Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.ed. LVII
Ad edictum praetoris lib.Ulpiani Ad edictum praetoris libri

Ad edictum praetoris libri

Ex libro LVII

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4 (3,4 %)De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24 (0,4 %)Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10 (38,8 %)De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volkskklagen.)
Dig. 2,4,12Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Si li­ber­tus in ius vo­ca­ve­rit con­tra prae­to­ris edic­tum fi­lium pa­tro­ni sui, quem ip­se pa­tro­nus in po­tes­ta­te ha­bet: pro­ban­dum est ab­sen­te pa­tre sub­ve­nien­dum es­se fi­lio qui in po­tes­ta­te est et ei poe­na­lem in fac­tum ac­tio­nem, id est quin­qua­gin­ta au­reo­rum, ad­ver­sus li­ber­tum com­pe­te­re.

Ulp. lib. LVII. ad Edictum. Wenn der Freigelassene gegen des Prätors Edict den Sohn seines Freilassers, welchen dieser selbst in seiner Gewalt hat, vor Gericht berufen, so muss man dahin entscheiden, dass man in Abwesenheit des Vaters dem in dessen Gewalt stehenden Sohne zu Hülfe kommen müsse, und dass ihm eine Klage in factum auf Strafe, d. h. auf 50 Goldstücke, gegen den Freigelassenen zustehe.

Dig. 28,2,18Ul­pia­nus li­bro quin­qua­ge­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Mul­ti non no­tae cau­sa ex­he­redant fi­lios nec ut eis ob­sint, sed ut eis con­su­lant, ut pu­ta im­pu­be­ri­bus, eis­que fi­dei­com­mis­sam he­redi­ta­tem dant.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 29,2,56Ul­pia­nus li­bro quin­qua­ge­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Si is qui im­mis­cuit se he­redi­ta­ti de­ces­sis­set, de­in­de al­ter se abs­ti­net, ea­dem con­di­cio de­fe­ren­da est he­redi eius quae et ip­si, quod Mar­cel­lus ait.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 43,24,19Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. In­ter­dic­tum quod vi aut clam com­pe­te­re fi­lio fa­mi­lias co­lo­no ar­bo­ri­bus suc­ci­sis Sa­b­inus ait.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Sabinus sagt, einen Haussohn, der Pächter ist, steht, wenn Bäume umgehauen worden, das Interdict Was gewaltsam oder heimlich zu.

Dig. 47,10,7Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Prae­tor edi­xit: ‘qui agit in­iu­ria­rum, cer­tum di­cat, quid in­iu­riae fac­tum sit’: quia qui fa­mo­sam ac­tio­nem in­ten­dit, non de­bet va­ga­ri cum dis­cri­mi­ne alie­nae ex­is­ti­ma­tio­nis, sed de­sig­na­re et cer­tum spe­cia­li­ter di­ce­re, quam se in­iu­riam pas­sum con­ten­dit. 1Si di­ca­tur ho­mo in­iu­ria oc­ci­sus, num­quid non de­beat per­mit­te­re prae­tor pri­va­to iu­di­cio le­gi Cor­ne­liae prae­iu­di­ca­ri? idem­que et si ita quis age­re ve­lit ‘quod tu ve­ne­num de­dis­ti ho­mi­nis oc­ci­den­di cau­sa?’ rec­tius igi­tur fe­ce­rit, si hu­ius­mo­di ac­tio­nem non de­de­rit. ad­quin so­le­mus di­ce­re, ex qui­bus cau­sis pu­bli­ca sunt iu­di­cia, ex his cau­sis non es­se nos pro­hi­ben­dos, quo mi­nus et pri­va­to aga­mus. est hoc ve­rum, sed ubi non prin­ci­pa­li­ter de ea re agi­tur, quae ha­bet pu­bli­cam ex­se­cu­tio­nem. quid er­go de le­ge Aqui­lia di­ci­mus? nam et ea ac­tio prin­ci­pa­li­ter hoc con­ti­net, ho­mi­nem oc­ci­sum non prin­ci­pa­li­ter: nam ibi prin­ci­pa­li­ter de dam­no agi­tur, quod do­mi­no da­tum est, at in ac­tio­ne in­iu­ria­rum de ip­sa cae­de vel ve­ne­no ut vin­di­ce­tur, non ut dam­num sar­cia­tur. quid er­go, si quis id­cir­co ve­lit in­iu­ria­rum age­re, quod gla­dio ca­put eius per­cus­sum est? La­beo ait non es­se pro­hi­ben­dum: ne­que enim uti­que hoc, in­quit, in­ten­di­tur, quod pu­bli­cam ha­bet anim­ad­ver­sio­nem. quod ve­rum non est: cui enim du­bium est et­iam hunc di­ci pos­se Cor­ne­lia con­ve­ni­ri? 2Prae­ter­ea il­lo spec­tat di­ci cer­tum de in­iu­ria, quam pas­sus quis sit, ut ex qua­li­ta­te in­iu­riae scia­mus, an in pa­tro­num li­ber­to red­den­dum sit in­iu­ria­rum iu­di­cium. et­enim me­mi­nis­se opor­te­bit li­ber­to ad­ver­sus pa­tro­num non qui­dem sem­per, ve­rum in­ter­dum in­iu­ria­rum da­ri iu­di­cium, si atrox sit in­iu­ria quam pas­sus sit, pu­ta ser­vi­lis. ce­te­rum le­vem co­her­ci­tio­nem uti­que pa­tro­no ad­ver­sus li­ber­tum da­bi­mus nec pa­tie­tur eum prae­tor que­ren­tem, qua­si in­iu­riam pas­sus sit, ni­si atro­ci­tas eum mo­ve­rit: nec enim fer­re prae­tor de­bet he­ri ser­vum, ho­die li­be­rum con­que­ren­tem, quod do­mi­nus ei con­vi­cium di­xe­rit vel quod le­vi­ter pul­sa­ve­rit vel emen­da­ve­rit. sed si fla­gris, si ver­be­ri­bus, si vul­ne­ra­vit non me­dio­cri­ter: ae­quis­si­mum erit prae­to­rem ei sub­ve­ni­re. 3Sed et si quis ex li­be­ris, qui non sunt in po­tes­ta­te, cum pa­ren­te ve­lit ex­per­i­ri, non te­me­re in­iu­ria­rum ac­tio dan­da est, ni­si atro­ci­tas sua­se­rit. cer­te his, qui sunt in po­tes­ta­te, pror­sus nec com­pe­tit, et­iam­si atrox fue­rit. 4Quod au­tem prae­tor ait ‘quid in­iu­riae fac­tum sit, cer­tum di­cat’, quem­ad­mo­dum ac­ci­pien­dum sit? cer­tum eum di­ce­re La­beo ait, qui di­cat no­men in­iu­riae, ne­que sub al­ter­na­tio­ne, pu­ta il­lud aut il­lud, sed il­lam in­iu­riam se pas­sum. 5Si mi­hi plu­res in­iu­rias fe­ce­ris, pu­ta tur­ba et coe­tu fac­to do­mum ali­cu­ius in­tro­eas et hoc fac­to ef­fi­cia­tur, et si­mul et con­vi­cium pa­tiar et ver­be­rer: an pos­sim se­pa­ra­tim te­cum ex­per­i­ri de sin­gu­lis in­iu­riis, quae­ri­tur. et Mar­cel­lus se­cun­dum Ne­ra­tii sen­ten­tiam hoc pro­bat co­gen­dum in­iu­rias, quas si­mul pas­sus est, con­iun­ge­re. 6Pos­se ho­die de om­ni in­iu­ria, sed et de atro­ci ci­vi­li­ter agi im­pe­ra­tor nos­ter re­scrip­sit. 7Atro­cem in­iu­riam qua­si con­tu­me­lio­sio­rem et ma­io­rem ac­ci­pi­mus. 8Atro­cem au­tem in­iu­riam aut per­so­na aut tem­po­re aut re ip­sa fie­ri La­beo ait. per­so­na atro­cior in­iu­ria fit, ut cum ma­gis­tra­tui, cum pa­ren­ti pa­tro­no fiat. tem­po­re, si lu­dis et in con­spec­tu: nam prae­to­ris in con­spec­tu an in so­li­tu­di­ne in­iu­ria fac­ta sit, mul­tum in­ter­es­se ait, quia atro­cior est, quae in con­spec­tu fiat. re atro­cem in­iu­riam ha­be­ri La­beo ait, ut pu­ta si vul­nus il­la­tum vel os ali­cui per­cus­sum.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Der Prätor edicirte: Wer eine Injurienklage erhebt, der soll bestimmt angeben, was für eine Injurie geschehen sei, weil, wer eine infamirende Klage zu erheben beabsichtigt, nicht mit der Gefahr für die Ehre eines Andern fahrlässig umgehen, sondern eine bestimmte und feste Angabe machen muss, welche Art von Injurie ihm widerfahren sei. 1Wenn gesagt wird, es sei ein Mensch in Folge einer Injurie ums Leben gekommen, darf der Prätor da erlauben, dass durch die Privatklage dem Cornelischen Gesetze vorgegriffen werde? Ingleichen dann, wenn Jemand so klagen will, dass du Gift gegeben hast, um einen Menschen ums Leben zu bringen? Er wird richtiger daran thun, Klagen11D. h. die Privatklagen, s. Cujac. Obs. XXIV. c. 16. der Art nicht zu ertheilen. Wir pflegen nun zwar zu sagen, dass aus denselben Gründen, wo öffentliche Verfahren stattfinden, Jedem erlaubt sei, auch die Privatklage zu erheben, und dies ist auch [an sich betrachtet] ganz richtig, jedoch nur für den Fall, dass nicht hauptsächlich desfalls Klage22Es ist nemlich jene Regel von einem damno in re familiari u. pecuniario zu verstehen, und darauf beziehen sich die obigen Worte, s. Ant. Quintanaduegna de jurisdict. et imperio l. I. tit. 4. §. 6. (T. M. II. 227.) erhoben wird, wofür eine öffentliche Strafe stattfindet. Was werden wir nun von dem Aquilischen Gesetze sagen? Denn auch diese Klage hat hauptsächlich [den Werth in Gelde] zum Gegenstande, und nicht hauptsächlich die Tödtung eines Sclaven; denn hauptsächlich wird nach demselben wegen des dem Herrn zugefügten Schadens geklagt, bei der Injurienklage aber über den Mord oder das Gift selbst, und zwar in der Absicht, Rache zu nehmen, nicht um Schaden zu ersetzen. Wie nun, wenn Jemand darum Injurienklage erheben will, dass er mit einem Schwerte in den Kopf gehauen worden sei? Labeo sagt, es stehe ihm nichts im Wege; denn, sagt er, es wird dadurch nicht gerade Etwas verlangt, was eine öffentliche Ahndung verdient. Aber das ist nicht wahr, denn wer möchte daran zweifeln, dass auch hier der Thäter nach dem Cornelischen Gesetze angegriffen werden könne? 2Ausserdem aber zweckt die Vorschrift, bestimmte Angaben über die Injurie zu machen, die man erlitten habe, auch darauf ab, um aus der Beschaffenheit der Injurie abzunehmen, ob dem Freigelassenen die Injurienklage wider den Freilasser ertheilt werden dürfe? Denn man muss berücksichtigen, dass dem Freigelassenen wider den Freilasser nicht allemal die Injurienklage ertheilt werde, sondern nur zuweilen, wenn die Injurie, welche er erlitten hat, eine schwere, etwa eine solche ist, die man sich nur gegen einen Sclaven erlaubt; leichte Züchtigungen werden wir aber dem Freilasser wider den Freigelassenen gestatten, und es wird der Prätor seine Klage desfalls, er habe eine Injurie erlitten, nur berücksichtigen, wenn ihn die Schwere derselben dazu bewegt; denn der Prätor darf es nicht leiden, dass der [gestern noch] Sclave war, heute als Freigelassener klage, sein Herr habe ihn ausgeschimpft, oder eine leichte Züchtigung fühlen lassen, oder getadelt. Hat er ihn aber mit Hieben oder mit Schlägen ganz tüchtig verwundet, so erfodert es die Billigkeit, dass ihm der Prätor helfe. 3Auch wenn ein nicht in der väterlichen Gewalt stehendes Kind wider seinen Vater klagen will, darf die Injurienklage nicht ohne Weiteres ertheilt werden, sobald nicht die Schwere derselben es nöthig macht; den in der Gewalt stehenden Kindern gebührt diese Klage niemals, wenn die Injurie auch eine schwere war. 4Wie aber sind die Worte des Prätors zu verstehen: Es solle bestimmte Angabe geschehen, welcher Art die erlittene Injurie sei? Eine bestimmte Angabe, sagt Labeo, mache Der, wer den Namen der Injurie angiebt, ohne alle Ungewissheit, also z. B. nicht Dies oder Jenes, sondern er habe die und die Injurie erlitten. 5Wenn du mehrere Injurien [zugleich] wider mich begangen hast, z. B. nachdem du ein Getümmel und Auflauf veranlasst, in mein Haus eingedrungen bist, und dadurch zugleich die Folge entstanden ist, dass ich geschimpft und geschlagen ward, kann ich dann wider dich besonders wegen jeder einzelnen Injurie klagen? Marcellus billigt es nach der Meinung des Neratius, dass er alle Injurien, die er zusammenerlitten, verbinden müsse. 6Dass heutzutage über jede Injurie, auch über schwere civiliter geklagt werden könne, hat unser Kaiser rescribirt. 7Unter einer schweren Injurie versteht man eine schimpflichere und gröbere. 8Zur schweren wird eine Injurie entweder durch die Person [der sie widerfährt], oder durch die Zeit, oder durch sich selbst, wie Labeo sagt. Durch die Person wird eine Injurie zur schweren, wenn sie einem Staatsbeamten, einem der Eltern, oder dem Freilasser widerfährt; durch die Zeit, wenn bei öffentlichen Spielen und im Angesicht des Prätors33S. Dirksen’s kritische Bemühungen in den Beiträgen S. 321., denn ob eine Injurie im Angesicht des Prätors widerfährt, oder in der Einsamkeit, das ist ein grosser Unterschied; die erstere ist eine bei weitem schwerere. Durch sich selbst wird eine Injurie für eine schwere gehalten, sagt Labeo, wenn eine Wunde beigebracht, oder Jemandem ein Knochen zerschlagen worden ist.

Dig. 47,10,9Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Sed est quaes­tio­nis, quod di­ci­mus re in­iu­riam atro­cem fie­ri, utrum, si cor­po­ri in­fe­ra­tur, atrox sit, an et si non cor­po­ri, ut pu­ta ves­ti­men­tis scis­sis, comite ab­duc­to vel con­vi­cio dic­to. et ait Pom­po­nius et­iam si­ne pul­sa­tio­ne pos­se di­ci atro­cem in­iu­riam, per­so­na atro­ci­ta­tem fa­cien­te. 1Sed et si in thea­tro vel in fo­ro cae­dit et vul­ne­rat, quam­quam non atro­ci­ter, atro­cem in­iu­riam fa­cit. 2Par­vi au­tem re­fert, utrum pa­tri fa­mi­lias an fi­lio fa­mi­lias in­iu­ria fac­ta sit: nam et haec atrox aes­ti­ma­bi­tur. 3Si atro­cem in­iu­riam ser­vus fe­ce­rit, si qui­dem do­mi­nus prae­sens sit, pot­est agi de eo: quod si afue­rit, prae­si­di of­fe­ren­dus est, qui eum fla­gris rum­pat. 4Si quis tam fe­mi­nam quam mas­cu­lum, si­ve in­ge­nuos si­ve li­ber­ti­nos, in­pu­di­cos fa­ce­re ad­temp­ta­vit, in­iu­ria­rum te­ne­bi­tur. sed et si ser­vi pu­di­ci­tia ad­temp­ta­ta sit, in­iu­ria­rum lo­cum ha­bet.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Es ist aber die Frage, ob, wenn wir sagen, dass eine Injurie durch sich selbst zur schweren werde, sie nur schwer ist, wenn sie dem Körper widerfährt, oder auch, wenn nicht dem Körper, z. B. Kleider zerrissen, ein Begleiter fortgeführt, oder ein Schimpfwort ausgestossen worden ist? Pomponius sagt, eine Injurie könne auch ohne Schlag eine schwere genannt werden, wenn nemlich die Person die Schwere bewirke. 1Auch wer im Theater oder auf dem Markt wenngleich nicht schwer hauet oder verwundet, begeht eine schwere Injurie. 2Es ist übrigens einerlei, ob einem Hausvater oder Haussohn eine solche Injurie widerfahren ist; sie wird ohne Unterschied für eine schwere erachtet werden. 3Wenn ein Sclave eine schwere Injurie begangen hat, so kann, wenn der Herr gegenwärtig war, deshalb Klage erhoben werden, war er nicht gegenwärtig, so muss er zum Präsidenten gebracht werden, der ihn ausprügeln lässt. 4Wer einen Angriff auf die Schamhaftigkeit einer Frau, oder einer Mannsperson, sie seien Freigeborne oder Freigelassene, gemacht hat, der wird wegen Injurien haften. Die Injurienklage findet aber auch statt, wenn der Angriff auf die Schamhaftigkeit eines Sclaven gemacht worden ist.

Dig. 47,10,11Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Non so­lum is in­iu­ria­rum te­ne­tur, qui fe­cit in­iu­riam, hoc est qui per­cus­sit, ve­rum il­le quo­que con­ti­ne­tur, qui do­lo fe­cit vel qui cu­ra­vit, ut cui ma­la pug­no per­cu­te­re­tur. 1In­iu­ria­rum ac­tio ex bo­no et ae­quo est et dis­si­mu­la­tio­ne ab­ole­tur. si quis enim in­iu­riam de­reli­que­rit, hoc est sta­tim pas­sus ad ani­mum suum non re­vo­ca­ve­rit, post­ea ex pae­ni­ten­tia re­mis­sam in­iu­riam non pot­erit re­co­le­re. se­cun­dum haec er­go ae­qui­tas ac­tio­nis om­nem me­tum eius ab­ole­re vi­de­tur, ubi­cum­que con­tra ae­quum quis venit. pro­in­de et si pac­tum de in­iu­ria in­ter­ces­sit et si trans­ac­tum et si ius­iu­ran­dum ex­ac­tum erit, ac­tio in­iu­ria­rum non te­ne­bit. 2Age­re quis in­iu­ria­rum et per se et per alium pot­est, ut pu­ta pro­cu­ra­to­rem tu­to­rem ce­te­ros­que, qui pro aliis so­lent in­ter­ve­ni­re. 3Si man­da­tu meo fac­ta sit ali­cui in­iu­ria, ple­ri­que aiunt tam me qui man­da­vi quam eum qui sus­ce­pit in­iu­ria­rum te­ne­ri. 4Pro­cu­lus rec­te ait, si in hoc te con­du­xe­rim, ut in­iu­riam fa­cias, cum utro­que nos­trum in­iu­ria­rum agi pos­se, quia mea ope­ra fac­ta sit in­iu­ria: 5Idem­que ait et si fi­lio meo man­da­ve­ro, ut ti­bi in­iu­riam fa­ciat. 6Ati­li­ci­nus au­tem ait et si per­sua­se­rim ali­cui alias no­len­ti, ut mi­hi ad in­iu­riam fa­cien­dam ob­oe­di­ret, pos­se in­iu­ria­rum me­cum agi. 7Quam­quam ad­ver­sus pa­tro­num li­ber­to in­iu­ria­rum ac­tio non de­tur, ve­rum ma­ri­to li­ber­tae no­mi­ne cum pa­tro­no ac­tio com­pe­tit: ma­ri­tus enim uxo­re sua in­iu­riam pas­sa suo no­mi­ne in­iu­ria­rum age­re vi­de­tur. quod et Mar­cel­lus ad­mit­tit. ego au­tem apud eum no­ta­vi non de om­ni in­iu­ria hoc es­se di­cen­dum me pu­ta­re: le­vis enim co­er­ci­tio et­iam in nup­tam vel con­vi­ci non in­pu­di­ci dic­tio cur pa­tro­no de­ne­ge­tur? si au­tem con­li­ber­to nup­ta es­set, di­ce­re­mus om­ni­no in­iu­ria­rum ma­ri­to ad­ver­sus pa­tro­num ces­sa­re ac­tio­nem, et ita mul­ti sen­tiunt. ex qui­bus ap­pa­ret li­ber­tos nos­tros non tan­tum eas in­iu­rias ad­ver­sus nos in­iu­ria­rum ac­tio­ne ex­equi non pos­se, quae­cum­que fiunt ip­sis, sed ne eas qui­dem, quae eis fiunt, quos eo­rum in­ter­est in­iu­riam non pa­ti. 8Pla­ne si for­te fi­lius li­ber­ti vel uxor ve­lint in­iu­ria­rum ex­per­i­ri: quia pa­tri ma­ri­to­ve non da­tur, de­ne­gan­dum non erit, quia suo no­mi­ne ex­pe­riun­tur. 9Ei, qui ser­vus di­ci­tur se­que ad­se­rit in li­ber­ta­tem, in­iu­ria­rum ac­tio­nem ad­ver­sus di­cen­tem se do­mi­num com­pe­te­re nul­la du­bi­ta­tio est. et hoc ve­rum est, si­ve ex li­ber­ta­te in ser­vi­tu­tem pe­ta­tur si­ve ex ser­vi­tu­te in li­ber­ta­tem pro­cla­met: nam hoc iu­re in­di­stinc­te uti­mur.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Es haftet nicht blos Derjenige wegen Injurien, wer eine solche begangen, d. h. wer geschlagen hat, sondern es wird auch Der mit einbegriffen, der es durch Arglist bewirkt, oder dafür gesorgt hat, dass Jemand einen Backenstreich erhielt. 1Die Injurienklage ist in Recht und Billigkeit begründet, und erlischt dadurch, dass [auf die Injurie] gar keine Rücksicht genommen wird; denn wer eine Injurie nicht beachtet, d. h. sofort, nachdem er sie erlitten, sich nicht zu Gemüthe gezogen hat, der wird nachher, wenn es ihm leid wird, die schon erlassene Injurie nicht wieder aufwärmen können. Hiernach scheint also die [als Grund vorherrschende] Billigkeit der Klage alle Besorgniss [des Thäters] zu beseitigen, sobald der [Beleidigte] selbst der Billigkeit zuwider handelt. Mithin wird die Injurienklage auch dann nicht stattfinden, wenn ein Vertrag über die Injurie getroffen, wenn ein Vergleich eingegangen, oder ein Eid geleistet worden ist. 2Wegen Injurien kann man sowohl selbst als durch Andere klagend auftreten, als z. B. durch einen Geschäftsbesorger, Vormund und wer sonst für Andere aufzutreten pflegt. 3Wenn Jemandem in meinem Auftrage eine Injurie widerfahren ist, so sagen die Meisten, dass sowohl ich, der ich den Auftrag ertheilt habe, als Der, wer ihn angenommen hat, wegen Injurien hafte. 4Proculus sagt ganz richtig, dass, wenn ich dich zu dem Ende gedungen habe, damit du eine Injurie begehest, wider jeden von uns eine Injurienklage erhoben werden könne, weil dieselbe auf meine Veranlassung entstanden ist. 5Dasselbe findet statt, sagt er, wenn ich meinem Sohne aufgetragen, dass er dir eine Injurie anthue. 6Atilicinus sagt aber, auch wenn ich Jemandem, der sonst nicht wolle, überredet habe, mir zur Begehung einer Injurie zu gehorchen, könne wider mich die Injurienklage erhoben werden. 7Obwohl dem Freigelassenen wider den Freilasser die Injurienklage nicht gegeben wird, so steht sie doch dem Ehemann Namens [seiner Frau], einer Freigelassenen wider den Freilasser zu; denn der Ehemann erscheint, wenn seine Frau eine Injurie erlitten hat, als im eignen Namen wegen Injurien klagend. Dies findet auch Marcellus zulässig. Ich habe jedoch zu demselben die Anmerkung gemacht, dass meiner Ansicht nach dies nicht von jeder Injurie gelte; denn warum soll dem Freilasser eine gelinde Züchtigung, oder ein, wenn nur nicht die Schamhaftigkeit verletzendes Schimpfwort versagt sein? Wenn sie aber an einen Mitfreigelassenen verheirathet ist, so würden wir der Ansicht sein, dass die Injurienklage für den Mann wider den Freilasser ganz wegfalle; und dies meinen Viele. Daraus erhellt, dass unsere Freigelassenen nicht nur wegen derjenigen Injurien wider uns die Injurienklage nicht erheben können, die ihnen selbst widerfahren, sondern auch nicht einmal die Denen, rücksichtlich derer ihnen daran gelegen, dass ihnen keine dergleichen widerfahre. 8Wenn freilich der Sohn eines Freigelassenen oder seine Ehefrau eine Injurie klagbar machen wollen, so wird dies nicht zu verweigern sein, weil die Klage dann nicht dem Vater oder Ehemann gegeben wird, indem jene im eigenen Namen klagen. 9Dass Dem, der für einen Sclaven ausgegeben wird, aber die Freiheit seinerseits in Anspruch nimmt, die Injurienklage wider Den, der sich seinen Herrn nennt, zuständig sei, unterliegt keinem Zweifel; und dies gilt auch, es möge Jemand aus dem Verhältniss eines Freien in die Sclaverei gefodert werden, oder in letzterer stehend Anspruch auf die Freiheit erheben; denn das ist bei uns ohne Unterschied Rechtens.

Dig. 47,10,13Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. In­iu­ria­rum ac­tio ne­que he­redi ne­que in he­redem da­tur. idem est et si in ser­vum meum in­iu­ria fac­ta sit: nam nec hic he­redi meo in­iu­ria­rum ac­tio da­tur. se­mel au­tem li­te con­tes­ta­ta hanc ac­tio­nem et­iam ad suc­ces­so­res per­ti­ne­re. 1Is, qui iu­re pu­bli­co uti­tur, non vi­de­tur in­iu­riae fa­cien­dae cau­sa hoc fa­ce­re: iu­ris enim exe­cu­tio non ha­bet in­iu­riam. 2Si quis, quod de­cre­to prae­to­ris non ob­tem­pe­ra­vit, duc­tus sit, non est in ea cau­sa, ut agat in­iu­ria­rum, prop­ter prae­to­ris prae­cep­tum. 3Si quis per in­iu­riam ad tri­bu­nal ali­cu­ius me in­ter­pel­la­ve­rit ve­xan­di mei cau­sa, pot­ero in­iu­ria­rum ex­per­i­ri. 4Si quis de ho­no­ri­bus de­cer­nen­dis ali­cu­ius pas­sus non sit de­cer­ni ut pu­ta ima­gi­nem ali­cui vel quid aliud ta­le: an in­iu­ria­rum te­n­ea­tur? et ait La­beo non te­ne­ri, quam­vis hoc con­tu­me­liae cau­sa fa­ciet: et­enim mul­tum in­ter­est, in­quit, con­tu­me­liae cau­sa quid fiat an ve­ro fie­ri quid in ho­no­rem ali­cu­ius quis non pa­tia­tur. 5Idem La­beo scri­bit, si, cum alium con­tin­ge­ret le­ga­tio, alii hoc onus duum­vir in­di­xe­rit, non pos­se agi in­iu­ria­rum ob la­bo­rem in­iunc­tum: aliud enim es­se la­bo­rem in­iun­ge­re, aliud in­iu­riam fa­ce­re. idem er­go erit pro­ban­dum et in ce­te­ris mu­ne­ri­bus at­que ho­no­ri­bus, quae per in­iu­riam in­iun­gun­tur. er­go si quis per in­iu­riam sen­ten­tiam di­xe­rit, idem erit pro­ban­dum. 6Quae iu­re po­tes­ta­tis a ma­gis­tra­tu fiunt, ad in­iu­ria­rum ac­tio­nem non per­ti­nent. 7Si quis me pro­hi­beat in ma­ri pis­ca­ri vel ever­ri­cu­lum (quod Grae­ce σαγήνη di­ci­tur) du­ce­re, an in­iu­ria­rum iu­di­cio pos­sim eum con­ve­ni­re? sunt qui pu­tent in­iu­ria­rum me pos­se age­re: et ita Pom­po­nius et ple­ri­que es­se huic si­mi­lem eum, qui in pu­bli­cum la­va­re vel in ca­vea pu­bli­ca se­de­re vel in quo alio lo­co age­re se­de­re con­ver­sa­ri non pa­tia­tur, aut si quis re mea uti me non per­mit­tat: nam et hic in­iu­ria­rum con­ve­ni­ri pot­est. con­duc­to­ri au­tem ve­te­res in­ter­dic­tum de­de­runt, si for­te pu­bli­ce hoc con­du­xit: nam vis ei pro­hi­ben­da est, quo mi­nus con­duc­tio­ne sua frua­tur. si quem ta­men an­te ae­des meas vel an­te prae­to­rium meum pis­ca­ri pro­hi­beam, quid di­cen­dum est? me in­iu­ria­rum iu­di­cio te­ne­ri an non? et qui­dem ma­re com­mu­ne om­nium est et li­to­ra, sic­uti aer, et est sae­pis­si­me re­scrip­tum non pos­se quem pis­ca­ri pro­hi­be­ri: sed nec au­cu­pa­ri, ni­si quod in­gre­di quis agrum alie­num pro­hi­be­ri pot­est. usur­pa­tum ta­men et hoc est, tam­et­si nul­lo iu­re, ut quis pro­hi­be­ri pos­sit an­te ae­des meas vel prae­to­rium meum pis­ca­ri: qua­re si quis pro­hi­bea­tur, ad­huc in­iu­ria­rum agi pot­est. in la­cu ta­men, qui mei do­mi­nii est, uti­que pis­ca­ri ali­quem pro­hi­be­re pos­sum.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Die Injurienklage wird weder dem Erben noch wider den Erben ertheilt. Dies ist auch dann der Fall, wenn wider meinen Sclaven eine Injurie begangen worden ist; auch hier wird meinem Erben die Injurienklage nicht gegeben. Sobald aber einmal das Verfahren eingeleitet worden ist, gebührt diese Klage auch den Rechtsnachfolgern. 1Wer von einem allgemeinen Rechte Gebrauch macht, der wird nicht so angesehen, als thue er etwas, um eine Injurie zu begehen; denn die Ausübung eines Rechts enthält keine Injurie. 2Wer darum abgeführt44Ins Gefängniss. worden ist, weil er dem Decrete des Prätors nicht Gehorsam geleistet hat, der kann wegen des prätorischen Befehls keine Injurienklage anstellen. 3Wer mich injuriöserweise vor eines Richters Tribunal gefodert hat, blos um mich zum Besten zu haben, gegen den kann ich wegen Injurien klagen. 4Wer sich in Ansehung der Jemanden zu decretirenden Ehrenbezeugung dem Decrete widersetzt hat, z. B. sein Bild aufzustellen, oder etwas Anderes, haftet der wegen Injurien? Labeo sagt nein, wenn er es auch in der Absicht thue, ihn zu beschimpfen; denn, setzt er hinzu, es ist ein grosser Unterschied, ob Jemandem etwas zum Schimpf geschehe, oder ob man nicht leide, dass Jemandem zu Ehren etwas geschehe. 5Derselbe Labeo schreibt, wenn, während einen Dritten die Uebernahme einer Gesandtschaft traf, der Duumvir diese Last einem Andern angesagt hat, so kann wegen dieser aufgebürdeten Arbeit die Injurienklage nicht erhoben werden; denn es ist ein grosser Unterschied dazwischen, Jemandem eine Arbeit aufbürden, und eine Injurie begehen. Dies gilt also auch von allen andern Aemtern und Würden, die injuriöserweise aufgebürdet werden; mithin auch dann, wenn ein [Richter] injuriöserweise ein Erkenntniss gefällt hat. 6Was ein Staatsbeamter vermöge seiner Amtsgewalt thut, das ist kein Gegenstand zu einer Injurienklage. 7Wer mich am Fischen im Meere hindert, oder ein Netz55Everriculum, s. Budaei Annot. poster. in Pand. p. 5. (Ed. Steph. p. 1535.), griechisch σαγήνη genannt, auszustellen, kann ich den mit der Injurienklage belangen? Einige sind der bejahenden Meinung, und unter ihnen auch Pomponius; die Meisten glauben, dass er Dem ganz gleich stehe, den Jemand daran verhindere, in einem öffentlichen [Bade] zu baden, in einer öffentlichen Loge66Cavea, s. Brisson. im Theater zu sitzen, oder sich an einem andern Orte aufzuhalten, zu sitzen und zu befinden, oder wenn mich Jemand an dem Gebrauch meiner eigenen Sache hindert; auch der kann wegen Injurien belangt werden. Dem Pächter aber geben die Alten das Interdict, wenn er vom Gemeinwesen [den öffentlichen Platz u. s. w.] gepachtet hatte; denn dann muss allerdings Gewalt von ihm abgehalten werden, damit er von seinem Pacht den Genuss ziehen könne. Wenn ich aber Jemanden daran verhindere, vor meinem Haus, oder meinem Laudhaussalon zu fischen, was gilt dann? hafte ich wegen Injurien oder nicht? Das Meer ist aber Allen gemeinschaftlich, und seine Küsten, so wie die Luft; und es ist oft rescribirt worden, dass Niemand am Fischen gehindert werden könne, noch am Vogelfang, und es kann nur Jemand an dem Beschreiten eines fremden Ackers gehindert werden. Man maasst es sich zwar an, obwohl ohne alles Recht dazu, dass Jemand am Fischen vor einem Hause oder Landhaussalon gehindert werden könne; allein wer daran gehindert wird, der kann noch wegen Injurien klagen. In einem mir eigenthümlich gehörigen See kann ich aber Jemanden am Fischen hindern.

Dig. 47,10,17Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Sed si unius per­mis­su id fe­ce­ro, si qui­dem so­lius eius es­se pu­ta­vi, nul­li com­pe­tit in­iu­ria­rum ac­tio. pla­ne si scii plu­rium, ei qui­dem, qui per­mi­sit, non com­pe­tit in­iu­ria­rum ac­tio, ce­te­ris com­pe­tit. 1Si ius­su tu­to­ris aut pro­cu­ra­to­ris vel cu­ra­to­ris quaes­tio ha­bi­ta sit, con­se­quens erit di­ce­re ces­sa­re in­iu­ria­rum ac­tio­nem. 2Ser­vus meus ope­ra vel que­rel­la tua fla­gel­lis cae­sus est a ma­gis­tra­tu nos­tro. Me­la pu­tat dan­dam mi­hi in­iu­ria­rum ad­ver­sus te, in quan­tum ob eam rem ae­quum iu­di­ci vi­de­bi­tur, et si ser­vus de­ces­se­rit, do­mi­num eius age­re pos­se La­beo ait, quia de dam­no, quod per in­iu­riam fac­tum est, aga­tur. et ita Tre­ba­tio pla­cuit. 3Quae­dam in­iu­riae a li­be­ris ho­mi­ni­bus fac­tae le­ves (non nul­lius mo­men­ti) vi­den­tur, enim­ve­ro a ser­vis gra­ves sunt: cres­cit enim con­tu­me­lia ex per­so­na eius qui con­tu­me­liam fe­cit. 4Cum ser­vus in­iu­riam fa­cit, ma­le­fi­cium eum ad­mit­te­re pa­lam est: me­ri­to igi­tur sic­uti ex ce­te­ris de­lic­tis, ita et ex hoc in­iu­ria­rum noxa­lis ac­tio da­tur. sed in ar­bi­trio do­mi­ni est, an ve­lit eum ver­be­ran­dum ex­hi­be­re, ut ita sa­tis­fiat ei qui in­iu­riam pas­sus est: ne­que erit ne­ces­se do­mi­no uti­que eum ver­be­ran­dum prae­sta­re, sed da­bi­tur ei fa­cul­tas prae­sta­re ei ser­vum ver­be­ran­dum aut, si de eo ver­be­ri­bus sa­tis non fiat, no­xae de­den­dum vel li­tis aes­ti­ma­tio­nem suf­fe­ren­dam. 5Ait prae­tor ‘ar­bi­tra­tu iu­di­cis’: uti­que qua­si vi­ri bo­ni, ut il­le mo­dum ver­be­rum im­po­nat. 6Si an­te iu­di­cem do­mi­nus ver­be­ran­dum ser­vum ex­hi­bue­rit, ut sa­tis ver­be­ri­bus ei fie­ret, et erit fac­tum ar­bi­tra­tu ali­cu­ius, post­ea ac­tor age­re in­iu­ria­rum per­se­ve­rat, non est au­dien­dus: qui enim ac­ce­pit sa­tis­fac­tio­nem, in­iu­riam suam re­mi­sit. nam et si nu­da vo­lun­ta­te in­iu­riam re­mi­sit, in­du­bi­ta­te di­cen­dum est ex­tin­gui in­iu­ria­rum ac­tio­nem non mi­nus, quam si tem­po­re ab­oli­ta fue­rit in­iu­ria. 7Si ius­su do­mi­ni ser­vus in­iu­riam fe­ce­rit, uti­que do­mi­nus con­ve­ni­ri pot­erit et­iam suo no­mi­ne. sed si pro­po­na­tur ser­vus ma­nu­mis­sus, pla­cet La­beo­ni dan­dam in eum ac­tio­nem, quia et no­xa ca­put se­qui­tur nec in om­nia ser­vus do­mi­no pa­re­re de­bet: ce­te­rum et si oc­ci­de­rit ius­su do­mi­ni, Cor­ne­lia eum ex­ime­mus. 8Pla­ne si de­fen­den­di do­mi­ni gra­tia ali­quid fe­ce­rit, ra­tio­nem ei con­sta­re ap­pa­ret, in­que eam rem ad­ver­sus agen­tem ex­cep­tio ob­icien­da erit. 9Si ser­vus, in quo usus fruc­tus meus est, in­iu­riam mi­hi fe­ce­rit, ad­ver­sus do­mi­num noxa­li iu­di­cio ex­per­i­ri pot­ero: ne­que de­beo de­te­rio­ris con­di­cio­nis ob hoc es­se, quod usum fruc­tum in eo ha­beo, quam si non ha­be­rem. ali­ter at­que si ser­vus com­mu­nis es­set: tunc enim non da­re­mus so­cio ac­tio­nem, ea­prop­ter, quia et ip­se in­iu­ria­rum ac­tio­ne te­ne­tur. 10Ait prae­tor: ‘Si ei, qui in al­te­rius po­tes­ta­te erit, in­iu­ria fac­ta es­se di­ce­tur et ne­que is, cu­ius in po­tes­ta­te est, prae­sens erit ne­que pro­cu­ra­tor quis­quam ex­is­tat, qui eo no­mi­ne agat: cau­sa co­gni­ta ip­si, qui in­iu­riam ac­ce­pis­se di­ce­tur, iu­di­cium da­bo’. 11Fi­lio fa­mi­lias in­iu­riam pas­so, si prae­sens sit pa­ter, age­re ta­men non pos­sit prop­ter fu­ro­rem vel quem alium ca­sum demen­tiae, pu­to com­pe­te­re in­iu­ria­rum ac­tio­nem: nam et hic pa­ter eius ab­sen­tis lo­co est. 12Pla­ne si prae­sens age­re no­lit, vel quia dif­fert vel quia re­mit­tit at­que do­nat in­iu­riam, ma­gis est, ut fi­lio ac­tio non de­tur: nam et cum ab­est, id­cir­co da­tur fi­lio ac­tio, quia ve­ri­si­mi­le est pa­trem, si prae­sens fuis­set, ac­tu­rum fuis­se. 13In­ter­dum ta­men pu­ta­mus et si pa­ter re­mit­tat, in­iu­ria­rum ac­tio­nem fi­lio dan­dam, ut pu­ta si pa­tris per­so­na vi­lis ab­iec­ta­que sit, fi­lii ho­nes­ta: ne­que enim de­bet pa­ter vi­lis­si­mus fi­lii sui con­tu­me­liam ad suam vi­li­ta­tem me­ti­ri. po­na­mus es­se eum pa­trem, cui iu­re me­ri­to­que cu­ra­tor a prae­to­re con­sti­tue­re­tur. 14Sed si pa­ter li­te con­tes­ta­ta coe­pe­rit ab­es­se vel et­iam nec­le­ge­re exe­cu­tio­nem pa­ter vi­lis, di­cen­dum est cau­sa co­gni­ta trans­la­tio­nem fi­lio com­pe­te­re. idem et si em­an­ci­pa­tus fi­lius es­se pro­po­na­tur. 15Pro­cu­ra­to­rem pa­tris prae­tu­lit prae­tor ip­sis per­so­nis, quae in­iu­riam pas­sae sunt. si ta­men pro­cu­ra­tor aut neg­le­gat aut col­lud­at aut non suf­fi­ciat ad­ver­sus per­so­nas, quae in­iu­riam fe­ce­runt, ip­si po­tius, qui pas­sus est in­iu­riam, ac­tio in­iu­ria­rum com­pe­tit. 16Pro­cu­ra­to­rem au­tem ac­ci­pe­re de­be­mus non uti­que eum, cui spe­cia­li­ter man­da­ta est pro­cu­ra­tio ac­tio­nis in­iu­ria­rum, ve­rum suf­fi­cit eum es­se, cui om­nium re­rum ad­mi­nis­tra­tio man­da­ta est. 17Quod au­tem ait prae­tor cau­sa co­gni­ta ip­si, qui in­iu­riam ac­ce­pis­se di­ce­tur, iu­di­cium per­mit­ti, ita ac­ci­pien­dum est, ut in co­gni­tio­ne cau­sae hoc ver­se­tur, quam lon­ge pa­ter ab­sit et quan­do su­per­ven­tu­rus, et num­quid is, qui in­iu­ria­rum vult ac­tio­nem mo­ve­re, seg­ni­tior vel in­uti­lis ad­mo­dum, qui non suf­fi­ciat ad rei cu­ius ad­mi­nis­tra­tio­nem ac per hoc nec ad ac­tio­nem. 18Quod de­in­de ait ‘qui in­iu­riam ac­ce­pit’, in­ter­dum ita ac­ci­pien­dum est, ut pa­tri eius com­pe­tat ac­tio. ut pu­ta ne­po­ti fac­ta in­iu­ria est, pa­ter prae­sens est, avus ab­est: scri­bit Iu­lia­nus pa­tri po­tius dan­dam in­iu­ria­rum ac­tio­nem quam ip­si ne­po­ti: ad cu­ius, in­quit, of­fi­cium per­ti­net et­iam vi­ven­te avo fi­lium suum in om­ni­bus tue­ri. 19Idem Iu­lia­nus scri­bit fi­lium non tan­tum ip­sum age­re de­be­re, ve­rum pro­cu­ra­to­rem da­re pos­se: alio­quin, in­quit, ni­si ei per­mi­se­ri­mus pro­cu­ra­to­rem da­re, fu­tu­rum est, ut, si va­le­tu­di­ne im­pe­dia­tur ne­que sit qui in­iu­ria­rum ac­tio­nem ex­equa­tur, im­pe­dia­tur ac­tio. 20Idem ait, et si ne­po­ti fac­ta sit in­iu­ria et ne­mo sit, qui avi no­mi­ne agat, per­mit­ten­dum es­se pa­tri ex­per­i­ri, et is pro­cu­ra­to­rem da­bit. om­ni­bus enim, qui suo no­mi­ne ac­tio­nem ha­bent, pro­cu­ra­to­ris dan­di es­se po­tes­ta­tem: in­tel­le­gi au­tem fi­lium, in­quit, fa­mi­lias suo no­mi­ne age­re, cum pa­tre ces­san­te prae­tor ei age­re per­mit­tat. 21Si fi­lius fa­mi­lias in­iu­ria­rum ege­rit, pa­tri ac­tio non com­pe­tit. 22Idem ait fi­lio fa­mi­lias in­iu­ria­rum no­mi­ne ac­tio­nem da­ri, quo­tiens ne­mo est, qui pa­tris no­mi­ne ex­pe­ria­tur, et hoc ca­su qua­si pa­trem fa­mi­liae con­sti­tui. qua­re si­ve em­an­ci­pa­tus sit si­ve ex par­te he­res scrip­tus fue­rit vel et­iam ex­he­redatus si­ve pa­ter­na he­redi­ta­te abs­ti­nue­rit, exe­cu­tio­nem li­tis ei dan­dam: es­se enim per­ab­sur­dum, quem prae­tor ma­nen­te pa­tria po­tes­ta­te ad ac­tio­nem ad­mit­ten­dum pro­ba­ve­rit, ei pa­tri fa­mi­lias ul­tio­nem in­iu­ria­rum sua­rum eri­pi et trans­fer­ri ad pa­trem, qui eum, quan­tum in ip­so est, omi­se­rit, aut, quod est in­dig­nius, ad he­redes pa­tris, ad quos non per­ti­ne­re in­iu­riam fi­lio fa­mi­lias fac­tam pro­cul du­bio est.

Ulp. lib. LVII. ad Ed. Habe ich es aber mit Erlaubniss des Einen gethan, so findet, wenn ich ihn nur für dem Einen gehörig gehalten habe, für keinen die Injurienklage statt; habe ich hingegen gewusst, dass er Mehreren gehörte, so steht dieselbe zwar Dem, der mir die Erlaubniss ertheilte, nicht zu, wohl aber den Uebrigen. 1Wenn auf Geheiss des Vormundes, oder Geschäftsbesorgers, oder Curators peinliche Frage gehalten worden ist, so folgt daraus, dass die Injurienklage wegfalle. 2Mein Sclave ist auf deine Veranlassung oder Beschwerde von unserer Behörde mit Peitschen gehauen worden. Hier, meint Mela, müsse mir die Injurienklage wider dich ertheilt werden, und zwar auf so hoch, als es dem Richter billig erscheinen wird, und es könne der Herr auch dann klagen, wenn der Sclave gestorben sei, sagt Labeo, weil es sich hier um einen widerrechtlich gestifteten Schaden handelt; und dieser Ansicht ist auch Trebatius gewesen. 3Von freien Menschen begangen sind manche Injurien leicht und keiner weitern Beachtung werth, von Sclaven begangen aber schwerer; denn der Schimpf wächst durch die Person des Beschimpfenden. 4Wenn ein Sclave eine Injurie begeht, so ist es klar, dass er eine Missethat begehe. Mit Recht wird also, wie bei allen andern Verbrechen, so auch in Folge dieses die Noxal-Injurienklage ertheilt. Allein es steht im Ermessen des Herrn, ob er ihn zum Ausprügeln ausliefern wolle, sodass damit Dem, der die Injurie erlitten, Genugthuung geschehe; dem Herrn liegt nemlich nicht die Nothwendigkeit ob, ihn gerade zum Ausprägeln zu stellen, sondern es wird ihm die Befugniss ertheilt werden, entweder den Sclaven zum Ausprügeln zu stellen, oder wenn durch das Ausprügeln keine Genugthuung geschieht, ihn an Schadensstatt auszuliefern, oder die Streitwürderung zu erlegen. 5Der Prätor sagt, nach Ermessen des Richters; versteht sich als dem eines rechtlichen Mannes, um ein Maass der Schläge zu bestimmen. 6Wenn der Herr, ohne des Richters Ausspruch abzuwarten, einen Sclaven zum Ausprügeln gestellt hat, damit [dem Andern] dadurch Genugthuung werde, und dies nach irgend Jemandes Ermessen geschehen ist, der Kläger aber darauf besteht, die Injurienklage fortzusetzen, so darf er nicht gehört werden; denn wer Genugthuung angenommen hat, der hat seine Injurie erlassen. Denn auch dann, wenn letzteres [ohne Weiteres] mit seinem Willen geschehen, ist ohne allen Zweifel zu behaupten, dass die Injurienklage ebensowohl erlösche, als wenn sie durch Zeitablauf erloschen ist. 7Wenn ein Sclave auf seines Herrn Befehl eine Injurie begangen hat, wird Letzterer im eigenen Namen belangt werden können. Ist aber Freilassung des Sclaven dazwischen eingetreten, so nimmt Labeo an, es müsse wider ihn die Klage ertheilt werden, weil sowohl die Noxa dem schuldigen Haupte folgt, als auch der Sclave dem Herrn nicht in allen Stücken Gehorsam leisten darf; hätte er übrigens auf des Herrn Befehl einen Todschlag begangen, so würden wir das Cornelische Gesetz nicht wider ihn zur Anwendung kommen lassen. 8Hat er freilich etwas zur Vertheidigung seines Herrn gethan, so ist es klar, dass ihm ein guter Grund zur Seite stehe, und zu diesem Ende dem wider ihn Klagenden eine Einrede werde entgegengesetzt werden dürfen. 9Wenn ein Sclave, an dem der Niessbrauch mir gehört, mir eine Injurie zugefügt hat, so werde ich wider den Herrn die Noxalklage erheben können, und darf deshalb in keine nachtheiligere Lage gerathen, dass ich den Niessbrauch an ihm habe, als wenn ich denselben nicht hätte. Etwas Anderes wäre es aber, wenn der Sclave ein Mehreren gemeinschaftlich gehöriger wäre; denn dann würden wir dem Theilhaber die Injurienklage darum nicht geben, weil er durch sie selbst [möglicherweise] haftet. 10Der Prätor sagt: Wenn Dem, der sich in eines Andern Gewaltbefinden wird, eine Injurie widerfahren zu sein angegeben worden, und weder Der, in dessen Gewalt er steht, gegenwärtig sein wird, noch ein Geschäftsbesorger auftreten wird, der in dessen Namen klage, so werde ich nach Erörterung der Sache Dem selbst, der als die Injurie erlitten habend angegeben werden wird, eine Klage ertheilen. 11Einem Haussohn, der eine Injurie erlitten, steht, wenn sein Vater gegenwärtig ist, aber wegen Wahnsinns oder eines andern Zufalls von Verstandesschwäche nicht klagen kann, meiner Meinung nach, die Injurienklage zu; denn auch hier steht der Vater einem Abwesenden gleich. 12Wenn er aber gegenwärtig ist, und nicht klagen will, entweder weil er es verschiebt, oder weil er die Injurie erlässt und vergiebt, so spricht mehr dafür, dass dem Sohne die Klage nicht ertheilt werde; denn auch wenn er nicht gegenwärtig ist, wird dem Sohn die Klage darum ertheilt, weil es wahrscheinlich77Hierauf ruht der entscheidende Sinn. ist, dass der Vater, wenn er gegenwärtig gewesen, Klage erhoben haben würde. 13Zuweilen erachten wir aber, auch wenn der Vater sie erlässt, die Ertheilung der Injurienklage an den Sohn für zulässig, z. B. wenn die Persönlichkeit des Vaters eine schlechte und verworfene, der Sohn aber von anständigem Charakter ist; denn ein nichtswürdiger Vater darf den Schimpf des Sohnes nicht nach seinem Nutzen abmessen; denn man nehme den Fall, dass der Vater von der Art sei, dem der Prätor mit Fug und Recht einen Curator bestellen würde. 14Auch wenn der Vater nach Einleitung des Verfahrens angefangen, abwesend zu sein, oder ein schlechter Vater die rechtliche Verfolgung vernachlässigt hat, gilt als Regel, dass nach Erörterung der Sache eine Uebertragung auf den Sohn stattfinden könne. Dies gilt auch, wenn der Sohn inzwischen aus der Gewalt entlassen worden ist. 15Den Geschäftsbesorger des Vaters hat der Prötor den Personen, welche die Injurie erlitten haben, selbst vorgezogen. Wenn aber der Geschäftsbesorger [die Sache] entweder vernachlässigt, oder Durchstecherei treibt, oder nicht genügend gegen die Personen seinen Platz füllt, welche die Injurie begangen haben, so ist die Injurienklage Dem, der jene erlitten hat, vielmehr selbst zuständig. 16Unter Geschäftsbesorger versteht man nicht gerade Den, dem die Besorgung einer Injurienklage in Besondern aufgetragen worden ist, sondern es ist an Dem genug, dem die Verwaltung aller Geschäfte aufgetragen ist. 17Wenn der Prätor sagt: nach Erörterung der Sache Dem selbst, der die Injurie als erlitten habend angegeben werden wird, so ist dies so zu verstehen, dass es dabei auf die Erörterung der Umstände ankommt, [also z. B.] wie lange der Vater abwesend ist, wenn eher er zurückkehren wird, und ob Der, welcher die Injurienklage erheben will, noch nachlässiger oder ganz unfähig ist, sodass er zur Verwaltung einer Angelegenheit nicht ausreicht, und also auch nicht zur Klage. 18Die nachherigen Worte: wer eine Injurie erlitten hat, sind zuweilen so zu verstehen, dass dem Vater desselben die Klage zustehe; z. B. es ist dem Enkel eine Injurie widerfahren, der Vater ist gegenwärtig, der Grossvater abwesend; hier, sagt Julianus, sei dem Vater vielmehr die Injurienklage zu ertheilen, als dem Enkel selbst, indem, sagt er, es zu seiner Pflicht gehört, seinen Sohn auch bei Lebzeiten des Grossvaters in allen Fällen zu schützen. 19Derselbe Julianus schreibt, der Sohn dürfe nicht blos selbst klagen, sondern könne auch einen Geschäftsbesorger stellen; denn, sagt er, wenn wir ihm letzteres nicht erlauben wollen, so würde daraus erfolgen, dass, wenn er durch seine Gesundheit daran verhindert würde und Niemand da sei, der die Injurienklage ausführte, die Klage ganz verhindert werde. 20Derselbe sagt, auch wenn dem Enkel eine Injurie widerfahren, und Niemand vorhanden sei, der Namens des Grossvaters Klage erhebe, sei dem Vater die Anstellung der Klage erlaubt, und es wird derselbe einen Geschäftsbesorger bestellen [können]; denn Jeder, wer in eignem Namen eine Klage hat, habe auch die Befugniss, einen Geschäftsbesorger zu bestellen; der Haussohn wird aber als im eigenen Namen klagend betrachtet, indem ihm der Prätor dies gestattet, sobald der Vater wegfällt. 21Wenn ein Haussohn wegen Injurien geklagt hat, so steht dem Vater die Klage nicht zu. 22Derselbe sagt: einem Haussohne werde die Injurienklage allemal dann ertheilt, wenn Niemand vorhanden ist, der Namens des Vaters Klage erhebe, und in diesem Fall werde er gewissermaassen als Hausvater betrachtet, er möge daher aus der Gewalt entlassen, oder zum Theil als Erbe eingesetzt, oder auch enterbt worden sein, oder sich der väterlichen Erbschaft enthalten haben, es werde ihm die Ausführung des Processes ertheilt werden; denn es sei widersinnig, Dem, den der Prätor während der Dauer der väterlichen Gewalt zur Klage zuzulassen gemeint gewesen, als Hausvater die Rächung ihm angethaner Injurien zu versagen, und auf den Vater zu übertragen, der ihn, soviel an ihm gelegen, unberücksichtigt gelassen, oder, was noch unrichtiger wäre, auf des Vaters Erben, die doch Zweifelsohne die dem Haussohn widerfahrene Injurie gar nichts angeht.

Dig. 48,19,19Idem li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. Si non de­fen­dan­tur ser­vi a do­mi­nis, non uti­que sta­tim ad sup­pli­cium de­du­cun­tur, sed per­mit­te­tur eis de­fen­di vel ab alio, et qui co­gnos­cit, de­be­bit de in­no­cen­tia eo­rum quae­re­re.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 50,16,42Ul­pia­nus li­bro quin­qua­gen­si­mo sep­ti­mo ad edic­tum. ‘Prob­rum’ et ob­prob­ri­um idem est. prob­ra quae­dam na­tu­ra tur­pia sunt, quae­dam ci­vi­li­ter et qua­si mo­re ci­vi­ta­tis. ut pu­ta fur­tum, ad­ul­te­rium na­tu­ra tur­pe est: enim­ve­ro tu­te­lae dam­na­ri hoc non na­tu­ra prob­rum est, sed mo­re ci­vi­ta­tis: nec enim na­tu­ra prob­rum est, quod pot­est et­iam in ho­mi­nem ido­neum in­ci­de­re.

Übersetzung nicht erfasst.