Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 48 übersetzt von Sintenis
Dig. XLVIII22,
De interdictis et relegatis et deportatis
Liber quadragesimus octavus
XXII.

De interdictis et relegatis et deportatis

(Von denen, weclhen der Aufenthalt irgendwo verboten ist, den Verwiesenen und Deportirten.)

1Pom­po­nius li­bro quar­to ad Sa­binum. Ca­put ex re­scrip­to di­vi Tra­ia­ni ad Di­dium Se­cun­dum: ‘Scio rele­ga­to­rum bo­na ava­ri­tia su­pe­rio­rum tem­po­rum fis­co vin­di­ca­ta. sed aliud cle­men­tiae meae con­ve­nit, qui in­ter ce­te­ra, qui­bus in­no­cen­tiam ra­tio­num mea­rum tem­po­rum, hoc quo­que re­mi­si ex­em­plum’.

1Pompon. lib. IV. ad Sabin. Ein Hauptstück aus dem Rescripte des Divus Trajanus an Didius Secundus: Ich weiss, dass das Vermögen der Verwiesenen durch die Habsucht der frühern Zeiten für den Fiscus in Anspruch genommen worden ist, allein meiner Gnade hat es anders gefallen, und darum habe ich wegen des verbesserten Zeitgeistes in moralischer Hinsicht unter andern auch dieses erlassen11Unser Text folgt der insignis licentia Haloandri. Man hat an dem Text und der Interpretation der abweichenden Vulg. u. Flor. manches versucht, s. Jacob. Curt. l. l. lib. IV. c. 11. (h. l. p. 255.), Ev. Otton. praef. ad Thes. T. V. p. 17. u. Nicol. Anton. de jur. Exul. l. XXIV. §. 22. (T. M. III. 112.) Der Sinn läuft übrigens in Allen auf Eins hinaus..

2Mar­cia­nus li­bro ter­tio de­ci­mo in­sti­tu­tio­num. Ma­nu­mit­te­re de­por­ta­tum non pos­se di­vus Pius re­scrip­sit.

2Marcian. lib. XIII. Inst. Dass ein Deportirter nicht freilassen könne, hat Divus Pius rescribirt.

3Al­fe­nus li­bro pri­mo epi­to­ma­rum. Eum, qui ci­vi­ta­tem amit­te­ret, ni­hil aliud iu­ris ad­ime­re li­be­ris, ni­si quod ab ip­so per­ven­tu­rum es­set ad eos, si in­tes­ta­tus in ci­vi­ta­te mo­re­re­tur: hoc est he­redi­ta­tem eius et li­ber­tos et si quid aliud in hoc ge­ne­re rep­per­i­ri pot­est. quae ve­ro non a pa­tre, sed a ge­ne­re, a ci­vi­ta­te, a re­rum na­tu­ra tri­bue­ren­tur, ea ma­ne­re eis in­co­lu­mia. ita­que et fra­tres fra­tri­bus fo­re le­gi­ti­mos he­redes et ad­gna­to­rum tu­te­las et he­redi­ta­tes ha­bi­tu­ros: non enim haec pa­trem, sed ma­io­res eius eis de­dis­se.

3Alfen. lib. I. Epit. Derjenige, wer das Bürgerrecht verloren hat, entzieht seinen Kindern weiter nichts an Rechten, als was von ihm auf sie übergegangen sein würde, wenn er testamentslos im Besitz des Bürgerrechts gestorben wäre, d. h. seinen Nachlass, die Freigelassenen, und was sich sonst von der Art vorfindet; was aber nicht vom Vater, sondern vom Geschlecht, vom Staat und von den Naturgesetzen ausgeht, das bleibt ihnen unversehrt; daher werden die Brüder gesetzmässige Erben der Brüder sein und die Vormundschaften und Erbschaften ihrer Agnaten22Es ist mir zum Vorwurf gemacht worden, dass ich Agnatus nicht durch Schwertmagen übersetzt habe. Aber dies ist ein völlig veralteter Ausdruck; dann hätte Spillmagen und viele andere Begriffe aus dem deutschen Rechte denselben Anspruch, gebraucht zu werden. Ich glaube, dass ich nicht nöthig habe, mich über diese Unzulässigkeit auszulassen. Auf der andern Seite erkenne ich aber recht wohl an, dass Seitenverwandter zweideutig und nicht genau genug den Begriff giebt. Ich habe daher Agnaten angenommen. erhalten; denn diese hat ihren nicht ihr Vater, sondern dessen Vorfahren verliehen.

4Mar­cia­nus li­bro se­cun­do in­sti­tu­tio­num. Rele­ga­ti in in­su­lam in po­tes­ta­te sua li­be­ros re­ti­nent, quia et alia om­nia iu­ra sua re­ti­nent: tan­tum enim in­su­la eis egre­di non li­cet. et bo­na quo­que sua om­nia re­ti­nent prae­ter ea, si qua eis ad­emp­ta sunt: nam eo­rum, qui in per­pe­tuum ex­ilium da­ti sunt vel rele­ga­ti, pot­est quis sen­ten­tia par­tem bo­no­rum ad­ime­re.

4Marcian. lib. II. Inst. Die auf eine Insel Verwiesenen behalten ihre Kinder in ihrer Gewalt, weil sie auch alle ihre übrigen Rechte behalten, denn sie dürfen nur nicht aus der Insel sich entfernen. Sie behalten auch ihr ganzes Vermögen, ausser wenn ihnen Etwas [durch ausdrückliche Bestimmung im Erkentniss] genommen worden ist; denn es kann Denen, die in immerwährende Verbannung verurtheilt oder verwiesen worden sind, der [Richter] einen Theil ihres Vermögens durch das Erkenntniss entziehen.

5Idem li­bro pri­mo re­gu­la­rum. Ex­ilium tri­plex est: aut cer­to­rum lo­co­rum in­ter­dic­tio, aut la­ta fu­ga, ut om­nium lo­co­rum in­ter­di­ca­tur prae­ter cer­tum lo­cum, aut in­su­lae vin­cu­lum, id est rele­ga­tio in in­su­lam.

5Idem lib. I. Regul. Die Verweisung ist von drei facher Art: entweder ein Verbot bestimmter Orte, oder die weite Verweisung33Ueber diese Stelle hat man sich sehr gestritten und emendirt. Budaeus, und Cujac. wollen: ut lata fuga ant etc. (wo dann interdicatur herausfällt); allerdings scheint der Begriff von lata fuga (s. bes. Nicol. Anton. l. l. c. 10. l. 1. p. 30.) für die interdictio certorum locorum viel passender; allein mit Gerard. Noodt Probab. III. 3. eine Tautologie in den Worten von aut lata fuga bis zum Ende zu finden und darum wegen l. 7. pr. eod. statt triplex duplex zu lesen, ist doch wohl zu gewagt. Denn ich verstehe l. 7. von der Relegatio im Besondern, l. 5. aber von der Verweisung im Allgemeinen, worunter die Deportation und Exil gehört. Ich habe später gefunden, dass Ulr. Huber Digress. P. II. Lib. I. c. 24. ders. Ansicht zu sein scheint; vgl. noch l. 2. de publ. judic., sodass alle Orte ausser einem bestimmten verboten werden, oder die Anweisung des Aufenthalts auf einer Insel, d. h. die Verweisung auf eine Insel.

6Ul­pia­nus li­bro no­no de of­fi­cio pro­con­su­lis. In­ter poe­nas est et­iam in­su­lae de­por­ta­tio, quae poe­na ad­imit ci­vi­ta­tem Ro­ma­nam. 1De­por­tan­di au­tem in in­su­lam ius prae­si­di­bus pro­vin­ciae non est da­tum, li­cet prae­fec­to ur­bi de­tur: hoc enim epis­tu­la di­vi Se­ve­ri ad Fa­bium Ci­lo­nem prae­fec­tum ur­bi ex­pres­sum est. prae­si­des ita­que pro­vin­ciae quo­tiens ali­quem in in­su­lam de­por­tan­dum pu­tent, hoc ip­sum ad­no­ta­re de­beant, no­men ve­ro eius scri­ben­dum prin­ci­pi, ut in in­su­lam de­por­te­tur: sic de­in­de prin­ci­pi scri­be­re mis­sa ple­na opi­nio­ne, ut prin­ceps aes­ti­met, an se­quen­da sit eius sen­ten­tia de­por­ta­ri­que in in­su­lam de­beat. mo­do11Die Großausgabe liest me­dio statt mo­do. au­tem tem­po­re, dum scri­bi­tur, iu­be­re eum de­bet in car­ce­re es­se. 2De­cu­rio­nes ci­vi­ta­tium prop­ter ca­pi­ta­lia cri­mi­na de­por­tan­dos vel rele­gan­dos di­vi fra­tres re­scrip­se­runt. de­ni­que Pris­cum in ho­mi­ci­dio et in­cen­dio no­mi­na­tim an­te quaes­tio­nem con­fes­sum in in­su­lam de­por­ta­ri ius­se­runt.

6Ulp. lib. IX. de off. Procons. Zu den Strafen gehört auch die Deportation auf eine Insel, welche Strafe das Römische Bürgerrecht entzieht. 1Das Recht der Deportation auf eine Insel ist den Provinzialpräsidenten nicht verliehen, obwohl es dem Präfecten der Stadt Rom gegeben wird; denn das ist in einem Briefe des Divus Severus an Fabius Cilo, Präfecten der Stadt Rom, ausdrücklich gesagt. Sobald daher die Provinzialpräsidenten der Meinung sind, Jemanden auf eine Insel deportiren zu müssen, so müssen sie selbst ihn dessen würdig erachten44Annotare, ist = dignum judicare poena, Brisson l. v., seinen Namen aber dem Kaiser schriftlich anzeigen, dass er auf eine Insel deportirt werden möge, dem Kaiser aber dergestalt mittels vollständigen Berichts über die Sache55Missa plena opinione, s. bes. Bynkershoek Obs. VI. 22. schriftliche Anzeige machen, dass derselbe daraus entnehmen könne, ob seiner Meinung Platz gegeben, und [der Verbrecher] auf eine Insel deportirt werden müsse; in der Zwischenzeit aber, während der Bericht erstattet wird, muss [der Präsident] befehlen, ihn im Gefangniss festzuhalten. 2Decurionen der Provinzialstädte müssen wegen Capitalverbrechen deportirt oder verwiesen werden, haben die kaiserlichen Brüder rescribirt. So haben sie auch einen gewissen Priscus, dem Mord und Brandstiftung Schuld gegeben worden, und welcher vor der peinlichen Frage gestanden hatte, auf eine Insel zu deportiren anbefohlen.

7Idem li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Rele­ga­to­rum duo ge­ne­ra: sunt qui­dam, qui in in­su­lam rele­gan­tur, sunt, qui sim­pli­ci­ter, ut pro­vin­ciis eis in­ter­di­ca­tur, non et­iam in­su­la ad­sig­ne­tur. 1In in­su­lam rele­ga­re prae­si­des pro­vin­ciae pos­sunt, sic ta­men, ut, si qui­dem in­su­lam sub se ha­beant (id est ad eius pro­vin­ciae for­mam per­ti­nen­tem, quam ad­mi­nis­trant), et eam spe­cia­li­ter in­su­lam ad­sig­na­re pos­sint in­que eam rele­ga­re, sin ve­ro non ha­beant, pro­nun­tient qui­dem in in­su­lam se rele­ga­re, scri­bant au­tem im­pe­ra­to­ri, ut ip­se in­su­lam ad­sig­net. ce­te­rum non pos­sunt dam­na­re in eam in­su­lam, quam in ea pro­vin­cia cui prae­sunt non ha­beant. in­ter­im quo­ad im­pe­ra­tor in­su­lam ad­sig­net, mi­li­ti tra­den­dus est rele­ga­tus. 2Haec est dif­fe­ren­tia in­ter de­por­ta­tos et rele­ga­tos, quod in in­su­lam rele­ga­ri et ad tem­pus et in per­pe­tuum quis pot­est. 3Si­ve ad tem­pus si­ve in per­pe­tuum quis fue­rit rele­ga­tus, et ci­vi­ta­tem Ro­ma­nam re­ti­net et tes­ta­men­ti fac­tio­nem non amit­tit. 4Ad tem­pus rele­ga­tis ne­que to­ta bo­na ne­que par­tem ad­imi de­be­re re­scrip­tis qui­bus­dam ma­ni­fes­ta­tur, re­pre­hen­sae­que sunt sen­ten­tiae eo­rum, qui ad tem­pus rele­ga­tis ad­eme­runt par­tem bo­no­rum vel bo­na, sic ta­men, ut non in­fir­ma­ren­tur sen­ten­tiae quae ita sunt pro­la­tae. 5Est quod­dam ge­nus qua­si in in­su­lam rele­ga­tio­nis in pro­vin­cia Ae­gyp­to in oa­sin rele­ga­re. 6Sic­ut au­tem rele­ga­re in in­su­lam quis­quam, quae non est sub se, non pot­est, ita ne in pro­vin­ciam qui­dem rele­gan­di ius ha­bet, quae non est sub se: for­te prae­ses Sy­riae in Ma­ce­do­niam non rele­ga­bit. 7Sed ex­tra pro­vin­ciam suam pot­est rele­ga­re. 8Item in par­te cer­ta pro­vin­ciae mo­ra­tu­rum rele­ga­re pot­est, ut for­te non ex­ce­dat ci­vi­ta­tem ali­quam vel re­gio­nem ali­quam non egre­dia­tur. 9Sed et in eas par­tes pro­vin­ciae, quae sunt de­ser­tio­res, scio prae­si­des so­li­tos rele­ga­re. 10In­ter­di­ce­re au­tem quis ea pro­vin­cia pot­est quam re­git, alia non pot­est: et ita di­vi fra­tres re­scrip­se­runt. un­de eve­nie­bat, ut, qui rele­ga­tus es­set ab ea pro­vin­cia, in qua do­mi­ci­lium11Die Großausgabe liest do­mi­lium statt do­mi­ci­lium. ha­buit, mo­ra­ri apud ori­gi­nem suam pos­set. sed im­pe­ra­tor nos­ter cum di­vo pa­tre suo huic rei pro­vi­de­runt. Mae­cio enim Pro­bo prae­si­di pro­vin­ciae His­pa­niae re­scrip­se­runt et­iam ea pro­vin­cia in­ter­di­ci, un­de quis ori­un­dus est, ab eo qui re­git eam pro­vin­ciam, ubi quis do­mi­ci­lium ha­bet. sed et eos, qui, cum in­co­lae non es­sent, in ea pro­vin­cia quid ad­mi­se­rint, ae­quum est ad re­scrip­ti auc­to­ri­ta­tem per­ti­ne­re. 11Du­bi­ta­tum est, an in­ter­di­ce­re quis ali­cui pos­sit pro­vin­cia, in qua ori­un­dus est, cum ip­se ei pro­vin­ciae prae­sit, quam in­co­lit, dum sua non in­ter­di­cit, ut so­lent Ita­lia in­ter­di­ce­re, qui pa­tria non in­ter­di­cunt: vel an per con­se­quen­tias vi­dea­tur et­iam pro­vin­ciae in­ter­di­xis­se, cui prae­est. quod ma­gis erit pro­ban­dum. 12Per con­tra­rium au­tem is, qui ori­gi­nis pro­vin­ciae prae­est, non est nanc­tus ius in­ter­di­cen­di ea pro­vin­cia, quam in­co­lit is qui rele­ga­tur. 13Si quis eam sen­ten­tiam ad­mi­se­rit, ut is, qui in alia pro­vin­cia com­mi­sit, pos­sit rele­ga­ri ab eo qui ei pro­vin­ciae prae­est: eve­niet, ut rele­ga­tus is­te tri­bus pro­vin­ciis prae­ter Ita­liam de­beat abs­ti­ne­re, et in qua de­li­quit et quam in­co­lit et ori­gi­nis. et si ex di­ver­sis pro­vin­ciis ori­ri vi­dea­tur prop­ter con­di­cio­nem vel suam vel pa­ren­tis pa­tro­no­rum: vel plu­ri­bus pro­vin­ciis con­se­quen­ter in­ter­dic­tum ei di­ce­mus. 14Qui­bus­dam ta­men prae­si­di­bus, ut mul­tis pro­vin­ciis in­ter­di­ce­re pos­sint, in­dul­tum est: ut prae­si­di­bus Sy­ria­rum, sed et Da­cia­rum. 15Con­sti­tu­tum eum, cui pa­tria in­ter­dic­tum est, et­iam ur­be abs­ti­ne­re de­be­re: con­tra au­tem si cui ur­be fue­rit in­ter­dic­tum, pa­tria sua in­ter­dic­tum non vi­de­tur. et ita mul­tis con­sti­tu­tio­ni­bus ca­ve­tur. 16Si cui pla­ne non pa­tria sua, sed ali­qua ci­vi­ta­te in­ter­dic­tum sit, vi­den­dum est, an et­iam pa­tria sua item­que ur­be in­ter­dic­tum di­ca­mus: quod ma­gis est. 17His, qui rele­gan­tur, dies ex­ce­den­di a prae­si­di­bus da­ri et pot­est et so­let: et­enim mo­ris est ita pro­nun­tia­ri ‘il­lum pro­vin­cia il­la in­su­lis­que eis rele­go ex­ce­de­re­que de­be­bit in­tra il­lum diem’. 18Rele­ga­tum pla­ne li­bel­lum da­re prin­ci­pi pos­se di­vi fra­tres re­scrip­se­runt. 19So­let prae­ter­ea in­ter­di­ci sen­ten­tia qui­bus­dam, ne in­tra pa­triae ter­ri­to­rium vel mu­ros mo­ren­tur: ne ex­ce­dant pa­triam vel in vi­cis qui­bus­dam mo­ren­tur. 20So­let de­cu­rio­ni­bus or­di­ne in­ter­di­ci vel ad tem­pus vel in per­pe­tuum. 21Item pot­est ali­cui poe­na in­iun­gi, ne ho­no­res ad­ipis­ca­tur: nec ea res fa­cit, ut de­cu­rio es­se de­si­nat, cum fie­ri pos­sit, ut quis de­cu­rio qui­dem sit, ad ho­no­res au­tem non ad­mit­ta­tur. nam et se­na­tor quis es­se pot­est et ta­men ho­no­res non re­pe­te­re. 22Pot­est ali­cui et unus ho­nor in­ter­di­ci, sic ta­men, ut, si cui ho­no­re uno in­ter­dic­tum sit, non tan­tum eum ho­no­rem pe­te­re non pos­sit, ve­rum ne eos quo­que, qui eo ho­no­re ma­io­res sunt: est enim per­quam rid­icu­lum eum, qui mi­no­ri­bus poe­nae cau­sa pro­hi­bi­tus sit, ad ma­io­res ad­spi­ra­re. ma­io­ri­bus ta­men pro­hi­bi­tus mi­no­res pe­te­re non pro­hi­be­tur. sed mu­ne­ri­bus si quis poe­nae cau­sa fue­rit pro­hi­bi­tus, ni­hil va­le­bit sen­ten­tia: ne­que enim im­mu­ni­ta­tem poe­na tri­bue­re de­bet. er­go et si ho­no­ri­bus quis in poe­nam fue­rit pro­hi­bi­tus, pot­erit di­ci, si ho­no­res is­ti ha­bue­runt mix­tam mu­ne­ris gra­vem im­pen­sam, in­fa­miam il­li ad hoc non pro­fu­tu­ram:

7Idem lib. X. de off. Procons. Der Verwiesenen sind zwei Classen; manche nemlich werden auf eine Insel verwiesen, manche blos einfach, sodass ihnen [bestimmte] Provinzen verboten werden, ohne dass ihnen eine Insel angewiesen wird. 1Auf eine Insel können die Provinzialpräsidenten verweisen, und zwar dergestalt, dass, wenn sie eine Insel unter sich haben, d. h. die zum Umfang ihrer Provinz gehört, welche sie verwalten, sie auch eine Insel im Besondern anweisen und auf dieselbe verweisen können, wenn sie aber keine haben, zwar rechtlich die Verweisung auf eine Insel aussprechen mögen, jedoch dann dem Kaiser schreiben müssen, dass er selbst eine Insel anweisen solle. Im übrigen können sie nicht auf die Insel verweisen, welche nicht zu der Provinz gehört, der sie vorstehen. Bis dahin, dass der Kaiser eine Insel anweist, muss der Verwiesene einem Soldaten übergeben werden. 2Zwischen Deportirten und Verwiesenen ist der Unterschied, dass Verweisung auf eine Insel sowohl auf Zeit, wie für immer verhängt werden kann. 3Uebrigens mag Jemand auf Zeit oder auf immer verwiesen worden sein, er behält sowohl das Römische Bürgerrecht, als er verliert auch die Testamentsfähigkeit nicht. 4Den auf Zeit Verwiesenen darf weder ihr ganzes Vermögen noch ein Theil entzogen werden, wie aus einigen Rescripten erhellt, und es sind die Urtheilssprüche Derer getadelt worden, die den auf Zeit Verwiesenen ihr Vermögen ganz oder zum Theil entzogen haben, ohne dass jedoch die also gefällten Erkenntnisse wieder umgestossen worden sind. 5In der Provinz Egypten giebt es eine besondere Art von Verweisung auf eine Insel, nemlich die Verweisung auf eine Oasis66S. Cujac. Obs. VI. 27. Die Benennung, heutzutage noch üblich, ist bekannt.. 6So wenig [ein Präsident] das Recht hat, auf eine Insel zu verweisen, die nicht unter ihm steht, hat er auch das Recht, in eine nicht unter ihm stehende Provinz zu verweisen. 7So kann also der Präsident von Syrien zwar nicht nach Macedonien verweisen, wohl aber ausserhalb seiner Provinz. 8Er kann ferner Jemanden so verweisen, dass er in einem bestimmten Theile der Provinz sich aufhalten, also etwa sich nicht aus einer bestimmten Stadt oder Gegend entfernen solle. 9Auch weiss ich Fälle, dass Präsidenten in wüstere Gegenden der Provinz zu verweisen pflegten. 10Nur seine Provinz, welcher er vorsteht, kann [der Präsident] verbieten, keine andere; und so haben auch die Kaiserlichen Brüder in einem Rescripte gesagt. Daraus folgte, dass, wer aus der Provinz, wo er seinen Wohnsitz hatte, verwiesen worden war, sich in seiner Heimath aufhalten durfte. Allein unser Kaiser hat mit seinem kaiserlichen Vater diesem Umstande abgeholfen, denn dieselben haben an Mäcius Probus, Präsidenten der Provinz Spanien, rescribirt: dass der Präsident, welcher der Provinz vorsteht, worin Jemand seinen Wohnsitz hat, ihm auch diejenige Provinz verbieten dürfe, woraus er gebürtig sei. Es sind aber billig auch Diejenigen in die Vorschrift des Rescripts miteinbegriffen, welche nicht Einwohner der Provinz sind, worin sie verbrochen haben. 11Es ist bezweifelt worden, ob [ein Präsident] Jemandem die Provinz verbieten könne, woraus er gebürtig ist, wenn er selbst der Provinz vorsteht, worin jener wohnt, während er ihm die seinige nicht verbietet (wie in der Regel sie Italien zu verbieten pflegen, die Heimath aber nicht verbieten), oder ob er in Folge dessen auch die Provinz verboten zu haben scheine, der er vorsteht? Letzteres ist vorzuziehen. 12Umgekehrt aber hat der [Präsident] der Heimath nicht das Recht erlangt, die Provinz zu verbieten, welche Der, der verwiesen wird, bewohnt. 13Nimmt man die Meinung an, dass Der, welcher in einer andern Provinz verbrochen hat, von dem verwiesen werden könne, welcher der Provinz vorsteht [worin er wohnt77Glosse.], so wird daraus folgen, dass der Verwiesene drei Provinzen ausser Italien meiden müsse, nemlich die, wo er verbrochen hat, die, wo er wohnt, und wo er seine Heimath hat; und wenn er in verschiedenen Provinzen seine Heimath zu haben scheint, etwa wegen eigner Verhältnisse, oder seines Vaters oder seiner Freilasser, so werden wir folgerichtig sagen, dass ihm auch mehrere Provinzen verboten worden seien. 14Einigen Präsidenten ist jedoch nachgelassen worden, mehrere Provinzen verbieten zu können, wie den Präsidenten von Syrien und Dacien. 15Es ist verordnet worden, dass Der, wem seine Heimath verboten worden, auch die Stadt Rom meiden müsse. Umgekehrt aber, wenn Jemanden die Stadt Rom verboten worden ist, so wird nicht angenommen, als sei ihm seine Heimath auch verboten, und so ist in vielen Constitutionen vorgeschrieben worden. 16Wenn Jemandem gerade nicht seine Heimath, sondern irgend eine Provinzialstadt verboten worden ist, so frägt sich, ob man schliessen müsse, es sei ihm dadurch auch seine Heimath, sowie die Stadt Rom verboten worden? Es spricht mehr dafür. 17Den Verwiesenen kann und wird in der Regel von den Präsidenten ein Termin festgesetzt werden; denn es ist Sitte, den rechtlichen Spruch so zu fassen: Den und Den verweise ich aus der und der Provinz und deren Inseln, und soll er binnen dem und dem Tage sich entfernen. 18Dass der Verwiesene sich schriftlich an den Kaiser wenden könne, haben die kaiserlichen Brüder rescribirt. 19Manchen pflegt ausserdem durch Erkenntniss untersagt zu werden, dass sie nicht innerhalb des Gebiets ihrer Heimath oder der Mauern [ihrer Vaterstadt] verweilen, dass sie nicht aus ihrer Heimath sich entfernen, oder in gewissen Dörfern ihren Aufenthalt nehmen. 20Es pflegt auch den Decurionen ihr Rang verboten zu werden, entweder auf Zeit, oder auf immer. 21Es kann ferner Jemandem als Strafe auferlegt werden, dass er keine Ehrenstellen88Honores, es sind die magistratus curules zu verstehen, s. Hugo RG. p. 291. erlangen dürfe, doch hat dies nicht zur Folge, dass er aufhöre, Decurio zu sein, indem es möglich ist, dass Jemand Decurio ist, aber zu [andern] Ehrenstellen nicht zugelassen wird; denn es kann Jemand auch Senator sein, und doch nicht nach Ehrenstellen streben dürfen. 22Auch kann Jemandem eine einzige Ehrenstelle untersagt werden, und zwar dergestalt, dass, wenn Einem [auch nur] eine Ehrenstelle untersagt worden ist, er nicht nur nach dieser nicht streben darf, sondern auch nach keiner, welche höher als diese steht; denn es wäre höchst lächerlich, dass Der, wem verboten worden, zur Strafe nach einer weniger hohen Ehrenstellen zu streben, auf eine höhere sollte Anspruch machen dürfen. Sind Jemandem aber die höhern verboten, so darf er nach den niedern ohne Hinderniss streben. Wenn aber Jemandem der Strafe halber verboten ist, Aemter anzunehmen, so wird das Erkenntniss ungültig sein; denn eine Strafe darf nicht diese Befreiung zuerkennen. Auch wenn daher Jemandem zur Strafe die Annahme von Ehrenstellen verboten worden ist, wird behauptet werden können (vorausgesetzt, dass diese Ehrenstellen mit bedeutenden Lasten eines Amtes verknüpft gewesen), dass ihm seine Infamie dawider nichts nützen werde.

8Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum. sed ho­no­re qui­dem il­lum ar­ce­ri pu­to, ce­te­rum im­pen­dia de­be­re prae­sta­re.

8Marcian. lib. II. publi. judic. Allein von der Ehrenstelle muss er, meiner Ansicht nach, doch zurückgehalten werden, übrigens aber den Aufwand machen.

9Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. Pot­est prae­ses quen­dam dam­na­re, ne do­mo sua pro­ce­dat:

9Ulp. lib. X. de off. Procons. Der Präsident kann Jemanden dazu verurtheilen, dass er nicht aus seinem Hause gehe,

10Mar­cia­nus li­bro se­cun­do pu­bli­co­rum iu­di­cio­rum. nec ta­men, ne ne­ces­sa­rias im­pen­sas fa­ciat.

10Marc. lib.99Von hier an bis zu Ende ist wiederum Restitution von Cont. und Cujac. aus den Basil. und unglossirt. nicht aber auch, keinen nothwendigen Aufwand mache.

11Ul­pia­nus li­bro de­ci­mo de of­fi­cio pro­con­su­lis. In­ter­dum pe­cu­nia­ria poe­na ir­ro­ga­tur iis qui rele­ga­tos sus­ci­piunt: in­ter­dum et­iam ip­si rele­gan­tur, si qui­dem il­li ob mag­num cri­men rele­ga­ti sunt.

11Ulp. lib. Zuweilen werden Die an Gelde bestraft, welche Verwiesene aufnehmen.

12Mar­cia­nus li­bro ...... Qui pa­tria rele­ga­tus non ex­ce­dit, ad tem­pus pro­vin­cia rele­ga­tur.

12Marc. lib. Wenn der aus seiner Stadt Verwiesene nicht herausgeht, so wird er auf Zeit aus der Provinz verwiesen.

13Pau­lus li­bro ...... Ei qui a rele­ga­to ma­nu­mis­sus est Ro­mae mo­ra­ri non li­cet, cum ne pa­tro­no qui­dem eius li­ceat.

13Paul. lib. Der von einem Verwiesenen freigelassene Sclave darf nicht nach Rom kommen, weil es seinem Freilasser auch verboten ist.

14Ul­pia­nus li­bro ...... Rele­ga­tus est is cui in­ter­di­ci­tur pro­vin­cia aut ur­be con­ti­nen­ti­bus­ve in per­pe­tuum vel ad tem­pus. 1Et mul­tum in­ter­est in­ter rele­ga­tio­nem et de­por­ta­tio­nem: nam de­por­ta­tio et ci­vi­ta­tem et bo­na ad­imit, rele­ga­tio utrum­que con­ser­vat, ni­si bo­na pu­bli­cen­tur. 2Rele­ga­re pos­sunt prin­ceps et se­na­tus et prae­fec­ti et prae­si­des pro­vin­cia­rum, nec ta­men con­su­les. 3Qui amis­sa ci­vi­ta­te bo­na ha­bet, a cre­di­to­re uti­li­bus ac­tio­ni­bus con­ve­ni­tur.

14Ulp. lib. Verwiesen ist Der, wem eine Provinz, oder Rom, oder dessen Umgebungen1010Continentia, s. Brisson. auf immer oder auf Zeit verboten sind. 1Zwischen Deportation und Verweisung ist ein grosser Unterschied; denn die Deportation entzieht das Bürgerrecht und das Vermögen, die Verweisung hebt keines von beiden auf, wenn nicht Vermögensconfiscation ausdrücklich ausgesprochen worden ist. 2Verwiesen kann Jemand werden vom Kaiser, vom Senat, den Präfecten und Provinzialpräsidenten, nicht aber von den Consuln. 3Wer das Bürgerrecht verloren hat, und das Vermögen behält, haftet durch analoge Klagen.

15Mar­cia­nus li­bro ...... De­por­ta­tus ci­vi­ta­tem amit­tit, li­ber­ta­tem re­ti­net et iu­re ci­vi­li ca­ret, gen­tium ve­ro uti­tur. ita­que emit ven­dit, lo­cat con­du­cit, per­mu­tat, fe­nus ex­er­cet alia­que si­mi­lia. un­de et­iam rec­te ob­li­gat, quae post con­dem­na­tio­nem quae­si­vit: qui­bus in re­bus cre­di­to­res quo­que, qui bo­na fi­de con­tra­xe­runt cum eo, prae­fe­run­tur fis­co de­por­ta­tis de­func­tis suc­ce­den­ti. nam bo­na, quae con­dem­na­tio­nis tem­po­re in­ve­niun­tur, de­por­ta­tus alie­na­re non pot­est. 1Qui in­con­sul­to prin­ci­pe a prae­si­de de­por­ta­tur, et he­res in­sti­tui et le­ga­ta ca­pe­re pot­est.

15Marc. lib. Der Deportirte verliert das Bürgerrecht, nicht die Freiheit. Er geniesst nun zwar das besondere bürgerliche Recht nicht, wohl aber noch das Völkerrecht, denn er kann kaufen und verkaufen, pachten und verpachten, tauschen, auf Zins leihen, und dergleichen ähnliche Geschäfte vollziehen, auch nachher erworbene Gegenstände als Pfand bestellen, ausgenommen zur Bevortheilung des Fiscus, indem ihn dieser beerben wird, wenn er stirbt. Denn sein früheres Vermögen, was confiscirt worden, kann er nicht1111Unser Text hat hier kein non; die Gött. C. J. Ausgabe hat auch kein non, aber alle übrigen mir zu Gebote stehenden, als z. B. Charondas, Pacius, Baudoza, Gothofred. Es ist also in den beiden ersten wohl Druckfehler? — die Basil. haben ja οὐ δύναται. veräussern. 1Der vom Präsidenten [eigenmächtig] ohne des Kaisers [Bestätigung] deportirt Wordene, kann sowohl Erbe werden, als Vermächtnisse aus einem Testamente erwerben.

16Idem li­bro ...... Cum Ul­pia­nus Damas­ce­nus ab im­pe­ra­to­re pe­tis­set, ut ma­tri de­por­ta­tae ad vic­tum ne­ces­sa­ria re­lin­que­re si­bi per­mit­te­re­tur, item ma­ter per li­ber­tum suum pe­tis­set, ut quae­dam fi­lio de­por­ta­to re­lin­que­re li­ce­ret, im­pe­ra­tor An­to­ni­nus ita iis re­scrip­sit. ‘Ne­que he­redi­tas nec le­ga­tum nec fi­dei­com­mis­sum con­tra con­sue­tu­di­nem le­gem­que pu­bli­cam hu­ius­mo­di per­so­nis re­lin­qui pot­est ne­que ea­rum con­di­cio­nem mu­ta­ri con­ve­nit: quon­iam au­tem pie ro­gas­tis, per­mit­to vo­bis ul­ti­ma vo­lun­ta­te re­lin­que­re iis, quae ad vic­tum alios­que usus ne­ces­sa­rios suf­fi­ciant, ut si quid ad eos ex his cau­sis per­ti­ne­bit, ca­pe­re iis li­ceat’.

16Idem lib. Als Ulpianus der Damascener den Kaiser um die Erlaubniss gebeten hatte, seiner Mutter den nöthigen Lebensbedarf hinterlassen zu dürfen, und die Mutter durch einen Freigelassenen, ihrem deportirten Sohn Einiges hinterlassen zu dürfen, so rescribirte der Kaiser Antoninus an sie folgendermaassen: Es kann dem Herkommen und öffentlichem Recht entgegen Personen der Art weder eine Erbschaft, noch ein Vermächtniss, noch ein Fideicommiss hinterlassen, noch darf das persönliche Verhältniss dieser Personen geändert werden. Weil ihr aber einen frommen Wunsch gethan habt, so soll es euch erlaubt sein, ihnen letztwillig das zu ihrem Unterhalt und andern nöthigen Bedürfnissen Hinreichende zu hinterlassen, und denselben, das aus diesem Grunde Hinterlassene zu erwerben.

17Pom­po­nius li­bro ...... Rele­ga­tus sta­tuis et ima­gi­ni­bus ho­no­ra­ri non pro­hi­be­tur. 1Rele­ga­tus sta­tum suum in­te­grum re­ti­net et bo­na quae ha­bet et po­tes­ta­tem in li­be­ros, si­ve ad tem­pus si­ve in per­pe­tuum rele­ga­tus est. 2De­por­ta­tio au­tem non fit ad tem­pus.

17Pompon. Einen Verwiesenen durch Statuen und Bilder zu ehren, ist unverwehrt. 1Der Verwiesene behält sein persönliches Standesrecht unverkürzt, sowie das Eigenthum seines Vermögens, und die väterliche Gewalt, er mag auf Zeit oder auf immer verwiesen sein. 2Deportation auf Zeit findet nicht statt.

18Cal­lis­tra­tus li­bro ...... Rele­ga­tus mo­ra­ri non pot­est Ro­mae, et­si id sen­ten­tia com­pre­hen­sum non est, quia com­mu­nis pa­tria est: ne­que in ea ci­vi­ta­te, in qua mo­ra­tur prin­ceps vel per quam trans­it, iis enim so­lis per­mis­sum est prin­ci­pem in­tue­ri, qui Ro­mam in­gre­di pos­sunt, quia prin­ceps pa­ter pa­triae est. 1Cum ad­ver­sus ho­mi­nes li­be­ros eius­mo­di sen­ten­tia fer­tur, per quam bo­na eo­rum pu­bli­can­tur, qua­lis est de­por­ta­tio­nis in in­su­lam, ea ip­sa sen­ten­tia prio­rem con­di­cio­nem amit­tunt et sta­tim poe­nis si­bi ir­ro­ga­tis per eam tra­dun­tur, ni­si quid cum ma­ies­ta­te con­iunc­tum re­qui­rit, ut poe­na ex­acer­be­tur.

18Callistrat. Ein Verwiesener darf nicht zu Rom verweilen, wenn dies auch im Erkenntniss nicht ausdrücklich gesagt ist, weil dies die Heimath Aller ist. Eben sowenig in der Provinzialstadt, worin sich der Kaiser aufhält, oder wo er durchreist, denn nur Die dürfen den Kaiser schauen, welche nach Rom kommen dürfen. Denn der Kaiser ist der Vater des Vaterlandes. 1Wenn gegen freie Personen ein solches Erkenntniss gegeben wird, welches deren Vermögen confiscirt, wie z. B. die Deportation auf eine Insel, so verändern sie sofort nach dem Erkenntniss ihr früheres persönliches Verhältniss, und werden ihrer Strafe übergeben, es müsste denn ein Majestätsvergehen dabei sein, das Erschwerung der Strafe erheischte.