Sache nicht da gewährt worden, wo sie gefordert wird; ist aber solches ohne böse Absicht geschehen, so ist die Sache da zu gewähren, wohin er sie gebracht hat. 1Wird auf etwas geklagt, was nach Gewicht, Zahl, Maass bestimmt wird, und ist eine gewisse Sache vermacht, z. B. das Getreide in der und der Scheune, oder der Wein aus dem und dem Keller, so ist dies da herzugeben, wo es hinterlassen worden ist, es müsste denn der Testirende es anders gemeint haben; ist es aber nicht eine bestimmte Sache, so muss es da geleistet werden, wo geklagt wird. 2Wenn also Stichus vermacht und durch Schuld des Erben nicht zu finden ist, so wird dieser dessen Werth gewähren müssen; waltet hingegen keine Schuld ob, so muss der Erbe wegen Herausgabe des Sclaven Sicherheit bestellen, nicht aber den Werth ersetzen. Auch wenn ein fremder Sclav ohne Schuld des Erben entwichen ist, gilt dasselbe; auch bei einem fremden kann nämlich der Erbe daran Schuld haben; die Sicherheit wird aber dahin geleistet, dass, wenn er wieder erlangt würde, entweder er selbst oder sein Werth gewährt werde; was auch bei einem von den Feinden gefangenen Sclaven Rechtens ist. 3Aber auch wenn Stichus oder Pamphilus vermacht ist und einer von diesen entwichen oder in der Gewalt der Feinde ist, muss entweder der Anwesende gewährt werden, oder der Werth des Abwesenden; denn die Wahl ist allemal dem Erben zu überlassen, wo er dem Legatar keinen Aufenthalt machen will. Daher ist angenommen, dass, wenn einer von beiden stirbt, der andere hergegeben werden müsse; vielleicht auch der Werth des verstorbenen. Sind aber beide entwichen, so ist nicht für den Fall, wenn sie beide, sondern für den, wenn auch nur einer wieder in die Gewalt des Erben kommen sollte, und dahin Sicherheit zu leisten, dass entweder dieser, oder der Werth des andern gewährt werden solle. 4So auch wenn eine fremde, oder eine zum Erbe gehörige Sache ohne Schuld des Erben untergeht, oder sich nicht vorfindet, braucht derselbe weiter nichts zu thun, als Sicherheit zu bestellen; ist aber die Sache durch Schuld des Erben untergegangen, so ist er sofort zu verurtheilen. 5Es fragt sich aber, welcher Grad der Schuld ihm anzurechnen sei, ob blos die, welche der bösen Absicht am nächsten kommt, oder auch die leichtere (levis), oder ob auch Sorgfalt (diligentia) von ihm gefordert werden muss? welches letztere richtiger ist. 6Wenn ein Grundstück durch ein Erdbeben untergeht, braucht, nach der Meinung Labeo’s, der Werth keineswegs geleistet zu werden; was insofern richtig ist, als solches nicht etwa nach verhangenem Verzuge sich ereignet hat; denn der Legatar hätte es, wenn er es empfangen hätte, verkaufen können.

Dig. 32,45Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Hoc le­ga­tum ‘uxo­ris cau­sa pa­ra­ta’ ge­ne­ra­le est et con­ti­net tam ves­tem quam ar­gen­tum au­rum or­na­men­ta ce­te­ra­que, quae uxo­ris gra­tia pa­ran­tur. sed quae vi­dean­tur uxo­ris cau­sa pa­ra­ri? Sa­b­inus li­bris ad Vi­tel­lium ita scrip­sit: quod in usu fre­quen­tis­si­me ver­sa­tur, ut in le­ga­tis uxo­ris ad­icia­tur ‘quod eius cau­sa pa­ra­ta sint’, hanc in­ter­pre­ta­tio­nem op­ti­nuit, quod ma­gis uxo­ris cau­sa quam com­mu­nis pro­mis­cui­que usus cau­sa pa­ra­tum fo­ret. ne­que in­ter­es­se vi­sum est, an­te duc­tam uxo­rem id pa­ter fa­mi­lias pa­ra­vis­set an post­ea an et­iam ex his re­bus qui­bus ip­se uti so­le­ret uxo­ri ali­quid ad­sig­na­vis­set, dum id mu­lie­ris usi­bus pro­prie ad­tri­bu­tum es­set.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Dies Vermächtniss: das um meiner Ehefrau willen Angeschaffte, ist von allgemeinem Umfang, und enthält sowohl das Gewebe, als das Silber, das Gold, den Schmuck und das Uebrige, was um einer Ehefran willen angeschafft wird. Aber was scheint wohl um einer Ehefrau willen angeschafft zu werden? Sabinus hat in den Büchern zu Vitellius so geschrieben: das, was sehr häufig in Gebrauch ist, dass [nämlich] bei den Vermächtnissen der Ehefrau hinzugefügt wird: was um ihretwillen angeschafft worden sei, hat diese Auslegung erlangt: was mehr um der Ehefrau willen, als um des gemeinschaftlichen und ohne Unterschied Statt findenden Gebrauchs willen angeschafft sein würde; auch hat man angenommen, dass es keinen Unterschied mache, ob der Hausvater das, ehe er die Ehefrau heirathete, oder nachher angeschafft hätte, oder auch ob er von den Sachen, welche er selbst zu gebrauchen pflegte, der Ehefrau Etwas angewiesen hätte, wenn es nur eigentlich dem Gebrauch der Frau zugetheilt worden wäre;

Dig. 32,47Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Si quid ea­rum re­rum an­te com­pa­ra­vit quam uxo­rem du­xit, si id ei ut ute­re­tur tra­di­dit, per­in­de est, qua­si post­ea pa­ra­vis­set. ex eo au­tem le­ga­to ea per­ti­nent ad uxo­rem, quae eius cau­sa emp­ta com­pa­ra­ta quae­que re­ten­ta sunt: in qui­bus et­iam quae prio­ris uxo­ris quae­que fi­liae nep­tis vel nu­rus fue­runt con­ti­nen­tur. 1In­ter emp­tum et pa­ra­tum quid in­ter­est, quae­ri­tur: et re­spon­sum est in emp­to pa­ra­tum in­es­se, in pa­ra­to non con­ti­nuo emp­tum con­ti­ne­ri: vel­uti si quis quae prio­ris uxo­ris cau­sa emis­set, pos­te­rio­ri uxo­ri tra­di­dis­set, eas res eum pos­te­rio­ris uxo­ris cau­sa pa­ra­vis­se, non emis­se con­stat. id­eo­que quam­vis ma­ri­tus pos­te­rio­ris uxo­ris cau­sa ni­hil eme­rit, ta­men tra­den­do quae prior ha­bue­rit, eius cau­sa pa­ra­ta sunt. et­si ei ad­sig­na­ta non sunt, le­ga­to ce­dunt: at quae prio­ris uxo­ris cau­sa pa­ra­ta sunt, ita pos­te­rio­ri de­ben­tur, si ei ad­sig­na­ta sint, quia non est ita de pos­te­rio­re uxo­re co­gi­ta­tum, cum com­pa­ra­ren­tur.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn [der Ehemann] Etwas von jenen Sachen eher angeschafft hat, als er seine Frau geheirathet hat, so ist es, wenn er es ihr [nur] übergeben hat, damit sie es gebrauchen sollte, eben so gut, als wenn er es nachher angeschafft hätte. In Folge eines solchen Vermächtnisses gehört aber Das der Ehefrau, was um ihretwillen gekauft, angeschafft und was [um ihretwillen] zurückbehalten worden ist; und darin ist auch das enthalten, was der früheren Ehefrau und was der Tochter, Enkelin oder Schwiegertochter gehört hat. 1Man fragt: welcher Unterschied findet zwischen dem Gekauften und dem Angeschafften Statt? Und man hat das Gutachten ertheilt, in dem Gekauften sei das Angeschaffte enthalten, unter dem Angeschafften werde aber nicht sogleich das Gekaufte begriffen; z. B. wenn Jemand Das, was er um seiner früheren Ehefrau willen gekauft hatte, seiner zweiten Ehefrau übergeben hätte, so ist gewiss, dass er diese Sachen um der zweiten Ehefrau willen angeschafft, nicht gekauft habe. Und darum scheint der Ehemann, obwohl er um der zweiten Ehefrau willen Nichts gekauft hat, doch dadurch, dass er ihr Das, was die erste gehabt hat, übergab, um ihretwillen [Etwas] angeschafft zu haben; denn was um der zweiten Ehefrau willen angeschafft worden ist, gehört zum Vermächtniss, auch wenn es ihr nicht angewiesen worden ist; aber was um der ersten Ehefrau willen angeschafft worden ist, gebührt der zweiten [nur] dann, wenn es ihr angewiesen worden ist, weil nicht so an die zweite Ehefrau gedacht worden ist, als es erworben wurde;

Dig. 32,49Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Item le­ga­to con­ti­nen­tur man­ci­pia, pu­ta lec­ti­ca­rii, qui so­lam ma­trem fa­mi­lias por­ta­bant. item iu­men­ta vel lec­ti­ca vel sel­la vel bur­do­nes. item man­ci­pia alia, puel­lae for­tas­sis, quas si­bi co­ma­tas mu­lie­res ex­or­nant. 1Sed et si for­te vi­ri­lia ei quae­dam do­na­ve­rit, quo­dam­mo­do eius cau­sa pa­ra­ta vi­de­bun­tur. 2Pro­in­de et si quae­dam pro­mis­cui usus sint, so­li­tus ta­men fue­rit ab ea qua­si usum mu­tua­ri, di­cen­dum erit ip­sius cau­sa vi­de­ri pa­ra­ta. 3Item in­ter­est, ip­sius cau­sa pa­ra­ta sint ei le­ga­ta an ip­sius cau­sa emp­ta: pa­ra­tis enim om­nia con­ti­nen­tur, quae ip­sius usi­bus fue­runt de­sti­na­ta, emp­ta ve­ro ea so­la, quae prop­ter eam emp­ta fe­cit ma­ri­tus. un­de non con­ti­ne­bun­tur emp­tis so­lis le­ga­tis, quae alia ra­tio­ne pa­ter fa­mi­lias ad­quisi­ta ei de­sti­na­vit: utro­que au­tem le­ga­to con­ti­ne­bun­tur et quae ma­ri­tus emi man­da­ve­rat vel quae eme­rat, nec­dum au­tem ei ad­sig­na­ve­rat, ad­sig­na­tu­rus si vi­xis­set. 4Par­vi au­tem re­fert, uxo­ri an con­cu­bi­nae quis le­get, quae eius cau­sa emp­ta pa­ra­ta sunt: sa­ne enim ni­si dig­ni­ta­te ni­hil in­ter­est. 5Si uxo­ri au­rum, quod eius cau­sa pa­ra­tum est, le­ga­tum sit et post­ea sit con­fla­tum, ma­te­ria ta­men ma­neat, ea ei de­be­tur. 6Sed ut le­ga­tum va­leat, mor­tis tem­po­re uxo­rem es­se de­be­re Pro­cu­lus scribsit et ve­rum est: se­pa­ra­tio enim dis­sol­vit le­ga­tum. 7Hoc le­ga­tum et fi­lio et fi­liae re­lin­qui pot­est: ‘quae eius gra­tia pa­ra­ta sunt’, et ser­vo ser­vae­que: et con­ti­ne­bun­tur quae ip­si sunt ad­tri­bu­ta vel de­sti­na­ta.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Desgleichen sind in dem Vermächtniss Sclaven enthalten, z. B. die Sänftenträger, welche blos die Hausmutter trugen; desgleichen Lastthiere, oder eine Sänfte, oder ein Sessel, oder Maulesel; desgleichen andere Sclaven, etwa die Mädchen, welche die Frauen sich als Schmückerinnen abrichten. 1Aber auch wenn er ihr vielleicht einige für einen Mann bestimmte Sachen geschenkt hat, so werden dieselben gewissermaassen um ihretwillen angeschafft zu sein scheinen. 2Deshalb wird man auch, wenn einige Sachen im gemeinsamen Gebrauch, er jedoch gewohnt gewesen sein sollte, von ihr gleichsam den Gebrauch zu borgen, sagen müssen, dass sie um ihretwillen angeschafft zu sein scheinen. 3Desgleichen macht es einen Unterschied, ob das um ihretwillen Angeschaffte, oder das um ihretwillen Gekaufte ihr vermacht sei; denn in dem Angeschafften ist Alles enthalten, was zu ihrem Gebrauch bestimmt gewesen ist, Gekauftes aber ist blos das, was der Ehemann wegen ihr gekauft hat. Daher wird, wenn blos das Gekaufte vermacht worden ist, das auf andere Weise Erworbene, was der Hausvater ihr bestimmt hat, nicht darin enthalten sein; in beiden Vermächtnissen wird aber auch das enthalten sein, was der Ehemann zu kaufen aufgetragen, oder was er gekauft, aber ihr noch nicht angewiesen hatte, [jedoch] angewiesen haben würde, wenn er leben geblieben wäre. 4Es macht aber wenig aus, ob Jemand der Ehefrau oder der Concubine, was um ihretwillen gekauft oder angeschafft worden ist, vermacht; denn in der That findet, ausser in Bezug auf die Würde, kein Unterschied Statt. 5Wenn einer Ehefrau das Gold, welches um ihretwillen angeschafft worden ist, vermacht und nachher geschmolzen sein, jedoch der Stoff bleiben sollte, so gebührt ihr dieser. 6Aber Proculus schreibt, damit [ein solches] Vermächtniss gelte, müsse sie zur Todeszeit [des Testators seine] Ehefrau sein; und es ist wahr, denn eine Trennung hebt das Vermächtniss auf. 7Dies Vermächtniss kann auch einem Sohn und einer Tochter hinterlassen werden: was um seinet- oder ihretwillen angeschafft worden ist, auch einem Sclaven und einer Sclavin, und es wird Das, was ihm oder ihr zugetheilt oder bestimmt worden ist, darin enthalten sein.

Dig. 32,70Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Si cui la­na le­ge­tur, id le­ga­tum vi­de­tur quod tinc­tum non est, sed αὐτοφυές: 1Si­ve au­tem fac­ta est si­ve in­fec­ta, la­nae ap­pel­la­tio­ne con­ti­ne­tur. 2Quae­si­tum est, utrum la­nae ap­pel­la­tio­ne ea so­la con­ti­nea­tur quae ne­ta non est an et ea quae ne­ta est, ut pu­ta sta­men et sub­te­men: et Sa­b­inus et ne­tam con­ti­ne­ri pu­tat, cu­ius sen­ten­tia uti­mur. 3La­nae ap­pel­la­tio­nem ea­te­nus ex­ten­di pla­cet, quo­ad ad te­lam per­ve­nis­set. 4Et scien­dum su­ci­dam quo­que con­ti­ne­ri et lo­tam, si mo­do tinc­ta non sit. 5La­nae ap­pel­la­tio­ne to­men­tum non con­ti­ne­bi­tur. 6Sed nec ea la­na, ex qua quis qua­si ves­ti­men­tum fe­ce­rit va­le­tu­di­nis vel de­li­cia­rum gra­tia, con­ti­ne­bi­tur. 7Ne ea qui­dem, quae fo­men­ta­tio­nis gra­tia pa­ra­ta sunt vel me­di­ci­nae, la­na­rum ap­pel­la­tio­ne con­ti­nen­tur. 8Sed et pel­les la­na­tae con­ti­nean­tur? et hoc la­nae ce­de­re ma­ni­fes­tum est. 9La­na le­ga­ta et­iam le­po­ri­nam la­nam et an­se­ri­nam et ca­pri­nam cre­do con­ti­ne­ri et de lig­no, quam ἐριόξυλον ap­pel­lant. 10Li­num au­tem la­na le­ga­ta uti­que non con­ti­ne­bi­tur. 11Li­no au­tem le­ga­to tam fac­tum quam in­fec­tum con­ti­ne­tur quod­que ne­tum quod­que in te­la est, quod est non­dum de­tex­tum. er­go aliud in li­no quam in la­na est. et qui­dem si tinc­tum li­num sit, cre­do li­no con­ti­ne­bi­tur. 12Ver­si­co­lo­ri­bus vi­den­dum est. et con­sta­bat apud ve­te­res la­nae ap­pel­la­tio­ne ver­si­co­lo­ria non con­ti­ne­ri, sed ea om­nia vi­de­ri le­ga­ta, quae tinc­ta sunt, et ne­ta, quae ne­que de­tex­ta ne­que con­tex­ta sunt. pro­in­de quae­ri­tur, an pur­pu­ra ap­pel­la­tio­ne ver­si­co­lo­rum con­ti­nea­tur. et ego ar­bi­tror ea, quae tinc­ta non sunt, ver­si­co­lo­ri­bus non ad­nu­me­ra­ri et id­eo ne­que al­bum ne­que na­tu­ra­li­ter ni­grum con­ti­ne­ri nec al­te­rius co­lo­ris na­tu­ra­lis: pur­pu­ram au­tem et coc­cum, quon­iam ni­hil na­ti­vi co­lo­ris sunt, con­ti­ne­ri ar­bi­tror, ni­si aliud sen­sit tes­ta­tor. 13Pur­pu­rae au­tem ap­pel­la­tio­ne om­nis ge­ne­ris pur­pu­ram con­ti­ne­ri pu­to: sed coc­cum non con­ti­ne­bi­tur, fu­ci­num et ian­thi­num con­ti­ne­bi­tur. pur­pu­rae ap­pel­la­tio­ne et­iam sub­te­men fac­tum con­ti­ne­ri ne­mo du­bi­tat: la­na tin­guen­dae pur­pu­rae cau­sa de­sti­na­ta non con­ti­ne­bi­tur.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn Jemandem Wolle vermacht wird, so scheint das vermacht zu sein, was nicht gefärbt, sondern in seiner natürlichen Beschaffenheit (Farbe) ist. 1Mag sie aber verarbeitet oder nicht verarbeitet sein, sie wird unter der Benennung Wolle begriffen. 2Man hat gefragt, ob unter der Benennung Wolle blos die begriffen werde, welche nicht gesponnen ist, oder auch die, welche gesponnen ist, z. B. der Faden und das Garn. Und Sabinus glaubt, dass auch die gesponnene darunter begriffen werde; und wir befolgen die Meinung desselben. 3Man nimmt an, dass die Benennung Wolle bis dahin ausgedehnt werde, wo sie auf den Weberstuhl gekommen ist. 4Und man muss wissen, dass auch die frisch abgeschorene und die gewaschene Wolle, wenn sie nur noch nicht gefärbt ist, darunter begriffen werde. 5Unter der Benennung Wolle wird das Stopfwerk nicht begriffen werden. 6Aber auch die Wolle, aus welcher Jemand eine Art Kleid um seiner Gesundheit oder seiner Aunehmlichkeit willen gemacht hat, wird nicht darunter begriffen werden. 7Nicht einmal das, was zur Bähung oder zu einem Heilmittel angeschafft worden ist, wird unter der Benennung Wolle begriffen. 8Ob aber wohl auch wollige Felle darunter begriffen werden? Und es ist augenscheinlich, dass dies zur Wolle gehöre. 9Wenn Wolle vermacht ist, so glaube ich, dass auch die Wolle von Hasen, und Gänsen, und von Ziegen darunter begriffen66Das Wort lana bedeutet nicht blos Wolle im eigentlichen Sinne, sondern bezeichnet auch die weichen Haare und Federn an Thieren. werde, auch die vom Holz, welche man Baumwolle nennt. 10Linnen wird aber durchaus nicht unter vermachter Wolle begriffen werden. 11Wenn aber Linnen vermacht ist, so wird darunter sowohl verarbeitetes, als nicht verarbeitetes begriffen, auch das, was gesponnen, und was auf den Weberstuhl, jedoch noch nicht gewebt ist. Also findet etwas Anderes beim Linnen, als bei der Wolle Statt; auch wenn Linnen gefärbt sein sollte, so glaube ich, wird es unter Linnen begriffen sein. 12Farbigtes Gespinnst bedarf einer nähern Betrachtung77De versicoloribus; farbigtes Gespinnst. S. Westphal a. a. O. p. 160. A. d. R.; bei den Alten war es ausgemacht, dass unter der Benennung Wolle das farbigte Gespinnst nicht begriffen werde, sondern alles dasjenige vermacht zu sein scheine, was gefärbt und gesponnen ist, was weder fertig gewebt ist, noch was man zu weben angefangen hat. Deshalb fragt es sich, ob Purpur unter der Benennung: farbigtes Gespinnst, begriffen werde. Und ich glaube, dass das, was nicht gefärbt ist, dem farbigten Gespinnst nicht beigezählt werde, und dass daher weder das [von Natur] Weisse, noch das von Natur Schwarze, noch das, was eine andere natürliche Farbe hat, darunter begriffen werde; dass aber Purpur und Scharlach, weil sie keine ihnen von Natur eigene Farbe haben, darunter begriffen werden, glaube ich, wenn nicht der Testator etwas Anderes beabsichtigt hat. 13Unter der Benennung Purpur aber wird, glaube ich, Purpur von jeder Gattung begriffen, aber Scharlach wird nicht darunter begriffen werden, fucinum88D. wohl das Roht, welches zum Schinken genommen wird; Haloander liest bucinum, welches eine Art Purpur ist. [Unächter Purpur, nach Westphal a. a. O. S. 161.] und Violett wird darunter begriffen werden. Niemand zweifelt, dass unter der Benennung Purpur auch fertiges Garn begriffen werde; zum Purpurfärben bestimmte Wolle wird nicht darunter begriffen werden.

Dig. 33,9,3Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Qui pe­num le­gat quid le­ga­to com­plec­ta­tur, vi­dea­mus. et Quin­tus Mu­cius scri­bit li­bro se­cun­do iu­ris ci­vi­lis penu le­ga­ta con­ti­ne­ri, quae es­ui po­tui­que sunt. idem Sa­b­inus li­bris ad Vi­tel­lium scri­bit: quae ha­rum, in­quit, pa­tris fa­mi­liae uxo­ris li­be­ro­rum­ve eius vel fa­mi­liae, quae cir­ca eos es­se so­let, item iu­men­to­rum, quae do­mi­ni­ci usus cau­sa pa­ra­ta sunt. 1Sed Aris­to no­tat et­iam quae es­ui po­tui­que non sunt con­ti­ne­ri le­ga­to, ut pu­ta ea, in qui­bus es­se so­le­mus, oleum for­te, ga­rum mu­riam mel ce­te­ra­que his si­mi­lia. 2Pla­ne, in­quit, si penus es­cu­len­ta le­ge­tur, La­beo li­bro no­no pos­te­rio­rum scri­bit ni­hil eo­rum ce­de­re, quia non haec es­se, sed per ea so­le­mus. Tre­ba­tius in mel­le con­tra scri­bit, me­ri­to, quia mel es­se so­le­mus. sed Pro­cu­lus om­nia haec con­ti­ne­ri rec­te scri­bit, ni­si con­tra­ria mens tes­ta­to­ris ap­pa­reat. 3Es­cu­len­ta, utrum ea quae es­se, an et ea per quae es­se so­le­mus, le­ga­ve­rit? et ea quo­que le­ga­to con­ti­ne­ri cre­den­dum, ni­si con­tra­ria mens pa­tris fa­mi­lias do­cea­tur. mel­la cer­te sem­per es­cu­len­tae penui ce­de­re, la­cer­tas quo­que cum mu­ria sua con­ti­ne­ri nec La­beo ne­ga­vit. 4Po­cu­len­ta penu ea, quae vi­ni lo­co pa­ter fa­mi­lias ha­buit, con­ti­ne­bun­tur, su­pra scrip­ta ve­ro non con­ti­ne­bun­tur. 5Pe­no­ri ace­tum quo­que ce­de­re ne­mo du­bi­tat, ni­si ex­stin­guen­di ig­nis cau­sa fuit pa­ra­tum: tunc enim es­ui po­tui­que non fuit: et ita Ofi­lius li­bro sex­to de­ci­mo ac­tio­num scri­bit. 6Sed quod di­xi­mus ‘usus sui gra­tia pa­ra­tum’ ac­ci­pien­dum erit et ami­co­rum eius et clien­tium et uni­ver­so­rum, quos cir­ca se ha­bet, non et­iam eius fa­mi­liae, quam ne­que cir­ca se ne­que cir­ca suos ha­bet: pu­ta si qui sunt in vil­lis de­pu­ta­ti. quos Quin­tus Mu­cius sic de­fi­nie­bat, ut eo­rum ci­ba­ria con­ti­ne­ri pu­tet, qui opus non fa­ce­rent: sed ma­te­riam prae­buit Ser­vio no­tan­di, ut tex­to­rum et tex­tri­cum ci­ba­ria di­ce­ret con­ti­ne­ri: sed Mu­cius eos vo­luit sig­ni­fi­ca­re, qui cir­ca pa­trem fa­mi­lias sunt. 7Si­mi­li mo­do et iu­men­to­rum ci­ba­ria penui con­ti­nen­tur, sed eo­rum iu­men­to­rum, quae usi­bus ip­sius et ami­co­rum de­ser­viunt: ce­te­rum si qua iu­men­ta agris de­ser­vie­bant vel lo­ca­ban­tur, le­ga­to non ce­de­re ci­ba­ria eo­rum. 8Si­ve au­tem fru­men­tum si­ve quid le­gu­mi­nis in cel­la penua­ria ha­buit, pe­no­ri le­ga­to con­ti­ne­bi­tur, sed et hor­deum si­ve fa­mi­liae si­ve iu­men­to­rum gra­tia: et Ofi­lius scri­bit li­bro sex­to de­ci­mo ac­tio­num. 9Lig­na et car­bo­nes ce­te­ra­que, per quae penus con­fi­ce­re­tur, an pe­no­ri le­ga­to con­ti­nean­tur, quae­ri­tur. et Quin­tus Mu­cius et Ofi­lius ne­ga­ve­runt: non ma­gis quam mo­lae, in­quiunt, con­ti­nen­tur. idem et tus et ce­ras con­ti­ne­ri ne­ga­ve­runt. sed Ruti­lius et lig­na et car­bo­nes, quae non ven­den­di cau­sa pa­ra­ta sunt, con­ti­ne­ri ait. Sex­tus au­tem Cae­ci­lius et­iam tus et ce­reos in do­mes­ti­cum usum pa­ra­tos con­ti­ne­ri le­ga­to scri­bit. 10Ser­vius apud Me­lam et un­guen­tum et char­tas epis­tu­la­res pe­no­ris es­se scri­bit et est ve­rius haec om­nia, odo­res quo­que con­ti­ne­ri: sed et char­tas ad ra­tiun­cu­lam vel ad lo­ga­rium pa­ra­tas con­ti­ne­ri. 11Va­sa quo­que penua­ria quin con­ti­nean­tur, nul­la du­bi­ta­tio est. Aris­to au­tem scri­bit do­lia non con­ti­ne­ri, et est ve­rum se­cun­dum il­lam di­stinc­tio­nem, quam su­pra in vi­no fe­ci­mus. nec fru­men­ti nec le­gu­mi­num the­cae (ar­cu­lae for­te vel spor­tae) vel si qua alia sunt, quae hor­rei penua­rii vel cel­lae penua­riae in­struen­dae gra­tia ha­ben­tur, non con­ti­ne­bun­tur, sed ea so­la con­ti­nen­tur, si­ne qui­bus penus ha­be­ri non rec­te pot­est.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Wenn Jemand Vorräthe vermacht, so fragt sich, was dieses Vermächtniss umfasst. Und Quintus Mucius schreibt im zweiten Buche seines bürgerlichen Rechts, das Vermächtniss der Vorräthe umfasse, was zum Essen und Trinken bestimmt ist; desgleichen schreibt Sabinus in den Büchern zu Vitellius: Alles, was von diesen Gegenständen [zum Essen und Trinken] für den Hausvater, seine Gattin, Kinder und das Gesinde, was um sie zu sein pflegt, desgleichen für das zum Gebrauche des Herrn bestimmte Zugvieh angeschafft worden ist. 1Aristo bemerkt jedoch: auch das, was nicht zum Essen und Trinken gehört, werde unter diesem Vermächtnisse begriffen, z. B. das, worin wir etwas zu essen pflegen, wie etwa Oel, Fischbrühe, Salzbrühe, und alles übrige dem ähnliche. 2Allerdings [spricht er,] wenn essbare Vorräthe vermacht worden, wie Labeo im neunten Buche seiner Posteriorum schreibt, so gehört nichts von diesen Gegenständen dazu, weil wir sie nicht zu essen, sondern nur vermittelst derselben etwas zu essen pflegen. In Betreff des Honigs behauptet Trebatius das Gegentheil; wie billig, weil wir den Honig zu essen pflegen. Proculus dagegen schreibt mit Recht, dass alle diese Gegenstände darunter begriffen wären, wenn nicht eine entgegengesetzte Willensmeinung des Testators erhelle. 3Ist, wenn Jemand alles Essbare vermacht hat, alsdann nur das, was wir zu essen pflegen, vermacht, oder auch das, womit wir es zu essen pflegen? Auch letzteres muss man als mit in dem Vermächtnisse enthalten ansehen, wenn nicht eine entgegengesetzte Willensmeinung des Hausvaters dargethan wird. Dass aber die Lacerten99Ein Seefisch. mit ihrer Salzlake dazugerechnet werden, hat auch Labeo nicht bestritten. 4Im trinkbaren Vorrath wird dasjenige mitbegriffen, was der Hausvater als Wein besass; die oben erwähnten [Gegenstände] werden aber nicht mit darunter begriffen. 5Dass zu den Vorräthen auch der Essig gehöre, bezweifelt Niemand, wenn er nicht blos zum Auslöschen des Feuers angeschafft worden ist, denn alsdann gehört er nicht zu dem, was gegessen und getrunken wird; und so schreibt auch Ofilius im sechzehnten Buche der Klagen. 6Aber was wir vorhin sagten, für seinen Gebrauch angeschafft, muss so verstanden werden, auch für den Gebrauch seiner Freunde, seiner Clienten und aller derjenigen, welche er um sich hat, nicht aber auch für das Gesinde, was weder er noch die Seinigen um sich haben, z. B. was auf die Landhäuser geschickt worden ist, was Quintus Mucius so definirte, dass er die Kost desjenigen [Gesindes] mit darunter begriffen achtete, welches keine [bestimmte] Beschäftigung1010Z. B. Feldarbeit. habe, wodurch er jedoch dem Servius Stoff zu der Bemerkung gab, dass er hinzufügte, die Kost der Weber und Weberinnen werde mit darunter begriffen: allein Mucius wollte damit nur dasjenige [Gesinde] bezeichnen, welches um den Hausvater ist. 7Auf gleiche Weise ist auch das Futter des Zugviehes unter dem Vorrathe mit begriffen, jedoch nur des Zugviehes, welches zu seinem und seiner Freunde Gebrauch diente. Wird aber das Zugvieh zum Ackerbau benutzt oder vermiethet, so gehört ihr Futter nicht zu dem Vermächtnisse. 8Hat er jedoch Getreide oder etwas von Hülsenfrüchten in der Vorrathskammer gehabt, so wird dies auch unter den vermachten Vorräthen begriffen, aber auch die für das Gesinde und das Zugvieh bestimmte Gerste, wie Ofilius im sechzehnten Buche der Klagen schreibt. 9Es fragt sich aber, ob Holz und Kohlen und alles übrige, womit der Vorrath bereitet wird, im Vermächtniss der Vorräthe enthalten ist? Quintus Mucius und Ofilius verneinen es; so wenig als Mühlen, sagen sie, sei es darin enthalten. Auch bestritten sie, dass Weihrauch und Wachs darin enthalten sei. Rutilius dagegen behauptet, dass auch Hölzer und Kohlen, wenn sie nicht für den Verkauf angeschafft worden sind, darunter begriffen würden; und Sextus Caecilius schreibt, dass in diesem Vermächtnisse auch Weihrauch und das zum häuslichen Gebrauch angeschaffte Wachs begriffen werde. 10Servius beim Mela schreibt, dass auch Salbe und Briefpapier zum Vorrath gehörten. Und ohne Zweifel ist es richtig, dass dies Alles, auch die wohlriechenden Sachen, darunter begriffen werden, sowie auch die zu den kleinen Rechnungen und Notizen bestimmten Bogen. 11Dass auch die Vorrathsgefässe darunter begriffen werden, ist keinem Zweifel unterworfen. Aristo behauptet dagegen, dass Stückfässer nicht mit dazu zu rechnen sind, und dies ist nach jenem Unterschiede richtig, welchen wir oben beim Weine aufgestellt haben. Auch die Büchsen, Kasten und Körbe für das Getreide und die Hülsenfrüchte, oder was sonst blos der Einrichtung des Vorrathshauses oder der Vorrathskammer wegen vorhanden ist, sind darunter nicht mit begriffen, sondern nur allein diejenigen Gegenstände gehören mit dazu, ohne welche der Vorrath nicht gehörig aufbewahrt werden kann.

Dig. 34,2,22Ul­pia­nus li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Ves­ti­men­tum id est quod de­tex­tum est, et­si de­sec­tum non sit, id est si sit con­sum­ma­tum. quod in te­la est non­dum per­tex­tum vel de­tex­tum, con­tex­tum ap­pel­la­tur. quis­quis igi­tur ves­tem le­ga­ve­rit, ne­que sta­men ne­que sub­te­men le­ga­to con­ti­ne­bi­tur.

Ulp. lib. XXII. ad Sabin. Zu den Gewändern gehört alles Gewebte1111Man muss hier die Sitte der Alten vor Augen haben, dass die Kleider meist fertig gewebt vom Weberstuhl kamen, ohne Schneiderarbeit zu erfordern, Böttiger a. a. O. p. 368., auch wenn es noch nicht abgeschnitten ist, d. h. was fertig ist. Was noch auf dem Webestuhl sitzt, und noch nicht fertig gewebt oder abgezogen ist, heisst Kette. Wenn also Jemand sein Gewebe vermacht, so ist Aufzug und Einschlag des Webestuhls nicht darin begriffen.

Dig. 34,7,5Idem li­bro vi­ce­si­mo se­cun­do ad Sa­binum. Re­gu­la Ca­to­nia­na ad no­vas le­ges non per­ti­net.

Idem lib. XXII. ad Sabin. Die Catonianische Rechtsregel hat auf neuere Gesetze keinen Einfluss.