Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Lab.post. Iav.
Posteriorum a Iavoleno epitomatorum lib.Labeonis Posteriorum a Iavoleno epitomatorum libri

Posteriorum a Iavoleno epitomatorum libri

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Ex libro I

Dig. 28,1,2La­beo li­bro pri­mo pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. In eo qui tes­ta­tur eius tem­po­ris, quo tes­ta­men­tum fa­cit, in­te­gri­tas men­tis, non cor­po­ris sa­ni­tas ex­igen­da est.

Labeo lib. I. Posterior. a Javol. Epitomat. Bei dem, der ein Testament errichtet, ist zu der Zeit der Testamentserrichtung Unverletztheit der Geisteskräfte, nicht aber Gesundheit des Körpers, erforderlich.

Dig. 28,6,9La­beo li­bro pri­mo pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Si pa­ter fi­lio im­pu­be­ri eos­dem quos si­bi et te unum prae­ter­ea he­redem in­sti­tuit, bo­no­rum fi­lii te di­mi­dium, ce­te­ros pa­tris he­redes com­mu­ni­ter di­mi­dium ita ha­be­re, ut unus semis apud te ma­neat, al­te­rius sem­is­sis pro his par­ti­bus in­ter he­redes pa­ter­nos di­vi­sio fiat, qui­bus ex par­ti­bus he­redi­ta­tem pa­ter­nam ha­be­rent.

Labeo lib. I. poster. a Javol. Epitom. Wenn ein Vater dieselben [Personen], welche er sich selbst, und überdies auch dich noch getrennt von Jenen seinem unmündigen Kinde zu Erben gab, so erhältst du von dem Vermögen des Sohnes die Hälfte, die übrigen Erben des Vaters erhalten so eine Hälfte zusammen, dass die Hälfte davon bei dir verbleibt, die andere Hälfte aber unter die väterlichen Erben nach den Theilen, zu welchen sie die väterliche Erbschaft erhalten würden, vertheilt wird.

Ex libro II

Dig. 28,7,20La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Mu­lier, quae vi­ro suo ex do­te pro­mis­sam pe­cu­niam de­be­bat, vi­rum he­redem ita in­sti­tue­rat, si eam pe­cu­niam, quam do­ti pro­mi­sis­set, ne­que pe­tis­set ne­que ex­egis­set. pu­to, si vir de­nun­tias­set ce­te­ris he­redi­bus per se non sta­re, quo mi­nus ac­cep­tum fa­ce­ret id quod ex do­te si­bi de­be­re­tur, sta­tim eum he­redem fu­tu­rum. quod si so­lus he­res in­sti­tu­tus es­set in ta­li con­di­cio­ne, ni­hi­lo mi­nus pu­to sta­tim eum he­redem fu­tu­rum, quia ἀδύνατος con­di­cio pro non scrip­ta ac­ci­pien­da est. 1Si quis he­redi­ta­rium ser­vum ius­sus est ma­nu­mit­te­re et he­res es­se, quam­vis, si ma­nu­mi­se­rit, ni­hil agat, ta­men he­res erit: ve­rum est enim eum ma­nu­mis­sis­se: sed post ad­itio­nem li­ber­tas ser­vo da­ta se­cun­dum vo­lun­ta­tem tes­ta­to­ris con­va­les­cit. 2Si quis te he­redem ita in­sti­tuit, si se he­redem in­sti­tuis­ses aut quid si­bi le­gas­ses, ni­hil in­ter­est, quo gra­du is a te he­res in­sti­tu­tus vel quid ei le­ga­tum sit, dum­mo­do ali­quo gra­du id te fe­cis­se pro­bes.

Labeo lib. II. Posterior. a Javol. Epitom. Ad Dig. 28,7,20 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. III, § 554, Note 8.Eine Frau, die ihrem Manne nach der Mitgift ein versprochenes Geld schuldig war, hatte diesen so [bedingt] zum Erben eingesetzt, wenn er das Geld, welches sie zur Mitgift versprochen hatte, weder forderte, noch eintriebe. Ich bin [nun] der Meinung, dass der Mann, wenn er den übrigen Erben die Anzeige machte, es stehe nicht bei ihm, das, was er aus der Mitgift zu fordern habe, für empfangen anzunehmen, sogleich Erbe werden wird. War er aber ohne Miterben unter einer solchen Bedingung eingesetzt worden, wird er, wie ich glaube, nichts desto weniger sogleich Erbe werden, weil man eine unmögliche Bedingung für nicht beigeschrieben anzunehmen hat. 1Wenn Jemand [dem Erben] hiess, einen Erbschaftssclaven freizulassen, und sodann Erbe zu sein, so wird dieser, obgleich seine Handlung der Freilassung erfolglos ist11Die Handlung des Erben ist deshalb ohne die rechtliche Wirkung gleich Anfangs, weil er vor Antritt der Erbschaft noch nicht Herr des Sclaven ist, folglich ihn auch nicht freilassen kann., dennoch Erbe sein. Denn er (der Erbe) hat in Wahrheit die Freilassung vorgenommen; aber nach dem Antritt [der Erbschaft] erhält die dem Sclaven ertheilte Freiheit nach dem Willen des Erblassers ihre Gültigkeit. 2Setzte dich Jemand zum Erben so bedingt ein, wenn du ihn zu deinem Erben eingesetzt oder ihm Etwas vermacht hast, so kommt nichts darauf an, in welchem Grade du ihn zu deinem Erben einsetztest, oder ihm Etwas vermachtest, wenn du nur dies in irgend einem Grade gethan zu haben beweisen kannst.

Dig. 32,29La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Qui con­cu­bi­nam ha­be­bat, ei ves­tem prio­ris con­cu­bi­nae uten­dam de­de­rat, de­in­de ita le­ga­vit: ‘ves­tem, quae eius cau­sa emp­ta pa­ra­ta es­set’. Cas­cel­lius Tre­ba­tius ne­gant ei de­be­ri prio­ris con­cu­bi­nae cau­sa pa­ra­ta, quia alia con­di­cio es­set in uxo­re. La­beo id non pro­bat, quia in eius­mo­di le­ga­to non ius uxo­rium se­quen­dum, sed ver­bo­rum in­ter­pre­ta­tio es­set fa­cien­da idem­que vel in fi­lia vel in qua­li­bet alia per­so­na iu­ris es­set. La­beo­nis sen­ten­tia ve­ra est. 1Cum ita le­ga­tum es­set, ut Ti­tia uxor mea tan­tan­dem par­tem ha­beat quan­tu­lam unus he­res, si non ae­qua­les par­tes es­sent he­redum, Quin­tus Mu­cius et Gal­lus pu­ta­bant ma­xi­mam par­tem le­ga­tam es­se, quia in ma­io­re mi­nor quo­que in­es­set, Ser­vius Ofi­lius mi­ni­mam, quia cum he­res da­re dam­na­tus es­set, in po­tes­ta­te eius es­set, quam par­tem da­ret. La­beo hoc pro­bat id­que ve­rum est. 2Cum ita le­ga­tum es­set: ‘quan­ta pe­cu­nia ex he­redi­ta­te Ti­tii ad me per­ve­nit, tan­tam pe­cu­niam he­res meus Se­iae da­to’, id le­ga­tum pu­tat La­beo, quod ac­cep­tum in ta­bu­lis suis ex ea he­redi­ta­te tes­ta­tor ret­tu­lis­set: ce­te­rum ne­gat ca­ven­dum he­redi a le­ga­ta­rio, si quid for­te post­ea eius he­redi­ta­tis no­mi­ne he­res dam­na­tus es­set. ego con­tra pu­to, quia non pot­est vi­de­ri per­ve­nis­se ad he­redem, quod eius he­redi­ta­tis no­mi­ne prae­sta­tu­rus es­set: idem Al­fe­nus Va­rus Ser­vio pla­cuis­se scri­bit, quod et ve­rum est. 3Si he­res ti­bi ser­vo ge­ne­ra­li­ter le­ga­to Sti­chum tra­di­de­rit is­que a te evic­tus fuis­set, pos­se te ex tes­ta­men­to age­re La­beo scri­bit, quia non vi­de­tur he­res de­dis­se, quod ita de­de­rat, ut ha­be­re non pos­sis: et hoc ve­rum pu­to. sed hoc am­plius ait de­be­re te, prius­quam iu­di­cium ac­ci­pia­tur, de­nun­tia­re he­redi: nam si ali­ter fe­ce­ris, agen­ti ex tes­ta­men­to op­po­ne­tur ti­bi do­li ma­li ex­cep­tio. 4‘Si Sti­chus et Da­ma ser­vi mei in po­tes­ta­te mea erunt cum mo­riar, tum Sti­chus et Da­ma li­be­ri sun­to et fun­dum il­lum si­bi ha­ben­to’. si al­te­rum ex his post tes­ta­mentum fac­tum do­mi­nus alie­nas­set vel ma­nu­mis­sis­set, ne­utrum li­be­rum fu­tu­rum La­beo pu­tat: sed Tu­be­ro eum, qui re­man­sis­set in po­tes­ta­te, li­be­rum fu­tu­rum et le­ga­tum ha­bi­tu­rum pu­tat. Tu­be­ro­nis sen­ten­tiam vo­lun­ta­ti de­func­ti ma­gis pu­to con­ve­ni­re.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. epitom. Jemand, der eine Concubine hatte, hatte derselben das Kleid seiner frühern Concubine zum Gebrauch gegeben, sodann hat er so vermacht: das Kleid, welches um ihretwillen gekauft und angeschafft worden wäre; Cascellius und Trebatius sagen, dass ihr das um der früheren Concubine willen Angeschaffte nicht geleistet zu werden brauche, weil bei einer Ehefrau ein anderes Verhältniss Statt fände. Labeo billigt das nicht, weil bei einem Verinächtniss der Art nicht das Ehefrauenrecht zu befolgen, sondern eine Auslegung der Worte vorzunehmen sei; und dasselbe sowohl bei einer Tochter, als bei einer jeden andern Person Rechtens wäre; die Meinung des Labeo ist wahr. 1Wenn so vermacht worden ist, dass Titia, meine Ehefrau, einen so grossen Theil haben solle, wie ein Erbe, so glaubten Quintus Mucius und Gallus, dass, wenn die Theile der Erben nicht gleich wären, der grösste Theil vermacht sei, weil in dem grösseren auch der kleinere enthalten wäre, Servius und Ofilius, dass der kleinste [vermacht sei], weil, wenn der Erbe zu geben verurtheilt wäre22Dies bezieht sich auf das vorjustin. Recht. S. die Bem. zu L. 48. §. 1. D. de jure dot. 23. 3. u. vgl. Ulp. Fragm. 24. 14. es in seiner Gewalt stände, welchen Theil er geben wollte; Labeo billigt dies und es ist wahr. 2Wenn so vermacht wäre: soviel Geld, als aus der Erbschaft des Titius an mich gekommen ist, soll mein Erbe der Seja geben, so glaubt Labeo, sei das vermacht, was der Testator als aus jener Erbschaft empfangen in seine Rechnungsbücher eingetragen hätte; übrigens, sagt er, brauche dem Erben vom Vermächtnissinhaber keine Sicherheit gegeben zu werden, wenn der Erbe etwa nachher wegen jener Erbschaft in Etwas verurtheilt worden wäre. Ich glaube das Gegentheil, weil man das nicht als an den Erben gekommen ausehen kann, was er wegen jener Erbschaft zu leisten haben würde. Dasselbe, schreibt Alfenus Varus, habe Servius angenommen; was auch wahr ist. 3Labeo schreibt, wenn der Erbe, da dir ein Sclav im Allgemeinen vermacht war, den Stichus übergeben habe, und derselbe dir entwährt worden wäre, so könnest du aus dem Testamente klagen, weil der Erbe das nicht gegeben zu haben scheint, was er so gegeben hatte, dass du es nicht behalten kannst; und das halte ich für wahr. Aber ausserdem sagt er noch, dass du, bevor du dich auf die Klage einlässest, dem Erben Anzeige machen müsstest; denn wenn du anders gehandelt haben solltest, so wird dir, wenn du aus dem Testament klagst, die Einrede der bösen Absicht entgegengesetzt werden. 4Wenn Stichus and Dama, meine Sclaven, in meiner Gewalt sein werden, wenn ich sterben werde, dann sollen Stichus und Dama frei sein, und sollen jenes Grundstück haben; wenn nun der Herr einen von diesen nach errichtetem Testament veräussert oder freigelassen hätte, so glaubt Labeo, dass Keiner von Beiden frei sein werde; aber Tubero glaubt, dass der, welcher in der Gewalt geblieben wäre, frei sein und das Vermächtniss erhalten werde. Ich glaube, dass die Meinung des Tubero dem Willen des Verstorbenen mehr entspreche.

Dig. 32,30La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Qui quat­tuor po­cu­la olea­gi­nea ha­be­bat, ita le­ga­vit: po­cu­la olea­gi­nea pa­ria duo. re­spon­di unum par le­ga­tum es­se, quia non ita es­set: bi­na pa­ria ne­que ita: po­cu­lo­rum pa­ria duo: idem et Tre­ba­tius. 1Qui hor­tos pu­bli­cos a re pu­bli­ca con­duc­tos ha­be­bat, eo­rum hor­to­rum fruc­tus us­que ad lus­trum, quo con­duc­ti es­sent, Au­fi­dio le­ga­ve­rat et he­redem eam con­duc­tio­nem eo­rum hor­to­rum ei da­re dam­na­ve­rat si­ne­re­que uti eum et frui. re­spon­di he­redem te­ne­ri si­ne­re frui: hoc am­plius he­redem mer­ce­dem quo­que hor­to­rum rei pu­bli­cae prae­sta­tu­rum. 2Cum tes­ta­men­to scrip­tum es­set: ‘Sti­cho ser­vo meo he­res quin­que da­to et, si Sti­chus he­redi meo bi­en­nium ser­vie­rit, li­ber es­to’, post bi­en­nium le­ga­tum de­be­ri ex­is­ti­mo, quia in id tem­pus et li­ber­tas et le­ga­tum re­fer­ri de­be­ret: quod et Tre­ba­tius re­spon­dit. 3Si fun­dum mi­hi ven­de­re cer­to pre­tio dam­na­tus es, nul­lum fruc­tum eius rei ea ven­di­tio­ne ex­ci­pe­re ti­bi li­be­rum erit, quia id pre­tium ad to­tam cau­sam fun­di per­ti­net. 4Qui fun­dum man­da­tu meo in so­cie­ta­te mi­hi et si­bi eme­rat, de­in­de eum fi­ni­bus di­vi­se­rat et prius­quam mi­hi tra­de­ret, ita eum ti­bi le­ga­ve­rat ‘fun­dum meum il­li do’. ne­ga­vi am­plius par­tem de­be­ri, quia ve­ri­si­mi­le non es­set ita tes­ta­tum es­se pa­trem fa­mi­lias, ut man­da­ti he­res eius dam­na­re­tur. 5‘Uxo­ri meae, dum cum fi­lio meo Capuae erit, he­res meus du­cen­ta da­to’: fi­lius a ma­tre mi­gra­vit. si am­bo Capuae ha­bi­tas­sent, le­ga­tum ma­tri de­bi­tu iri pu­ta­vi, quam­vis una non ha­bi­tas­sent: sin au­tem in aliud mu­ni­ci­pium trans­is­sent, unius an­ni tan­tum­mo­do de­bi­tu iri, quo una ha­bi­tas­sent quan­to­li­bet tem­po­re: Tre­ba­tius ait. vi­dea­mus, an his ver­bis ‘dum cum fi­lio Capuae erit’ non con­di­cio sig­ni­fi­ce­tur, sed ea scrip­tu­ra pro su­per­va­cuo de­bet ha­be­ri: quod non pro­bo. sin au­tem per mu­lie­rem mo­ra non est, quo mi­nus cum fi­lio ha­bi­tet, le­ga­ta ei de­be­ri. 6Si ae­des alie­nas ut da­res dam­na­tus sis ne­que eas ul­la con­di­cio­ne eme­re pos­sis, aes­ti­ma­re iu­di­cem opor­te­re Ateius scri­bit, quan­ti ae­des sint, ut pre­tio so­lu­to he­res li­be­re­tur. idem­que iu­ris est et si po­tuis­ses eme­re, non eme­res.

Idem lib. II. Poster. a Javol. epitom. Jemand, der vier Becher von Olivenholz hatte, hat so vermacht: zwei gleiche Becher von Olivenholz{note *}Pocula oleaginea paria duo.{/note}; ich habe das Gutachten ertheilt, dass ein einziges Paar vermacht sei, weil nicht so vermacht wäre: je zwei Paar{note **}Bina paria.{/note}, auch nicht so: zwei Paar der Becher{note ***}Poculorum paria duo.{/note}33Diese Stelle kann im Deutschen nicht gehörig wiedergegeben werden, weil derselben ein Wortspiel mit der doppelten Bedeutung von par zum Grunde liegt. Der Testator hatte nämlich durch seine Worte seinen Zweifel über die Bedeutung, in welcher er par genommen habe, erregt.; dasselbe [glaubt] auch Trebatius. 1Jemand, der öffentliche Gärten von einer Stadt gepachtet hatte, hatte die Früchte dieser Gärten bis zum [Ablauf] der fünf Jahre44Usque ad lustrum, s. d. Bem. zu L. 4. §. 1. D. de reb. cred. 12. 1., auf welche sie gepachtet wären, dem Aufidius vermacht, und den Erben verurtheilt, demselben diese Pachtung jener Gärten zu überlassen, und zu dulden, dass er [dieselben] gebrauche und benutze; ich habe das Gutachten ertheilt, dass der Erbe gehalten sei, zu dulden, dass der Vermächtnissinhaber benutze, noch mehr, der Erbe werde auch den Pachtzins für die Gärten der Stadt leisten müssen. 2Da in einem Testamente geschrieben war: der Erbe soll dem Stichus, meinem Sclaven, Fünf geben, und wenn Stichus meinem Erben zwei Jahre gedient haben wird, so soll er frei sein, so glaube ich, dass das Vermächtniss nach zwei Jahren geleistet werden müsse, weil sowohl die Freiheit, als das Vermächtniss auf jene Zeit bezogen werden musste; und das hat auch Trebatius zum Gutachten ertheilt. 3Wenn du [vom Testator] verurtheilt worden bist, mir ein Grundstück zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, so wird es dir nicht freistehen, irgend eine Nutzung jener Sache von diesem Kaufe auszunehmen, weil jener Preis sich auf den ganzen Inbegriff des Grundstücks bezieht. 4Jemand, der in meinem Auftrag zur Gemeinschaft für mich und sich ein Grundstück gekauft hatte, hatte dasselbe sodann durch Grenzen getheilt, und, bevor er es mir übergab, dir dasselbe so vermacht: ich gebe jenem mein Grundstück; ich habe gesagt, dass nicht mehr als ein Theil geleistet werden müsse, weil es nicht wahrscheinlich wäre, dass ein Hausvater so testirt habe, dass sein Erbe auf die Auftragsklage verurtheilt werden müsste. 5Meiner Ehefrau soll, so lange sie mit meinem Sohn in Capua sein wird, mein Erbe Zweihundert geben; der Sohn ist von der Mutter weggegangen; ich bin der Meinung gewesen, dass, wenn sie Beide zu Capua gewohnt hätten, der Mutter das Vermächtniss würde geleistet werden müssen, obwohl sie nicht zusammen gewohnt hätten; wenn sie aber in eine andere Municipalstadt gegangen wären, so sagte Trebatius, werde nur [das Vermächtniss] eines einzigen Jahres, während dessen sie zusammen gewohnt hätten, sei es zu welcher Zeit es wolle, geleistet werden müssen. Doch fragt es sich, ob mit diesen Worten: so lange sie mit dem Sohne in Capua sein wird, nicht vielmehr eine Bedingung bezeichnet werde, sondern dieser Satz für überflüssig gehalten werden müsse. Aber das kann ich nicht billigen; wenn aber von Seiten der Frau kein Verzug Statt findet, dass sie mit dem Sohn nicht zusammen wohnt, [so glaube ich,] dass ihr die Vermächtnisse geleistet werden müssen. 6Atejus schreibt, wenn du [vom Testator] verurtheilt seist, dass du ein fremdes Haus geben solltest, und du dasselbe unter keiner Bedingung kaufen könnest, so müsse der Richter schätzen, wieviel das Haus werth sei, damit der Erbe, nachdem er den Werth bezahlt habe, befreit werde. Und dasselbe ist auch Rechtens, wenn du sie hättest kaufen können, [aber] nicht gekauft hast.

Dig. 33,1,17La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Le­ga­tum ita est: ‘At­tiae, do­nec nu­bat, quin­qua­gin­ta dam­nas es­to he­res meus da­re’ ne­que ad­scrip­tum est ‘in an­nos sin­gu­los’. La­beo Tre­ba­tius prae­sens le­ga­tum de­be­ri pu­tat, sed rec­tius di­ce­tur id le­ga­tum in an­nos sin­gu­los de­be­ri. 1‘Vi­ni Fa­ler­ni, quod do­mi nas­ce­re­tur, quot­an­nis in an­nos sin­gu­los bi­nos cu­leos he­res meus At­tio da­to’. et­iam pro eo an­no, quo ni­hil vi­ni na­tum est, de­be­ri duos cu­leos, si mo­do ex vin­de­mia ce­te­ro­rum an­no­rum da­ri pos­sit.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. Epitom. Ein Vermächtniss ist folgender Gestalt hinterlassen worden: Mein Erbe soll der Attia, bis sie sich verheirathet, funfzig[tausend Sestertien] geben; es ist jedoch nicht hinzugefügt: jährlich. Labeo und Trebatius halten dafür, dass es nur ein für allemal zu zahlen sei; richtiger aber ist, dass das Vermächtniss jährlich entrichtet werden muss. 1Von dem Falerner Wein, welcher bei mir zu Hause erzeugt wird, soll mein Erbe forwährend dem Attius jährlich zwei Schläuche geben. Auch für das Jahr, wo von diesem Weine nichts gewonnen worden ist, müssen diese beiden Schläuche entrichtet werden, wenn sie nur aus der Weinernte der übrigen Jahre gegeben werden können.

Dig. 33,2,31La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Is qui fun­dum te­cum com­mu­nem ha­be­bat usum fruc­tum fun­di uxo­ri le­ga­ve­rat: post mor­tem eius te­cum he­res ar­bi­trum com­mu­ni di­vi­dun­do pe­tie­rat. Blae­sus ait Tre­ba­tium re­spon­dis­se, si ar­bi­ter cer­tis re­gio­ni­bus fun­dum di­vi­sis­set, eius par­tis, quae ti­bi op­ti­ge­rit, usum fruc­tum mu­lie­ri nul­la ex par­te de­be­ri, sed eius, quod he­redi opti­gis­set, to­tius usum fruc­tum eam ha­bi­tu­ram. ego hoc fal­sum pu­to: nam cum an­te ar­bi­trum com­mu­ni di­vi­dun­do con­iunc­tus pro in­di­vi­so ex par­te di­mi­dia to­tius fun­di usus fruc­tus mu­lie­ris fuis­set, non po­tuis­se ar­bi­trum in­ter alios iu­di­can­do al­te­rius ius mu­ta­re: quod et re­cep­tum est.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. Epit. Jemand, der mit dir ein Landgut gemeinschaftlich besass, hatte den Niessbrauch dieses Landgutes seiner Ehefrau vermacht. Nach dem Tode desselben erbat sich der Erbe einen Schiedsrichter, um mit dir das gemeinschaftliche Eigenthum zu theilen. Wie Bläsus sagt, hat Trebatius hier das Gutachten ertheilt, wenn der Schiedsrichter das Landgut nach gewissen Stücken getheilt habe, so gebühre der Frau der Niessbrauch von dem jenigen Stücke, welches dir zugetheilt worden, auf keine Weise, sondern sie könne nur den Niessbrauch des dem Erbeu zugetheilten Antheils ganz erhalten. Ich halte dies jedoch für falsch. Denn da der Frau vor dem Theilungsspruche der Niessbrauch zur Hälfte des ganzen Landgutes ungetheilt zustand, so konnte der Schiedsrichter durch einen Ausspruch zwischen zwei Parteien die Rechte eines Dritten nicht verändern. Und dies wurde auch angenommen.

Dig. 33,4,6La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Cum scrip­tum es­set: ‘quae pe­cu­nia prop­ter uxo­rem meam ad me venit quin­qua­gin­ta, tan­tun­dem pro ea do­te he­res meus da­to’, quam­vis qua­dra­gin­ta do­tis fuis­sent, ta­men quin­qua­gin­ta de­be­re Al­fe­nus Va­rus Ser­vium re­spon­dis­se scri­bit, quia pro­pos­i­ta sum­ma quin­qua­gin­ta ad­iec­ta sit. 1Item ei, quae do­tem nul­lam ha­be­bat, vir sic le­ga­ve­rat: ‘quan­ta pe­cu­nia do­tis no­mi­ne’ et re­li­qua, ‘pro ea quin­qua­gin­ta he­res da­to’. de­be­ri ei le­ga­tum Ofi­lius Cas­cel­lius, item et Ser­vii au­di­to­res ret­tu­le­runt: per­in­de ha­ben­dum es­se ac si ser­vus ali­cui mor­tuus aut pro eo cen­tum le­ga­ta es­sent. quod ve­rum est, quia his ver­bis non dos ip­sa, sed pro do­te pe­cu­nia le­ga­ta vi­de­tur.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. Epit. Wäre so verordnet worden: weil mir durch meine Frau ein Capital von funfzig[tausend Sestertien] zugekommen, so soll mein Erbe ihr ebensoviel statt des Heirathsguts entrichten, so müssen, wie Alfenus Varus schreibt, dass Servius zur Antwort ertheilt habe, wenngleich das Heirathsgut nur vierzig [Tausend] betragen hätte, dennoch Funfzig entrichtet werden, weil die oben erwähnte Summe von Funfzig hinzugefügt worden. 1Desgleichen hatte ein Mann seiner Frau, welche gar kein Heirathsgut besass, ein Vermächtniss dahin beschieden: für das als Heirathsgut oder sonst eingebrachte Capital soll ihr mein Erbe funfzig[tausend Sestertien] zahlen. Ofilius und Cascellius und die Zuhörer des Servius sind der Meinung, dass ihr das Vermächtniss entrichtet werden müsse; es sei mithin ebenso zu halten, als wenn Jemandem ein bereits verstorbener Sclav oder dafür hundert[tausend Sestertien] vermacht worden wären. Und dies ist allerdings richtig, weil mit diesen Worten nicht das Heirathsgut selbst, sondern ein Capital für dasselbe als vermacht anzusehen ist.

Dig. 33,5,20La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Apud Au­fi­dium li­bro pri­mo re­scrip­tum est, cum ita le­ga­tum est: ‘ves­ti­men­ta quae vo­let tri­cli­na­ria su­mi­to si­bi­que ha­be­to’, si is di­xis­set quae vel­let, de­in­de, an­te­quam ea su­me­ret, alia se vel­le di­xis­set, mu­ta­re vo­lun­ta­tem eum non pos­se, ut alia su­me­ret, quia om­ne ius le­ga­ti pri­ma tes­ta­tio­ne, qua su­me­re se di­xis­set, con­sump­sit, quon­iam res con­ti­nuo eius fit, si­mul ac si di­xe­rit eam su­me­re.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. Epitom. Beim Aufidius im ersten Buche ist zur Antwort ertheilt worden, dass, wenn ein Vermächtniss so ausgesetzt worden: von meinen Tischkleidern soll er diejenigen, die ihm anstehen werden, nehmen und für sich behalten, und der Vermächtnissinhaber sich über seine Wahl ausgesprochen, demnächst aber, bevor er die gewählten an sich genommen, andere auswählen wollte, er seinen Willen nicht so ändern könne, um andere zu nehmen, weil das ganze Recht aus dem Vermächtniss sofort durch die erste Willenserklärung, wodurch er, welche er nehmen wolle, sich ausgesprochen, erloschen ist. Denn die Sache wird sogleich unmittelbar die seine, sobald er sich über die Wahl derselben ausgesprochen hat.

Dig. 33,8,22La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Do­mi­nus ser­vum tes­ta­men­to ma­nu­mi­se­rat et ei pe­cu­lium le­ga­ve­rat: is ser­vus mil­le num­mos do­mi­no de­bue­rat et eos he­redi sol­vit. re­spon­di om­nes eas res de­be­ri or­ci­no, si pe­cu­niam or­ci­nus quam de­bue­rat sol­vis­set. 1Do­mi­nus ser­vum, qui cum eo vi­ca­rium com­mu­nem ha­be­bat, tes­ta­men­to ma­nu­mi­se­rat et pe­cu­lium ei le­ga­ve­rat, de­in­de ip­sum vi­ca­rium, qui com­mu­nis erat, no­mi­na­tim et ip­si et li­ber­tae suae le­ga­ve­rat. re­spon­di par­tem quar­tam li­ber­tae, re­li­quam par­tem quar­tam li­ber­ti fu­tu­ram: quod et Tre­ba­tius.

Labeo lib. II. Poster. a Javol Epit. Ein Herr hatte seinen Sclaven im Testamente freigelassen und ihm sein Sondergut vermacht. Dieser Sclav war seinem Herrn tausend Goldstücke schuldig gewesen, und bezahlte sie dem Erben. Ich antwortete, alle Gegenstände des Sondergutes müssten ihm ohne Abzug gewährt werden, wenn der orcinische Freigelassene das Capital, was er schuldig war, bezahlt habe. 1Ein Herr hatte seinen Sclaven, welcher mit ihm einen Untersclaven gemeinschaftlich hatte, im Testamente freigelassen und ihm das Sondergut vermacht; sodann hatte er den Untersclaven selbst, welcher gemeinschaftlich war, namentlich jenem und seiner Freigelassenen vermacht; ich antwortete, ein Viertel gehöre der Freigelassenen, das zweite Viertel dem [nunmehrigen] Freigelassenen55Nämlich als Vermächtnissinhaber; die zweite Hälfte aber demselben als Freigelassenen. A. d. R.; welcher Meinung auch Trebatius beipflichtet.

Dig. 34,2,31La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Qui lan­cem ma­xi­mam mi­no­rem mi­ni­mam re­lin­que­bat, ita le­ga­ve­rat: ‘lan­cem mi­no­rem il­li le­go’. me­diae mag­ni­tu­di­nis vi­de­ri le­ga­tam lan­cem re­spon­sum est, si non ap­pa­re­ret, quam lan­cem ex his pa­ter fa­mi­lias de­mons­tra­re vo­luis­set.

Labeo lib. II. Posterior. Javol. epitom. Jemand, der eine ganz grosse, eine kleinere und eine ganz kleine [silberne] Schüssel hinterliess, hatte ein Vermächtniss errichtet und darin gesagt: die kleinere Schüssel vermache ich dem und dem; hier ist [auf Befragen] zur Antwort ertheilt worden, dass die Schüssel von mittlerer Grösse als vermacht anzunehmen sei, sobald sich nicht mit Gewissheit entnehmen lasse, welche von diesen Schüsseln der Testator gemeint habe.

Dig. 36,4,14La­beo li­bro se­cun­do pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Quae le­ga­to­rum ser­van­do­rum cau­sa in bo­nis est, in cau­sa ves­cen­di de­mi­nuet, si fi­lia nep­tis pro­nep­tis uxor­ve es­set nec nup­ta sit nec suum quic­quam ha­beat.

Labeo lib. II. Poster. a Javol. epit. Eine Frau, die sich zur Erhaltung von Vermächtnissen im Besitz des Nachlasses befindet, wird, wenn sie eine Tochter, Enkelin, Grossenkelin oder Ehefrau [des Erblassers] ist, durch Bedarf an Nahrungsmitteln [die Masse] vermindern dürfen, wenn sie unverheirathet ist und nicht Eigenes im Vermögen hat.

Ex libro III

Dig. 36,2,30La­beo li­bro ter­tio pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Quod pu­pil­lae le­ga­tum est ‘quan­do­que nup­se­rit’, si ea mi­nor quam vi­ri­po­tens nup­se­rit, non an­te ei le­ga­tum de­be­bi­tur, quam vi­ri­po­tens es­se coe­pe­rit, quia non pot­est vi­de­ri nup­ta, quae vi­rum pa­ti non pot­est.

Labeo lib. III. Posterior. a Javol epitom. Dasjenige, was einer Unmündigen vermacht worden ist, wenn sie heirathen werde, braucht ihr, wenn sie im frühern als dem mannbaren Alter geheirathet bat, nicht eher verabreicht zu werden, als bis sie mannbar geworden ist, weil eine Person, die noch nicht zeugungsfähig ist, nicht als verheirathet betrachtet werden kann.

Ex libro IV

Dig. 8,1,19La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Ei fun­do, quem quis ven­dat, ser­vi­tu­tem im­po­ni, et si non uti­lis sit, pos­se ex­is­ti­mo: vel­uti si aquam ali­cui de­de­re du­ce­re non ex­pe­di­ret, ni­hi­lo mi­nus con­sti­tui ea ser­vi­tus pos­sit: quae­dam enim de­be­re ha­be­re pos­su­mus, quam­vis ea no­bis uti­lia non sunt.

Labeo lib. IV. Posterior. a Javoleno epitom. Dass dem Landgute, welches Jemand verkauft, eine Dienstbarkeit auferlegt werden könne, selbst wenn sie von keinem Nutzen, ist, glaube ich wohl; so z. B. kann, wenn Jemandem eine Wasserleitung gar nichts helfen würde, dennoch diese Dienstbarkeit nichts desto weniger bestellt werden; denn wir können, ein Recht auf Etwas haben, ohne dass es uns von Nutzen ist.

Dig. 18,1,78La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Fis­tu­las emp­to­ri ac­ces­su­ras in le­ge dic­tum erat: quae­re­ba­tur, an cas­tel­lum, ex quo fis­tu­lis aqua du­ce­re­tur, ac­ce­de­ret. re­spon­di ap­pa­re­re id ac­tum es­se, ut id quo­que ac­ce­de­ret, li­cet scrip­tu­ra non con­ti­ne­tur. 1Fun­dum ab eo emis­ti, cu­ius fi­lii post­ea tu­te­lam ad­mi­nis­tras, nec va­cuam ac­ce­pis­ti pos­ses­sio­nem. di­xi tra­de­re te ti­bi pos­ses­sio­nem hoc mo­do pos­se, ut pu­pil­lus et fa­mi­lia eius de­ce­dat de fun­do, tunc de­mum tu in­gre­dia­ris pos­ses­sio­nem. 2Qui fun­dum ea le­ge eme­rat, ut so­lu­ta pe­cu­nia tra­de­re­tur ei pos­ses­sio, duo­bus he­redi­bus re­lic­tis de­ces­sit: si unus om­nem pe­cu­niam sol­ve­rit, par­tem fa­mi­liae her­cis­cun­dae iu­di­cio ser­va­bit: nec, si par­tem sol­vat, ex emp­to cum ven­di­to­re aget, quon­iam ita con­trac­tum aes alie­num di­vi­di non po­tuit. 3Fru­men­ta quae in her­bis erant cum ven­di­dis­ses, di­xis­ti te, si quid vi aut tem­pes­ta­te fac­tum es­set, prae­sta­tu­rum: ea fru­men­ta ni­ves cor­ru­pe­runt: si im­mo­de­ra­tae fue­runt et con­tra con­sue­tu­di­nem tem­pes­ta­tis, agi te­cum ex emp­to pot­erit.

Labeo. lib. IV. Pithan. a Javoleno epitom. In einem Contracte war bestimmt worden, dass die Wasserröhren dem Käufer darein gegeben sein sollten. Es wurde angefragt, ob auch der Wasserkasten, aus welchem mittelst der Röhren das Wasser hergeleitet wird, als Zubehör anzusehen sei? Ich antwortete, es liege am Tage, dass die Betheiligten auch diesen als Zubehör betrachtet haben, wenn gleich die Kaufurkunde solches nicht ausspreche. 1Du hast ein Landgut von Jemandem gekauft, ohne noch zum Besitze desselben zu gelangen, und später die Vormundschaft über den Sohn des Verkäufers zur Verwaltung erhalten. Hier habe ich mich [auf Befragen] dahin ausgesprochen, du könnest dir selbst den Besitz auf die Art übergeben, dass der Unmündige und dessen Gesinde das Grundstück verlassen, und darauf du den Besitz antrittst. 2Jemand, welcher ein Grundstück unter der Bedingung gekauft hatte, dass ihm nach Bezahlung des Kaufpreises der Besitz übergeben werden sollte, starb mit Hinterlassung zweier Erben; wenn einer von diesen den ganzen Kaufschilling bezahlt, so erhält er [vom Andern] die Hälfte durch die Erbtheilungsklage ersetzt; wenn er aber blos seinen Theil zahlt, so kann er den Verkäufer aus dem Kaufe nicht belangen, weil eine der Art eingegangene Schuld nicht theilbar ist. 3Als du Getreide auf dem Halme verkauftest, versprachst du, du würdest, wenn dasselbe durch ein unabwendbares Naturereigniss66Vis; es ist vis major zu verstehen. oder Ungewitter beschädigt würde, den Schaden ersetzen; das Getreide wurde durch den Schnee zu Grunde gerichtet; wenn der Schnee zu stark und ungewöhnlich war, so findet gegen dich die Klage aus dem Kaufe Statt.

Dig. 18,4,24La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. He­redi­ta­tem Cor­ne­lii ven­di­dis­ti: de­in­de At­tius, cui a te he­rede Cor­ne­lius le­ga­ve­rat, prius­quam le­ga­tum ab emp­to­re per­ci­pe­ret, te fe­cit he­redem: rec­te pu­to ex ven­di­to te ac­tu­rum ut ti­bi prae­ste­tur, quia id­eo eo mi­nus he­redi­tas ven­ie­rit, ut id le­ga­tum prae­sta­ret emp­tor, nec quic­quam in­ter­sit, utrum At­tio, qui te he­redem fe­ce­rit, pe­cu­nia de­bi­ta sit, an le­ga­ta­rio.

Labeo. lib. IV. Posterior. a Javoleno epitom. Du hast die Erbschaft des Cornelius verkauft; hierauf hat dich Attius, dem du, als Erbe des Cornelius, ein Vermächtniss zu entrichten hattest, ehe er das Vermächtniss vom Käufer berichtigt erhielt, zum Erben eingesetzt. Ich glaube, dass du mit vollem Rechte mit der Klage aus dem Verkaufe auf Entrichtung [des Vermächtnisses] dringen kannst, weil die Erbschaft deswegen wohlfeiler verkauft worden ist, damit der Käufer jenes Vermächtniss entrichte, und es keinen Unterschied begründet, ob dem Attius, welcher dich zum Erben eingesetzt hat, die zu entrichtende Geldsumme aus einer Schuldverbindlichkeit, oder als Vermächtniss gebührt.

Dig. 19,1,50La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Bo­na fi­des non pa­ti­tur, ut, cum emp­tor ali­cu­ius le­gis be­ne­fi­cio pe­cu­niam rei ven­di­tae de­be­re de­sis­set an­te­quam res ei tra­da­tur, ven­di­tor tra­de­re com­pel­le­tur et re sua ca­re­ret. pos­ses­sio­ne au­tem tra­di­ta fu­tu­rum est, ut rem ven­di­tor ae­que amit­te­ret, ut­po­te cum pe­ten­ti eam rem pe­ti­tor ei ne­que ven­di­dis­set ne­que tra­di­dis­set.

Ad Dig. 19,1,50Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 123, Note 3.Labeo lib. IV. Posterior. a Javoleno epitom. Der gute Glaube gestattet nicht, dass, wenn der Käufer vermöge eines Gesetzes aufgehört hat, zur Zahlung des Preises für eine verkaufte Sache verpflichtet zu sein, bevor die Sache selbst übergeben worden ist, der Verkäufer zur Uebergabe genöthigt werde und seine Sache verlieren solle; wenn aber der Besitz übergeben worden ist, so wird der Verkäufer die Sache ebensowenig77Aeque amitteret. Diese Stelle hat Schwierigkeiten, die sich nicht völlig und evident lösen lassen; die Glosse verwickelt sich darüber schon in unverständliche Erklärungen. Im übrigen verweise ich auf die Göttinger C. J. Ausgabe in der Note zu dieser Stelle; das aeque ist jeden Falls als Negation zu verstehen. verlieren, wenn nämlich dem [in diesem Fall] die Sache Zurückfordernden der Käufer die Einrede der verkauften und übergebenen Sache entgegensetzt, indem in Folge dessen die Sache so angesehen wird, als wenn der Kläger an ihn weder verkauft, noch ihm [jene] übergeben hätte.

Dig. 19,2,28La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum epi­to­ma­to­rum a Ia­vo­le­no. Quod si do­mi ha­bi­ta­tio­ne con­duc­tor ae­que usus fuis­set, 1prae­sta­tu­rum et­iam eius do­mus mer­ce­dem, quae vi­tium fe­cis­set, de­be­ri pu­tat. 2Idem iu­ris es­se, si po­tes­ta­tem con­du­cen­di ha­be­bat, uti pre­tium con­duc­tio­nis prae­sta­ret. sed si lo­ca­tor con­duc­to­ri po­tes­ta­tem con­du­cen­dae do­mus non fe­cis­set et is in qua ha­bi­ta­ret con­du­xis­set, tan­tum ei prae­stan­dum pu­tat, quan­tum si­ne do­lo ma­lo prae­sti­tis­set. ce­te­rum si gra­tui­tam ha­bi­ta­tio­nem ha­buis­set, pro por­tio­ne tem­po­ris ex lo­ca­tio­ne do­mus de­du­cen­dum es­se.

Labeo lib. IV. Posterior. a Javoleno epitom. Hat aber der Miethsmann die Bewohnung eines Hauses demungeachtet fortgesetzt, so muss er den Miethzins bezahlen. 1Auch der Miethzins für ein baufälliges Haus, muss nach seiner Ansicht berichtigt werden. 2Dasselbe ist Rechtens, wenn [der Vermiether] Gelegenheit gehabt hat, [dem Miethsmann eine ebenso bequeme] Miethe zu verschaffen, und den Miethzins dafür entrichten wollte. Wenn hingegen der Vermiether dem Miethsmann keine Gelegenheit, ein Haus zu miethen, verschafft hat, und dieser selbst eine andere Miethe zu suchen genöthigt gewesen ist, so muss demselben, nach seiner (des Javolenus) Ansicht, soviel ersetzt werden, als er, ohne dass Arglist im Spiel ist, dieselbe hat theuerer bezahlen müssen. Hat er endlich eine Wohnung umsonst eingeräumt erhalten, so kann er auch von der Miethe des [erstern] Hauses nach Maassgabe der Zeit einen Abzug machen.

Dig. 19,2,58La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. In­su­lam uno pre­tio to­tam lo­cas­ti et eam ven­di­dis­ti ita, ut emp­to­ri mer­ce­des in­qui­li­no­rum ac­ce­de­rent. quam­vis eam con­duc­tor ma­io­re pre­tio lo­ca­ret, ta­men id emp­to­ri ac­ce­dit, quod ti­bi con­duc­tor de­beat. 1In ope­ris lo­ca­tio­ne non erat dic­tum, an­te quam diem ef­fi­ci de­be­ret: de­in­de, si ita fac­tum non es­set, quan­ti lo­ca­to­ris in­ter­fuis­set, tan­tam pe­cu­niam con­duc­tor pro­mi­se­rat. ea­te­nus eam ob­li­ga­tio­nem con­tra­hi pu­to, qua­te­nus vir bo­nus de spa­tio tem­po­ris aes­ti­mas­set, quia id ac­tum ap­pa­ret es­se, ut eo spa­tio ab­sol­ve­re­tur, si­ne quo fie­ri non pos­sit. 2Qui­dam in mu­ni­ci­pio ba­li­neum prae­stan­dum an­nuis vi­gin­ti num­mis con­du­xe­rat et ad re­fec­tio­nem for­na­cis fis­tu­la­rum si­mi­lium­que re­rum cen­tum num­mi ut prae­sta­ren­tur ei, con­ve­ne­rat: con­duc­tor cen­tum num­mos pe­te­bat. ita ei de­be­ri di­co, si in ea­rum re­rum re­fec­tio­nem eam pe­cu­niam im­pen­di sa­tis­da­ret.

Labeo lib. IV. Posterior. a Javoleno epitom. Du hast ein ganzes Gehöfte um einen Preis im Ganzen vermiethet, und dasselbe unter der Bedingung verkauft, dass der von den Miethsleuten zu entrichtende Miethzins dem Käufer gehören solle; wenn hier auch der Miether dasselbe anderweit für einen höhern Preis vermiethet hat, so fällt doch nur dasjenige an den Käufer, wozu der Miether dir verpflichtet ist. 1Bei der Bestellung eines Werks war bevorwortet worden, es solle bis zu einem bestimmten Tage fertig sein und es hatte der Uebernehmer dabei, wenn es nicht fertig wäre, dem Besteller soviel [als Entschädigung] versprochen, als er dabei betheiligt wäre; hier ist meiner Ansicht nach die Verbindlichkeit insofern eingegangen zu verstehen, als ein rechtlicher Mann den Zeitraum schätzt, weil angenommen wird, dass das Uebereinkommen in der Art getroffen worden sei, [das Werk] solle [wenigstens] binnen eines solchen Zeitraums fertig sein, ohne welchen dessen Vollendung unmöglich war. 2Es hatte Jemand in einer Municipalstadt den Gebrauch eines Bades für jährlich zwanzig Geldstücke gemiethet, und dabei war ausgemacht worden, dass zur Ausbesserung des Ofens, der Röhren und ähnlicher Stücke ihm hundert verabreicht werden sollten; diese hundert forderte nun der Miether; meiner Ansicht nach brauchen ihm dieselben nur gegen Sicherheitsleistung, das Geld wirklich auf die Ausbesserung jener Gegenstände zu verwenden, ausgezahlt zu werden.

Dig. 40,12,42La­beo li­bro quar­to pos­te­rio­rum. Si ser­vus quem eme­ras ad li­ber­ta­tem pro­cla­ma­vit et ab iu­di­ce per­pe­ram pro eo iu­di­ca­tum est et do­mi­nus eius ser­vi post rem con­tra te iu­di­ca­tam te he­redem fe­cit aut alio quo no­mi­ne is tuus es­se coe­pis­set, pe­te­re eum tuum es­se poteris nec ti­bi ob­sta­bit rei iu­di­ca­tae prae­scrip­tio. Ia­vo­le­nus: haec ve­ra sunt.

Labeo lib. IV. Posterior. Wenn der Sclave, welchen du gekauft hattest, auf die Freiheit Anspruch erhoben, und der Richter fälschlich für ihn erkannt hat, und der Herr jenes Sclaven, nachdem die Sache gegen dich entschieden worden, dich zu seinem Erben gemacht, oder der Sclave auf irgend eine Weise dir zu gehören angefangen hat, so wirst du ihn als den deinigen fordern können, und es wird dir der Einwand der rechtlich entschiedenen Sache nicht entgegenstehen. Javolenus [bemerkt hierzu]: dies ist wahr.

Ex libro V

Dig. 18,1,80La­beo li­bro quin­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Cum ma­nu sa­ta in ven­di­tio­ne fun­di ex­ci­piun­tur, non quae in per­pe­tuo sa­ta sunt ex­ci­pi vi­de­ren­tur, sed quae sin­gu­lis an­nis se­ri so­lent, ita ut fruc­tus eo­rum tol­la­tur: nam ali­ter in­ter­pre­tan­ti­bus vi­tes et ar­bo­res om­nes ex­cep­tae vi­de­bun­tur. 1Hu­ius rei emp­tio­nem pos­se fie­ri di­xi: ‘quae ex meis ae­di­bus in tuas ae­des pro­iec­ta sunt, ut ea mi­hi ita ha­be­re li­ceat’, de­que ea re ex emp­to agi. 2Sil­va cae­dua in quin­quen­nium ven­ie­rat: quae­re­ba­tur, cum glans de­ci­dis­set, utrius es­set. scio Ser­vium re­spon­dis­se, pri­mum se­quen­dum es­se quod ap­pa­re­ret ac­tum es­se: quod si in ob­scu­ro es­set, quae­cum­que glans ex his ar­bo­ri­bus quae cae­sae non es­sent ce­ci­dis­set, ven­di­to­ris es­se, eam au­tem, quae in ar­bo­ri­bus fuis­set eo tem­po­re cum haec cae­de­ren­tur, emp­to­ris. 3Ne­mo pot­est vi­de­ri eam rem ven­di­dis­se, de cu­ius do­mi­nio id agi­tur, ne ad emp­to­rem trans­eat, sed hoc aut lo­ca­tio est aut aliud ge­nus con­trac­tus.

Labeo lib. V. Posterior. a Javol. epit. Wenn man bei dem Verkaufe eines Landgutes die Saat davon ausnimmt, so gilt nicht die einmal für immer geschehene Aussaat als ausbedungen, sondern diejenige, welche alle Jahr ausgesäet und abgeerntet wird; denn bei einer andern Auslegung würden alle Weinstöcke und Bäume als ausbedungen zu betrachten sein. 1Nach meiner Behauptung kann das Recht gekauft werden, dass mir gestattet sein solle, die aus meinem Hause in das deinige hineingeschobenen88Der Zusammenhang ergibt, dass projectum hier für immissum steh. A. d. R. Balken so behalten zu dürfen, und es findet deshalb die Klage aus dem Kaufe Statt. 2Es war [die Nutzung]99Dies ist hier hinzuzudenken, und zwar erstreckte sich die Nutzung auf den je fünfjährigen Schlag. A. d. R. ein [es] alle fünf Jahre schlagbaren Waldes verkauft worden; nun wurde die Frage erhoben, welchem von beiden Theilen die herabgefallenen Eicheln gehörten? Ich weiss, dass Servius begutachtet hat, man müsse vorerst auf die Absicht der Betheiligten, wenn solche zu ermitteln sei, sehen; wenn über diese aber Dunkelheit obwalte, so gehörten die, von den noch nicht gefällten Bäumen herabgefallenen Eicheln dem Verkäufer, diejenigen aber, welche zu der Zeit sich auf den Bäumen befänden, wo diese gefällt wurden, dem Käufer. 3Niemand kann als Verkäufer einer Sache betrachtet werden, deren Eigenthum, nach der Absicht der Betheiligten, auf den Käufer nicht übergehen sollte; sondern es ist dies entweder eine Vermiethung, oder eine andere Art von Contract.

Dig. 19,1,51Idem li­bro quin­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Si et per emp­to­rem et ven­di­to­rem mo­ra fuis­set, quo mi­nus vi­num prae­be­re­tur et tra­de­re­tur, per­in­de es­se ait, qua­si si per emp­to­rem so­lum ste­tis­set: non enim pot­est vi­de­ri mo­ra per ven­di­to­rem emp­to­ri fac­ta es­se ip­so mo­ram fa­cien­te emp­to­re. 1Quod si fun­dum emis­ti ea le­ge, uti des pe­cu­niam ka­len­dis Iu­liis, et si ip­sis ca­len­dis per ven­di­to­rem es­set fac­tum, quo mi­nus pe­cu­nia ei sol­ve­re­tur, de­in­de per te sta­ret quo mi­nus sol­ve­res, uti pos­se ad­ver­sus te le­ge sua ven­di­to­rem di­xi, quia in ven­den­do hoc age­re­tur, ut, quan­do­que per emp­to­rem fac­tum sit, quo mi­nus pe­cu­niam sol­vat, le­gis poe­nam pa­tia­tur. hoc ita ve­rum pu­to, ni­si si quid in ea re ven­di­tor do­lo fe­cit.

Idem lib. V. Posterior. a Javoleno epitom. Ad Dig. 19,1,51 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 345, Note 13.Wenn Käufer und Verkäufer in Verzug sind, dass [verkaufter] Wein nicht verabreicht und übergeben worden ist, so wird dies so angesehen, als wenn es an dem Käufer allein gelegen hätte; denn man kann den Verzug nicht als von Seiten des Verkäufers zum Nachtheil des Käufers verursacht betrachten, so lange der Käufer selbst im Verzug ist. 1Ad Dig. 19,1,51,1Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 323, Note 9.Wenn du ein Landgut unter der Bedingung gekauft hast, den ersten Juli Zahlung leisten zu wollen, und es am Verkäufer gelegen, dass die Zahlung am ersten Juli selbst nicht geschehen ist, nachher aber das Unterbleiben der Zahlung an dir gelegen hat, so kann, habe ich erklärt, der Verkäufer wider dich sein [Recht aus der Bedingung]1010Lege. Glück XVI. S. 282 versteht hier die lex commissoria, an welche zu denken keine Spur vorhanden ist. (S. Brisson. v. lex, vorletzter §.) Wahrscheinlich hat Glück übersehen, dass der §. anfängt: quodsi fundum ea lege emisti, denn er citirt die Stelle ohne diese Worte, die vor jedem Missgriff bewahren würden. zur Anwendung bringen, insofern es beim Verkauf ausgemacht worden ist, dass, wenn das Unterbleiben der Zahlung am Käufer liegen sollte, er die Strafe der Bedingung sich gefallen lasse; dies halte ich auch für richtig, sobald der Verkäufer dabei nicht arglistig zu Werke gegangen ist.

Dig. 19,2,60La­beo pos­te­rio­rum li­bro quin­to a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Cum in plu­res an­nos do­mus lo­ca­ta est, prae­sta­re lo­ca­tor de­bet, ut non so­lum ha­bi­ta­re con­duc­tor ex ca­len­dis il­lis cu­ius­que an­ni, sed et­iam lo­ca­re ha­bi­ta­to­ri si ve­lit suo tem­po­re pos­sit. ita­que si ea do­mus ex ka­len­dis Ia­nua­riis ful­ta in ka­len­dis Iu­niis per­man­sis­set, ita ut nec ha­bi­ta­re quis­quam nec os­ten­de­re ali­cui pos­set, ni­hil lo­ca­to­ri con­duc­to­rem prae­sta­tu­rum, ad­eo ut nec co­gi qui­dem pos­set ex ka­len­dis Iu­liis re­fec­ta do­mu ha­bi­ta­re, ni­si si pa­ra­tus fuis­set lo­ca­tor com­mo­dam do­mum ei ad ha­bi­tan­dum da­re. 1He­redem co­lo­ni, quam­vis co­lo­nus non est, ni­hi­lo mi­nus do­mi­no pos­si­de­re ex­is­ti­mo. 2Ves­ti­men­ta tua ful­lo per­di­dit et ha­bes un­de pe­tas nec re­pe­te­re vis: agis ni­hi­lo mi­nus ex lo­ca­to cum ful­lo­ne, sed iu­di­cem aes­ti­ma­tu­rum, an pos­sis ad­ver­sus fu­rem ma­gis age­re et ab eo tuas res con­se­qui ful­lo­nis vi­de­li­cet sump­ti­bus: sed si hoc ti­bi im­pos­si­bi­le es­se per­spe­xe­rit, tunc ful­lo­nem qui­dem ti­bi con­dem­na­bit, tuas au­tem ac­tio­nes te ei prae­sta­re com­pel­let. 3Le­ge dic­ta do­mus fa­cien­da lo­ca­ta erat ita, ut pro­ba­tio aut im­pro­ba­tio lo­ca­to­ris aut he­redis eius es­set: red­emp­tor ex vo­lun­ta­te lo­ca­to­ris quae­dam in ope­re per­mu­ta­ve­rat. re­spon­di opus qui­dem ex le­ge dic­ta non vi­de­ri fac­tum, sed quon­iam ex vo­lun­ta­te lo­ca­to­ris per­mu­ta­tum es­set, red­emp­to­rem ab­sol­vi de­be­re. 4Man­da­vi ti­bi ut ex­cu­te­res, quan­ti vil­lam ae­di­fi­ca­re vel­les: re­nun­tias­ti mi­hi du­cen­to­rum im­pen­sam ex­cu­te­re: cer­ta mer­ce­de opus ti­bi lo­ca­vi, post­ea com­peri non pos­se mi­no­ris tre­cen­to­rum eam vil­lam con­sta­re: da­ta au­tem ti­bi erant cen­tum, ex qui­bus cum par­tem im­pen­dis­ses, ve­tui te opus fa­ce­re. di­xi, si opus fa­ce­re per­se­ve­ra­ve­ris, ex lo­ca­to te­cum age­re, ut pe­cu­niae mi­hi re­li­quum re­sti­tuas. 5Mes­sem in­spi­cien­te co­lo­no, cum alie­nam es­se non igno­ra­res, sus­tu­lis­ti. con­di­ce­re ti­bi fru­men­tum do­mi­num pos­se La­beo ait, et ut id fa­ciat, co­lo­num ex con­duc­to cum do­mi­no ac­tu­rum. 6Lo­ca­tor hor­rei pro­pos­i­tum ha­buit se au­rum ar­gen­tum mar­ga­ri­tam non re­ci­pe­re suo pe­ri­cu­lo: de­in­de cum sci­ret has res in­fer­ri, pas­sus est. pro­in­de eum fu­tu­rum ti­bi ob­li­ga­tum di­xi, ac si pro­pos­i­tum fuit, re­mis­sum vi­de­tur. 7Ser­vum meum mu­lio­nem con­du­xis­ti: neg­le­gen­tia eius mu­lus tuus per­it. si ip­se se lo­cas­set, ex pe­cu­lio dum­ta­xat et in rem ver­sum dam­num ti­bi prae­sta­tu­rum di­co: sin au­tem ip­se eum lo­cas­sem, non ul­tra me ti­bi prae­sta­tu­rum, quam do­lum ma­lum et cul­pam meam ab­es­se: quod si si­ne de­fi­ni­tio­ne per­so­nae mu­lio­nem a me con­du­xis­ti et ego eum ti­bi de­dis­sem, cu­ius neg­le­gen­tia iu­men­tum per­ie­rit, il­lam quo­que cul­pam me ti­bi prae­sta­tu­rum aio, quod eum ele­gis­sem, qui eius­mo­di dam­no te ad­fi­ce­ret. 8Ve­hi­cu­lum con­du­xis­ti, ut onus tuum por­ta­ret et se­cum iter fa­ce­ret: id cum pon­tem trans­iret, red­emp­tor eius pon­tis por­to­rium ab eo ex­ige­bat: quae­re­ba­tur, an et­iam pro ip­sa so­la re­da por­to­rium da­tu­rus fue­rit. pu­to, si mu­lio non igno­ra­vit ea se trans­itu­rum, cum ve­hi­cu­lum lo­ca­ret, mu­lio­nem prae­sta­re de­be­re. 9Re­rum cus­to­diam, quam hor­rea­rius con­duc­to­ri­bus prae­sta­re de­be­ret, lo­ca­to­rem to­to­rum hor­reo­rum hor­rea­rio prae­sta­re non de­be­re pu­to, ni­si si in lo­can­do ali­ter con­ve­ne­rit.

Labeo Posterior. lib. V. a Javol. epit. Wenn ein Haus auf mehrere Jahre vermiethet worden ist, so muss der Vermiether dafür stehen, dass der Miether nicht nur von dem contractmässigen Anfang darin wohnen, sondern auch, wenn er sonst wolle, es an einen Bewohner zu seiner Zeit vermiethen könne. Wenn daher das Haus vom ersten Januar an gestützt den ersten Juni noch in demselben Zustande ist, so dass man es weder bewohnen, noch Jemandem zeigen kann, so braucht der Miether dem Vermiether gar nichts zu zahlen, ja er kann nicht einmal zur Bewohnung genöthigt werden, wenn das Haus den ersten Juli wieder ausgebessert ist, ausser wenn der Vermiether sich bereit erklärt hätte, ihm ein anderes bequemes Haus zum Bewohnen [einstweilen] zu verschaffen. 1Der Erbe des Pächters besitzt, obwohl er nicht Pächter ist, nach meiner Ansicht, dennoch nichts desto weniger für den Eigenthümer. 2Ein Kleiderwäscher hat deine Kleidungsstücke verloren, und du könntest sie [vom Besitzer] zurückfordern, willst aber nicht; du klagst nichts desto weniger wider den Kleiderwäscher aus der Verdingung. Hier wird es aber vom Ermessen des Richters abhängen, ob du nicht vielmehr wider den Dieb klagen sollest, um von ihm deine Sachen, natürlich auf Kosten des Kleiderwäschers zurückzuerhalten; wenn er aber einsieht, dass dir dies unmöglich fallen dürfte, so wird er dir zwar den Kleiderwäscher verurtheilen, dich jedoch anhalten, ihm deine Klagen abzutreten. 3Es war die Erbauung eines Hauses nach einer bestimmten Vorschrift unter der Bedingung verdungen worden, dass die Genehmigung oder Nichtgenehmigung bei dem Besteller oder seinem Erben stehen solle; der Uebernehmer hatte an dem Bau etwas nach dem Willen des Bestellers verändert; ich habe hier [auf geschehenes Befragen] geantwortet, es könne zwar der Bau nicht als dem Contracte gemäss vollendet betrachtet werden, weil jedoch die Veränderung mit dem Willen des Bestellers geschehen sei, so müsse die Entscheidung für den Uebernehmer erfolgen. 4Ich habe dir übertragen, einen Anschlag zu machen, für welche Summe du den Bau eines Landhauses ausführen könnest; du hast mir angezeigt, die Kosten würden sich auf zweihundert[tausend Sestertien] belaufen; ich habe dir den Bau darauf für den bestimmten Preis in Verdingung gegeben, und nachher erfahren, das Landhaus könne nicht unter dreihundert[tausend] hergestellt werden; nun waren dir aber schon hundert[tausend] gezahlt, und ich verbot dir, da du davon schon die Hälfte verausgabt hattest, die Fortsetzung des Baus; hier hat sich [Labeo] dahin ausgesprochen, dass, wenn du auf die Fortsetzung bestehest, ich aus der Verdingung wider dich auf Herausgabe des übrigen Geldes an mich Klage erheben könne. 5Du hast eine Ernte unter den Augen des Pächters, indem du sehr wohl wusstest, dass es eine nicht dir gehörige sei, fortgeschafft; hier, sagt Labeo, könne der Eigenthümer das Getreide von dir mittelst einer Condiction zurückfordern; und der Pächter, um den Eigenthümer dazu zu nöthigen, die Klage aus dem Pacht wider ihn erheben. 6Der Vermiether einer Niederlage hatte sich vorgenommen, Gold, Silber und Perlen nicht auf seine Gefahr zu übernehmen; nachher, als er erfuhr, dass dergleichen Sachen hineingebracht würden, liess er es geschehen; mithin, habe ich gesagt, werde er dir verbindlich sein, wie wenn er seinen Vorsatz aufgegeben hätte1111Nach allen Vergleichungen der Versuche, welche die Kritik (s. d. Göttinger C. J. Ausgabe) über diese Stelle angestellt hat, sehe ich doch kein anderes Mittel, als das folgende videtur mit Haloander und der Vulgate herauszuwerfen.. 7Ad Dig. 19,2,60,7BOHGE, Bd. 1 (1871), S. 253: Verantwortlichkeit des Principals für den zugewiesenen Gehilfen.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 401, Note 5.Du hast meinen Sclaven zum Mauleseltreiber gemiethet, und es ist durch seine Nachlässigkeit dein Maulesel umgekommen; hätte er sich selbst vermiethet, so würde ich nur mittelst der Klage aus dem Sondergut und der Nutzverwendung, dir den Schaden zu ersetzen, angehalten werden können; habe ich ihn aber selbst vermiethet, so brauche ich dir nicht weiter zu haften, als dass meinerseits keine Arglist oder Verschuldung im Spiele sei; hast du aber von mir einen Mauleseltreiber, ohne eine bestimmte Person zu bezeichnen, gemiethet, und ich dir jenen gegeben, der durch seine Nachlässigkeit dein Zugvieh hat umkommen lassen, so muss ich dir auch die darin liegende Verschuldung vertreten, dass ich gerade den erwählt habe, der dich in einen Schaden der Art gebracht hat. 8Du hast einen Wagen gemiethet, um eine dir gehörige Ladung zu verführen und mit dir eine Reise zu machen, und es forderte der Brückenpächter beim Uebergang über eine Brücke von demselben den Brückenzoll; es fragte sich nun, ob [der Fuhrmann] auch für den Wagen allein den Brückenzoll zu entrichten habe? Meiner Ansicht nach muss der Fuhrmann denselben entrichten, wenn er bei der Vermiethung des Wagens gewusst hat, dass er daselbst übergehen werde. 9Die Verwahrung der Sachen, welche der Pächter eines Magazins den Pächtern [einzelner Theile] desselben würde vertreten müssen, braucht der Verpächter des ganzen Magazins dem Pächter desselben nicht zu vertreten, wenn nicht bei der Verpachtung etwas Anderes ausgemacht worden ist.

Dig. 20,6,14La­beo li­bro quin­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Cum co­lo­no ti­bi con­ve­nit, ut in­vec­ta im­por­ta­ta pig­no­ri es­sent, do­nec mer­ces ti­bi so­lu­ta aut sa­tis­fac­tum es­set: de­in­de mer­ce­dis no­mi­ne fi­de­ius­so­rem a co­lo­no ac­ce­pis­ti. sa­tis­fac­tum ti­bi vi­de­ri ex­is­ti­mo et id­eo il­la­ta pig­no­ri es­se de­sis­se.

Labeo lib. V. Poster. a Javol. epit. Du bist mit deinem Pächter dahin übereingekommen, dass dasjenige was er [in das erpachtete Gehöfte] gebracht und geschafft habe, bis zur Zahlung des Pachtzinses oder sonstiger Befriedigung verpfändet sein solle, und darauf hast du dir für den Pachtzins von dem Pächter einen Bürgen stellen lassen; hier ist dir, meiner Ansicht nach, Befriedigung zu Theil geworden, und darum hört dasjenige, was hineingeschafft worden ist, auf, verpfändet zu sein.

Ex libro VI

Dig. 3,5,42La­beo li­bro sex­to pos­te­rio­rum epi­to­ma­to­rum a Ia­vo­le­no. Cum pe­cu­niam eius no­mi­ne sol­ve­res, qui ti­bi ni­hil man­da­ve­rat, neg­otio­rum ges­to­rum ac­tio ti­bi com­pe­tit, cum ea so­lu­tio­ne de­bi­tor a cre­di­to­re li­be­ra­tus sit: ni­si si quid de­bi­to­ris in­ter­fuit eam pe­cu­niam non sol­vi.

Ad Dig. 3,5,42ROHGE, Bd. 16 (1875), Nr. 82, S. 328: Ersatzanspruch aus der Tilgung bezw. Uebernahme der Schuld eines Andern.Labeo lib. VI. Poster. Epitom. a Jav. Da du Geld im Namen desjenigen zahltest, der dir nichts aufgetragen hatte, so steht dir die Geschäftsführungsklage zu, da durch jene Zahlung der Schuldner vom Gläubiger befreit worden ist, ausser wenn dem Schuldner etwas daran gelegen hat, dass jenes Geld nicht bezahlt würde.

Dig. 16,3,33La­beo li­bro sex­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Ser­vus tuus pe­cu­niam cum At­tio in se­ques­tre de­po­suit apud Mae­vium ea con­di­cio­ne, ut ea ti­bi red­de­re­tur, si tuam es­se pro­bas­ses, si mi­nus, ut At­tio red­de­re­tur. pos­se di­xi cum eo, apud quem de­po­si­ta es­set, in­cer­ti age­re, id est ad ex­hi­ben­dum, et ex­hi­bi­tam vin­di­ca­re, quia ser­vus in de­po­nen­do tuum ius de­te­rius fa­ce­re non po­tuis­set.

Labeo lib. VI. Posterior. a Javol. epitomat. Dein Sclav hat mit dem Attius zusammen Geld als Sequestrum bei dem Mävius unter der Bedingung niedergelegt, dass es dir zurückgegeben werden sollte, wenn du bewiesen hättest, dass es dein sei, wo nicht, dass es dem Attius zurückgegeben werden sollte. Ich habe gesagt, man könne gegen den, bei welchem es niedergelegt worden wäre, aufs Unbestimmte klagen, das heisst, auf Vorzeigung, und das Vorgezeigte vindiciren, weil der Sclav beim Niederlegen dein Recht nicht hätte schlechter machen können.

Dig. 17,2,84La­beo li­bro sex­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Quo­tiens ius­su ali­cu­ius vel cum fi­lio eius vel cum ex­tra­neo so­cie­tas co­itur, di­rec­to cum il­lius per­so­na agi pos­se, cu­ius per­so­na in con­tra­hen­da so­cie­ta­te spec­ta­ta sit.

Labeo lib. VI. Posterior. a Javoleno epitom. So oft nach Jemandes Geheiss eine Genossenschaft mit dessen Sohn oder einem Fremden errichtet ist, kann unmittelbar gegen den geklagt werden, auf dessen Person man bei Eingehung der Genossenschaft gesehen hat.

Dig. 23,3,79La­beo li­bro sex­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Avus nep­tis no­mi­ne fi­lio na­tae ge­ne­ro do­tem de­dit et mo­ri­tur. ne­gat Ser­vius do­tem ad pa­trem re­ver­ti et ego cum Ser­vio sen­tio, quia non pot­est vi­de­ri ab eo pro­fec­ta, quia ni­hil ex his sui ha­buis­set. 1Pa­ter fi­liae no­mi­ne cen­tum do­ti ita pro­mi­sit ‘cum com­mo­dis­si­mum es­set’. Ateius scrip­sit Ser­vium re­spon­dis­se, cum pri­mum si­ne tur­pi­tu­di­ne et in­fa­mia da­ri pos­sit, de­be­ri.

Labeo lib. VI. Posterior. a Javol. epitom. Ein Grossvater hat für die von seinem Sohn erzeugte Enkelin dem Schwiegersohn ein Heirathsgut gegeben und stirbt; Servius behauptet, dass das Heirathsgut nicht an den Vater zurückfalle, und ich bin mit Servius gleicher Meinung, weil das Heirathsgut nicht als von ihm herrührend angesehen werden kann, indem er nichts von dem [Gegebenen] eigenthümlich gehabt hatte. 1Ein Vater hat für seine Tochter Hundert so als Heirathsgut versprochen: wenn es am passendsten sein wird; Atejus hat geschrieben, dass Servius zum Bescheid gegeben habe, es müsse dann geleistet werden, sobald es ohne Schimpf und Infamie gegeben werden könne.

Dig. 24,1,65La­beo li­bro sex­to pos­te­rio­rum a Ia­vo­le­no epi­to­ma­to­rum. Quod vir ei, quae non­dum vi­ri­po­tens nup­se­rit, do­na­ve­rit, ra­tum fu­tu­rum ex­is­ti­mo.

Labeo lib. VI. Posterior. a Javol. epit. Ich glaube, dass das, was ein Mann einer solchen, die [ihn], als sie noch nicht mannbar war, geheirathet hat, geschenkt habe, gültig sein werde.