Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.off. procons. VII
De officio proconsulis lib.Ulpiani De officio proconsulis libri

De officio proconsulis libri

Ex libro VII

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18 (9,8 %)De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12 (5,9 %)De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2 (14,6 %)De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3 (4,2 %)De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4 (18,7 %)Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6 (11,7 %)Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8 (16,6 %)Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10 (0,8 %)De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13 (19,4 %)Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16 (1,8 %)Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (3,8 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 1,18,13Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Con­gruit bo­no et gra­vi prae­si­di cu­ra­re, ut pa­ca­ta at­que quie­ta pro­vin­cia sit quam re­git. quod non dif­fi­ci­le op­ti­ne­bit, si sol­li­ci­te agat, ut ma­lis ho­mi­ni­bus pro­vin­cia ca­reat eos­que con­qui­rat: nam et sa­c­ri­le­gos la­tro­nes pla­gia­rios fu­res con­qui­re­re de­bet et pro­ut quis­que de­li­que­rit, in eum anim­ad­ver­te­re, re­cep­to­res­que eo­rum co­er­ce­re, si­ne qui­bus la­tro diu­tius la­te­re non pot­est. 1Fu­rio­sis, si non pos­sint per ne­ces­sa­rios con­ti­ne­ri, eo re­me­dio per prae­si­dem ob­viam eun­dum est: sci­li­cet ut car­ce­re con­ti­nean­tur. et ita di­vus Pius re­scrip­sit. sa­ne ex­cu­tien­dum di­vi fra­tres pu­ta­ve­runt in per­so­na eius, qui par­ri­ci­dium ad­mi­se­rat, utrum si­mu­la­to fu­ro­re fa­ci­nus ad­mi­sis­set an ve­ro re ve­ra com­pos men­tis non es­set, ut si si­mu­las­set, plec­te­re­tur, si fu­re­ret, in car­ce­re con­ti­ne­re­tur.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Es kommt einem guten und tüchtigen Präsidenten zu, Sorge dafür zu tragen, dass in der Provinz, welche er regiert, Ruhe und Frieden herrsche. Dies wird ihm nicht schwer fallen, wenn er es sich angelegen sein lässt, die Provinz von Gesindel rein zu halten, und ihm nachstellt; denn er muss Kirchenräubern, Strassenräubern, Menschenräubern, und Dieben nachstellen, und je nachdem, was jeder verbrochen, ihn bestrafen, auch ihre Heeler züchtigen, ohne welche der Strassenräuber nicht länger verborgen bleiben kann. 1Wahnsinnige, welche durch ihre Angehörigen nicht festgehalten werden können, muss der Präsident dadurch unschädlich machen, dass er sie einsperren lässt; dies hat der Kaiser Pius verordnet. Ueber die Person dessen, der einen Verwandtenmord begangen hat, soll, nach der Ansicht der kaiserlichen Brüder, eine Untersuchung angestellt werden, ob er ie That in erheucheltem Wahnsinn verübt hat, oder ob er wirklich seines Verstandes nicht mächtig sei, um, wenn er sich [wahnsinnig] gestellt, gestraft, wenn er wirklich wahnsinnig wäre, im Gefängniss festgehalten zu werden.

Dig. 2,12,9Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Di­vus Tra­ia­nus Mi­n­icio Na­ta­li re­scrip­sit fe­rias a fo­ren­si­bus tan­tum neg­otiis da­re va­ca­tio­nem, ea au­tem, quae ad dis­ci­pli­nam mi­li­ta­rem per­ti­nent, et­iam fe­ria­tis die­bus per­agen­da: in­ter quae cus­to­dia­rum quo­que co­gni­tio­nem es­se.

Ulp. lib. VII. de offic. Proconsulis. Der höchstselige Trajan hat dem Minucius Natalis rescribirt, dass Ferien nur von den gerichtlichen Geschäften entbänden; was aber zur Kriegszucht gehöre, müsse auch an Ferientagen vollbracht werden, wozu auch die Besichtigung der Wachen gehöre.

Dig. 11,4,3Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Di­vus Pius re­scrip­sit eum, qui fu­gi­ti­vum vult re­qui­re­re in prae­diis alie­nis, pos­se ad­ire prae­si­dem lit­te­ras ei da­tu­rum et, si ita res ex­ege­rit, ap­pa­ri­to­rem quo­que, ut ei per­mit­ta­tur in­gre­di et in­qui­re­re, et poe­nam eun­dem prae­si­dem in eum con­sti­tue­re, qui in­qui­ri non per­mis­se­rit. sed et di­vus Mar­cus ora­tio­ne, quam in se­na­tu re­ci­ta­vit, fa­cul­ta­tem de­dit in­gre­dien­di tam Cae­sa­ris quam se­na­to­rum et pa­ga­no­rum prae­dia vo­len­ti­bus fu­gi­ti­vos in­qui­re­re scru­ta­ri­que cu­bi­lia at­que ves­ti­gia oc­cul­tan­tium.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Der Kaiser Pius hat verordnet: wer einen Entlaufenen aufsuchen will, kann den Präsidenten um Ertheilung eines Schreibens angehen, [der ihm] nach Erfordern der Sache auch einen Gerichtsdiener [mitgibt], um ihm den Eingang und das Nachsuchen zu verschaffen, und es werde der Präsident auch über den eine Strafe verhängen, der das Nachsuchen nicht gestatten will. Auch der Kaiser Marcus ertheilte in einem Vortrag, den er im Senat hielt, denen, die Entlaufenen nachforschen wollen, die Erlaubniss, die Grundstücke des Kaisers sowohl wie der Senatoren und anderer Leute zu betreten, und den Lagerstätten und Spuren der Versteckten nachzuforschen.

Dig. 48,2,7Idem li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Si cui cri­men ob­icia­tur, prae­ce­de­re de­bet cri­men sub­scrip­tio. quae res ad id in­ven­ta est, ne fa­ci­le quis pro­si­liat ad ac­cu­sa­tio­nem, cum sciat in­ul­tam si­bi ac­cu­sa­tio­nem non fu­tu­ram. 1Ca­vent ita­que sin­gu­li, quod cri­men ob­iciant, et prae­ter­ea per­se­ve­ra­tu­ros se in cri­mi­ne us­que ad sen­ten­tiam. 2Is­dem cri­mi­ni­bus, qui­bus quis li­be­ra­tus est, non de­bet prae­ses pa­ti eun­dem ac­cu­sa­ri, et ita di­vus Pius Sal­vio Va­len­ti re­scrip­sit: sed hoc, utrum ab eo­dem an nec ab alio ac­cu­sa­ri pos­sit, vi­den­dum est. et pu­tem, quon­iam res in­ter alios iu­di­ca­tae alii non prae­iu­di­cant, si is, qui nunc ac­cu­sa­tor ex­sti­tit, suum do­lo­rem per­se­qua­tur do­ceat­que igno­ras­se se ac­cu­sa­tio­nem ab alio in­sti­tu­tam, mag­na ex cau­sa ad­mit­ti eum ad ac­cu­sa­tio­nem de­be­re. 3Si ta­men alio cri­mi­ne pos­tu­le­tur ab eo­dem, qui in alio cri­mi­ne eum ca­lum­nia­tus est, pu­to non fa­ci­le ad­mit­ten­dum eum qui se­mel ca­lum­nia­tus sit: quam­vis fi­lium ac­cu­sa­to­ris ad­mit­ti opor­te­re aliam ac­cu­sa­tio­nem in­sti­tuen­tem ad­ver­sus eum, quem pa­ter ac­cu­sa­ve­rat di­vus Pius Iu­lio Can­di­do re­scrip­sit. 4Idem im­pe­ra­tor re­scrip­sit ser­vos ibi pu­nien­dos, ubi de­li­quis­se ar­guan­tur, do­mi­num­que eo­rum, si ve­lit eos de­fen­de­re, non pos­se re­vo­ca­re in pro­vin­ciam suam, sed ibi opor­te­re de­fen­de­re, ubi de­li­que­rint. 5Cum sa­c­ri­le­gium ad­mis­sum es­set in ali­qua pro­vin­cia, de­in­de in alia mi­nus cri­men, di­vus Pius Pon­tio Pro­cu­lo re­scrip­sit, post­quam co­gno­ve­rit de cri­mi­ne in sua pro­vin­cia ad­mis­so, ut reum in eam pro­vin­ciam re­mit­te­ret, ubi sa­c­ri­le­gium ad­mi­sit.

Idem lib. VII. de off. Procons. Wenn Jemandem ein Verbrechen vorgeworfen werden soll, so muss eine schriftliche Anklage vorangehen: dies ist darum festgesetzt worden, dass Niemand so leicht zur Anklage schreite, wenn er weiss, dass dieselbe nicht ungerochen bleiben werde [wenn sie grundlos ist]. 1Es möge sich daher ein Jeder vorsehen, dass er ausser dem Vorwurf des Verbrechens auch bei demselben bis zum Enderkenntniss beharren wolle. 2Wegen des Verbrechens, von dem Jemand freigesprochen worden, darf der Präsident keine nochmalige Anklage zulassen; dies hat Divus Pius an den Salvius Valens rescribirt. Ist dies aber so zu verstehen, dass er nicht von Demselben nochmals angeklagt werden könne, oder auch von keinem Andern? Ich sollte meinen, weil zwischen dritten Personen ergangene Entscheidungen keinem Andern vorgreifen, ein Anderer, wenn er eine ihm widerfahrene Kränkung verfolgt, und beweist, dass er von der von einem Andern erhobenen Anklage nichts gewusst habe, aus triftigem Grunde zur Anklage zugelassen werden müsse. 3Wenn er aber von demselben, der ihn in einem Verbrechen bereits wissentlich fälschlich angeklagt hat, wegen eines andern Verbrechens angeklagt wird, so darf Derjenige so leicht nicht zugelassen werden, wer einmal als wissentlich falscher Ankläger11Calumniator. Hugo RG. S. 878. (Diese Anmerk. ist etwas verspätet!) aufgetreten ist, obwohl Divus Pius an Julius Candidus rescribirt hat, dass der Sohn des Anklägers, der eine andere Anklage erhebt, wider Den, den sein Vater angeklagt hatte, zugelassen werden müsse. 4Derselbe Kaiser hat rescribirt: Sclaven müssten da gestraft werden, wo ihnen Schuld gegeben werde, das Verbrechen verübt zu haben, und wenn sie ihr Herr vertheidigen wolle, so dürfe er sich nicht an die Behörde seiner Provinz berufen22S. l. 2. §. 4. D. de jud., sondern müsse sie da vertheidigen, wo sie verbrochen haben. 5Wenn in einer Provinz ein Tempelraub begangen worden ist, und in einer andern ein geringeres Verbrechen, so, hat Divus Pius an den Pontius Proculus rescribirt, solle er, nach vorheriger Untersuchung des in seiner Provinz begangenen Verbrechens, den Angeklagten in die Provinz zurückschicken, wo er Tempelraub begangen habe.

Dig. 48,3,3Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Di­vus Pius ad epis­tu­lam An­tio­chen­sium Grae­ce re­scrip­sit non es­se in vin­cu­la co­icien­dum eum, qui fi­de­ius­so­res da­re pa­ra­tus est, ni­si si tam gra­ve sce­lus ad­mi­sis­se eum con­stet, ut ne­que fi­de­ius­so­ri­bus ne­que mi­li­ti­bus com­mit­ti de­beat, ve­rum hanc ip­sam car­ce­ris poe­nam an­te sup­pli­cium sus­ti­ne­re.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Divus Pius rescribirte auf ein Schreiben der Antiochenser in griechischer Sprache, es dürfe Derjenige nicht ins Gefängniss geworfen werden, wer Bürgen zu stellen bereit sei, es müsste denn feststehen, dass er ein so schweres Verbrechen begangen habe, dass er weder Bürgen noch Soldaten überlassen werden dürfe, sondern diese Gefängnissstrafe selbst schon vor der wirklichen erleiden müsse.

Dig. 48,4,1Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Pro­xi­mum sa­c­ri­le­gio cri­men est, quod ma­ies­ta­tis di­ci­tur. 1Ma­ies­ta­tis au­tem cri­men il­lud est, quod ad­ver­sus po­pu­lum Ro­ma­num vel ad­ver­sus se­cu­ri­ta­tem eius com­mit­ti­tur. quo te­ne­tur is, cu­ius ope­ra do­lo ma­lo con­si­lium in­itum erit, quo ob­si­des in­ius­su prin­ci­pis in­ter­ci­de­rent: quo ar­ma­ti ho­mi­nes cum te­lis la­pi­di­bus­ve in ur­be sint con­ve­niant­ve ad­ver­sus rem pu­bli­cam, lo­ca­ve oc­cu­pen­tur vel tem­pla, quo­ve coe­tus con­ven­tus­ve fiat ho­mi­nes­ve ad sed­itio­nem con­vo­cen­tur: cu­ius­ve ope­ra con­si­lio ma­lo con­si­lium in­itum erit, quo quis ma­gis­tra­tus po­pu­li Ro­ma­ni qui­ve im­pe­rium po­tes­ta­tem­ve ha­bet oc­ci­da­tur: quo­ve quis con­tra rem pu­bli­cam ar­ma fe­rat: qui­ve hos­ti­bus po­pu­li Ro­ma­ni nun­tium lit­te­ras­ve mi­se­rit sig­num­ve de­de­rit fe­ce­rit­ve do­lo ma­lo, quo hos­tes po­pu­li Ro­ma­ni con­si­lio iu­ven­tur ad­ver­sus rem pu­bli­cam: qui­ve mi­li­tes sol­li­ci­ta­ve­rit con­ci­ta­ve­rit­ve, quo sed­itio tu­mul­tus­ve ad­ver­sus rem pu­bli­cam fiat:

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Dem Sacrilegium33S. l. 1. Cod. de crim. sacril. huic crimini obnoxii sunt, qui divinae legis sanctitatem aut nesciendo confundunt, aut negligendo violant. Duaren. versteht unter lex divina die Kaiserl. Constitutionen, Cujac. ad h. l. in Paratitl. aber Dei legem. Dem tritt Matthaeus de crim. p. 581. bei. Uebersetzen lässt sich der Ausdruck nicht. Gotteslästerung ist nur eine Species davon. Der allgemeine Ausdruck Religionsverbrechen möchte hier wohl nicht passend sein. Ich habe daher Sacrilegium behalten. Wohl zu unterscheiden ist sacrilegium in der Bedeutung Tempelraub. zunächst steht das Verbrechen, welches das Majestätsverbrechen genannt wird. 1Das Majestätsverbrechen ist aber dasjenige, welches wider das Römische Volk, oder dessen Sicherheit begangen wird. Es haftet dadurch Derjenige, durch dessen Bemühung und Arglist der Anschlag getroffen worden ist, dass Geisel ohne Befehl des Kaisers verloren gingen, dass Bewaffnete mit Waffen oder Steinen in der Stadt (Rom) seien, oder zu einem Angriff auf die Staatsverfassung sich versammeln, Plätze oder Tempel besetzt werden, Zusammenlauf und Versammlung entstehe, Menschen[massen] zum Aufruhr zusammengezogen werden, und durch dessen Bemühung, Absicht und Arglist der Anschlag gemacht wird, dass ein Staatsbeamter des Römischen Volkes, der Gewalt und Macht besitzt, ermordet werde, dass Jemand die Waffen wider die Staatsverfassung wende, oder den Feinden des Römischen Volkes einen Boten oder Brief geschickt, ein Zeichen gegeben, oder arglistigerweise es bewirkt hat, dass die Feinde des Römischen Volkes wider den Staat, mit Rath unterstützt wurden, wer Soldaten aufgereizt und aufsätzig gemacht hat, damit ein Aufruhr oder Tumult wider die Staatsverfassung entstehe.

Dig. 48,6,6Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Et eum, qui pue­rum in­ge­nuum ra­puit, pu­nien­dum di­vus Pius re­scrip­sit in haec ver­ba: ‘Ex­em­plum li­bel­li da­ti mi­hi a Do­mi­tio Sil­va­no no­mi­ne Do­mi­tii Sil­va­ni pa­trui sub­ici ius­si, mo­tus que­rel­la eius, qua sig­ni­fi­ca­vit fi­lium suum in­ge­nuum, iu­ve­nem ad­mo­dum, rap­tum at­que con­clu­sum, mox ver­be­ri­bus ac tor­men­tis us­que ad sum­mum pe­ri­cu­lum ad­flic­tum, ge­mi­ne ca­ris­si­me: ve­lim au­dias eum et, si com­pe­re­ris haec ita ad­mis­sa, rem se­ve­re ex­equa­ris’.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Auch wer einen freigebornen Knaben geraubt hat, muss bestraft werden; hat Divus Pius folgendermaassen rescribirt: Die mir von Domitius Silvanus, Namens des Domitius Silvavanus, seines Vatersbruders, überreichte Bittschrift habe ich in Abschrift hier beizufügen befohlen, veranlasst durch seine Beschwerde, wodurch er zu erkennen gegeben, sein Sohn, noch in sehr jugendlichem Alter stehend, sei geraubt und eingeschlossen gehalten, und mit Schlägen und Tortur, bis zur höchsten Lebensgefahr gepeinigt worden; ich will, mein lieber Geminus, dass du über diese Sache Verhör anstellest, und wenn du gefunden, dass sich dies so verhalte, strenge verfahrest.

Dig. 48,8,4Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Le­ge Cor­ne­lia de si­ca­riis te­ne­tur, qui, cum in ma­gis­tra­tu est es­set, eo­rum quid fe­ce­rit con­tra ho­mi­nis ne­cem, quod le­gi­bus per­mis­sum non sit. 1Cum qui­dam per las­ci­viam cau­sam mor­tis prae­buis­set, com­pro­ba­tum est fac­tum ig­na­tii tau­ri­ni pro­con­su­lis Bae­ti­cae a di­vo Ha­d­ria­no, quod eum in quin­quen­nium rele­gas­set. 2Idem di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit: ‘Con­sti­tu­tum qui­dem est, ne spa­do­nes fie­rent, eos au­tem, qui hoc cri­mi­ne ar­gue­ren­tur, Cor­ne­liae le­gis poe­na te­ne­ri eo­rum­que bo­na me­ri­to fis­co meo vin­di­ca­ri de­be­re, sed et in ser­vos, qui spa­do­nes fe­ce­rint, ul­ti­mo sup­pli­cio anim­ad­ver­ten­dum es­se: et qui hoc cri­mi­ne te­nen­tur, si non ad­fue­rint, de ab­sen­ti­bus quo­que, tam­quam le­ge Cor­ne­lia te­nean­tur, pro­nun­tian­dum es­se. pla­ne si ip­si, qui hanc in­iu­riam pas­si sunt, pro­cla­ma­ve­rint, au­di­re eos prae­ses pro­vin­ciae de­bet, qui vi­ri­li­ta­tem amis­e­runt: ne­mo enim li­be­rum ser­vum­ve in­vi­tum si­nen­tem­ve cas­tra­re de­bet, ne­ve quis se spon­te cas­tran­dum prae­be­re de­bet. at si quis ad­ver­sus edic­tum meum fe­ce­rit, me­di­co qui­dem, qui ex­ci­de­rit, ca­pi­ta­le erit, item ip­si qui se spon­te ex­ci­den­dum prae­buit’.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Durch das Cornelische Gesetz von den Mördern haftet Derjenige, wer, während er ein Staatsamt bekleidet, etwas zum Verderben eines Menschen begeht, was nach dem Gesetze verboten ist. 1Als Jemand leichtsinnigerweise44Per lasciviam, s. Bud. l. l. p. 39. die Ursache zum Tode herbeigeführt hatte, hat die Verfügung des Ignatius Taurinus, Proconsuls von Bätica, vor Divus Hadrianus Billigung gefunden, indem er ihn auf fünf Jahre verwiesen hatte. 2Divus Hadrianus hat ferner rescribirt: es ist zwar gesetzliche Bestimmung, Niemanden zu castriren, Diejenigen aber, welche dieses Verbrechens beschuldigt werden, sollen nach dem Cornelischen Gesetze bestraft werden und ihr Vermögen mit Recht meinem Fiscus verfallen; wider die Sclaven, welche Andere castrirt haben, soll mit der Todesstrafe verfahren werden; sind die dieses Verbrechens Schuldigen nicht gegenwärtig, so soll auch über die Abwesenden erkannt werden, wie wenn sie durch das Cornelische Gesetz haften. Wenn Diejenigen, welche die Unbill erlitten haben, selbst Beschwerde erhoben haben, so muss der Provinzialpräsident Diejenigen hören, welche die Mannheit verloren haben. Denn Niemand soll einen Freien oder Sclaven weder wider noch mit seinem Willen castriren, noch Jemand sich freiwillig zum Castriren hergeben. Wenn aber Jemand gegen dieses mein Edict gehandelt haben sollte, so soll der Arzt sowohl, der ihn verschnitten, als Der selbst, wer sich freiwillig zum Castriren hergegeben, mit dem Tode bestraft werden.

Dig. 48,10,8Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Qui­cum­que num­mos au­reos par­tim ra­se­rint, par­tim tin­xe­rint vel fin­xe­rint: si qui­dem li­be­ri sunt, ad bes­tias da­ri, si ser­vi, sum­mo sup­pli­cio ad­fi­ci de­bent.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Wer Goldmünzen abgekratzt, beschnitten55Tinxerint, Bynkersh. Obs. IV. 21. zeigt, dass cinxerint gelesen werden müsse., oder nachgemacht hat, soll, wenn er ein Freier ist, den wilden Thieren vorgeworfen, wenn aber ein Sclave, mit der Todesstrafe belegt werden.

Dig. 48,13,7Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Sa­c­ri­le­gii poe­nam de­be­bit pro­con­sul pro qua­li­ta­te per­so­nae pro­que rei con­di­cio­ne et tem­po­ris et ae­ta­tis et se­xus vel se­ve­rius vel cle­men­tius sta­tue­re. et scio mul­tos et ad bes­tias dam­nas­se sa­c­ri­le­gos, non­nul­los et­iam vi­vos ex­us­sis­se, alios ve­ro in fur­ca sus­pen­dis­se. sed mo­de­ran­da poe­na est us­que ad bes­tia­rum dam­na­tio­nem eo­rum, qui ma­nu fac­ta tem­plum ef­fre­ge­runt et do­na dei in noc­tu tu­le­runt. ce­te­rum si qui in­ter­diu mo­di­cum ali­quid de tem­plo tu­lit, poe­na me­tal­li co­er­cen­dus est, aut, si ho­nes­tio­re lo­co na­tus sit, de­por­tan­dus in in­su­lam est.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Die Strafe des Tempelraubes wird der Proconsul nach Beschaffenheit der Person, nach Verhältniss des Gegenstandes, der Zeit, des Alters und des Geschlechts härter oder gelinder bestrafen. Mir ist bekannt, dass Viele die Tempelräuber den wilden Thieren vorgeworfen zu werden verurtheilt, Manche sie lebendig verbrannt, Andere sie am Galgen66Furca. Isidor. Lib. V. cap. 28. Furcam patibulam dici eo quod ferat caput, suspensumque et strangulatum statim exanimat, tradit. M. s. auch Plaut. Mil. II. 4. Juvenal. Sat. VI. 219. Die genügendste Erklärung giebt Matthaeus de crim. p. 755., es ist darunter dreierlei zu verstehen, 1) lignum plaustri, quod temoni subjicitur, also etwa das Querholz, woran die Stränge geknüpft werden. Dies wurde den Sclaven nicht sowohl zur Strafe, als zur Schande auferlegt (daher furciferi.) 2) Lignum duplex, cujus media parte collo inserto vinciebatur laqueo cervix rei, vel ut expeditius ad supplicium trahentur, vel ut commodius tergam virgis praeberet, m. s. bes. Cujac. Obs XVI. 1., wo eine solche furca abgebildet ist, als zwei parallel nebeneinander liegende Bretter, deren jedes in der Mitte einen ausgeschnittenen Halbkreis hat, welche an einanderstossen und so ein rundes Loch bilden, durch welches der Kopf gesteckt wird. 3) Der Galgen. Letzterer kam besonders an die abgeschaffte Strafe der Kreuzigung, und es ist sehr wahrscheinlich, das Tribonianus in den Pandecten furca an vielen Orten für crux substituirt hat; s. Eckhard l. l. p. 209. 493. Es ist nun hieraus klar, dass furca nach seiner verschiedenen Bedeutung verschieden verstanden werden müsse; indessen dürften sich die beiden ersteren wohl nicht übersetzen lassen; die erste etwa durch Tragreff, wie wir es noch als Instrument sehen, Wassereimer bequemer zu tragen, und das in manchen Gegenden auch als Instrument Schande genannt wird, ohne jedoch noch jetzt einen schimpflichen Nebenbegriff damit zu verbinden. aufgehenkt haben. Allein die Strafe ist bis zu der Verurtheilung, den wilden Thieren vorgeworfen zu werden, zu ermässigen, [und zwar für die] welche in versammelter Menge in einem Tempel eingebrochen sind und der Gottheit geweihte Geschenke bei Nachtzeit fortgeschleppt haben. Wer übrigens bei Tage eine Kleinigkeit aus einem Tempel gestohlen hat, muss mit Bergwerksarbeit bestraft, oder wenn er von vornehmerer Geburt ist, auf eine Insel deportirt werden.

Dig. 48,13,8Idem li­bro eo­dem. Qui, cum in mo­ne­ta pu­bli­ca ope­ra­ren­tur, ex­trin­se­cus si­bi sig­nant pe­cu­niam for­ma pu­bli­ca vel sig­na­tam fu­ran­tur, hi non vi­den­tur ad­ul­te­ri­nam mo­ne­tam ex­er­cuis­se, sed fur­tum pu­bli­cae mo­ne­tae fe­cis­se, quod ad pe­cu­la­tus cri­men ac­ce­dit. 1Si quis ex me­tal­lis Cae­sa­ria­nis au­rum ar­gen­tum­ve fu­ra­tus fue­rit, ex edic­to di­vi Pii ex­ilio vel me­tal­lo, pro­ut dig­ni­tas per­so­nae, pu­ni­tur. is au­tem, qui fu­ran­ti si­num prae­buit, per­in­de ha­be­tur, at­que si ma­ni­fes­ti fur­ti con­dem­na­tus es­set, et fa­mo­sus ef­fi­ci­tur. qui au­tem au­rum ex me­tal­lo ha­bue­rit il­li­ci­te et con­fla­ve­rit, in qua­dru­plum con­dem­na­tur.

Idem eod. libro Diejenigen, welche in einer öffentlichen Münze arbeiten, und für sich selbst ausserdem77extrinsecus, s. Gothofred. Gelder mit öffentlichem Stempel prägen, oder geprägtes Geld stehlen, von denen wird nicht angenommen, dass sie Falschmünzerei getrieben, sondern vielmehr einen Diebstahl an der öffentlichen Münze begangen haben, was sich dem Verbrechen des Cassendiebstahls nähert. 1Wer aus den kaiserlichen Bergwerken Gold oder Silber gestohlen hat, der wird nach dem Edicte des Divus Pius mit der Verbannung oder Bergwerksarbeit, nach Ansehen der Person bestraft. Wer aber für den Dieb den Hehler abgegeben hat, wird angesehen, als sei er wegen offenbaren Diebstahls verurtheilt worden, und wird infamirt. Wer aber unerlaubterweise Gold aus einem Bergwerke [von einem Andern wissentlich88S. die Anm. bei Gothofred.] gehabt und eingeschmolzen hat, der wird auf Ersatz des Vierfachen verurtheilt.

Dig. 48,16,14Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Di­vus Ha­d­ria­nus Sal­vio Ca­ro pro­con­su­li Cre­tae re­scrip­sit tu­to­rem, qui pu­pil­li cau­sa in­sti­tue­rat ac­cu­sa­tio­nem, de­func­to pu­pil­lo, cu­ius cau­sa ac­cu­sa­re coe­pe­rat, non es­se co­gen­dum ac­cu­sa­tio­nem im­ple­re.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Divus Hadrianus hat an den Salvius Carus, Proconsul von Creta, rescribirt: Der Vormund, welcher in Angelegenheiten des Mündels eine Anklage erhoben hat, könne nach Ableben des Mündels, dessen wegen er die Anklage erhoben, nicht zu deren Ausführung genöthigt werden.

Dig. 48,19,5Ul­pia­nus li­bro sep­ti­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Ab­sen­tem in cri­mi­ni­bus dam­na­ri non de­be­re di­vus Tra­ia­nus Iu­lio Fron­to­ni re­scrip­sit. sed nec de su­spi­cio­ni­bus de­be­re ali­quem dam­na­ri di­vus Tra­ia­nus Ad­si­dio Se­ve­ro re­scrip­sit: sa­tius enim es­se in­pu­ni­tum re­lin­qui fa­ci­nus no­cen­tis quam in­no­cen­tem dam­na­ri. ad­ver­sus con­tu­ma­ces ve­ro, qui ne­que de­nun­tia­tio­ni­bus ne­que edic­tis prae­si­dum ob­tem­pe­ras­sent, et­iam ab­sen­tes pro­nun­tia­ri opor­tet se­cun­dum mo­rem pri­va­to­rum iu­di­cio­rum. pot­est quis de­fen­de­re haec non es­se con­tra­ria. quid igi­tur est? me­lius sta­tue­tur in ab­sen­tes pe­cu­nia­rias qui­dem poe­nas vel eas, quae ex­is­ti­ma­tio­nem con­tin­gunt, si sae­pius ad­mo­ni­ti per con­tu­ma­ciam de­sint, sta­tui pos­se et us­que ad rele­ga­tio­nem pro­ce­di: ve­rum si quid gra­vius ir­ro­gan­dum fuis­set, pu­ta in me­tal­lum vel ca­pi­tis poe­nam, non es­se ab­sen­ti­bus ir­ro­gan­dam. 1In ac­cu­sa­to­rem au­tem ab­sen­tem non­num­quam gra­vius sta­tuen­dum, quam Tur­pil­lia­ni se­na­tus con­sul­ti poe­na ir­ro­ga­tur, di­cen­dum est. 2Re­fert et in ma­io­ri­bus de­lic­tis, con­sul­to ali­quid ad­mit­ta­tur, an ca­su. et sa­ne in om­ni­bus cri­mi­ni­bus di­stinc­tio haec poe­nam aut ius­tam eli­ce­re de­bet aut tem­pe­ra­men­tum ad­mit­te­re.

Ulp. lib. VII. de off. Procons. Dass ein Abwesender nicht in einer Criminalanklage verurtheilt werden dürfe, hat Divus Trajanus an Julius Fronto rescribirt. Dass auch Niemand auf Verdacht hin verurtheilt werden dürfe, hat Divus Trajanus an Assiduus Severus, rescribirt; denn es ist besser, die That eines Schuldigen ungestraft zu lassen, als einen Unschuldigen zu verurtheilen. Wider Ungehorsame aber, die weder dem öffentlichen Aufrufe [durch die Gerichtsherolde], noch den Edicten99Edictalladungen. der Präsidenten gehorchen, kann zufolge des hergebrachten Verfahrens in Privatsachen auch in deren Abwesenheit erkannt werden. Man kann sagen, dass zwischen dem Erstern und Letztern kein Widerspruch stattfinde. Wie ist es nun? Es ist besser, anzunehmen, dass wider Abwesende zwar Geldstrafen, oder solche, welche den guten Ruf angehen, bestimmt werden können, wenn sie öfters geladen aus Ungehorsam ausgeblieben sind, und sie bis zur Verweisung zu steigern, allein wenn eine schwerere Strafe aufzuerlegen gewesen wäre, z. B. Bergwerksarbeit, oder Todesstrafe, so dürfen diese über Abwesende nicht verhängt werden. 1Wider einen abwesenden Ankläger aber muss zuweilen schwerere Strafe verhängt werden, als die des Turpillianischen Senatsbeschlusses. 2Bei schwereren Verbrechen kommt es auch darauf an, ob etwas absichtlich oder durch Zufall begangen worden; und es muss überhaupt bei allen Verbrechen dieser Unterschied entweder die gerechte Strafe nach sich ziehen, oder Milderung bewirken.