Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Pomp.Sab. VI
Ad Sabinum lib.Pomponii Ad Sabinum libri

Ad Sabinum libri

Ex libro VI

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 37,1De bonorum possessionibus (Vom Nachlassbesitz.)Dig. 37,2Si tabulae testamenti extabunt (Wenn ein Testament vorhanden ist.)Dig. 37,3De bonorum possessione furioso infanti muto surdo caeco competente (Von dem den Wahnsinnigen, Kindern, Stummen, Tauben und Blinden zustehenden Nachlassbesitz.)Dig. 37,4De bonorum possessione contra tabulas (Von dem Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt.)Dig. 37,5De legatis praestandis contra tabulas bonorum possessione petita (Von der Entrichtung der Vermächtnisse, wenn der Nachlassbesitz wider den Testamentsinhalt gefordert worden ist.)Dig. 37,6De collatione bonorum (Von dem Einwerfen.)Dig. 37,7De dotis collatione (Vom Einwerfen der Mitgift.)Dig. 37,8De coniungendis cum emancipato liberis eius (Von der Verbindung des aus der Gewalt Entlassenen mit seinen Kindern.)Dig. 37,9De ventre in possessionem mittendo et curatore eius (Von der Setzung der Leibesfrucht in den Besitz und deren Curator.)Dig. 37,10De Carboniano edicto (Vom Carbonianischen Edicte.)Dig. 37,11De bonorum possessione secundum tabulas (Vom Nachlassbesitz zufolge des Testamentsinhalts.)Dig. 37,12Si a parente quis manumissus sit (Wenn Jemand von seinem Vater aus der Gewalt entlassen worden ist.)Dig. 37,13De bonorum possessione ex testamento militis (Vom Nachlassbesitz aus dem Testamente eines Soldaten.)Dig. 37,14De iure patronatus (Vom Rechte der Freilasserschaft.)Dig. 37,15De obsequiis parentibus et patronis praestandis (Von dem den Eltern und Freilassern zu leistenden ehrerbietigen Gehorsam.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2 (0,9 %)De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 10,2,42Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si ita le­ga­tum fue­rit uni ex he­redi­bus: ‘quod mi­hi de­bet, prae­ci­pi­to’, of­fi­cio iu­di­cis fa­mi­liae er­cis­cun­dae con­ti­ne­tur, ne ab eo co­he­redes ex­igant: nam et si quod alius de­be­ret prae­ci­pe­re unus ius­sus fue­rit, of­fi­cio iu­di­cis ac­tio­nes ei prae­sta­ri de­be­bunt pro por­tio­ne co­he­redis.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn einem Miterben ein Vermächtniss in diesen Worten hinterlassen worden ist, ich vermache ihm das, was er mir schuldig ist, zum Voraus, so liegt es im Kreise der Pflichten des Erbtheilungsrichters, [dafür zu sorgen,] dass es die Miterben nicht von ihm einfordern, denn auch wenn Einem das, was ein Anderer verschuldet, zum Voraus vermacht worden ist, muss der Richter Amtswegen für die Abtretung der Klagen an ihn von Seiten des Miterben je nach dessen Erbtheil sorgen.

Dig. 10,4,4Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. nam et cum eo, apud quem de­po­si­ta vel cui com­mo­da­ta vel lo­ca­ta res sit, agi pot­est.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Denn es kann diese Klage auch wider den, bei dem die Sache niedergelegt, dem sie geliehen oder vermiethet worden, erhoben werden.

Dig. 13,7,2Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si de­bi­tor rem pig­no­ri da­tam ven­di­dit et tra­di­dit tu­que ei num­mos cre­di­dis­ti, quos il­le sol­vit ei cre­di­to­ri, cui pig­nus de­de­rat, ti­bi­que cum eo con­ve­nit, ut ea res, quam iam ven­di­de­rat, pig­no­ri ti­bi es­set, ni­hil te egis­se con­stat, quia rem alie­nam pig­no­ri ac­ce­pe­ris: ea enim ra­tio­ne emp­to­rem pig­nus li­be­ra­tum ha­be­re coe­pis­se ne­que ad rem per­ti­nuis­se, quod tua pe­cu­nia pig­nus sit li­be­ra­tum.

Ad Dig. 13,7,2Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 233b, Note 2.Pompon. lib. II. ad Sabin. Wenn ein Schuldner eine [von ihm] zum Pfand gegebene Sache verkauft und übergeben hat, und du ihm [nachher] Gelder geliehen hast, welche jener dem Gläubiger gezahlt hat, welchem er das Pfand gegeben hatte, und du mit ihm übereingekommen bist, dass jene Sache, welche er schon verkauft hatte, dir zum Pfand dienen sollte, so ist bekannt, dass du nichts ausgerichtet hast, weil du eine fremde Sache zum Pfand erhalten hast; denn auf diese Art habe der Käufer angefangen, das Pfand als ein befreites zu haben, und es habe [weiter] nicht zur Sache gehört, dass das Pfand mit deinem Geld befreit worden sei.

Dig. 30,36Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. ‘Ti­tiae tex­to­res meos om­nes, prae­ter­quam quos hoc tes­ta­men­to alii le­ga­vi, le­go. Plo­tiae ver­nas meos om­nes, prae­ter­quam quos alii le­ga­vi, le­go’. cum es­sent qui­dam et ver­nae idem et tex­to­res, La­beo ait, quon­iam nec quos Ti­tiae tex­to­res non le­ga­ve­rit, ali­ter ap­pa­re­re pos­sit, quam si co­gni­tum fue­rit, quos eo­rum Plo­tiae le­ga­ve­rit, nec quos Plo­tiae ver­nas non le­ga­ve­rit, pos­sit, ne­utrius le­ga­to ex­cep­tos es­se eos de qui­bus quae­ri­tur et id­eo com­mu­nes am­bo­bus es­se: hoc enim iu­ris est et si ne­utrius le­ga­ti no­mi­ne quic­quam es­set ex­cep­tum. 1Quod si hoc mo­do es­set le­ga­tum ‘tex­to­res om­nes prae­ter ver­nas’ et rur­sus ‘ver­nas om­nes prae­ter tex­to­res’, qui et ver­na et tex­tor es­set, ne­utri fuis­se le­ga­tum. 2Ni­hil di­stat, utrum ita le­ge­tur ‘Ti­tio et Mae­vio’ an ita ‘Ti­tio cum Mae­vio’: utru­bi­que enim con­iunc­tim le­ga­tum vi­de­tur. 3Si al­te­ri Sti­chum he­res de­de­rit, quem duo­bus da­re dam­na­tus fue­rat, et an­te­quam in­ter­pel­la­re­tur ab al­te­ro Sti­chus mor­tuus est, he­res non te­ne­tur, quia ni­hil per eum fac­tum in­tel­le­gi­tur.

Pomon. lib. VI. ad Sabin. Der Titia vermache ich alle meine Weber, ausser denen, die ich in diesem Testamente einem Andern vermacht habe. Der Plotia vermache ich alle meine heimgeborenen Sclaven, ausser denen, die ich einem Andern vermacht habe. Da nun einige [von den Sclaven] zugleich heimgeborene und auch Weber waren, so sagte Labeo, weil man nicht anders ersehen könne, welche Weber er der Titia nicht vermacht habe, als wenn man erst wüsste, welche derselben er der Plotia vermacht hätte, und man nun dieses auch nicht wissen könne, so seien durch keins der beiden Vermächtnisse, die in Rede stehenden [Sclaven] ausgeschlossen, und mithin diese beiden gemeinschaftlich; denn dieses ist auch dann Rechtens, wenn in keinem der beiden Vermächtnisse etwas ausgenommen wäre. 1Wären die Vermächtnisse so gefasst: alle Weber, ausser den heimgeborenen, und wieder: alle heimgeborenen, ausser den Webern, so wären solche, die zugleich heimgeborene und Weber wären, Keiner von beiden vermacht. 2Es macht keinen Unterschied, ob ein Vermächtniss so gefasst wird: dem Titius und dem Mävius, oder: dem Titius nebst dem Mävius; in beiden Fällen ist es für Beiden zusammen ausgesetzt zu achten. 3Wenn der Erbe einem [Vermächtnissnehmer] den Stichus gibt, welchen Zweien zu geben ihm auferlegt ist, und Stichus stirbt, bevor er von dem Andern gemahnt wurde, so ist der Erbe nicht verantwortlich, weil man sieht, dass er nichts verschuldet hat.

Dig. 30,38Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Le­ga­ta­rius pro par­te ad­quire­re, pro par­te re­pu­dia­re le­ga­tum non pot­est: he­redes eius pos­sunt, ut al­ter eo­rum par­tem suam ad­quirat, al­ter re­pu­diet. 1Si le­ga­tum no­bis re­lic­tum con­sti­tue­ri­mus nol­le ad nos per­ti­ne­re, pro eo erit, qua­si nec le­ga­tum qui­dem sit: et id­eo di­ci­mus nec con­fu­sas ser­vi­tu­tes, si for­te prae­dium mi­hi le­ga­tum prae­dio meo de­bue­rit ser­vi­tu­tes, et in­te­gra fur­ti ac­tio ma­ne­bit, si ser­vus le­ga­tus sit ei, cu­ius no­mi­ne fur­ti age­re pot­erit le­ga­ta­rius.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ein Legatar kann nicht sein Vermächtniss zum Theil erwerben, zum Theil ausschlagen; seine Erben aber können dies, so dass einer derselben seinen Antheil erwirbt, der andere den seinigen ausschlägt. 1Wenn ich mir vorsetze, ein mir hinterlassenes Vermächtniss nicht anzunehmen, so ist es eben so gut, als ob es mir gar nicht ausgesetzt wäre; daher sind, sagen wir, auch nicht die Servituten erloschen, wenn etwa das vermachte Grundstück gegen das meinige solche auf sich hatte; auch bleibt die Diebstahlsklage unbenommen, wenn ein Sclav vermacht11Aber ausgeschlagen. Die actio furti aufs duplum oder quadruplum geht ohnehin nicht gegen den Erben; die condictio furtiva, von der also hier die Rede sein muss, würde, wenn der Legatar angenommen hätte, erloschen sein, da es ein legatum debiti ist. wird, wegen dessen der Legatar diese Klage anstellen konnte.

Dig. 30,45Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si a sub­sti­tu­to pu­pil­li an­cil­las ti­bi le­gas­sem eas­que tu a pu­pil­lo emis­ses et an­te­quam sci­res ti­bi le­ga­tas es­se alie­na­ve­ris, uti­le le­ga­tum es­se Ne­ra­tius et Aris­to et Ofi­lius pro­bant. 1He­res ge­ne­ra­li­ter da­re dam­na­tus sa­num eum es­se pro­mit­te­re non de­bet, sed fur­tis et no­xiis so­lu­tum es­se pro­mit­te­re de­be­bit, quia ita da­re de­bet, ut eum ha­be­re li­ceat: sa­ni­tas au­tem ser­vi ad pro­prie­ta­tem eius ni­hil per­ti­net: sed ob id, quod fur­tum fe­cit ser­vus aut no­xam no­cuit, eve­nit, quo mi­nus eum ha­be­re do­mi­no li­ceat, sic­uti ob id, quod ob­li­ga­tus est fun­dus, ac­ci­de­re pos­sit, ut eum ha­be­re do­mi­no non li­ceat. 2Si ve­ro cer­tus ho­mo le­ga­tus est, ta­lis da­ri de­bet, qua­lis est.

Ad Dig. 30,45Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 639, Note 4.Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn ich dir von dem Nacherben meines unmündigen Sohnes Sclavinnen vermache, du aber sie gekauft, und ehe du erfahren, dass sie dir vermacht seien, veräussert hast, so ist, wie Neratius, Aristo und Ofilius meinen, das Vermächtniss gültig. 1Ad Dig. 30,45,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 394, Note 20.Ein Erbe, dem überhaupt auferlegt ist, [einen Sclaven] zu geben, braucht nicht Gewähr dafür zu leisten, dass derselbe gesund sei, aber dass er nicht gestohlen, oder sonst Schaden22Noxiis; s. Inst. 4. 8. gestiftet habe, dafür wird er gut sagen müssen; weil er ihn so geben muss, dass der Legatar ihn behalten könne, die Gesundheit des Sclaven aber das Eigenthum an ihm nichts angeht. Deshalb aber, weil der Sclav gestohlen, oder einen Schaden gestiftet hat, tritt der Fall ein, dass der Herr ihn nicht behalten kann, sowie deshalb, weil ein Landgut verpfändet ist, es sich zutragen kann, dass der Eigenthümer es nicht behalten könne. 2Ist aber ein gewisser Sclav vermacht, so ist er zu geben, sowie er ist.

Dig. 30,48Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si he­redis ser­vus rem le­ga­tam igno­ran­te do­mi­no sub­tra­xis­set et ven­di­dis­set, Ati­li­ci­nus in fac­tum dan­dam ac­tio­nem, ut vel no­xae ser­vum de­de­ret do­mi­nus vel ex pe­cu­lio prae­sta­ret, quod ex ven­di­tio­ne eius rei ha­be­ret. 1Si unus ex he­redi­bus ser­vum le­ga­tum oc­ci­dis­set, om­ni­no mi­hi non pla­cet co­he­redem te­ne­ri, cu­ius cul­pa fac­tum non sit, ne res in re­rum na­tu­ra sit.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn ein Sclav des Erben eine vermachte Sache seinem Herrn gestohlen und verkauft hat, so ist, sagt Atilicinus, eine Klage in factum zu geben, darauf, dass der Herr entweder den Sclaven für den Schaden ausliefere, oder aus dessen Sondergut ersetze, was er aus dem Verkauf jener Sache gewonnen hat. 1Wenn einer der Erben einen vermachten Sclaven getödtet hat, so halte ich nicht für recht, dass der Miterbe, der das Nichtvorhandensein der Sache nicht verschuldet hat, dafür verantwortlich sei.

Dig. 32,74Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si quis suos ser­vos le­ga­vit, com­mu­nes quo­que con­ti­nen­tur et in qui­bus usus fruc­tus alie­nus fuit.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn Jemand seine Sclaven vermacht hat, so sind auch die ihm mit einem Andern gehörigen darunter begriffen, und die, an denen der Niessbrauch einem Anderen zugestanden hat.

Dig. 33,1,2Idem li­bro sex­to ad Sa­binum. In an­nos sin­gu­los he­res dam­na­tus si­ne­re me frui fun­do si in­itio an­ni, quo co­le­re de­be­rem, mo­ram fe­ce­rit, li­cet post­ea pa­tia­tur, quia cul­tu­ra sim ex­clu­sus, ta­men to­tius an­ni no­mi­ne mi­hi te­ne­bi­tur: quem­ad­mo­dum si diur­nas ope­ras Sti­chi da­re dam­na­tus non a ma­ne sed a sex­ta diei ho­ra det, to­tius diei no­mi­ne te­ne­tur.

Idem lib. VI. ad Sabin. Ist einem Erben die Verbindlichkeit auferlegt worden33Ueber den Unterschied zwischen Legata damnationis, vindicationis praeceptionis und sinendi modo relicta, welcher sich aus den vom Testator gebrauchten Worten ergab, sich aber in der Uebersetzung nicht andeuten lässt, siehe Westphal, von Vermächtnissen und Fideicommissen Th. 1. S. 18. [s. Institut. II. 20. §. Anm.], mir den Genuss eines Landgutes jährlich zu verstatten, und er zögerte damit zu Anfang des Jahres, wo ich es bestellen müsste, so wird er, sollte er es auch später gestatten, mir dennoch, weil er mich von der Bestellungszeit ausgeschlossen, für das ganze Jahr gehalten sein; sowie der, welcher verbunden ist, mir die Dienste des Stichus tageweise zu überlassen, und sie mir nicht von früh an, sondern erst zu Mittag überlässt, mir für den ganzen Tag gehalten ist.

Dig. 33,5,6Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Man­ci­pio­rum elec­tio le­ga­ta est. ne ven­di­tio, quan­do­que eli­gen­te le­ga­ta­rio, in­ter­pel­le­tur, de­cer­ne­re de­bet prae­tor, ni­si in­tra tem­pus ab ip­so prae­fi­ni­tum ele­gis­set, ac­tio­nem le­ga­to­rum ei non com­pe­te­re. quid er­go si die prae­terito, sed an­te­quam ven­de­ret he­res, vin­di­ca­re le­ga­ta­rius ve­lit? quia non est dam­num sub­itu­rus he­res, prop­ter quod de­cer­ne­re prae­tor id so­let. et quid si die prae­terito, quem fi­nie­rit prae­tor, he­res ali­quos ex ser­vis vel om­nes ma­nu­mi­se­rit? non­ne prae­tor eo­rum tue­bi­tur li­ber­ta­tem? er­go to­tiens ac­tio de­ne­gan­da non est, si om­nia in in­te­gro sint. idem est et si pig­no­ri ali­quos ex his ser­vis he­res de­de­rit post diem vel vendi­de­rit.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Es ist Jemandem die Auswahl von Sclaven vermacht worden. Damit der Verkauf durch die Auswahl des Vermächtnissinhabers nicht gehindert wird, muss der Prätor festsetzen, dass, wenn er die Auswahl nicht binnen einer von ihm bestimmten Frist getroffen habe, er der Klage auf das Vermächtniss verlustig gehe. Was aber dann, wenn der Vermächtnissinhaber zwar nach Ablauf des Termins, jedoch bevor der Erbe verkauft hätte, die Wahl vollziehen will? Weil der Erbe hierbei keinen Schaden leidet, dessen wegen der Prätor dies zu verfügen pflegt; und wie dann, wenn der Erbe nach Ablauf des vom Prätor bestimmten Termins einige oder alle Sclaven freigelassen hätte, würde da der Prätor nicht die Freiheit derselben zu schützen haben? Daher ist allemal dann die Klage nicht zu verweigern, wenn sich noch Alles im vorigen Stand befindet. Eben so verhält es sich, wenn der Erbe nach dem Termin von diesen Sclaven einige verpfändet oder verkauft hätte.

Dig. 33,5,8Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si ti­bi elec­tio ser­vi et mi­hi re­li­qui le­ga­ti sunt, de­cer­nen­dum est a prae­to­re, ni­si in­tra cer­tum tem­pus op­ta­ve­ris, pe­ti­tio­nem ti­bi non da­tu iri. 1Si ex quat­tuor vi­rio­lis duae, quas ele­gis­sem, mi­hi le­ga­tae sint, si­ve duae so­lae re­lic­tae sint si­ve ab in­itio duae so­lae fue­rint, va­let le­ga­tum. 2Unius ho­mi­nis mi­hi et ti­bi op­tio da­ta est: cum ego op­tas­sem, si non mu­tas­sem vo­lun­ta­tem, de­in­de tu eun­dem op­ta­ve­ris, utrius­que nos­trum ser­vum fu­tu­rum: quod si an­te de­ces­sis­sem vel fu­rio­sus fac­tus es­sem, non fu­tu­rum com­mu­nem, quia non vi­deor con­sen­ti­re, qui sen­ti­re non pos­sim: hu­ma­nius au­tem erit, ut et in hoc ca­su qua­si se­mel elec­tio­ne fac­ta fiat com­mu­nis. 3Si re­rum de­po­si­ta­rum elec­tio mi­hi re­lic­ta sit, et ad ex­hi­ben­dum cum eo, apud quem de­po­si­tae sint, age­re pot­ero et cum he­rede age­re, ut is de­po­si­ti agen­do fa­cul­ta­tem mi­hi eli­gen­di prae­stet.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ist dir die Auswahl eines Sclaven, mir aber die übrigen Sclaven vermacht worden, so muss der Prätor festsetzen, dass, wenn du nicht binnen einer bestimmten Zeit die Wahl triffst, dir ein Anspruch nicht ferner verstattet werden könne. 1Wenn von vier Armspangen mir zwei, welche ich wählen würde, vermacht worden sind, so besteht das Vermächtniss, es mögen nur zwei hinterlassen worden oder vom Anfang an nur zwei dagewesen sein. 2Mir und dir ist die Option eines Sclaven vermacht worden; habe ich unter der Bedingung gewählt, im Fall ich meinen Entschluss nicht ändern würde, und du wählst dann denselben Sclaven, so wird der Sclav uns allen beiden gehören. Wäre ich jedoch vorher gestorben oder in Wahnsinn verfallen, so wird er nicht gemeinschaftlich sein, weil ich nicht als einstimmend44Die Auswahl war nur unter der Bedingung geschehen, wenn er seine Wahl nicht noch ändern würde, die Wahl also in sofern noch unentschieden. angesehen werden kann, wenn ich mich nicht zu bestimmen vermag. Billiger aber wird es sein, wenn er auch in diesem Falle, gleichsam wie nach einer einmal getroffenen Wahl, gemeinschaftlich wird. 3Ist mir eine Auswahl unter niedergelegten Sachen vermacht worden, so kann ich sowohl auf Vorzeigung gegen denjenigen, bei dem sie niedergelegt worden sind, klagen, als wider den Erben darauf, dass er mir durch die Niederlegungsklage die Möglichkeit der Auswahl verschaffe.

Dig. 33,6,2Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Cum alii pe­num, alii vi­num le­ga­tum es­set, ex­cep­to vi­no om­ne pe­num ad alium le­ga­ta­rium per­ti­ne­bit. 1Si cen­tum am­pho­rae quas vel­les ti­bi le­ga­tae sint, ex tes­ta­men­to agen­do con­se­qui potes, ut de­gus­ta­re ti­bi li­ceat: aut, quan­ti in­ter­fue­rit li­ce­re ti­bi de­gus­ta­re, ad ex­hi­ben­dum age­re potes.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn dem Einen der Vorrath an Speisen und Getränk, dem Andern aber der Wein vermacht worden ist, so gehört jenem Vermächtnissinhaber aller Vorrath mit Ausschluss des Weins. 1Sind dir hundert Krüge [Wein], welche dir belieben würden, vermacht worden, so kannst du mit der Klage aus dem Testamente verlangen, dass dir die Erlaubniss verstattet werde, zu kosten; oder du kannst das Interesse, was dir aus der Erlaubniss zu kosten erwächst, mit der Klage auf Auslieferung verfolgen.

Dig. 33,6,14Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Vi­no le­ga­to ea de­mum va­sa se­quun­tur, quae ita dif­fu­sa sunt, ut non ad per­pe­tuum usum va­sa re­ser­va­ren­tur, vel­uti am­pho­rae et ca­di.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ist Wein vermacht worden, so müssen nur die Gefässe mit verabfolgt werden, welche zu solchem Gebrauche bestimmt sind, dass sie nicht als Gefässe zum immerwährenden Gebrauch aufbewahrt werden, wie Krüge und Flaschen.

Dig. 33,7,15Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si ita tes­ta­men­to scrip­tum sit: ‘quae ta­ber­na­rum ex­er­cen­da­rum in­struen­da­rum pis­tri­ni cau­po­nae cau­sa fac­ta pa­ra­ta­que sunt, do le­go’, his ver­bis Ser­vius re­spon­dit et ca­bal­los, qui in pis­tri­nis es­sent, et pis­to­res, et in cau­po­nio in­sti­to­res et fo­ca­riam, mer­ces­que, quae in his ta­ber­nis es­sent, le­ga­tas vi­de­ri. 1Do­mo in­struc­ta re­spon­sum et11Die Großausgabe liest est statt et. sup­pel­lec­ti­lem le­ga­tam, non et­iam vi­na, quia do­mus vi­nis in­struc­ta in­tel­le­gi non pot­est. 2Mu­lier vil­lae cus­tos per­pe­tua fun­do qui cum in­stru­men­to le­ga­tus es­set aut in­struc­to con­ti­ne­bi­tur, sic­uti sal­tua­rius: par enim ra­tio est: nam de­si­de­rant tam vil­lae quam agri cus­to­diam, il­lic, ne quid vi­ci­ni aut agri aut fruc­tuum oc­cu­pent, hic, ne quid ce­te­ra­rum re­rum quae in vil­la con­ti­nen­tur: vil­la au­tem si­ne ul­la du­bi­ta­tio­ne pars fun­di ha­be­tur.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn in einem Testamente folgendergestalt verordnet worden ist: ich vermache ihm dasjenige, was zum Gebrauche und Einrichtung der Läden, desgleichen für die Bäckerei und die Gastwirthschaft gemacht und angeschafft worden ist; so sind mit diesen Worten, wie Servius geantwortet hat, die Pferde in der Bäckerei, die Bäcker, die Factoren in dem Gasthause, die Köchin und die in den Läden befindlichen Waaren als vermacht anzusehen. 1Als ein Haus mit der Einrichtung vermacht war, wurde zur Antwort ertheilt, nur der Hausrath ist vermacht worden, nicht auch die Weine; denn es kann ein mit Weinen eingerichtetes Haus nicht gedacht werden. 2Die Frau, welche beständige Hüterin des Landhauses ist, wird so, wie der Flurhüter, zu dem Landgute gerechnet, was mit dem Beilass oder mit der Einrichtung vermacht worden ist. Denn der Grund ist gleich. Sowohl Landhäuser als Ländereien erfordern nämlich Bewachung: diese, damit die Nachbarn von der Länderei oder den Früchten nicht etwas an sich nehmen; jene, damit solches nicht mit den übrigen in dem Landhause befindlichen Sachen geschieht. Das Landhaus aber wird ohne Zweifel als ein Theil des Landgutes angesehen.

Dig. 33,10,1Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Su­pel­lex est do­mes­ti­cum pa­tris fa­mi­liae in­stru­men­tum, quod ne­que ar­gen­to au­ro­ve fac­to vel ves­ti ad­nu­me­re­tur.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Hausrath ist die häusliche Einrichtung des Hausvaters, welche weder zum verarbeiteten Silber und Golde, noch zum Gewebe55S. Anm. 2. zu Buch 34. Inscription des zweiten Titels. A. d. R. gerechnet wird,

Dig. 34,2,1Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Si alii ves­ti­men­ta, alii ves­tis mu­lie­bris se­pa­ra­tim le­ga­ta sit, de­trac­tis mu­lie­bri­bus et ei ad­sig­na­tis, cui spe­cia­li­ter le­ga­ta sunt, re­li­quum al­te­ri de­be­tur. idem est, cum al­te­ri mun­dus mu­lie­bris, al­te­ri ar­gen­tum om­ne le­ga­tum es­set, de ar­gen­to quod in mun­do es­set. item si duae sta­tuae mar­mo­reae ti­bi et de­in­de om­ne mar­mor le­ga­tum es­set, prae­ter duas nul­la sta­tua mar­mo­rea le­ga­ta est ti­bi. idem ur­ba­nis ser­vis ti­bi le­ga­tis, si mi­hi dis­pen­sa­tor le­ga­tus sit. 1Cui cer­tum pon­dus ar­gen­ti da­re he­res ius­sus sit, ei pe­cu­niam nu­me­ra­tam dan­do iu­re ip­so li­be­ra­tur, si in ea pe­cu­nia ea­dem aes­ti­ma­tio fue­rit: quod ita ve­rum est, si non cer­tum ge­nus ar­gen­ti le­ga­tum sit.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wenn dem Einen die Garderobe, und dem Andern die weiblichen Kleider besonders vermacht worden sind, so gebührt dem ersten der Ueberrest, nach Abzug und Ueberweisung der weiblichen Sachen an den, dem sie besonders vermacht worden sind. Dasselbe tritt, wenn dem Einen das weibliche Geräth, und dem Andern alles Silber vermacht worden ist, in Ansehung des unter dem Geräth befindlichen Silbers ein; ferner ist dir, wenn dir zwei marmorne Statuen, und darnach aller übriger Marmor [einem Andern] vermacht worden ist, ausser jenen beiden keine marmorne Statue vermacht; endlich auch dann, wenn dir die [sämmtlichen] städtischen Sclaven vermacht worden sind, und mir der Rechnungsführer. 1Wenn dem Erben anbefohlen worden ist, Jemandem eine bestimmte Quantität Silber zu geben, so wird jener von seiner Verbindlichkeit dem Rechte nach frei, wenn er ihm [Statt dessen] gemünztes Geld gibt, vorausgesetzt, dass in dem Gelde derselbe Werth steckt; nur darf nicht etwa ein bestimmtes Stück von Silber hinterlassen worden sein.

Dig. 34,2,21Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. In ar­gen­to po­to­rio utrum id dum­ta­xat sit, in quo bi­bi pos­sit, an et­iam id, quod ad prae­pa­ra­tio­nem bi­ben­di com­pa­ra­tum est, vel­uti co­lum ni­va­rium et ur­ceo­li, du­bi­ta­ri pot­est. sed pro­pius est, ut haec quo­que in­sint. 1Un­guen­tis le­ga­tis non tan­tum ea le­ga­ta vi­den­tur, qui­bus un­gui­mur vo­lup­ta­tis cau­sa, sed et va­le­tu­di­nis, qua­lia sunt com­ma­ge­na glau­ci­na cri­na ro­sa mu­ra­co­lum nar­dum pu­rum: hoc qui­dem et­iam quo ele­gan­tio­res sint et mun­dio­res, un­guun­tur fe­mi­nae. 2Sed de aqui­mi­na­rio Cas­sius ait con­sul­tum se re­spon­dis­se, cum al­te­ri ar­gen­tum po­to­rium, al­te­ri es­ca­rium le­ga­tum es­set, es­ca­rio ce­de­re.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ob zu silbernem Trinkgeschirr blos dergleichen Gefässe gehören, woraus getrunken werden kann, oder auch solche, die zur Bereitung des Getränks gehören, z. B. Schneedurchschläge und Kännchen, darüber kann Frage erhoben werden; allein es spricht mehr dafür, dass auch diese dazu gehören. 1Wenn Salben vermacht worden sind, so werden nicht nur solche als vermacht betrachtet, deren wir uns des Vergnügens wegen bedienen, sondern auch der Gesundheit wegen, als z. B. Commagena66Aus einem arabischen Kraute bereitet, ist von einem Nomen propr. abzuleiten, s. Brisson h. v. Salbe von syrischer Commagena, B., Salbe vom Saft der Glaucionpflanze77B., Lilien-, Rosen- und Myrrhensalbe, aus Costumwurzel7, und reine Nahrde; hiermit salben sich zur Eleganz und Reinlichkeit auch Frauen. 2In Ansehung von Wassernäpfen, sagt Cassius, habe er auf Befragen geantwortet, dass wenn dem Einen das Trinkgeschirr und dem Andern das Speisegeschirr vermacht sei, sie zum Speisegeschirr gerechnet werden müssen.

Dig. 34,3,2Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. He­redem, dam­na­tum a fi­de­ius­so­re non pe­te­re, a reo pe­te­re pos­se, sed a reo pe­te­re ve­ti­tum, si a fi­de­ius­so­re pe­tat, reo ex tes­ta­men­to te­ne­ri Cel­sus pu­tat. 1Idem Cel­sus ait nul­lam du­bi­ta­tio­nem ha­be­re, quin he­rede pe­te­re a de­bi­to­re ve­ti­to nec he­res he­redis pe­te­re pos­sit.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Der Erbe, welchem auferlegt worden, von einem Bürgen eine Schuld nicht einzufordern, kann sie [dessenungeachtet] vom Hauptschuldner verlangen, wenn ihm aber verboten worden ist, sie wider den letztern geltend zu machen, und er wider den Bürgen Klage erhebt, so haftet er, nach des Celsus Ansicht, dem Hauptschuldner aus dem Testamente. 1Celsus sagt auch, es unterliege keinem Zweifel, dass, wenn dem Erben verboten worden ist, vom Schuldner eine Schuld einzufordern, es auch der Erbe des Erben nicht dürfe.

Dig. 34,3,8Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Non so­lum nos­trum de­bi­to­rem, sed et he­redis et cu­ius­li­bet al­te­rius ut li­be­re­tur, le­ga­re pos­su­mus. 1Pot­est he­res dam­na­ri, ut ad cer­tum tem­pus non pe­tat a de­bi­to­re: sed si­ne du­bio nec li­be­ra­re eum in­tra id tem­pus de­be­bit, et, si de­bi­tor de­ces­se­rit, ab he­rede eius in­tra id tem­pus pe­ti non pot­erit. 2Il­lud vi­den­dum est, an eius tem­po­ris, in­tra quod pe­te­re he­res ve­ti­tus sit, vel usu­ras vel poe­nas pe­te­re pos­sit. et Pris­cus Ne­ra­tius ex­is­ti­ma­bat com­mit­te­re eum ad­ver­sus tes­ta­men­tum, si pe­tis­set: quod ve­rum est. 3Ta­le le­ga­tum: ‘he­res meus a so­lo Lu­cio Ti­tio ne pe­ti­to’ ad he­redem Lu­cii Ti­tii non trans­it, si ni­hil vi­vo Lu­cio Ti­tio ad­ver­sus tes­ta­men­tum ab he­rede, eo quod ab eo ex­ige­re de­bi­tum temp­ta­vit, sit com­mis­sum: quo­tiens enim co­hae­ret per­so­nae id quod le­ga­tur, vel­uti per­so­na­lis ser­vi­tus, ad he­redem eius non trans­it, si non co­hae­ret, trans­it. 4Si ver­ba li­be­ra­tio­nis in rem sint col­la­ta, pro eo est, qua­si he­res ab eo de­bi­to­re he­rede­que eius pe­te­re ve­ti­tus sit, ut ad­iec­tio he­redis per­in­de ni­hil va­leat, at­que non es­set va­li­tu­ra ip­sius de­bi­to­ris per­so­na non com­pre­hen­sa. 5Is, qui red­de­re ra­tio­nes ius­sus sit, non vi­de­tur sa­tis­fa­ce­re, si re­li­quum red­dat non edi­tis ra­tio­ni­bus. 6Si he­res ve­ti­tus sit age­re cum eo, qui neg­otia de­func­ti ges­se­rit, non vi­de­tur ob­li­ga­tio ei prae­le­ga­ta, quae do­lo vel ex frau­de eius qui neg­otia ges­se­rit com­mis­sa sit, et tes­ta­tor id vi­de­tur sen­sis­se. id­eo si he­res neg­otio­rum ges­to­rum egis­set, agens pro­cu­ra­tor ex tes­ta­men­to in­cer­ti do­li ma­li ex­cep­tio­ne ex­clu­di pot­est. 7Et ei li­be­ra­tio rec­te le­ga­tur, apud quem de­po­sue­ro vel cui com­mo­da­ve­ro pig­no­ri­ve de­de­ro vel ei quem ex fur­ti­va cau­sa mi­hi da­re opor­tet.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Man kann nicht blos seinem eigenen Schuldner den Erlass seiner Verpflichtung vermachen, sondern auch dem seines Erben, oder jedes Dritten. 1Dem Erben kann auch auferlegt werden, die Schuld bis zu einem bestimmten Zeitraum vom Schuldner nicht zu verlangen, doch wird er keinen Falls genöthigt werden, ihm binnen dieser Zeit Erlass zu gewähren; auch wenn der Schuldner selbst mit Tode abgegangen ist, kann von seinem Erben binnen des bestimmten Zeitraums die Forderung nicht eingezogen werden. 2Es fragt sich aber, ob der Erbe von der Zeit, binnen welcher ihm untersagt worden ist, Klage zu erheben, Zinsen oder Strafen verlangen kann? Priscus Neratius war der Ansicht, er handele dem Testamente zuwider, wenn er sie verlange; und er hat Recht. 3Ein Vermächtniss der Art: mein Erbe soll vom Lucius Titius allein die Forderung nicht einziehen, geht auf des Lucius Titius Erben nicht über, sobald nicht der Erbe noch bei Lebzeiten des Lucius Titius durch einen Versuch die Forderung von ihm einzuziehen, dem Testamente zuwider gehandelt hat; denn sobald der Gegenstand des Vermächtnisses an die Person geknüpft ist, z. B. persönliche Dienstbarkeiten, gehen sie auf deren Erben nicht über, wohl aber im entgegengesetzten Fall. 4Wenn die Worte des Erlasses auf den Gegenstand selbst bezüglich sind, so steht es dem gleich, als wäre dem Erben verboten, die Forderung so wenig vom Schuldner selbst, als dessen Erben zu verlangen, so dass der Zusatz in Betreff des Erben ebensowenig etwas zur Sache thut, als wenn die Person des Schuldners selbst nicht genannt wäre. 5Derjenige, dem Rechnungsablegung auferlegt worden ist, kann nicht als seiner Pflicht Genüge geleistet zu haben, betrachtet werden, sobald er nur den Vorrath herausgibt, ohne die Rechnung vorzulegen. 6Wenn dem Erben verboten worden ist, Klage wider den zu erheben, der des Erblassers Geschäfte geführt hat, so wird doch diejenige Verbindlichkeit, die aus Arglist oder Betrug des Geschäftsführers entsprungen, nicht als demselben vermächtnissweise erlassen betrachtet; dies wird als dem Willen des Testators entsprechend, angesehen, und wenn mithin der Erbe die Geschäftsführungsklage austellt, so kann der Geschäftsbesorger, wenn er Klage aus dem Testamente auf etwas Unbestimmtes erhebt, mittelst der Einrede der Arglist abgewehrt werden. 7Auch demjenigen kann rechtlicher Weise Erlass seiner Verbindlichkeit vermacht werden, bei dem ich etwas niedergelegt, oder dem ich etwas geliehen, zum Unterpfande gegeben habe, oder dem, der mir auf den Grund eines Diebstahls zu einer Leistung verpflichtet ist.

Dig. 36,2,13Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Hu­ius­mo­di le­ga­tum: ‘si­ve il­lud fac­tum fue­rit si­ve non fue­rit, il­li do le­go’, ad he­redem non trans­it, ni­si al­ter ca­sus vi­vo le­ga­ta­rio ex­sti­te­rit, quon­iam cau­sa, ex qua de­bea­tur, prae­ce­de­re sem­per de­bet. nec, quia cer­tum est al­ter­utrum fu­tu­rum, om­ni­mo­do de­be­bi­tur: nam ta­le le­ga­tum: ‘cum mo­rie­tur, he­res da­to’ cer­tum est de­bi­tum iri et ta­men ad he­redem le­ga­ta­rii non trans­it, si vi­vo he­rede de­ce­dat.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Ein Vermächtniss folgender Art: ich gebe und vermache dem und dem, wenn das und das geschehen sein wird oder nicht, geht nicht auf den Erben über, wenn nicht einer von beiden Fällen bei Lebzeiten des Vermächtnissinhabers eingetreten ist, weil der Grund, aus dem die Verpflichtung entspringt, immer vorangehen muss, und durch die Gewissheit, dass das Eine oder das Andere geschehen werde, die Verpflichtung nicht zur unbedingten wird. Denn ein Vermächtniss wie folgendes: wenn mein Erbe stirbt, soll er ihm geben, hat zwar die Gewissheit für sich, dass die Verpflichtung dereinst dazu eintreten werde, geht aber doch nicht auf des Vermächtnissinhabers Erben über, wenn ersterer bei Lebzeiten des Erben stirbt.

Dig. 38,1,3Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Ope­ras sti­pu­la­tus an­te per­ac­tum diem ope­ram eius diei pe­te­re non pot­est. 1Nec pars ope­rae per ho­ras sol­vi pot­est, quia id est of­fi­cii diur­ni. ita­que nec ei li­ber­to, qui sex ho­ris dum­ta­xat an­te­me­ri­dia­nis prae­sto fuis­set, li­be­ra­tio eius diei con­tin­git.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Wer sich Dienste stipulirt hat, kann vor Ablauf des Tages den auf denselben fallenden Dienst nicht fordern. 1Dienste können nicht theilweise nach Stunden geleistet werden, weil sie eine tägliche Pflicht sind; daher wird dem Freigelassenen, der nur die sechs Vormittagsstunden bei der Hand gewesen ist, die Befreiung für den ganzen Tag nicht zu Theil.

Dig. 45,1,16Idem li­bro sex­to ad Sa­binum. Si Sti­chum aut Pam­phi­lum mi­hi de­beas et al­ter ex eis meus fac­tus sit ex ali­qua cau­sa, re­li­quum de­be­tur mi­hi a te. 1Sti­pu­la­tio hu­ius­mo­di ‘in an­nos sin­gu­los’ una est et in­cer­ta et per­pe­tua, non quem­ad­mo­dum si­mi­le le­ga­tum mor­te le­ga­ta­rii fi­ni­re­tur.

Idem lib. VI. ad Sabin. Schuldest du mir den Stichus oder Pamphilus, und einer von ihnen wäre aus irgend einer andern Ursache mein Eigenthum geworden, so musst du mir Den, welcher übrig ist, geben. 1Eine Stipulation folgender Art: Jahr für Jahr, ist nur eine, eine bestimmte und immerwährende, und wird nicht wie das damit ähnliche Vermächtniss durch den Tod des Vermächtnissinhabers geendigt.

Dig. 47,2,9Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Ei, qui fur­ti ac­tio­nem ha­bet, ad­si­dua con­trec­ta­tio­ne fu­ris non ma­gis fur­ti ac­tio nas­ci pot­est, ne in id qui­dem, in quod cre­vis­set post­ea res sub­rep­ta. 1Sed si eam a fu­re vin­di­cas­sem, con­dic­tio mi­hi ma­ne­bit. sed pot­est di­ci of­fi­cio iu­di­cis, qui de pro­prie­ta­te co­gnos­cit, con­ti­ne­ri, ut non ali­ter iu­beat re­sti­tui, quam si con­dic­tio­nem pe­ti­tor re­mit­te­ret: quod si ex con­dic­tio­ne an­te dam­na­tus reus li­tis aes­ti­ma­tio­nem sus­tu­le­rit, ut aut om­ni­mo­do ab­sol­vat reum aut (quod ma­gis pla­cet), si pa­ra­tus es­set pe­ti­tor aes­ti­ma­tio­nem re­sti­tue­re nec re­sti­tue­tur ei ho­mo, quan­ti in li­tem iu­ras­set, dam­na­re­tur ei pos­ses­sor.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Demjenigen, der die Diebstahlsklage hat, kann durch fortwährendes Ansichbehalten von Seiten des Diebes keine Diebstahlsklage weiter entstehen, nicht einmal darauf, um was sich die gestohlene Sache nachher vermehrt hat88Denn dies ist mit ihr Eins.. 1Wenn ich aber wider den Dieb Eigenthumsklage erhoben habe, so wird mir die Condiction verbleiben. Doch lässt sich behaupten, dass es im Kreise der Amtspflicht des Richters liege, der über die Eigenthums[frage] zu erkennen hat, die Herausgabe nur unter der Bedingung zu verfügen, wenn der Kläger die Condiction erlasse; hat aber der schon vorher durch die Condiction verurtheilte Beklagte die Streitwürderung erlegt, denselben entweder ganz und gar freizusprechen, oder, was angemessener scheint, wenn der Kläger zur Rückerstattung der Streitwürderung bereit ist, und der [gestohlene] Sclave [z. B.] nicht herausgegeben wird, den Besitzer zu so viel zu verurtheilen, als jener zur Streitwürderung geschworen.

Dig. 50,16,89Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. ‘Bo­ves’ ma­gis ‘ar­men­to­rum’ quam ‘iu­men­to­rum’ ge­ne­ris ap­pel­lan­tur. 1Hoc ser­mo­ne ‘dum nup­ta erit’ pri­mae nup­tiae sig­ni­fi­can­tur. 2In­ter ‘ede­re’ et ‘red­di ra­tio­nes’ mul­tum in­ter­est: nec is, qui ede­re ius­sus sit, re­li­quum red­de­re de­bet: nam et ar­gen­ta­rius ede­re ra­tio­nem vi­de­tur, et­iam­si quod re­li­quum sit apud eum, non sol­vat.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Die Ochsen werden mehr unter dem Pflugvieh, als unter den Lastthieren genannt. 1Mit diesem Ausdruck: wenn sie verehlicht sein wird, wird die erste Ehe bezeichnet. 2Zwischen dem Vorzeigen (edere) und dem Ablegen (reddi) von Rechnungen ist ein grosser Unterschied, denn Der, welchem geheissen worden ist, vorzuzeigen, braucht den Rückstand nicht herauszugeben, denn auch ein Wechsler scheint die Rechnung vorzuzeigen, wenn er auch das, was bei ihm noch rückständig ist, nicht zahlt.

Dig. 50,16,166Idem li­bro sex­to ad Sa­binum. ‘Ur­ba­na fa­mi­lia’ et ‘rus­ti­ca’ non lo­co, sed ge­ne­re di­stin­gui­tur: pot­est enim ali­quis dis­pen­sa­tor non es­se ser­vo­rum ur­ba­no­rum nu­me­ro: vel­uti is, qui rus­ti­ca­rum re­rum ra­tio­nes dis­pen­set ibi­que ha­bi­tet. non mul­tum ab­est a vi­li­co in­su­la­rius: au­tem ur­ba­no­rum nu­me­ro est. vi­den­dum ta­men est, ip­se do­mi­nus quo­rum lo­co quem­que ha­bue­rit: quod ex nu­me­ro fa­mi­liae et vi­ca­riis ap­pa­re­bit. 1‘Per­noc­ta­re ex­tra ur­bem’ in­tel­le­gen­dus est, qui nul­la par­te noc­tis in ur­be est: ‘per’ enim to­tam noc­tem sig­ni­fi­cat.

Idem lib. VI. ad Sabin. Die städtische und die ländliche Sclavenfamilie (urbana familia et rustica) unterscheiden sich nicht durch den Ort, sondern durch die Art des Gebrauchs. Denn es kann auch ein Rechnungsführer nicht zu der Zahl der städtischen Sclaven gehören, z. B. ein solcher, welcher die Rechnungen über die ländlichen Angelegenheiten führt und auf dem Lande wohnt, unterscheidet sich nicht viel von Gutsverwalter (a villico.) Ein Hausverwalter (insularius) aber gehört zu den städtischen Sclaven. Es ist jedoch darauf zu sehen, wozu der Herr selbst einen jeden gerechnet habe, was aus dem Verzeichniss der Sclavenfamilie, und aus den Untersclaven99Quod ex numero familiae et vicariis apparebit. Cujac. l. l. ad h. l. conjicirt mit vieler Wahrscheinlichkeit cibariis für vicariis, vgl. L. 99. pr. D. de leg. III. erhellen wird. 1Von Dem muss man annehmen, dass er ausserhalb der Stadt übernachte (pernoctare), welcher an keinem Theile der Nacht in der Stadt ist; denn über (per) bezeichnet die ganze Nacht.

Dig. 50,17,18Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum. Quae le­ga­ta mor­tuis no­bis ad he­redem nos­trum trans­eunt, eo­rum com­mo­dum per nos his, quo­rum in po­tes­ta­te su­mus, eo­dem ca­su ad­quiri­mus: ali­ter at­que quod sti­pu­la­ti su­mus. nam et sub con­di­cio­ne sti­pu­lan­tes om­ni­mo­do eis ad­quiri­mus, et­iam­si li­be­ra­tis no­bis po­tes­ta­te do­mi­ni con­di­cio ex­is­tat.

Pompon. lib. VI. ad Sabin. Den Vortheil derjenigen Vermächtnisse, welche nach unserm Tod auf unsern Erben übergehen1010Also nicht dejenigen, welche von einer bei unseren Lebzeiten noch nicht eingetretenen Bedingungen abhängen., erwerben wir in demselben Falle durch uns für Die, in deren Gewalt wir uns befinden. Anders verhält es sich, wenn wir Etwas stipulirt haben; denn auch wenn wir unter einer Bedingung stipuliren, so erwerben wir durchaus für dieselben, wenn auch die Bedingung erst, nachdem wir von der Gewalt des Herrn befreit sind, eintritt.