Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Gai.ed. prov. XIII
Ad edictum provinciale lib.Gaii Ad edictum provinciale libri

Ad edictum provinciale libri

Ex libro XIII

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2 (2,3 %)De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4 (6,9 %)Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7 (2,8 %)Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10 (0,6 %)De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volkskklagen.)
Dig. 9,4,13Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Non so­lum ad­ver­sus bo­na fi­de pos­ses­so­rem, sed et­iam ad­ver­sus eos qui ma­la fi­de pos­si­dent noxa­lis ac­tio da­tur: nam et ab­sur­dum vi­de­tur eos qui­dem qui bo­na fi­de pos­si­de­rent ex­ci­pe­re ac­tio­nem, prae­do­nes ve­ro se­cu­ros es­se.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Die Noxalklage findet aber nicht blos wider den Besitzer im guten Glauben, sondern auch wider den im bösen Glauben Statt, denn es würde widersinnig sein, dass die Besitzer im guten Glauben sich auf die Klage einlassen, die Räuber aber dagegen sicher sein sollten.

Dig. 36,3,11Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Si le­ga­ta­riis, qui ad­ver­sus me in pos­ses­sio­nem le­ga­to­rum ser­van­do­rum cau­sa mis­si sunt, pro­cu­ra­tor vel quis alius meo no­mi­ne ca­ve­rit, per­in­de mi­hi prae­tor ac­com­mo­dat in­ter­dic­tum, quo iu­bean­tur dis­ce­de­re le­ga­ta­rii pos­ses­sio­ne, ac si ego ca­vis­sem.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 39,4,13Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Sed et hi, qui sa­li­nas et cre­ti­fo­di­nas et me­tal­la ha­bent, pu­bli­ca­no­rum lo­co sunt. 1Prae­ter­ea et si quis vec­ti­gal con­duc­tum a re pu­bli­ca cu­ius­dam mu­ni­ci­pii ha­bet, hoc edic­tum lo­cum ha­bet. 2Si­ve au­tem ven­di­dit ser­vum vel ma­nu­mi­sit vel et­iam fu­git ser­vus, te­ne­bi­tur ser­vi no­mi­ne, qui tam fac­tio­sam fa­mi­liam ha­buit. 3Quid ta­men, si ser­vus de­ces­se­rit? vi­den­dum, an pu­bli­ca­nus te­n­ea­tur qua­si fac­ti sui no­mi­ne: sed pu­to, quia fa­cul­ta­tem non ha­bet ex­hi­ben­di nec do­lus eius in­ter­ces­sit, de­be­re eum li­be­ra­ri. 4Hanc ac­tio­nem per­pe­tuam da­bi­mus et he­redi ce­te­ris­que suc­ces­so­ri­bus.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Aber auch Diejenigen, welche Salinen, Kreidegruben und Bergwerke [gepachtet] haben, gelten als Staatspächter. 1Ferner, wenn Jemand von einer Stadtgemeinde ein Gefälle gepachtet hat, erleidet dieses Edict auch Anwendung. 2Es mag aber der Sclave verkauft, oder freigelassen, oder flüchtig geworden sein, so kann Derjenige, welcher ein so schlechtes11Factiosam, i. e. malam. Accurs. Gesinde gehalten hat, wegen des Sclaven belangt werden. 3Wie jedoch, wenn der Sclave gestorben ist? hat alsdann der Staatspächter, gleichwie für seine eigene Handlung zu haften? Ich glaube aber, derselbe müsse, weil er [den Sclaven] nicht auszuliefern vermag, auch keine Arglist von seiner Seite vorliegt, freigesprochen werden. 4Diese Klage werden wir auf immerwährende Dauer, sowie dem Erben und den übrigen Nachfolgern verleihen.

Dig. 47,2,2Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum. Fur­to­rum ge­ne­ra duo sunt, ma­ni­fes­tum et nec ma­ni­fes­tum.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. Es giebt zwei Arten von Diebstahl, offenbaren22Es ist mir in der Recension in der Lpzgr. Litztung a. a. O. S. 15. vorgeworfen worden, dass die Uebersetzung durch öffentlichen Diebstahl ein Misgriff sei; allein ich war damals (bei den Institut.) besorgt, offenbarer Diebstahl würde Misverständnisse veranlassen, und behielt öffentlich; da man jedoch jetzt regelmässig manifestum durch offenbar übersetzt (siehe Tittmann Strafr.-W. Th. II. §. 418.), so habe ich dies angenommen. und heimlichen.

Dig. 47,2,8Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Nec ma­ni­fes­tum fur­tum quid sit, ap­pa­ret: nam quod ma­ni­fes­tum non est, hoc sci­li­cet nec ma­ni­fes­tum est.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Es ist klar, was ein heimlicher Diebstahl sei, denn jeder nicht offenbare Diebstahl ist ein heimlicher.

Dig. 47,2,51Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Nam et si prae­ci­pi­ta­ta sint pe­co­ra, uti­lis ac­tio dam­ni in­iu­riae qua­si ex le­ge Aqui­lia da­bi­tur.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Denn wenn das Vieh heruntergestürzt ist, so wird eine analoge Klage wegen widerrechtlichen Schadens, wie aus dem Aquilischen Gesetze ertheilt werden.

Dig. 47,2,55Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Si pig­no­re cre­di­tor uta­tur, fur­ti te­ne­tur. 1Eum, qui quod uten­dum ac­ce­pit ip­se alii com­mo­da­ve­rit, fur­ti ob­li­ga­ri re­spon­sum est. ex quo sa­tis ap­pa­ret fur­tum fie­ri et si quis usum alie­nae rei in suum lu­crum con­ver­tat. nec mo­ve­re quem de­bet, qua­si ni­hil lu­cri sui gra­tia fa­ciat: spe­cies enim lu­cri est ex alie­no lar­gi­ri et be­ne­fi­cii de­bi­to­rem si­bi ad­quire­re. un­de et is fur­ti te­ne­tur, qui id­eo rem amo­vet, ut eam alii do­net. 2Fu­rem in­ter­diu de­pre­hen­sum non ali­ter oc­ci­de­re lex duo­de­cim ta­bu­la­rum per­mi­sit, quam si te­lo se de­fen­dat. te­li au­tem ap­pel­la­tio­ne et fer­rum et fus­tis et la­pis et de­ni­que om­ne, quod no­cen­di cau­sa ha­be­tur, sig­ni­fi­ca­tur. 3Cum fur­ti ac­tio ad poe­nae per­se­cu­tio­nem per­ti­neat, con­dic­tio ve­ro et vin­di­ca­tio ad rei re­ci­pe­ra­tio­nem, ap­pa­ret re­cep­ta re ni­hi­lo mi­nus sal­vam es­se fur­ti ac­tio­nem, vin­di­ca­tio­nem ve­ro et con­dic­tio­nem tol­li: sic­ut ex di­ver­so post so­lu­tam du­pli aut qua­dru­pli poe­nam sal­va est vin­di­ca­tio et con­dic­tio. 4Qui fer­ra­men­ta sciens com­mo­da­ve­rit ad ef­frin­gen­dum os­tium vel ar­ma­rium, vel sca­lam sciens com­mo­da­ve­rit ad ascen­den­dum: li­cet nul­lum eius con­si­lium prin­ci­pa­li­ter ad fur­tum fa­cien­dum in­ter­ve­ne­rit, ta­men fur­ti ac­tio­ne te­ne­tur. 5Si tu­tor qui neg­otia ge­rit aut cu­ra­tor trans­ege­rit cum fu­re, eva­nes­cit fur­ti ac­tio.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Wenn der Gläubiger von einem Pfande Gebrauch macht, so haftet er mittels der Diebstahlsklage. 1Wer Etwas zum Gebrauch erhalten hat, der, hat man sich gutachtlich ausgesprochen, haftet, wenn er dies einem Andern geliehen, durch die Diebstahlsklage. Hieraus erhellt sattsam, dass auch dann ein Diebstahl geschehe, wenn Jemand von einer fremden Sache zu seinem Vortheil Gebrauch macht. Es lasse sich auch Niemand dadurch irre machen, als thue er [in der That] nichts seines Vortheils halber, denn es ist allerdings eine Art von Vortheil, von etwas Fremden einen Gebrauch durch Freigebigkeit zu machen, und sich einen Schuldner seiner [gefälligen] Wohlthätigkeit zu erwerben. Darum haftet auch Der wegen Diebstahls, wer eine Sache zu dem Ende entwendet hat, um sie einem Andern zu schenken. 2Einen bei Tage ergriffenen Dieb hat das Zwölftafelgesetz nur dann zu tödten erlaubt, wenn er sich mit Waffen vertheidigt; unter Waffe versteht man sowohl Schwerter, als Prügel und Steine, und überhaupt Alles, was man hat, um zu schaden. 3Da die Diebstahlsklage zur Verfolgung der Strafe abzweckt, die Condiction aber und die Eigenthumsklage auf Wiedererlangung der Sache, so ist klar, dass, wenn auch die Sache wiedererhalten worden, dennoch die Diebstahlsklage unversehrt erhalten bleibe, die Eigenthumsklage aber und die Condiction wegfalle, sowie umgekehrt nach Zahlung der Strafe des Doppelten oder Vierfachen die Eigenthumsklage und die Condiction vorbehalten bleibt. 4Wer Brecheisen wissentlich zur Erbrechung einer Thür oder eines Schrankes, oder eine Leiter wissentlich zum Einsteigen hergeliehen hat, der haftet dennoch wegen Diebstahls, wenngleich hauptsächlich sein Rath zur Ausführung des Diebstahls nicht in’s Mittel getreten. 5Wenn der Vormund, der die Geschäfte führt, oder der Curator sich mit dem Diebe verglichen hat, so erlischt die Diebstahlsklage.

Dig. 47,4,2Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Si pau­lo an­te, quam sta­tu­ta li­ber­tas op­ti­ge­rit, amo­ve­rit ali­quid ser­vus aut cor­ru­pe­rit, igno­ran­tia do­mi­ni non in­tro­du­cit hanc ac­tio­nem: id­eo­que li­cet ma­xi­me igno­ra­ve­rit he­res a sta­tu­li­be­ro aut qui­li­bet alius do­mi­nus a ser­vo suo amo­tum ali­quid cor­rup­tum­ve es­se, non im­pe­trat post li­ber­ta­tem eius ul­lam ac­tio­nem, quam­vis in plu­ri­bus aliis cau­sis ius­ta igno­ran­tia ex­cu­sa­tio­nem me­rea­tur.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Wenn ein Sclave, einige Zeit, bevor ihm die ausgesetzte Freiheit zu Theil geworden, Etwas entwendet oder verdorben hat, so bewirkt das Nichtwissen des Herrn diese Klage nicht; und wenn daher der Erbe auch nichts davon weiss, dass ein Bedingtfreier, oder irgend ein anderer Herr, dass von seinem Sclaven Etwas entwendet oder verdorben worden sei, so erlangt er, nachdem ihm die Freiheit zu Theil geworden, keine Klage, wenngleich in den meisten andern Fällen eine rechtmässige Unwissenheit Entschuldigung verdient.

Dig. 47,7,9Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Si co­lo­nus sit, qui ce­ci­de­rit ar­bo­res, et­iam ex lo­ca­to cum eo agi pot­est. pla­ne una ac­tio­ne con­ten­tus es­se de­bet ac­tor.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Wenn der Pächter es gewesen, der die Bäume umgehauen hat, so kann auch die Verpachtsklage wider ihn angestellt werden. Mit einer Klage muss aber der Kläger sich begnügen.

Dig. 47,10,34Gaius li­bro ter­tio de­ci­mo ad edic­tum pro­vin­cia­le. Si plu­res ser­vi si­mul ali­quem ce­ci­de­rint aut con­vi­cium ali­cui fe­ce­rint, sin­gu­lo­rum pro­prium est ma­le­fi­cium et tan­to ma­ior in­iu­ria, quan­to a plu­ri­bus ad­mis­sa est. im­mo et­iam tot in­iu­riae sunt, quot et per­so­nae in­iu­riam fa­cien­tium.

Gaj. lib. XIII. ad Ed. prov. Wenn Jemanden mehrere Sclaven zugleich geschlagen oder ausgeschimpft haben, so ist eine Missethat jedes einzelnen vorhanden, und die Injurie um so grösser, von je mehreren sie begangen worden ist; ja es sind so viel Injurien vorhanden, als Personen, die sie begehen.