Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Mod.pand. XII
Pandectarum lib.Modestini Pandectarum libri

Pandectarum libri

Ex libro XII

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4 (17,9 %)Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8 (1,4 %)Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9 (26,2 %)De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10 (1,1 %)De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17 (26,1 %)De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (0,9 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 38,10,4Mo­des­ti­nus li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Non fa­ci­le au­tem, quod ad nos­trum ius at­ti­net, cum de na­tu­ra­le co­gna­tio­ne quae­ri­tur, sep­ti­mum gra­dum quis ex­ce­dit, qua­te­nus ul­tra eum fe­re gra­dum re­rum na­tu­ra co­gna­to­rum vi­tam con­sis­te­re non pa­ti­tur. 1Co­gna­ti ab eo di­ci pu­tan­tur, quod qua­si una com­mu­ni­ter­ve na­ti vel ab eo­dem or­ti pro­ge­ni­ti­ve sint. 2Co­gna­tio­nis sub­stan­tia bi­fa­riam apud Ro­ma­nos in­tel­le­gi­tur: nam quae­dam co­gna­tio­nes iu­re ci­vi­li, quae­dam na­tu­ra­li co­nec­tun­tur, non­num­quam utro­que iu­re con­cur­ren­te et na­tu­ra­li et ci­vi­li co­pu­la­tur co­gna­tio. et qui­dem na­tu­ra­lis co­gna­tio per se si­ne ci­vi­li co­gna­tio­ne in­tel­le­gi­tur quae per fe­mi­nas de­scen­dit, quae vul­go li­be­ros pe­pe­rit. ci­vi­lis au­tem per se, quae et­iam le­gi­ti­ma di­ci­tur, si­ne iu­re na­tu­ra­li co­gna­tio con­sis­tit per ad­op­tio­nem. utro­que iu­re con­sis­tit co­gna­tio, cum ius­tis nup­tiis con­trac­tis co­pu­la­tur. sed na­tu­ra­lis qui­dem co­gna­tio hoc ip­so no­mi­ne ap­pel­la­tur: ci­vi­lis au­tem co­gna­tio li­cet ip­sa quo­que per se ple­nis­si­me hoc no­mi­ne vo­ce­tur, pro­prie ta­men ad­gna­tio vo­ca­tur, vi­de­li­cet quae per ma­res con­tin­git. 3Sed quon­iam quae­dam iu­ra in­ter ad­fi­nes quo­que ver­san­tur, non alie­num est hoc lo­co de ad­fi­ni­bus quo­que bre­vi­ter dis­se­re­re. ad­fi­nes sunt vi­ri et uxo­ris co­gna­ti, dic­ti ab eo, quod duae co­gna­tio­nes, quae di­ver­sae in­ter se sunt, per nup­tias co­pu­lan­tur et al­te­ra ad al­te­rius co­gna­tio­nis fi­nem ac­ce­dit: nam­que con­iun­gen­dae ad­fi­ni­ta­tis cau­sa fit ex nup­tiis. 4No­mi­na ve­ro eo­rum haec sunt: so­cer so­crus, ge­ner nu­rus, no­ver­ca vi­tri­cus, pri­vi­gnus pri­vi­gna. 5Gra­dus au­tem ad­fi­ni­ta­ti nul­li sunt. 6Et qui­dem vi­ri pa­ter uxo­ris­que so­cer, ma­ter au­tem eo­rum so­crus ap­pel­la­tur, cum apud Grae­cos pro­prie vi­ri pa­ter ἑκυρός, ma­ter ve­ro ἑκυρὰ vo­ci­te­tur, uxo­ris au­tem pa­ter πενθερὸς et ma­ter πενθερὰ vo­ca­tur. fi­lii au­tem uxor nu­rus, fi­liae ve­ro vir ge­ner ap­pel­la­tur. uxor li­be­ris ex alia uxo­re na­tis no­ver­ca di­ci­tur, ma­tris vir ex alio vi­ro na­tis vi­tri­cus ap­pel­la­tur: eo­rum uter­que na­tos ali­un­de pri­vi­gnos pri­vi­gnas­que vo­cant. pot­est et­iam sic de­fi­ni­ri. so­cer est uxo­ris meae pa­ter, ego il­lius sum ge­ner: so­cer mag­nus di­ci­tur uxo­ris meae avus, ego il­lius sum pro­ge­ner: et re­tro pa­ter meus uxo­ris meae so­cer est, haec il­li nu­rus: et avus meus uxo­ris meae so­cer mag­nus est, il­la il­li pron­u­rus. item pro­so­crus mi­hi uxo­ris meae avia est, ego il­lius sum pro­ge­ner: et re­tro ma­ter mea uxo­ris meae so­crus est, il­la huic nu­rus: et avia mea uxo­ris meae so­crus mag­na est et uxor mea il­li pron­u­rus est. pri­vi­gnus est uxo­ris meae fi­lius ex alio vi­ro na­tus, ego il­li sum vi­tri­cus: et in con­tra­rium uxor mea li­be­ris, quos ex alia uxo­re ha­beo, no­ver­ca di­ci­tur, li­be­ri mei il­li pri­vi­gni. vi­ri fra­ter le­vir. is apud Grae­cos δαήρ ap­pel­la­tur, ut est apud Ho­me­rum re­la­tum: sic enim He­le­na ad Hec­to­rem di­cit: δᾶερ ἐμεῖο κυνὸς κακομηχάνου ὀκρυοέσσης. vi­ri so­ror glos di­ci­tur, apud Grae­cos γάλως. duo­rum fra­trum uxo­res ia­ni­tri­ces di­cun­tur, apud Grae­cos εἰνάτερες. quod uno ver­su idem Ho­me­rus sig­ni­fi­cat: ἠέ τινες γαλόων ἢ εἰνατέρων ἐυπέπλων. 7Hos ita­que in­ter se, quod ad­fi­ni­ta­tis cau­sa pa­ren­tium li­be­ro­rum­que lo­co ha­ben­tur, ma­tri­mo­nio co­pu­la­ri ne­fas est. 8Scien­dum est ne­que co­gna­tio­nem ne­que ad­fi­ni­ta­tem es­se pos­se, ni­si nup­tiae non in­ter­dic­tae sint, ex qui­bus ad­fi­ni­tas con­iun­gi­tur. 9Li­ber­ti­ni li­ber­ti­nae­que in­ter se ad­fi­nes es­se pos­sunt. 10In ad­op­tio­nem da­tus aut em­an­ci­pa­tus quas­cum­que co­gna­tio­nes ad­fi­ni­ta­tes­que ha­buit, re­ti­net, ad­gna­tio­nis iu­ra per­dit. sed in eam fa­mi­liam, ad quam per ad­op­tio­nem venit, ne­mo est il­li co­gna­tus prae­ter pa­trem eos­ve, qui­bus ad­gnas­ci­tur: ad­fi­nis au­tem ei om­ni­no in ea fa­mi­lia ne­mo est. 11Is cui aqua et ig­ni in­ter­dic­tum est aut ali­quo mo­do ca­pi­te de­mi­nu­tus est ita, ut li­ber­ta­tem et ci­vi­ta­tem amit­te­ret, et co­gna­tio­nes et ad­fi­ni­ta­tes om­nes, quas an­te ha­buit, amit­tit.

Modestin. lib. XII. Pand. Wenn es sich um die natürliche Verwandschaft handelt, so wird, was unser Recht betrifft, Niemand leicht die siebente Abstufung überleben, indem über diese die Natur der Dinge das Leben verwandter Personen nicht fortdauern lässt. 1Verwandte (cognati) glaubt man, werden sie davon so genannt, weil sie gleichsam zugleich und gemeinschaftlich geboren (communiter nati), oder von demselben entsprossen oder erzeugt worden sind. 2Das Wesen der Verwandschaft wird bei den Römern zwiefach verstanden; denn die Verwandschaften werden entweder durch das Naturrecht gekpüpft, oder durch das bürgerliche Recht; zuweilen wird die Verwandschaft durch ein Zusammentreffen beider Rechte, das natürliche und das bürgerliche, geknüpft. Die natürliche Verwandtschaft besteht ohne die bürgerlichrechtliche, und ist diejenige, welche durch eine Frau entsteht, die Kinder aus gemeinem Umgang gebiert. Die bürgerlichrechtliche, auch gesetzmässige genannt, besteht ohne ein natürliches Recht durch die Annahme an Kindes Statt für sich. Nach beiden Rechten zusammen besteht eine Verwandschaft dann, wenn sie durch Vollziehung einer rechtmässigen Ehe begründet wird. Die natürliche Verwandschaft wird blos mit diesem Namen benannt, die bürgerlichrechtliche aber wird, obwohl sie vollkommen auch für sich mit diesem Namen genannt werden kann, dennoch eigentlich Seitenverwandschaft (agnatio) genannt, weil sie nämlich durch Personen männlichen Geschlechts entsteht. 3Weil jedoch auch zwischen den Verschwiegerten besondere Rechtsverhältnisse vorwalten, so wird es passend sein, hier auch kürzlich von den Verschwiegerten zu reden. Verschwiegerte sind die Verwandten der Frau und des Ehemannes, und haben den Namen [adfines] davon erhalten, dass zwei Verwandschaften, die von einander verschieden für sich bestehen, durch eine Ehe mit einander in Verbindung kommen, und die eine Verwandschaft die Grenze (ad finem) der andern erreicht; denn der Grund der zu knüpfenden Schwiegerschaft beruht in einer Ehe. 4Die Namen der [verschwiegerten Personen] sind folgende: Schwiegervater, Schwiegermutter, Schwiegersohn, Schwiegertochter, Stiefmutter, Stiefvater, Stiefsohn, Stieftochter. 5Abstufungen der Schwiegerschaft gibt es nicht. 6Der Vater des Ehemannes und der Ehefrau heisst [beziehungsweise] Schwiegervater, und die Mutter derselben Schwiegermutter, während bei den Griechen der Vater des Ehemannes ἐκυρὸς und seine Mutter ἐκυρά genannt wird, und der Vater der Ehefrau πενθερός und deren Mutter πενθερά; die Ehefrau des Sohnes heisst Schwiegertochter, und der Ehemann der Tochter Schwiegersohn. Die [spätere] Ehefrau ist den von einer [frühern] geborenen Kindern Stiefmutter, der Mann einer Mutter von mit einem andern Manne erzeugten Kindern Stiefvater; die Kinder beider heissen Stiefsöhne und Stieftöchter. Man kann den Begriff auch so bestimmen, mein Schwiegervater ist der Vater meiner Frau, und ich bin sein Schwiegersohn. Mein Schwiegergrossvater ist der Grossvater meiner Frau, und ich bin sein Schwiegerenkel. Umgekehrt ist mein Vater wieder Schwiegervater meiner Frau, und sie seine Schwiegertochter, mein Grossvater ihr Schwiegergrossvater, und sie seine Schwiegerenkelin. Ingleichen ist meiner Frauen Grossmutter meine Schwiegergrossmutter und ich ihr Schwiegerenkel, und umgekehrt meine Mutter meiner Frauen Schwiegermutter, und sie deren Schwiegertochter, meine Grossmutter ihre Schwiegergrossmutter, und sie deren Schwiegerenkelin. Stiefsohn ist mir meiner Frauen Sohn, der von einem andern Manne mit ihr erzeugt worden ist, und ich bin sein Stiefvater; umgekehrt ist meine Frau meinen mit einer andern Frau erzeugten Kindern Stiefmutter, und diese ihre Stiefkinder. Der Bruder des Ehemannes heisst der Schwager, bei den Griechen δαήρ genannt, wie es bei Homer berichtet ist; denn Helena redet den Hector so an: Schwager mein, des Hundes, der schreckliches Unheil gestiftet. Die Schwester des Mannes heisst Schwägerin, bei den Griechen γαλὼς. Zweier Brüder Ehefrauen heissen janitrices, bei den Griechen εἰνατέρες; dies bezeugt Homer beides in einem Verse: ἠὲ πῆ ἐς γαλόων ἢ εἰνατέρων εὐπέπλων. 7Diesen ist, weil sie der Schwiegerschaft halber an der Stelle von Eltern und Kindern gehalten werden, die Eingehung der Ehe mit einander verboten. 8Es ist zu bemerken, dass Verwandschaft und Schwägerschaft nur durch erlaubte Ehen begründet werde aus welcher Schwägerschaftsverbindung entsteht. 9Freigelassene beiderlei Geschlechts können mit einander verschwägert sein. 10Wer in Annahme an Kindes Statt gegeben oder aus der väterlichen Gewalt entlassen worden ist, behält seine Verwandschaften und Schwägerschaften, die er gehabt hat; die Rechte der Seitenverwandschaft verliert er; von derjenigen Familie aber, in die er durch Annahme an Kindes Statt gelangt, ist ihm ausser dem Vater und denen, welchen er [gleichsam] zugeboren wird, Niemand verwandt, verschwägert ist ihm aber in dieser Familie Niemand. 11Derjenige, dem Feuer und Wasser verboten worden ist, oder der auf andere Weise sein Standesrecht dergestalt verloren hat, dass er Freiheit und Bürgerrecht verliert, der verliert auch alle Verwandschaften und Schwägerschaften, die er vorher gehabt hat.

Dig. 48,4,7Mo­des­ti­nus li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Fa­mo­si, qui ius ac­cu­san­di non ha­bent, si­ne ul­la du­bi­ta­tio­ne ad­mit­tun­tur ad hanc ac­cu­sa­tio­nem. 1Sed et mi­li­tes, qui cau­sas alias de­fen­de­re non pos­sunt: nam qui pro pa­ce ex­cu­bant, ma­gis ma­gis­que ad hanc ac­cu­sa­tio­nem ad­mit­ten­di sunt. 2Ser­vi quo­que de­fe­ren­tes au­diun­tur et qui­dem do­mi­nos suos: et li­ber­ti pa­tro­nos. 3Hoc ta­men cri­men iu­di­ci­bus non in oc­ca­sio­ne ob prin­ci­pa­lis ma­ies­ta­tis ve­ne­ra­tio­nem ha­ben­dum est, sed in ve­ri­ta­te: nam et per­so­nam spec­tan­dam es­se, an po­tue­rit fa­ce­re, et an an­te quid fe­ce­rit et an co­gi­ta­ve­rit et an sa­nae men­tis fue­rit. nec lu­bri­cum lin­guae ad poe­nam fa­ci­le tra­hen­dum est: quam­quam enim te­me­ra­rii dig­ni poe­na sint, ta­men ut in­sa­nis il­lis par­cen­dum est, si non ta­le sit de­lic­tum, quod vel ex scrip­tu­ra le­gis de­scen­dit vel ad ex­em­plum le­gis vin­di­can­dum est. 4Cri­men ma­ies­ta­tis fac­to vel vio­la­tis sta­tuis vel ima­gi­ni­bus ma­xi­me ex­acer­ba­tur in mi­li­tes.

Modestin. lib. XII. Pandect. Infamirte Personen, die kein Recht zur Anklage haben, werden ohne allen Zweifel zu dieser Anklage zugelassen. 1Auch Soldaten, die sonst für keine fremde Sache auftreten dürfen, denn wer für die Wohlfahrt wacht, muss um so mehr zu dieser Anklage zugelassen werden. 2Auch die Anzeigen der Sclaven werden gehört, und zwar sowohl wider ihre Herren, als die der Freigelassenen wider ihre Freilasser. 3Doch sollen die Richter dieses Verbrechen nicht als eine Gelegenheit betrachten, der Kaiserlichen Majestät zu schmeicheln,11In occasione(m) ob principal. majest. venerationem, s. Jos. Nerii Analect. Lib. II. c. 27. (T. O. II. p. 460.) sondern auf die Wahrheit achten; denn es muss sowohl auf die Person Rücksicht genommen werden, ob sie es habe thun können, als auch, ob sie vorher etwas [darauf Hindeutendes] gethan, ob sie daran gedacht, und ob sie verstandesmächtig gewesen sei. Auch darf ein raschentschlüpftes zweideutiges Wort nicht gleich zu dieser Strafe gezogen werden, denn wenngleich Verwegene dieser Strafe würdig sind, so muss ihrer doch als Wahnsinniger geschont werden, wenn nicht das Verbrechen von der Art ist, dass es entweder unter die Worte des Gesetzes mitbegriffen ist, oder nach Maassgabe des Gesetzes gestraft werden muss. 4Die Strafe, wenn ein Majestätsverbrechen begangen, z. B. etwa22Vel. Des. Herald. Obs. Lib. cap. 11. emendirt veluti; allein Otto in Praef. ad Thes. Vol. II. p. 28. weist nach, dass vel = puta sei. Best l. l. p. 253. macht sehr überflüssige Conjecturen. Das crimen der Flor. muss freilich mit unserm Text gegen crimine vertauscht werden, liesse sich aber, wenn man es darauf absähe, wohl auch erklären. Statuen oder Bilder [der Kaiser] verletzt worden sind, wird gegen Soldaten am meisten geschärft.

Dig. 48,8,13Idem li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Ex se­na­tus con­sul­to eius le­gis poe­na dam­na­ri iu­be­tur, qui ma­la sa­cri­fi­cia fe­ce­rit ha­bue­rit.

Idem lib. XII. Pand. Dem Senatsbeschluss zufolge wird mit der Strafe aus diesem Gesetz Denjenigen zu belegen geboten, wer gotteslästerliche33Mala sacrficia; es ist hier besonders der mit dem Opfer verbundene Zweck und die Art und Weise der Feier gemeint, s. Joann. Mercerii Opin. et Observ. II. 1. (T. O. II. p. 1583.) Opfer gebracht und gehalten hat.

Dig. 48,9,9Mo­des­ti­nus li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Poe­na par­ri­ci­dii mo­re ma­io­rum haec in­sti­tu­ta est, ut par­ri­ci­da vir­gis san­gui­neis ver­be­ra­tus de­in­de cul­leo in­sua­tur cum ca­ne, gal­lo­gal­li­na­ceo et vi­pe­ra et si­mia: de­in­de in ma­re pro­fun­dum cul­leus iac­ta­tur. hoc ita, si ma­re pro­xi­mum sit: alio­quin bes­tiis ob­ici­tur se­cun­dum di­vi Ha­d­ria­ni con­sti­tu­tio­nem. 1Qui alias per­so­nas oc­ci­de­rint prae­ter ma­trem et pa­trem et avum et aviam (quos mo­re ma­io­rum pu­ni­ri su­pra di­xi­mus), ca­pi­tis poe­na plec­ten­tur aut ul­ti­mo sup­pli­cio mac­tan­tur. 2Sa­ne si per fu­ro­rem ali­quis pa­ren­tem oc­ci­de­rit, im­pu­ni­tus erit, ut di­vi fra­tres re­scrip­se­runt su­per eo, qui per fu­ro­rem ma­trem ne­ca­ve­rat: nam suf­fi­ce­re fu­ro­re ip­so eum pu­ni­ri, di­li­gen­tius­que cus­to­dien­dum es­se aut et­iam vin­cu­lis co­er­cen­dum.

Modestin. lib. XII. Pand. Als Strafe für den Verwandtenmord ist nach der Sitte der Alten die eingeführt worden, dass der Elternmörder44Parricidio hier im engsten Sinn. mit blutigen Ruthen gestrichen, sodann in einen ledernen Sack mit einem Hunde, einem Hahn, einer Viper und einem Affen eingenähet und der Sack in’s Meer, wo es am tiefsten ist, geworfen werde. Es ist hierbei vorausgesetzt, dass das Meer nahe sei, sonst wird er, der Constitution des Divus Hadrianus zufolge, den wilden Thieren vorgeworfen. 1Wer andere [verwandte] Personen ausser Mutter und Vater, Grossvater und Grossmutter ermordet hat, welche, wie wir gesagt haben, nach Sitte der Alten gestraft werden, wird mit der Capitalstrafe oder mit dem Tode bestraft. 2Wer freilich seinen Vater im Wahnsinn getödtet hat, der wird straflos sein, wie die kaiserlichen Brüder in Betreff eines Solchen rescribirt haben, der seine Mutter getödtet hatte; denn der Wahnsinn selbst ist eine hinreichende Strafe, und er muss fleissiger bewacht, oder auch in Banden gelegt werden.

Dig. 48,10,30Idem li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Le­ge Cor­ne­lia tes­ta­men­ta­ria ob­li­ga­tur, qui sig­num ad­ul­te­ri­num fe­ce­rit sculp­se­rit. 1De par­tu sup­po­si­to so­li ac­cu­sant pa­ren­tes aut hi, ad quos ea res per­ti­neat: non qui­li­bet ex po­pu­lo ut pu­bli­cam ac­cu­sa­tio­nem in­ten­dat.

Idem lib. XII. Pandect. Durch das Cornelische Testamentar-Gesetz haftet Der, wer ein falsches Siegel gemacht oder gestochen hat. 1Wegen Unterschiebung eines Kindes können blos die Eltern oder Diejenigen klagen, welche dabei betheiligt sind, nicht Jeder aus dem Volke, sodass er eine öffentliche Anklage anstellen könnte.

Dig. 48,17,5Mo­des­ti­nus li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Man­da­tis ca­ve­tur in­tra an­num re­qui­ren­do­rum bo­na ob­sig­na­ri, ut, si red­ie­rint et se pur­ga­ve­rint, in­te­gram rem suam ha­beant: si ne­que re­spon­de­rint ne­que qui se de­fen­dant ha­bue­rint, tunc post an­num bo­na in fis­cum co­gun­tur. 1Et in­tra an­num me­dio tem­po­re mo­ven­tia si qua sunt, ne aut mo­ra de­te­rio­ra fiant aut ali­quo mo­do in­ter­eant, venire de­be­re pre­tium­que eo­rum in de­po­si­to es­se, di­vi Se­ve­rus et An­to­ni­nus san­xe­runt. 2Sed et di­vus Tra­ia­nus in­ter mo­ven­tia fruc­tus quo­que ha­be­ri re­scrip­sit. 3Cu­ran­dum est au­tem, ne quid ei qui pro­fu­git me­dio tem­po­re a de­bi­to­ri­bus eius sol­va­tur, ne per hoc fu­ga eius in­strua­tur.

Modestin. lib. XII. Pand. Es ist durch Kaiserliche Mandate vorgeschrieben worden, dass das Vermögen der öffentlich zu Ladenden binnen Jahresfrist versiegelt werden solle, damit, wenn sie zurückgekehrt sind und sich gereinigt haben, sie ihr Vermögen unverkürzt erhalten, wenn sie aber weder selbst sich verantworten, noch einen Vertreter stellen, so soll ihr Vermögen vom Fiscus in Beschlag genommen werden. 1Auch haben Divus Severus und Divus Antoninus befohlen, es sollen während des Jahres und der in Mitte liegenden Zeit die etwa vorhandenen Sclaven und Thiere verkauft werden, damit sie nicht entweder durch den Verzug schlechter werden, oder auf irgend eine Weise verloren gehen, und ihr Preis niedergelegt werden. 2Divus Trajanus hat auch die Früchte in diese Classe zu stellen rescribirt. 3Es ist übrigens dafür Sorge zu tragen, dass Dem, welcher entflohen ist, inzwischen von seinen Schuldnern keine Zahlung geleistet werde, damit nicht seine Flucht dadurch befördert werde.

Dig. 48,19,25Idem li­bro duo­de­ci­mo pan­dec­ta­rum. Si diu­ti­no tem­po­re ali­quis in rea­tu fue­rit, ali­qua­te­nus poe­na eius sub­le­van­da erit: sic et­iam con­sti­tu­tum est non eo mo­do pu­nien­dos eos, qui lon­go tem­po­re in rea­tu agunt, quam eos qui in re­cen­ti sen­ten­tiam ex­ci­piunt. 1Non pot­est quis sic dam­na­ri, ut de sa­xo prae­ci­pi­te­tur.

Idem lib. XII. Pandect. Wer lange Zeit im Anklagestande sich befunden hat, dessen Strafe muss einigermaassen erleichtert werden. So ist es auch verordnet worden, dass Diejenigen, welche lange Zeit sich im Anklagestand befunden haben, nicht auf die Weise gestraft werden dürfen, als Die, welche nach kurzer Zeit ihr Urtheil erhalten. 1Es kann Niemand dazu verurtheilt werden, vom Felsen herabgestürzt zu werden.