Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Marcian.iud. publ. II
De publicis iudiciis lib.Marciani De publicis iudiciis libri

De publicis iudiciis libri

Ex libro II

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16 (54,8 %)De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17 (14,0 %)De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19 (17,4 %)Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22 (31,8 %)De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3 (17,8 %)De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17 (50,7 %)De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18 (5,2 %)De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (3,6 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22 (1,2 %)De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24 (32,3 %)De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 18,7,2Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. Ex­por­tan­dus si ven­ie­rit ab Ita­lia, in pro­vin­cia mo­ra­ri pot­est, ni­si spe­cia­li­ter pro­hi­bi­tum fue­rit.

Marcian. lib. II. Publ. Ist ein Sclav unter der Bedingung verkauft worden, dass er aus Italien fortgeschafft werden müsse, so darf derselbe in der Provinz sich aufhalten, wenn solches nicht namentlich untersagt worden ist.

Dig. 37,15,4Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum iu­di­cio­rum. Per pro­cu­ra­to­rem in­gra­tum li­ber­tum pos­se ar­gui di­vus Se­ve­rus et An­to­ni­nus re­scrip­se­runt.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 47,16,1Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum iu­di­cio­rum. Pes­si­mum ge­nus est re­cep­ta­to­rum, si­ne qui­bus ne­mo la­te­re diu pot­est: et prae­ci­pi­tur, ut per­in­de pu­nian­tur at­que la­tro­nes. in pa­ri cau­sa ha­ben­di sunt, qui, cum ad­pre­hen­de­re la­tro­nes pos­sent, pe­cu­nia ac­cep­ta vel sub­rep­to­rum par­te di­mi­se­runt.

Marcian. lib. II. publ. judic. Ein verworfenes Geschlecht ist das der Hehler, ohne die Niemand lange verborgen bleiben kann, und es ist vorgeschrieben, sie ebenso zu strafen, wie die Strassenräuber. In ganz gleicher Classe mit ihnen sind Diejenigen zu stellen, die, da sie Strassenräuber ergreifen konnten, dieselben gegen Empfang von Geld oder einem Theile des Geraubten haben laufen lassen.

Dig. 47,17,2Mar­cia­nus li­bro se­cun­do iu­di­cio­rum pu­bli­co­rum. Sed si in­ter­diu fur­tum fe­ce­runt, ad ius or­di­na­rium re­mit­ten­di sunt.

Marcian. lib. II. judic. publ. Wenn sie aber bei Tage einen Diebstahl begangen haben, so muss im ordentlichen Rechtswege wider sie verfahren werden.

Dig. 47,19,3Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum iu­di­cio­rum. Di­vus Se­ve­rus et An­to­ni­nus re­scrip­se­runt elec­tio­nem es­se, utrum quis ve­lit cri­men ex­pi­la­tae he­redi­ta­tis ex­tra or­di­nem apud prae­fec­tum ur­bi vel apud prae­si­des age­re an he­redi­ta­tem a pos­ses­so­ri­bus iu­re or­di­na­rio vin­di­ca­re.

Marcian. lib. II. publ. judic. Divus Severus und Antoninus haben rescribirt: es stehe die Wahl zu, ob man das Verbrechen der Ausplünderung der Erbschaft ausserordentlicherweise vor dem Präfecten der Stadt Rom, oder den Provinzialpräsidenten zur Untersuchung ziehen, oder die Erbschaft von den Besitzern derselben im ordentlichen Wege Rechtens in Anspruch nehmen wolle.

Dig. 47,22,3Mar­cia­nus li­bro se­cun­do iu­di­cio­rum pu­bli­co­rum. Col­le­gia si qua fue­rint il­li­ci­ta, man­da­tis et con­sti­tu­tio­ni­bus et se­na­tus con­sul­tis dis­sol­vun­tur: sed per­mit­ti­tur eis, cum dis­sol­vun­tur, pe­cu­nias com­mu­nes si quas ha­bent di­vi­de­re pe­cu­niam­que in­ter se par­ti­ri. 1In sum­ma au­tem, ni­si ex se­na­tus con­sul­ti auc­to­ri­ta­te vel Cae­sa­ris col­le­gium vel quod­cum­que ta­le cor­pus co­ie­rit, con­tra se­na­tus con­sul­tum et man­da­ta et con­sti­tu­tio­nes col­le­gium ce­le­brat. 2Ser­vos quo­que li­cet in col­le­gio te­nuio­rum re­ci­pi vo­len­ti­bus do­mi­nis, ut cu­ra­to­res ho­rum cor­po­rum sciant, ne in­vi­to aut igno­ran­te do­mi­no in col­le­gium te­nuio­rum re­ci­pe­rent, et in fu­tu­rum poe­na te­nean­tur in sin­gu­los ho­mi­nes au­reo­rum cen­tum.

Marcian. lib. II. judic. publ. Ad Dig. 47,22,3 pr.Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 62, Note 2.Unerlaubte Genossenschaften werden nach Mandaten, Constitutionen und Senatsbeschlüssen aufgelöst; es wird ihnen aber, wenn sie aufgelöst werden, gestattet, die etwanigen gemeinschaftlichen Gelder, wenn sie deren haben sollten, zu theilen und das Geld unter sich zu vertheilen. 1Ueberhaupt [gilt hier als Regel], dass, wenn eine Genossenschaft oder sonst eine Körperschaft der Art nicht vermöge eines Senatsbeschlusses oder der Ermächtigung des Kaisers zusammengetreten ist, dieselbe den Senatsbeschlüssen, Mandaten und Constitutionen zuwider gehalten wird. 2Auch Sclaven dürfen in eine Armengenossenschaft mit Einwilligung ihrer Herren aufgenommen werden, und mögen die Curatoren dieser Körperschaften wissen, dass sie dergleichen wider Willen oder Wissen ihrer Herren in keine Armengenossenschaft aufnehmen dürfen, und künftighin für jeden einzelnen Sclaven [im entgegengesetzten Fall] eine Strafe von hundert Goldstücken erlegen sollen.

Dig. 48,3,6Mar­cia­nus li­bro se­cun­do de iu­di­ciis pu­bli­cis. Di­vus Ha­d­ria­nus Iu­lio Se­cun­do ita re­scrip­sit et alias re­scrip­tum est non es­se uti­que epis­tu­lis eo­rum cre­den­dum, qui qua­si dam­na­tos ad prae­si­dem re­mi­se­rint. idem de ire­nar­chis prae­cep­tum est, quia non om­nes ex fi­de bo­na elo­gia scri­be­re com­per­tum est. 1Sed et ca­put man­da­to­rum ex­stat, quod di­vus Pius, cum pro­vin­ciae Asiae prae­erat, sub edic­to pro­pos­uit, ut ire­nar­chae, cum ad­pre­hen­de­rint la­tro­nes, in­ter­ro­gent eos de so­ciis et re­cep­ta­to­ri­bus et in­ter­ro­ga­tio­nes lit­te­ris in­clu­sas at­que ob­sig­na­tas ad co­gni­tio­nem ma­gis­tra­tus mit­tant. igi­tur qui cum elo­gio mit­tun­tur, ex in­te­gro au­dien­di sunt, et­si per lit­te­ras mis­si fue­rint vel et­iam per ire­nar­chas per­duc­ti. sic et di­vus Pius et alii prin­ci­pes re­scrip­se­runt, ut et­iam de his, qui re­qui­ren­di ad­no­ta­ti sunt, non qua­si pro dam­na­tis, sed qua­si re in­te­gra quae­ra­tur, si quis erit qui eum ar­guat. et id­eo cum quis ἀνάκρισιν fa­ce­ret, iu­be­ri opor­tet venire ire­nar­chen et quod scrip­se­rit, ex­se­qui: et si di­li­gen­ter ac fi­de­li­ter hoc fe­ce­rit, con­lau­dan­dum eum: si pa­rum pru­den­ter non ex­qui­si­tis ar­gu­men­tis, sim­pli­ci­ter de­no­ta­re ire­nar­chen mi­nus ret­tu­lis­se: sed si quid ma­li­gne in­ter­ro­gas­se aut non dic­ta ret­tu­lis­se pro dic­tis eum com­pe­re­rit, ut vin­di­cet in ex­em­plum, ne quid et aliud post­ea ta­le fa­ce­re mo­lia­tur.

Marcian. lib. II. de judic. publ. Divus Hadrianus hat an Julius Secundus folgendergestalt rescribirt: Es ist schon anderwärts rescribirt worden, dass nicht den Briefen Derer11Eorum, sc. magistratuum, Glosse. durchaus Glaube beigemessen werden müsse, die [Leute] als wären sie schon verurtheilt an den Präsidenten schikken. Dasselbe ist in Ansehung der Irenarchen22Qui discipilinae publicae et corrigendis moribus praesunt, Brisson. h. v. vorgeschrieben, weil es die Erfahrung bestätigt, dass nicht jeder die Zusendungsschreiben33Elogia sind die Schreiben, mit denen eine Behörde die ergriffenen Verbrecher an den Vorsteher der Provinz, wo sie her waren, sandte. Brisson. h. v. §. 4. mit gehöriger Glaubwürdigkeit abgefasst. 1Es ist auch ein Abschnitt aus einem Mandat44Mandatum ist hier die Instruction, die der Provinzialpräsident vom Kaiser erhielt, s. Brisson. h. v. §. 2. vorhanden, welches Divus Pius, als er Statthalter der Provinz Asien war, in dem Edicte mit publicirte, dass die Irenarchen, wenn sie Strassenräuber ergriffen hätten, dieselben über ihre Genossen und Hehler fragen, und die Verhöre schriftlich aufgesetzt und versiegelt zur [fernern] Untersuchung der Staatsbeamten übersenden sollen. Wer also mit einem Zusendungsschreiben überschickt wird, muss ganz von Neuem verhört werden, wenn er auch mit einem beigehenden Schreiben geschickt, oder durch die Irenarchen selbst gebracht wird. So haben auch Divus Pius und andere Kaiser rescribirt, und es soll auch in Betreff Derer, die flüchtig geworden, als55Requirendus annotatus, s. Hugo R. G. p. 878. und Brisson. v. adnotare. öffentlich zu ladende bezeichnet werden, nicht als wären sie schon Verurtheilte, sondern, als wäre nichts geschehen, untersucht werden, wenn Jemand auftritt, der einen solchen anschuldigt. Wenn daher [der Präsident] eine Vernehmung66Ἀνάκρισις ist die Vernehmung des cum elogio überschickten rei per praesidem. Brisson. Eckhard. l. l. p. 193. anstellt, so muss er den Irenarchen kommen lassen, und Das, was er schriftlich aufgenommen hat, prüfen; hat er es fleissig und getreulich gethan, so muss er ihn loben, wenn aber unklug, ohne auf Beweisgründe zu achten, blos einfach bemerken, dass der Irenarcha mangelhaften Bericht erstattet habe; wenn er hingegen gefunden, dass er sein Befragen boshaft angestellt, oder Etwas als Aussage berichtet habe, was jener gar nicht ausgesagt hat, so soll er ihn zur Abschreckung mit Strafe belegen, damit er nicht künftig etwas Aehnliches versuche.

Dig. 48,17,1Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. Di­vi Se­ve­ri et An­to­ni­ni mag­ni re­scrip­tum est, ne quis ab­sens pu­nia­tur: et hoc iu­re uti­mur, ne ab­sen­tes dam­nen­tur: ne­que enim in­au­di­ta cau­sa quem­quam dam­na­ri ae­qui­ta­tis ra­tio pa­ti­tur. 1Si au­tem gra­vius quis pu­nia­tur, pu­ta in opus me­tal­li vel si­mi­lem poe­nam si­ve ca­pi­ta­lem: hoc ca­su non est ir­ro­gan­da in ab­sen­tem poe­na, sed ab­sens re­qui­ren­dus ad­no­ta­tus est, ut co­piam sui prae­stet. 2Prae­si­des au­tem pro­vin­cia­rum cir­ca re­qui­ren­dos ad­no­ta­tos hoc de­bent fa­ce­re, ut eos quos ad­no­ta­ve­rint edic­tis ad­es­se iu­beant, ut pos­sit in­no­tes­ce­re eis quod ad­no­ta­ti sunt, sed et lit­te­ras ad ma­gis­tra­tus, ubi con­sis­tunt, mit­te­re, ut per eos pos­sit in­no­tes­ce­re re­qui­ren­dos eos es­se ad­no­ta­tos. 3Eex hoc an­nus com­pu­ta­tur ad se pur­gan­dos. 4Sed et Pa­pi­nia­nus li­bro sex­to de­ci­mo re­spon­so­rum scrip­sit re­qui­ren­dum ad­no­ta­tum si pro­vin­ciae prae­si­dem in­tra an­num ad­ie­rit et sa­tis ob­tu­le­rit, non es­se lo­cum man­da­tis, ut bo­na fis­co vin­di­cen­tur. nam et si in­tra an­num mor­tuus sit, cri­mi­nis cau­sa ex­pi­rat et per­it et bo­na eius ad suc­ces­so­res trans­mit­tun­tur.

Marcian. lib. II. Publ. Divus Severus und Divus Antoninus Magnus haben ein Rescript des Inhalts erlassen, dass kein Abwesender gestraft werden solle, und es ist bei uns Rechtens, dass kein Abwesender verdammt werde, denn der Grund der Billigkeit verbietet es, Jemanden bei unverhörter Sache zu verurtheilen. 1Wenn aber Jemand schwerer bestraft werden soll, z. B. zu Bergwerksarbeit ersten Grades, oder einer ähnlichen oder Capitalstrafe, in diesem Fall darf keinem Abwesenden die Strafe anferlegt, sondern der Abwesende muss als Einer, der öffentlich geladen werden soll, bezeichnet werden, um sich zu stellen. 2Die Präsidenten der Provinzen müssen aber in Ansehung der als öffentlich zu Ladender Bezeichneten, denselben in Edicten sich zu stellen gebieten, um ihnen davon Kunde zu geben, aber auch Schreiben an die Oberbehörden, wo sie sich aufhalten, erlassen, damit es ihnen durch diese bekannt werde, dass sie als öffentlich zu Ladende bezeichnet seien. 3Von da an wird aber ein Jahr gerechnet, um sich zu rechtfertigen. 4Auch hat Papinianus im sechzehnten Buche seiner Gutachten geschrieben: ein als öffentlich zu Ladender Bezeichneter verhindere, wenn er den Provinzialpräsidenten binnen Jahresfrist angegangen und Sicherheitsbestellung angeboten habe, dass die [kaiserlichen] Mandate zur Anwendung kommen, sodass das Vermögen dem Fiscus verfalle. Denn auch wenn er binnen einem Jahre gestorben ist, erlischt die Angelegenheit des begangenen Verbrechens gänzlich, und sein Nachlass wird auf seine Nachfolger übertragen.

Dig. 48,17,3Mar­cia­nus li­bro se­cun­do de pu­bli­cis iu­di­ciis. quam­cum­que enim quaes­tio­nem apud fis­cum, si non alia sit pro­pria prae­scrip­tio, vi­gin­ti an­no­rum si­len­tio prae­scri­bi di­vi prin­ci­pes vo­lue­runt.

Marcian. lib. II. de publ. judic. Jedweder Umstand nemlich, der in Ansehung des Fiscus zur Sprache kommen kann, wird nach dem Willen der verewigten Kaiser, sobald keine andere Einrede vorhanden ist, nach Verlauf von zwanzig Jahren mit Stillschweigen übergangen werden.

Dig. 48,18,9Mar­cia­nus li­bro se­cun­do de iu­di­ciis pu­bli­cis. Di­vus Pius re­scrip­sit pos­se de ser­vis ha­be­ri quaes­tio­nem in pe­cu­nia­ria cau­sa, si ali­ter ve­ri­tas in­ve­ni­ri non pos­sit. quod et aliis re­scrip­tis ca­ve­tur. sed hoc ita est, ut non fa­ci­le in re pe­cu­nia­ria quaes­tio ha­bea­tur: sed si ali­ter ve­ri­tas in­ve­ni­ri non pos­sit ni­si per tor­men­ta, li­cet ha­be­re quaes­tio­nem, ut et di­vus Se­ve­rus re­scrip­sit. li­cet ita­que et de ser­vis alie­nis ha­be­ri quaes­tio­nem, si ita res sua­deat. 1Ex qui­bus cau­sis quaes­tio de ser­vis ad­ver­sus do­mi­nos ha­be­ri non de­bet, ex his cau­sis ne qui­dem in­ter­ro­ga­tio­nem va­le­re: et mul­to mi­nus in­di­cia ser­vo­rum con­tra do­mi­nos ad­mit­ten­da sunt. 2De eo, qui in in­su­lam de­por­ta­tus est, quaes­tio ha­ben­da non est, ut di­vus Pius re­scrip­sit. 3Sed nec de sta­tu­li­be­ro in pe­cu­nia­riis cau­sis quaes­tio ha­ben­da est ni­si de­fi­cien­te con­di­cio­ne.

Marcian. lib. II. de judic. publ. Divus Pius hat rescribirt: Es könne wider Sclaven auch in pecuniären Angelegenheiten die peinliche Frage gehalten werden, sobald die Wahrheit nicht anders gefunden werden könne. Dies wird auch in andern Rescripten vorgeschrieben. Es ist jedoch dies so zu verstehen, dass in einer pecuniären Angelegenheit nicht leicht zur peinlichen Frage geschritten werden darf, sondern nur, wenn anders die Wahrheit nicht aufgefunden werden kann, als durch die Tortur, die peinliche Frage erlaubt sein soll, wie auch Divus Severus rescribirt hat. Es ist daher auch erlaubt, fremde Sclaven zur peinlichen Frage zu ziehen, wenn es die Sache räthlich macht. 1Aus den Gründen, wo die Sclaven nicht wider ihren Herrn zur peinlichen Frage gezogen werden dürfen, darf auch nicht einmal [wenn dies doch geschehen] eine Frage von Gültigkeit sein, und umsoweniger die Anzeige der Sclaven wider ihre Herren zugelassen werden. 2Derjenige, wer auf eine Insel deportirt worden ist, kann nicht zur peinlichen Frage gezogen werden, wie Divus Pius rescribirt hat. 3Auch darf ein Bedingtfreier in pecuniären Angelegenheiten nicht zur peinlichen Frage gezogen werden, sobald nicht die Bedingung ausbleibt.

Dig. 48,19,11Mar­cia­nus li­bro se­cun­do de pu­bli­cis iu­di­ciis. Per­spi­cien­dum est iu­di­can­ti, ne quid aut du­rius aut re­mis­sius con­sti­tua­tur, quam cau­sa de­pos­cit: nec enim aut se­ve­ri­ta­tis aut cle­men­tiae glo­ria af­fec­tan­da est, sed per­pen­so iu­di­cio, pro­ut quae­que res ex­pos­tu­lat, sta­tuen­dum est. pla­ne in le­vio­ri­bus cau­sis pro­nio­res ad le­ni­ta­tem iu­di­ces es­se de­bent, in gra­vio­ri­bus poe­nis se­ve­ri­ta­tem le­gum cum ali­quo tem­pe­ra­men­to be­ni­gni­ta­tis sub­se­qui. 1Fur­ta do­mes­ti­ca si vi­lio­ra sunt, pu­bli­ce vin­di­can­da non sunt, nec ad­mit­ten­da est hu­ius­mo­di ac­cu­sa­tio, cum ser­vus a do­mi­no vel li­ber­tus a pa­tro­no, in cu­ius do­mo mo­ra­tur, vel mer­cen­na­rius ab eo, cui ope­ras suas lo­ca­ve­rat, of­fe­ra­tur quaes­tio­ni: nam do­mes­ti­ca fur­ta vo­can­tur, quae ser­vi do­mi­nis vel li­ber­ti pa­tro­nis vel mer­cen­na­rii apud quos de­gunt sub­ri­piunt. 2De­lin­qui­tur au­tem aut pro­pos­i­to aut im­pe­tu aut ca­su. pro­pos­i­to de­lin­quunt la­tro­nes, qui fac­tio­nem ha­bent: im­pe­tu au­tem, cum per ebrie­ta­tem ad ma­nus aut ad fer­rum venitur: ca­su ve­ro, cum in ve­nan­do te­lum in fe­ram mis­sum ho­mi­nem in­ter­fe­cit. 3Ca­pi­tis poe­na est bes­tiis ob­ici vel alias si­mi­les poe­nas pa­ti vel anim­ad­ver­ti.

Marcian. lib. II. de publ. judic. Der Richter muss darauf Rücksicht nehmen, dass nichts Härteres oder Gelinderes bestimmt werde, als es die Sache erfodert; denn es ist ganz unnöthig, nach dem Ruhm der Strenge oder der Milde zu streben, sondern es muss nach Erwägung der Sache so erkannt werden, wie es die jedesmaligen Umstände erfodern. Natürlich muss der Richter in geringern Dingen mehr zur Gelindigkeit geneigt sein, bei schwereren Strafen aber die Strenge der Gesetze mit einiger mässigenden Milde befolgen. 1Häusliche Diebstahle, wenn sie unbedeutend sind, müssen gar nicht öffentlich gerügt, und darf eine solche Anklage gar nicht zugelassen werden, wenn der Sclav vom Herrn oder der Freigelassene vom Freilasser, in dessen Hause er sich befindet, oder der Tagelöhnling von Dem, dem er seine Dienste verdungen hatte, zur Untersuchung abgeliefert wird; denn häusliche Diebstahle heissen diejenigen, welche die Sclaven gegen die Herren, oder die Freigelassenen wider die Freilasser oder die Tagelöhnlinge wider Die begehen, bei denen sie sich aufhalten. 2Ein Verbrechen wird entweder mit Vorsatz, in leidenschaftlicher Gemüthsstimmung, oder aus Zufall begangen. Mit Vorsatz verbrechen die Strassenräuber, die zusammen eine Bande ausmachen; in leidenschaftlicher Gemüthsstimmung: wenn in der Trunkenheit Thätlichkeiten begangen werden, oder zum Schwerte gegriffen wird; durch Zufall endlich, wenn ein auf der Jagd nach einem Wild gesendeter Pfeil einen Menschen tödtet. 3Eine Todesstrafe ist es, den wilden Thieren vorgeworfen werden, oder andere ähnliche Strafen leiden, oder mit dem Schwerte gerichtet werden.77Das ist die Bedeutung von animadverti, wenn es allein steht.

Dig. 48,22,8Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. sed ho­no­re qui­dem il­lum ar­ce­ri pu­to, ce­te­rum im­pen­dia de­be­re prae­sta­re.

Marcian. lib. II. publi. judic. Allein von der Ehrenstelle muss er, meiner Ansicht nach, doch zurückgehalten werden, übrigens aber den Aufwand machen.

Dig. 48,22,10Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum iu­di­cio­rum. nec ta­men, ne ne­ces­sa­rias im­pen­sas fa­ciat.

Marc. lib.88Von hier an bis zu Ende ist wiederum Restitution von Cont. und Cujac. aus den Basil. und unglossirt. nicht aber auch, keinen nothwendigen Aufwand mache.

Dig. 48,24,2Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. Si quis in in­su­lam de­por­ta­tus vel rele­ga­tus fue­rit, poe­na et­iam post mor­tem ma­net, nec li­cet eum in­de trans­fer­re ali­ubi et se­pe­li­re in­con­sul­to prin­ci­pe: ut sae­pis­si­me Se­ve­rus et An­to­ni­nus re­scrip­se­runt et mul­tis pe­ten­ti­bus hoc ip­sum in­dul­se­runt.

Marcian. lib. II. Publ. Wenn Jemand auf eine Insel deportirt oder verwiesen worden ist, so dauert die Strafe auch nach dem Tode fort; und man darf ihn von da nicht wo anders hin fortschaffen und ohne Anfrage beim Kaiser beerdigen, wie Severus und Antoninus oft rescribirt, und vielen darum Ansuchenden nachgelassen haben.

Dig. 50,4,7Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. Reus de­la­tus et­iam an­te sen­ten­tiam ho­no­res pe­te­re prin­ci­pa­li­bus con­sti­tu­tio­ni­bus pro­hi­be­tur: nec in­ter­est, ple­be­ius an de­cu­rio fue­rit. sed post an­num, quam reus de­la­tus est, pe­te­re non pro­hi­be­tur, ni­si per ip­sum ste­tit, quo mi­nus cau­sa in­tra an­num ex­pe­di­re­tur. 1Eum, con­tra quem prop­ter ho­no­res ap­pel­la­tum est, si pen­den­te ap­pel­la­tio­ne ho­no­rem usur­pa­ve­rit, co­er­cen­dum di­vus Se­ve­rus re­scrip­sit. er­go et si is, qui ho­no­ri­bus per sen­ten­tiam uti pro­hi­bi­tus est, ap­pel­la­ve­rit, abs­ti­ne­re in­ter­im pe­ti­tio­ne ho­no­ris de­be­bit.

Marcian. lib. II. Public. Ein Angeklagter darf vermöge Kaiserlicher Verordnungen auch vor gesprochenem Urtheil nicht um Ehrenstellen sich bewerben; es macht auch keinen Unterschied, ob er unadelich (plebejus) oder Decurio ist. Doch ist ihm nach einem Jahre, von der Anklage an, darum anzuhalten unverwehrt, ausser wenn er selbst daran Schuld hat, dass die Sache nicht binnen des Jahres beendigt worden ist. 1Wer, nachdem gegen ihn in Beziehung auf Ehrenstellen99D. i. gegen seine Ernennung dazu. appellirt worden ist, vor Erledigung der Appellation eine Ehrenstelle sich anmasst, ist nach einem Rescripte des Kaisers Severus straffällig. Eben so wird auch Der, welchem durch ein Urtheil die Fähigkeit zu Ehrenstellen abgesprochen ist, wenn er appellirt hat, mittlerweile der Bewerbung um eine Ehrenstelle sich enthalten müssen.