Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Men.
Menandri Opera

Arrii Menandri Opera

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12 (2,3 %)De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16 (45,3 %)De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18 (15,6 %)De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)

De re militari libri

Ex libro I

Dig. 40,12,29Ar­rius Me­nan­der li­bro pri­mo de re mi­li­ta­ri. Qui de li­ber­ta­te sua li­ti­gans nec­dum sen­ten­tia da­ta mi­li­tiae se de­dit, in pa­ri cau­sa ce­te­ris ser­vis ha­ben­dus est nec ex­one­rat eum, quod pro li­be­ro ha­bea­tur in qui­bus­dam. et li­cet li­ber ap­pa­rue­rit, ex­auc­to­ra­tus, id est mi­li­tia re­mo­tus cas­tris re­icie­tur, uti­que qui ex ser­vi­tu­te in li­ber­ta­tem pe­ti­tus sit vel qui non si­ne do­lo ma­lo in li­ber­ta­te mo­ra­tus est: qui ve­ro per ca­lum­niam pe­ti­tus in ser­vi­tu­tem est, in mi­li­tia re­ti­ne­bi­tur. 1Qui in­ge­nuus pro­nun­tia­tus est, si se mi­li­tiae de­dit, in­tra quin­quen­nium re­trac­ta­ta sen­ten­tia no­vo do­mi­no red­den­dus est.

Arrius Menander lib. I. de Re milit. Wer über seine Freiheit streitend, vor Ertheilung des Urtheils in den Soldatenstand getreten ist, wird als in gleicher Lage mit den übrigen Sclaven stehend angesehen, auch macht das seine Lage nicht besser, dass er in einiger Hinsicht für frei gehalten wird; und wenn es gleich sich ergeben haben wird, dass er frei sei, so wird er doch seines Eides schimpflich11Exauctoratus, s. Duker de Lat. v. ICt. p. 275. n. 4. entlassen, das heisst, er wird, vom Soldatenstand ausgeschlossen, aus dem Lager gebracht werden, jeden Falls wenn er in der Sclaverei stehend auf die Freiheit Anspruch erhoben, oder sich nicht ohne Arglist in der Freiheit befunden hat. Wer aber durch Chikane in die Sclaverei gefordert worden ist, wird in dem Soldatenstand behalten werden. 1Wenn Derjenige, welcher für freigeboren erklärt worden ist, in den Soldatenstand getreten ist, so muss er, wenn das Urtheil innerhalb fünf Jahren widerrufen worden, seinem neuen Herrn zurückgegeben werden.

Dig. 49,16,2Ar­rius Me­nan­der li­bro pri­mo de re mi­li­ta­ri. Mi­li­tum de­lic­ta si­ve ad­mis­sa aut pro­pria sunt aut cum ce­te­ris com­mu­nia: un­de et per­se­cu­tio aut pro­pria aut com­mu­nis est. pro­prium mi­li­ta­re est de­lic­tum, quod quis uti mi­les ad­mit­tit. 1Da­re se mi­li­tem, cui non li­cet, gra­ve cri­men ha­be­tur: et au­ge­tur, ut in ce­te­ris de­lic­tis, dig­ni­ta­te gra­du spe­cie mi­li­tiae.

Arr. Menand. lib. I. de re mil. Die Verbrechen oder Vergehen der Soldaten sind entweder besondere, oder gemeine;22Man vergleiche Feuerbach’s Lehrbuch des peinl. Rechts, §. 25. daher ist auch ihre Bestrafung entweder eine besondere, oder eine gemeine. Ein besonderes militärisches Verbrechen ist dasjenige, welches Jemand als Soldat begeht. 1Sich als Soldat anwerben lassen33Dare se militem, cui non licet etc. dies verstehe ich = se militiae dare; so auch Gothofr. Die Glosse will: eine Miethsverdingung verstehen, was mir weniger scheint. A. d. R., wird an Dem, wem dies nicht erlaubt ist, für ein schweres Verbrechen erachtet, und es erhöht sich dasselbe, wie bei den übrigen Verbrechen, nach Würde, Rang und Waffengattung.

Dig. 49,16,4Ar­rius Me­nan­der li­bro pri­mo de re mi­li­ta­ri. Qui cum uno tes­ti­cu­lo na­tus est qui­ve amis­it, iu­re mi­li­ta­bit se­cun­dum di­vi Tra­ia­ni re­scrip­tum: nam et du­ces Sul­la et Cot­ta me­mo­ran­tur eo ha­bi­tu fuis­se na­tu­rae. 1Ad bes­tias da­tus si pro­fu­git et mi­li­tiae se de­dit, quan­do­que in­ven­tus ca­pi­te pu­nien­dus est: idem­que ob­ser­van­dum est in eo, qui le­gi se pas­sus est. 2In in­su­lam de­por­ta­tus si ef­fu­giens mi­li­tiae se de­dit lec­tus­ve dis­si­mu­la­vit, ca­pi­te pu­nien­dus est. 3Tem­po­ra­rium ex­ilium vo­lun­ta­rio mi­li­ti in­su­lae rele­ga­tio­nem ad­sig­nat, dis­si­mu­la­tio per­pe­tuum ex­ilium. 4Ad tem­pus rele­ga­tus si ex­ple­to spa­tio fu­gae mi­li­tem se de­dit, cau­sa dam­na­tio­nis quae­ren­da est, ut, si con­ti­neat in­fa­miam per­pe­tuam, idem ob­ser­ve­tur, si trans­ac­tum de fu­tu­ro sit et in or­di­nem red­ire pot­est et ho­no­res pe­te­re, mi­li­tiae non pro­hi­be­tur. 5Reus ca­pi­ta­lis cri­mi­nis vo­lun­ta­rius mi­les se­cun­dum di­vi Tra­ia­ni re­scrip­tum ca­pi­te pu­nien­dus est, nec re­mit­ten­dus est eo, ubi reus pos­tu­la­tus est, sed, ut ac­ce­den­te cau­sa mi­li­tiae, au­dien­dus: 6si dic­ta cau­sa sit vel re­qui­ren­dus ad­no­ta­tus, igno­mi­nia mis­sus ad iu­di­cem suum re­mit­ten­dus est nec re­ci­pien­dus post­ea vo­lens mi­li­ta­re, li­cet fue­rit ab­so­lu­tus. 7Ad­ul­te­rii vel ali­quo iu­di­cio pu­bli­co dam­na­ti in­ter mi­li­tes non sunt re­ci­pien­di. 8Non om­nis, qui li­tem ha­buit et id­eo mi­li­ta­ve­rit, ex­auc­to­ra­ri iu­be­tur, sed qui eo ani­mo mi­li­tiae se de­dit, ut sub op­ten­tu mi­li­tiae pre­tio­sio­rem se ad­ver­sa­rio fa­ce­ret. nec ta­men fa­ci­le in­dul­gen­dum, iu­di­ca­tio­nis qui neg­otium an­te­ha­bue­runt: sed si in trans­ac­tio­ne rec­ci­dit, in­dul­gen­dum est. ex­auc­to­ra­tus eo no­mi­ne non uti­que in­fa­mis erit nec pro­hi­ben­dus li­te fi­ni­ta mi­li­tiae eius­dem or­di­nis se da­re: alio­quin et si re­lin­quat li­tem vel trans­igat, re­ti­nen­dus est. 9Qui post de­ser­tio­nem in aliam mi­li­tiam no­men de­de­runt le­gi­ve pas­si sunt, im­pe­ra­tor nos­ter re­scrip­sit et hos mi­li­ta­ri­ter pu­nien­dos. 10Gra­vius au­tem de­lic­tum est de­trec­ta­re mu­nus mi­li­tiae quam ad­pe­te­re: nam et qui ad di­lec­tum olim non re­spon­de­bant, ut pro­di­to­res li­ber­ta­tis in ser­vi­tu­tem red­ige­ban­tur. sed mu­ta­to sta­tu mi­li­tiae re­ces­sum a ca­pi­tis poe­na est, quia ple­rum­que vo­lun­ta­rio mi­li­te nu­me­ri sup­plen­tur. 11Qui fi­lium suum sub­tra­hit mi­li­tiae bel­li tem­po­re, ex­ilio et bo­no­rum par­te mul­tan­dus est: si in pa­ce, fus­ti­bus cae­di iu­be­tur et re­qui­si­tus iu­ve­nis vel a pa­tre post­ea ex­hi­bi­tus in de­te­rio­rem mi­li­tiam dan­dus est: qui enim se sol­li­ci­ta­vit ab alio, ve­niam non me­re­tur. 12Eum, qui fi­lium de­bi­li­ta­vit di­lec­tu per bel­lum in­dic­to, ut in­ha­bi­lis mi­li­tiae sit, prae­cep­tum di­vi Tra­ia­ni de­por­ta­vit. 13Edic­ta Ger­ma­ni­ci Cae­sa­ris mi­li­tem de­ser­to­rem fa­cie­bant, qui diu afuis­set, ut is in­ter eman­so­res ha­be­re­tur. sed si­ve red­eat quis et of­fe­rat se, si­ve de­pre­hen­sus of­fe­ra­tur, poe­nam de­ser­tio­nis evi­tat: nec in­ter­est, cui se of­fe­rat vel a quo de­pre­hen­da­tur. 14Le­vius ita­que de­lic­tum eman­sio­nis ha­be­tur, ut er­ro­nis in ser­vis, de­ser­tio­nis gra­vius, ut in fu­gi­ti­vis. 15Exa­mi­nan­tur au­tem cau­sae sem­per eman­sio­nis et cur et ubi fue­rit et quid ege­rit: et da­tur ve­nia va­le­tu­di­ni, af­fec­tio­ni pa­ren­tium et ad­fi­nium, et si ser­vum fu­gien­tem per­se­cu­tus est vel si qua hu­ius­mo­di cau­sa sit. sed et igno­ran­ti ad­huc dis­ci­pli­nam ti­ro­ni ignos­ci­tur.

Arr. Menand. lib. I. de re milit. Wer mit Einem Hoden geboren ist, oder [Einen Hoden] verloren hat, kann mit Recht Kriegsdienste nehmen, nach der Verordnung des Divus Trajanus, denn auch von den Feldherren Sylla und Cotta erzählt man, dass sie von jener Körperbeschaffenheit gewesen. 1Wenn ein zum Kampfe mit wilden Thieren Verurtheilter flüchtig geworden, und in Kriegsdienste getreten ist, so ist derselbe, er mag wann immer entdeckt werden, mit dem Tode zu bestrafen. Das Nemliche ist zu beobachten, wenn er sich ausheben liess. 2Wenn ein auf eine Insel Deportirter entflohen und in Kriegsdienste getreten, oder ausgehoben worden ist, und [seine Strafe] verhehlt hat, so ist derselbe mit dem Tode zu bestrafen. 3Eine zeitliche Verbannung zieht für Denjenigen, welcher [während derselben] freiwillig Soldat geworden, ist die Verweisung auf eine Insel nach sich, Verhehlung [aber]44Wenn nemlich der Verbannte zum Kriegsdienste ausgehoben worden ist und seine Verbannung verhehlt hat. immerwährende Verbannung. 4Wenn ein auf eine bestimmte Zeit Verwiesener nach Beendigung seiner Verweisungszeit in Kriegsdienste getreten ist, so ist die Ursache seiner Verurtheilung zu untersuchen, sodass es, wenn diese immerwährende Infamie in sich schliesst, auf dieselbe Weise gehalten wird: fällt [die Infamie aber] für die Zukunft weg, so kann derselbe nicht nur in den Decurionenstand zurückkehren, sondern es ist ihm auch nicht untersagt, auf militairische Ehrenstellen Anspruch zu machen. 5Wenn ein eines Capitalverbrechens Angeklagter freiwillig Soldat geworden, so soll derselbe nach dem Rescripte des Divus Trajanus mit dem Tode bestraft, und nicht dahin zurückgesendet werden, wo er als Angeklagter belangt ist, sondern als Soldat55Und dessen Ablieferung an einen andern Richter sich mit diesem Dienste nicht verträgt. [Sed ut militiae causa accedente audiendus; Hal. hat ubi statt ut. Ich verstehe letzteres so, wie übersetzt worden; das folgende si dicta causa etc. versteht Accurs. als quamvis; so wie übersetzt ist, versteht es schon der Casus der Glosse und bezeugt auch wohl der Conjunctiv. A. d. R.] vernommen werden, obschon die Untersuchung gegen ihn eröffnet, oder derselbe als ein öffentlich zu Ladender Bezeichnet worden sei. 6Ein mit Schande Verabschiedeter ist an seinen Richter66Vor welchem er vor seinem Eintritte in den Kriegsdienst angeklagt worden. zurückzusenden, und darf später, wenn er in Kriegsdienste treten will, nicht angenommen werden, obgleich er freigesprochen worden. 7Die wegen Ehebruchs, oder in irgend einem peinlichen Prozesse Verurtheilten dürfen nicht unter die Soldaten aufgenommen werden. 8Nicht ein Jeder, welcher einen Rechtsstreit gehabt, und deshalb in Kriegsdienste getreten ist, wird des Soldatenstandes beraubt77Feuerbach a. a. O. §. 493., wohl aber wer in der Absicht Kriegsdienste genommen hat, um unter dem Vorschützen des Soldatenstandes dem Gegner seine Belangung kostspieliger zu machen. Es wird jedoch auch Demjenigen nicht leicht ohne vorgängige richterliche Untersuchung88Extra ordinem judicationis i. e. sine cognitione judicis. Glossa. nachgesehen, welcher eine Rechtssache zuvor gehabt99Und selbst ohne die Absicht, seinem Gegner die Rechtsverfolgung zu erschweren, in das Heer tritt.; wenn aber [jener Rechtsstreit] sich durch einen Vergleich erledigt hat, so muss ihm Nachsicht zu Theil werden. Der aus diesem Grunde des Soldatenstandes Beraubte wird nicht schlechterdings infamirt sein, noch kann ihm verwehrt werden, nach beendigtem Rechtsstreite wieder mit dem nemlichen Range als Soldat einzutreten; sonst müsste auch, wenn er den Rechtsstreit aufgäbe, oder sich vergliche, die Ausschliessung fortwährend gegen ihn geltend gemacht werden. 9In Betreff Derjenigen, welche nach der Desertion sich nochmals zu Kriegsdiensten anwerben, oder dazu ausheben liessen, hat unser Kaiser verordnet, dass auch sie militairisch zu bestrafen seien. 10Es ist aber ein schwereres Verbrechen, sich dem Militairdienste zu entziehen, als ihn [auf unerlaubte Weise] zu ergreifen, denn auch Diejenigen, welche sich vor Zeiten bei der Aushebung nicht stellten, wurden als Verräther der Freiheit in Sclaverei gestossen; nachdem sich nun aber der Soldatenstand geändert hat, ging man von der Todesstrafe ab, weil die Truppenzahl meistentheils durch freiwillige Soldaten ergänzt wird. 11Wer zur Kriegszeit seinen Sohn dem Soldatenstande entzieht, ist mit Verbannung und [dem Verluste] eines Theils seines Vermögens zu bestrafen; [geschieht solches] im Frieden, so wird derselbe mit Stockschlägen belegt, und der Jüngling muss, wenn er ausgemittelt, oder später vom Vater ausgeliefert worden ist, in eine niedere Soldatenclasse gesetzt werden; denn wer sich von einem Andern hat verführen lassen, verdient keine Nachsicht. 12Wer bei Ankündigung einer Aushebung wegen eines Krieges seinen Sohn verstümmelt hat, damit derselbe zum Kriegsdienste untauglich werde, wird nach dem Befehle des Divus Trajanus deportirt. 13Die Verordnungen des Cäsar Germanicus bezeichneten denjenigen Soldaten als Deserteur, welcher lange abwesend gewesen, sodass er [jetzt] unter die Wegläufer gezählt werden würde1010S. bes. Wiel. Lect. I. 24. Es soll hier gesagt werden, dass die militairische Disciplin lange nicht mehr so streng sei, wie zu Germanicus Zeiten. A. d. R.. Allein es mag nun ein solcher zurückkehren und sich freiwillig stellen, oder ergriffen und eingeliefert werden, so entgeht er der Strafe der Desertion, und es begründet keinen Unterschied, wenn er sich stellt, oder von wem er ergriffen wird1111Es erhellt hieraus, dass der Unterschied zwischen dem emansor und dem desertor sehr vag ist, besonders wenn man l. 3. §. 3. vergleicht. A. d. R.. 14Man nimmt also [jetzt] das Verbrechen des Weglaufens als das leichtere, gleichwie jenes des Herumstreifens bei Sclaven, das der Desertion als das schwerere, gleichwie jenes des Flüchtigwerdens [bei Sclaven]. 15Es werden aber immer die Ursachen des Ausbleibens erwogen, sowohl warum der [Soldat] ausgeblieben, als auch wo er gewesen, und was er gethan; und wenn Krankheit, Neigung zu Eltern und Verwandten ihn zurückgehalten, wenn er einen fliehenden Sclaven verfolgt hat, oder sonst eine Ursache der Art obwaltet, so wird Vergebung gewährt; aber auch ein Recrut, der die Mannszucht noch nicht kennt, erhält Verzeihung.

Ex libro II

Dig. 49,16,5Idem li­bro se­cun­do de re mi­li­ta­ri. Non om­nes de­ser­to­res si­mi­li­ter pu­nien­di sunt, sed ha­be­tur et or­di­nis sti­pen­dio­rum ra­tio, gra­dus mi­li­tiae vel lo­ci, mu­ne­ris de­ser­ti et an­te­ac­tae vi­tae: sed et nu­me­rus, si so­lus vel cum al­te­ro vel cum plu­ri­bus de­se­ruit, aliud­ve quid cri­men de­ser­tio­ni ad­iun­xe­rit: item tem­po­ris, quo in de­ser­tio­ne fue­rit: et eo­rum, quae post­ea ges­ta fue­rint. sed et si fue­rit ul­tro re­ver­sus, non cum ne­ces­si­tu­di­ne, non erit eius­dem sor­tis. 1Qui in pa­ce de­se­ruit, eques gra­du pel­len­dus est, pe­des mi­li­tiam mu­tat. in bel­lo idem ad­mis­sum ca­pi­te pu­nien­dum est. 2Qui de­ser­tio­ni aliud cri­men ad­iun­git, gra­vius pu­nien­dus est: et si fur­tum fac­tum sit, vel­uti alia de­ser­tio ha­be­bi­tur: ut si pla­gium fac­tum vel ad­gres­su­ra ab­igea­tus vel quid si­mi­le ac­ces­se­rit. 3De­ser­tor si in ur­be in­ve­nia­tur, ca­pi­te pu­ni­ri so­let: ali­bi ad­pre­hen­sus ex pri­ma de­ser­tio­ne re­sti­tui pot­est, ite­rum de­se­ren­do ca­pi­te pu­nien­dus est. 4Qui in de­ser­tio­ne fuit, si se op­tu­le­rit, ex in­dul­gen­tia im­pe­ra­to­ris nos­tri in in­su­lam de­por­ta­tus est. 5Qui cap­tus, cum pot­erat red­ire, non red­iit, pro trans­fu­ga ha­be­tur. item eum, qui in prae­si­dio cap­tus est, in ea­dem con­di­cio­ne es­se cer­tum est: si ta­men ex im­pro­vi­so, dum iter fa­cit aut epis­tu­lam fert, ca­pia­tur quis, ve­niam me­re­tur. 6A bar­ba­ris re­mis­sos mi­li­tes ita re­sti­tui opor­te­re Ha­d­ria­nus re­scrip­sit, si pro­ba­bunt se cap­tos eva­sis­se, non trans­fu­gis­se. sed hoc li­cet li­qui­do con­sta­re non pos­sit, ar­gu­men­tis ta­men co­gnos­cen­dum est. et si bo­nus mi­les ant­ea aes­ti­ma­tus fuit, pro­pe est, ut ad­fir­ma­tio­ni eius cre­da­tur: si re­man­sor aut neg­le­gens suo­rum aut seg­nis aut ex­tra con­tu­ber­nium agens, non cre­de­tur ei. 7Si post mul­tum tem­po­ris red­it qui ab hos­ti­bus cap­tus est et cap­tum eum, non trans­fu­gis­se con­sti­te­rit: ut ve­te­ra­nus erit re­sti­tuen­dus et prae­mia et eme­ri­tum ca­pit. 8Qui trans­fu­git et post­ea mul­tos la­tro­nes ad­pre­hen­dit et trans­fu­gas de­mons­tra­vit, pos­se ei par­ci di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit: ei ta­men pol­li­cen­ti ea ni­hil per­mit­ti opor­te­re.

Idem lib. II. de re mil. Nicht alle Deserteure dürfen auf gleiche Weise bestraft werden, sondern es wird sowohl auf Waffengattung und Sold, als auch auf den Rang oder auf den verlassenen Platz und Posten, und auf den vorher geführten Lebenswandel Rücksicht genommen; aber auch die Anzahl [wird berücksichtigt], ob derselbe allein, oder mit noch Einem, oder mit Mehreren desertirt ist, oder neben der Desertion noch irgend ein anderes Verbrechen begangen hat; ebenso die Zeit, welche er in Desertion zugebracht, und dessen späteres Betragen. Aber auch wenn derselbe aus eigenem Antriebe, nicht aus Zwang zurückgekehrt ist, wird ihm nicht gleiches Schicksal widerfahren. 1Wer im Frieden desertirt ist, ist, wenn er Reiter war, zu cassiren, wenn er Infanterist gewesen, zu degradiren. Wird dieses Verbrechen im Kriege begangen, so muss es mit dem Tode bestraft werden. 2Wer neben der Desertion noch ein anderes Verbrechen begangen hat, ist schwerer zu bestrafen; und wenn entweder ein Diebstahl dabei verübt worden ist, oder ein Plagium, oder gewaltsamer Angriff, oder Viehdiebstahl oder ähnliches Verbrechen sich dazu gesellt hat, so wird es einer wiederholten1212Alia = secunda. Glossa. Desertion gleich zu achten sein. 3Wenn ein Deserteur in der Stadt Rom betroffen wird, so pflegt derselbe mit dem Tode bestraft zu werden; ist derselbe anderswo ergriffen worden, so kann er im Falle der ersten Desertion in seine Rechte wiedereingesetzt werden; desertirt er nochmals, so ist er mit dem Tode zu bestrafen. 4Wer sich in Desertion befunden, ist, wenn er sich gestellt hat, aus Gnade unseres Kaisers auf eine Insel zu deportiren. 5Wer in Gefangenschaft gerathen und, da er zurückkehren konnte, nicht zurückgekehrt ist, wird für einen Ueberläufer gehalten. Ingleichen ist es ausgemacht, dass hinsichtlich desjenigen, welcher im Lager1313Praesidio. Die Glosse versteht das feindliche Lager, und meint, der fragliche Soldat sei als Spion dahingeschickt worden. Dies tadelt die Marginalnote bei Baudoza, und versteht die Garnison. Cujac. Obs. VI. 26. in f. sagt, es gebe praesidium keinen Sinn, man müsse profugium lesen, das heisse: während sich ein Soldat im Ueberlaufen befinde und dann gefangen worden sei. Ich weiss nicht, ob das mehr Sinn giebt, aber sehr willkürlich ist die Annahme wie die Aenderung. Peter Granzian. Pand. jur. civ. (T. O. V. 620.) erwähnt die Stelle, aber nichts von der Schwierigkeit. Es ist offenbar am gerathensten, das feindliche Lager zu verstehen, was auch die Griechen, ἐν τῇ βαρβάρων γῇ, verstanden zu haben scheinen. A. d. R. gefangen worden ist, dasselbe Verhältniss stattfinde. Wenn Jemand jedoch unversehens, während er einen Gang macht, oder einen Brief überbringt, in Gefangenschaft geräth, so verdient er Nachsicht. 6Die von den Feinden zurückgekommenen Soldaten müssten, rescribirte Hadrianus, alsdann in ihre Rechte wiedereingesetzt werden, wenn sie erweisen, dass sie in Gefangenschaft gerathen und entwischt, nicht übergelaufen seien. Dies aber wird, wenn es gleich nicht klar ermittelt werden kann, doch aus Vermuthungsgründen erkannt werden können, und wenn der Soldat früher für einen guten Soldaten erachtet worden, so muss sogar seiner blossen Versicherung geglaubt werden; war er ein Wegläufer, oder nachlässig in seinem Dienste, oder träge, oder trieb er sich ausser der Kameradschaft herum1414Extra contubernium agens; ein contub. ist 1/10 eines Manipulus, bestehend aus zehn Mann; es kann nun heissen: der zu keiner Kameradschaft gehörte, oder: der sich nicht dazu hielt, obwohl er dazu gehörte. Das Erstere scheint wegen der disciplina nicht gut möglich. A. d. R., so wird ihm nicht zu glauben sein. 7Wenn ein in Gefangenschaft der Feinde Gerathener nach langer Zeit zurückgekehrt und dargethan ist, dass er gefangen worden, nicht übergelaufen sei, so wird er, als Veteran, in seine Rechte wieder einzusetzen sein und Belohnungen sowohl, als Ruhegehalt empfangen. 8Wer übergelaufen ist, und hernach viele Räuber ergriffen, und Ueberläufer angezeigt hat, der könne, verordnete Divus Hadrianus, mit der Strafe verschont werden; jedoch dürfe ihm in Nichts nachgegeben werden, wenn er solches [blos] verspricht.

Ex libro III

Dig. 49,16,6Idem li­bro ter­tio de re mi­li­ta­ri. Om­ne de­lic­tum est mi­li­tis, quod ali­ter, quam dis­ci­pli­na com­mu­nis ex­igit, com­mit­ti­tur: vel­uti seg­ni­tiae cri­men vel con­tu­ma­ciae vel de­si­diae. 1Qui ma­nus in­tu­lit prae­po­si­to, ca­pi­te pu­nien­dus est. au­ge­tur au­tem pe­tu­lan­tiae cri­men dig­ni­ta­te prae­po­si­ti. 2Con­tu­ma­cia om­nis ad­ver­sus du­cem vel prae­si­dem mi­li­tis ca­pi­te pu­nien­da est. 3Qui in acie prior fu­gam fe­cit, spec­tan­ti­bus mi­li­ti­bus prop­ter ex­em­plum ca­pi­te pu­nien­dus est. 4Ex­plo­ra­to­res, qui se­cre­ta nun­tia­ve­runt hos­ti­bus, pro­di­to­res sunt et ca­pi­tis poe­nas luunt. 5Sed et ca­li­ga­tus, qui me­tu hos­tium lan­guo­rem si­mu­la­vit, in pa­ri cau­sa eius11Die Großausgabe liest eis statt eius. est. 6Si quis com­mi­li­to­nem vul­ne­ra­vit, si qui­dem la­pi­de, mi­li­tia re­ici­tur, si gla­dio, ca­pi­tal ad­mit­tit. 7Qui se vul­ne­ra­vit vel alias mor­tem si­bi con­sci­vit, im­pe­ra­tor Ha­d­ria­nus re­scrip­sit, ut mo­dus eius rei sta­tu­tus sit, ut, si im­pa­tien­tia do­lo­ris aut tae­dio vi­tae aut mor­bo aut fu­ro­re aut pu­do­re mo­ri ma­luit, non anim­ad­ver­ta­tur in eum, sed igno­mi­nia mit­ta­tur, si ni­hil ta­le prae­ten­dat, ca­pi­te pu­nia­tur. per vi­num aut las­ci­viam lap­sis ca­pi­ta­lis poe­na re­mit­ten­da est et mi­li­tiae mu­ta­tio ir­ro­gan­da. 8Qui prae­po­si­tum suum non pro­te­xit, cum pos­set, in pa­ri cau­sa fac­to­ri ha­ben­dus est: si re­sis­te­re non po­tuit, par­cen­dum ei. 9Sed et in eos, qui prae­fec­tum cen­tu­riae a la­tro­ni­bus cir­cum­ven­tum de­se­rue­runt, anim­ad­ver­ti pla­cuit.

Idem lib. III. de re mil. Alles, was gegen die Anfoderungen der allgemeinen Mannszucht begangen wird, ist ein militärisches Verbrechen, wie das Verbrechen der Trägheit, oder des Ungehorsams, oder des Müssigangs. 1Wer an seinen Vorgesetzten Hand angelegt hat, ist mit dem Tode zu bestrafen; es erhöht sich aber das Verbrechen der Widersetzlichkeit nach dem Range des Vorgesetzten. 2Jeder Ungehorsam des Soldaten gegen seinen Chef oder den Präsidenten ist mit dem Tode zu bestrafen. 3Wer während der Schlacht zuerst die Flucht ergriffen hat, ist im Angesichte der Soldaten des Beispiel halber mit dem Tode zu bestrafen. 4Kundschafter, welche Geheimnisse den Feinden entdeckt haben, sind Verräther, und büssen mit der Todesstrafe. 5Aber auch ein gemeiner Soldat1515Man vergl. die Anmerk. zu l. 2. pr. D. de his qui not. infam., der aus Furcht vor dem Feinde sich krank gestellt hat, ist in gleichem Maasse wie jene [strafbar]. 6Wenn Jemand seinen Cameraden verwundet hat, und zwar mit einem Steine, so wird er aus dem Soldatenstande gestossen; wenn mit dem Schwerte, so begeht er ein Capitalverbrechen. 7Hinsichtlich Dessen, welcher sich verwundet, oder auf eine andere Weise den Tod zu geben [versucht] hat, verordnete der Kaiser Hadrianus, um dafür eine Bestimmung zu treffen, dass derselbe, wenn er wegen unerträglichen Schmerzes, oder Lebensüberdrusses, oder Krankheit, oder aus Raserei, oder aus Schamgefühl sterben wollte, nicht gestraft, sondern mit Schande aus dem Heere verabschiedet, wenn er aber nichts dergleichen vorschütze, mit dem Tode bestraft werden solle. Den aus Trunkenheit oder durch liederlichen Lebenswandel Gefallenen ist die Todesstrafe zu erlassen und die Degradation zuzuerkennen. 8Wer seinen Vorgesetzten nicht geschützt hat, obgleich er es konnte, ist dem Thäter gleichzuachten; wenn er keinen Widerstand leisten können, so ist er mit der Strafe zu verschonen. 9Aber auch in Betreff derjenigen, welche den Chef einer Centurie, der von Räubern umzingelt war, in Stich gelassen haben, war man der Meinung, dass sie [mit dem Tode] zu bestrafen seien.

Dig. 49,18,1Ar­rius Me­nan­der li­bro ter­tio de re mi­li­ta­ri. Ve­te­ra­no­rum pri­vi­le­gium in­ter ce­te­ra et­iam in de­lic­tis ha­bet prae­ro­ga­ti­vam, ut se­pa­ren­tur a ce­te­ris in poe­nis. nec ad bes­tias ita­que ve­te­ra­nus da­tur nec fus­ti­bus cae­di­tur.

Arr. Menand. lib. III. de re mil. Das Privilegium der Veteranen umfasst unter Anderm auch bei Verbrechen das Vorrecht, dass dieselben hinsichtlich der Strafen von den übrigen [Verbrechern] abgesondert werden. Ein Veteran wird daher weder zum Kampfe mit wilden Thieren verurtheilt, noch erhält derselbe Stockschläge.