Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Paul.Vit. II
Ad Vitellium lib.Pauli Ad Vitellium libri

Ad Vitellium libri

Ex libro II

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 31,12Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Si pe­cu­nia le­ga­ta in bo­nis le­gan­tis non sit, sol­ven­do ta­men he­redi­tas sit, he­res pe­cu­niam le­ga­tam da­re com­pel­li­tur si­ve de suo si­ve ex ven­di­tio­ne re­rum he­redi­ta­ria­rum si­ve un­de vo­lue­rit. 1Quod ita le­ga­tum est: ‘he­res cum mo­rie­tur Lu­cio Ti­tio da­to de­cem’, cum in­cer­ta die le­ga­tum est, ad he­redes le­ga­ta­rii non per­ti­net, si vi­vo he­rede de­ces­se­rit.

Paul. lib. II. ad Vitellium. Wenn soviel [baares] Geld, als vermacht ist, in dem Vermögen des Vermachers sich nicht findet, die Erbschaft aber zahlungsfähig ist, so wird der Erbe angehalten, das Geld anzuschaffen, es sei aus eigenen Mitteln oder durch Verkauf von Erbschaftsgegenständen, oder woher er sonst will. 1Ein so ausgesetztes Vermächtniss: Mein Erbe soll bei seinem Tode dem Lucius Titius Zehn geben, kommt, da es auf eine ungewisse Frist gestellt ist, den Erben des Legatars nicht zu, wenn derselbe bei Lebzeiten der Erben stirbt11S. Fr. 4. D. quando dies legat. vel. fideicomm. cedat. 36. 2..

Dig. 32,46Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Ea ta­men ad­iec­tio le­ga­tum alias ex­iguius, alias ple­nius ef­fi­cit. au­ge­tur, cum sic scrip­tum est: ‘quae­que eius cau­sa pa­ra­ta sunt’: id enim sig­ni­fi­cat et si quid prae­ter ea quae dic­ta sunt eius cau­sa pa­ra­tum est: mi­nui­tur de­trac­ta con­iunc­tio­ne, quia ex om­ni­bus su­pra com­pre­hen­sis ea so­la de­fi­niun­tur, quae eius cau­sa pa­ra­ta sunt.

Paul. lib. II. ad Vitell. jener Zusatz macht jedoch das Vermächtniss bald geringer, bald vollständiger; es wird vermehrt, wenn so geschrieben worden ist: und was um ihretwillen angeschafft worden ist; denn das bezeichnet: und wenn Etwas ausser Dem, was genannt worden ist, um ihretwillen angeschafft worden ist; es wird vermindert durch die Hinwegnahme des Verbindungsworts [und], weil [dann] von Allem, was oben zusammengefasst worden ist, blos das [für die Frau] bestimmt wird, was um ihretwillen angeschafft worden ist.

Dig. 32,78Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Quae­si­tum est Sti­chum ser­vum ex eo fun­do an­te an­num mor­tis tes­ta­to­ris ab­duc­tum et dis­ci­pli­nae tra­di­tum, post­ea in eum fun­dum non re­ver­sum an de­be­re­tur. re­spon­sum est, si stu­den­di cau­sa mis­sis­set, non quo de fun­do eum alior­sum trans­fer­ret, de­be­ri. 1‘Mae­vi fi­li, quod iam ti­bi ma­xi­mam par­tem fa­cul­ta­tium de­de­rim, con­ten­tus es­se de­bes fun­do Sem­pro­nia­no cum suis in­ha­bi­tan­ti­bus, id est fa­mi­lia, et quae ibi erunt’. quae­si­tum est de no­mi­ni­bus de­bi­to­rum et num­mis. ea­dem epis­tu­lam ta­lem emi­sit: ‘ar­gen­tum om­ne et su­pel­lec­ti­lem, quod­cum­que ha­beo, ti­bi do­no et quid­quid in prae­dio Sem­pro­nia­no ha­beo’. an su­pel­lex, quae in aliis prae­diis vel do­mi­bus es­set, ad Mae­vium per­ti­ne­ret? et an ser­vi, quos ex eo fun­do aliis le­ga­vit? re­spon­sum est no­mi­na et num­mos non vi­de­ri de­be­ri, ni­si ma­ni­fes­te de his quo­que le­gan­dis vo­lun­tas de­func­tae ad­pro­ba­re­tur. ser­vos ex is­dem fun­dis aliis da­tos de­mi­nuis­se fi­lii le­ga­tum. de ar­gen­to et sup­pel­lec­ti­li quae ali­bi es­set eum cu­ius no­tio est aes­ti­ma­tu­rum, ut id op­ti­neat, quod tes­ta­to­ri pla­cuis­se a le­ga­ta­rio ad­pro­ba­bi­tur. 2Prae­dia qui­dam re­li­quit ad­iec­tis his11Die Großausgabe lässt his aus. ver­bis: ‘uti a me pos­ses­sa sunt et quae­cum­que ibi erunt cum mo­riar’: quae­si­tum est de man­ci­piis, quae in his prae­diis mo­ra­ta fue­runt vel ope­ris rus­ti­ci cau­sa vel al­te­rius of­fi­cii, ce­te­ris­que re­bus, quae ibi fue­runt in diem mor­tis, an ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­rent. re­spon­dit ea om­nia, de qui­bus quae­re­re­tur, le­ga­ta vi­de­ri. 3‘Pe­to, ut fun­dum meum Cam­pa­nia­num Ge­ne­siae alum­nae meae ad­scri­ba­tis du­cen­to­rum au­reo­rum ita uti est’. quae­ri­tur, an fun­do et re­li­qua co­lo­no­rum et man­ci­pia, si qua mor­tis tem­po­re in eo fue­rint, de­bean­tur. re­spon­dit re­li­qua qui­dem co­lo­no­rum non le­ga­ta: ce­te­ra ve­ro vi­de­ri il­lis ver­bis ‘ita uti est’ da­ta. 4Il­lud for­tas­se quae­si­tu­rus sit ali­quis, cur ar­gen­ti ap­pel­la­tio­ne et­iam fac­tum ar­gen­tum com­pre­hen­de­tur, cum, si mar­mor le­ga­tum es­set, ni­hil prae­ter ru­dem ma­te­riam de­mons­tra­tum vi­de­ri pos­set. cu­ius haec ra­tio tra­di­tur, quip­pe ea, quae ta­lis na­tu­rae sint, ut sae­pius in sua red­igi pos­sint in­itia, ea ma­te­riae po­ten­tia vic­ta num­quam vi­res eius ef­fu­giant. 5Coc­cum quod pro­prio no­mi­ne ap­pel­la­tur quin ver­si­co­lo­ri­bus ce­de­ret, ne­mo du­bi­ta­vit. quin mi­nus por­ro co­ra­ci­num aut hys­gi­num aut me­li­num suo no­mi­ne quam coc­cum pur­pu­ra­ve de­sig­na­tur? 6Cum vir ita le­gas­set: ‘quae uxo­ris cau­sa pa­ra­ta sunt, ei do le­go’, ego apud prae­to­rem fi­dei­com­mis­sa­rium pe­te­bam et­iam res aes­ti­ma­tas, qua­rum pre­tium in do­tem erat, nec op­ti­nui, qua­si tes­ta­tor non sen­sis­set de his re­bus. at­quin si in usum eius da­tae sint, ni­hil in­ter­est, ab ip­sa an ab alio com­pa­ra­tae sunt. post­ea apud Abur­nium Va­len­tem in­ve­ni ita re­la­tum: mu­lier res aes­ti­ma­tas in do­tem de­de­rat ac de­in­de ma­ri­tus ei le­ga­ve­rat his ver­bis: ‘quae eius cau­sa com­pa­ra­ta emp­ta­que es­sent’. di­xit emp­to­rum pa­ra­to­rum­que ap­pel­la­tio­ne non con­ti­ne­ri ea, quae in do­tem da­ta es­sent, ni­si si ma­ri­tus eas res, post­ea­quam ip­sius fac­tae es­sent, in uxo­ris usum con­ver­tis­set. 7Re­bus quae in fun­do sunt le­ga­tis ac­ce­dunt et­iam ea, quae tunc non sunt, si es­se so­lent: nec quae ca­su ibi fue­runt, le­ga­ta ex­is­ti­man­tur.

Paul. lib. II. ad Vitell. Man hat gefragt, ob der Sclav Stichus, da er aus diesem Landgute ein Jahr vor dem Tode des Testators weggeführt und dem Unterrichte übergeben, nachher nicht in dieses Landgut zurückgekehrt ist, geleistet werden müsste? Man hat das Gutachten ertheilt, wenn der Testator denselben des Studirens Halber weggeschickt hätte, nicht um ihn von dem Landgute wo andershin zu versetzen, so müsse er geleistet werden. 1Mein Sohn Mävius, weil ich dir schon den grössten Theil meines Vermögens gegeben habe, so musst du mit dem Sempronianischen Landgute mit seinen Einwohnern, das heisst dem Gesinde, und [mit] dem, was sich dort befinden wird, zufrieden sein; hier ist wegen der Forderungen an die Schuldner und der baaren Gelder Frage entstanden. Dieselbe hat folgenden Brief erlassen: Alles Silber und Hausgeräthe, Alles, was ich nur habe, schenke ich dir, und Alles, was ich im Sempronianischen Grundstück habe; [man hat gefragt,] ob das Hausgeräthe, welches sich in anderen Grundstücken oder Häusern befände, dem Mävius gehörte, und ob die Sclaven aus jenem Grundstücke, welche sie Anderen vermacht hat. Man hat das Gutachten ertheilt, die Forderungen und Gelder schienen [ihm] nicht zu gebühren, wenn nicht die Absicht der Verstorbenen, auch diese zu vermachen, augenscheinlich bewiesen würde; dadurch, dass sie Sclaven aus demselben Grundstück Anderen gegeben hätte, habe sie das Vermächtniss des Sohnes vermindert, in Betreff des Silbers und des Hausgeräthes, was sich anderswo befände, werde der, welcher die Untersuchung hat, ermessen, so dass das gelte, was von dem Vermächtnissinhaber als die Meinung des Testators bewiesen werden wird. 2Jemand hat Grundstücke hinterlassen, indem er folgende Worte beifügte: sowie sie von mir besessen sind, und Alles, was sich dort befinden wird, wenn ich sterben werde; man hat in Betreff der Sclaven, welche sich auf diesen Grundstücken entweder um landwirthschaftlicher Arbeit, oder einer anderen Dienstleistung willen aufgehalten haben und in Betreff der übrigen Sachen, welche bis zum Todestag [des Erblassers] dort gewesen sind, gefragt, ob sie dem Vermächtnissinhaber gehörten. [Paulus] hat das Gutachten ertheilt, alles das, wegen dessen gefragt würde, scheine vermacht zu sein. 3Ich bitte, dass ihr mein Capanianisches Landgut der Genesia, meiner Pflegetochter, so, wie es ist, für zweihundert Goldstücke zuschreiben möget; man fragt, ob zu dem Landgute auch noch der Rückstand der Pachter, und die Sclaven, welche etwa zur Todeszeit [des Erblassers] daselbst gewesen sind, gebühren, [Paulus] hat das Gutachten ertheilt, der Rückstand der Pachter schiene zwar nicht vermacht zu sein, das Uebrige aber schiene durch diese Worte: so, wie es ist, gegeben zu sein. 4Darnach wird vielleicht Jemand fragen, warum unter der Benennung Silber auch das verarbeitete Silber begriffen werde, da, wenn Marmor vermacht wäre, Nichts, als der rohe Stoff, bezeichnet zu sein scheinen könne. Und davon wird der Grund angegeben, weil ja das, was von solcher Natur sei, dass es öfters in seine ursprüngliche Gestalt zurückgebracht werden könne, durch diese Gewalt des Stoffes besiegt, niemals den Wirkungen desselben entgehe. 5Niemand hat gezweifelt, dass der Scharlach, welcher mit seinem eigenthümlichen Namen benannt wird, zu dem farbigten Gespinnste gehöre, wird denn nun Rabenschwarz (coracinum,) oder Dunkelroth (hysginum,) oder melinum22Diese Farbe halten Einige für gelb, Andere für weiss. S. Heinecc. zu Briss. s. h. v. weniger als Scharlach oder Purpur mit seinem eigenen Namen bezeichnet? 6Da ein Mann so vermacht hatte: was um meiner Ehefrau willen angeschafft worden ist, das gebe und vermache ich ihr, so forderte ich bei dem fideicommissarischen Prätor auch die geschätzten33Nämlich venditionis causa. S. die Bem. zu L. 10. §. D. de jure dot. 23. 3. Sachen, deren Preis Gegenstand des Heirathsguts war, und bin damit nicht durchgedrungen, gleich als ob der Testator diese Sachen nicht im Sinne gehabt hätte. Aber wenn sie nun zu ihrem Gebrauch gegeben worden sind, so macht es keinen Unterschied, ob sie von ihr selbst, oder von einem Anderen angeschafft worden sind. Nachher habe ich beim Aburnius Valens Folgendes berichtet gefunden: eine Frau hatte geschätzte Sachen zum Heirathsgut gegeben, und sodann hatte sie ihr der Ehemann mit folgenden Worten vermacht: was um ihretwillen angeschafft und gekauft wäre; [Valens] hat gesagt, unter der Benennung angeschafft und gekauft werde das nicht begriffen, was zum Heirathsgut gegeben worden wäre, ausser wenn der Ehemann diese Sachen, nachdem sie die seinigen geworden wären, zum Gebrauch der Ehefrau verwendet hätte. 7Wenn die Sachen, welche sich in dem Landgute befinden, vermacht sind, so kommt auch das hinzu, was gerade dann sich nicht da befindet, wenn es nur da zu sein pflegt; aber das, was durch Zufall dort gewesen ist, wird nicht für vermacht gehalten.

Dig. 33,4,16Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Qui do­tem a ma­tre uxo­ris ac­ce­pe­rat et sti­pu­lan­ti ei pro­mi­se­rat, tes­ta­men­to uxo­ri do­tem le­ga­vit. cum quae­si­tum es­set, an uxor do­tis sum­mam con­se­qui pos­set, re­spon­dit Scae­vo­la non vi­de­ri da­ri uxo­ri, quod ne­ces­se sit ma­tri red­di. alias sic re­spon­dit non vi­de­ri, ni­si ma­ni­fes­te uxor do­cuis­set eam tes­tan­tis vo­lun­ta­tem fuis­se, ut one­ra­re he­redes du­pli­ci prae­sta­tio­ne do­tis vel­let.

Ad Dig. 33,4,16Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 658, Note 3.Paul. lib. II. ad Vitell. Jemand, welcher von der Mutter seiner Gattin ein Heirathsgut erhalten und sie ihr [der Mutter] durch Stipulation angelobt hatte44Nämlich sie der Mutter nach aufgelöster Ehe zurückzugeben., vermachte in seinem Testamente das Heirathsgut seiner Ehegattin. Als angefragt wurde, ob die Ehegattin den Betrag des Heirathsgutes verlangen könne, antwortete Scävola: man könne nicht annehmen, dass das der Ehegattin gegeben werden müsse, was nothwendiger Weise der Mutter zurückzugeben sei. In einem anderen Falle antwortete er so: es sei dies nicht anzunehmen, in sofern die Frau nicht klar nachgewiesen habe, dass es des Testators Wille gewesen sei, seine Erben mit der doppelten Herausgabe des Heirathsgutes zu belasten.

Dig. 33,7,14Idem li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. con­ti­ne­tur au­tem et for­ni­ca­tor.

Idem lib. II. ad Vitell. desgleichen auch der Ofenheitzer.

Dig. 33,7,18Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Cum de la­nio­nis in­stru­men­to quae­ri­tur, se­mo­ta car­ne men­sas pon­de­ra fer­ra­men­ta­que la­nian­dae car­nis cau­sa prae­pa­ra­ta, item tru­ti­nas cul­tros do­la­bras in­stru­men­to re­lin­qui­mus. 1In­stru­men­to le­ga­to ali­quan­do et­iam per­so­nas le­gan­tium ne­ces­se est in­spi­ci. ut ec­ce pis­to­rio in­stru­men­to le­ga­to ita ip­si pis­to­res in­es­se vi­de­ri pos­sunt, si pa­ter fa­mi­lias pis­tri­num ex­er­cuit: nam plu­ri­mum in­ter­est, in­stru­men­tum pis­to­ri­bus an pis­tri­no pa­ra­tum sit. 2Asi­nam mo­len­da­riam et mo­lam ne­gat Ne­ra­tius in­stru­men­to fun­di con­ti­ne­ri. 3Item cac­ca­bos et pa­ti­nas in in­stru­men­to fun­di es­se di­ci­mus, quia si­ne his pul­men­ta­rium co­qui non pot­est. nec mul­tum re­fert in­ter cac­ca­bos et ae­num, quod su­pra fo­cum pen­det: hic aqua ad po­tan­dum ca­le­fit, in il­lis pul­men­ta­rium co­qui­tur. quod si ae­num in­stru­men­to con­ti­ne­tur, ur­cei quo­que, qui­bus aqua in ae­num in­fun­di­tur, in idem ge­nus red­igun­tur, ac de­in­ceps in in­fi­ni­tum pri­mis qui­bus­que pro­xi­ma co­pu­la­ta pro­ce­dunt. op­ti­mum er­go es­se Pe­dius ait non pro­priam ver­bo­rum sig­ni­fi­ca­tio­nem scru­ta­ri, sed in pri­mis quid tes­ta­tor de­mons­tra­re vo­lue­rit, de­in­de in qua prae­sump­tio­ne sunt qui in qua­que re­gio­ne com­mo­ran­tur. 4Cum de vi­li­co quae­re­re­tur et an in­stru­men­to in­es­set et du­bi­ta­re­tur, Scae­vo­la con­sul­tus re­spon­dit, si non pen­sio­nis cer­ta quan­ti­ta­te, sed fi­de do­mi­ni­ca co­le­re­tur, de­be­ri. 5Idem con­sul­tus de me­ta mo­len­da­ria re­spon­dit, si rus­ti­cis eius fun­di ope­ra­riis mo­le­re­tur, eam quo­que de­be­ri. est au­tem me­ta in­fe­rior pars mo­lae, ca­til­lus su­pe­rior. 6De bu­bul­co quo­que ita re­spon­dit, si­ve de eo, qui bu­bus ibi ara­ret, si­ve de eo, qui bo­ves eius fun­di ara­to­res pas­ce­ret, quae­re­re­tur, de­be­ri. 7De pu­ta­to­ri­bus quo­que ita re­spon­dit, si eius fun­di cau­sa ha­be­ren­tur, in­es­se: 8Pas­to­res quo­que et fos­so­res ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­re. 9Item cum fun­dus ita le­ga­tus es­set: ‘Mae­vio fun­dum Se­ia­num, ita ut op­ti­mus ma­xi­mus­que est, cum om­ni in­stru­men­to rus­ti­co et ur­ba­no et man­ci­piis quae ibi sunt’ et quae­re­re­tur, an se­mi­na de­be­ren­tur, re­spon­dit ve­rius es­se de­be­ri, ni­si aliud tes­ta­to­rem sen­sis­se he­res pro­ba­ret. idem re­spon­dit de fru­men­to re­po­si­to ad man­ci­pio­rum ex­hi­bitio­nem. 10In in­stru­men­to me­di­ci es­se col­ly­ria et em­plas­tra et ce­te­ra eius ge­ne­ris Cas­sius scri­bit. 11Cui fun­dum in­struc­tum le­ga­ve­rat, no­mi­na­tim man­ci­pia le­ga­vit: quae­si­tum est, an re­li­qua man­ci­pia, quae non no­mi­nas­set, in­stru­men­to ce­de­rent. Cas­sius ait re­spon­sum es­se, tam­et­si man­ci­pia in­struc­ti fun­di sint, ta­men vi­de­ri eos so­los le­ga­tos es­se, qui no­mi­na­ti es­sent, quod ap­pa­re­ret non in­tel­le­xis­se pa­trem fa­mi­lias in­stru­men­to quo­que ser­vos ad­nu­me­ra­tos es­se. 12Sa­b­inus. cui fun­dus quae­que ibi sint le­ga­ta sunt, ei fun­dus et om­nia, quae in eo so­li­ta sunt es­se quae­que ibi ma­io­re par­te an­ni mo­ra­ri et hi, qui in eum ma­nen­di cau­sa re­ci­pe­re se con­sue­ve­runt, le­ga­ti vi­den­tur: at si qua con­sul­to in fun­do con­ges­ta con­trac­ta­ve sunt, quo le­ga­tum cumu­la­re­tur, ea non vi­den­tur le­ga­ta es­se. 13Qui­dam cum ita le­gas­set: ‘vil­lam meam ita ut ip­se pos­se­di cum sup­pel­lec­ti­le men­sis man­ci­piis, quae ibi de­pu­ta­bun­tur, ur­ba­nis et rus­ti­cis, vi­nis, quae in diem mor­tis meae ibi erunt, et de­cem au­reis’, et quae­re­re­tur, cum in diem mor­tis ibi li­bros et vi­trea­mi­na et ves­ti­cu­lam ha­bue­rit, an ea­dem om­nia le­ga­to ce­de­rent, quon­iam quae­dam enu­me­ras­set: Scae­vo­la re­spon­dit spe­cia­li­ter ex­pres­sa, quae le­ga­to ce­de­rent. 14Do­mum in­struc­tam le­ga­vit cum om­ni­bus ad­fi­xis: quae­ri­tur de in­stru­men­tis de­bi­to­rum, an ea le­ga­ta­rius ha­be­re pot­est. re­spon­dit se­cun­dum ea quae pro­po­ne­ren­tur non pos­se.

Paul. lib. II. ad Vitell. Wenn über den Beilass eines Fleischers Frage entsteht, so versteht man mit Ausschluss des Fleisches, die Tische, die Gewichte und die für das geschlachtete Fleisch bestimmten Eisen, desgleichen die Waagen, die Schlachtmesser und die Aexte unter dem Beilass als vermacht. 1Ist Beilass vermacht worden, so muss bisweilen auch auf die Person der Vermächtnissgeber gesehen werden, so dass z. B. bei vermachtem Mühlenbeilass die mahlenden Sclaven selbst als mit darunter begriffen angesehen werden können, wenn der Hausvater selbst das Müllergewerbe betrieb. Denn es ist ein grosser Unterschied, ob der Beilass für die mahlenden Sclaven oder für die Mühle angeschafft worden ist55Wenn die Glosse hier bei pistoribus sagt: id est dominus per se exercentibus, so versteht sie, glaube ich, diese Stelle falsch, indem Paulus es gerade umgekehrt meint. Treibt der Herr das Müllergewerbe nicht selbst, so sind die mahlenden Sclaven diejenigen, welche es treiben; sie können daher nicht das Instrument sein oder der Beilass, womit das Gewerbe getrieben wird; treibt aber der Herr das Gewerbe selbst, so sind die Sclaven mit die Instrumente dazu und gehören alsdann allerdings unter den Beilass.. 2Neratius bestreitet, dass ein Mülleresel und eine Mühle unter dem Beilass eines Landgutes begriffen werden. 3Desgleichen behaupten wir, dass Kochtöpfe und Schüsseln zum Beilass eines Landgutes gehören, weil ohne diese das Zugemüse nicht gekocht werden kann. Auch ist kein grosser Unterschied zwischen einem Kochtopfe und dem Geschirr, was über dem Heerde hängt: dieses erwärmt das Wasser zum Trinken, in jenem wird das Zugemüse gekocht66S. Ram. del Manzano ad Leg. Jul. et Pap. lib. I. cap. 25. T. M. V. 112. A. d. R.. Gehört dieses eherne Geschirr zum Beilass, so werden unter eben diese Classe auch die Krüge, womit das Wasser in diese Geschirre gegossen wird, gerechnet; und so folgt in unendlicher Reihe auf das Vorausgegangene immer das Nächste, was mit ihm in Verbindung steht. Das Beste ist daher, sagt Pedius, nicht die eigentliche Bedeutung der Worte zu erforschen, sondern zuerst, was der Testator damit hat anzeigen wollen, sodann aber, was man darunter zu verstehen pflegt, je nachdem man in dieser oder in jener Landschaft lebt77So verstehe ihc die Worte in qua praesumtione sint, qui in quaqua regione commorantur; s. Brencmann de legg. inscript. in Wieling. Jurprd. restituta, p. 164. A. d. R.. 4Als über einen Gutsverwalter88Cujac. lib. 10. Observat. cap. 37. Villicus est is, qui praepositus est rationibus rusticis, fructibus percipiendis, universoque operi rustico. angefragt wurde, ob er zum Beilass gehöre, und man daran zweifelte, ertheilte der darüber befragte Scävola zur Antwort, dass er mit verabfolgt werden müsse, wenn das Landgut nicht gegen ein bestimmtes Pachtgeld, sondern nur gegen Rechnungslegung auf Treu und Glauben bearbeitet würde. 5Eben derselbe über einen Mühlstein oder Läufer (meta) befragt, antwortete, dass er [als zum Beilass gehörig] mit verabfolgt werden müsse, wenn von den ländlichen Dienstleuten dieses Landgutes darauf gemahlen würde. Es ist aber Meta der untere Theil einer Mühle, und Catillus der obere. 6Auch über einen Ochsenhirten ertheilte er folgende Antwort: es möge nun über den angefragt werden, welcher daselbst mit den Ochsen pflüge, oder über den, welcher die Pflugochsen weide; immer müsse er mit dazu gerechnet werden. 7Auch über die Beschneider [der Bäume und Weinstöcke] ertheilte er zur Antwort, dass sie mit dazu gehörten, wenn sie dieses Landgutes halber gehalten würden. 8Auch die Hirten und Gräbenzieher gehörten dem Vermächtnissinhaber. 9Desgleichen, als ein Landgut folgendergestalt vermacht worden war: dem Mävius vermache ich das Sejanische Landgut im besten und vollkommensten Zustande99Durch die Clausel: ita ut optimus maximusque est, legte der Erblasser dem Erben besonders die Pflicht auf, die Servituten von der Sache abzubringen. S. Westphal von Vermächtnissen u. s. w. Th. I. S. 589. mit allem ländlichen und städtischen Beilass und den daselbst befindlichen Sclaven, und er befragt wurde, ob auch das Saatgetreide zu verabfolgen sei? antwortete er, dass es allerdings mit gebühre, in sofern der Erbe nicht nachzuweisen vermöge, dass der Testator es anders gemeint habe. Eine gleiche Antwort ertheilte er über das zur Unterhaltung der Sclaven aufgeschüttete Getreide. 10Cassius schreibt, dass zum Beilass eines Arztes auch die Balsamkügelchen, die Pflaster und die übrigen Gegenstände dieser Art gehörten. 11Ein Testator vermachte demjenigen, welchem er ein völlig eingerichtetes Landgut beschieden hatte, noch namentlich Sclaven. Es wurde angefragt, ob auch die übrigen Sclaven, welche er nicht namentlich genannt habe, zum Beilass gehörten. Cassius berichtet, die Antwort sei dahin gegangen, dass, wenn gleich die Sclaven [eigentlich] zur Einrichtung eines Landgutes gehören, doch nur diejenigen als vermacht angesehen werden könnten, welche namentlich genannt worden, indem klar erhelle, dem Hausvater sei unbekannt gewesen, dass auch Sclaven zum Beilass gerechnet würden. 12Sabinus sagt: wenn Jemandem ein Landgut mit Allem, was sich darauf befindet, vermacht worden ist, so ist das Landgut, Alles, was sich auf demselben gewöhnlich befindet, was den grössten Theil des Jahres daselbst verbleibt, und alle [Sclaven], welche ihren dauernden Wohnsitz daselbst zu nehmen pflegten, als vermacht anzusehen. Sei aber etwas vorsätzlich auf dem Gute aufgehäuft oder zusammengebracht worden, um das Vermächtniss zu vermehren, so könne dies nicht als vermacht angesehen werden. 13Als Jemand ein Vermächtniss folgendergestalt beschieden hatte: ich vermache ihm mein Landhaus, sowie ich es selbst besessen habe, mit dem Hausrathe, den Tischen, den Stadt- und Landsclaven, welche dahin abgeordnet wurden, mit den Weinen, welche am Tage meines Todes sich daselbst befinden werden, und zehn Goldstücke, und nun angefragt wurde, weil er an seinem Todestage daselbst Bücher, gläserne Gefässe und einen Anzug1010Vesticula: nescio, sagt Bynkershoek Obs. lib. III. c. 3. an alibi vesticulae vox occurat; — vesticula forte erit vestiarium vel σύγκτησις vestium. gehabt hatte, ob dies alles zu dem Vermächtnisse gehöre, weil er einiges aufgezählt habe, antwortete Scävola, dass besonders ausgedrückt sei, was zu dem Vermächtnisse gehöre. 14Jemand vermachte ein eingerichtetes Haus mit allen darin festgemachten Sachen; es wurde über die Schuldinstrumente angefragt, ob der Vermächtnissinhaber auch diese erhalten könne? Er antwortete: nach dem vorgetragenen Falle könne dies nicht geschehen1111Unstreitig veranlasste hier die Gleichheit des Ausdrucks instrumentum zu der Anfrage. Vgl. D. de Leg. III. 92. §. 1. wo derselbe Fall entschieden ist..

Dig. 34,2,32Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Ped­icu­lis ar­gen­teis ad­iunc­ta sigil­la ae­nea ce­te­ra­que om­nia, quae ad ean­dem si­mi­li­tu­di­nem red­igi pos­sunt, ar­gen­to fac­to ce­dunt. 1Au­ro fac­to ad­nu­me­ran­tur gem­mae anu­lis in­clu­sae, quip­pe anu­lo­rum sunt, cym­bia ar­gen­tea crus­tis au­reis il­li­ga­ta. mar­ga­ri­tae, quae ita or­na­men­tis mu­lie­bri­bus con­tex­tae sunt, ut in his aspec­tus au­ri po­ten­tior sit, au­ro fac­to ad­nu­me­ran­tur. au­rea em­ble­ma­ta, quae in la­pi­di­bus ap­si­di­bus ar­gen­teis es­sent et re­plum­ba­ri pos­sent, de­be­ri Gal­lus ait: sed La­beo im­pro­bat. Tu­be­ro au­tem, quod tes­ta­tor au­ri nu­me­ro ha­buis­set, le­ga­tum de­be­ri ait: alio­quin au­ra­ta et in­clu­sa va­sa al­te­rius ma­te­riae au­ri nu­me­ro non ha­ben­da. 2Ar­gen­to po­to­rio vel es­ca­rio le­ga­to in his, quae du­bium est cu­ius ge­ne­ris sint, con­sue­tu­di­nem pa­tris fa­mi­lias spec­tan­dam, non et­iam in his, quae cer­tum est eius ge­ne­ris non es­se. 3Qui­dam pri­mi­pi­la­ris uxo­ri suae ar­gen­tum es­ca­rium le­ga­ve­rat: quae­si­tum est, cum pa­ter fa­mi­lias in ar­gen­to suo va­sa ha­bue­rat, qui­bus et po­ta­bat et ede­bat, an le­ga­to haec quo­que va­sa con­ti­ne­ren­tur. Scae­vo­la re­spon­dit con­ti­ne­ri. 4Idem, cum quae­re­re­tur de ta­li le­ga­to: ‘hoc am­plius fi­lia mea dul­cis­si­ma e me­dio su­mi­to ti­bi­que ha­be­to or­na­men­tum om­ne meum mu­lie­bre cum au­ro et si qua alia mu­liebria ap­pa­rue­rint’, cum tes­ta­trix neg­otia­trix fue­rit, an non so­lum ar­gen­tum, quod in do­mo vel in­tra hor­reum usi­bus eius fuit, le­ga­to ce­dit, sed et­iam quod in ba­si­li­ca fuit mu­lie­bre: re­spon­dit, si tes­ta­trix ha­buit pro­prium ar­gen­tum ad usum suum pa­ra­tum, non vi­de­ri id le­ga­tum, quod neg­otian­di cau­sa ve­na­le pro­po­ni so­le­ret, ni­si de eo quo­que sen­sis­se is qui pe­tat pro­bet. 5Ne­ra­tius Pro­cu­lum re­fert ita re­spon­dis­se va­sis elec­tri­nis le­ga­tis ni­hil in­ter­es­se, quan­tum ea va­sa, de qui­bus quae­ri­tur, ar­gen­ti aut elec­tri ha­be­bant, sed utrum ar­gen­tum elec­tro an elec­trum ar­gen­to ce­dat? id ex aspec­tu va­so­rum fa­ci­lius in­tel­le­gi pos­se: quod si in ob­scu­ro sit, in­spi­cien­dum est, in utro nu­me­ro ea va­sa is, qui tes­ta­men­tum fe­cit, ha­bue­rit. 6La­beo tes­ta­men­to suo Ne­ra­tiae uxo­ri suae no­mi­na­tim le­ga­vit ‘ves­tem mun­dum mu­lie­brem om­nem or­na­men­ta­que mu­liebria om­nia la­nam li­num pur­pu­ram ver­si­co­lo­ria fac­ta in­fec­ta­que om­nia’ et ce­te­ra. sed non mu­tat sub­stan­tiam re­rum non ne­ces­sa­ria ver­bo­rum mul­ti­pli­ca­tio, quia La­beo tes­ta­men­to la­nam ac de­in­de ver­si­co­lo­ria scrip­sit, qua­si de­sit la­na tinc­ta la­na es­se, de­trac­to­que ver­bo ‘ver­si­co­lo­rio’ ni­hi­lo mi­nus et­iam ver­si­co­lo­ria de­be­bun­tur, si non ap­pa­reat aliam de­func­ti vo­lun­ta­tem fuis­se. 7Ti­tia mun­dum mu­lie­brem Sep­ti­ciae le­ga­vit: ea pu­ta­bat si­bi le­ga­ta et or­na­men­ta et mo­ni­lia, in qui­bus gem­mae et mar­ga­ri­tae in­sunt, et anu­los et ves­tem tam co­lo­riam: quae­si­tum est, an haec om­nia mun­do con­ti­nen­tur. Scae­vo­la re­spon­dit ex his quae pro­po­ne­ren­tur dum­ta­xat ar­gen­tum bal­nea­re mun­do mu­lie­bri con­ti­ne­ri. 8Item cum in­au­res, in qui­bus duae mar­ga­ri­tae elen­chi et sma­rag­di duo, le­gas­set et post­ea elen­chos eis­dem de­tra­xis­set et quae­re­re­tur, an ni­hi­lo mi­nus de­trac­tis elen­chis in­au­res de­be­ren­tur: re­spon­dit de­be­ri, si ma­neant in­au­res, quam­vis mar­ga­ri­ta eis de­trac­ta sint. 9De alio idem re­spon­dit, cum quae­dam or­na­men­tum ma­mil­la­tum ex cy­lin­dris tri­gin­ta quat­tuor et tym­pa­nis mar­ga­ri­tis tri­gin­ta quat­tuor le­gas­set et post­ea quat­tuor ex cy­lin­dris, et­iam sex de mar­ga­ri­tis de­tra­xis­set.

Paul. lib. II. ad Vitell. Die an silberne Füsse angesetzten ehernen Medaillons1212Aenea sigilla. Heineccius ad Brisson. hält diese Stelle für so dunkel, dass nur Conjecturen übrig bleiben. Was nun die pediculi betrifft, so, glaube ich, kann man mit der Glosse annehmen, dass Füße zu Gläsern und Vasen gemeint sind. Bynkershoek Obs. IV. 23. conjecturirt reticulis. Ihm will besonders das pediculis darum nicht gefallen, weil dann das Geringere (aenea) an das Wertvollere (argentea) als Schmuck gesetzt werde. Allein wenn einmal eine Conjectur gelten soll, so wäre ja die aurea für aenea noch viel natürlicher und leichter. und alles Andere, was zu Sachen dieser Art gerechnet werden kann, gehört zum Silberzeug. 1Zum Goldgeräth rechnet man auch in Ringe gefasste Juwelen, weil diese zu den Ringen gehören. Silberne mit Goldplatten belegte Becher, und Perlen, die in weiblichen Schmuck dergestalt eingesetzt sind, dass der Anblick des Goldes der vorherrschende ist, gehören zum Goldgeräth. Goldmosaik, die in tiefen Schüsseln eingelegt ist und herausgenommen werden kann, gehört nach Gallus zu demselben; Labeo hingegen leugnet es. Tubero aber sagt, es gehöre zum Vermächtniss dasjenige, was der Testator als Gold gerechnet habe, denn sonst könnten vergoldete und überzogene Gefässe von einer andern Masse nicht zum Golde gerechnet werden. 2Wenn silbernes Speise- oder Trinkgeschirr vermacht worden ist, so ist in Ansehung dessen, wo es zweifelhaft ist, zu welcher Gattung es gehöre, die Gewohnheit des Hausvaters zu berücksichtigen; bei dem, wovon es gewiss ist, dass es nicht dazu gehörig sei, ist dies nicht nöthig. 3Ein Primipilar1313S. Band II. S. 938. n. 21. hatte seiner Gattin sein Speisegeschirr vermacht. Es entstand die Frage, ob da der Hausvater unter seinem Silberzeug Gefässe gehabt, aus denen er sowohl gegessen als getrunken habe, diese Gefässe auch in dem Vermächtniss begriffen seien? Scävola antwortete bejahend. 4Derselbe ertheilte auf Befragen über folgendes Vermächtniss: ausserdem nimm dir, meine vielgeliebte Tochter, aus meinem Nachlass und behalte an dich allen meinen weiblichen Schmuck sammt dem Golde, und wenn sich sonst weiblicher [Zierrath] vorfinden sollte, ob nämlich, da die Erblasserin eine Handelsfrau gewesen, nicht blos dasjenige Silberzeug zu dem Vermächtniss gehöre, was sie im Hause oder in ihren Vorrathskammern in Gebrauch gehabt habe, sondern auch das, was sich von weiblichen Putzsachen in dem kaiserlichen Packhof befinde, den Bescheid, dass wenn die Erblasserin solches Silberzeug besessen habe, was zu ihrem ausschliesslichen Gebrauch angeschafft worden sei, dasjenige, was sie zur Betreibung ihres Geschäfts käuflich auszustellen gepflegt, nicht als Gegenstand des Vermächtnisses betrachtet werde, es müsste denn derjenige, der hierauf Anspruch erhebt, beweisen können, dass [die Erblasserin] dies auch gemeint habe. 5Neratius berichtet, Proculus habe sich dahin ausgesprochen, dass wenn Gefässe aus Electrum vermacht worden wären, nichts darauf ankomme, wieviel die fraglichen Gefässe an Silber oder Electrum haben. Ob aber das Silber dem Electrum folgt, oder dieses dem erstern, das lässt sich aus dem Anblick der Gefässe leichter beurtheilen; lässt es sich hierdurch nicht ermitteln, so muss man darauf sehen, als von welcher Masse der Testator diese Gefässe behandelt habe. 6Labeo vermachte der Neratia, seiner Gattin, in seinem Testamente namentlich: das Gewebe, alles weibliche Geräth, allen weiblichen Schmuck, wollenes Zeug, Linnen, Purpur und buntfarbige Zeuge1414Versicoloris, s. Duker l. l. p. 204. sq., bearbeitetes und unbearbeitetes, und so weiter; hier verändert die unnöthige Vervielfachung der Worte, weil nämlich Labeo in seinem Testamente erst das wollene Zeug und nachher buntfarbige Zeuge nennt, als wenn gefärbte Wolle aufhöre, Wolle zu sein, den Bestand des Vermächtnisses nicht; denn selbst wenn das Wort buntfarbig weggelassen worden wäre, so würde das bunte Wollenzeug dennoch inbegriffen sein, sobald nicht erhellt, dass der Wille des Testators ein anderer gewesen sei. 7Titia vermachte ihr weibliches Geräth der Septicia; diese war in der Meinung, dass ihr auch die Schmucksachen, Halsbänder, worin Juwelen und Perlen gefasst sind, Ringe und die einfarbigen und bunten Kleider vermacht seien. Es entstand nun die Frage, ob dieses alles zum weiblichen Geräth gehöre? Scävola antwortete: den vorliegenden Umständen nach sei unter dem weiblichen Geräth nur das Badesilbergeschirr begriffen. 8Ingleichen antwortete er auf die Frage, ob, da Jemand Ohrringe, worin zwei Respectsperlen1515Böttiger zu dieser Stelle p. 408. und zwei Smaragden in Birnenform als Gehänge befindlich waren, vermacht und nachher das Gehänge herausgenommen hatte, die Verpflichtung zu den Ohrringen, auch nachdem das Gehänge herausgenommen worden, fortbestehend bleibe, dass dies allerdings der Fall sei, sobald die Ohrringe dies bleiben, wenn auch die Perlen aus denselben herausgenommen worden sind. 9Ganz ebenso sprach er sich in einem andern Fall aus, als eine Frau ein Brustgeschmeide1616Böttiger zu dieser Stelle p. 408. aus vierunddreissig länglichen und vierunddreissig runden Perlen bestehend, vermacht, und von den erstern vier und von den letztern sechs herausgenommen hatte.

Dig. 36,2,21Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. Si dies ad­po­si­ta le­ga­to non est, prae­sens de­be­tur aut con­fes­tim ad eum per­ti­net cui da­tum est: ad­iec­ta quam­vis lon­ga sit, si cer­ta est, vel­uti ka­len­dis Ia­nua­riis cen­te­si­mis, dies qui­dem le­ga­ti sta­tim ce­dit, sed an­te diem pe­ti non pot­est: at si in­cer­ta, qua­si ‘cum pu­bes erit’ ‘cum in fa­mi­liam nup­se­rit’ ‘cum ma­gis­tra­tum in­ie­rit’ cum ali­quid de­mum, quod scri­ben­ti com­pre­hen­de­re sit com­mo­dum, fe­ce­rit: ni­si tem­pus con­di­cio­ve opti­git, ne­que res per­ti­ne­re ne­que dies le­ga­ti ce­de­re pot­est. 1Si sub con­di­cio­ne, qua te he­redem in­sti­tui, sub ea con­di­cio­ne Ti­tio le­ga­tum sit, Pom­po­nius pu­tat per­in­de hu­ius le­ga­ti diem ce­de­re at­que si pu­re re­lic­tum es­set, quon­iam cer­tum es­set he­rede ex­is­ten­te de­bi­tum iri: ne­que enim per con­di­cio­nem he­redum fie­ri in­cer­ta le­ga­ta nec mul­tum in­ter­es­se ta­le le­ga­tum ab hoc ‘si he­res erit, da­to’.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 50,16,84Pau­lus li­bro se­cun­do ad Vi­tel­lium. ‘Fi­lii’ ap­pel­la­tio­ne om­nes li­be­ros in­tel­le­gi­mus.

Paul. lib. II. ad Vitell. Unter der Benennung Söhne1717Cujac. l. l. ad h. l. bezieht diese Stelle auf ein legatum servi cum suis filiis. Vgl. L. 41. §. 5. D. de leg. III. (filii) verstehen wir alle Kinder.