Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.Sab. X
Ad Massurium Sabinum lib.Ulpiani Ad Massurium Sabinum libri

Ad Massurium Sabinum libri

Ex libro X

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 8,4,10Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo ad Sa­binum. Quid­quid ven­di­tor ser­vi­tu­tis no­mi­ne si­bi re­ci­pe­re vult, no­mi­na­tim re­ci­pi opor­tet: nam il­la ge­ne­ra­lis re­cep­tio ‘qui­bus est ser­vi­tus uti­que est’ ad ex­tra­neos per­ti­net, ip­si ni­hil pro­spi­cit ven­di­to­ri ad iu­ra eius con­ser­van­da: nul­la enim ha­buit, quia ne­mo ip­se si­bi ser­vi­tu­tem de­bet: quin im­mo et si de­bi­ta fuit ser­vi­tus, de­in­de do­mi­nium rei ser­vien­tis per­ve­nit ad me, con­se­quen­ter di­ci­tur ex­tin­gui ser­vi­tu­tem.

Ulp. lib. X. ad Sabin. Was der Verkäufer [eines Grundstücks] Namens einer Dienstbarkeit sich vorbehalten will, muss namentlich bevorwortet werden; denn ein Vorbehalt in allgemeinen Ausdrücken, wie: wer eine Dienstbarkeit habe, dem solle sie verbleiben, betrifft dritte Personen und hilft dem Verkäufer zur Aufrechterhaltung seiner Gerechtsame zu nichts; denn er hat keine gehabt, weil sich Niemand selbst zu einer Dienstbarkeit verpflichtet sein kann; ja, selbst wenn mir früher [ein Grundstück] zu einer Dienstbarkeit verpflichtet gewesen wäre, das Eigenthum desselben aber nachher an mich gekommen ist, so sagt man ganz folgerichtig, die Dienstbarkeit sei erloschen.

Dig. 28,1,11Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo ad Sa­binum. Ob­si­des tes­ta­ri non pos­sunt, ni­si eis per­mit­ti­tur.

Ulp. lib. X. ad Sabin. Geisseln11Ob hier von Geissel, welche die Römer gaben, oder die sei empfingen, die Rede sei, ist noch streitig. können kein Testament errichten, es sei denn, dass sie die Erlaubniss dazu erhalten.

Dig. 28,3,6Idem li­bro de­ci­mo ad Sa­binum. Si quis fi­lio ex­he­redato nuru prae­gna­te re­lic­ta de­ces­se­rit et ex­tra­neum sub con­di­cio­ne in­sti­tue­rit et pen­den­te con­di­cio­ne post mor­tem pa­tris vel de­li­be­ran­te he­rede in­sti­tu­to de ad­eun­da he­redi­ta­te ex­he­redatus fi­lius de­ces­se­rit et ne­pos fue­rit na­tus, an rum­pat tes­ta­men­tum? et di­ce­mus tes­ta­men­tum non rum­pi, cum nec ex­he­re­da­ri hu­ius­mo­di ne­pos de­be­ret ab avo, quem pa­ter prae­ce­de­bat. pla­ne si for­te in­sti­tu­tus omi­se­rit he­redi­ta­tem, hunc avo suum fu­tu­rum he­redem ab in­tes­ta­to non du­bi­ta­tur. utrum­que pro­priis ra­tio­ni­bus: nam ad­gnas­cen­do qui­dem is rum­pit quem ne­mo prae­ce­de­bat mor­tis tem­po­re: ab in­tes­ta­to ve­ro is suc­ce­dit cui an­te eum alii non est de­la­ta he­redi­tas, non fuis­se au­tem fi­lio de­la­tam he­redi­ta­tem ap­pa­ret, cum de­li­be­ran­te in­sti­tu­to de­ces­se­rit. sed haec ita, si mor­tis avi tem­po­re in ute­ro ne­pos fuit. ce­te­rum si post­ea con­cep­tus est, Mar­cel­lus scri­bit ne­que ut suum ne­que ut ne­po­tem aut co­gna­tum ad he­redi­ta­tem vel ad bo­no­rum pos­ses­sio­nem pos­se ad­mit­ti. 1Sed si pa­ter eius, qui mor­tis avi tem­po­re in ute­ro fuit, apud hos­tes erat, ne­pos is­te pa­tre in ea­dem cau­sa de­ce­den­te post mor­tem avi suc­ce­den­do tes­ta­men­tum rum­pet, quia su­pra scrip­ta per­so­na ei non ob­stat: nec enim cre­di­tur in re­bus hu­ma­nis fuis­se, cum in ea cau­sa de­ce­dat, quam­quam cap­ti­vus re­ver­sus pa­tris sui in­ius­tum fa­ce­ret tes­ta­men­tum in eo prae­ter­itus. 2Si­ve au­tem in ci­vi­ta­te ne­pos fuit con­cep­tus si­ve apud hos­tes, quon­iam da­tur et par­tui post­li­mi­nium, suc­ce­den­do tes­ta­men­tum rum­pit. 3Suc­ce­den­do ita­que sui non rum­punt, si­ve fue­rint in­sti­tu­ti vel ex­he­reda­ti ab eo gra­du ad quem he­redi­tas de­fer­tur, sci­li­cet si gra­dus il­le va­leat. 4Quo­cum­que au­tem mo­do pa­ren­tes prae­ce­den­tes in po­tes­ta­te es­se de­sie­rint, suc­ce­den­tes li­be­ri, si fue­rint in­sti­tu­ti vel ex­he­reda­ti, non rum­pent tes­ta­men­tum, si­ve per cap­ti­vi­ta­tem si­ve per mor­tem vel poe­nam. 5Ir­ri­tum fit tes­ta­men­tum, quo­tiens ip­si tes­ta­to­ri ali­quid con­ti­git, pu­ta si ci­vi­ta­tem amit­tat per sub­itam ser­vi­tu­tem, ab hos­ti­bus ver­bi gra­tia cap­tus, vel si ma­ior an­nis vi­gin­ti ve­num se da­ri pas­sus sit ad ac­tum ge­ren­dum pre­tium­ve par­ti­ci­pan­dum. 6Sed et si quis fue­rit ca­pi­te dam­na­tus vel ad bes­tias vel ad gla­dium vel alia poe­na quae vi­tam ad­imit, tes­ta­men­tum eius ir­ri­tum fiet, et non tunc cum con­sump­tus est, sed cum sen­ten­tiam pas­sus est: nam poe­nae ser­vus ef­fi­ci­tur: ni­si for­te mi­les fuit ex mi­li­ta­ri de­lic­to dam­na­tus, nam huic per­mit­ti so­let tes­ta­ri, ut di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit, et cre­do iu­re mi­li­ta­ri tes­ta­bi­tur. qua ra­tio­ne igi­tur dam­na­to ei tes­ta­ri per­mit­ti­tur, num­quid et, si quod an­te ha­buit fac­tum tes­ta­men­tum, si ei per­mis­sum sit tes­ta­ri, va­leat? an ve­ro poe­na ir­ri­tum fac­tum re­fi­cien­dum est? et si mi­li­ta­ri iu­re ei tes­tan­dum sit, du­bi­ta­ri non opor­tet, quin, si vo­luit id va­le­re, fe­cis­se id cre­da­tur. 7Eius qui de­por­ta­tur non sta­tim ir­ri­tum fiet tes­ta­men­tum, sed cum prin­ceps fac­tum com­pro­ba­ve­rit: tunc enim et ca­pi­te mi­nui­tur. sed et si de de­cu­rio­ne pu­nien­do vel fi­lio ne­po­te­ve prae­ses scri­ben­dum prin­ci­pi in­ter­lo­cu­tus est, non pu­to sta­tim ser­vum poe­nae fac­tum, li­cet in car­ce­re so­leant di­li­gen­tio­ris cus­to­diae cau­sa re­ci­pi. nec hu­ius igi­tur tes­ta­men­tum ir­ri­tum fiet, prius­quam prin­ceps de eo sup­pli­cium su­men­dum re­scrip­se­rit: pro­in­de si an­te de­ces­se­rit, uti­que tes­ta­men­tum eius va­le­bit, ni­si mor­tem si­bi con­sci­vit. nam eo­rum, qui mo­ri ma­gis quam dam­na­ri ma­lue­rint ob con­scien­tiam cri­mi­nis, tes­ta­men­ta ir­ri­ta con­sti­tu­tio­nes fa­ciunt, li­cet in ci­vi­ta­te de­ce­dant: quod si quis tae­dio vi­tae vel va­le­tu­di­nis ad­ver­sae in­pa­tien­tia vel iac­ta­tio­nis, ut qui­dam phi­lo­so­phi, in ea cau­sa sunt, ut tes­ta­men­ta eo­rum va­leant. quam di­stinc­tio­nem in mi­li­tis quo­que tes­ta­men­to di­vus Ha­d­ria­nus de­dit epis­tu­la ad Pom­po­nium fal­co­nem, ut, si qui­dem ob con­scien­tiam de­lic­ti mi­li­ta­ris mo­ri ma­luit, ir­ri­tum sit eius tes­ta­men­tum: quod si tae­dio vel do­lo­re, va­le­re tes­ta­men­tum aut, si in­tes­ta­to de­ces­sit, co­gna­tis aut, si non sint, le­gio­ni is­ta sint vin­di­can­da. 8Hi au­tem om­nes, quo­rum tes­ta­men­ta ir­ri­ta dam­na­tio­ne fie­ri di­xi­mus, si pro­vo­ca­ve­rint, ca­pi­te non mi­nuun­tur at­que id­eo ne­que tes­ta­men­ta quae ant­ea fe­ce­runt in­ri­ta fient et tunc tes­ta­ri pot­erunt: hoc enim sae­pis­si­me est con­sti­tu­tum nec vi­de­bun­tur qua­si de sta­tu suo du­bi­tan­tes non ha­be­re tes­ta­men­ti fac­tio­nem: sunt enim cer­ti sta­tus nec ip­si de se in­ter­im in­cer­ti. 9Quid ta­men si ap­pel­la­tio­nem eius prae­ses non re­ce­pit, sed im­pe­ra­to­ri scri­ben­do poe­nam remo­ra­tus est? pu­to hunc quo­que suum sta­tum in­ter­im re­ti­ne­re nec tes­ta­men­tum ir­ri­tum fie­ri: nam, ut est ora­tio­ne di­vi Mar­ci ex­pres­sum, tam­et­si pro­vo­can­tis vel eius pro quo pro­vo­ca­tur ap­pel­la­tio non fue­rit re­cep­ta, poe­na ta­men sus­ti­nen­da est, quo­ad prin­ceps re­scrip­se­rit ad lit­te­ras prae­si­dis et li­bel­lum rei cum lit­te­ris mis­sum, ni­si for­te la­tro ma­ni­fes­tus vel sed­itio prae­rup­ta fac­tio­que cruen­ta vel alia ius­ta cau­sa, quam mox prae­ses lit­te­ris ex­cu­sa­bit, mo­ram non re­ci­piant, non poe­nae fes­ti­na­tio­ne, sed prae­ve­nien­di pe­ri­cu­li cau­sa: tunc enim pu­ni­re per­mit­ti­tur, de­in­de scri­be­re. 10Quid si quis fue­rit dam­na­tus il­li­ci­te poe­na non sump­ta, an tes­ta­men­tum eius ir­ri­tum fiat, vi­dea­mus: ut pu­ta de­cu­rio ad bes­tias an ca­pi­te mi­nua­tur tes­ta­men­tum­que eius ir­ri­tum fiat? et non pu­to cum sen­ten­tia eum non te­nue­rit. er­go et si quis eum, qui non erat iu­ris­dic­tio­nis suae, dam­na­ve­rit, tes­ta­men­tum eius non erit ir­ri­tum, quem­ad­mo­dum est con­sti­tu­tum. 11Sed ne eo­rum qui­dem tes­ta­men­ta ra­ta sunt, sed ir­ri­ta fient, quo­rum me­mo­ria post mor­tem dam­na­ta est, ut pu­ta ex cau­sa ma­ies­ta­tis, vel ex alia ta­li cau­sa. 12Qua­te­nus ta­men di­xi­mus ab hos­ti­bus cap­ti tes­ta­men­tum ir­ri­tum fie­ri, ad­icien­dum est post­li­mi­nio re­ver­si vi­res suas re­ci­pe­re iu­re post­li­mi­nii aut, si ibi de­ce­dat, le­ge Cor­ne­lia con­fir­ma­ri. er­go et si quis dam­na­tus ca­pi­te in in­te­grum in­dul­gen­tia prin­ci­pis sit re­sti­tu­tus, tes­ta­men­tum eius con­va­les­cet. 13Fi­lii fa­mi­lias ve­te­r­a­ni sui iu­ris mor­te pa­tris fac­ti tes­ta­men­tum ir­ri­tum non fie­ri con­stat: nam quan­tum ad tes­tan­dum de cas­tren­si pe­cu­lio pro pa­tre fa­mi­lias ha­ben­dus est, et id­eo nec em­an­ci­pa­tio­ne ir­ri­tum fie­ri mi­li­tis vel ve­te­r­a­ni tes­ta­men­tum ve­rum est.

Idem lib. X. ad Sabin. Jemand starb mit Hinterlassung eines enterbten Sohnes und einer schwangeren Schwiegertochter. Er hatte einen Fremden bedingt zum Erben eingesetzt; während die Bedingung nach des Vaters Tode noch schwebte, oder der eingesetzte Erbe über die Antretung der Erbschaft noch deliberirte, starb der enterbte Sohn. Der Enkel [des Erblassers] war bereits geboren. [Nun fragt sichs,] ob dieser das Testament umstösst? Wir werden annehmen, das Testament werde nicht umgestossen, indem der Grossvater nicht nöthig hatte, einen solchen Enkel, welchem sein Vater voranging, zu enterben. Hat freilich der eingesetzte Erbe die Erbschaft ausgeschlagen, so wird ohne allen Zweifel [dieser Enkel] seines Grossvaters [gesetzlicher] Erbe werden. Beides hat seine eigenthümlichen Weisen. Denn durch Angeburt stösst der [Enkel] ein Testament um, welchem zur Todeszeit [seines Grossvaters] Niemand voranging. Ohne Testament (ab intestato) aber wird der Erbe22Flor. cui ante eum alii etc. Hal. ante quem alii. Brencmann cum ante eum alii., vor welchem keinem Andern die Erbschaft angetragen war. Dass aber [hier] dem Sohne die Erbschaft nicht angefallen war, ergibt sich daraus, dass er, während der eingesetzte Erbe deliberirte, starb. Aber dies verhält sich nur dann so, wenn der Enkel zur Todeszeit des Grossvaters schon empfangen war. War dies übrigens erst nachher der Fall, so soll dieser, wie Marcellus schreibt, weder als natürlicher Erbe, oder als Enkel, noch als Blutsverwandter zur Erbschaft oder dem Nachlassbesitz gelassen werden. 1War aber der Vater des Kindes, welches zur Todeszeit des Grossvaters noch im Mutterleibe war, in feindlicher Haft, so wird dieser Enkel, wenn sein Vater in diesem Verhältnisse starb, nach dem Tode des Grossvaters durch Nachrücken [in die Stelle seines Vaters] das Testament umstossen, weil ihm die oben beschriebene Person (sein Vater) nicht im Wege steht. Denn man nimmt von diesem, da er in einer solchen Lage starb, an, er wäre gar nicht mehr auf der Welt gewesen, obgleich ein Gefangener, durch seine Rückkehr, das Testament seines Vaters, als nicht zu Recht gemacht vernichtet, wenn er in demselben übergangen worden war. 2Ein Enkel, mag er nun im [Römischen] Staate oder in feindlicher Gefangenschaft empfangen worden sein, stösst immer durch sein Nachrücken [in die Stelle seines Vaters] das Testament um, weil ja auch der Embryo die Wohlthat des Heimkehrrechtes (postliminium) geniesst. 3Es stossen daher die [natürlichen] Eigenerben [das Testament] durch Nachrücken nicht um, mögen sie nun in dem Grade, welchem die Erbschaft angetragen wird (versteht sich, muss dieser Grad gültig sein), zu Erben eingesetzt, oder enterbt worden sein. 4Hörten aber die vorangehenden Eltern, auf was immer für eine Art, sei es durch Gefangenschaft, oder Tod, oder zur Strafe, auf, in der Gewalt [des Erblassers] zu sein, so werden ihre Kinder, wenn sie zu Erben eingesetzt oder enterbt wurden, das Testament durch ihr Nachrücken nicht umstossen. 5Ungültig wird ein Testament, so oft dem Erblasser selbst [ein Unglück] zustösst, wie wenn er das Bürgerrecht verliert durch Sclavwerden, z. B. als feindlicher Gefangener, oder wenn er als ein Mensch, der schon fünfundzwanzig Jahre alt ist, sich verkaufen liess, um Sachführer33Cujac. bemerkt, dies wäre die einzige Stelle, welche sage, dass Jemand, der, um Actor eines Andern zu werden, sich verkaufen liess, Sclav werde. Brencmann sagt die Worte ad actum gerendum wären in der Florentine eingeklammert. Andere lassen sie ganz weg. zu werden, oder einen Theil an dem Kaufpreis zu erhalten. 6Wenn aber auch Jemand zum Tode, oder [zum Kampf mit] den Thieren, oder zum Schwertkampf, oder zu einer andern Todesstrafe verurtheilt wurde, so wird [dadurch] sein Testament ungültig werden, und [zwar tritt diese Ungültigkeit] nicht erst zur Zeit der Urtheilsvollziehung, sondern von da an ein, wo der richterliche Ausspruch erfolgte; denn [ein solcher Mensch] wird Sclav durch die Bestrafung; wenn er nicht etwa ein Soldat war, der aus einem Militärverbrechen verurtheilt wurde. Denn dieser erhält gewöhnlich, nach einem Rescripte des höchstseligen Hadrianus, die Erlaubniss, ein Testament machen zu dürfen; und, wie ich glaube, wird er ein Soldatentestament errichten. Auf welche Weise wird ihm nun aber eine Testamentserrichtung erlaubt? etwa so, dass in Folge dieser Erlaubniss sein schon früherhin gemachtes Testament gilt? oder aber dass das durch die Strafe ungültig gewordene Testament von Neuem errichtet werden muss? Wenn er nach Soldatenrecht zu testiren hat, so darf es keinem Zweifel unterliegen, dass ein Testament, dessen Gültigkeit er wünschte, so angesehen wird, als habe er es [erst] errichtet44Statt fecisse mit Best refecisse lesen zu wollen, ist unnöthig.. 7Das Testament eines Verwiesenen (Deportirten) wird nicht sogleich ungültig werden, sondern [erst dann], wenn der Kaiser diese [richterliche] Handlung billigte; denn alsdann hat er auch sein bürgerliches Standesrecht verloren. Wenn aber auch der Statthalter einstweilen entschied, man müsse über die Bestrafung eines Decurio, oder eines Sohnes, oder Enkels von ihm an den Kaiser berichten, so werden, nach meinem Dafürhalten, solche Personen nicht sogleich Sclaven durch die verfügte Strafe, obgleich sie, der sorgfältigeren Bewachung wegen, in das Gefängniss gethan zu werden pflegen. Und das Testament eines solchen Menschen wird nicht eher ungültig werden, als bis der Kaiser über seine Bestrafung ein Rescript erliess. Erfolgte aber sein Tod [vor dem Rescripte], so soll sein Testament volle Gültigkeit haben, wenn er [anders] nicht selbst sich das Leben nahm. Denn die Testamente derer, die, ihres Verbrechens sich bewusst, lieber sterben, als verurtheilt sein wollen, erklären die [kaiserlichen] Constitutionen für ungültig, obgleich [diese Leute] im Staate [als Bürger] sterben. Wenn aber Jemand aus Lebensüberdruss, oder weil sein krankhafter Zustand ihm unerträglich ist, oder, wie einige Philosophen es thaten, um sich dadurch zu zeigen, sich das Leben nahm55Die Worte: mortem sibi consciverunt fehlen in der Florent., so sollen die Testamente solcher Personen dadurch nicht ungültig werden. Diesen Unterschied nahm der höchstselige Hadrian auch bei einem Soldatentestamente an, wie dies sein Brief an den Pomponius Falko zeigt, so dass, wenn der Soldat sich eines Soldatenverbrechens bewusst, einen freiwilligen Tod vorzog, sein Testament ungültig werden, entleibte er sich aber selbst aus Lebensüberdruss oder Schmerz, dieses [Testament] gültig bleiben solle. Starb er ohne ein Testament gemacht zu haben, so fällt seinen Verwandten, hat er keine Verwandten, der Legion sein Vermögen eigenthümlich zu. 8Aber alle die, von welchen wir sagten, dass ihre Testamente durch [erfolgte] Verurtheilung ungültig würden, verlieren ihre bürgerlichen Standesrechte nicht, wenn sie [gegen das Urtheil] sich beriefen, und es werden daher ihre schon früher errichteten Testamente nicht ungültig werden, ja sie werden auch [während dieser Zeit] testiren können. [Denn darüber sind viele Constitutionen vorhanden,] und sie werden auch nicht als Leute angesehen werden, die, indem sie über ihren [bürgerlichen] Zustand, im Zweifel leben, testamentsunfähig sind; denn sie sind über ihren Zustand ebenso wie inzwischen über sich selbst in Gewissheit. 9Wie ist es aber dann, wenn der Statthalter die Berufung eines solchen Menschen nicht annahm, sondern durch sein Berichten an den Kaiser die Strafe verzögerte? Wie ich glaube, soll auch ein solcher [Mensch] inzwischen seinen Zustand beibehalten, und sein Testament nicht ungültig werden. Denn es soll, wie der höchstselige Marcus in einer Rede sich ausdrückte, die Strafe, wenn auch die Appellation des sich berufenden Verurtheilten, oder dessen, für welchen appellirt wird, nicht angenommen wurde, doch so lange aufgeschoben werden, bis der Kaiser auf das Schreiben des Statthalters rescribirte, und die Appellationsschrift mit dem Schreiben [des Statthalters] zurücksandte; es müsste sich denn um einen offenbaren Räuber handeln, oder einen losgebrochenen Aufruhr, oder blutige Spaltungen, oder sonst eine gerechte Ursache, worüber sich aber bald der Statthalter schriftlich entschuldigt, vorliegen; denn dies Alles leidet keinen Aufschub, nicht etwa als ob man die Strafvollziehung nicht erwarten könnte, sondern um dadurch grösserem Unheil zuvorzukommen. Unter solchen Umständen ist es dem [Richter] erlaubt zu bestrafen, und erst nachher darüber zu berichten. 10Wie ist es aber dann, wenn Jemand zwar widerrechtlich verurtheilt, die Strafe aber nicht vollzogen wurde? Lasst uns nun sehen, ob das Testament eines solchen Menschen ungültig sei? Es wurde z. B. ein Decurio zum [Kampfe mit den] Thieren verurtheilt. Verliert er hierdurch seinen Rechtsstand, und wird sein Testament ungültig? Ich bin nicht dieser Meinung, weil das Urtheil gegen ihn ohne Wirkung war. Wenn daher ein Beamter Jemanden, der nicht seiner Gerichtsbarkeit unterworfen war, verurtheilte, so wird dessen Testament dadurch nicht ungültig werden, wie dies die Verordnungen aussprechen. 11Es sind aber die Testamente derer nicht gültig, sondern ungültig, deren Andenken nach ihrem Tode verflucht wurde, wie wenn sie Hochverräther oder sonst Verbrecher der Art waren66Z. B. repetundarum.. 12Ad Dig. 28,3,6,12Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 563, Note 7.Insofern wir jedoch sagten, das Testament eines Menschen, der in feindlicher Gefangenschaft ist, werde ungültig, so ist diesem noch hinzuzufügen, dass wenn dieser wieder in sein Vaterland zurückkehrte, sein Testament nach dem Heimkehrrechte (postliminium) wieder Gültigkeit erhalte, oder nach dem Cornelischen Gesetze bestätigt werde, wenn er daselbst (in feindlicher Gefangenschaft) stirbt. Es wird daher auch das Testament dessen wieder Kräfte erhalten, der, zum Tode verurtheilt, durch die Gnade des Kaisers wieder in den vorigen Zustand eingesetzt wurde. 13Wenn ein altgedienter Haussohn durch den Tod seines Vaters sein eigener Herr wurde, so wird bekanntlich dadurch sein [bereits errichtetes] Testament nicht ungültig. Denn in Bezug einer Erbernennung auf sein castrensisches Sondergut muss er wie ein Hausvater angesehen werden. Und deshalb ist es wahr, dass durch die Freilassung das Testament eines Soldaten oder Altgedienten nicht ungültig werde.

Dig. 28,3,7Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo ad Sa­binum. Si mi­les iu­re ci­vi­li tes­ta­men­tum fe­ce­rit et pri­mo gra­du he­redem eum scrip­se­rit quem iu­re mi­li­ta­ri pot­erat, se­cun­do eum quem com­mu­ni iu­re pot­est, et post an­num mis­sio­nis de­ces­se­rit, pri­mus gra­dus ir­ri­tus fiet et a se­cun­do in­ci­piet tes­ta­men­tum.

Ulp. lib. X. ad Sabin. Wenn ein Soldat nach dem bürgerlichen Rechte ein Testament machte und Jemanden, den er nur nach dem Rechte der Soldaten zum Erben machen konnte77Vergl. Fr. 13. §. 2. D. de test. milit. 29. 2., einsetzte, diesem aber Jemanden substituirte, der auch nach dem allgemeinen Rechte Erbe sein kann, und ein Jahr nach seiner Entlassung starb, so wird die erste Einsetzung ungültig sein, und das Testament mit der Substitution anfangen.

Dig. 34,7,4Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo ad Sa­binum. Pla­cet Ca­to­nis re­gu­lam ad con­di­cio­na­les in­sti­tu­tio­nes non per­ti­ne­re.

Ad Dig. 34,7,4Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 638, Note 16.Ulp. lib. X. ad Sabin. Auf bedingte Erbeinsetzungen hat die Catonianische Rechtsregel keine Anwendung.