Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Call.cogn. V
De cognitionibus lib.Callistrati De cognitionibus libri

De cognitionibus libri

Ex libro V

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Dig. 1,1De iustitia et iure (Von der Gerechtigkeit und dem Recht.)Dig. 1,2De origine iuris et omnium magistratuum et successione prudentium (Von dem Ursprung des Rechts und aller Staatsbeamten, so wie der Folge der Rechtsgelehrten.)Dig. 1,3De legibus senatusque consultis et longa consuetudine (Von den Gesetzen, den Senatsbeschlüssen und dem Gewohnheitsrechte.)Dig. 1,4De constitutionibus principum (Von den Constitutionen der Kaiser.)Dig. 1,5De statu hominum (Vom Zustand der Menschen.)Dig. 1,6De his qui sui vel alieni iuris sunt (Von denen, die eigenen Rechtens, und denen, die fremdem Rechte unterworfen sind.)Dig. 1,7De adoptionibus et emancipationibus et aliis modis quibus potestas solvitur (Von der Annahme an Kindes Statt, der Entlassung aus der [väterlichen] Gewalt, und andern Arten deren Aufhebung.)Dig. 1,8De divisione rerum et qualitate (Von der Eintheilung der Sachen und deren Beschaffenheit.)Dig. 1,9De senatoribus (Von den Senatoren.)Dig. 1,10De officio consulis (Von der Amtspflicht des Consuls.)Dig. 1,11De officio praefecti praetorio (Von der Amtspflicht des Präfectus Prätorio.)Dig. 1,12De officio praefecti urbi (Von der Amtspflicht des Stadtvorstehers.)Dig. 1,13De officio quaestoris (Von der Amtspflicht des Quästors.)Dig. 1,14De officio praetorum (Von der Amtspflicht der Prätoren.)Dig. 1,15De officio praefecti vigilum (Von der Amtspflicht des Wachtvorstehers.)Dig. 1,16De officio proconsulis et legati (Von der Amtspflicht des Proconsul und des Legaten.)Dig. 1,17De officio praefecti Augustalis (Von der Amtspflicht des Kaiserlichen Präfecten.)Dig. 1,18De officio praesidis (Von der Amtspflicht des Präsidenten.)Dig. 1,19De officio procuratoris Caesaris vel rationalis (Von der Amtspflicht des Procurators des Kaisers oder Rentbeamten.)Dig. 1,20De officio iuridici (Von der Amtspflicht des Gerichtsverwalters.)Dig. 1,21De officio eius, cui mandata est iurisdictio (Von der Amtspflicht dessen, der mit der Gerichtsbarkeit beauftragt worden ist.)Dig. 1,22De officio adsessorum (Von der Amtspflicht der [Gerichts-] Beisitzer.)
Dig. 2,1De iurisdictione (Von der Gerichtsbarkeit.)Dig. 2,2Quod quisque iuris in alterum statuerit, ut ipse eodem iure utatur (Welche Rechtsgrundsätze Jemand gegen einen Andern aufgebracht hat, die sollen gegen ihn selbst in Anwendung gebracht werden dürfen.)Dig. 2,3Si quis ius dicenti non obtemperaverit (Wenn jemand dem, welcher Recht spricht, nicht gehorcht haben sollte.)Dig. 2,4De in ius vocando (Von der Berufung ins Gericht.)Dig. 2,5Si quis in ius vocatus non ierit sive quis eum vocaverit, quem ex edicto non debuerit (Wenn Jemand vor Gericht berufen worden und nicht gegangen ist, oder die dahin berufen worden sind, welche man dem Edicte nach nicht hätte berufen sollen.)Dig. 2,6In ius vocati ut eant aut satis vel cautum dent (Dass vor Gericht Berufene dahin gehen, oder Bürgen oder anders Sicherheit stellen.)Dig. 2,7Ne quis eum qui in ius vocabitur vi eximat (Dass Niemand den, welcher vor Gericht berufen wird, mit Gewalt entreisse.)Dig. 2,8Qui satisdare cogantur vel iurato promittant vel suae promissioni committantur (Von denen, welche gezwungen werden, Sicherheit zu stellen, oder ein eidliches Versprechen leisten, oder auf ihr einfaches Versprechen entlassen werden.)Dig. 2,9Si ex noxali causa agatur, quemadmodum caveatur (Wie Sicherheit gestellt wird, wenn eine Noxalklage erhoben [oder: wegen Schädenansprüchen geklagt] wird.)Dig. 2,10De eo per quem factum erit quominus quis in iudicio sistat (Von dem, welcher daran Schuld ist, dass sich Jemand nicht vor Gericht stellt.)Dig. 2,11Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non obtemperaverit (Wenn Jemand dem geleisteten Versprechen, sich vor Gerichte zu stellen, nicht nachgekommen ist.)Dig. 2,12De feriis et dilationibus et diversis temporibus (Von den Gerichtsferien und Aufschubsgestattungen und der Berechnung verschiedener Zeiten.)Dig. 2,13De edendo (Vom Vorzeigen.)Dig. 2,14De pactis (Von Verträgen.)Dig. 2,15De transactionibus (Von Vergleichen.)
Dig. 40,1De manumissionibus (Von den Freilassungen.)Dig. 40,2De manumissis vindicta (Von den durch den Stab freigelassenen [Sclaven].)Dig. 40,3De manumissionibus quae servis ad universitatem pertinentibus imponuntur (Von den Freilassungen, welche Sclaven ertheilt werden, welche einer Gemeinheit angehören.)Dig. 40,4De manumissis testamento (Von den durch ein Testament freigelassenen [Sclaven.])Dig. 40,5De fideicommissariis libertatibus (Von den fideicommissarischen Freiheiten.)Dig. 40,6De ademptione libertatis (Von der Zurücknahme der Freiheit.)Dig. 40,7De statuliberis (Von den Bedingtfreien.)Dig. 40,8Qui sine manumissione ad libertatem perveniunt (Welche [Sclaven] ohne Freilassung zur Freiheit gelangen.)Dig. 40,9Qui et a quibus manumissi liberi non fiunt et ad legem Aeliam Sentiam (Welche Sclaven durch die Freilassung wegen ihrer selbst, und wegen ihres Freilassers nicht frei werden, und zum Aelisch-Sentischen Gesetz.)Dig. 40,10De iure aureorum anulorum (Von dem Recht der goldenen Ringe.)Dig. 40,11De natalibus restituendis (Von der Zurückversetzung in den Geburtsstand.)Dig. 40,12De liberali causa (Von dem Rechtsstreit über die Freiheit.)Dig. 40,13Quibus ad libertatem proclamare non licet (Welche nicht auf die Freiheit Anspruch machen dürfen.)Dig. 40,14Si ingenuus esse dicetur (Wenn behauptet werden wird, dass [ein Freigelassener] ein Freigeborner sei.)Dig. 40,15Ne de statu defunctorum post quinquennium quaeratur (Dass der Rechtszustand Verstorbener nach fünf Jahren nicht untersucht werden soll.)Dig. 40,16De collusione detegenda (Von der Entdeckung eines heimlichen Einverständnisses.)
Dig. 43,1De interdictis sive extraordinariis actionibus, quae pro his competunt (Von den Interdicten und ausserordentlichen Klagen, die an deren Statt zuständig sind.)Dig. 43,2Quorum bonorum (Welchen Nachlass.)Dig. 43,3Quod legatorum (Was von Vermächtnissen.)Dig. 43,4Ne vis fiat ei, qui in possessionem missus erit (Dass Dem keine Gewalt geschehe, der in den Besitz gesetzt sein wird.)Dig. 43,5De tabulis exhibendis (Von der Auslieferung der Testamente.)Dig. 43,6Ne quid in loco sacro fiat (Dass an einem heiligen Orte Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,7De locis et itineribus publicis (Von öffentlichen Plätzen und Wegen.)Dig. 43,8Ne quid in loco publico vel itinere fiat (Dass an einem öffentlichen Platze oder Wege Etwas nicht geschehe.)Dig. 43,9De loco publico fruendo (Von dem Genuss eines öffentlichen Platzes.)Dig. 43,10De via publica et si quid in ea factum esse dicatur (Von öffentlichen Strassen und wenn etwas in demselben errichtet werden sein soll.)Dig. 43,11De via publica et itinere publico reficiendo (Von der Ausbesserung öffentlicher Strassen und Wege.)Dig. 43,12De fluminibus. ne quid in flumine publico ripave eius fiat, quo peius navigetur (Von den Flüssen, dass Etwas in einem öffentlichen Flusse oder an dessen Ufer nicht geschehe, wodurch die Schifffahrt beeinträchtigt wird.)Dig. 43,13Ne quid in flumine publico fiat, quo aliter aqua fluat, atque uti priore aestate fluxit (Dass in einem öffentlichen Fluss Etwas nicht geschehe, wodurch der Wasserfluss gegen den im vorhergehenden Sommer geändert wird.)Dig. 43,14Ut in flumine publico navigare liceat (Dass die Schifffahrt an einem öffentlichen Flusse gestattet sei.)Dig. 43,15De ripa munienda (Von der Befestigung des Ufers.)Dig. 43,16De vi et de vi armata (Von der Gewalt und der Gewalt mit Waffen.)Dig. 43,17Uti possidetis (Wie ihr besitzet.)Dig. 43,18De superficiebus (Von Erbpachtungen.)Dig. 43,19De itinere actuque privato (Von Privatwegen.)Dig. 43,20De aqua cottidiana et aestiva (Vom täglichen Wasser und dem Sommerwasser.)Dig. 43,21De rivis (Von den Kanälen.)Dig. 43,22De fonte (Von den Quellen.)Dig. 43,23De cloacis (Von den Kloaken.)Dig. 43,24Quod vi aut clam (Was gewaltsam oder heimlich.)Dig. 43,25De remissionibus (Von den Remissionen.)Dig. 43,26De precario (Vom bittweisen [Besitzverhältniss].)Dig. 43,27De arboribus caedendis (Vom Baumfällen.)Dig. 43,28De glande legenda (Vom Auflesen der Eicheln.)Dig. 43,29De homine libero exhibendo (Von der Auslieferung freier Menschen.)Dig. 43,30De liberis exhibendis, item ducendis (Von der Auslieferung der Kinder und deren Abführung.)Dig. 43,31Utrubi (Vom (Interdicte) Wo immer.)Dig. 43,32De migrando (Vom Ausziehen lassen.)Dig. 43,33De Salviano interdicto (Vom Salvianischen Interdict.)
Dig. 47,1De privatis delictis (Von den Privatverbrechen.)Dig. 47,2De furtis (Von den Diebstählen.)Dig. 47,3De tigno iuncto (Vom verbauten Balken.)Dig. 47,4Si is, qui testamento liber esse iussus erit, post mortem domini ante aditam hereditatem subripuisse aut corrupisse quid dicetur (Wenn angegeben werden wird, dass derjenige [Sclav], der in einem Testamente geheissen worden, frei zu sein, nach des Herrn Tode vor dem Erbschaftsantritt Etwas gestohlen oder verdorben habe.)Dig. 47,5Furti adversus nautas caupones stabularios (Von der Diebstahlsklage wider Schiffer, Gastwirthe und Stallwirthe.)Dig. 47,6Si familia furtum fecisse dicetur (Wenn ein Gesinde einen Diebstahl begangen haben soll.)Dig. 47,7Arborum furtim caesarum ([Von der Klage] wegen verstohlen umgehauener Bäume.)Dig. 47,8Vi bonorum raptorum et de turba ([Von der Klage] wegen Raubes und vom Getümmel.)Dig. 47,9De incendio ruina naufragio rate nave expugnata (Von [dem bei einer] Feuersbrunst, Einsturz, Schiffbruch [oder einem] erstürmten Flosse oder Schiffe [Geraubten].)Dig. 47,10De iniuriis et famosis libellis (Von Injurien und Schmähschriften.)Dig. 47,11De extraordinariis criminibus (Von ausserordentlichen Verbrechen.)Dig. 47,12De sepulchro violato (Von der Verletzung eines Begräbnisses.)Dig. 47,13De concussione (Von der Erpressung.)Dig. 47,14De abigeis (Von den Viehdieben.)Dig. 47,15De praevaricatione (Von der Prävarication.)Dig. 47,16De receptatoribus (Von den Hehlern.)Dig. 47,17De furibus balneariis (Von den Badedieben.)Dig. 47,18De effractoribus et expilatoribus (Von den Einbrechern und Ausplünderern.)Dig. 47,19Expilatae hereditatis ([Von] der Ausplünderung der Erbschaft.)Dig. 47,20Stellionatus (Vom Stellionat.)Dig. 47,21 (48,8 %)De termino moto (Von der Grenzverrückung.)Dig. 47,22De collegiis et corporibus (Von Genossenschaften und Körperschaften.)Dig. 47,23De popularibus actionibus (Von den Volksklagen.)
Dig. 48,1De publicis iudiciis (Von den öffentlichen Verfahren.)Dig. 48,2 (1,7 %)De accusationibus et inscriptionibus (Von den Anklagen und Anklageschriften.)Dig. 48,3 (11,9 %)De custodia et exhibitione reorum (Von der Bewachung und Auslieferung der Angeschuldigten.)Dig. 48,4Ad legem Iuliam maiestatis (Zum Julischen Gesetz über die Majestät.)Dig. 48,5Ad legem Iuliam de adulteriis coercendis (Zum Julischen Gesetze über die Bestrafung des Ehebruchs.)Dig. 48,6Ad legem Iuliam de vi publica (Zum Julischen Gesetz von der öffentlichen Gewaltthätigkeit.)Dig. 48,7 (33,7 %)Ad legem Iuliam de vi privata (Zum Julischen Gesetze von der Privatgewaltthätigkeit.)Dig. 48,8Ad legem Corneliam de siccariis et veneficis (Zum Cornelischen Gesetze von Mördern und Giftmischern.)Dig. 48,9De lege Pompeia de parricidiis (Vom Pompejischen Gesetze über die Verwandtenmörder.)Dig. 48,10De lege Cornelia de falsis et de senatus consulto Liboniano (Vom Cornelischen Gesetze über Verfälschungen und dem Libonianischen Senatsbeschluss.)Dig. 48,11De lege Iulia repetundarum (Vom Julischen Gesetze über Beugung des Rechts aus Parteilichkeit.)Dig. 48,12De lege Iulia de annona (Vom Julischen Gesetze über Vor- und Aufkauf.)Dig. 48,13Ad legem Iuliam peculatus et de sacrilegis et de residuis (Zum Julischen Gesetze von dem Cassendiebstahl, von dem Tempelraube und der Cassenveruntrauung.)Dig. 48,14De lege Iulia ambitus (Vom Julischen Gesetz über Amtserschleichung.)Dig. 48,15De lege Fabia de plagiariis (Vom Fabischen Gesetze über die Plagiarier.)Dig. 48,16Ad senatus consultum Turpillianum et de abolitionibus criminum (Zum Turpillianischen Senatsbeschluss und der Niederschlagung der Verbrechen.)Dig. 48,17De requirendis vel absentibus damnandis (Von der öffentlichen Ladung der Angeschuldigten und der Verurtheilung der Abwesenden.)Dig. 48,18 (5,3 %)De quaestionibus (Von den peinlichen Fragen.)Dig. 48,19 (3,5 %)De poenis (Von den Strafen.)Dig. 48,20De bonis damnatorum (Vom Vermögen der Verurtheilten.)Dig. 48,21De bonis eorum, qui ante sententiam vel mortem sibi consciverunt vel accusatorem corruperunt (Von dem Vermögen Derer, die vor dem Erkenntnisse sich entweder entleibt, oder den Ankläger bestochen haben.)Dig. 48,22De interdictis et relegatis et deportatis (Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)Dig. 48,23De sententiam passis et restitutis (Von Denen, die ein Erkenntniss erlitten und wieder in den vorigen Stand eingesetzt worden sind.)Dig. 48,24De cadaveribus punitorum (Von den Leichen der Bestraften.)
Dig. 49,1De appellationibus et relegationibus (Von den Appellationen und den Berichten.)Dig. 49,2A quibus appellari non licet ([Von denjenigen Richtern,] von welchen man nicht appelliren kann.)Dig. 49,3Quis a quo appelletur (An wen von dem [Unterrichter] appellirt werden muss.)Dig. 49,4Quando appellandum sit et intra quae tempora (Wann appellirt werden muss, und innerhalb welcher Fristen.)Dig. 49,5De appellationibus recipiendis vel non (Von der Annahme, oder Nichtannahme der Appellationen.)Dig. 49,6De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur (Von dem Berichte, Apostel genannt.)Dig. 49,7Nihil innovari appellatione interposita (Dass nach Einwendung der Appellation Nichts verändert werde.)Dig. 49,8Quae sententiae sine appellatione rescindantur ([Von] den Erkenntnissen, welche ohne Appellation wieder aufgehoben werden.)Dig. 49,9An per alium causae appellationum reddi possunt (Ob Appellationsbeschwerden durch einen Andern ausgeführt werden können.)Dig. 49,10Si tutor vel curator magistratusve creatus appellaverit (Wenn Derjenige, welcher zum Vormunde, oder zum Curator, oder zu einem obrigkeitlichen Amte erwählt worden ist, appellirt hat.)Dig. 49,11Eum qui appellaverit in provincia defendi (Dass Derjenige, welcher appellirt hat, in der Provinz sich vertheidige.)Dig. 49,12Apud eum, a quo appellatur, aliam causam agere compellendum (Dass man bei demjenigen [Richter], von welchem man appellirt, [dennoch seine] anderen Rechtssachen führen muss.)Dig. 49,13Si pendente appellatione mors intervenerit (Wenn während schwebender Berufung der Tod des [Appellanten] eingetreten.)Dig. 49,14De iure fisci (Vom Rechte des Fiscus.)Dig. 49,15De captivis et de postliminio et redemptis ab hostibus (Von den Gefangenen, dem Heimkehrrechte, und den von den Feinden Losgekauften.)Dig. 49,16De re militari (Vom Kriegswesen.)Dig. 49,17De castrensi peculio (Von dem im Felde erworbenen Sondergute.)Dig. 49,18De veteranis (Von den Privilegien der Veteranen.)
Dig. 4,2,13Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Ex­stat enim de­cre­tum di­vi Mar­ci in haec ver­ba: ‘Op­ti­mum est, ut, si quas pu­tas te ha­be­re pe­ti­tio­nes, ac­tio­ni­bus ex­pe­ria­ris. cum Mar­cia­nus di­ce­ret: vim nul­lam fe­ci, Cae­sar di­xit: tu vim pu­tas es­se so­lum, si ho­mi­nes vul­ne­ren­tur? vis est et tunc, quo­tiens quis id, quod de­be­ri si­bi pu­tat, non per iu­di­cem re­pos­cit. quis­quis igi­tur pro­ba­tus mi­hi fue­rit rem ul­lam de­bi­to­ris vel pe­cu­niam de­bi­tam non ab ip­so si­bi spon­te da­tam si­ne ul­lo iu­di­ce te­me­re pos­si­de­re vel ac­ce­pis­se, is­que si­bi ius in eam rem di­xis­se: ius cre­di­ti non ha­be­bit’.

Ad Dig. 4,2,13Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 123, Note 1.Callistrat. lib. V. de Cognition. Es gibt nämlich eine Verordnung des höchstseligen Marcus folgenden Inhalts: Es ist das Rathsamste (optimum), wenn du diejenigen Forderungen, welche du zu haben meinest, durch Klagen geltend zu machen suchest. Als [nun] Marcianus äusserte: Ich habe keine Gewalt ausgeübt, sprach sich der Kaiser so aus: Hältst du blos das für Gewalt, wenn Menschen verwundet werden? Gewalt findet auch dann Statt, so oft Jemand, was ihm nach seiner Meinung geschuldet wird, nicht durch den Richter einfordert. Jeder also, hinsichtlich dessen mir erwiesen werden wird, dass er irgend eine Sache seines Schuldners, oder die ihm schuldige Summe, ohne sie vom Schuldner selbst aus freiem Willen erhalten zu haben, grundlos ohne irgend einen Richter [zu Hülfe genommen zu haben] besitze oder [von einem Andern] in Empfang genommen und demnach in dieser Sache sich selbst Recht gesprochen habe, wird sein Forderungsrecht verlieren.

Dig. 5,1,37Idem li­bro quin­to co­gni­tio­num. Si de vi et pos­ses­sio­ne quae­ra­tur, prius co­gnos­cen­dum de vi quam de pro­prie­ta­te rei di­vus Ha­d­ria­nus τῷ κοινῷ τῶν Θεσσαλῶν Grae­ce re­scrip­sit.

Idem lib. V. Cognit. Wenn über Gewalt und Besitz verhandelt wird, so muss, wie der Kaiser Hadrian and den Staat der Thessaler griechisch rescribirte, zuvor über die Gewalt erkannt werden, und dann über das Eigenthum des Gegenstandes.

Dig. 29,5,2Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Di­vus Mar­cus Com­mo­dus Pi­so­ni re­scrip­sit in haec ver­ba: ‘Cum con­sti­te­rit apud te, Pi­so ca­ris­si­me, Iu­lium Do­na­tum, post­ea­quam con­ter­ri­tus ad­ven­tu la­tro­num pro­fu­ge­rat vil­lam suam, vul­ne­ra­tum es­se, mox tes­ta­men­to fac­to pur­gas­se of­fi­cium ser­vo­rum suo­rum, nec pie­tas pro ser­vis nec sol­li­ci­tu­do he­redis op­ti­ne­re de­bet, ut ad poe­nam vo­cen­tur, quos ab­sol­vit do­mi­nus ip­se’.

Übersetzung nicht erfasst.

Dig. 42,1,33Idem li­bro quin­to co­gni­tio­num. Di­vus Ha­d­ria­nus, ad­itus per li­bel­lum a Iu­lio Ta­ren­ti­no et in­di­can­te eo fal­sis tes­ti­mo­niis, con­spi­ra­tio­ne ad­ver­sa­rio­rum tes­ti­bus pe­cu­nia cor­rup­tis, re­li­gio­nem iu­di­cis cir­cum­ven­tam es­se, in in­te­grum cau­sam re­sti­tuen­dam in haec ver­ba re­scrip­sit: ‘Ex­em­plum li­bel­li da­ti mi­hi a Iu­lio Ta­ren­ti­no mit­ti ti­bi ius­si: tu, si ti­bi pro­ba­ve­rit con­spi­ra­tio­ne ad­ver­sa­rio­rum et tes­ti­bus pe­cu­nia cor­rup­tis op­pres­sum se, et rem se­ve­re vin­di­ca et, si qua a iu­di­ce tam ma­lo ex­em­plo cir­cum­scrip­to iu­di­ca­ta sunt, in in­te­grum re­sti­tue’.

Ad Dig. 42,1,33ROHGE, Bd. 5 (1872), S. 213: Rescission eines auf eine falsche Urkunde gestützten Erkenntnisses. Einfluß des prozessualen Anerkenntnisses der Echtheit der Urkunde.Idem lib. V. Cognit. An den Kaiser Hadrian wandte sich Julius Tarentinus mit einer Bittschrift, und zeigte an, dass durch falsche Zeugnisse, indem durch Ränke der Gegner die Zeugen bestochen worden, die Gewissenhaftigkeit des Richters betrogen worden sei. Darauf rescribirte der Kaiser mit folgenden Worten, dass die Sache in den vorigen Stand zu setzen sei: Ich lasse dir eine Abschrift des Schreibens zugehen, das bei mir Julius Tarentinus eingereicht hat. Wenn er dir erweist, dass er durch Ränke der Gegner und bestochene Zeugen unterdrückt worden sei, so verfahre in der Sache mit aller Schärfe, und falls der Richter Etwas deshalb, weil er auf solche schlimme Weise hintergangen worden, geurtheilt hat, so setze die Sache in vorigen Stand11Vgl. Unterholzner Verjährungslehre Th. II. S. 17. Note 538..

Dig. 47,21,3Idem li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Le­ge agra­ria, quam Gaius Cae­sar tu­lit, ad­ver­sus eos, qui ter­mi­nos sta­tu­tos ex­tra suum gra­dum fi­nes­ve mo­ve­rint do­lo ma­lo, pe­cu­nia­ria poe­na con­sti­tu­ta est: nam in ter­mi­nos sin­gu­los, quos eie­ce­rint lo­co­ve mo­ve­rint, quin­qua­gin­ta au­reos in pu­bli­co da­ri iu­bet: et eius ac­tio­nem pe­ti­tio­nem ei qui vo­let es­se iu­bet. 1Alia quo­que le­ge agra­ria, quam di­vus Ner­va tu­lit, ca­ve­tur, ut, si ser­vus ser­va­ve in­scien­te do­mi­no do­lo ma­lo fe­ce­rit, ei ca­pi­tal es­se, ni­si do­mi­nus do­mi­na­ve mul­tam suf­fer­re ma­lue­rit. 2Hi quo­que, qui fi­na­lium quaes­tio­num ob­scu­ran­da­rum cau­sa fa­ciem lo­co­rum con­ver­tunt, ut ex ar­bo­re ar­bus­tum aut ex sil­va no­va­le aut ali­quid eius­mo­di fa­ciunt, poe­na plec­ten­di sunt pro per­so­na et con­di­cio­ne et fac­to­rum vio­len­tia.

Callistrat. lib. V. de cognition. Durch das Ackergesetz, welches Cajus Cäsar wider Diejenigen gab, welche die aufgestellten Grenzzeichen aus ihrer Stelle22Gradus, s. Bynkershoek Obs. l. V. c. 10. und über die Grenzen in böser Absicht gerückt haben, ist eine Geldstrafe verordnet worden; denn es befiehlt, für jedes einzelne Grenzzeichen, welches sie herausgenommen und von seiner Stelle verrückt haben, funfzig Goldstücke an die öffentlichen Cassen zu zahlen, und stellt Jedem, wer da will, frei, diese Klage zu erheben. 1In einem andern Ackergesetz, welches Divus Nerva gegeben hat, ist verordnet, dass, wenn ein Sclave oder eine Sclavin ohne Wissen des Herrn [etwas der Art] arglistigerweise gethan haben, die Todesstrafe erfolgen soll, wenn nicht der Herr oder die Herrin die Geldstrafe erlegen wollen. 2Auch Diejenigen, welche, um die Fragen über die Grenzen zu verwirren, das Aeussere der Gegenden verändern, z. B. aus einem Baume einen Strauch, oder aus einem Walde eine Rodung, oder irgend der Art Etwas machen, müssen mit Rücksicht auf ihre Person, ihren Stand und die Strafbarkeit ihrer That gestraft werden.

Dig. 48,2,19Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Di­vi fra­tres re­scrip­se­runt non de­be­re co­gi he­redes ac­cu­sa­to­rum ex­equi cri­mi­na. 1Item non opor­te­re com­pel­li ac­cu­sa­to­rem plu­res reos fa­ce­re di­vus Ha­d­ria­nus re­scrip­sit.

Callistrat. lib. V. de cognition. Die Kaiserlichen Gebrüder haben rescribirt, die Erben der Ankläger dürfen nicht zur Ausführung der Criminalklagen genöthigt werden. 1Ebensowenig, hat Divus Hadrianus rescribirt, dürfe ein Ankläger Mehrere auf ein Mal in Anklagestand zu versetzen genöthigt werden.

Dig. 48,3,12Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Mi­li­tes si amis­e­rint cus­to­dias, ip­si in pe­ri­cu­lum de­du­cun­tur. nam di­vus Ha­d­ria­nus Sta­ti­lio Se­cun­do le­ga­to re­scrip­sit, quo­tiens cus­to­dia mi­li­ti­bus eva­se­rit, ex­qui­ri opor­te­re, utrum ni­mia neg­le­gen­tia mi­li­tum eva­se­rit an ca­su, et utrum unus ex plu­ri­bus an una plu­res, et ita de­mum ad­fi­cien­dos sup­pli­cio mi­li­tes, qui­bus cus­to­diae eva­se­rint, si cul­pa eo­rum ni­mia de­pre­hen­da­tur: alio­quin pro mo­do cul­pae in eos sta­tuen­dum. Sal­vio quo­que le­ga­to Aqui­ta­niae idem prin­ceps re­scrip­sit in eum, qui cus­to­diam di­mi­sit aut ita sciens ha­buit, ut pos­sit cus­to­dia eva­de­re, anim­ad­ver­ten­dum: si ta­men per vi­num aut de­si­diam cus­to­dis id eve­ne­rit, cas­ti­gan­dum eum et in de­te­rio­rem mi­li­tiam da­ri: si ve­ro for­tui­to amis­e­rit, ni­hil in eum sta­tuen­dum. 1Si pa­ga­nos eva­se­rit cus­to­dia, idem pu­to ex­qui­ren­dum, quod cir­ca mi­li­tum per­so­nas ex­plo­ran­dum ret­tu­li.

Callistr. lib. V. de cognition. Wenn die Soldaten Gefangene sich haben entschlüpfen lassen, so gerathen sie selbst in Gefahr. Denn Divus Hadrianus hat an den Legaten Statilius Secundus rescribirt: dass, so oft den Soldaten ein Gefangener entsprungen, Untersuchung angestellt werden solle, ob die zu grosse Nachlässigkeit der Soldaten daran Schuld gewesen, oder ein Zufall, ob es einer von Mehreren gewesen, oder Mehrere zugleich, und dass die Soldaten, denen sie entsprungen, nur dann mit dem Tode gestraft werden dürfen, wenn sich ergäbe, dass ihre Schuld zu gross gewesen, sonst dürfen sie nur nach Maassgabe ihrer Schuld bestraft werden. Auch rescribirte derselbe Kaiser an den Salvius, Legaten von Aquitanien, also: Wider Den, der einen Gefangenen losgelassen, oder ihn wissentlich so gehabt hat, dass er aus dem Gefängniss entfliehen konnte, solle eine Strafe verhängt werden; sei es aber aus Trunkenheit oder Nachlässigkeit des Wächters geschehen, so müsse er gezüchtigt und degradirt werden; habe er ihn zufällig verloren, so sei nichts wider ihn vorzunehmen. 1Wenn ein Gefangener Civilpersonen entsprungen ist, so muss, meiner Ansicht nach, es eben darauf ankommen, wovon ich gesagt habe, dass es in Ansehung der Soldaten zu berücksichtigen sei.

Dig. 48,7,7Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Cre­di­to­res si ad­ver­sus de­bi­to­res suos agant, per iu­di­cem id, quod de­be­ri si­bi pu­tant, re­pos­ce­re de­bent: alio­quin si in rem de­bi­to­ris sui in­tra­ve­rint id nul­lo con­ce­den­te, di­vus Mar­cus de­cre­vit ius cre­di­ti eos non ha­be­re. ver­ba de­cre­ti haec sunt. ‘Op­ti­mum est, ut, si quas pu­tas te ha­be­re pe­ti­tio­nes, ac­tio­ni­bus ex­pe­ria­ris: in­ter­im il­le in pos­ses­sio­ne de­bet mo­ra­ri, tu pe­ti­tor es’. et cum Mar­cia­nus di­ce­ret: ‘vim nul­lam fe­ci’: Cae­sar di­xit: ‘tu vim pu­tas es­se so­lum, si ho­mi­nes vul­ne­ren­tur? vis est et tunc, quo­tiens quis id, quod de­be­ri si­bi pu­tat, non per iu­di­cem re­pos­cit. non pu­to au­tem nec ve­re­cun­diae nec dig­ni­ta­ti nec pie­ta­ti tuae con­ve­ni­re quic­quam non iu­re fa­ce­re. quis­quis igi­tur pro­ba­tus mi­hi fue­rit rem ul­lam de­bi­to­ris non ab ip­so si­bi tra­di­tam si­ne ul­lo iu­di­ce te­me­re pos­si­de­re, eum­que si­bi ius in eam rem di­xis­se, ius cre­di­ti non ha­be­bit’.

Ad Dig. 48,7,7Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 7. Aufl. 1891, Bd. I, § 123, Note 1.Callistrat. lib. V. de cognition. Wenn Gläubiger wider ihre Schuldner klagen, so müssen sie Das, was sie glauben, dass ihnen geschuldet werde, durch den Richter zurückfodern; sonst, wenn sie ohne Jemandes Erlaubniss dazu sich in des Schuldners Vermögensbesitz gesetzt haben, so, hat Divus Marcus decretirt, sollen sie kein Recht aus ihrer Foderung weiter haben. Die Worte des Decrets lauten also: Es ist am besten, dass, wenn du glaubst Anfoderungen zu haben, du dich deiner Klagen bedienest; inzwischen muss jener im Besitz bleiben, und du Kläger sein. Und als Marcianus entgegnete, ich habe keine Gewaltthätigkeit verübt, so erwiderte der Kaiser: du glaubst also, dass nur das Gewaltthätigkeit sei, wenn Menschen verwundet werden? Gewaltthätigkeit ist auch dann vorhanden, so oft Jemand Das, was er glaubt, dass ihm verschuldet werde, nicht durch richterliche Hülfe zurückfodert; ich glaube aber, dass es weder deiner Bescheidenheit, noch deiner Würde entspreche, etwas ohne Recht zu thun. Jedweder nun, von dem mir angezeigt werden wird, dass er irgend eine Sache seines Schuldners, welche ihm von demselben nicht übergeben worden, ohne alle richterliche Hülfe gefährlicherweise besitze, und sich in Ansehung derselben selbst Recht gesprochen habe, der wird ferner kein Foderungsrecht haben.

Dig. 48,18,15Cal­lis­tra­tus li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Ex li­be­ro ho­mi­ne pro tes­ti­mo­nio non va­cil­lan­te quaes­tio­nem ha­be­ri non opor­tet. 1De mi­no­re quo­que quat­tuor­de­cim an­nis in ca­put al­te­rius quaes­tio­nem ha­ben­dam non es­se di­vus Pius Mae­ci­lio re­scrip­sit, ma­xi­me cum nul­lis ex­trin­se­cus ar­gu­men­tis ac­cu­sa­tio im­plea­tur. nec ta­men con­se­quens es­se, ut et­iam si­ne tor­men­tis eis­dem cre­da­tur: nam ae­tas, in­quit, quae ad­ver­sus as­pe­ri­ta­tem quaes­tio­nis eos in­ter­im tue­ri vi­de­tur, su­spec­tio­res quo­que eos­dem fa­cit ad men­tien­di fa­ci­li­ta­tem. 2Eum, qui vin­di­can­ti ser­vum ca­vit, do­mi­ni lo­co ha­ben­dum et id­eo in ca­put eius ser­vos tor­que­ri non pos­se di­vus Pius in haec ver­ba re­scrip­sit: ‘Cau­sam tuam aliis pro­ba­tio­ni­bus in­sti­tue­re de­bes: nam de ser­vis quaes­tio ha­be­ri non de­bet, cum pos­ses­sor he­redi­ta­tis, qui pe­ti­to­ri sa­tis­de­dit, in­ter­im do­mi­ni lo­co ha­bea­tur’.

Callistrat. lib. V. de cognition. Ein freier Mensch, der in seinem Zeugniss sich keiner Doppelzüngigkeit schuldig macht, darf nicht zur peinlichen Frage gezogen werden. 1Auch wer noch nicht vierzehn Jahr alt ist, darf, hat Divus Pius an Maecilius rescribirt, wider eines Andern Person nicht zur peinlichen Frage gezogen werden, besonders dann nicht, wenn die Anklage nicht ausserdem durch besondere Gründe unterstützt wird; es folgt aber hieraus nicht, dass ihm auch ohne Tortur geglaubt werde; denn das Alter, sagt er, welches sie für den Augenblick gegen die Grausamkeit der peinlichen Frage zu schützen scheint, erweckt auf der andern Seite auch um so mehr Verdacht wider sie, dass sie sich zur Lüge hinneigen. 2Wer Dem, der einen Sclaven eigenthümlich in Anspruch nimmt, Sicherheit bestellt, muss an Stelle des Herrn gehalten werden, und darum können [solche] Sclaven nicht wider seine Person torquirt werden, hat Divus Pius folgendermaassen rescribirt: Du musst Deine Sache mit andern Beweismitteln versehen; denn die Sclaven dürfen nicht zur peinlichen Frage gezogen werden, da der Besitzer der Erbschaft, welcher dem Kläger Bürgschaft geleistet hat, inzwischen an des Herrn Stelle ist.

Dig. 48,19,27Idem li­bro quin­to de co­gni­tio­ni­bus. Di­vi fra­tres Ar­run­tio Si­lo­ni re­scrip­se­runt non so­le­re prae­si­des pro­vin­cia­rum ea quae pro­nun­tia­ve­runt ip­sos re­scin­de­re. Ve­ti­nae quo­que Ita­li­cen­si re­scrip­se­runt suam mu­ta­re sen­ten­tiam ne­mi­nem pos­se id­que in­so­li­tum es­se fie­ri. si ta­men de se quis men­ti­tus fue­rit vel, cum non ha­be­ret pro­ba­tio­num in­stru­men­ta, quae post­ea rep­pererit, poe­na ad­flic­tus sit, non­nul­la ex­stant prin­ci­pa­lia re­scrip­ta, qui­bus vel poe­na eo­rum mi­nu­ta est vel in in­te­grum re­sti­tu­tio con­ces­sa. sed id dum­ta­xat a prin­ci­pi­bus fie­ri pot­est. 1De de­cu­rio­ni­bus et prin­ci­pa­li­bus ci­vi­ta­tium, qui ca­pi­ta­le ad­mi­se­runt, man­da­tis ca­ve­tur, ut, si quis id ad­mis­sis­se vi­dea­tur, prop­ter quod rele­gan­dus ex­tra pro­vin­ciam in in­su­lam sit, im­pe­ra­to­ri scri­ba­tur ad­iec­ta sen­ten­tia a prae­si­de. 2Alio quo­que ca­pi­te man­da­to­rum in haec ver­ba ca­ve­tur: ‘Si qui ex prin­ci­pa­li­bus ali­cu­ius ci­vi­ta­tis la­tro­ci­nium fe­ce­rint aliud­ve quod fa­ci­nus, ut ca­pi­ta­lem poe­nam me­ruis­se vi­dean­tur, com­mi­se­rint, vinc­tos eos cus­to­dies et mi­hi scri­bes et ad­icies, quid quis­que com­mi­se­rit’.

Callistrat. lib. V. de cognition. Die Kaiserlichen Brüder haben an Aruntius Silo rescribirt: Die Provinzialpräsidenten pflegen in der Regel die selbstausgesprochenen Erkenntnisse nicht wieder aufzuheben. Auch rescribirten sie an die Italierin Vetina: es könne Niemand sein eigenes Erkenntniss ändern, und es sei dies etwas völlig Ungewöhnliches. Hat jedoch Jemand von sich selbst Unwahrheiten angegeben, oder ist er darum mit der Strafe belegt worden, weil er keine Beweismittel hatte, er hat diese aber nachher aufgefunden, so ist zufolge einiger Kaiserlichen Rescripte, entweder eine Strafminderung, oder Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bewilligt worden; allein das kann nur von Seiten der Kaiser geschehen. 1In Ansehung von Decurionen und der Principalen33Savigny Geschichte d. R. R. im Mittelalter, Band I. S. 71. f.: Nach der herrschenden Meinung, gab es einen engern Ausschuss unter den Decurionen, die Principalen, um einen gewissen Theil der Geschäfte allein zu führen. Allein diese Meinung ist unrichtig. Zuweilen führt nemlich diesen Titel der erste der Decurionen durch Wahl oder Alter im Dienst; zuweilen sind die Duumvirn gemeint. In andern Stellen werden sie den Decurionen augenscheinlich entgegengesetzt, sodass die decem primi gemeint sind. Dieser Unsicherheit wegen lässt sich dieser Ausdruck meist auf keine bestimmte Bedeutung zurückführen, allein die Ansicht vom engern Ausschuss ist gewiss unrichtig. der Provinzialstädte, die ein Capitalverbrechen begangen haben, wird durch Kaiserliche Mandate vorgeschrieben, dass, wenn es scheine, als habe einer etwas begangen, weshalb er ausserhalb der Provinz auf eine Insel verwiesen werden müsse, der Präsident an den Kaiser mit Beifügung des Erkenntnisses berichten solle. 2In einem andern Hauptstücke der Mandate ist folgende Vorschrift enthalten: wenn einige von den Principalen einer Provinzialstadt einen Strassenraub oder ein anderes Verbrechen begangen haben, sodass sie eine Capitalstrafe verdient zu haben scheinen, so wirst du sie gefesselt verwahren, und mir Bericht erstatten, und hinzufügen, was ein jeder begangen habe.