Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.off. procons. X
De officio proconsulis lib.Ulpiani De officio proconsulis libri

De officio proconsulis libri

Ex libro X

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16 (5,2 %)De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (9,8 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20 (21,9 %)De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22 (52,0 %)De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 1,16,10Idem li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Me­mi­nis­se opor­te­bit us­que ad ad­ven­tum suc­ces­so­ris om­nia de­be­re pro­con­su­lem age­re, cum sit unus pro­con­su­la­tus et uti­li­tas pro­vin­ciae ex­igat es­se ali­quem, per quem neg­otia sua pro­vin­cia­les ex­pli­cent: er­go in ad­ven­tum suc­ces­so­ris de­be­bit ius di­ce­re. 1Le­ga­tum suum ne an­te se de pro­vin­cia di­mit­tat, et le­ge Iu­lia re­pe­tun­da­rum et re­scrip­to di­vi Ha­d­ria­ni ad Cal­pur­nium Ru­fum pro­con­su­lem Achaiae ad­mo­ne­tur.

Id. lib. X. de off. Procons. Man erinnere sich, dass der Proconsul bis zur Ankunft seines Nachfolgers alles besorgen müsse, da nur ein Proconsulat vorhanden ist, und die Wohlfahrt der Provinz erfordert, dass Jemand da sei, durch den die Provincialeinwohner ihre Angelegenheiten leiten lassen; er muss daher die Gerichtsverwaltung bis zur Ankunft seines Nachfolgers besorgen. 1Dass er seinen Legaten nicht vor seiner Abreise aus der Provinz entlassen solle, ist ihm sowohl durch das Julische Gesetz, wegen Bestechungen, als durch ein Rescript des Kaisers Hadrian an den Calpurnius Rufus, den Proconsul von Achaia, anempfohlen worden.

Dig. 48,19,9Idem li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Mo­ris est ad­vo­ca­tio­ni­bus quo­que prae­si­des in­ter­di­ce­re. et non­num­quam in per­pe­tuum in­ter­di­cunt, non­num­quam ad tem­pus vel an­nis me­tiun­tur vel et­iam tem­po­re quo pro­vin­ciam re­gunt. 1Nec non ita quo­que in­ter­di­ci pot­est ali­cui, ne cer­tis per­so­nis ad­sit. 2Pot­est et ita in­ter­di­ci cui, ne apud tri­bu­nal prae­si­dis pos­tu­let, et ta­men apud le­ga­tum vel pro­cu­ra­to­rem non pro­hi­be­tur age­re. 3Si ta­men apud le­ga­tum pro­hi­bi­tus fue­rit pos­tu­la­re, cre­do per con­se­quen­tias ne qui­dem apud prae­si­dem re­lic­tam il­li pos­tu­lan­di fa­cul­ta­tem. 4Non­num­quam non ad­vo­ca­tio­ni­bus cui in­ter­di­ci­tur, sed fo­ro. plus est au­tem fo­ro quam ad­vo­ca­tio­ni­bus in­ter­di­ce­re, si qui­dem huic om­ni­no fo­ren­si­bus neg­otiis ac­com­mo­da­re se non per­mit­ta­tur. so­let au­tem ita vel iu­ris stu­dio­sis in­ter­di­ci vel ad­vo­ca­tis vel ta­bel­lio­ni­bus si­ve prag­ma­ti­cis. 5So­let et ita in­ter­di­ci, ne in­stru­men­ta om­ni­no for­ment ne­ve li­bel­los con­ci­piant vel tes­ta­tio­nes con­sig­nent. 6So­let et sic, ne eo lo­ci se­deant, quo in pu­bli­co in­stru­men­ta de­po­nun­tur, ar­chi­vo11Die Großausgabe liest ar­chio statt ar­chi­vo. for­te vel gram­ma­to­phy­la­cio. 7So­let et sic, ut tes­ta­men­ta ne or­di­nent vel scri­bant vel sig­nent. 8Erit et il­la poe­na, ne quis neg­otiis pu­bli­cis in­ter­ve­niat: hic enim pri­va­tis qui­dem in­ter­es­se pot­erit, pu­bli­cis pro­hi­be­bi­tur, ut so­lent qui­bus sen­ten­tia prae­ci­pi­tur δημοσίων ἀπέχεσθαι. 9Sunt au­tem et aliae poe­nae: si neg­otia­tio­ne quis abs­ti­ne­re iu­bea­tur vel ad con­duc­tio­nem eo­rum quae pu­bli­ce lo­can­tur ac­ce­de­re, ut ad vec­ti­ga­lia pu­bli­ca. 10In­ter­di­ci au­tem neg­otia­tio­ne ple­rum­que vel neg­otia­tio­ni­bus so­let: sed dam­na­re, ut quis neg­otie­tur, an pos­sit vi­dea­mus. et sunt qui­dem hae poe­nae, si quis ge­ne­ra­li­ter trac­ta­re ve­lit, in­ci­vi­les in­vi­tum ho­mi­nem iu­be­re fa­ce­re quod fa­ce­re non pot­est: sed si quis spe­cia­li­ter trac­ta­ve­rit, pot­est es­se ius­ta cau­sa com­pel­len­di cu­ius ad neg­otia­tio­nem: quod si fue­rit, se­quen­da erit sen­ten­tia. 11Is­tae fe­re sunt poe­nae quae in­iun­gi so­lent. sed enim scien­dum est dis­cri­mi­na es­se poe­na­rum ne­que om­nes ea­dem poe­na ad­fi­ci pos­se. nam in pri­mis de­cu­rio­nes in me­tal­lum dam­na­ri non pos­sunt nec in opus me­tal­li, nec fur­cae sub­ici vel vi­vi ex­uri. et si for­te hu­ius­mo­di sen­ten­tia fue­rint af­fec­ti, li­be­ran­di erunt: sed hoc non pot­est ef­fi­ce­re qui sen­ten­tiam di­xit, ve­rum re­fer­re ad prin­ci­pem de­bet, ut ex auc­to­ri­ta­te eius poe­na aut per­mu­te­tur aut li­be­ra­re­tur. 12Pa­ren­tes quo­que et li­be­ri de­cu­rio­num in ea­dem cau­sa sunt. 13Li­be­ros non tan­tum fi­lios ac­ci­pe­re de­be­mus, ve­rum om­nes li­be­ros. 14Sed utrum hi so­li, qui post de­cu­rio­na­tum sus­cep­ti sunt, his poe­nis non ad­fi­cian­tur, an ve­ro om­nes om­ni­no li­be­ri, et­iam in ple­be­ia fa­mi­lia sus­cep­ti, vi­den­dum est: et ma­gis pu­to om­ni­bus prod­es­se de­be­re. 15Pla­ne si pa­rens de­cu­rio es­se de­sie­rit, si qui­dem iam de­cu­rio­ne fue­rit edi­tus, prod­erit ei, ne ad­fi­cia­tur: enim­ve­ro si post­ea­quam ple­be­ius fac­tus est tunc sus­ci­piat fi­lium, qua­si ple­be­io edi­tus ita erit plec­ten­dus. 16Sta­tu­li­be­rum qua­si li­be­rum iam pu­nien­dum di­vus Pius Sal­vio Mar­cia­no re­scrip­sit.

Ulp. lib. X. de off. Procons. Es ist auch Sitte, dass die Präsidenten die Rechtsanwaltschaft verbieten, und zwar zuweilen für immer, zuweilen auf Zeit, oder es nach Jahren11Ich lese annis mit Flor. abmessen, oder auch nach der Zeit, dass sie der Provinz vorstehen. 1Auch kann Jemanden verboten werden, bestimmten Personen als Rechtsanwalt zu dienen. 2Auch kann Jemanden verboten werden, vor dem Tribunal des Präsidenten Rechtsanträge zu machen, dahingegen ihm die Leitung rechtlicher Angelegenheiten vor dem Legaten oder Procurator nicht verboten wird. 3Ist ihm jedoch verboten worden, vor dem Legaten rechtliche Anträge zu machen, so halte ich es für folgerichtig, dass ihm auch die Befugniss, vor dem Präsidenten selbst rechtliche Anträge zu machen, versagt sei. 4Zuweilen wird Jemandem nicht die Rechtsanwaltschaft sondern das Gerichtslocale22Forum, ebenso l. l. §. 13. de off. praef. urb. für judicium, s. Brisson. h. v. verboten; in dem Verbote des Gerichtslocales ist mehr begriffen, als in dem der Rechtsanwaltschaft, indem ihm dadurch ganz und gar jede Uebernahme gerichtlicher Geschäfte untersagt wird. Dieses Verbot pflegt aber entweder die Rechtsgelehrten33Juris studiosi. s. Bynkershoek Obs. VI. cap. 3. sind assessores, qui in foro occupantur, et jus suggerunt; s. auch Hugo’s R. G. S. 776. l. l. de off. ass. oder Rechtsanwälte oder Notarien, oder Formularschreiber zu treffen.44Pragmatici, s. Brisson. h. v. Diese waren Leute, welche sich mit Concipirung schriftlicher Aufsätze in Rechtsangelegenheiten aller Art beschäftigten, Hugo R. G. S. 776. Ders. behauptet obigem Gesetz zuwider, dass dieser Ausdruck in unsern RQuellen nicht vorkomme (S. 876.). Budaeus l. l. p. 62. erklärt pragm. für juris interpretes, und Solche, die den Advocaten auf alle Weise bei schriftlichen und mündlichen Vorträgen auf der Stelle einhalfen. 5Es pflegt ihnen auch wohl verboten zu werden, dass sie gar keine schriftliche Aufsätze in Rechtssachen verfassen, oder Zeugnisse besiegeln sollen. 6Auch dergestalt pflegen Verbote zu geschehen, dass sie sich da nicht aufhalten sollen, wo öffentlich Urkunden niedergelegt werden, also in Archiven, oder Grammatophylacien.55Archio vel grammatophylacio, ist ganz gleichbedeutend und unserm Begriff von Archiv völlig entsprechend, s. Budaeus l. l. p. 68. Brisson. h. v. Duker l. l. p. 444. 7Ferner so, dass sie keine Testamente aufnehmen, oder schreiben oder besiegeln sollen. 8Es wird ferner als Strafe bestimmt, dass Jemand öffentlichen Verhandlungen nicht solle beiwohnen dürfen; alsdann wird er zwar den in Privatangelegenheiten beiwohnen dürfen, allein keinen öffentlichen; dahin gehören Die, denen durch ein Urtheil verboten wird, δημοσίων ἀπέχεσθαι (sich [der Verhandlung] öffentlicher Angelegenheiten zu enthalten). 9Es giebt noch andere Strafen, z. B. wenn Jemanden verboten wird, sich jeder Geschäftsunternehmung zu enthalten,66Negotiatio, d. h. in weitester Ausdehnung jedes commercium. oder mit der Pacht von irgend einem öffentlichen verpachtet werdenden Gegenstande zu befassen, wie z. B. öffentliche Zölle. 10In der Regel wird ein Verbot erlassen, sich mit einem Geschäft, oder [mehreren] Geschäften zu befassen; kann aber Jemand dazu verurtheilt worden, ein Geschäft zu unternehmen? Diese Strafen würden, wenn man sie im Allgemeinen betrachtet, inhuman sein, einem Menschen anzubefehlen, Etwas wider seinen Willen zu thun, was er nicht thun kann. Allein wenn man diesen Punkt in besondern Fällen zur Erwägung zieht, so kann eine rechtmässige Ursache vorhanden sein, Jemanden zu einem bestimmten Geschäfte zu nöthigen; ist dies der Fall, so hat es bei dem Urtheil sein Bewenden. 11Das sind ohngefähr die Strafen, welche verhängt zu werden pflegen. Allein es ist zu bemerken, dass ein Unterschied bei den Strafen zu machen sei, denn es kann nicht Jedem jede Strafe auferlegt werden. Denn erstlich können Decurionen nicht zur Bergwerksarbeit ersten noch zweiten Grades verurtheilt werden, auch nicht am Galgen aufgehenkt,77S. Anm. zu l. 6. pr. ad l. J. pecul. noch lebendig verbrannt werden, und wenn sie mit einem Urtheil dieser Art beschwert worden, so müssen sie befreiet werden. Dies kann jedoch Derjenige, welcher das Erkenntniss ertheilt hat, nicht selbst thun, sondern er muss an den Kaiser Bericht erstatten, damit die Strafe vermöge seiner Autorität verändert oder Befreiung davon ertheilt werde. 12Auch Eltern und Kinder der Decurionen geniessen dieses Vorrechts. 13Unter Kindern sind nicht blos Söhne verstanden, sondern alle Kinder. 14Es ist aber die Frage, ob blos die nach erlangter Decurionenwürde geborenen Kinder mit diesen Strafen nicht belegt werden, oder überhaupt alle Kinder, auch die damals gebornen, als die Familie sich noch im Plebejerstande befand? Meiner Ansicht nach muss es jedoch allen von Nutzen sein. 15Wenn freilich der Vater aufgehört hat, Decurio zu sein, so nützt es dem Kinde nur dann insofern, dass es [mit der Strafe] verschont bleibt, wenn es schon damals geboren worden, als [der Vater] noch Decurio war; wenn er aber nachher, als er schon Plebejer geworden, einen Sohn erzeugt, so wird dieser, als von einem Plebejer gezeugt, zu bestrafen sein. 16Ein Bedingtfreier, hat Divus Pius, an Salvius Marcianus rescribirt, soll bestraft werden, wie wenn er schon ein Freier wäre.

Dig. 48,20,6Idem li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Di­vus Ha­d­ria­nus Aqui­lio Bra­duae ita re­scrip­sit: ‘Pan­ni­cu­la­riae cau­sa quem­ad­mo­dum in­tel­le­gi de­beat, ex ip­so no­mi­ne ap­pa­ret. non enim bo­na dam­na­to­rum pan­ni­cu­la­ria sig­ni­fi­ca­ri quis pro­be di­xe­rit, nec, si zo­nam cir­ca se ha­bue­rit, pro­ti­nus ali­quis si­bi vin­di­ca­re de­be­bit: sed ves­tem qua is fue­rit ind­utus, aut num­mu­los in ven­tra­lem, quos vic­tus sui cau­sa in promp­tu ha­bue­rit, aut le­ves anu­los, id est quae rem non ex­ce­dit au­reo­rum quin­que. alio­quin si quis dam­na­tus digi­to ha­bue­rit aut sar­do­ny­chi­ca aut aliam gem­mam mag­ni pre­tii vel si quod chi­ro­gra­phum mag­nae pe­cu­niae in si­nu ha­bue­rit, nul­lo iu­re il­lud in pan­ni­cu­la­ria ra­tio­ne re­ti­ne­bi­tur’. pan­ni­cu­la­ria sunt ea, quae in cus­to­diam re­cep­tus se­cum at­tu­lit: spo­lia, qui­bus ind­utus est, cum quis ad sup­pli­cium du­ci­tur, ut et ip­sa ap­pel­la­tio os­ten­dit. ita ne­que spe­cu­la­to­res ul­tro si­bi vin­di­cent ne­que op­tio­nes ea de­si­de­rent, qui­bus spo­lia­tur, quo mo­men­to quis pu­ni­tus est, hanc ra­tio­nem non com­pen­dio suo de­bent prae­si­des ver­te­re, sed nec pa­ti op­tio­nes si­ve com­men­ta­rien­ses ea pe­cu­nia ab­uti, sed de­bent ad ea ser­va­ri, quae iu­re prae­si­dum so­lent ero­ga­ri, ut pu­ta char­tia­ti­cum qui­bus­dam of­fi­cia­li­bus in­de sub­scri­be­re, vel si qui for­ti­ter fe­ce­rint mi­li­tes, in­de eis do­na­re: bar­ba­ros et­iam in­de mu­ne­ra­ri ve­nien­tes ad se vel le­ga­tio­nis vel al­te­rius rei cau­sa. ple­rum­que et­iam in­de con­ra­sas pe­cu­nias prae­si­des ad fis­cum trans­mi­se­runt: quod per­quam ni­miae di­li­gen­tiae est, cum suf­fi­ciat, si quis non in usus pro­prios ver­te­rit, sed ad uti­li­ta­tem of­fi­cii pa­tia­tur de­ser­vi­re.

Ulp. lib. X. de off. Procons. Divus Hadrianus hat an Aquilius Bradua folgendes Rescript erlassen: Welchergestalt das Wort pannicularia88Duker. l. l. p. 425. s. auch Peter Perennon. Animadvers. et l. I. c. 13. (Τ. Ο. Ι. p. 609.) Dieser sagt: Qui rei capitalis erant criminis, sordida squalidaque veste induebantur; — hujusmodi autem vestis erat pannis consuta. A pannis igitur pannicularia dicta, quae sunt vestes quibus in reatu criminali constitutus induebatur, vel, ut ait Ulp., sunt quae receptus in custodiam secum attulit. Vgl. auch Scip. Gentil. Orig. ad P. lib. sing. v. pannic. (T. O. IV. 1381.) — Die von Perennon. vorgeschlagene Interpunction in dem nach dem Rescripte folgenden Satze hat unser Text angenommen. — Zona ist ein Gürtel, worin sich kostbare Sachen befanden, Gold- und Silbergeld in grösserer Anzahl, Etuis, Necessairs u. s. w. s. Scip. Gentil. Parerg. ad P. l. I. 22. (T. O. V. p. 1296.) zu verstehen sei, erhellt aus dem Namen selbst; denn Niemand wird richtig behaupten können, dass pannicularia das Vermögen der Verurtheilten bezeichne, noch wird, wenn Jemand einen Gürtel um sich gehabt, Einer diesen sich sofort aneignen dürfen, sondern blos die Kleidung, womit er angethan war, oder die Geldstücken in seiner Tasche99Ich lese hier nach der Florent.: Aut nummulos in veteralem, wofür Cujac. Obs. X. 26. ventralen substituirt; wegen der Erklärung verweise ich auf diesen., die er zu seinem Lebensbedarf bei sich trug, oder leichte Ringe, d. h. solche, die fünf Goldstücke an Werth nicht übertreffen; sonst, wenn ein Verurtheilter am Finger einen Sardonyx oder einen andern Juwel von grossem Werth, oder eine Schuldverschreibung über eine bedeutende Summe Geldes im Busen stecken gehabt hat, so wird dies ohne alles Recht dazu unter dem Vorwande, es gehöre zu den pannicularia, zurückbehalten werden. Pannicularia heisst also Das, was der in’s Gefängniss Gesetzte bei sich führt, spolia [hingegen heisst Das], womit Jemand angethan ist, wenn er zum Erleiden der Strafe abgeführt wird, wie auch die Benennung schon selbst zeigt1010Heinecc. ad Brisson. h. v. spoliari enim dicuntur rei, a quibus supplicium sumitur, l. VIII. 32.; es dürfen die Trabanten1111Speculatores, s. bes. Cujac. Obs. VI. 33. u. Gothofred. Bemerk. Luther übersetzt in Ev. Marc. VI. 27. σπεκουλάτωρα, Henker. Vgl. auch Heinecc. ad Brisson. h. v. Die obige allgemeine Beziehung scheint nicht unpassend, da der Begriff weg ist. sich dessen nicht eigenmächtig anmaassen, noch die Gehülfen1212Optio, Brisson. §. 3., Cujac. l. l. es ist wohl hier eine Art von Gerichtsdienern oder Häschern zu verstehen, vielleicht Soldaten, die zu verschiedenen vorfallenden Diensten gebraucht wurden. Das verlangen, dessen der [Missethäter] entkleidet wird, in dem Augenblick wo er bestraft worden ist. Diesen Umstand dürfen die Präsidenten nicht zu ihrem Vortheil auslegen, jedoch ebensowenig leiden, dass die Gehülfen oder die Gefangenenaufseher dieses Geld verzehren, sondern es muss zu den Ausgaben aufbewahrt werden, die der Präsident vermöge seiner amtlichen Stellung zu machen hat, z. B. diesen oder jenen Unterbeamten eine Ergötzlichkeit1313Chartiaticum (Flor.), s. Cujac. Obs. IV. 18., Budaeus l. l. p. 77. eigentlich Papiergeld, d. h. Geld zu Papier. (Ein Trinkgeld wird ja auch nicht immer vertrunken. zufliessen zu lassen, oder den Soldaten, die sich brav benommen, Geschenke davon zu geben, oder auch Ausländern, die zu ihm kommen, entweder in Gesandschafts- oder andern Geschäften, Präsente zu machen. Meistens haben die Präsidenten die daraus gesammelten Gelder an den Fiscus überschickt; das ist die Sorgfalt zu weit getrieben, indem es hinreichend ist, wenn er es nur nicht zu eigenem Nutzen verwendet, sondern davon zum Besten seiner Amtsstelle Verwendung gemacht hat.

Dig. 48,22,7Idem li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Rele­ga­to­rum duo ge­ne­ra: sunt qui­dam, qui in in­su­lam rele­gan­tur, sunt, qui sim­pli­ci­ter, ut pro­vin­ciis eis in­ter­di­ca­tur, non et­iam in­su­la ad­sig­ne­tur. 1In in­su­lam rele­ga­re prae­si­des pro­vin­ciae pos­sunt, sic ta­men, ut, si qui­dem in­su­lam sub se ha­beant (id est ad eius pro­vin­ciae for­mam per­ti­nen­tem, quam ad­mi­nis­trant), et eam spe­cia­li­ter in­su­lam ad­sig­na­re pos­sint in­que eam rele­ga­re, sin ve­ro non ha­beant, pro­nun­tient qui­dem in in­su­lam se rele­ga­re, scri­bant au­tem im­pe­ra­to­ri, ut ip­se in­su­lam ad­sig­net. ce­te­rum non pos­sunt dam­na­re in eam in­su­lam, quam in ea pro­vin­cia cui prae­sunt non ha­beant. in­ter­im quo­ad im­pe­ra­tor in­su­lam ad­sig­net, mi­li­ti tra­den­dus est rele­ga­tus. 2Haec est dif­fe­ren­tia in­ter de­por­ta­tos et rele­ga­tos, quod in in­su­lam rele­ga­ri et ad tem­pus et in per­pe­tuum quis pot­est. 3Si­ve ad tem­pus si­ve in per­pe­tuum quis fue­rit rele­ga­tus, et ci­vi­ta­tem Ro­ma­nam re­ti­net et tes­ta­men­ti fac­tio­nem non amit­tit. 4Ad tem­pus rele­ga­tis ne­que to­ta bo­na ne­que par­tem ad­imi de­be­re re­scrip­tis qui­bus­dam ma­ni­fes­ta­tur, re­pre­hen­sae­que sunt sen­ten­tiae eo­rum, qui ad tem­pus rele­ga­tis ad­eme­runt par­tem bo­no­rum vel bo­na, sic ta­men, ut non in­fir­ma­ren­tur sen­ten­tiae quae ita sunt pro­la­tae. 5Est quod­dam ge­nus qua­si in in­su­lam rele­ga­tio­nis in pro­vin­cia Ae­gyp­to in oa­sin rele­ga­re. 6Sic­ut au­tem rele­ga­re in in­su­lam quis­quam, quae non est sub se, non pot­est, ita ne in pro­vin­ciam qui­dem rele­gan­di ius ha­bet, quae non est sub se: for­te prae­ses Sy­riae in Ma­ce­do­niam non rele­ga­bit. 7Sed ex­tra pro­vin­ciam suam pot­est rele­ga­re. 8Item in par­te cer­ta pro­vin­ciae mo­ra­tu­rum rele­ga­re pot­est, ut for­te non ex­ce­dat ci­vi­ta­tem ali­quam vel re­gio­nem ali­quam non egre­dia­tur. 9Sed et in eas par­tes pro­vin­ciae, quae sunt de­ser­tio­res, scio prae­si­des so­li­tos rele­ga­re. 10In­ter­di­ce­re au­tem quis ea pro­vin­cia pot­est quam re­git, alia non pot­est: et ita di­vi fra­tres re­scrip­se­runt. un­de eve­nie­bat, ut, qui rele­ga­tus es­set ab ea pro­vin­cia, in qua do­mi­ci­lium11Die Großausgabe liest do­mi­lium statt do­mi­ci­lium. ha­buit, mo­ra­ri apud ori­gi­nem suam pos­set. sed im­pe­ra­tor nos­ter cum di­vo pa­tre suo huic rei pro­vi­de­runt. Mae­cio enim Pro­bo prae­si­di pro­vin­ciae His­pa­niae re­scrip­se­runt et­iam ea pro­vin­cia in­ter­di­ci, un­de quis ori­un­dus est, ab eo qui re­git eam pro­vin­ciam, ubi quis do­mi­ci­lium ha­bet. sed et eos, qui, cum in­co­lae non es­sent, in ea pro­vin­cia quid ad­mi­se­rint, ae­quum est ad re­scrip­ti auc­to­ri­ta­tem per­ti­ne­re. 11Du­bi­ta­tum est, an in­ter­di­ce­re quis ali­cui pos­sit pro­vin­cia, in qua ori­un­dus est, cum ip­se ei pro­vin­ciae prae­sit, quam in­co­lit, dum sua non in­ter­di­cit, ut so­lent Ita­lia in­ter­di­ce­re, qui pa­tria non in­ter­di­cunt: vel an per con­se­quen­tias vi­dea­tur et­iam pro­vin­ciae in­ter­di­xis­se, cui prae­est. quod ma­gis erit pro­ban­dum. 12Per con­tra­rium au­tem is, qui ori­gi­nis pro­vin­ciae prae­est, non est nanc­tus ius in­ter­di­cen­di ea pro­vin­cia, quam in­co­lit is qui rele­ga­tur. 13Si quis eam sen­ten­tiam ad­mi­se­rit, ut is, qui in alia pro­vin­cia com­mi­sit, pos­sit rele­ga­ri ab eo qui ei pro­vin­ciae prae­est: eve­niet, ut rele­ga­tus is­te tri­bus pro­vin­ciis prae­ter Ita­liam de­beat abs­ti­ne­re, et in qua de­li­quit et quam in­co­lit et ori­gi­nis. et si ex di­ver­sis pro­vin­ciis ori­ri vi­dea­tur prop­ter con­di­cio­nem vel suam vel pa­ren­tis pa­tro­no­rum: vel plu­ri­bus pro­vin­ciis con­se­quen­ter in­ter­dic­tum ei di­ce­mus. 14Qui­bus­dam ta­men prae­si­di­bus, ut mul­tis pro­vin­ciis in­ter­di­ce­re pos­sint, in­dul­tum est: ut prae­si­di­bus Sy­ria­rum, sed et Da­cia­rum. 15Con­sti­tu­tum eum, cui pa­tria in­ter­dic­tum est, et­iam ur­be abs­ti­ne­re de­be­re: con­tra au­tem si cui ur­be fue­rit in­ter­dic­tum, pa­tria sua in­ter­dic­tum non vi­de­tur. et ita mul­tis con­sti­tu­tio­ni­bus ca­ve­tur. 16Si cui pla­ne non pa­tria sua, sed ali­qua ci­vi­ta­te in­ter­dic­tum sit, vi­den­dum est, an et­iam pa­tria sua item­que ur­be in­ter­dic­tum di­ca­mus: quod ma­gis est. 17His, qui rele­gan­tur, dies ex­ce­den­di a prae­si­di­bus da­ri et pot­est et so­let: et­enim mo­ris est ita pro­nun­tia­ri ‘il­lum pro­vin­cia il­la in­su­lis­que eis rele­go ex­ce­de­re­que de­be­bit in­tra il­lum diem’. 18Rele­ga­tum pla­ne li­bel­lum da­re prin­ci­pi pos­se di­vi fra­tres re­scrip­se­runt. 19So­let prae­ter­ea in­ter­di­ci sen­ten­tia qui­bus­dam, ne in­tra pa­triae ter­ri­to­rium vel mu­ros mo­ren­tur: ne ex­ce­dant pa­triam vel in vi­cis qui­bus­dam mo­ren­tur. 20So­let de­cu­rio­ni­bus or­di­ne in­ter­di­ci vel ad tem­pus vel in per­pe­tuum. 21Item pot­est ali­cui poe­na in­iun­gi, ne ho­no­res ad­ipis­ca­tur: nec ea res fa­cit, ut de­cu­rio es­se de­si­nat, cum fie­ri pos­sit, ut quis de­cu­rio qui­dem sit, ad ho­no­res au­tem non ad­mit­ta­tur. nam et se­na­tor quis es­se pot­est et ta­men ho­no­res non re­pe­te­re. 22Pot­est ali­cui et unus ho­nor in­ter­di­ci, sic ta­men, ut, si cui ho­no­re uno in­ter­dic­tum sit, non tan­tum eum ho­no­rem pe­te­re non pos­sit, ve­rum ne eos quo­que, qui eo ho­no­re ma­io­res sunt: est enim per­quam rid­icu­lum eum, qui mi­no­ri­bus poe­nae cau­sa pro­hi­bi­tus sit, ad ma­io­res ad­spi­ra­re. ma­io­ri­bus ta­men pro­hi­bi­tus mi­no­res pe­te­re non pro­hi­be­tur. sed mu­ne­ri­bus si quis poe­nae cau­sa fue­rit pro­hi­bi­tus, ni­hil va­le­bit sen­ten­tia: ne­que enim im­mu­ni­ta­tem poe­na tri­bue­re de­bet. er­go et si ho­no­ri­bus quis in poe­nam fue­rit pro­hi­bi­tus, pot­erit di­ci, si ho­no­res is­ti ha­bue­runt mix­tam mu­ne­ris gra­vem im­pen­sam, in­fa­miam il­li ad hoc non pro­fu­tu­ram:

Idem lib. X. de off. Procons. Der Verwiesenen sind zwei Classen; manche nemlich werden auf eine Insel verwiesen, manche blos einfach, sodass ihnen [bestimmte] Provinzen verboten werden, ohne dass ihnen eine Insel angewiesen wird. 1Auf eine Insel können die Provinzialpräsidenten verweisen, und zwar dergestalt, dass, wenn sie eine Insel unter sich haben, d. h. die zum Umfang ihrer Provinz gehört, welche sie verwalten, sie auch eine Insel im Besondern anweisen und auf dieselbe verweisen können, wenn sie aber keine haben, zwar rechtlich die Verweisung auf eine Insel aussprechen mögen, jedoch dann dem Kaiser schreiben müssen, dass er selbst eine Insel anweisen solle. Im übrigen können sie nicht auf die Insel verweisen, welche nicht zu der Provinz gehört, der sie vorstehen. Bis dahin, dass der Kaiser eine Insel anweist, muss der Verwiesene einem Soldaten übergeben werden. 2Zwischen Deportirten und Verwiesenen ist der Unterschied, dass Verweisung auf eine Insel sowohl auf Zeit, wie für immer verhängt werden kann. 3Uebrigens mag Jemand auf Zeit oder auf immer verwiesen worden sein, er behält sowohl das Römische Bürgerrecht, als er verliert auch die Testamentsfähigkeit nicht. 4Den auf Zeit Verwiesenen darf weder ihr ganzes Vermögen noch ein Theil entzogen werden, wie aus einigen Rescripten erhellt, und es sind die Urtheilssprüche Derer getadelt worden, die den auf Zeit Verwiesenen ihr Vermögen ganz oder zum Theil entzogen haben, ohne dass jedoch die also gefällten Erkenntnisse wieder umgestossen worden sind. 5In der Provinz Egypten giebt es eine besondere Art von Verweisung auf eine Insel, nemlich die Verweisung auf eine Oasis1414S. Cujac. Obs. VI. 27. Die Benennung, heutzutage noch üblich, ist bekannt.. 6So wenig [ein Präsident] das Recht hat, auf eine Insel zu verweisen, die nicht unter ihm steht, hat er auch das Recht, in eine nicht unter ihm stehende Provinz zu verweisen. 7So kann also der Präsident von Syrien zwar nicht nach Macedonien verweisen, wohl aber ausserhalb seiner Provinz. 8Er kann ferner Jemanden so verweisen, dass er in einem bestimmten Theile der Provinz sich aufhalten, also etwa sich nicht aus einer bestimmten Stadt oder Gegend entfernen solle. 9Auch weiss ich Fälle, dass Präsidenten in wüstere Gegenden der Provinz zu verweisen pflegten. 10Nur seine Provinz, welcher er vorsteht, kann [der Präsident] verbieten, keine andere; und so haben auch die Kaiserlichen Brüder in einem Rescripte gesagt. Daraus folgte, dass, wer aus der Provinz, wo er seinen Wohnsitz hatte, verwiesen worden war, sich in seiner Heimath aufhalten durfte. Allein unser Kaiser hat mit seinem kaiserlichen Vater diesem Umstande abgeholfen, denn dieselben haben an Mäcius Probus, Präsidenten der Provinz Spanien, rescribirt: dass der Präsident, welcher der Provinz vorsteht, worin Jemand seinen Wohnsitz hat, ihm auch diejenige Provinz verbieten dürfe, woraus er gebürtig sei. Es sind aber billig auch Diejenigen in die Vorschrift des Rescripts miteinbegriffen, welche nicht Einwohner der Provinz sind, worin sie verbrochen haben. 11Es ist bezweifelt worden, ob [ein Präsident] Jemandem die Provinz verbieten könne, woraus er gebürtig ist, wenn er selbst der Provinz vorsteht, worin jener wohnt, während er ihm die seinige nicht verbietet (wie in der Regel sie Italien zu verbieten pflegen, die Heimath aber nicht verbieten), oder ob er in Folge dessen auch die Provinz verboten zu haben scheine, der er vorsteht? Letzteres ist vorzuziehen. 12Umgekehrt aber hat der [Präsident] der Heimath nicht das Recht erlangt, die Provinz zu verbieten, welche Der, der verwiesen wird, bewohnt. 13Nimmt man die Meinung an, dass Der, welcher in einer andern Provinz verbrochen hat, von dem verwiesen werden könne, welcher der Provinz vorsteht [worin er wohnt1515Glosse.], so wird daraus folgen, dass der Verwiesene drei Provinzen ausser Italien meiden müsse, nemlich die, wo er verbrochen hat, die, wo er wohnt, und wo er seine Heimath hat; und wenn er in verschiedenen Provinzen seine Heimath zu haben scheint, etwa wegen eigner Verhältnisse, oder seines Vaters oder seiner Freilasser, so werden wir folgerichtig sagen, dass ihm auch mehrere Provinzen verboten worden seien. 14Einigen Präsidenten ist jedoch nachgelassen worden, mehrere Provinzen verbieten zu können, wie den Präsidenten von Syrien und Dacien. 15Es ist verordnet worden, dass Der, wem seine Heimath verboten worden, auch die Stadt Rom meiden müsse. Umgekehrt aber, wenn Jemanden die Stadt Rom verboten worden ist, so wird nicht angenommen, als sei ihm seine Heimath auch verboten, und so ist in vielen Constitutionen vorgeschrieben worden. 16Wenn Jemandem gerade nicht seine Heimath, sondern irgend eine Provinzialstadt verboten worden ist, so frägt sich, ob man schliessen müsse, es sei ihm dadurch auch seine Heimath, sowie die Stadt Rom verboten worden? Es spricht mehr dafür. 17Den Verwiesenen kann und wird in der Regel von den Präsidenten ein Termin festgesetzt werden; denn es ist Sitte, den rechtlichen Spruch so zu fassen: Den und Den verweise ich aus der und der Provinz und deren Inseln, und soll er binnen dem und dem Tage sich entfernen. 18Dass der Verwiesene sich schriftlich an den Kaiser wenden könne, haben die kaiserlichen Brüder rescribirt. 19Manchen pflegt ausserdem durch Erkenntniss untersagt zu werden, dass sie nicht innerhalb des Gebiets ihrer Heimath oder der Mauern [ihrer Vaterstadt] verweilen, dass sie nicht aus ihrer Heimath sich entfernen, oder in gewissen Dörfern ihren Aufenthalt nehmen. 20Es pflegt auch den Decurionen ihr Rang verboten zu werden, entweder auf Zeit, oder auf immer. 21Es kann ferner Jemandem als Strafe auferlegt werden, dass er keine Ehrenstellen1616Honores, es sind die magistratus curules zu verstehen, s. Hugo RG. p. 291. erlangen dürfe, doch hat dies nicht zur Folge, dass er aufhöre, Decurio zu sein, indem es möglich ist, dass Jemand Decurio ist, aber zu [andern] Ehrenstellen nicht zugelassen wird; denn es kann Jemand auch Senator sein, und doch nicht nach Ehrenstellen streben dürfen. 22Auch kann Jemandem eine einzige Ehrenstelle untersagt werden, und zwar dergestalt, dass, wenn Einem [auch nur] eine Ehrenstelle untersagt worden ist, er nicht nur nach dieser nicht streben darf, sondern auch nach keiner, welche höher als diese steht; denn es wäre höchst lächerlich, dass Der, wem verboten worden, zur Strafe nach einer weniger hohen Ehrenstellen zu streben, auf eine höhere sollte Anspruch machen dürfen. Sind Jemandem aber die höhern verboten, so darf er nach den niedern ohne Hinderniss streben. Wenn aber Jemandem der Strafe halber verboten ist, Aemter anzunehmen, so wird das Erkenntniss ungültig sein; denn eine Strafe darf nicht diese Befreiung zuerkennen. Auch wenn daher Jemandem zur Strafe die Annahme von Ehrenstellen verboten worden ist, wird behauptet werden können (vorausgesetzt, dass diese Ehrenstellen mit bedeutenden Lasten eines Amtes verknüpft gewesen), dass ihm seine Infamie dawider nichts nützen werde.

Dig. 48,22,9Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Pot­est prae­ses quen­dam dam­na­re, ne do­mo sua pro­ce­dat:

Ulp. lib. X. de off. Procons. Der Präsident kann Jemanden dazu verurtheilen, dass er nicht aus seinem Hause gehe,

Dig. 48,22,11Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. In­ter­dum pe­cu­nia­ria poe­na ir­ro­ga­tur iis qui rele­ga­tos sus­ci­piunt: in­ter­dum et­iam ip­si rele­gan­tur, si qui­dem il­li ob mag­num cri­men rele­ga­ti sunt.

Ulp. lib. Zuweilen werden Die an Gelde bestraft, welche Verwiesene aufnehmen.