Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Paul.Sab. IV
Ad Sabinum lib.Pauli Ad Sabinum libri

Ad Sabinum libri

Ex libro IV

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7 (2,6 %)De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14 (7,6 %)De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4 (2,0 %)De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5 (0,1 %)De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 1,7,3Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si con­sul vel prae­ses fi­lius fa­mi­lias sit, pos­se eum apud se­met ip­sum vel em­an­ci­pa­ri vel in ad­op­tio­nem da­ri con­stat.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Wenn ein Familiensohn Consul oder Präsident ist, so kann er bei sich selbst aus der [väterlichen] Gewalt entlassen oder in Annahme an Kindes Statt gegeben werden.

Dig. 1,7,11Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. Si is qui fi­lium ha­be­ret in ne­po­tis lo­cum ad­op­tas­set per­in­de at­que si ex eo fi­lio na­tus es­set, et is fi­lius auc­tor fac­tus non es­set: mor­tuo avo non es­se ne­po­tem in po­tes­ta­te fi­lii.

Id. lib. IV. ad Sabin. Wenn Jemand, der einen Sohn hat, einen Andern als Enkel an Kindes Statt angenommen hat, wie wenn er von jenem Sohn erzeugt worden wäre und des Sohnes Genehmigung dazu nicht erfolgt ist, so befindet sich der Enkel nach des Grossvaters Tode nicht in des Sohnes Gewalt.

Dig. 1,14,2Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Sed et­iam ip­sum apud se em­an­ci­pa­ri vel in ad­op­tio­nem da­ri pla­cet.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Aber er kann sich auch bei sich selbst aus der Gewalt entlassen, oder in Annahme an Kindes Statt geben lassen.

Dig. 15,1,8Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Non sta­tim quod do­mi­nus vo­luit ex re sua pe­cu­lii es­se, pe­cu­lium fe­cit, sed si tra­di­dit aut, cum apud eum es­set, pro tra­di­to ha­buit: de­si­de­rat enim res na­tu­ra­lem da­tio­nem. con­tra au­tem si­mul at­que no­luit, pe­cu­lium ser­vi de­si­nit pe­cu­lium es­se.

Paul. lib. VI. ad Sabin. Nicht sofort wird Sondergut, was ein Herr von dem Seinigen zum Sondergut hat machen wollen, sondern wenn er es übergeben, oder, wenn es bei ihm [dem Sclaven] war, als übergeben, angesehen hat; denn es erfordert eine Sache eine natürliche Aushändigung. Im Gegentheil aber, sobald als er nicht will, dass ein Sondergut des Sclaven existire, so hört das Sondergut auf, es zu sein.

Dig. 30,52Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si cui ser­vi om­nes cum pe­cu­lio le­ga­ti sint, et­iam hi ser­vi de­ben­tur, qui nul­lum pe­cu­lium ha­bent. 1Si a fi­lio in­pu­be­re sub con­di­cio­ne le­ga­tum sit et fi­lius he­res ex­sti­tit, de­in­de mor­tuus est, pot­est di­ci pa­trem fa­mi­lias, qui a fi­lio sub con­di­cio­ne le­ga­vit, a sub­sti­tu­to pu­re re­pe­tit, sta­tim vo­luis­se a sub­sti­tu­to da­ri, si fi­lius pen­den­te con­di­cio­ne de­ces­sis­set.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Wenn Jemandem alle Sclaven nebst dem Sondergute vermacht sind, so können auch diejenigen gefordert werden, die kein Sondergut haben. 1Wenn einem unmündigen Sohne ein bedingtes Vermächtniss auferlegt ist und der Sohn Erbe geworden, hernach aber gestorben ist, so kann man sagen, ein Vater, der dem Sohne ein bedingtes Vermächtniss, und dem Nacherben eben dasselbe wiederholt unbedingt aufgelegt hat, habe gewollt, dass der Nacherbe es sofort zahle, wenn der Sohn vor Eintritt der Bedingung gestorben wäre.

Dig. 32,48Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Nam ne id qui­dem quod tra­di­tum est, si post­ea ad­emp­tum sit, le­ga­to ce­det.

Paul. lib. XXII. ad Sabin. denn nicht einmal Das, was [der zweiten Ehefrau] übergeben worden ist, wird zum Vermächtniss gehören, wenn es [ihr] nachher entzogen worden ist.

Dig. 32,51Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si fi­liae fa­mi­lias ita le­ga­tum sit ‘cum in tu­te­lam suam per­ve­ne­rit’, tunc de­be­bi­tur, cum vi­ri­po­tens fac­ta fue­rit.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Wenn einer Haustochter so vermacht sein sollte: wenn sie in ihre eigene Vormundschaft gekommen sein wird, so wird es ihr dann gebühren, wenn sie mannbar geworden sein wird.

Dig. 32,53Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ar­gen­to le­ga­to con­stat ar­cu­las ad le­ga­ta­rium non per­ti­ne­re. 1Item anu­lis le­ga­tis dac­ty­lio­the­cae non ce­dunt.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Es ist bekannt, dass wenn Silber vermacht ist, die Schmuckkästchen dem Vermächtnissinhaber nicht gehören. 1Desgleichen gehören zu vermachten Ringen nicht die Dactyliotheken.

Dig. 32,56Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Pa­li et per­ti­cae in nu­me­ro ma­te­riae red­igen­di sunt, et id­eo lig­no­rum ap­pel­la­tio­ne non con­ti­nen­tur.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Pfähle und Stangen sind zum Material zu rechnen, und darum werden sie nicht unter der Benennung Holz begriffen.

Dig. 32,72Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ea­dem in om­ni­bus re­bus, quas suas quis le­ga­ve­rit, di­cen­da sunt.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Dasselbe ist bei allen Sachen, welche Jemand als die seinigen vermacht haben wird, zu sagen.

Dig. 33,6,4Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Cum cer­tum pon­dus olei non ad­iec­ta qua­li­ta­te le­ga­tur, non so­let quae­ri, cu­ius ge­ne­ris oleo uti so­li­tus fue­rit tes­ta­tor aut cu­ius ge­ne­ris oleum is­tius re­gio­nis ho­mi­nes in usu ha­beant: et id­eo li­be­rum est he­redi, cu­ius vel­let ge­ne­ris oleum le­ga­ta­rio sol­ve­re.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist ein bestimmtes Gewicht Oel ohne Hinzufügung der Qualität vermacht worden, so pflegt nicht untersucht zu werden, welche Art Oel der Testator gewohnt gewesen war, zu gebrauchen, oder welcher Art von Oel die Menschen in jener Gegend sich gewöhnlich bedienen; und daher steht es dem Erben frei, dem Vermächtnissinhaber, welche Gattung von Oel er will, zu entrichten.

Dig. 33,6,12Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. nam ali­ter ob­ser­van­ti­bus quis fi­nis aut quod in­itium ve­te­ris vi­ni su­me­re­tur?

Paul. lib. IV. ad Sabin. denn wollte man etwas Anderes annehmen, was sollte als Anfang, was als Ende des alten Weins angenommen werden?

Dig. 33,7,1Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si­ve cum in­stru­men­to fun­dus le­ga­tus est si­ve in­struc­tus, duo le­ga­ta in­tel­le­gun­tur. 1Fun­do cum in­stru­men­to le­ga­to et alie­na­to in­stru­men­tum non vin­di­ca­bi­tur ex sen­ten­tia de­func­ti.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Mag nun ein Landgut mit dem Beilasse oder mit der Einrichtung vermacht worden sein, immer müssen darunter zwei Vermächtnisse verstanden werden. 1Ist das mit dem Beilasse vermachte Landgut nachher verkauft worden, so kann der Beilass allein auf den Grund der Willensbestimmung des Erblassers nicht gefordert werden.

Dig. 33,7,9Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. De gre­ge ovium ita di­stin­guen­dum est, ut, si id­eo com­pa­ra­tus sit, ut ex eo fruc­tus ca­pe­re­tur, non de­bea­tur: si ve­ro id­eo, quia non ali­ter ex sal­tu fruc­tus per­ci­pi pot­erit, con­tra erit, quia per gre­ges fruc­tus ex sal­tu per­ci­piun­tur.

Paul. lib. IV. ad Sabin. In Ansehung einer Schafheerde ist so zu unterscheiden, dass, wenn sie deshalb angeschafft worden, um aus ihr Nutzungen zu ziehen, sie nicht gewährt zu werden braucht; ist solches aber um deshalb geschehen, weil auf keine andere Art aus der Trift Nutzungen gezogen werden können, so ist das Gegentheil anzunehmen, weil durch Heerden die Nutzungen von den Triften gewonnen werden.

Dig. 33,7,13Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ta­ber­nae cau­po­niae in­stru­men­to le­ga­to et­iam in­sti­to­res con­ti­ne­ri Ne­ra­tius ex­is­ti­mat: sed vi­den­dum, ne in­ter in­stru­men­tum ta­ber­nae cau­po­niae et in­stru­men­tum cau­po­nae sit dis­cri­men, ut ta­ber­nae non ni­si lo­ci in­stru­men­ta sint, ut do­lia va­sa an­co­nes ca­li­ces trul­lae, quae cir­ca ce­nam so­lent tra­ici, item ur­nae ae­reae et con­gia­ria sex­ta­ria et si­mi­lia: cau­po­nae au­tem, cum neg­otia­tio­nis no­men sit, et­iam in­sti­to­res. 1In­stru­men­to bal­nea­rio le­ga­to et­iam bal­nea­to­rem con­ti­ne­ri Ne­ra­tius re­spon­dit:

Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist der Beilass eines Schenkladens vermacht worden, so gehören, wie Neratius meint, auch die Factoren11Vergl. l. 18. D. de instit. act. 14. 3. dazu. Es möchte jedoch zwischen Beilass eines Schenkladens und Beilass einer Schenkwirthschaft ein Unterschied sein; dass nämlich [Beilass] eines Schenkladens nur das Zubehör des Ortes umfasst, wie Stückfässer, Gefässe, Flaschenlager, Becher, Schöpfkelche, welche um den Tisch pflegen herumgeschickt zu werden, desgleichen eherne Urnen, Quart- und Nöselmaasse und dergleichen; Beilass einer Schenk wirthschaft aber, da es der Name des Geschäfts ist, auch die Factoren. 1Ist Badezubehör vermacht, so gehört, wie Neratius antwortete, auch der Bader dazu,

Dig. 33,8,1Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Ser­vo le­ga­to cum pe­cu­lio et alie­na­to vel ma­nu­mis­so vel mor­tuo le­ga­tum et­iam pe­cu­lii ex­stin­gui­tur.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist ein Sclav mit seinem Sondergut vermacht, jedoch verkauft oder freigelassen worden oder gestorben, so erlischt auch das Vermächtniss des Sonderguts;

Dig. 33,8,3Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. At si an­cil­la cum suis na­tis le­ga­ta sit, et­iam mor­tua ea vel alie­na­ta vel ma­nu­mis­sa na­ti ad le­ga­ta­rium per­ti­ne­bunt, quia duo le­ga­ta sunt se­pa­ra­ta.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist jedoch eine Sclavin mit ihren Kindern vermacht worden, so gehören, wenn sie auch gestorben, verkauft oder freigelassen worden ist, ihre Kinder dennoch dem Vermächtnissinhaber, weil es zwei besondere Vermächtnisse sind.

Dig. 33,8,5Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Pe­cu­lio le­ga­to con­stat he­redem no­mi­na pe­cu­lia­ria per­se­qui pos­se, et in­su­per ip­sum si quid de­beat ser­vo, red­de­re le­ga­ta­rio de­be­re.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Ist das Sondergut vermacht worden, so kann bekanntlich der Erbe auch die Sondergutsforderungen verfolgen und muss überdies, wenn er selbst dem Sclaven etwas schuldig ist, es dem Vermächtnissinhaber zurückgeben.

Dig. 33,8,9Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Id quod ser­vo, qui in ip­sius pe­cu­lio est, de­be­tur, non de­du­ci­tur ex le­ga­to pe­cu­lio, quam­vis con­ser­vus eius sit. 1Si con­ser­vum suum vul­ne­ra­ve­rit ser­vus et vi­lio­rem fe­ce­rit, Mar­cel­lus non es­se du­bi­tan­dum de­du­ci ex pe­cu­lio, quod do­mi­no in­ter­es­set (nam quid in­ter­est, con­ser­vum vul­ne­ret an scin­dat ali­quid vel fran­gat an sub­ri­piat? quo ca­su si­ne du­bio mi­nui­tur pe­cu­lium), sed non ul­tra sim­plum. 2Sed si se vul­ne­ra­vit vel et­iam oc­ci­dit, ni­hil est de­du­cen­dum hoc no­mi­ne: alio­quin di­ce­mus et si fu­ge­rit, de­du­cen­dum id, quan­to vi­lior sit fac­tus prop­ter fu­gam.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Dasjenige, was ein Sclav dem Sclaven schuldig ist, der zu seinem Sondergute gehört, wird von dem vermachten Sondergute nicht abgezogen, obgleich es sein Mitsclav ist. 1Wenn ein Sclav seinen Mitsclaven verwundet und dessen Werth dadurch verringert, so kann nach der Meinung des Marcellus nicht bezweifelt werden, dass das Interesse des Herrn von dem Sondergute abgezogen werden muss. Denn ist es nicht einerlei, wenn er einen Mitsclaven verwundet, als wenn er etwas zerreisst, zerbricht, oder entwendet? in diesem Falle wird also ohne Zweifel das Sondergut vermindert, obgleich nicht über das Einfache. 2Hat er sich aber selbst verwundet oder auch getödtet, so kann aus diesem Grunde nichts abgezogen werden, denn wir müssten sonst behaupten, auch wenn er die Flucht ergriffen, müsse soviel abgezogen werden, als er durch die Flucht schlechter geworden ist.

Dig. 33,9,4Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Nam quod li­qui­dae ma­te­riae sit quia per se es­se non pot­est, ra­pit se­cum in ac­ces­sio­nis lo­cum id si­ne quo es­se non pot­est: va­sa au­tem ac­ces­sio le­ga­tae penus, non le­ga­ta sunt: de­ni­que penu con­sump­ta va­sa non de­ben­tur. sed et si pe­num cum va­sis spe­cia­li­ter sit le­ga­tum, va­sa non de­be­bun­tur vel con­sump­ta penu vel ad­emp­ta. 1Si cui quae in promp­tua­rio sint le­ga­ta fue­rint, non om­nis penus le­ga­ta est. 2Item si quis so­li­tus fruc­tus suos ven­de­re pe­num le­ga­ve­rit, non om­nia, quae et pro­mer­cii cau­sa ha­buit, le­gas­se vi­de­tur, sed ea so­la, quae in pe­num si­bi se­pa­ra­bat. quod si pro­mis­cue uti so­le­bat, tunc quan­tum ad an­nuum usum ei suf­fi­ce­ret fa­mi­liae­que eius ce­te­ro­rum­que, qui cir­ca eum sunt, le­ga­to ce­det: quod fe­re, in­quit Sa­b­inus, eve­nit in per­so­nis mer­ca­to­rum aut quo­tiens cel­la est olei et vi­ni, quae venire so­le­bant, in he­redi­ta­te re­lic­ta. 3No­men au­tem penus mi­hi tra­di­tum est om­ni­bus ge­ne­ri­bus dic­tum. 4Si ita le­ge­tur ‘pe­num, quae Ro­mae sit’, utrum quae est in­tra con­ti­nen­tia, le­ga­ta vi­de­tur an ve­ro ea so­la, quae est in­tra mu­rum? et qui­dem ur­bes fe­re om­nes mu­ro te­nus fi­ni­ri, Ro­mam con­ti­nen­ti­bus, et ur­bem Ro­mam ae­que con­ti­nen­ti­bus. 5Quod si ur­ba­na penus sit le­ga­ta, om­nem, quae ubi­que est, le­ga­tam vi­de­ri La­beo ait, et­iam si in vil­lis agris­ve sit, si il­la sit ur­bi­co usui de­sti­na­ta, sic­uti ur­bi­ca mi­nis­te­ria di­ci­mus et quae ex­tra ur­bem no­bis mi­nis­tra­re con­sue­ve­runt. si au­tem ex­tra ur­bem, Ro­mae ta­men sit, sed et si in hor­tis sit ur­bi iunc­tis, idem erit di­cen­dum. 6Si cui penus le­ga­ta sit prae­ter vi­num, om­nis penus le­ga­ta vi­de­tur ex­cep­to vi­no: sed si ita scrip­tum sit ‘om­nem pe­num prae­ter vi­num quod Ro­mae erit’, so­la penus quae Ro­mae est le­ga­ta vi­de­tur: et ita et Pom­po­nius li­bro sex­to ad Sa­binum scri­bit.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Denn jeder flüssige Stoff, weil er für sich allein nicht sein kann, zieht in das Verhältniss des Zubehörs dasjenige mit sich fort, ohne welches er nicht bestehen kann. Gefässe aber sind als das Zubehör der vermachten Vorräthe, nicht als Vermächtniss selbst zu betrachten. Auch sind, wenn der Vorrath selbst verzehrt worden, die Gefässe nicht zu gewähren. Sind aber auch die Vorräthe ganz besonders mit den Gefässen vermacht worden, so brauchen doch die Gefässe nicht gegeben zu werden, sobald entweder der Vorrath verbraucht oder [das Vermächtniss desselben allein] wieder zurückgenommen worden ist. 1Ist Jemandem nur das vermacht worden, was gerade bei der Hand ist, so sind nicht alle Vorräthe vermacht worden. 2Desgleichen ist, wenn Jemand, der seine Früchte zu verkaufen pflegt, den Vorrath vermacht hat, nicht Alles, was er des Handels wegen besass, mit als vermacht anzunehmen, sondern nur das, was er für sich als Vorräthe absonderte. Pflegte er es untermischt zu gebrauchen, so gehört nur soviel zu dem Vermächtnisse, als für ein Jahr zum Gebrauch für ihn, seine Familie und die übrigen, welche um ihn sich befinden, erforderlich ist, was fast immer, sagt Sabinus, bei Kaufleuten vorkommt, oder so oft in der Verlassenschaft ein Keller mit Oel und Wein zum Verkaufe sich vorfindet. 3Das Wort penus ist, wie es von Alters her auf uns gekommen ist, jeden Geschlechts (generis omnis). 4Wenn ein Vermächtniss so lautet: der Vorrath, welcher zu Rom sich befindet, muss man da auch den als vermacht ansehen, welcher sich innerhalb der an die Stadtmauer angrenzenden Gebäude befindet, oder nur den, welcher sich innerhalb der Stadtnauer befindet? Denn es schliessen sich zwar fast alle Städte mit der Stadtmauer, Rom aber mit den angrenzenden Gebäuden, und die Stadt Rom gleichermaassen mit den angrenzenden Gebäuden22S. l. 2. D. de Verb. Signif. 50. 16.. 5Sind nun die städtischen Vorräthe vermacht worden, so gehört, wie Labeo sagt, alles daselbst Befindliche dazu, auch wenn sie in dem zum städtischen Gebrauche bestimmten Landhause sich vorfinden; wie wir städtische Bediente auch diejenigen nennen, welche auch ausserhalb der Stadt uns zu dienen pflegen. Befinden sie sich aber ausserhalb der Stadtmauer, jedoch zu Rom oder in den mit der Stadt verbundenen Gärten, so muss man dasselbe annehmen. 6Sind Jemandem alle Vorräthe vermacht, mit Ausnahme des Weins, so sind alle Vorräthe als vermacht anzusehen, mit Ausschluss des Weins. Sind aber folgende Worte gebraucht: Alle Vorräthe ausser dem Wein, der sich zu Rom befindet, so sind nur die Vorräthe als vermacht anzusehen, welche sich zu Rom befinden; und so lehrt auch Pomponius im sechsten Buche zu Sabinus.

Dig. 33,9,5Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Non om­ne quod bi­be­tur in penu ha­be­tur: alio­qui ne­ces­se est, ut om­nia me­di­ca­men­ta quae bi­be­ren­tur con­ti­nean­tur. ita­que ea de­mum pe­no­ris es­se, quae alen­di cau­sa bi­be­ren­tur, quo in nu­me­ro an­ti­do­tum non est. et sa­ne ve­re Cas­sius sen­sit. 1Sed quod qui­dam ne­ga­ve­runt pi­per et li­gus­ti­cum et ca­reum et la­ser et ce­te­ra hu­ius­mo­di in penu non es­se, im­pro­ba­tum est.

Idem lib. IV. ad Sabin. Nicht alles, was getrunken wird, gehört zum Vorrath, indem sonst auch alle Arznei, welche getrunken wird, darin mit begriffen sein müsste. Daher gehört nur das zum Vorrath, was der Nahrung halber getrunken wird, wohin die Arznei nicht gehört; und unstreitig ist diese Ansicht des Cassius ganz richtig. 1Weun aber Einige bestritten haben, dass Pfeffer, ligurische Beeren, Kümmel, Laser33Plin. Hist. natur. lib. 19. c. 3. und alles Uebrige dieser Art nicht zu den Vorräthen gehören, so ist dies nicht zu billigen.

Dig. 33,10,3Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Sup­pel­lec­ti­li le­ga­ta haec con­ti­nen­tur: men­sae, tra­pe­zo­pho­ra, del­fi­cae, sub­sel­lia, scam­na, lec­ti et­iam in­ar­gen­ta­ti, cul­ci­tae, to­ra­lia, im­pe­ria, va­sa aqua­ria, pel­ves, aqui­mi­na­lia, can­de­la­bra, lu­cer­nae, trul­la, 1Item va­sa ae­nea vul­ga­ria, id est quae non pro­prie es­sent lo­co ad­tri­bu­ta: 2Prae­ter­ea cap­sae, ar­ma­ria. sed sunt qui rec­te pu­tant cap­sas et ar­ma­ria, si li­bro­rum aut ves­tium aut ar­ma­men­to­rum gra­tia pa­ra­ta sint, non es­se in sup­pel­lec­ti­li, quia ne hae qui­dem ip­sae res, qui­bus ad­tri­bu­tae es­sent, sup­pel­lec­ti­lis in­stru­men­to ce­de­rent. 3Vi­trea es­ca­ria et po­to­ria in su­pel­lec­ti­li sunt sic ut fic­ti­lia, nec so­lum vul­ga­ria, sed et­iam quae in pre­tio mag­no sunt: nam et pel­ves ar­gen­teas et aqui­mi­na­lia ar­gen­tea et men­sas et lec­tos in­ar­gen­ta­tos vel in­au­ra­tos at­que gem­ma­tos in su­pel­lec­ti­li es­se non du­bi­ta­tur, us­que ad­eo, ut idem iu­ris sit et si to­ta ar­gen­tea vel au­rea sint. 4De mur­ri­nis et crys­tal­li­nis du­bi­ta­ri pot­est an de­beant ad­nu­me­ra­ri su­pel­lec­ti­li prop­ter ex­imium usum et pre­tium: sed et de his idem di­cen­dum est, 5Nec in­ter­est, cu­ius ma­te­riae sunt res, quae sunt in sup­pel­lec­ti­li. sed cra­te­rem ar­gen­teum non es­se in su­pel­lec­ti­li nec ul­lum vas ar­gen­teum se­cun­dum sae­cu­li se­ve­ri­ta­tem non­dum ad­mit­ten­tis su­pel­lec­ti­lem ar­gen­team ho­die, prop­ter usum im­pe­ri­to­rum si in ar­gen­to re­la­tum sit can­de­la­brum ar­gen­teum, ar­gen­ti es­se vi­de­tur, et er­ror ius fa­cit.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Das Vermächtniss des Hausraths umfasst Tische, Statuen zum Tragen der Tische, Delfiken44Art dreibeiniger Tische., Sessel, Bänke, Bettstellen, auch die mit Silber beschlagenen Matratzen, Polster, Decken, Kissen, Wassernäpfe, Wassergefässe, Waschbecken, Armleuchter, Laternen, Trinkschalen55Ueber diese Stelle s. Jo. Leunclavii Notator. lib. II. c. 73. (Th. Ott. III. p. 1520) und wegen der Lesarten und kritischen Bemühungen mehrerer Ausdrücke ebend. und Nico. Catharinaei Observ. et Conj. lib. II. cap. 40. (Th. Meerm. VI. p. 783 a.) A. d. R.. 1Auch gemeine eherne Gefässe, in sofern sie nicht einem Orte ausschliesslich zugetheilt worden sind. 2Ausserdem Kasten, Schränke. Einige glauben jedoch mit Recht, dass Kasten und Schränke66S. Bynkershoek Obs. IV. cap. 6. A. d. R., wenn sie der Bücher, Kleider oder anderer Geräthschaften halber angeschafft worden sind, nicht zum Hausrath gehören, weil die Sachen selbst, für welche sie bestimmt worden sind, nicht zum Hausrath gerechnet werden. 3Gläserne Ess- und Trinkgeschirre gehören zum Hausrathe, wie die thönernen; und nicht blos gemeine, sondern auch die von grossem Werthe. Denn es kann nicht bezweifelt werden, dass auch silberne Waschbecken und dergleichen Wassernäpfe, sowie versilberte oder vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Tische und Bettstellen zum Hausrath gehören, und zwar geht dies soweit, dass eben dasselbe Rechtens ist, wenn sie auch ganz von Silber oder Gold sind. 4Bei den murrhinischen und krystallenen Gefässen kann bezweifelt werden, ob sie wegen ihres ausserordentlichen Gebrauchs und Werthes zum Hausrath gerechnet werden müssen. Aber auch von diesen Gegenständen muss dasselbe gesagt werden. 5Es kommt auch nicht darauf an, von welchem Stoffe die Sachen sind, welche zum Hausrath gehören. Doch gehörte [früher] zum Hausrath weder ein silberner Schwankkessel, noch irgend ein silbernes Gefäss, vermöge der Strenge der Vorzeit, welche keinen silbernen Hausrath verstattete. Heutzutage wird in Gemässheit des Gebrauchs der Unkundigen77Diese Stelle, wo zuvörderst zu bemerken ist, dass die Lesart der Florentine, imperitorum hoffentlich nicht mehr bezweifelt wird, will sagen: es ist eine ausgemachte Sache, dass heutzutage silberne Armleuchter zum Hausgeräth gerechnet werden, und nur, wenn Jemand dessen unkundig einen solchen zum Silber zählen sollte, hat es dabei sein Bewenden, weil der Irrthum hier den Rechtsbegriff bildet; s. Pet. Perenonii Animadvers. I. c. 18. (Th. Ott. I. p. 614.) Des. Heraldi Obs. et Emend. cap. 29. (lb. II. p. 1348.) A. d. R. ein silberner Armleuchter nur, wenn er unter dem Silberzeug aufgezählt worden, auch zum Silberzeng gerechnet; und bildet hier der Irrthum das Recht.

Dig. 33,10,5Idem li­bro quar­to ad Sa­binum. De ta­pe­tis quae­ri pot­est, sub­sel­lia ca­the­dra­ria qui­bus in­ster­ni so­lent utrum in ves­te sint, sic­ut stra­gu­la, an in sup­pel­lec­ti­li, sic­ut to­ra­lia, quae pro­pria stra­gu­lo­rum non sunt. et hoc ma­gis pla­cuit ea su­pel­lec­ti­li con­ti­ne­ri. 1De ta­pe­tis au­tem vel lin­teis, qui­bus in­ster­nun­tur ve­hi­cu­la, du­bi­ta­ri pot­est, an sint in sup­pel­lec­ti­li. sed di­cen­dum est po­tius in­stru­men­ti via­to­rii ea es­se, sic­ut pel­les, qui­bus in­vol­vun­tur ves­ti­men­ta, lo­ra quo­que, qui­bus hae pel­les con­strin­gi so­lent.

Idem lib. IV. ad Sabin. Bei den Teppichen, womit die Ehrensessel bedeckt zu werden pflegen, kann man fragen, ob sie zu dem Gewebe gehören, wie die Sophateppiche, oder zu dem Hausrath, wie die Bettvorhänge, welche eigentlich nicht zu den Decken gehören? Man hat sich jedoch mehr dafür entschieden, dass sie unter dem Hausrath begriffen seien. 1Bei den Teppichen und leinenen Decken dagegen, womit die Wagen bedeckt werden, kann man zweifeln, ob sie zum Hausrath gehören. Es ist jedoch dafür zu entscheiden, dass sie mehr zum Reisebedarf gehören, wie die Felle, worein die Kleider gepackt werden, und wie die Riemen, womit man diese Felle zusammenzuschnüren pflegt.

Dig. 35,1,11Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si iam fac­ta sint quae con­di­cio­nis lo­co po­nun­tur et sciat tes­ta­tor, quae ite­rum fie­ri pos­sunt ex­spec­ten­tur ut fiant: si ve­ro ne­sciat, prae­sen­ti de­bean­tur. 1Item scien­dum est pro­mis­cuas con­di­cio­nes post mor­tem im­ple­ri opor­te­re, si in hoc fiant, ut tes­ta­men­to pa­rea­tur, vel­uti ‘si Ca­pi­to­lium ascen­de­rit’ et si­mi­lia, non pro­mis­cuas et­iam vi­vo tes­ta­to­re ex­is­te­re pos­se, vel­uti ‘si Ti­tius con­sul fac­tus fue­rit’.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 40,4,10Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Si pe­cu­lium prae­le­ga­tum est et vi­ca­rius li­ber es­se ius­sus sit, li­be­rum eum es­se con­stat. mul­tum enim in­ter­est in­ter ge­nus et spe­ciem: spe­ciem enim ex­imi de ge­ne­re pla­cet: quod est in pe­cu­lio le­ga­to et vi­ca­rio ma­nu­mis­so. 1Si ser­vus le­ga­tus li­ber es­se ius­sus est, li­ber est. sed si prius li­ber es­se ius­sus, post­ea le­ga­tus sit, si qui­dem evi­dens vo­lun­tas sit tes­ta­to­ris, quod ad­emit li­ber­ta­tem, cum pla­ceat ho­die et­iam li­ber­ta­tem ad­imi pos­se, le­ga­to eum ce­de­re pu­to: quod si in ob­scu­ro sit, tunc fa­vo­ra­bi­lius re­spon­de­tur li­be­rum fo­re.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Es ist bekannt, dass, wenn [einem Sclaven sein] Sondergut zum Voraus vermacht, und [sein] Untersclave für frei erklärt worden ist, derselbe frei sei: denn es ist ein grosser Unterschied zwischen der Gattung und der Art; man nimmt nemlich an, dass die Art von der Gattung ausgenommen werde; und das leidet bei einem vermachten Sondergute und einem freigelassenen Untersclaven Anwendung. 1Wenn ein vermachter Sclave für frei erklärt worden ist, so ist er frei; aber wenn er zuerst für frei erklärt, und nachher vermacht worden ist, so glaube ich, dass, wenn nur der Wille des Testators in Ansehung der Zurücknahme der Freiheit deutlich ist, [der Sclave] dem Vermächtnisse folge, weil man heut zu Tage annimmt, dass auch die Freiheit zurückgenommen werden könne; wenn es aber dunkel sein sollte, dann wird wegen der grösseren Begünstigung [der Freiheit] das Gutachten ertheilt werden, dass er frei sein werde.

Dig. 40,5,43Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Fi­dei­com­mis­sa li­ber­tas non de­be­tur ei, quem post­ea vin­xit do­mi­nus.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Die fideicommissarische Freiheit gebührt dem [Sclaven], welchen der Herr nachher gefesselt hat, nicht.

Dig. 42,2,8Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Non om­ni­mo­do con­fes­sus con­dem­na­ri de­bet rei no­mi­ne, quae, an in re­rum na­tu­ra es­set, in­cer­tum sit.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Wegen einer Sache, deren Existenz ungewiss ist, kann der Geständige nicht schlechthin88D. h. nur falls sie existirt, oder, wenn er wusste, dass sie nicht existire, in Bezahlung des Werths. S. ob. fr. 3. h. t. verurtheilt werden.

Dig. 44,7,6Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. In om­ni­bus tem­po­ra­li­bus ac­tio­ni­bus ni­si no­vis­si­mus to­tus dies com­plea­tur, non fi­nit ob­li­ga­tio­nem.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Bei keiner an eine Zeit gebundenen Klage erlischt die Verbindlichkeit vor dem völligen Ablauf des letzten Tages99Nisi novissimus totus dies impleatur, non fuit obligationem, ist ganz richtige Lesart, und bedarf keiner Aenderung; s. Rüker de civ. et nat. comput. etc. 4. Es ist übrigens hier von Personalklagen die Rede..

Dig. 46,3,10Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Quod sti­pu­la­tus ita sum ‘mi­hi aut Ti­tio’, Ti­tius nec pe­te­re nec no­va­re nec ac­cep­tum fa­ce­re pot­est, tan­tum­que ei sol­vi pot­est.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Was ich so stipulirt habe: mir oder dem Titius? kann Titius weder fordern, noch noviren, noch durch Acceptilation erlassen, und es kann ihm nur gezahlt werden.

Dig. 46,4,3Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Per pro­cu­ra­to­rem nec li­be­ra­ri nec li­be­ra­re quis­quam ac­cep­ti­la­tio­ne si­ne man­da­to pot­est.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Durch einen Procurator kann man ohne Auftrag1010Dies ist nicht mit der Glosse so zu verstehen, als ob ein blosser Auftrag genügt habe, damit ein Dritter gültiger Weise durch Acceptilation eine Forderung tilgen könne (s. l. 13. §. 10. D. h. t.), sondern „Paulus will nur sagen: ohne einen besonderen Auftrag könne Keiner eine Acceptilation vornehmen, d. h. wie sich dies dabei ganz von selbst verstand, durch Novation die Forderung auf sich übertragen, und dann acceptiliren.“ S. Mühlenbruch Cession §. 5. Anm. 62. S. 39. vermittelst der Acceptilation weder befreit werden, noch befreien.

Dig. 50,16,168Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Pa­li et per­ti­cae in nu­me­rum ma­te­riae red­igen­di sunt, et id­eo ‘lig­no­rum’ ap­pel­la­tio­ne non con­ti­nen­tur.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Pfahle und Stangen sind zum Material zu rechnen, und darum werden sie nicht unter der Benennung Holz begriffen.

Dig. 50,17,15Pau­lus li­bro quar­to ad Sa­binum. Is, qui ac­tio­nem ha­bet ad rem re­ci­pe­ran­dam, ip­sam rem ha­be­re vi­de­tur.

Paul. lib. IV. ad Sabin. Derjenige, welcher eine Klage auf Wiedererlangung einer Sache hat, scheint die Sache selbst zu haben.