Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Paul.Sab. XVI
Ad Sabinum lib.Pauli Ad Sabinum libri

Ad Sabinum libri

Ex libro XVI

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8 (1,2 %)Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12 (4,1 %)De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15 (11,1 %)De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 39,3,12Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Emp­tor (ni­si si­mu­la­ta ven­di­tio est) ce­te­ri­que suc­ces­so­res vel re­sti­tue­re, si ve­lint, opus fac­tum vel pa­tien­tiam prae­sta­re de­bent: nam ac­to­ri mo­ram suam no­ce­re de­be­re ma­ni­fes­tum est. in ea­dem cau­sa est et­iam so­cius eius qui opus fe­cit, si ip­se auc­tor non fuit: idem­que in do­na­to fun­do le­ga­to­ve est.

Paul. lib. XVI. ad Sabin. Der Käufer, wenn es nicht ein Scheinverkauf ist, und die übrigen Nachfolger müssen, entweder, wenn sie dies wollen, das errichtete Werk wieder niederreissen, oder [die Niederreissung dem Kläger] gestatten: denn offenbar muss der Kläger den Nachtheil seiner Zögerung selbst tragen. Ein Gleiches gilt hinsichtlich des Theilhabers Desjenigen, der das Werk errichtet hat, wenn er nicht selbst dessen Urheber gewesen. Dasselbe findet auch bei einem verschenkten oder vermachten Landgute Statt.

Dig. 39,3,15Idem li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Sed in­ter­dum opus et quod post li­tem con­tes­ta­tam fac­tum est tol­le­tur, si id quod an­te­ces­sit tol­li si­ne eo non pot­est.

Paul. lib. XVI. ad Sabin. Bisweilen aber wird auch dasjenige Werk, welches nach der Einleitung des Verfahrens errichtet worden, niedergerissen werden [müssen], wenn ohne dasselbe das frühere Werk nicht niedergerissen werden kann.

Dig. 39,3,23Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Quod prin­ci­pis aut se­na­tus ius­su aut ab his, qui pri­mi agros con­sti­tue­runt, opus fac­tum fue­rit, in hoc iu­di­cium non venit. 1Haec ac­tio et­iam in vec­ti­ga­li­bus agris lo­cum ha­bet. 2Ag­ge­res iux­ta flu­mi­na in pri­va­to fac­ti in ar­bi­trium aquae plu­viae ar­cen­dae ve­niunt, et­iam­si trans flu­men no­ceant, ita, si me­mo­ria eo­rum ex­stet et si fie­ri non de­bue­runt.

Paul. lib. XVI. ad Sab. Ein Werk, welches auf Befehl des Kaisers oder Senats, oder von Denjenigen errichtet worden ist, die zuerst die Aecker angebaut haben, ist kein Gegenstand dieser Klage. 1Diese Klage findet auch bei Aeckern Statt, die im Erbpachtsverbande stehen. 2Dämme, welche neben Flüssen auf Privateigenthum errichtet worden sind, sind ein Gegenstand der Klage auf Abhaltung des Regenwassers, wenn sie gleich jenseits des Flusses Schaden drohen: in dem Falle, wenn ihre Entstehung nicht über Menschengedenken hinausreicht und kein Recht zu deren Errichtung vorhanden war.

Dig. 41,1,29Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. In­ter eos, qui se­cun­dum unam ri­pam prae­dia ha­bent, in­su­la in flu­mi­ne na­ta non pro in­di­vi­so com­mu­nis fit, sed re­gio­ni­bus quo­que di­vi­sis: quan­tum enim an­te cu­ius­que eo­rum ri­pam est, tan­tum, vel­uti li­nea in di­rec­tum per in­su­lam trans­duc­ta, quis­que eo­rum in ea ha­be­bit cer­tis re­gio­ni­bus.

Paul. lib. XVI. ad Sabin. Zwischen Denen, die längs dem Ufer hin Grundstücke besitzen, wird eine im Flusse entstandene Insel nicht als ungetheilt gemeinschaftlich, sondern stückweise; denn soviel, als vor eines Jeden Ufer liegt, wird Jeder, wenn man die Grenzlinien geradeaus über die Insel wegzieht, davon stückweise haben.

Dig. 43,8,5Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Si per pu­bli­cum lo­cum ri­vus aquae duc­tus pri­va­to no­ce­bit, erit ac­tio pri­va­to ex le­ge duo­de­cim ta­bu­la­rum, ut no­xa do­mi­no sar­cia­tur.

Ad Dig. 43,8,5Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. II, § 458, Note 5.Paul. lib. XVI. ad Sabin. Wenn der Kanal11Rivus das wirkliche Gerinne des Wassers, Vitruv VIII. 7. (Rode’sche Uebers.). einer Wasserleitung, der durch einen öffentlichen Platz gezogen worden ist, einem Privaten Schaden bringt, so wird demselben die Klage aus dem Zwölftafelgesetz zustehen, dass [ihm] dem Eigenthümer für Schaden Sicherheit bestellt werde.

Dig. 43,12,3Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Flu­mi­na pu­bli­ca quae fluunt ri­pae­que eo­rum pu­bli­cae sunt. 1Ri­pa ea pu­ta­tur es­se, quae ple­nis­si­mum flu­men con­ti­net. 2Se­cun­dum ri­pas flu­mi­num lo­ca non om­nia pu­bli­ca sunt, cum ri­pae ce­dant, ex quo pri­mum a pla­no ver­ge­re in­ci­pit us­que ad aquam.

Paul. lib. XVI. ad Sabin. Die Flüsse, welche immer22Semper schiebt unser Text mir Hal. ein, und ich gestehe, dass ich mir ohnedies unter einem flumen quod fluit nichts denken kann. fliessen, sind öffentliche, und ihre Ufer sind auch öffentlich. 1Als Ufer wird Das betrachtet, innerhalb dessen sich der Fluss bei seinem höchsten Wasserstande befindet. 2Längs der Flussufer sind nicht alle Plätze öffentliche, sondern es gehört zum Ufer nur derjenige Raum, von wo der Abhang von dem Lande bis zum Wasser beginnt.

Dig. 49,15,19Pau­lus li­bro sex­to de­ci­mo ad Sa­binum. Post­li­mi­nium est ius amis­sae rei re­ci­pien­dae ab ex­tra­neo et in sta­tum pris­ti­num re­sti­tuen­dae in­ter nos ac li­be­ros po­pu­los re­ges­que mo­ri­bus le­gi­bus con­sti­tu­tum. nam quod bel­lo amis­si­mus aut et­iam ci­tra bel­lum, hoc si rur­sus re­ci­pia­mus, di­ci­mur post­li­mi­nio re­ci­pe­re. id­que na­tu­ra­li ae­qui­ta­te in­tro­duc­tum est, ut qui per in­iu­riam ab ex­tra­neis de­ti­ne­ba­tur, is, ubi in fi­nes suos red­is­set, pris­ti­num ius suum re­ci­pe­ret. 1In­du­tiae sunt, cum in bre­ve et in prae­sens tem­pus con­ve­nit, ne in­vi­cem se la­ces­sant: quo tem­po­re non est post­li­mi­nium. 2A pi­ra­tis aut la­tro­ni­bus cap­ti li­be­ri per­ma­nent. 3Post­li­mi­nio red­is­se vi­de­tur, cum in fi­nes nos­tros in­tra­ve­rit, sic­uti amit­ti­tur, ubi fi­nes nos­tros ex­ces­sit. sed et si in ci­vi­ta­tem so­ciam ami­cam­ve aut ad re­gem so­cium vel ami­cum ve­ne­rit, sta­tim post­li­mi­nio red­is­se vi­de­tur, quia ibi pri­mum no­mi­ne pu­bli­co tu­tus es­se in­ci­piat. 4Trans­fu­gae nul­lum post­li­mi­nium est: nam qui ma­lo con­si­lio et pro­di­to­ris ani­mo pa­triam re­li­quit, hos­tium nu­me­ro ha­ben­dus est. sed hoc in li­be­ro trans­fu­ga iu­ris est, si­ve fe­mi­na si­ve mas­cu­lus sit. 5Si ve­ro ser­vus trans­fu­ge­rit ad hos­tes, quon­iam, et cum ca­su cap­tus est, do­mi­nus in eo post­li­mi­nium ha­bet, rec­tis­si­me di­ci­tur et­iam ei post­li­mi­nium es­se, sci­li­cet ut do­mi­nus in eo pris­ti­num ius re­ci­piat, ne con­tra­rium ius non tam ip­si in­iu­rio­sum sit, qui ser­vus sem­per per­ma­net, quam do­mi­no dam­no­sum con­sti­tua­tur. 6Si sta­tu­li­ber trans­fu­ga re­ver­sus sit, ex­is­ten­te con­di­cio­ne post­quam red­it, li­ber ef­fi­ci­tur. di­ver­sum est, si con­di­cio ex­ti­tis­set, dum apud hos­tes est: in eo enim ca­su ne­que si­bi re­ver­ti pot­est, ut li­ber sit, ne­que he­redi in eo ius post­li­mi­nii est, quia non pot­est que­ri, cum nul­lum dam­num pa­tia­tur, li­ber­ta­te iam op­tin­gen­te, si non im­pe­di­ret, quod trans­fu­ga fac­tus est. 7Fi­lius quo­que fa­mi­lias trans­fu­ga non pot­est post­li­mi­nio re­ver­ti ne­que vi­vo pa­tre, quia pa­ter sic il­lum amis­it, quem­ad­mo­dum pa­tria, et quia dis­ci­pli­na cas­tro­rum an­ti­quior fuit pa­ren­ti­bus Ro­ma­nis quam ca­ri­tas li­be­ro­rum. 8Trans­fu­ga au­tem non is so­lus ac­ci­pien­dus est, qui aut ad hos­tes aut in bel­lo trans­fu­git, sed et qui per in­du­tia­rum tem­pus aut ad eos, cum qui­bus nul­la ami­ci­tia est, fi­de sus­cep­ta trans­fu­git. 9Si is, qui emat ab hos­ti­bus, plu­ris alii ius pig­no­ris quod in red­emp­to ha­bet ces­se­rit, non eam quan­ti­ta­tem, sed prio­rem red­emp­tus red­de­re de­bet, et emp­tor ha­bet ac­tio­nem ad­ver­sus eum qui ven­di­dit ex emp­to. 10Post­li­mi­nium ho­mi­ni­bus est, cu­ius­cum­que se­xus con­di­cio­nis­ve sint: nec in­ter­est, li­be­ri an ser­vi sint. nec enim so­li post­li­mi­nio re­ci­piun­tur, qui pug­na­re pos­sunt, sed om­nes ho­mi­nes, quia eius na­tu­rae sunt, ut usui es­se vel con­si­lio vel aliis mo­dis pos­sint.

Paul. lib. XVI. ad Sab. Heimkehrrecht ist das Recht, eine verlorne Sache von einem Fremden wiederzuergreifen und in den vorigen Stand wiederherzustellen, zwischen uns und freien Völkern und Königen durch Sitte und Gesetze begründet. Denn was wir durch den Krieg, oder auch ohne Krieg verloren haben, davon sagen wir, wenn wir es wiederergreifen, dass wir es durch das Heimkehrrecht wiederergreifen. Und es ist aus natürlicher Billigkeit eingeführt, dass Derjenige, welcher von Auswärtigen widerrechtlich gefangen gehalten wurde, nach der Zurückkehr in die Grenzen seiner Heimath sein voriges Recht wiederergreife. 1Waffenstillstand heisst es, wenn auf kurze und gegenwärtige Zeit die Uebereinkunft getroffen worden ist, dass keine gegenseitigen Angriffe stattfinden sollten; während dieser Zeit gilt kein Heimkehrrecht. 2Die von See- oder Strassenräubern Gefangenen bleiben frei. 3Als durch das Heimkehrrecht für zurückgekehrt wird Jemand erachtet, wenn er unsere Grenzen betreten hat, gleichwie derselbe als verloren gilt, nachdem er unsere Grenzen überschritten hat. Aber auch wem Jemand zu einem verbündeten oder befreundeten Staate, oder zu einem verbündeten oder befreundeten Könige gekommen ist, so wird derselbe als sogleich durch das Heimkehrrecht für zurückgekehrt erachtet, weil er daselbst sogleich unter dem Staatsschutze zu stehen beginnt. 4Ein Ueberläufer hat keinen Anspruch auf das Heimkehrrecht; denn wer in böser Absicht und mit der Gesinnung eines Verräthers sein Vaterland verlassen hat, ist den Feinden beizuzählen. Dies aber ist bei einem freien Ueberläufer Rechtens, es mag ein Weib oder ein Mann sein. 5Ist hingegen ein Sclave zum Feinde übergelaufen, so wird man, weil auch, wenn er zufällig gefangen worden, der Herr hinsichtlich desselben das Heimkehrrecht hat, sehr richtig behaupten, dass auch er das Heimkehrrecht habe, dass nemlich der Herr hinsichtlich desselben sein voriges Recht wiederergreife, damit nicht die Verordnung des Gegentheils nicht sowohl schädlich für ihn, da er immer Sclave bleibt, als vielmehr nachtheilig für den Herrn werde. 6Ist ein Bedingtfreier übergelaufen und zurückgekehrt, so wird derselbe frei, wenn nach seiner Zurückkunft die Bedingung eintritt. Anders verhält es sich, wenn die Bedingung während seines Aufenthaltes beim Feinde eingetreten wäre; denn in diesem Falle kann derselbe weder für sich zurückkehren, um frei zu sein, noch hat der Erbe [des Herrn] hinsichtlich desselben das Heimkerrecht, weil er sich nicht beklagen kann, indem er keinen Schaden erleidet, da demselben jetzt die Freiheit zukäme, wenn nicht eben der Umstand entgegenstünde, dass er zum Ueberläufer geworden ist.33Also gehört derselbe dem Fiscus. 7Auch ein Haussohn kann, wenn er ein Ueberläufer gewesen, nicht durch das Heimkehrrecht zurückkehren, selbst nicht bei Lebzeiten des Vaters, weil der Vater ihn eben so gut, wie das Vaterland verloren hat, und weil die Mannszucht im Lager den römischen Eltern mehr gegolten, als die Liebe zu ihren Kindern. 8Als Ueberläufer aber ist nicht blos Derjenige anzusehen, der entweder zu den Feinden, oder im Kriege überging, sondern auch Der, welcher während der Zeit des Waffenstillstandes zu Denen, mit welchen kein Freundschaftsbündniss besteht, nach dadurch erhaltener Sicherheit44Suscipere = accipere. Briss. de V. S. voce Suscipere. Fide = fiducia. Glosse. überging. 9Wenn Derjenige, welcher [einen Gefangenen] vom Feinde kauft, das Pfandrecht, welches er auf den Losgekauften hat, einem Andern um einen höheren Preis55Als nemlich das Kaufgeld betruf. abgetreten hat, so hat der Losgekaufte nicht jenen Betrag, sondern den früheren zurückzuerstatten, und der Käufer hat wider Denjenigen, der verkauft hat, die Klage aus dem Kaufe. 10Das Heimkehrrecht ist Allen zugestanden, wessen Geschlechtes oder Standes sie immer sein mögen, und es macht keinen Unterschied, ob es Freie oder Sclaven sind, denn nicht allein Diejenigen, welche fechten können, werden durch das Heimkehrrecht wiederergriffen, sondern alle Menschen, die von der Beschaffenheit sind, dass sie entweder durch ihren Rath, oder auf andere Weise brauchbar werden können.