Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Ulp.app. I
De appellationibus lib.Ulpiani De appellationibus libri

De appellationibus libri

Ex libro I

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (0,5 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1 (19,3 %)De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2 (73,8 %)A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3 (54,6 %)Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4 (75,5 %)Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 48,19,13Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Ho­die li­cet ei, qui ex­tra or­di­nem de cri­mi­ne co­gnos­cit, quam vult sen­ten­tiam fer­re, vel gra­vio­rem vel le­vio­rem, ita ta­men ut in utro­que mo­de­ra­tio­nem non ex­ce­dat.

Ulp. lib. I. de Appell. Heutzutage steht Dem, der ausserordentlicherweise über ein Verbrechen erkennt, frei, sein Erkenntniss, welches er [geben] will, härter oder gelinder abzufassen, jedoch dergestalt, dass er in beiden Fällen das Maass nicht überschreite.11S. Wiel. Jurispr. rest. p. 237. und Joann. Koolius ad leg. Ateriam Tarpejam. c. (T. O. V. 1532.)

Dig. 49,1,1Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Ap­pel­lan­di usus quam sit fre­quens quam­que ne­ces­sa­rius, ne­mo est qui ne­sciat, quip­pe cum in­iqui­ta­tem iu­di­can­tium vel im­pe­ritiam re­cor­ri­gat: li­cet non­num­quam be­ne la­tas sen­ten­tias in pe­ius re­for­met, ne­que enim uti­que me­lius pro­nun­tiat qui no­vis­si­mus sen­ten­tiam la­tu­rus est. 1Quae­si­tum est, an ad­ver­sus re­scrip­tum prin­ci­pis pro­vo­ca­ri pos­sit, for­te si prae­ses pro­vin­ciae vel quis alius con­su­lue­rit et ad con­sul­ta­tio­nem eius fue­rit re­scrip­tum: est enim quae­si­tum, an ap­pel­lan­di ius su­per­sit. quid enim, si in con­su­len­do men­ti­tus est? de qua re ex­tat re­scrip­tum di­vi Pii πρὸς τὸ κοινὸν τῶν Θρᾳκῶν, quo os­ten­di­tur pro­vo­ca­ri opor­te­re. ver­ba re­scrip­ti ita se ha­bent: ‘Ἐὰν ἐπιστείλῃ τις ἡμῖν ἃ διὰ καὶ ἀντιγράφωμεν ἡμεῖς ὁτιοῦν, ὑπάρξει τοῖσ βουλομένοις έπικαλεῖσθαι πρὸς τὴν ἀπόφασιν. εἰ γὰρ διδάξειν ἢ ψευδῶς ἢ οὐχ οὕτως ἔχειν τὰ ἐπεσταλμένα, οὐδὲν ὑφ’ ἡμῶν εἶναι δόξῃ προδιεγνωσμένον, τῶν ὡς ἑτέρως ἔχουσιν τοῖσ γραφεῖσιν ἀντεπεσταλκότων’. 2Huic con­se­quen­ter vi­de­tur re­scrip­tum a con­sul­ta­tio­ne iu­di­cis non es­se ap­pel­lan­dum, si quis for­te in­ter­lo­cu­tus fuit prin­ci­pem se con­sul­ta­tu­rum, cum pos­sit post re­scrip­tum pro­vo­ca­re. 3Si quis in ap­pel­la­tio­ne er­ra­ve­rit, ut pu­ta cum alium ap­pel­la­re de­be­ret, alium ap­pel­la­ve­rit, vi­den­dum, an er­ror ei ni­hil of­fuit. et si qui­dem, cum ma­io­rem iu­di­cem ap­pel­la­re de­be­ret, ita er­ra­vit, ut mi­no­rem ap­pel­let, er­ror ei no­ce­bit: si ve­ro ma­io­rem iu­di­cem pro­vo­ca­vit, er­ror ei ni­hil ob­erit. et ita mul­tis con­sti­tu­tio­ni­bus con­ti­ne­tur. de­ni­que cum qui­dam iu­di­cem ex re­scrip­to prin­ci­pis a con­su­li­bus ac­ce­pis­set et prae­fec­tum ur­bi ap­pel­las­set, er­ro­ri eius sub­ven­tum est re­scrip­to di­vo­rum fra­trum, cu­ius ver­ba haec sunt: ‘Cum per er­ro­rem fac­tum di­cas, uti a iu­di­ce, quem ex re­scrip­to nos­tro ab am­plis­si­mis con­su­li­bus ac­ce­pe­ras, ad Iu­nium Rus­ti­cum ami­cum nos­trum prae­fec­tum ur­bi pro­vo­ca­res, con­su­les am­plis­si­mi per­in­de co­gnos­cant, at­que si ad ip­sos fac­ta es­set pro­vo­ca­tio’. si quis er­go vel pa­rem vel ma­io­rem iu­di­cem ap­pel­la­ve­rit, alium ta­men pro alio, in ea cau­sa est, ut er­ror ei non no­ceat: sed si mi­no­rem, no­ce­bit. 4Li­bel­li qui dan­tur ap­pel­la­to­rii ita sunt con­ci­pien­di, ut ha­beant scrip­tum et a quo da­ti sint, hoc est qui ap­pel­let, et ad­ver­sus quem et a qua sen­ten­tia.

Ulp. lib. I. de Appellat. Wie häufig, und wie nothwendig der Gebrauch der Appellation sei, ist Jedermann bekannt; weil sie nemlich die Unbilligkeit oder Unwissenheit der Richter wieder gut macht, wenn sie gleich manchmal wohl gesprochene Urtheile in schlechtere ändert; denn der spricht noch nicht besser, wer zuletzt das Urtheil fällt. 1Es wurde die Frage aufgeworfen: ob gegen ein Rescript des Kaisers die Berufung22Der Umstand, dass provocari und appellare ganz synonym ist, (Zimmern a. a. O. S. 506.) rechtfertigt im Deutschen das Wiedergeben mit Berufen und Appelliren. A. d. R. stattfinde; etwa, wenn der Provinzialpräsident oder irgend ein Anderer angefragt33Ueber die rechtliche Bedeutung der Consultationen vergl. man Schwenne’s röm. Rechtsgeschichte §. 580. nr. 12. und § 584. [und Zimmern R. R. Ges. Band III. (Civilprocess) §. 177., ebenda über die Relationen.] hat, und auf seine Anfragen rescribirt worden ist? Es wurde nemlich die Frage gestellt, ob noch ein Recht zur Appellation übrig sei? Denn wie, wenn er bei seiner Anfrage Unwahrheiten vorgebracht? Hierüber ist ein Rescript des Divus Pius an den Staat der Thrazier vorhanden, in welchem gezeigt wird, dass die Berufung ergriffen werden dürfe. Die Worte des Rescripts lauten folgendermaassen: „Wenn Jemand bei Uns angefragt, und Wir ihm darauf irgend etwas geantwortet haben, so soll Denen, welche dazu greifen wollen, die Berufung an Unsere Entscheidung gestattet sein. Denn wenn sie dargethan, dass die Anfrage unrichtige oder verdrehte Angaben enthalte, so soll Unser Ausspruch als nicht vorhanden betrachtet werden, bis Uns zurückberichtet worden, in wieferne sich die Sache anders verhalte, als sie Uns vorgestellt worden ist.“ 2Uebereinstimmend hiermit erscheint die Verordnung, wider die Anfrage des Richters finde die Appellation nicht statt, wenn ein [Richter] etwa den Zwischenbescheid gefällt hat, er wolle bei dem Kaiser anfragen, weil man nach [Erlassung des] Rescripts die Berufung ergreifen kann. 3Wenn Jemand bei der Appellation geirrt hat, z. B. wenn er an einen Andern, als er gesollt, die Berufung gerichtet, so frägt sich, ob der Irrthum ihm schade? Hat er nun in der Art geirrt, dass er an einen niederen Richter die Berufung gerichtet hat, während er sie an einen höheren hätte richten sollen, so wird ihm der Irrthum schaden; hat er aber an einen höheren Richter die Berufung gerichtet, so wird ihm der Irrthum nicht nachtheilig sein; und so ist es in vielen Constitutionen ausgesprochen. So wurde auch, als Jemand in Folge eines Rescripts des Kaisers44Ueber die judices a principe dati, vergl. man Schweppe a. a. O. §. 549. von den Consuln einen Richter bestellt erhalten und die Appellation an den Präfecten der Stadt Rom55Schweppe a. a. O. §. 190. gerichtet hatte, sein Irrthum durch ein Rescript der Kaiserlichen Gebrüder gut gemacht, das also lautet: „Da es, wie du behauptest, aus Irrthum geschehen, dass du von dem Richter, welchen du nach Unseren Rescript von den hochachtbaren Consuln bestellt erhalten hattest, an den Präfecten der Stadt Rom, Junius Rusticus, Unseren Freund, die Berufung ergriffest; so sollen Unsere hochachtbaren Consuln es so ansehen, als wenn die Berufung an sie selbst ergriffen worden wäre.“ Hat also Jemand an einen gleichgestellten, oder höheren Richter die Appellation gerichtet, jedoch den Einen mit dem Andern verwechselt, so ist er in dem Falle, dass ihm sein Irrthum nicht schadet; wenn aber an einen niedreren, so wird er ihm schaden. 4Der Appellationsschedul, welcher eingereicht wird, muss so abgefasst sein, dass er geschrieben enthält, von wem er eingereicht worden, d. h. wer die Appellation ergreife, und gegen wen, und wider welches Erkenntniss.

Dig. 49,1,3Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Scio quae­si­tum, si quis non ad­di­de­rit in li­bel­lis, con­tra quem ad­ver­sa­rium ap­pel­let, an prae­scrip­tio­ni sub­icia­tur: et pu­to ni­hil opor­te­re prae­scri­bi. 1Sed il­lud ce­ci­dit in quaes­tio­nem, si plu­res ha­bue­rit ad­ver­sa­rios et quo­run­dam no­mi­na li­bel­lis sint com­ple­xa, quo­run­dam non, an ae­que prae­scri­bi ei pos­sit ab his, quo­rum no­mi­na com­pre­hen­sa non sunt, qua­si ad­ver­sus ip­sos ad­quie­ve­rit sen­ten­tiae. et cum una cau­sa sit, ar­bi­tror non es­se prae­scri­ben­dum. 2Cer­te si plu­res hi sunt, ad­ver­sus quos pro­nun­tia­tur, et quo­run­dam no­mi­na in li­bel­lis sint com­pre­hen­sa, quo­run­dam non, hi so­li ap­pel­las­se vi­de­bun­tur, quo­rum no­mi­na li­bel­lis sunt com­pre­hen­sa. 3Quid er­go, si cau­sam ap­pel­lan­di cer­tam di­xe­rit, an li­ceat ei dis­ce­de­re ab hac et aliam cau­sam al­le­ga­re? an ve­ro qua­si for­ma qua­dam ob­stric­tus sit? pu­to ta­men, cum se­mel pro­vo­ca­ve­rit, es­se ei fa­cul­ta­tem in agen­do et­iam aliam cau­sam pro­vo­ca­tio­nis red­de­re per­se­qui­que pro­vo­ca­tio­nem suam qui­bus­cum­que mo­dis po­tue­rit.

Ulp. lib. I. de Appellat. Ich weiss, dass angefragt worden: wenn Jemand im Schedul nicht beigesetzt habe, wider welchen Gegner er appellire, ob derselbe einer Einrede66Praescriptioni = exceptioni, Glosse; der Einrede nemlich, dass die Berufung desert sei. unterliege? Ich bin der Meinung, es finde keine Einrede statt. 1Auch das ist Gegenstand einer Anfrage geworden: wenn Jemand mehrere Gegner gehabt, und die Namen Einiger in dem Schedul angegeben sind, Anderer nicht, ob von Denen, deren Namen nicht darin enthalten sind, ihm eine Einrede entgegengesetzt werden könne, als wenn er hinsichtlich ihrer sich bei dem Urtheilsspruche beruhigt hätte? Da die Sache die nemliche ist, so erachte ich, die Einrede greife nicht Platz. 2Aber wenn Derjenigen, gegen welche erkannt worden, Mehrere sind, und die Namen einiger in dem Schedul enthalten sind, Einiger nicht, so werden Diejenigen allein als Appellanten anzusehen sein, deren Namen in dem Schedul enthalten sind. 3Wie aber, wenn Jemand einen bestimmten Berufungsgrund angegeben hat? soll es ihm erlaubt sein, davon abzugehen und einen andern anzuführen, oder soll er daran, gleichsam wie an eine gewisse Form, gebunden sein? Ich bin jedoch der Meinung, da er einmal die Berufung ergriffen, so habe er das Recht, bei der Verhandlung auch einen andern Berufungsgrund anzugeben, und seine Berufung, auf welche Weise er es nur immer vermag, zu verfechten.

Dig. 49,2,1Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Trac­tan­dum est, a qui­bus ap­pel­la­re non li­ceat. 1Et qui­dem stul­tum est il­lud ad­mo­ne­re a prin­ci­pe ap­pel­la­re fas non es­se, cum ip­se sit qui pro­vo­ca­tur. 2Scien­dum est ap­pel­la­ri a se­na­tu non pos­se prin­ci­pem, id­que ora­tio­ne di­vi Ha­d­ria­ni ef­fec­tum. 3Si quis an­te sen­ten­tiam pro­fes­sus fue­rit se a iu­di­ce non pro­vo­ca­tu­rum, in­du­bi­ta­te pro­vo­can­di au­xi­lium per­di­dit. 4In­ter­dum im­pe­ra­tor ita so­let iu­di­cem da­re, ne li­ce­ret ab eo pro­vo­ca­re, ut scio sae­pis­si­me a di­vo Mar­co iu­di­ces da­tos. an et alius pos­sit ita iu­di­cem da­re, vi­de­bi­mus: et pu­to non pos­se.

Ulp. lib. I. de Appellat. Es ist darüber zu handeln, von welchen [Richtern] man nicht appelliren könne. 1Es wäre wohl thöricht, daran zu erinnern, dass man vom Kaiser nicht appelliren dürfe, da er es selbst ist, an welchen die Berufung gerichtet wird. 2Nicht zu vergessen, dass man vom Senate nicht an den Kaiser appelliren könne: dies ist durch eine Rede des Divus Hadrianus bewirkt worden. 3Wenn Jemand vor dem Urtheilsspruche versprochen hat, er werde vom Richter nicht appelliren, so hat er zweifelsohne das Rechtsmittel der Appellation verloren. 4Zuweilen pflegt der Kaiser einen Richter in der Art zu bestellen, dass von demselben keine Berufung gestattet sein solle; wie meines Wissens sehr oft vom Kaiser Marcus Richter bestellt worden. Ob auch ein Anderer einen Richter in der Art bestellen könne, ist die Frage. Ich glaube, dass es Niemand sonst könne.

Dig. 49,3,1Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Quod di­ci­tur eum ap­pel­la­ri, qui de­dit iu­di­cem, sic ac­ci­pien­dum est, ut et suc­ces­sor eius pos­sit ap­pel­la­ri. pro­in­de et si prae­fec­tus ur­bi iu­di­cem de­de­rit vel prae­to­rio, ip­se erit pro­vo­can­dus, qui eum de­de­rit iu­di­cem. 1Ab eo, cui quis man­da­vit iu­ris­dic­tio­nem, non ip­se pro­vo­ca­bi­tur: nam ge­ne­ra­li­ter is erit pro­vo­can­dus ab eo cui man­da­ta est iu­ris­dic­tio, qui pro­vo­ca­re­tur ab eo qui man­da­vit iu­ris­dic­tio­nem.

Ulp. lib. I. de Appellat. Die Rechtsregel, dass an Denjenigen die Berufung geht, welcher einen Richter bestellt hat, ist so zu verstehen, dass auch an dessen Nachfolger appellirt werden kann. Wenn demnach der Präfect der Stadt Rom oder der Praefectus Praetorio einen Richter bestellt hat, so muss auch an Denjenigen selbst appellirt werden, welcher diesen zum Richter bestellt hat. 1Von Demjenigen, welchem Jemand seine Gerichtsbarkeit übertragen hat, wird nicht an den [Uebertrager] appellirt werden; denn überhaupt wird von Dem, welchem eine Gerichtsbarkeit übertragen worden ist, an Denjenigen appellirt werden müssen, an welchen die Berufung von Dem gehen würde, der die Gerichtsbarkeit übertragen hat.

Dig. 49,4,1Ul­pia­nus li­bro pri­mo de ap­pel­la­tio­ni­bus. Si qui­dem in in­su­lam de­por­tan­dum ad­no­ta­ve­rit prae­ses pro­vin­ciae et im­pe­ra­to­ri scrip­se­rit, ut de­por­te­tur, vi­dea­mus, quan­do sit pro­vo­can­dum, utrum cum im­pe­ra­tor scrip­se­rit an cum ei scri­bi­tur? et pu­tem tunc es­se ap­pel­lan­dum, cum re­ci­pi eum prae­ses iu­bet sen­ten­tia pro­la­ta im­pe­ra­to­ri scri­ben­dum, ut de­por­te­tur. ce­te­rum ve­ren­dum est, ne se­ro sit, ut tunc pro­vo­ce­tur, cum im­pe­ra­tor in­su­lam ei ad­sig­na­ve­rit: com­pro­ba­ta enim sen­ten­tia prae­si­dis tunc so­let in­su­lam ad­sig­na­re. rur­sus il­lud ve­ren­dum est, si men­da­ciis apud prin­ci­pem one­ra­vit eum, quem de­por­tan­dum la­bo­ra­bat, in­ter­clu­di il­li viam pro­vo­can­di. quid er­go est? rec­te di­ce­tur hu­ma­ni­ta­te sug­ge­ren­te, ut et hoc et il­lo tem­po­re non frus­tra pro­vo­ca­re­tur, quia non ad­ver­sus prin­ci­pem, sed ad­ver­sus iu­di­cis cal­li­di­ta­tem pro­vo­ca­vit. si­mi­li mo­do et in de­cu­rio­ne erit pro­ban­dum, quem pu­ni­re si­bi prae­ses per­mit­te­re non de­bet, sed re­ci­pe­re eum in car­ce­rem et prin­ci­pi scri­be­re de poe­na eius. 1Si quis tu­tor da­tus fue­rit vel tes­ta­men­to vel a quo alio, qui ius dan­di ha­bet, non opor­tet eum pro­vo­ca­re (hoc enim di­vus Mar­cus ef­fe­cit), sed in­tra tem­po­ra prae­sti­tu­ta ex­cu­sa­tio­nem al­le­gan­dam ha­bet et, si fue­rit re­pul­sa, tunc de­mum ap­pel­la­re de­be­bit: ce­te­rum an­te frus­tra ap­pel­la­tur. 2Alia cau­sa est eo­rum, qui ad ali­quod mu­nus vel ho­no­rem vo­can­tur, cum di­cant se ha­be­re ex­cu­sa­tio­nem: nam non ali­ter al­le­ga­re pos­sunt cau­sas im­mu­ni­ta­tis suae, quam si ap­pel­la­tio­nem in­ter­po­sue­rint. 3So­lent ple­rum­que prae­si­des re­mit­te­re ad or­di­nem no­mi­na­tum ut Gaium Se­ium creent ma­gis­tra­tum vel alius quis ho­nor vel mu­nus in eum con­fe­ra­tur. utrum igi­tur tunc ap­pel­lan­dum est, cum or­do de­cre­tum in­ter­po­sue­rit, an ve­ro a re­mis­sio­ne, quam prae­ses fe­ce­rit, ap­pel­la­tio sit in­ter­po­nen­da? et ma­gis est, ut tunc sit ap­pel­lan­dum, cum or­do de­cre­ve­rit: ma­gis enim con­si­lium de­dis­se prae­ses vi­de­tur, quis sit crean­dus, quam ip­se con­sti­tuis­se: de­ni­que ip­se erit ap­pel­lan­dus, non ab eo pro­vo­can­dum. 4Sed et si prae­ses in or­di­ne fue­rit (ut fie­ri ad­so­let), cum ab or­di­ne crea­re­tur quis, ip­se erit pro­vo­can­dus, qua­si ab or­di­ne, non ab ip­so fiat ap­pel­la­tio. 5Bi­duum vel tri­duum ap­pel­la­tio­nis ex die sen­ten­tiae la­tae com­pu­tan­dum erit. quid er­go, si sen­ten­tia fue­rit sub con­di­cio­ne dic­ta? utrum ex die sen­ten­tiae tem­pus com­pu­ta­mus ad ap­pel­lan­dum an ve­ro ex die, quo con­di­cio sen­ten­tiae ex­ti­tit? sa­ne qui­dem non est sub con­di­cio­ne sen­ten­tia di­cen­da: sed si fue­rit dic­ta, quid fiet? et est uti­le sta­tim tem­po­ra ad ap­pel­lan­dum com­pu­ta­ri de­be­re. 6Quod in sen­ten­tiis prae­cep­tum est, ut vel al­te­ra die vel ter­tia pro­vo­ce­tur, hoc et­iam in ce­te­ris ob­ser­van­dum, ex qui­bus sen­ten­tia qui­dem non pro­fer­tur, ap­pel­la­ri ta­men opor­te­re et pos­se su­pra re­la­tum est. 7Dies au­tem is­tos, qui­bus ap­pel­lan­dum est, ad ali­quid uti­les es­se ora­tio di­vi Mar­ci vo­luit, si for­te eius, a quo pro­vo­ca­tur, co­pia non fue­rit, ut ei li­bel­li den­tur: ait enim: ‘is dies ser­va­bi­tur, quo pri­mo ad­eun­di fa­cul­tas erit’. qua­re si for­te post sen­ten­tiam sta­tim dic­tam co­piam sui non fe­ce­rit is qui pro­nun­tia­vit (ut fie­ri ad­so­let), di­cen­dum est ni­hil no­ce­re ap­pel­la­to­ri: nam ubi pri­mum co­piam eius ha­bue­rit, pot­erit pro­vo­ca­re. er­go si sta­tim se sub­du­xit, si­mi­li­ter sub­ve­nien­dum est. 8Quid igi­tur, si con­di­cio ho­rae ef­fe­cit, ut se re­ci­pe­ret? si for­te dic­ta sit sen­ten­tia iam su­pre­ma ho­ra? uti­que non vi­de­bi­tur se sub­tra­xis­se. 9Ad­eun­di au­tem fa­cul­ta­tem sem­per ac­ci­pi­mus, si in pu­bli­co sui co­piam fe­cit: ce­te­rum si non fe­cit, an im­pu­te­tur ali­cui, quod ad do­mum eius non ve­ne­rit quod­que in hor­tos non ac­ces­se­rit, et ul­te­rius quod ad vil­lam sub­ur­ba­nam? ma­gis­que est, ut non de­beat im­pu­ta­ri. qua­re si in pu­bli­co eius ad­eun­di fa­cul­tas non fuit, me­lius di­ce­tur fa­cul­ta­tem non fuis­se ad­eun­di. 10Si quis ip­sius qui­dem, a quo ap­pel­la­bit, ad­eun­di fa­cul­ta­tem non ha­buit, eius au­tem, quem ap­pel­la­bit, ha­beat co­piam: vi­den­dum est, an ei prae­scri­bi pos­sit, quod eum non ad­ie­rit. et hoc iu­re uti­mur, ut, si al­ter­utrius ad­eun­di fuit co­pia, prae­scrip­tio lo­cum ha­beat. 11In pro­pria cau­sa bi­duum ac­ci­pi­tur. pro­priam cau­sam ab alie­na quem­ad­mo­dum dis­cer­ni­mus? et pa­lam est eam es­se pro­priam cau­sam, cu­ius emo­lu­men­tum vel dam­num ad ali­quem suo no­mi­ne per­ti­net. 12Qua­re pro­cu­ra­tor, ni­si in suam rem da­tus est, ter­tium diem ha­be­bit: in suam au­tem rem da­tus ma­gis est ut al­te­ram diem ob­ser­vet. at si in par­tem pro­prio no­mi­ne, in par­tem pro alie­no li­ti­gat, amb­igi pot­est, utrum bi­duum an tri­duum ob­ser­ve­tur. et ma­gis est, ut suo no­mi­ne bi­duum, alie­no tri­duum ob­ser­ve­tur. 13Tu­to­res, item de­fen­so­res re­rum pu­bli­ca­rum et cu­ra­to­res ad­ules­cen­tium vel fu­rio­si, ter­tium diem ha­be­re de­bent, id­cir­co quia alie­no no­mi­ne ap­pel­lant. ex hoc ap­pa­ret ter­tio die pro­vo­can­dum de­fen­so­ri, si mo­do qua­si de­fen­sor cau­sam egit, non suo no­mi­ne, cum op­ten­tu alie­ni no­mi­nis suam cau­sam agens ter­tio die ap­pel­la­re pos­sit. 14Si quis su­spec­tum tu­to­rem fa­ciens non op­ti­nue­rit, ap­pel­la­re eum in­tra tri­duum de­be­re Iu­lia­nus li­bro qua­dra­gen­si­mo di­ges­to­rum scrip­sit, pro­fec­to qua­si pu­pil­li de­fen­so­rem. 15Si ad­ver­sus ab­sen­tem fue­rit pro­nun­tia­tum, bi­duum vel tri­duum ex quo quis scit com­pu­tan­dum est, non ex quo pro­nun­tia­tum est. quod au­tem di­ci­tur ab­sen­tem pos­se pro­vo­ca­re ex quo scit, sic ac­ci­pi­mus, si non in cau­sa per pro­cu­ra­to­rem de­fen­sus est: nam si il­le non pro­vo­ca­vit, dif­fi­ci­le est, ut hic au­dia­tur.

Ulp. lib. I. de Appellat. Wenn der Provinzialpräsident Jemandem zur Deportation bezeichnet, und an den Kaiser berichtet hat, dass derselbe verbannt werden solle, so wollen wir sehen, wann die Berufung ergriffen werden müsse, ob zu der Zeit, wann der Kaiser rescribirt, oder zu der Zeit, wann an ihn berichtet wird? Und ich sollte glauben, dass dann appellirt werden müsse, wenn der Präsident ihn festnehmen lässt, wann das Urtheil gefällt worden, dass an den Kaiser wegen seiner Deportation berichtet werden solle. Ausserdem ist zu befürchten, dass die Berufung alsdann zu spät ergriffen werde, wenn der Kaiser ihm eine Insel angewiesen hat; denn wird das Urtheil des Präsidenten bestätigt, so pflegt er zugleich eine Insel anzuweisen. Dagegen77Rursus = Contra illum. Glosse. ist nun [freilich auf der andern Seite] zu befürchten, dass ihm, wenn der Präsident Demjenigen, auf dessen Deportation er hinarbeitete, beim Kaiser lügenhafte Beschuldigungen aufbürdete, der Weg der Berufung abgeschnitten werde. Wie ist es also [zu halten]? Mit Recht wird man, wenn man die Menschlichkeit zu Rathe zieht, behaupten, dass sowohl zu dieser, als auch zu jener Zeit nicht ohne Erfolg die Berufung ergriffen werden könne, weil er nicht wider den Kaiser, sondern wider die Verschmitztheit des Richters die Berufung ergriffen. Den nemlichen Bescheid wird man auch in Bezug auf einen Decurio geben müssen, den zu strafen der Präsident sich nicht vermessen darf, sondern ihn im Gefängnisse festsetzen und an den Kaiser wegen seiner Bestrafung berichten muss. 1Ist Jemand als Vormund bestellt worden, entweder durch Testament, oder von irgend einem Andern, der das Bestellungsrecht hat, so darf derselbe die Berufung nicht ergreifen (denn dies hat Divus Marcus verordnet), sondern derselbe hat innerhalb der vorgeschriebenen Fristen seine Ablehnungsgründe anzubringen, und sind solche zurückgewiesen worden, alsdann erst wird er appelliren müssen; ausserdem ist eine frühere Berufung fruchtlos. 2Anders verhält es sich mit Denjenigen, die zu irgend einem Amte, oder einer Ehrenstelle berufen werden, wenn sie einen Ablehnungsgrund zu haben behaupten; denn sie können ihre Befreiungsgründe nicht anders, als durch Einwendung der Appellation vorbringen. 3Die Präsidenten pflegen meistentheils die Ernennung an die städtischen Senate [in der Art] zu übersenden, dass [z. B.] Cajus Sejus zum Magistrat erwählt, oder irgend eine andere Ehrenstelle, oder ein Amt ihm übertragen werden solle: muss also dann appellirt werden, wenn der Senat seinen Beschluss bekannt gemacht hat, oder ist von [Zeit der Erlassung] des Schreibens, welches der Präsident übersendet hat, die Berufung einzuwenden? Es ist mehr dafür, dass dann appellirt werden müsse, wenn der Senat seinen Beschluss gefasst; denn der Präsident scheint mehr einen Vorschlag gemacht, wer gerwählt werden solle, als [die Wahl] selbst getroffen zu haben; endlich wird an ihn selbst appellirt, nicht gegen ihn die Berufung ergriffen werden müssen. 4Wenn aber auch der Präsident im Senat zugegen gewesen, wie solches zu geschehen pflegt, als Jemand vom Senat erwählt wurde, so wird [doch] an ihn selbst die Berufung ergriffen werden müssen, gleich als ob die Appellation wider den Senat, nicht wider ihn ergriffen werde. 5Ad Dig. 49,4,1,5Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 103, Note 12.Die zwei- oder dreitägige Berufungsfrist wird vom Tage der Urtheilsfällung an berechnet werden müssen. Wie nun, wenn ein bedingtes Erkenntniss erlassen worden ist? Berechnen wir die Berufungsfrist vom Tage des Erkenntnisses, oder von jenem Tage an, wo die Bedingung des Erkenntnisses in Erfüllung gegangen ist? Es soll zwar allerdings kein bedingtes Erkenntniss erlassen werden; ist ein solches aber erlassen worden, was wird zu thun sein? Es ist ersprieslich, dass die Berufungsfristen sogleich [von der Urtheilsfällung an] berechnet werden müssen. 6Ad Dig. 49,4,1,6Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 103, Note 12.Was bei Erkenntnissen vorgeschrieben ist, dass entweder am zweiten oder am dritten Tage die Berufung ergriffen werden solle, ist auch in den übrigen Fällen zu beobachten, wo zwar ein Erkenntniss nicht gefällt wird, von denen jedoch oben gezeigt wurde, dass man die Berufung ergreifen dürfe und könne. 7Dass aber diejenigen Tage, an welchen appellirt werden muss, in gewisser Hinsicht88Ad aliquid utiles, d. h. quoad initium, s. Gothofr. A. d. R. mit Ueberspringung zu berechnen seien, dafür sorgte eine Rede des Divus Marcus, etwa wenn es nicht möglich gewesen, Demjenigen, von welchem man die Berufung ergreift, den Appellationsschedul zu überreichen; denn er sagt: „Derjenige Tag wird beobachtet werden, wo man zuerst die Möglichkeit des Zutritts [zum Richter] erlangt.“ Wenn daher vielleicht sogleich nach gefälltem Urtheile Derjenige, welcher erkannt hat, es, wie es zu geschehen pflegt, unmöglich gemacht hat, zu ihm zu gelangen, so muss man behaupten, dass es dem Appellanten nicht schade; denn sobald er den Zutritt zu ihm haben kann, wird er die Berufung ergreifen dürfen. Hat [der Richter] also sich sogleich entfernt, so wird auf gleiche Weise abgeholfen werden müssen. 8Wie demnach, wenn es die Beschaffenheit der Stunde gemacht hat, dass er sich zurückzog, wenn etwa das Urtheil erst in der letzten Stunde [des Tags] gefällt worden? Keineswegs wird er alsdann zu betrachten sein, als habe er sich entfernt. 9Die Möglichkeit des Zutritts [zum Richter] verstehen wir aber immer so, wenn er Gelegenheit giebt, vor Gericht zu ihm zu gelangen; wenn er übrigens diese aber nicht gegeben, soll es dann Jemandem zur Last gelegt werden, dass er nicht in sein Haus, dass er nicht in seine Gärten, und, noch weiter, in sein Landhaus gekommen ist? Es ist mehr dafür, dass dies nicht vorgeworfen werden darf; war es daher nicht möglich, vor Gericht zu ihm zu gelangen, so wird man richtiger behaupten, dass die Möglichkeit des Zutritts nicht vorhanden gewesen. 10Wenn Jemand zwar die Möglichkeit des Zutritts zu Demjenigen, von welchem er appellirt hat, nicht gehabt, wohl aber zu Dem gelangen kann, an welchen er appellirt hat, so bleibt zu untersuchen, ob ihm die Einrede99Dass nemlich die Berufung desert sei. darum entgegengesetzt werden könne, weil er den [Letztern] nicht angegangen? Und es ist Rechtens, dass, wenn der Zutritt zu Einem oder dem Andern von Beiden möglich gewesen, die Einrede Platz greife. 11Bei der eigenen Sache ist eine zweitägige Frist angenommen. Wie unterscheiden wir aber eine eigene Sache von einer fremden? Offenbar ist diejenige eine eigene Sache, deren Nutzen oder Schaden Jemanden persönlich trifft. 12Ad Dig. 49,4,1,12Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 103, Note 12.Daher wird ein Geschäftsbesorger, wenn er nicht zu seinem eigenen Besten bestellt ist, eine dreitägige Frist haben; ist er aber zu seinem eigenen Besten bestellt, so ist mit mehr Grund anzunehmen, dass er eine zweitägige Frist innehalten müsse. Streitet er hingegen theils in seinem, theils in fremdem Namen, so kann ein Zweifel darüber entstehen, ob eine zweitägige, oder dreitägige Frist beobachtet werden müsse; und es ist mehr dafür, dass in seinem Namen eine zweitägige, in fremdem Namen eine dreitägige Frist gehalten werden müsse. 13Vormünder, ingleichen Vertreter von Gemeinheiten, und Curatoren von [minderjährigen] Jünglingen oder eines Rasenden müssen eine dreitägige Frist haben, deswegen, weil sie in fremdem Namen appelliren. Hieraus erhellt, dass ein Vertreter binnen dreitägiger Frist die Berufung ergreifen müsse, wenn er nur die Sache als Vertreter geführt hat, nicht in seinem eigenen Namen, während er, unter Angabe eines fremden Namens, seine [eigene] Sache führend, in dreitägiger Frist appelliren kann. 14Wenn Jemand einen Vormund als verdächtig belangt und nicht obgesiegt hat, so müsse er, hat Julianus im vierzigsten Buche der Digesten geschrieben, innerhalb drei Tagen appelliren, ohne Zweifel gleichsam als Vertreter des Mündels. 15Wenn wider einen Abwesenden erkannt worden, so ist die zwei- oder dreitägige Frist von der Zeit an, wo derselbe [von dem Urtheile] Wissenschaft erhalten, nicht von jener an, wo erkannt worden, zu berechnen. Die Behauptung aber, ein Abwesender könne die Berufung vom Zeitpunkte an, wo ihm das Erkenntniss bekannt wurde, ergreifen, ist so zu verstehen, wenn er in seiner Sache nicht durch einen Geschäftsbesorger vertreten worden ist; denn hat jener die Berufung nicht ergriffen, so wird diesem kein Gehör gegeben.