Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Mac.l. XX her.
Ad legem vicensimam hereditatium lib.Macri Ad legem vicensimam hereditatium libri

Ad legem vicensimam hereditatium libri

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Ex libro I

Dig. 2,15,13Ae­mi­lius Ma­cer li­bro pri­mo ad le­gem vi­cen­si­mam he­redi­ta­tium. Nul­li pro­cu­ra­to­rum prin­ci­pis in­con­sul­to prin­ci­pe trans­ige­re li­cet.

Aemilius Macer lib. I. ad Legem vices. hereditatum. Keinem Procurator des Fürsten ist es erlaubt, ohne Befragen des Fürsten Vergleich zu schliessen.

Dig. 11,7,37Ma­cer li­bro pri­mo ad le­gem vi­cen­si­mam he­redi­ta­tium. Fu­ne­ris sump­tus ac­ci­pi­tur, quid­quid cor­po­ris cau­sa vel­uti un­guen­to­rum ero­ga­tum est, et pre­tium lo­ci in quo de­func­tus hu­ma­tus est, et si qua vec­ti­ga­lia sunt, vel sar­co­pha­gi et vec­tu­ra: et quid­quid cor­po­ris cau­sa an­te­quam se­pe­lia­tur con­sump­tum est, fu­ne­ris im­pen­sam es­se ex­is­ti­mo. 1Mo­nu­men­tum au­tem se­pul­chri id es­se di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit, quod mo­nu­men­ti, id est cau­sa mu­nien­di eius lo­ci fac­tum sit, in quo cor­pus im­po­si­tum sit. ita­que si am­plum quid ae­di­fi­ca­ri tes­ta­tor ius­se­rit, vel­uti in­cir­cum por­ti­ca­tio­nes, eos sump­tus fu­ne­ris cau­sa non es­se.

Macer lib. I. ad leg. vices. hereditatum. Als Leichenkosten wird auch dasjenige betrachtet, was des Körpers wegen, z. B. an Salben, aufgewendet worden ist, auch der Preis für die Stätte, wo der Verstorbene beerdigt worden, und etwanige Zollabgaben, oder was für den Sarkophag, oder Fuhrlohn, und überhaupt des Körpers wegen, vor der Bestattung verbraucht worden ist, gehört nach meiner Ansicht zu den Leichenkosten. 1Das Grabmal (monumentum) hat der Kaiser Hadrian rescribirt, sei dasjenige, was des Mahls wegen (monumenti), d. h. um den Ort zu sichern (muniendi), errichtet worden, wo die Leiche beigesetzt ist11Dier Erläuterung und Verbesserungssversuche des ganzen Gesetzes und einzelner Worte, s. bei Glück XI. p. 408. 443. 445. n. 65. 443. Ich habe ganz nach unserm Text übersetzt.. Wenn daher der Testator etwas Weiteres zu erbauen anbefohlen hat, wie z. B. Säulenhallen in Kreisform, so sind dies keine Leichenkosten.

Dig. 28,1,7Ae­mi­lius Ma­cer li­bro pri­mo ad le­gem vi­cen­si­mam he­redi­ta­tium. Si mu­tus aut sur­dus, ut li­ce­ret si­bi tes­ta­men­tum fa­ce­re, a prin­ci­pe im­pe­tra­ve­rit, va­let tes­ta­men­tum.

Aemil. Mac. lib. I. ad Leg. vices. hered. Wenn ein Stummer oder Tauber die Erlaubniss, ein Testament machen zu dürfen, vom Kaiser erhält, so ist sein Testament gültig.

Dig. 50,16,154Ma­cer li­bro pri­mo ad le­gem vi­cen­si­mam. Mil­le pas­sus non a mi­lia­rio ur­bis, sed a con­ti­nen­ti­bus ae­di­fi­ciis nu­me­ran­di sunt.

Macer lib. I. ad leg. vices. Die tausend Schritte sind nicht von dem Meilensteine in der Stadt, sondern von den anstossenden Gebäuden an zu zählen.22Diese Stelle bezieht sich auf die Berechnung der Zeit, binnen welcher Abwesende zur Eröffnung von Testamenten nach der L. Julia de vices. heredit. nach Rom kommen mussten. S. Paul. Sent. IV. 6. 3. u. vgl. Cujac. l. l. ad l. 3. h. t.

Ex libro II

Dig. 35,2,68Ae­mi­lius Ma­cer li­bro se­cun­do ad le­gem vi­ce­si­mam he­redi­ta­tium. Com­pu­ta­tio­ni in ali­men­tis fa­cien­dae hanc for­mam es­se Ul­pia­nus scri­bit, ut a pri­ma ae­ta­te us­que ad an­num vi­ce­si­mum quan­ti­tas ali­men­to­rum tri­gin­ta an­no­rum com­pu­te­tur eius­que quan­ti­ta­tis Fal­ci­dia prae­ste­tur, ab an­nis ve­ro vi­gin­ti us­que ad an­num vi­ce­si­mum quin­tum an­no­rum vi­gin­ti oc­to, ab an­nis vi­gin­ti quin­que us­que ad an­nos tri­gin­ta an­no­rum vi­gin­ti quin­que, ab an­nis tri­gin­ta us­que ad an­nos tri­gin­ta quin­que an­no­rum vi­gin­ti duo, ab an­nis tri­gin­ta quin­que us­que ad an­nos qua­dra­gin­ta an­no­rum vi­gin­ti. ab an­nis qua­dra­gin­ta us­que ad an­nos quin­qua­gin­ta tot an­no­rum com­pu­ta­tio fit, quot ae­ta­ti eius ad an­num se­xa­ge­si­mum de­erit re­mis­so uno an­no: ab an­no ve­ro quin­qua­ge­si­mo us­que ad an­num quin­qua­ge­si­mum quin­tum an­no­rum no­vem, ab an­nis quin­qua­gin­ta quin­que us­que ad an­num se­xa­ge­si­mum an­no­rum sep­tem, ab an­nis se­xa­gin­ta, cu­ius­cum­que ae­ta­tis sit, an­no­rum quin­que. eo­que nos iu­re uti Ul­pia­nus ait et cir­ca com­pu­ta­tio­nem usus fruc­tus fa­cien­dam. so­li­tum est ta­men a pri­ma ae­ta­te us­que ad an­num tri­ge­si­mum com­pu­ta­tio­nem an­no­rum tri­gin­ta fie­ri, ab an­nis ve­ro tri­gin­ta tot an­no­rum com­pu­ta­tio­nem in­ire, quot ad an­num se­xa­ge­si­mum de­es­se vi­den­tur. num­quam er­go am­plius quam tri­gin­ta an­no­rum com­pu­ta­tio in­itur. sic de­ni­que et si rei pu­bli­cae usus fruc­tus le­ge­tur, si­ve sim­pli­ci­ter si­ve ad lu­dos, tri­gin­ta an­no­rum com­pu­ta­tio fit. 1Si quis ex he­redi­bus rem pro­priam es­se con­ten­dat, de­in­de he­redi­ta­riam es­se con­vin­ca­tur, qui­dam pu­tant eius quo­que Fal­ci­diam non pos­se re­ti­ne­ri, quia ni­hil in­ter­sit, sub­tra­xe­rit an he­redi­ta­riam es­se ne­ga­ve­rit: quod Ul­pia­nus rec­te im­pro­bat.

Aemil. Macer lib. II. ad leg. vices. hered. Die Berechnung zu verabreichender Alimente, schreibt Ulpianus, muss dergestalt geschehen, dass von frühester Jugend bis zum zwanzigsten Lebensjahre [des zu Alimentirenden]33D. h. wenn sich derselbe in diesem Alter bei Berechnung der Falcidia befindet. die Summe der Alimente von dreissig Jahren berechnet, und von dieser Summe die Falcidia abgezogen wird; vom zwanzigsten bis zum fünfundzwanzigsten die von achtundzwanzig Jahren; vom fünfundzwanzigsten bis zum dreissigsten die von fünfundzwanzig Jahren; vom dreissigsten bis zum funfunddreissigsten die von zweiundzwanzig Jahren; vom fünfunddreissigsten bis zum vierzigsten die von zwanzig Jahren; vom vierzigsten bis zum funfzigsten Jahre wird die Summe von soviel Jahren berechnet, als noch an einem Alter von sechzig Jahren fehlen, mit Abzug eines einzigen Jahres; vom funfzigsten bis zum fünfundfunfzigsten die von neun Jahren; vom fünfundfunfzigsten bis zum sechzigsten, die von sieben Jahren; vom sechzigsten Jahre an aber bis zu jedem Alter die von fünf Jahren; dies ist Rechtens sagt Ulpianus auch in Ansehung der Berechnung des Niessbrauches. Doch pflegt man gewöhnlich vom frühesten Alter bis zum dreissigsten Jahre die Berechnung von dreissig Jahren anzunehmen, vom dreissigsten Jahre an aber die von soviel Jahren, als noch am sechzigsten Jahre fehlen; es wird mithin die Berechnung nie über dreissig Jahre ausgedehnt. So wird auch, wenn einem städtischen Gemeinwesen der Niessbrauch vermacht worden, es möge ohne weitern Beisatz oder zu öffentlichen Spielen geschehen sein, die Berechnung von dreissig Jahren angelegt44Diese Stelle versteht man von der Vicesima hereditat. die unter Caracalla eine Decima wurde, s. l. 44. de Orig. Jur. und Voorda ad h. l. p. 207. ff. n. (1). Anton. August. Emend. I. 4.. 1Wenn ein Erbe behauptet, es gehöre ihm ein Gegenstand eigenthümlich, von dem er nachher überführt wird, dass er zur Erbschaft gehöre, so glauben Einige, er könne auch von ihm die Falcidia nicht innebehalten, weil es einerlei sei, ob er ihn heimlich entfernt, oder geleugnet hat, dass es ein erbschaftlicher sei; allein Ulpianus missbilligt dies mit Recht.