Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.op. II
Opinionum lib.Ulpiani Opinionum libri

Opinionum libri

Ex libro II

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1 (1,2 %)De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 49,1,12Idem li­bro se­cun­do opi­nio­num. Si con­stet nul­lo ac­tu ex le­ge ha­bi­to duum­vi­rum crea­tum, sed tan­tum vo­ci­bus po­pu­la­rium pos­tu­la­tum eis­que tunc pro­con­su­lem, quod fa­ce­re non de­buit, con­sen­sis­se: ap­pel­la­tio in re aper­ta su­per­va­cua fuit.

Idem lib. II. Opin. Wenn ausser Zweifel ist, dass ein Duumvir durch keinen gesetzmässig abgehaltenen Actus gewählt, sondern blos von Lieblingen des Volks mündlich verlangt worden ist, und dass der Proconsul nun, was er nicht hätte thun sollen, ihnen seine Zustimmung gegeben habe, so war die Appellation11Welche nemlich der Gewählte gegen seine Wahl ergriffen hatte. in einer offenkundigen Sache überflüssig.

Dig. 50,1,6Ul­pia­nus li­bro se­cun­do opi­nio­num. Ad­sump­tio ori­gi­nis, quae non est, ve­ri­ta­tem na­tu­rae non per­emit: er­ro­re enim ve­ri­tas ori­gi­nis non amit­ti­tur nec men­da­cio di­cen­tis se es­se, un­de non sit, de­po­ni­tur: ne­que re­cu­san­do quis pa­triam, ex qua ori­un­dus est, ne­que men­tien­do de ea, quam non ha­bet, ve­ri­ta­tem mu­ta­re pot­est. 1Fi­lius ci­vi­ta­tem, ex qua pa­ter eius na­tu­ra­lem ori­gi­nem du­cit, non do­mi­ci­lium se­qui­tur. 2Vi­ris pru­den­ti­bus pla­cuit duo­bus lo­cis pos­se ali­quem ha­be­re do­mi­ci­lium, si utru­bi­que ita se in­stru­xit, ut non id­eo mi­nus apud al­te­ros se col­lo­cas­se vi­dea­tur. 3Li­ber­ti­ni ori­gi­nem pa­tro­no­rum vel do­mi­ci­lium se­quun­tur: item qui ex his nas­cun­tur.

Ulp. lib. II. Opin. Die Angabe einer Herkunft, die man nicht hat, ändert die Wirklichkeit nicht; denn durch Irrthum geht die wahre Herkunft nicht verloren, und es legt Keiner, der sich für anders woher, als er ist, gebürtig ausgiebt, durch solche Lüge sie ab; man kann weder durch Verleugnung der Heimath, aus welcher man gebürtig ist, noch durch Erdichtung einer andern, die man nicht hat, die Wahrheit aufheben. 1Der Sohn gehört zu der Stadt, aus welcher der Vater gebürtig ist, nicht zu dessen Wohnort. 2Die Rechtsgelehrten haben angenommen, es könne Jemand an zwei Orten seinen Wohnort haben, wofern er sich an beiden dergestalt häuslich eingerichtet hat, dass er deshalb nicht minder an dem einen als an dem andern als angesiedelt gelten kann22Vgl. u. fr. 27. §. 2. h. t.. 3Freigelassene haben33Durch rechtliche Fiction. die Herkunft oder den Wohnort ihrer Freilasser; ebenso ihre Kinder.

Dig. 50,2,1Ul­pia­nus li­bro se­cun­do opi­nio­num. De­cu­rio­nes, quos se­di­bus ci­vi­ta­tis, ad quam per­ti­nent, re­lic­tis in alia lo­ca trans­mi­gras­se pro­ba­bi­tur, prae­ses pro­vin­ciae in pa­trium so­lum re­vo­ca­re et mu­ne­ri­bus con­gruen­ti­bus fun­gi cu­ret.

Ulp. lib. II. Opin. Die Decurionen, welche erweislich ihren Wohnort in der Stadt, wohin sie gehören, verlassen und sich an andere Orte übersiedelt haben, soll der Statthalter der Provinz in die Heimath zurückrufen und die ihnen angemessenen Aemter versehen lassen.

Dig. 50,3,2Idem li­bro se­cun­do opi­nio­num. In al­bo de­cu­rio­num in mu­ni­ci­pio no­mi­na an­te scri­bi opor­tet eo­rum, qui dig­ni­ta­tes prin­ci­pis iu­di­cio con­se­cu­ti sunt, post­ea eo­rum, qui tan­tum mu­ni­ci­pa­li­bus ho­no­ri­bus func­ti sunt.

Idem lib. II. Opin. In der Liste der Decurionen in einem Municipium müssen zuerst die Namen Derer, die durch Entschliessung des Fürsten zu Würden44Zu Reichsämtern. Darunter auch Die, so römische Senatoren oder Ritter waren. S. das Album von Canusium bei Savigny a. a. O. gelangt sind, und nachher Derjenigen, die nur städtische Ehrenstellen verwaltet haben, aufgeführt werden.

Dig. 50,4,3Idem li­bro se­cun­do opi­nio­num. Et qui ori­gi­nem ab ur­be Ro­ma ha­bent, si alio lo­co do­mi­ci­lium con­sti­tue­runt, mu­ne­ra eius sus­ti­ne­re de­bent. 1His, qui cas­tris ope­ram per mi­li­tiam dant, nul­lum mu­ni­ci­pa­le mu­nus in­iun­gi pot­est. ce­te­ri au­tem pri­va­ti, quam­vis mi­li­tum co­gna­ti sunt, le­gi­bus pa­triae suae et pro­vin­ciae ob­oe­di­re de­bent. 2Si in me­tal­lum da­tus in in­te­grum re­sti­tu­tus sit, per­in­de ac si nec dam­na­tus fuis­set, ad mu­ne­ra vel ho­no­res vo­ca­tur: nec op­po­net for­tu­nam et ca­sus tris­tio­res suos ad hoc so­lum, ne pa­triae ido­neus ci­vis es­se vi­dea­tur. 3Cor­po­ra­lia mu­ne­ra fe­mi­nis ip­se se­xus de­ne­gat. 4Quo mi­nus ho­no­res aut mu­ne­ra in­iun­gan­tur fi­lio, si nul­lam ha­bet ex­cu­sa­tio­nem, in­ter­ce­de­re pa­ter, in cu­ius po­tes­ta­te est, ius non ha­bet. 5Quod pa­ter non con­sen­sit ho­no­ri­bus si­ve mu­ne­ri­bus fi­lii, ne il­lius pa­tri­mo­nium one­ri sub­icia­tur, prae­stat de­fen­sio­nem, non ci­vem pa­triae uti­li­ta­ti­bus qua­te­nus pot­est au­fert. 6Quam­vis ma­ior an­nis sep­tua­gin­ta et quin­que li­be­ro­rum in­co­lu­mium pa­ter sit id­eo­que a mu­ne­ri­bus ci­vi­li­bus ex­cu­se­tur, fi­lii ta­men eius suo no­mi­ne com­pe­ten­tia mu­ne­ra ad­gnos­ce­re de­bent: id­eo enim pro­prium prae­mium im­mu­ni­ta­tis prop­ter fi­lios pa­tri­bus da­tum est, quod il­li sub­ibunt. 7Vi­tri­cus one­ra mu­ne­rum ci­vi­lium no­mi­ne pri­vi­gni sui sus­ci­pe­re nul­la iu­ris ra­tio­ne co­gi­tur. 8Li­ber­ti mu­ne­ri­bus fun­gi de­bent apud ori­gi­nem pa­tro­no­rum, sed si sua pa­tri­mo­nia ha­bent suf­fec­tu­ra one­ri­bus: res enim pa­tro­no­rum mu­ne­ri­bus li­ber­ti­no­rum sub­iec­ta non est. 9Quod pa­ter in rea­tu cri­mi­nis ali­cu­ius est, fi­liis im­pe­d­imen­to ad ho­no­res es­se non de­bet. 10De­ca­pro­tos et­iam mi­no­res an­nis vi­gin­ti quin­que fie­ri, non mi­li­tan­tes ta­men, pri­dem pla­cuit, quia pa­tri­mo­nii ma­gis onus vi­de­tur es­se. 11Ex­ac­tio­nem tri­bu­to­rum onus pa­tri­mo­nii es­se con­stat. 12Cu­ra fru­men­ti com­pa­ran­di mu­nus est, et ab eo ae­tas sep­tua­gin­ta an­no­rum vel nu­me­rus quin­que in­co­lu­mium li­be­ro­rum ex­cu­sat. 13Eos mi­li­tes, qui­bus su­per­ve­nien­ti­bus hos­pi­tia prae­be­ri in ci­vi­ta­te opor­tet, per vi­ces ab om­ni­bus, quos id mu­nus con­tin­git, sus­ci­pi opor­tet. 14Mu­nus hos­pi­tis in do­mo re­ci­pien­di non per­so­nae, sed pa­tri­mo­nii onus est. 15Prae­ses pro­vin­ciae pro­vi­deat mu­ne­ra et ho­no­res in ci­vi­ta­ti­bus ae­qua­li­ter per vi­ces se­cun­dum ae­ta­tes et dig­ni­ta­tes, ut gra­dus mu­ne­rum ho­no­rum­que qui an­ti­qui­tus sta­tu­ti sunt, in­iun­gi, ne si­ne dis­cri­mi­ne et fre­quen­ter is­dem op­pres­sis si­mul vi­ris et vi­ri­bus res pu­bli­cae de­sti­tuan­tur. 16Si duo fi­lii in pa­tris po­tes­ta­te sint, eo­dem tem­po­re mu­ne­ra eo­rum pa­ter sus­ti­ne­re non com­pel­li­tur. 17Si is, qui duos fi­lios re­lin­que­bat, ni­hil de ex­pe­dien­dis mu­ne­ri­bus al­te­rius fi­lii ex com­mu­ni pa­tri­mo­nio su­pre­mis suis ca­vit, pro­priis sump­ti­bus is et mu­ne­ra et ho­no­res, qui ei in­iun­gen­tur, sus­ci­pe­re de­bet, quam­vis pro al­te­ro vi­vus pa­ter eius­mo­di one­ra ex­pe­die­rit.

Idem lib. II. Opin. Auch wer aus Rom gebürtig ist, muss, wenn er an einem andern Orte sich niederlässt, die daselbst [herkömmlichen] Dienste übernehmen. 1Wer als Soldat im Lager steht, dem kann kein Dienst oder Amt für die Stadtgemeinde aufgelegt werden; andere Privatpersonen aber, wenn sie gleich Soldaten zu Verwandten haben, müssen den Gesetzen ihrer Vaterstadt und Provinz sich fügen. 2Wenn ein zur Bergwerksarbeit Abgelieferter in vorigen Stand eingesetzt wird, so ist er, gleich als ob er gar nicht verurtheilt worden wäre, zu bürgerlichen Leistungen und Aemtern berufen, und kann nicht seine Schicksale und traurige Begegnisse deshalb vorschützen, um kein brauchbarer Bürger seiner Vaterstadt zu sein. 3Von persönlichen Diensten schliesst die Frauen ihr Geschlecht von selbst aus, sodass ihnen keine Ehrenstellen und Dienste auferlegt werden können55S. fr. 2. de r. j. 50. 17.. 4Für den Sohn, der keinen Entschuldigungsgrund66Gegen die Uebernahme der bürgerlichen Lasten. hat, einzutreten, ist der Vater, in dessen Gewalt derselbe sich befindet, nicht befugt. 5Wenn der Vater in die Uebernahme von Diensten oder Ehrenämtern von Seiten des Sohnes nicht gewilligt hat, damit sein [des Vaters] Vermögen nicht mit Lasten beschwert werde, so begründet dieses eine Ausflucht77Er ist für den Sohn nicht verantwortlich., entzieht aber nicht den Bürger dem Nutzen des Gemeinwesens, soweit er [dafür thätig zu sein] vermag88Der Sohn bedarf nicht der Einwilligung des Vaters zu Uebernahme von Aemtern.. 6Wenngleich Einer über siebzig Jahr alt und Vater fünf lebendiger Kinder, mithin mit bürgerlichen Diensten zu verschonen ist, so müssen doch seine Söhne für ihre Personen die sie treffenden Dienste übernehmen; denn ebendeshalb ist den Vätern die eigenthümliche Belohnung dafür, dass sie Söhne haben, zugestanden, weil jene [die Lasten] übernehmen können. 7Der Stiefvater ist rechtlich keinesweges gezwungen für seinen Stiefsohn wegen der bürgerlichen Dienste desselben einige Lasten zu tragen. 8Freigelassene müssen die bürgerlichen Dienste in der Heimath ihrer Freilasser übernehmen, vorausgesetzt, dass sie eigenes Vermögen haben, welches die Lasten tragen könne; denn das Vermögen der Freilasser haftet für die Dienste der Freigelassenen nicht. 9Dass der Vater wegen eines Verbrechens angeklagt ist, darf dem Sohne an Gelangung zu Ehrenämtern nicht hinderlich sein. 10Unter die zehn Vormänner (decaprotos) können, dies ist längst angenommen, auch noch nicht Fünfundzwanzigjährige kommen, da dieses Amt mehr eine Last des Vermögens ist99S. fr. 1. §. 1., fr. §. 4. h. t.. 11Es ist gewiss, dass die Eintreibung der Abgaben eine Last des Vermögens ist1010Der Einnehmer musste für die Ausfälle aufkommen.. 12Die Besorgung des Getreideeinkaufs ist ein [bürgerlicher] Dienst (munus), und siebzigjähriges Alter, oder die Zahl von fünf lebendigen Kindern befreit davon1111Wenn es für ein Amt oder eine Ehrenstelle (honor) gälte, so würde diese Befreiung darauf nicht anwendbar sein. Fr. 12. h. t., fr. 2. §. 1. de vacat. et exc. 50. 5.. 13Soldaten, welchen bei ihrem Einrücken in der Stadt Quartiere zu geben sind, müssen wechselsweise von Allen, welche diese Last trifft, aufgenommen werden. 14Die Obliegenheit (munus), einen Gastfreund [der Stadt] in seinem Hause zu beherbergen, ist nicht eine persönliche, sondern eine Vermögenslast. 15Der Statthalter der Provinz hat darauf zu sehen, dass die Dienste und Ehrenämter in den Städten gleichmässig nach der Reihe, zufolge des Alters und des Ranges, oder der Abstufung der Verrichtungen und Aemter, die herkömmlich festgesetzt ist, zugetheilt werden, damit nicht durch rücksichtslose und wiederholte Belastung der Nemlichen die Stadtgemeinden von Männern sowohl als von Kräften entblösst werden. 16Wenn zwei Söhne in eines Vaters Gewalt stehen, so ist derselbe zu gleicher Zeit für beide bürgerliche Lasten zu tragen nicht verbunden. 17Wenn Jemand zwei Söhne hinterlässt, und in seinem letzten Willen über Bestreitung der bürgerlichen Dienste des einen Sohnes aus dem gemeinschaftlichen Vermögen nichts verordnet hat, so muss derselbe sowohl die Dienste, als die Ehrenämter, die ihm aufgetragen werden, auf eigene Kosten übernehmen, wenngleich der Vater bei Lebzeiten für den andern Sohn dergleichen Lasten bestritten hat.1212Vgl. fr. 1. §. 16. de collat. 37. 6. fr. 20. §. 6. fam. ercisc. 10. 2.

Dig. 50,5,1Ul­pia­nus li­bro se­cun­do opi­nio­num. Om­nis ex­cu­sa­tio sua ae­qui­ta­te ni­ti­tur. sed si prae­ten­den­ti­bus ali­quod si­ne iu­di­ce cre­da­tur, aut pas­sim si­ne tem­po­ris prae­fi­ni­tio­ne, pro­ut cui­que li­bue­rit, per­mis­sum fue­rit se ex­cu­sa­re, non erunt, qui mu­ne­ra ne­ces­sa­ria in re­bus pu­bli­cis ob­eant. qua­re et qui li­be­ro­rum in­co­lu­mium iu­re a mu­ne­ri­bus ci­vi­li­bus si­bi vin­di­cant ex­cu­sa­tio­nem, ap­pel­la­tio­nem in­ter­po­ne­re de­bent: et qui tem­po­ra prae­fi­ni­ta in or­di­ne eius­mo­di ap­pel­la­tio­num per­agen­do non ser­va­ve­rint, me­ri­to prae­scrip­tio­ne re­pel­lun­tur. 1Qui ex­cu­sa­tio­ne ali­qua utun­tur, quo­tiens­cum­que crea­ti fue­rint, et­si iam an­te ab­so­lu­ti sunt, ne­ces­se ha­bent ap­pel­la­re. sed si per ca­lum­niam et sae­pius idem ad­ver­sa­rius ve­xan­di gra­tia eius, quem scit per­pe­tua va­ca­tio­ne sub­ni­xum, id fa­ce­re pro­ba­tus erit, sump­tus li­tis ex­em­plo de­cre­to­rum prin­ci­pa­lium prae­sta­re iu­bea­tur ei, quem si­ne cau­sa sae­pius in­quie­ta­vit. 2Qui in frau­dem or­di­nis in ho­no­ri­bus ge­ren­dis, cum in­ter eos ad pri­mos ho­no­res crea­ri pos­sint qui in ci­vi­ta­te mu­ne­ra­ban­tur, evi­tan­do­rum ma­io­rum one­rum gra­tia ad co­lo­nos prae­dio­rum se trans­tu­le­runt, ut mi­no­ri­bus sub­ician­tur, hanc ex­cu­sa­tio­nem si­bi non pa­ra­ve­runt. 3Quam­vis se­xa­gin­ta quin­que an­no­rum ali­quis sit et tres li­be­ros in­co­lu­mes ha­beat, a mu­ne­ri­bus ta­men ci­vi­li­bus prop­ter has cau­sas non li­be­ra­tur.

Ulp. lib. II. Opin. Jeder Entschuldigungsgrund sützt sich für sich auf eine gewisse Billigkeit. Sollte aber den etwas Vorwendenden ohne Untersuchung (sine judice) geglaubt werden, oder insgemein, ohne Beschränkung hinsichtlich der Zeit, nach eines Jeden Belieben, sich zu entschuldigen erlaubt sein, so würde es zu Uebernahme der nöthigen Dienste für das Gemeinwesen an Leuten fehlen. Daher müssen Die, welche wegen lebendiger Kinder von bürgerlichen Leistungen entschuldigt zu sein behaupten, Appellation einwenden,1313Um die Sache zur Kenntniss des Kaisers zu bringen. und wer die für den Rechtsgang solcher Appellationen festgesetzten Fristen nicht innehält, wird mit Recht wegen Versäumniss abgewiesen. 1Wer irgend eine Entschuldigung gebraucht, der muss, so oft er gewählt wird, wenn er auch schon früher freigesprochen worden, doch [wieder] appelliren; falls aber erwiesen wird, dass derselbe Gegner aus Schikane, um Einen, den er von einer fortdauernden Befreiung geschützt weiss, zu plagen, dieses wiederholt gethan habe, so muss er, nach dem Vorgang kaiserlicher Beschlüsse, zu Erstattung der Processkosten an Den, welchen er ohne Grund mehrmals beunruhigt hat, verurtheilt werden. 2Wer, zu Hintergehung des Raths (Decurionenstands), hinsichtlich der Uebernahme von Aemtern, da er zu den ersten Ehrenstellen, die es in der Stadt giebt, wählbar war, sich unter die Grundstückspachter begeben hat, um grössern Obliegenheiten auszuweichen und nur geringern sich zu unterziehen, dem kommt solche Entschuldigung nicht zu Statten. 3Wenn Jemand auch fünfundsechzig Jahr alt ist und drei lebendige Kinder hat, so ist er doch aus diesem Grunde von bürgerlichen Diensten nicht frei.1414Nur der siebzigjährige, oder wer fünf Kinder hat, ist es. S. u. fr. 2. §. 1. h. t. fr. 3. de jure immun. (50. 6.)

Dig. 50,7,2Idem li­bro se­cun­do opi­nio­num. Le­ga­tus con­tra rem pu­bli­cam, cu­ius le­ga­tus est, per alium a prin­ci­pe quid pos­tu­la­re pot­est. 1Utrum quis de­se­rue­rit le­ga­tio­nem an ex ne­ces­sa­ria cau­sa mo­ram pas­sus sit, or­di­ni pa­triae suae pro­ba­re de­bet. 2Ces­sa­tio unius le­ga­ti ei, qui mu­nus ut opor­tet ob­iit, non no­cet.

Idem lib. II. Opin. Ein Abgeordneter kann gegen das Gemeinwesen, dessen Abgeordneter er ist, durch einen Andern beim Fürsten etwas suchen. 1Ob einer seinen Abgeordnetenposten [muthwillig] verlassen oder durch eine unausweichliche Ursache Aufenthalt erfahren hat, muss er dem Rathe seiner Heimath beweisen. 2Die Zögerung des einen Abgeordneten schadet dem andern, der sein Amt gebührend versehen hat, nicht.

Dig. 50,7,3Idem ex eo­dem li­bro. His, qui non gra­tui­tam le­ga­tio­nem sus­ce­pe­runt, le­ga­ti­vum ex for­ma re­sti­tua­tur.

Idem eod. lib. Denen, welche übernommen haben, unentgeltlich Abgeordnete zu sein, wird [doch] das angemessene legativum erstattet1515S. o. fr. 18. §. 12. de mun. et hon. 50. 4..

Dig. 50,10,1Ul­pia­nus li­bro se­cun­do opi­nio­num. Cu­ra­tor ope­rum crea­tus prae­scrip­tio­ne mo­tus ab ex­cu­sa­tio­ne per­fe­ren­da sic­uti ces­sa­tio­nis no­mi­ne, in qua quo­ad vi­vit mo­ra­tus est, he­redes suos ob­li­ga­tos re­li­quit, ita tem­po­ris, quod post mor­tem eius ces­sit, nul­lo one­re eos ob­strin­xit. 1Cu­ram ope­ris aquae duc­tus in alio iam mu­ne­re con­sti­tu­tus post­ea sus­ce­pe­rat. prae­pos­te­re vi­sus est pe­te­re ex­one­ra­ri prio­re utris­que iam im­pli­ci­tus, quan­do, si al­te­rum tan­tum sus­ti­ne­re eum opor­tuis­set, an­te pro­ba­bi­lius im­pe­tras­set prop­ter prius mu­nus a se­quen­ti ex­cu­sa­tio­nem.

Ulp. lib. II. Opin. Wer zum Besorger (curator) öffentlicher Baue erwählt worden und mit einer dawider gebrauchten Entschuldigung wegen entgegenstehenden Einwands nicht durchgekommen ist, der hinterlässt seine Erben zwar wegen der Verzögerung, in der er bis zum Lebensende verharret hat, verantwortlich, nicht aber hat er ihnen wegen der Zeit, die nach seinem Tode verflossen ist, irgend eine Last aufgelegt. 1Jemand hatte, während er schon eine andere Verrichtung auf sich hatte, noch die Besorgung des Baues einer Wasserleitung übernommen. Seine dann angebrachte Bitte, ihn der frühern Verrichtung zu entledigen, wurde, da er in beiden schon begriffen war, für verkehrt geachtet, indem er, wenn ihm nur eine davon auf sich zu haben gebührt hätte, leichter vorher wegen des erstern Amtes Befreiung von dem zweiten erlangt haben würde.