Corpus iurisprudentiae Romanae

Repertorium zu den Quellen des römischen Rechts

Digesta Iustiniani Augusti

Recognovit Mommsen (1870) et retractavit Krüger (1928)
Deutsche Übersetzung von Otto/Schilling/Sintenis (1830–1833)
Buch 50 übersetzt von Treitschke (Titel 1–15) und Schneider (Titel 16/17)
Dig. L11,
De nundinis
Liber quinquagesimus
XI.

De nundinis

(Von Jahrmärkten.)

1Mo­des­ti­nus li­bro ter­tio re­gu­la­rum. Nun­di­nis im­pe­tra­tis a prin­ci­pe non uten­do qui me­ruit dec­en­nii tem­po­re usum amit­tit.

1Modestin. lib. III. Regul. Wenn vom Kaiser das Jahrmarktsrecht erbeten worden ist, so geht es dem Erwerber durch Nichtgebrauch während zwanzig Jahren verloren.

2Cal­lis­tra­tus li­bro ter­tio de co­gni­tio­ni­bus. Si quis ip­sos cul­to­res agro­rum vel pis­ca­to­res de­fer­re uten­si­lia in ci­vi­ta­tem ius­se­rit, ut ip­si ea dis­tra­hant, de­sti­tue­tur an­no­nae prae­bitio, cum avo­cen­tur ab ope­re rus­ti­ci: qui con­fes­tim ubi de­tu­le­rint mer­cem, tra­de­re eam et ad ope­ra sua re­ver­ti de­beant. de­ni­que sum­mae pru­den­tiae et auc­to­ri­ta­tis apud Grae­cos Pla­to cum in­sti­tue­ret, quem­ad­mo­dum ci­vi­tas be­ne bea­te ha­bi­ta­ri pos­sit, in pri­mis is­tos neg­otia­to­res ne­ces­sa­rios du­xit. sic enim li­bro se­cun­do πολιτείας ait: δεῖ γὰρ πλειόνων ἄρα γεωργῶν τε καὶ τῶν ἄλλων δημιουργῶν καὶ τῶν ἄλλων διακόνων τῶν γε εἰσαξόντων καὶ ἐξαξόντων ἕκαστα· οὗτοι δέ εἰσιν ἔμποροι. κομίσας δὲ ὁ γεωργὸς εἰς τὴν ἀγοράν τι ὧν ποιεῖ ἤ τις ἄλλος τῶν δημιουργῶν μὴ εἰς τὸν αὐτὸν χρόνον ἥκῃ τοῖς δεομένοις τὰ παρ’ αὐτοῦ ἀνταλλὰξασθαι, ἀργήσει τῆς αὑτοῦ δημιουργίας καθήμενος ἐν ἀγορᾷ; οὐδαμῶς, ἦ δ’ ὅς, ἀλλ’ εἰσὶν οἳ τοῦτο ὁρῶντες ἑαυτοὺς ἐπὶ τὴν διακονίαν τάττουσι ταύτην.

2Callistrat. lib. III. de cognition. Wenn man die Ackerbauer oder die Fischer anhalten wollte, ihre Waaren selbst in die Stadt zu bringen und zu verkaufen, so würde die Getreideerzeugung leiden, da die Landleute von ihrer Arbeit abgehalten würden; diese müssen sofort, nachdem sie die Waare überbracht haben, sie aushändigen und zu ihren Arbeiten zurückkehren. So hat zum Beispiel11Denique. S. Note 53. der ungemein weise und bei den Griechen in grossem Ansehen stehende Plato, in der Unterweisung, wie man gut und glücklich im Staate leben könne, die Kaufleute für vorzüglich nothwendig erachtet; denn er sagt im zweiten Buche der πολιτεία (Vom Staate): Δεῖ γὰρ πλειόνων ἄρα γεωργῶν τε, καὶ τῶν ἄλλων δημιουργῶν, καὶ τῶν ἄλλων διακόνων, τῶνγε εἰσαξόντων καὶ ἐξαξόντων ἕκαστα, οὗτοι δὲ εἰσιν ἔμποροι22Ἔμπορος, Grosshändler, sonst entgegengesetzt dem κάπηλος, Höker und Trödler, hier wohl im Allgemeinen für jeden Kaufmann.. Κομίσας δὲ ὁ γεωργὸς εἰς τὴν ἀγορὰν τι, ὧν ποιεῖ, ἤ τις ἄλλος τῶν δημιουργῶν, ἐὰν μὴ εἰς τὸν αὐτὸν χρόνον ἥκη τοῖς δεομένοις τὰ παρ᾿ αὐτοῦ διαλ λαξασθαι, ἀργήσει τῆς αὐτοῦ δημιουργίας καθήμενος ἐν τῇ ἀγορᾶ; οὐδαμῶς· ἀλλ᾽ εἰσὶν, οἱ τοῦτο ὁρῶντες ἑαυτοὺς ἐπὶ τὴν διακονίαν τάττουσι ταύτην.33Es bedarf nemlich Mehrerer, und zwar der Ackerbauer, dann Anderer als Arbeiter, und wieder Anderer als Dienstleistender, welche Alles einführen und ausführen; dieses aber sind die Kaufleute. Wenn nun der Ackerbauer oder ein anderer Arbeiter etwas von seinen Erzeugnissen auf den Markt bringt, wir er dann, dafern er nicht zu gleicher Zeit mit Denen anlangt, die den Eintausch Dessen, was er hat, bedürfen, auf dem Markte sitzend seine Arbeit versäumen? Keinesweges; sondern es giebt Leute, die dieses einsehend, sich diesem Dienste widmen.